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- Schnee
(Werbung/Verlosung) Wenn der Schnee draussen auf sich warten lässt, holen wir uns die weisse Pracht doch mit dem neuen Bilderbuch von Moki zumindest ins Wohnzimmer. Zum diesjährigen #Vorleseadvent darf ich ein Exemplar des nostalgischen, träumerischen Kinderbuchs an euch verlosen. Viele von uns teilen wohl die Erinnerung ans stundenlange Toben im Schnee, als wir Kinder waren. Bei der vielleicht etwas verklärten Erinnerung an riesige Schneemassen, stundenlanges Schlittenfahren, Schanzen- und Schneeburgenbauen, Schneeessen und Eiszapfenschlecken wird uns ganz warm ums Herz. War es nicht das Schönste, nach einem ganzen Nachmittag draussen mit kaltnassen Kleidern und blauen Lippen ins Warme zu kommen und einen Punsch oder Kakao zu trinken? Abenteuer im Schnee Genau diese nostalgischen Erinnerungen greift Moki in ihrem neuen Bilderbuch "Schnee" auf und feiert mit ihren Bildern nicht nur die immer seltener werdenden Phänomene von ganz viel Schnee und Eis, sondern auch das freie Spiel der Kinder in diesem Winterwunderland. Die Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit gemacht haben oder unsere Kinder in einem schneereichen Winter heute machen, kombiniert Moki mit fantastischen Wesen, die sich aus dem Schnee entwickeln. Moki erzählt in Ich-Form, wie sie mit ihren zwei grösseren und dem kleineren Bruder durch den Schnee tobte und dabei Abenteuer erlebte, wie sie sich über die Schneebauten freuten, die in ihrer Fantasie zu regelrechten Burgen wurden. Sie erzählt auch vom Nervenkitzel, Angst, den sinnlichen Erfahrungen mit Schnee und Eis und der Gemeinschaft unter den Geschwistern und den Erwachsenen, die sich von den Schneefreuden anstecken liessen. Der Schnee erwacht in diesem Bilderbuch selbst zum Leben, indem sich fabelhafte Schneewesen aus ihm bilden. Zudem erinnern die Gesichter der Menschen und Tiere mit den schräg liegenden, spitz zulaufenden Augen und schlanken, aber markanten Nasen an Elfen und haben so selber etwas Fantastisches. Die Bilder sind mit Tusche und Aquarell gezeichnet. Mint und Weiss dominieren die winterlichen Schneelandschaften, durchsetzt mit kräftigen Farben. Mit wenigen Ausnahmen erstrecken sich die Illustrationen jeweils über eine Doppelseite. Gesprächsanlass über Klimawandel Moki geht es mit dem Bilderbuch auch darum, Veränderungen des Klimas anzusprechen. So kann der heute oft ausbleibende Schnee in Kombination mit dem Buch zum Anlass genommen werden, über die Klimakrise zu sprechen und was sich in der Gesellschaft und auf individueller Ebene ändern muss oder was je nach Familie auch bewusst schon verändert wurde in Richtung einer nachhaltigeren Lebensweise. Im Interview mit Rotopol sagt Moki: "Das Thematisieren und in den Fokus stellen zeitrelevanter Themen ist eine Sache. Zusammen Räume des Widerstands bilden und andere Wege gehen, eine zweite. (...) Kunst kann das nicht allein bewältigen. Sie kann träumen und testen, aber alle sind angesprochen zu handeln." Copyright: Rotopol/moki 2024. Das Interview erscheint in Auszügen bei Rotopol auf Instagram . Fazit Mit ihrem Bilderbuch "Schnee" lädt Moki genau dazu ein: zum Träumen. Und wenn der Schnee dann fällt, rauszugehen und sich die Schneemassen zu eigen zu machen und mit ganz viel "kindlicher" Energie und Vorstellungskraft fantastische Schneewelten entstehen zu lassen. In der Hoffnung auf einen schneereichen Winter kann ich euch dieses verschneite Bilderbuch nur empfehlen. Übrigens: Passend zum Bilderbuch gibt es bei Rotopol auch ein schönes Postkartenset mit 3 verschiedenen Motiven. Schaut einmal auf der Website vorbei ! Die Fakten Schnee Moki (Text + Illustration) Rotopol 32 Seiten Erschienen am 1.10.2024 Hardcover ISBN 978-3-96451-054-9 Ab 3 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Moki auf Instagram Website von Moki Bereits besprochen habe ich das von Moki illustrierte Sachbilderbuch "Die wundersamen Zwölf" , geschrieben von Rae Mariz, erschienen bei Reisedepeschen. PS: Herzlichen Dank an Rotopol für das digitale Rezensions- und das Verlosungsexemplar sowie das Bildmaterial. Verlosung zum Vorleseadvent Im Rahmen der Instagram-Aktion #Vorleseadvent @kleinerleser von Blogger*innen, Autor*innen und Illustrator*innen darf ich 1 Exemplar von "Schnee" von Moki an euch verlosen! So geht's: Erzählt mir in den Kommentaren von einer Schneeerinnerung, egal ob von früher oder aktuell. (Bitte mindestens Vornamen und eine Mailadresse angeben, damit ich euch kontaktieren kann.) Weitere Lose holen: Instagram Facebook Die Verlosung startet mir Freischaltung des Posts und endet am Donnerstag, 12.12.2024, 23:59 Uhr . Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch Rotopol. Zu diesem Zweck gebe ich deine Adresse weiter. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun. Viel Glück! Eure Eliane Sämtliche teilnehmenden Accounts vom Vorleseadvent @kleinerleser findet ihr in meinem Instagram-Post . Das 8. Türchen steht bei Tina von @mit_herz_und_buch noch offen und das 10. Türchen öffnet sich morgen bei Anna von @kinderbuch_detektive.de . Die Illustration zur Aktion stammt von Anna Galitskaya . Weitere Bilderbücher, die den Schnee feiern One Winter Up North - John Owens (University of Minnesota Press 2022) Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten - Stefanie Taschinski, Anne-Kathrin Behl (Oetinger 2021) Kleine Schneeflocke - Benji Davies (Aladin 2021) Im Winterwald - Daniela Kulot (Thienemann 2021) Ein Tag im Schnee - Ezra Jack Keats (Carl-Auer Kids 2020) Schneeglück verschenken - Heyjin Go (atlantis 2020) Wem gehört der Schnee? Eine Ringparabel - Antonie Schneider, Pei-Yu Chang (NordSüd 2019) Eine Sternschnuppe im Schnee - Yumi Shimokawara (Atlantis 2019) Stína - Lani Yamamoto (Helvetiq 2018) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Jo und die eiligen drei Könige
