• Eliane Fischer

Magischer, märchenhafter Orient


Heute tauchen wir mit Franziska Meiners' "Das Flüstern des Orients" ein in die magischen Volksmärchen des Nahen Ostens, begleitet von einem passenden Rezept für ein orientalisches Couscous von Miss Broccoli! Riecht ihr schon Kurkuma, Kardamom und Zimt und schmeckt die süssen Datteln auf der Zunge? Hört ihr den Geist in der Flasche? Dann viel Vergnügen mit diesem kulinarisch-märchenhaften Beitrag.

Märchen aus dem Morgenland

Klar, den gestiefelten Kater kennen wir alle, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Rotkäppchen auch. Die Liste uns bestens bekannter Märchen könnten wir wohl noch lange weiterführen, haben wir sie doch früher alle von unseren Eltern vorgelesen bekommen oder auf Kassetten gehört. Zu verdanken haben wir die schriftliche Überlieferung dieser Volksmärchen v.a. den Gebrüdern Grimm.

Aber wie sieht es mit Märchen aus dem Orient aus? Mir fallen da auf Anhieb nur "Alibaba und die 40 Räuber" oder "Aladin und die Wunderlampe" ein. Eine magere Ausbeute. Da kommt "Das Flüstern des Orients. Arabische Märchen zum Vorlesen und Entdecken" der jungen deutschen Illustratorin und Designerin Franziska Meiners wie gerufen!

Ein kultureller Schatz

Wie uns Franziska Meiners im Vorwort erklärt, erzählten früher Hakawati, Geschichtenerzähler, in den Kaffeehäusern der nahöstlichen Städte allabendlich traditionelle Märchen und Legenden. Doch diese Tradition verlor sich über die Jahre. Die traditionsreichen, magischen Geschichten werden allerdings immer noch von Generation zu Generation weitererzählt und weiterentwickelt. Franziska Meiners hat nun sechs von ihnen nacherzählt und kunstvoll illustriert.

Von Ghouls und Dschinns

Auch die arabischen Märchen beginnen mit dem bekannten "Es war einmal...", "Es lebte einst..." oder "In Beirut erzählte man sich...". Und schliessen schon mal mit "Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende". Neu ist für uns teilweise das Personal: In den sechs ausgewählten Erzählungen begegnen wir typisch arabischen Märchenfiguren wie dem Ghoul, einem furchterregenden Wüstenmonster, oder dem Dschinn, einem unsichtbaren Geschöpf, das gut oder böse sein kann. Der König ist hier teils der Sultan und der Richter ein Kadi.

Besonders gefällt mir in der Auswahl die kurze Erzählung "Das Geheimnis des schwarzen Kleides", weil hier eine starke und intelligente Frau ihren Auftritt hat. Und in "Das kleine Kamel" schläft Prinzessin Mayla zwar ähnlich wie unsere "Prinzessin auf der Erbse" auf sieben Matratzen und unter sieben Decken, aber um ihren Mann wiederzufinden, wagt sie sich unerschrocken in die Unterwelt, ins Lande der Dschinn. Insgesamt sind die Märchen wunderbar fliessend geschrieben, ziehen einen sofort in Bann und vermitteln die Magie des Orients.

Kunstvolle Illustrationen, Wissenswertes und Mitmachseiten

Ihr ahnt es, angesprochen hat mich an dem Buch von Beginn an nicht nur der Inhalt, sondern auch die wunderschönen, modernen Illustrationen von Franziska Meiners. Die Bilder sind in Rot und Blau gehalten, nur ab und zu hat sich ein wenig Gold dazwischen geschlichen. Der Stil erinnert an Linol- oder Holzschnitte und abstrahiert stark. In den Bildern wird besonders deutlich, dass sich die Märchen nicht bei uns, sondern im Orient abspielen: Wir sehen die berühmten arabischen Fliessen, Kopftücher und lange Gewänder, "Aladinschuhe" und Palmen.

Ebenfalls toll finde ich die sehr aufschlussreichen Informationen rund um die Geschichten. Ein Wörterverzeichnis erklärt die für die Kinder (und Erwachsenen) weniger geläufigen Begriffe. Zwei Seiten informieren über die Begriffe Naher Osten, Orient und Morgenland. Da erfahren wir auch, dass viele unserer Märchenmotive (vielleicht ja auch die vielen Matratzen der Prinzessin auf der Erbse) von den muslimischen Kulturen geprägt wurden. Auf den Mitmachseiten können die Kinder sich mit der arabischen Schrift auseinandersetzen oder Märchenfiguren ausmalen.

