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- Zuhause angekommen
Der Roman "Baba Dunjas letzte Liebe" von Alina Bronsky über die Tschernobyl-Rückkehrerin Baba Dunja zeigt auf berührende Weise, was es heisst, zuhause angekommen zu sein, auch wenn sich dieses Zuhause in der Todeszone befindet. Der deutsch-russischen Autorin gelingt es in dem kleinen Büchlein, der Todeszone rund um den ehemaligen Reaktor mit ihren liebevoll beschriebenen - toten und lebendigen - Protagonisten viel Leben einzuhauchen. Vor allem die 82-jährige Hauptdarstellerin Baba Dunja wächst einem zusehends ans Herz mit ihrer pragmatischen Haltung, ihrem feinen Witz und der Unbekümmertheit, mit der sie die Unwägbarkeiten ihres Lebens als heimliche Bürgermeisterin Tschernowos meistert. Fazit Der Roman ist äusserst lesenswert und macht Lust auf mehr von Alina Bronsky, insbesondere ihren preisgekrönten Debütroman "Scherbenpark". Die Fakten Baba Dunjas letzte Liebe Alina Bronsky Kiepenheuer & Witsch 160 Seiten Erschienen am 17.08.2015 Leseprobe und mehr Kiepenheuer & Witsch auf Instagram
- Vom Glück am Rande der Landstrasse
Humorvoll, einfühlsam und rasant erzählt Robert Seethaler in seinem Roman "Die weiteren Aussichten" von Herbert, Hilde und Helene: Kopfkino allererster Güte! Damit hat Seethaler meine hohen Erwartungen nach "Der Trafikant" mehr als erfüllt. "Die weiteren Aussichten" erzählt die Geschichte von Herbert, der mit seiner Mutter Helene eine Tankstelle am Rande einer Landstrasse mitten in der Provinz führt. Als Hilde in sein Leben tritt, gerät dieses gehörig aus den Fugen. Das Buch kommt fast ohne Rückblenden aus, so dass ich das Gefühl hatte, live dabei zu sein beim Abenteuer der 3 H's. Und Seethalers Schreibstil ist wunderbar knackig und amüsant. Fazit Davon brauche ich unbedingt mehr! Bei der nächsten Tankfüllung denke ich bestimmt an das Glück am Rande der Landstrasse. Die Fakten Die weiteren Aussichten Robert Seethaler Kein & Aber 320 Seiten Leseprobe und mehr Kein & Aber auf Instagram
- Wie riecht das Paradies?
Ich habe mein erstes Buch von Elif Shafak gelesen und werde mir bestimmt noch weitere von ihr vornehmen. "Der Geruch des Paradieses" gibt uns durch die Augen der jungen Istanbulerin Peri Einblick ins Spannungsfeld zwischen Religiosität und Säkularität, zwischen Traditionalismus und Moderne. Das gelingt Shafak ganz gut. Nicht wirklich überzeugt hat mich der Erzählstrang rund um die Studienzeit Peris in Oxford. Etwas zu einfach und abrupt fällt für meinen Geschmack auch die Auflösung des dunklen Geheimnisses aus der Vergangenheit aus. Mehr interessiert hätte mich die aktuelle Peri und wie sie mit ihrem offenbar doch eher traditionell denkenden Ehemann zusammengefunden hat, wie sie jetzt mit ihm zusammenlebt und wie sie ihren Platz im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne gefunden hat. So blieb mir die Protagonistin seltsam distanziert. Fazit Der Stil und die Gedanken von Elif Shafak haben mir trotzdem gut gefallen und die Geschichte hat einen schönen Sog zum raschen Weiterlesen ausgelöst. Ich bin also gespannt auf weitere Bücher aus Shafaks Feder. Die Fakten Der Geruch des Paradieses Elif Shafak Kein & Aber 560 Seiten Leseprobe und mehr Kein & Aber auf Instagram
- Eine Liebeserklärung an die Literatur
Nachdem ich im letzten Jahr so viele enthusiastische Rezensionen zu "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells gelesen habe, waren die Erwartungen an dieses Buch natürlich entsprechend hoch. Und? Wells hat sie grandios erfüllt! Der Roman rund um das Leben von Jules und Alva, die sich in der Schulzeit kennen lernen, dann aus den Augen verlieren und Jahre später wiedertreffen, reisst von Beginn an mit, bringt zum Nachdenken und ist eine Liebeserklärung an die Literatur (mit einigen konkreten Buchtipps ;-)). Beim Mitfreuen und Mitleiden habe ich Tränen vergossen. Okay, ich bin auch nah am Wasser gebaut, aber trotzdem! Fazit Eine absolute Leseempfehlung, schon nur der schönen Namen wegen! ;-) Einziger Wermutstropfen: Die Sprache ist stellenweise etwas holprig. Die Fakten Vom Ende der Einsamkeit Benedict Wells Diogenes 368 Seiten Erschienen am 24.02.2016 Leseprobe und mehr Diogenes auf Instagram
- Von rosaroten Elefanten
Juhuu! Ich habe mir den neuen Roman von Martin Suter als erste geschnappt in der Bibliothek. Und wie es sich für seine Romane gehört, habe ich ihn auch rasch verschlungen. Elefant ist eine packende Geschichte mit Krimi- und Thriller-Elementen. Die kurzen Kapitel machen die Lektüre sehr angenehm und die Sprache kommt - wie immer bei Suter - ohne viel Schnickschnack aus. Die Handlung rund um den gentechnisch manipulierten und daher rosarot leuchtenden Minielefanten hat mich nicht restlos überzeugt. Aber Suter beschreibt die Protagonisten wie gewohnt einfühlsam, ohne ausschweifend zu werden. So erleben wir hautnah mit, wie der Obdachlose Schoch ungewollt zum Hüter dieses zauberhaften Wesens wird, das es gegen den skrupellosen Genforscher Roux zu verteidigen gilt. Fazit Nicht der beste, aber ein guter Suter. Deshalb eine ganz klare Leseempfehlung von mir! Die Fakten Elefant Martin Suter Diogenes 352 Seiten Erschienen am 18.01.2017 Leseprobe und mehr Diogenes auf Instagram