Was, wenn sich die Weihnachtsgeschichte ganz anders zugetragen hat? Rüdiger Bertram und Karsten Teich erzählen in "Jo und die eiligen drei Könige", wie es wirklich war. Nach der Lektüre ist eins klar: So muss es gewesen sein, geht gar nicht anders. Habt ihr Lust auf eine etwas andere Weihnachtsgeschichte? Klar, ein Baby gibt es. Josef und Maria sind auch am Start und sogar drei Könige - auch wenn sich da die Geister schon wieder scheiden. Der grosse Unterschied? Der olle Stern war echt nicht so wichtig. Den Job des Könige-zum-Stall-Führens hat eigentlich ein Hund übernommen: Jonathan, kurz: Jo, Strassenmischung par excellence. Jo lungert in der Wüste herum, weil sein Herrchen ihn nicht mit der Karawane mitnehmen wollte, er sollte bei der Oase warten. Doch dann trifft er auf Balthasar, ja, eigentlich hätte er ihm beinahe auf den Kopf gepinkelt. Und dieser Balthasar erzählt Jo nun ganz aufgeregt von diesem ominösen Baby, das bald geboren werden soll. In einer Luxusherberge! Eine lustige Truppe Weil Jo nichts Besseres zu tun hat, nimmt er die Fährte in Richtung des Babys auf. Gut, eigentlich weiss er gar nicht, wonach er schnuppern soll, aber er verlässt sich auf sein Bauchgefühl. Auf ihrem Marsch durch die Wüste lesen sie nach und nach auch noch Melchior und Kaspar auf. Auch sie sehr heruntergekommene Versionen von Königen mit billigen Kronen - ohne Juwelen! - und mit dem ein oder anderen Gebrechen. Kommt hinzu, dass sich die drei nicht wirklich ausstehen können, jeder der Erste beim Baby sein will und sie sich andauernd streiten. Auch wenn seine Herde echt schwierig zu bändigen ist und die drei offensichtlich auch nicht die Hellsten sind, bleibt Jo steincool und führt sie allen Widrigkeiten zum Trotz zur Luxusherberge, äh, zum Stall. Denn das mit der Luxusherberge waren leider Fakenews. Und in diesem Stall - das ist sicher nichts Neues für euch - liegt auch tatsächlich das Baby. Und es ist wirklich ein ganz besonderes. Aber wie die Geschichte ausgeht, müsst ihr schon noch selber lesen. Weihnachtsgeschichte in witzig und divers Rüdiger Bertram erzählt mit "Jo und die eiligen drei Könige" eine sehr witzige, moderne Variante der Weihnachtsgeschichte. Dabei müssen die eiligen drei Könige etwas unten durch und der Stern von Bethlehem wird auch entzaubert, aber das Baby und das Wunder seiner Geburt werden damit nicht geschmälert. Sogar Respekt vor Leistung der Gebärenden bringt Jo mit. Für sehr religiöse Menschen, die auf die Bibel schwören, ist dieses Kinderbuch wahrscheinlich nichts, für alle anderen aber eine lustige Neuerzählung. Besonders gefällt mir neben dem neunmalklugen Hund, dass Karsten Teich die drei Könige als People of Color gezeichnet hat. Das kommt zwar nicht bei allen Bildern so deutlich heraus wie auf dem Cover, aber das ist jeweils der gleissenden Sonne oder der Wüstennacht geschuldet. Ebenfalls sehr gut gefällt mir, dass Jo sehr pragmatisch denkt und die drei Könige dazu bringt, Maria und dem Jesuskind sinnvollere Geschenke zu bringen als Weihrauch, Gold und Myrrhe. Was sollen ein Neugeborenes und eine frischgebackene Mutter schon damit?! Auch Jos verstorbene Grossmutter Mava, die ihm aus dem Jenseits mit Rat und Tat zur Seite steht, ist äusserst eine witzige Idee. "Jo und die eiligen drei Könige" ist in 10 Kapitel angenehmer Länge aufgeteilt. Die grosse Schrift und der lockere Satz sind super für geübte Erstleser*innen ab 7 oder 8 Jahren. Zum Vorlesen geht es mit etwas Geduld sicher auch schon ab 5 Jahren. Es ist kein Adventskalenderbuch, aber es bietet sich natürlich an, in den zehn oder fünf Tagen vor Weihnachten jeweils ein oder zwei Kapitel zu lesen oder vorzulesen. Am Ende der Geschichte wird es sogar noch etwas besinnlich, ja, fast rührselig. Und so passt die humorvolle Geschichte immer noch wunderbar in die Weihnachtszeit. Und wer weiss, vielleicht wurden die eiligen drei Könige dank Jo ja sogar so etwas wie Freunde. Fazit Wenn ihr Lust auf eine etwas andere Weihnachtsgeschichte habt oder einfach endlich mal die wahre Geschichte kennenlernen wollt, dann sei euch "Jo und die eiligen drei Könige" von Rüdiger Bertram und Karsten Teich von Herzen und mit einem grossen Zwinkern empfohlen. Die Fakten Jo und die eiligen drei Könige Rüdiger Bertram (Text) Karsten Teich (Illustration) Carlsen 96 Seiten Erschienen am 26.09.2024 Hardcover ISBN: 978-3-551-65205-8 Ab 7 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Kinderbücher rund um den Advent und Weihnachten Lunas Weihnachtszauber - Katja Frixe, Laura Rosendorfer (Carlsen 2024) Die Weihnachtsgeschichte für uns Kleine - Julia Hofmann, Paran Kim (Carlsen 2023) Brot für Myra. Die Legende vom heiligen Nikolaus - Otfried Preussler, Ludvik Glazer-Naudé (Thienemann 2022) Die gestohlene Weihnachtsgans - Johanna Lindemann, Andrea Stegmaier (Annette Betz 2021) Eins zwei drei Rentier - Nadia Budde (Peter Hammer Verlag 2021) Im Winterwald - Daniela Kulot (Thienemann 2021) Frida und die fliegenden Zimtschnecken - Alva