Fazit

Mit "Das Flüstern des Orients" gelingt es Franziska Meiners, uns die Magie arabischer Märchen näherzubringen und uns so einen Einblick in die Kultur des Morgenlandes zu geben. Die Geschichten sind knackig und unkompliziert geschrieben, sind spannend und gefühlvoll und überhaupt nicht angestaubt. Wunderbar ergänzt werden die Geschichten von den modernen, reduzierten Illustrationen, die ebenfalls zur Kulturvermittlung beitragen. Ich habe es gehört, das Flüstern des Orients und würde nun am liebsten gleich weiterlesen.

PS: "Das Flüstern des Orients" wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Kinderbuch des Monats April gewählt.

PPS: In der Westfalenpost könnt ihr ein interessantes Interview mit Franziska Meiners lesen.

Die Fakten

Das Flüstern des Orients

Franziska Meiners (Text + Illustration)

NordSüd Verlag

112 Seiten

Erschienen am 12.01.2018

ISBN: 978-3-314-10429-9

Ab 6 Jahren

Einsicht ins Buch bei NordSüd (im Frühjahrsprogramm 2018)

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Website von Franziska Meiners

Übrigens: Im Rahmen der laufenden Blogparade "Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE" tauchen wir in Woche 3 (ab dem 30. April) noch tiefer ein in die Märchenwelt - unter anderem mit einem Experteninterview zum Thema.

Aber jetzt hattet ihr bestimmt dauernd den Duft des Orients in der Nase und seid gespannt auf das Rezept fürs Couscous von Miss Broccoli. Auf Ihrem Blog findet ihr heute ein orientalisches Orange-Dattel-Dessert - die ideale Ergänzung zum Hauptgericht und zum Buch! ;-)

Orientalisches Couscous mit Cashews

von Miss Broccoli - Mama- und Foodblog

Rezept für 4 Personen:

200 g Quinoa (Alternativ: Couscous)

1 gehäufter EL Rosinen

Ca. 2 Tassen Wasser

1 TL Bouillon

1 Messerspitze Zimt

1 Messerspitze Kardamom

1 Messerspitze Kurkuma

3-4 Nelken (diese später wieder rausnehmen)

1 EL Rapsöl

Für die Sauce:

1 Dose Pellati gehackt

1 EL Rapsöl

2 Knoblauchzehen, gepresst

½ Zwiebel

1 grosse Karotte, in Stäbchen geschnitten

2 EL Cashewkerne

Ca. 150 g Kürbis (am besten Butternut) in Kugeln ausgelöffelt

1/3 Zimtstange

1 Messerspitze Kardamom oder 3-4 Kardamom Hülsen

Salz, Pfeffer

1 Messerspitze Cayennepulver

Datteln

Zubereitung:

Das Quinoa mit dem Wasser, Bouillon, Öl und den Gewürzen aufkochen und nach Anleitung leicht köcheln lassen. Etwa nach 10 Minuten die Rosinen dazugeben. Wer keine Rosinen mag, kann auch Datteln oder gedörrte Aprikosen nehmen.

Für die Sauce:

Das Öl in der Pfanne heiss werden lassen. Den Knoblauch kurz andünsten und die Pellati dazu giessen. Nun die geschnittenen Karotten und Cashews dazugeben und alles ca. 5 Minuten köcheln lassen. Dann die Zimtstange (ganz), die restlichen Gewürze und die Kürbisbällchen dazu geben. Alles so lange auf niedriger Stufe köcheln, bis das Quinoa gar ist. Dann die Zimtstange entfernen.

Das Quinoa in eine Teller anrichten, ein Loch in der Mitte machen. Die Sauce in das Loch geben. Die Datteln in Streifen schneiden und als Deko darüber streuen.

Variante: Anstelle von Cashews, Kichererbsen oder Tofuwürfel in die Sauce geben.

Ich habe das Rezept natürlich getestet (in der Variante mit Couscous, Cashews und Tofu) und kann euch sagen, es hat hervorragend geschmeckt! Gefehlt hat nur ein leckerer Nachtisch! Also ab zum orientalischen Orange-Dattel-Dessert! Lasst es euch schmecken!

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