Bengt, Laura Rosendorfer (Dragonfly 2021) Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten - Stefanie Taschinski, Anne-Kathrin Behl (Oetinger 2021) Kleine Schneeflocke - Benji Davies (Aladin 2021) Weihnachten mit Bernadette - Bernadette (NordSüd 2021) Weihnachtspost - Emma Yarlett, Ebi Naumann (Thienemann 2021) Gebrannte Mandeln für Grisou - Nikola Huppertz, Andrea Stegmaier (Tulipan Verlag 2020) Schneeglück verschenken - Heyjin Go (atlantis 2020) Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte - Yuval Zommer, Cornelia Boese (arsEdition 2020) Das Wunder von R. - Francesca Cavallo, Verena Wugeditsch (Mentor Verlag 2020) Matti und Max - Abenteuer in New York - Sandra Lehmann, Manja Adamson (Biber & Butzemann 2019) Der Fuchs hat seine lieben Nöte beim Halleluja auf der Flöte. Ein Weihnachts-ABC - Cornelia Boese, Elsa Klever (Thienemann-Esslinger 2018) Der kleine Trommler - Bernadette (NordSüd 2018) Der Weihnachtsbaum - Delia Huddy, Emily Sutton (Aladin 20215) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Leni und die sprechende Weihnachtskugel
(Werbung/Verlosung) Habt ihr schon einen Weihnachtsbaum, vielleicht sogar schon geschmückt? Dann dürfte euch "Leni und die sprechende Weihnachtskugel" von Lisa Seeberger und Annette Engel besonders ansprechen. Zum diesjährigen Kinderbuchadvent könnt ihr bei mir ein Exemplar gewinnen! Hast du schon einmal etwas von einer sprechenden Weihnachtskugel gehört? Leni auch nicht. Zugegeben, das gibt es auch nur ganz selten und sie tauchen auch nur unter ganz bestimmten Umständen auf. Es hat etwas mit Pupsen zu tun, aber pssst! Wie dem auch sei, Leni ist jedenfalls gerade im Garten, um draussen den Tannenbaum zu schmücken, als sich die Kugel mit Armen und Beinen bemerkbar macht. Ja, und die Kugel will auch noch mit ins Haus und ein bequemes Plätzchen zum Übernachten und etwas zu Essen... Ihr merkt schon, die kleine, orange Kugel namens Keks hat ganz schöne Ansprüche. Der Traum vom Fliegen Leni erfüllt ihr auch gerne alle Wünsche, dafür will sie aber auch mal mit der Kugel mitfliegen. Ob das wirklich klappen kann? Keks behauptet es, aber so eine Weihnachtskugel kann ja viel erzählen. Als die Weihnachtskugel auf den harten Holzboden fällt und auch noch Keks' wichtigste Geheimzutat fürs Fliegen in die Brüche geht, scheint der Traum vom Fliegen weiter weg als je zuvor. Aber ein weihnachtliches Bilderbuch wäre natürlich keins, wenn es nicht ein Happy End gäbe. ;-) Lisa Seeberger erzählt in "Leni und die sprechende Weihnachtskugel" eine Geschichte vom Glauben an das scheinbar Unmögliche, übers Dranbleiben und das Finden kreativer Lösungen sowie die Kraft der Freundschaft. Die Weihnachtskugel Keks spricht in lustigen Reimen, was toll zu ihrem eigenwilligen Charakter passt und sich angenehm vom restlichen Prosatext abhebt. Zudem können die Kinder die Gefühle der Kugel dank der von Annette Engel ausdrucksstark illustrierten Mimik gut mitverfolgen. Eine abschliessende Gefühlseite bietet nochmals einen Überblick über all ihre Gefühle und wird zum Gesprächsanlass über eigene Gefühle. Die meist doppelseitigen Illustrationen von Annette Engel sind modern und ergänzen nicht "nur" die Handlung, sondern bringen mit liebevollen Details weitere kleine Geschichten mit sich. Achtet zum Beispiel darauf, was der Hund und die Maus so treiben. Auch Lenis und Papas Hausschuhe haben es mir angetan. Lenis Papa sieht man zwar nur einmal von hinten, aber er scheint eine Person of Color zu sein und hilft Leni beim Plätzchenbacken. Fazit "Leni und die sprechende Weihnachtskugel" von Lisa Seeberger und Annette Engel ist ein Bilderbuch, das zum Schmunzeln bringt und zum Träumen einlädt. Kinder ab 3 Jahren werden Freude am Abenteuer von Leni und Weihnachtskugel Keks haben und können die Gefühle der Kugel nachempfinden und benennen. Ein weihnachtliches Kinderbuch mit der richtigen Prise Freundschaft, Humor und Magie. Die Fakten Leni und die sprechende Weihnachtskugel Lisa Seeberger (Text) Annette Engel (Illustration) 32 Seiten Erschienen am 26.09.2024 Hardcover ISBN: 978-3-9894269-4-8 Ab 3 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Lisa Seeberger bei Instagram Website von Lisa Seeberger Annette Engel bei Instagram PS: Herzlichen Dank an Lisa Seeberger für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar! Verlosung zum Kinderbuchadvent Im Rahmen der Kinderbuchblogger*innen-Aktion #Kinderbuchadvent , den wir alljährlich unter der Ägide von Kinderbuch-Detektive auf unseren Blogs und Social Media-Kanälen veranstalten, darf ich 1 Exemplar von "Leni und die sprechende Weihnachtskugel" an euch verlosen! So geht's: Verratet mir in den Kommentaren, wohin ihr mit einer sprechenden Weihnachtskugel fliegen würdet. Weitere Lose holen: Instagram Facebook Die Verlosung startet mir Freischaltung des Posts und endet am Freitag, 6.12.2022, 23:59 Uhr . Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch Autorin Lisa Seeberger. Zu diesem Zweck gebe ich deine Adresse weiter. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun. Viel Glück! Eure Eliane Sämtliche teilnehmenden Blogs vom Kinderbuchblogger-Adventskalender findet ihr bei Anna von Kinderbuch-Detektive . Das 3. Türchen steht bei Nadine von Kinderbuchschatz noch offen und das 5. Türchen öffnet sich morgen bei Stephi von @grosseundkleineleseliebe (auf Instagram). Die Illustration zur Aktion stammt von Folko Streese . Weitere Kinderbücher rund um den Advent und Weihnachten Lunas Weihnachtszauber - Katja Frixe, Laura Rosendorfer (Carlsen 2024) Die Weihnachtsgeschichte für uns Kleine - Julia Hofmann, Paran Kim (Carlsen 2023) Brot für Myra. Die Legende vom heiligen Nikolaus - Otfried Preussler, Ludvik Glazer-Naudé (Thienemann 2022) Die gestohlene Weihnachtsgans - Johanna Lindemann, Andrea Stegmaier (Annette Betz 2021) Eins zwei drei Rentier - Nadia Budde (Peter Hammer Verlag 2021) Im Winterwald - Daniela Kulot (Thienemann 2021) Frida und die fliegenden Zimtschnecken - Alva Bengt, Laura Rosendorfer (Dragonfly 2021) Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten - Stefanie Taschinski, Anne-Kathrin Behl (Oetinger 2021) Kleine Schneeflocke - Benji Davies (Aladin 2021) Weihnachten mit Bernadette - Bernadette (NordSüd 2021) Weihnachtspost - Emma Yarlett, Ebi Naumann (Thienemann 2021) Gebrannte Mandeln für Grisou - Nikola Huppertz, Andrea Stegmaier (Tulipan Verlag 2020) Schneeglück verschenken - Heyjin Go (atlantis 2020) Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte - Yuval Zommer, Cornelia Boese (arsEdition 2020) Das Wunder von R. - Francesca Cavallo, Verena Wugeditsch (Mentor Verlag 2020) Matti und Max - Abenteuer in New York - Sandra Lehmann, Manja Adamson (Biber & Butzemann 2019) Der Fuchs hat seine lieben Nöte beim Halleluja auf der Flöte. Ein Weihnachts-ABC - Cornelia Boese, Elsa Klever (Thienemann-Esslinger 2018) Der kleine Trommler - Bernadette (NordSüd 2018) Der Weihnachtsbaum - Delia Huddy, Emily Sutton (Aladin 20215) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Lunas Weihnachtszauber
Sammeln eure Kinder auch gerne alle Schuhkartons? Dann bringt euch das Bilderbuch "Lunas Weihnachtszauber" von Katja Frixe und Laura Rosendorfer nicht nur eine wunderbar weihnachtliche Geschichte, sondern eine kreative Idee, wie ihr selbst Weihnachtszauber verbreiten könnt. Luna und ihrem Papa pfeift ein fieser, kalter Winterwind um die Ohren. Und der grummelige Herr Meier vom Kiosk heitert die beiden auch nicht gerade auf. Aber halt! Da war doch irgendwas Schönes, Wärmendes, Verzauberndes im Winter? Genau: Weihnachten! Als dann auch noch Lunas Freund oder Freundin (das wird nicht definiert) Toni auftaucht, beschliesst Luna einfach: "Wenn es draussen kalt und grau ist, mache ich es mir hier drinnen gemütlich-warm und weihnachtlich-bunt." Und weil Toni den Weihnachtszauber in Lunas Wohnung so geniesst, kommt er*sie auf die Idee, anderen Menschen etwas davon abzugeben und das Wintergrau zu vertreiben. Weihnachtszauber zum Mitnehmen Okay, Lunas Weihnachtslied kommt jetzt bei Herrn Meier nicht wirklich gut an, aber davon lassen sich die beiden nicht aufhalten und als Papa mit einem Stapel Schuhkartons ankommt, hat Luna DIE Idee: "Weihnachtszauber zum Mitnehmen!" Wie der aussieht, könnt ihr schon am Cover erahnen, wie die beiden ihn unter die Leute bringen, erfahrt ihr, wenn ihr "Lunas Weihnachtszauber" euren Kindern vorlest. Katja Frixe erzählt in ihrem Bilderbuch davon, wie wunderbar ansteckend Freundlichkeit, Wärme und Fürsorge sind. So macht sie uns richtig Lust, uns auf das Wesentliche rund um Weihnachten zu konzentrieren und das auch mit anderen zu teilen: Nächstenliebe. Vielleicht verändern wir so nicht die Welt, aber zumindest die Stimmung unserer Nachbar*innen, einer traurigen Freundin, eines Obdachlosen oder am Ende gar die von Herrn Meier vom Kiosk. Laura Rosendorfer (ihr erinnert euch vielleicht an ihre Illustrationen in "Frida und die fliegenden Zimtschnecken" ) hat die Geschichte für Kinder ab etwa 4 Jahren wunderbar illustriert. die Farbpallette mit viel Rot/Rosa und Grün/Mint passt wunderbar in die Weihnachtszeit und verströmt für mich skandinavisches Flair. Die Hauttöne, Haarfarben und -strukturen der abgebildeten Menschen variieren und während Luna ein Kleid trägt, ist Toni für meine Begriffe genderneutral unterwegs. An der Geschichte gefällt mir auch, dass hier ein Papa für Weihnachtsstimmung zuständig ist (eine Mama taucht nicht auf, vielleicht ist er auch alleinerziehend) und dass die Kinder nicht schon beim ersten Rückschlag aufgeben, sondern buchstäblich an das Gute im Menschen glauben. Fazit Mit "Lunas Weihnachtszauber" werden Katja Frixe und Laura Rosendorfer euren Kindern ganz bestimmt ein Glitzern in die Augen und euch als Vorlesende Wärme ins Herz zaubern. Und ganz nebenbei erhaltet ihr auch noch Inspiration, wie ihr eure Schuhkartonsammlung sinnvoll los werdet! Die Fakten Lunas Weihnachtszauber Katja Frixe (Text) Laura Rosendorfer (Illustration) Carlsen 32 Seiten Erschienen am 26.09.2024 Hardcover ISBN: 978-3-551-52199-6 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Kinderbücher rund um den Advent und Weihnachten Die Weihnachtsgeschichte für uns Kleine - Julia Hofmann, Paran Kim (Carlsen 2023) Brot für Myra. Die Legende vom heiligen Nikolaus - Otfried Preussler, Ludvik Glazer-Naudé (Thienemann 2022) Die gestohlene Weihnachtsgans - Johanna Lindemann, Andrea Stegmaier (Annette Betz 2021) Eins zwei drei Rentier - Nadia Budde (Peter Hammer Verlag 2021) Im Winterwald - Daniela Kulot (Thienemann 2021) Frida und die fliegenden Zimtschnecken - Alva Bengt, Laura Rosendorfer (Dragonfly 2021) Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten - Stefanie Taschinski, Anne-Kathrin Behl (Oetinger 2021) Kleine Schneeflocke - Benji Davies (Aladin 2021) Weihnachten mit Bernadette - Bernadette (NordSüd 2021) Weihnachtspost - Emma Yarlett, Ebi Naumann (Thienemann 2021) Gebrannte Mandeln für Grisou - Nikola Huppertz, Andrea Stegmaier (Tulipan Verlag 2020) Schneeglück verschenken - Heyjin Go (atlantis 2020) Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte - Yuval Zommer, Cornelia Boese (arsEdition 2020) Das Wunder von R. - Francesca Cavallo, Verena Wugeditsch (Mentor Verlag 2020) Matti und Max - Abenteuer in New York - Sandra Lehmann, Manja Adamson (Biber & Butzemann 2019) Der Fuchs hat seine lieben Nöte beim Halleluja auf der Flöte. Ein Weihnachts-ABC - Cornelia Boese, Elsa Klever (Thienemann-Esslinger 2018) Der kleine Trommler - Bernadette (NordSüd 2018) Der Weihnachtsbaum - Delia Huddy, Emily Sutton (Aladin 20215) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Nirgendwo. Überall. Die Geschichte einer europäischen Familie
Nathalie Sassine-Hauptmann legt mit "Nirgendwo. Überall." gleichzeitig ihren Debütroman und ein Memoir ihrer Familie über mehrere Generationen vor. Eine Familiengeschichte, die von europäischer Geschichte genauso durchdrungen ist wie von den Persönlichkeiten aller Familienmitglieder. Nathalie Sassine-Hauptmann stellt ihrer Familiengeschichte in Romanform ein Zitat von Iris Wolff voran: "Man ist, einmal gegangen, immer ein Gehender." Iris Wolff - Lichtungen Natürlich hatte sie damit bei mir schon mal einen Stein im Brett. Das Zitat ist aber auch die ideale Klammer für einen Roman über drei (bis vier) Generationen von Frauen, die es über die Jahrzehnte mal dahin, mal dorthin in Europa treibt. Für die Generation der Grossmütter Martha und Lucia ist das noch recht wörtlich zu verstehen: Das "Gehen" ist im Fall von Martha eine Flucht vor den russischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg von Ostpreussen in den Westen Deutschlands. Mit dabei sind ihre Mutter Bertha und die zwei jüngeren Schwestern. Der Vater bleibt zurück, um den Hof zu verteidigen. Lucia und ihren Mann Salvatore hingegen treibt es nach Kriegsende aus dem konservativen, streng katholischen Sizilien mit geringen wirtschaftlichen Möglichkeiten in die florierende Industriestatt Norditaliens, nach Turin. Das Zurechtfinden in der neuen "Heimat" ist für beide Frauen nicht leicht. Ja, sie fragen sich ihr Leben lang, wo denn nun ihre Heimat wirklich ist, wo sie sich zuhause fühlen. Die beiden Familiengeschichten treffen mit ihren beiden Kindern Helmut und Sophia aufeinander: Beide sind der Enge ihres jeweiligen Zuhauses als junge Erwachsene entflohen und versuchen ihr Glück in der viel weltoffeneren Metropole Paris, wo sie aufeinandertreffen und sich ineinander verlieben. Über den weiteren Verlauf der Geschichte und die dritte bzw. vierte Generation möchte ich nicht zu viel verraten, aber irgendwann landen Helmut und Sophia mit ihrer Tochter Mathilde in der Schweiz. Auch sie, noch in Paris geboren, wird sich also die Frage stellen, was Heimat bedeutet und wo ihre Wurzeln liegen. Zwei Familien im Strudel der Weltgeschichte Sehr gut gefallen hat mir der erste Teil von Nathalie Sassine-Hauptmanns Roman. Besonders die Geschichte der Flucht von Martha ist äusserst packend geschildert. Und die Autorin lässt auch die unangenehmen Seiten ihrer Familiengeschichte nicht aussen vor: Martha verehrte den Führer und glaubte an die Versprechen des Nationalsozialismus. "Einzig die Tatsache, dass es bei den Mädchen vor allem darum ging, später eine gute Mutter und Hausfrau zu sein, ärgerte sie. Sie wollte einen Beruf erlernen!" / S. 14 Die Frage, ob sie tatsächlich kaum etwas von den Gräueltaten des Naziregimes wussten oder falls doch, wie sie passiv oder aktiv (im Falle von Helmuts Vater Hans als Soldat) sogar dazu beitrugen, wird sowohl sie selbst als auch die Generation ihrer Kinder und Enkelkinder umtreiben. Das Patriarchat in Kombination mit dem faschistischen Regime unter Mussolini spielt auch im Handlungsstrang, der in Italien angesiedelt ist, eine wichtige Rolle und wirft auch hier gezwungenermassen die Schuldfrage sowie die Frage nach einer besseren, freieren Zukunft - insbesondere für Frauen - auf. Über die Generationen hinweg verliert die Erzählung für mich etwas an Sogkraft. Einerseits kamen mir die Personen (der Fokus liegt hier auf Lucias Tochter Sophia) nicht mehr so nahe und andererseits werden die Themen mit der Zeit redundant. Das ist natürlich dem Umstand geschuldet, dass sich in der Tat mehrere Generationen mit denselben Herausforderungen herumschlagen mussten (und das weiterhin tun). Dennoch hätte ich hier etwas mehr erzählerische Knappheit geschätzt. Familiengeschichte aus weiblicher Perspektive Die feministische Haltung der Autorin dringt insgesamt klar durch, indem sich ihre (weiblichen) Figuren intensiv am Patriarchat auf der familiären wie gesellschaftlichen Ebene abarbeiten. Nicht immer gelingt es ihnen, sich freizuschwimmen, manchmal sind die strukturellen und internalisierten Hürden zu gross. Gleichzeitig tappt die Erzählstimme doch einige Male selbst in die Falle, sexistische oder ableistische Stereotype zu reproduzieren. Würde dies als mangelnde Sensibilität der Figuren kenntlich gemacht, wäre das völlig verständlich und würde zur Vielschichtigkeit der Charaktere beitragen, doch das geschieht leider nicht. So übernimmt Lucia den Spitznamen "la strega" (die Hexe) für ihre Schwiegermutter Lina und erklärt: " Das lag nicht zuletzt an ihrer haarigen Warze am Kinn und den langen, mit grauen Strähnen durchzogenen Haaren, die sie zu einem straffen Knoten band." / S. 24 Die Erzählstimme (aus der Perspektive von Martha) vermittelt implizit ein merkwürdiges Bild von behinderten Menschen, wenn sie über Marthas Schwester Johanna sagt: "Die trotz ihrer Behinderung immer fröhliche, schwatzhafte und lustige Schwester fand keine Worte mehr, um ihre Familie aufzumuntern." / S. 17 Abgesehen von dieser punktuellen Kritik und den kleineren Längen halte ich "Nirgendwo. Überall." von Nathalie Sassine-Hauptmann für einen spannenden Einblick in eine Familiengeschichte über mehrere Generationen, die massgeblich von den Verwerfungen der jeweiligen Zeit geprägt wurde. Besonders schätze ich die weibliche Perspektive, die sie in allen drei Generationen einnimmt. Die Verbindungen, die von Ostpreussen über Westdeutschland, von Sizilien nach Norditalien und von Paris bis in die Schweizer Provinz reichen, sind auch irgendwie ein Prototyp europäischen Lebens und zeigen, wie wir im Grossen - über Geopolitik und Weltgeschichte - und im Kleinen - über familiäre Verbindungen und individuelles Streben nach einem glücklichen Leben und einem Zuhause - miteinander verbunden sind. Egal, wohin wir auch gehen. Die Fakten Nirgendwo. Überall. Die Geschichte einer europäischen Familie Nathalie Sassine-Hauptmann 278 Seiten (Print) Erschienen am 08.10.2024 EAN: 9783759890474 ISBN: 3759890474 Buch als Print kaufen bei weshop.ch (CH) (oder in deine Buchhandlung bestellen) E-Book kaufen bei genialokal (DE)* E-Book kaufen bei Thalia (DE)* E-Book kaufen bei Orell Füssli (CH)* (nur 10 CHF!) E-Book kaufen bei Buchhaus (CH)* E-Book kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Nathalie Sassine-Hauptmann für das digitale Rezensionsexemplar. Die Seitenzahlen beziehen sich auf das E-Book und können von der Printversion abweichen. Weitere Buchtipps rund um das Thema Heimat und Herkunft Lichtungen - Iris Wolff (Klett-Cotta 2024) Vatermal - Nekati Öziri (Claassen 2023) In der Heimat meines Vaters riecht die Erde wie der Himmel - Samira El-Maawi (Zytglogge 2021) Herkunft - Saša Stanišić (Luchterhand 2019) In der Fremde sprechen die Bäume arabisch - Usama Al Shahmani (Limmat 2018) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Hilda und Hörnchen - Das Regenversteck
(Werbung/Verlosung) Endlich gibt es wieder ein Abenteuer von Luke Pearsons Comicheldin Hilda! In "Hilda und Hörnchen - Das Regenversteck" wird ein gemütlicher Ausflug zum ultraspannenden Abenteuer. Ihr könnt ein Exemplar bei mir gewinnen! Für alle Hilda-Fans - sei es nun in Comicform oder als Netflix-Serie - gibt es endlich ein neues Buch aus der magischen Welt in und um Trolberg. Band 1 und Band 6 der Hilda-Serie im engeren Sinne habe ich euch schon vorgestellt. Auch Regentage sind gut für ein Abenteuer In "Hilda und Hörnchen - Das Regenversteck" machen sich Hilda, das Mädchen mit den blauen Haaren, und Hörnchen, ein Hirschfuchs, auf, den Nachmittag draussen zu verbringen. Hilda möchte einen möglichst abenteuerlichen Platz aufsuchen, überlässt aber Hörnchen den Lead. Kaum unterwegs fängt es an zu Regnen. Klar, das sollte die beiden nicht von einem Abenteuer abhalten. Doch aus dem Regen wird ein regelrechtes Gewitter und die beiden müssen dringend Schutz suchen. In einem Erdhügel finden sie Unterschlupf. Allerdings sind sie nicht die ersten in der Höhle, da tummeln sich schon Fuchs, Hase, Igel und Co. Und Hörnchen spürt bald, dass sich hier noch mehr Verdächtiges zuträgt. Ist es vielleicht eine Hexenhöhle oder wacht hier ein Geist über seinen Schatz? Was auch immer dahintersteckt, wie soll er Hilda nur beschützen? Als sich der Bösewicht zeigt, geht es für Hörnchen als Hildas Beschützer um alles! Mehr darf man von dieser Geschichte leider nicht verraten, um nicht den Reiz der vielen Twists und Turns zu nehmen, die Luke Pearson hier eingebaut hat. Er lässt uns im Ungewissen, was wirklich vor sich geht, führt seine Protagonist*innen und auch uns Leser*innen immer wieder auf falsche Fährten und steigert so die Spannung. Luke Pearson variiert die Anzahl und Form der Panels, zoomt mal heran und dann wieder raus. Durch die Perspektivwechsel sorgt er für zusätzliche Dynamik und verhilft den Leser*innen zu einem Wissensvorsprung. Seine Bilder überzeugen von der detaillierten Mimik bis hin zu grossformatigen Bildern. Mich als Vorsatzpapier-Nerd begeistert auch wieder mal seine grafisch reduzierte, illustrierte Zusammenfassung der Geschichte, die ich mir am liebsten als Tapete kaufen würde. Fazit "Hilda und Hörnchen - Das Regenversteck" ist ein Kindercomic in bester Luke Pearson-Manier: Sympathische, vielschichtige Charaktere, witzige Dialoge, geheimnisvolle Fabelwesen und eine grosse Portion Spannung. Nach fünf Jahren Hilda-Durststrecke ein Must have für alle Fans und Fans to be. Die Fakten Hilda und Hörnchen: Das Regenversteck Luke Pearson (Text + Illustration) Matthias Wieland (Übersetzung aus dem Englischen) Michael Hau (Handlettering) Reprodukt 56 Seiten Erschienen am 07l10.2024 Hardcover ISBN: 978-3-95640-430-6 Ab 6 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Reprodukt für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar. VERLOSUNG: 1x "Hilda und Hörnchen - Das Regenversteck" von Luke Pearson Da ich zwei Exemplare von "Hilda und Hörnchen" von Reprodukt bekommen habe, verlose ich eines davon an euch. So geht's: Verrate mir in den Kommentaren, weshalb du das Buch gerne gewinnen würdest. Für weitere Lose kannst du auch auf Instagram und Facebook teilnehmen: Instagram Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Montag, 2. Dezember 2024, 23:59 Uhr. Viel Glück! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in der Schweiz, in Deutschland oder Österreich. Das Los entscheidet über die/den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch mich. Das Gewinnspiel hat nichts mit Facebook oder Instagram zu tun. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- #BuchBrauchtMensch - Aktion für #KinderbücherOhneKI
Kinderbücher leben von der Kreativität ihrer Illustrator*innen und Autor*innen. Sie stecken in ihre Geschichten ganz viele Ideen, ihr ganzes Können, ihre Expertise und ihre Leidenschaft. Kurz: In Kinderbüchern steckt ganz viel Mensch. Mit der Aktion #BuchBrauchtMensch machen Blogger*innen, Illustrator*innen, Autor*innen, Verlage und weitere Buchmenschen auf die Problematiken von generativer Künstlicher Intelligenz im Kreativbereich aufmerksam. Wenn wir heute am Bundesweiten Vorlesetag unter dem Motto "Vorlesen schafft Zukunft" Kindern vorlesen, mit ihnen in kunstvolle Bilder eintauchen, uns an Wortspielen erfreuen und Text und Illustration ein wundervolles Ganzes ergeben, dann ist das den kreativen Menschen hinter dem Buch zu verdanken. Die Problematik von generativer Künstlicher Intelligenz im Kreativbereich Immer mehr hält Künstliche Intelligenz (KI) Einzug in unser Leben. In vielen Bereichen eine Chance, aber gerade im kreativen Bereich bringt sie auch grosse Probleme mit sich. Mal abgesehen von der oft noch schlechten Qualität (sechs Finger lassen grüssen), stereotypen Biases und dem riesigen Energieverschleiss, hat generative KI vor allem ein ethisches Problem: Die KI-Modelle werden mit Unmengen an urheberrechtlich geschützten Werken trainiert – auch von Illustrator*innen und Autor*innen. Und das ganz ohne Erlaubnis und erst recht ohne Vergütung! Und damit klaut die KI nicht nur, sondern wird zur direkten Konkurrenz für ganze Berufsfelder. Illustratorin Iris Luckhaus und ich haben weitere Aspekte rund um die Problematik "generative KI im Kreativbereich", technische Hintergründe und Argumente für Kinder- und Jugendliteratur ohne KI in einem Artikel zusammengefasst. Instagram-Flashmob #BuchBrauchtMensch Deshalb zeigen wir Blogger*innen, Illustrator*innen, Autor*innen, Verlage, Buchhändler:innen und weitere Buchmenschen heute mit der Instagram-Aktion #BuchBrauchtMensch ganz viele #KinderbücherOhneKI und feiern damit menschgemachte Bücher und ihren Beitrag zur ästhetischen Bildung unserer Kinder, zur Repräsentation vielfältiger Lebensweisen und zur Leseförderung. Und wenn du denkst, «Ich kann ja gar nichts tun!», dann schau in die folgenden Slides. Mit diesen Tipps wird klar: Wir alle können etwas tun, - Leser*innen, Blogger*innen, Illustrator*innen, Autor*innen, Verlage, Förderer*innen und Politiker*innen. Die Aktion #BuchBrauchtMensch sagt deutlich „Nein“ zu KI in der Kinder- und Jugendliteratur und freut sich über alle, die sich der Bewegung anschliessen. Setz auch du dich ein für #FantasieStattKI! Pressemitteilung zur Aktion , 15.11.2024 Illustrationen zum Downloaden und Verwenden (Dropbox-Link) für deinen Social Media-Post! Grafik zur Aktion Die wunderschöne Grafik zur Illustration stammt von Marina Halak @marina_halak_illustration . Marina hat Weihnachtskarten und andere wunderschöne Dinge für Weihnachten in ihrem Shop . Und schaut gerne auch auf ihrer Website vorbei! Vielen Dank, liebe Marina!
- Adventskalenderbuch: Der kleine Stern - Abenteuer im Weltall
(Werbung/Verlosung) "Der kleine Stern" fliegt mit uns auch dieses Jahr wieder durch den Advent. In 24 Kapiteln erleben wir mit dem gewitzten kleinen Stern und seinen Freund:innen ein Abenteuer im Weltall. Und ich darf ein Exemplar vom Adventskalender zum Vorlesen an euch verlosen! Das Abenteuer kannst du frei wählen! Gerade haben wir Halloween hinter uns (ja, in den USA echt ein riesen Ding!), da steht auch schon bald der Advent vor d er Tür. Süssigkeiten hat es bis dahin also noch massenhaft im Haus. Und Adventskalender mit 24 Päckchen mit mehr oder weniger sinnvollen Geschenken sind mir ehrlich gesagt zu aufwändig und zu wenig nachhaltig (es gibt natürlich auch super Varianten mit mehr "Zeit als Zeug"). Also greife ich auch dieses Jahr wieder auf einen Adventskalender zum Vorlesen zurück. Di e abendliche Vorlesezeit ist gerade im Advent doch nochmals etwas ganz Besonderes. Da finde ich es schön, ein besonderes Ritual zu haben. Das Adventskalenderbuch "Der kleine Stern" erfüllt diese Anforderungen perfekt. Nach "Abenteuer im Wald" , "Abenteuer auf dem Bauernhof" , "Abenteuer im Meer" und "Abenteuer in den Bergen" möchte ich euch "Abenteuer im Weltall" vorstellen. Wo ist bloss der kleine Stern? Der kleine Stern ist ziemlich mutig, ja man könnte ihn als übermütig bezeichnen. Im Gegensatz zu anderen Sternen ist es ihm viel zu langweilig, immer am selben Ort am Himmel zu hängen. Mal fliegt er zur Erde, mal hält er einen ausgedehnten Schwatz mit dem Mond. Doch wo ist denn der kleine Stern jetzt abgeblieben? Seine beiden Freunde, der freche Kater und das Heinzelmännchen Rumpelchen können ihn heute gar nicht am Himmel entdecken. Wagemutig machen sich die beiden auf, um ihn zu suchen. Hoch geht es auf einen Berg und von da mit einigen Feuerwerksraketen ins Weltall. Doch halt! Steuern sie wirklich aufs Weltall zu oder platschen sie in wenigen Augenblicken mitten ins Meer? Das und ob der Adler der Katze und dem Heinzelmännchen wohlgesinnt ist oder sie doch am liebsten verspeisen würde, müsst ihr selber herausfinden! Wie die anderen vier Abenteuer macht auch "Abenteuer im Weltall" grossen Spass, weil die Figuren so sympathisch sind und vom einen Abenteuer ins nächste purzeln - oder fliegen. In diesem Abenteuer geht es zum Beispiel in die Milchstrasse, auf einen unbekannten, aber sehr prächtigen Planeten und zu den Tannzapfianer:innen. Diese haben eine Anführerin, was mir natürlich besonders gefällt. ;-) Alle Charaktere sind etwas eigenwillig, unternehmungslustig und sehr treue Freund:innen. So bieten die Adventskalenderbücher von "Der kleine Stern" eine spannende Fortsetzungsgeschichte mit einer schönen Botschaft von Freundschaft und Zusammenhalt. Das stimmt besonders gegen Ende des Buches immer schön weihnachtlich, ohne in irgendeiner Weise religiös zu sein. Das Buch ist wirklich ganz universell einsetzbar - auch in sehr diversen Gruppen in Kitas oder Kindergärten. Ein Vorleseerlebnis zum Mitmachen Die Adventskalenderbücher "Der kleine Stern" kommen in einer passend gestalteten Kartonbox daher. Diese enthält neben dem Bilderbuch 24 Briefumschläge mit mindestens je einem Sticker zum Einkleben für jeden Tag, 3 Bastelkarten für die Fingerpuppen zum Mitspielen (in der Deluxe-Version sogar mit handgenähten Filzpuppen) zum Mitspielen und 1 Holzstern mit fluoreszierenden Zacken. Die Couverts und Sticker tragen natürlich dazu bei, dass die Kinder nicht nur jeden Abend eine schöne Vorlesegeschichte geniessen können, sondern auch immer etwas Spannung dabei ist. Und die Fingerpuppen laden zum Mitmachen, Mitspielen und Weiterspinnen der Geschichte ein. Mit dem immer heller leuchtenden Stern wird schön das näher rückende Weihnachtsfest symbolisiert. Kindergarten- oder Schulklassen können auch Zusatzsterne aus Holz bestellen, damit am Ende jedes Kind einen mit nach Hause nehmen kann. Der kleine Stern achtet auf eine ressourcenschonende Produktion mit möglichst kurzen Lieferwegen. Fazit Mit dem Adventskalenderbuch "Der kleine Stern" holt ihr euch eine schöne Geschichte, gemeinsame Vorlesezeit und ein wunderbares Ritual für die Adventszeit nach Hause. Mit dem kleinen Stern fliegt es sich wunderbar in 24 Kapiteln vom 1. Dezember bis zum Heiligen Abend. Naja, wenn der Kater und das Heinzelmännchen ihn diesmal überhaupt finden im Weltall! ;-) Die Fakten Adventskalenderbuch: Der kleine Stern Abenteuer im Weltall Karin Fröhlich (Text) Eveline Moser (Fotos + Gestaltung) Kleiner Stern 52 Seiten Hardcover Ab 4 Jahren Im Shop findest du alle 5 Abenteuer von "Der kleine Stern" sowie die Zusätze wie Extrasterne Hier nochmals die Abenteuer im Überblick: Abenteuer in den Bergen Abenteuer auf dem Bauernhof Abenteuer im Weltall Abenteuer im Meer Abenteuer im Wald 1 Exemplar des Adventskalenderbuchs "Der kleine Stern" gewinnen! Zusammen mit "Kleiner Stern" darf ich ein Exemplar der Adventsgeschichte (Standard-Version) verlosen. Welches Abenteuer du möchtest, kannst du frei auswählen (solange Vorrat). So geht's: Verrate mir in den Kommentaren, welches Abenteuer vom Kleinen Stern du gerne gewinnen würdest. Für weitere Lose kannst du auch auf Instagram und Facebook teilnehmen: Instagram Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Freitag, 8. November 2024, 23:59 Uhr. Viel Glück! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in der Schweiz. Das Los entscheidet über die/den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt über Kleiner Stern. Zu diesem Zweck gebe ich die Adresse der/des Gewinner*in an den Verlag weiter. Das Gewinnspiel hat nichts mit Facebook oder Instagram zu tun. PS: Herzlichen Dank an Kleiner Stern für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar.
- Die Blaubeermaschine
Ein Kinderbuch, das Fantasie, Natur, freies Spiel und Erfindergeist vereint? Das findet ihr in "Die Blaubeermaschine" von Jan von Holleben und Monte Packham, gestaltet von Nina Holland. Ein ganz besonderes Bilderbuch mit echten Fotos. Dass Kinder keine Spielsachen brauchen zum Spielen, ist den hier mitlesenden Eltern sicher nicht neu. Ein Buch, das das Spielen, Fantasieren und Entwickeln mit Alltagsgegenständen feiert, habt ihr aber vielleicht noch nicht so oft in der Hand gehabt. Deshalb möchte ich euch heute "Die Blaubeermaschine" (bzw. auf Englisch: "The Blueberry Machine") von Jan von Holleben und Monte Packham empfehlen. Ein Buch, das nicht nur durch die Fotografien, die Reime und die Geschichte besticht, sondern auch durch die besonders hochwertige Machart. Aber dazu unten mehr. Natur und Technik treffen auf Selbstwirksamkeit In "Die Blaubeermaschine" lernen wir Olav kennen, ein Junge, der in den norwegischen Bergen zuhause ist. Doch halt! Er ist nicht etwa ein einfacher Junge, sondern ein "Potzblitzmaschinenkonstrukteur"! Von seiner Mutter zum Blaubeerensammeln geschickt, streift er durch die wunderbar grüne Berglandschaft. Mit dabei ein Sammelsurium an Alltagsgegenständen. Und diese bringen ihn auf eine Idee... Schnell sind die Blaubeeren vergessen und Olav setzt seine Fantasie in fabulöse Maschinen um - vom Ideengenerator, über eine Repariermaschine bis zu Knabberzeug-generier-Maschine ist alles dabei. "Zu Grossem bin ich heut bereit, da hat das Blaubeersammeln Zeit!" Durch die Geschichte führt uns der Text von Monte Packham, von Claus Sprick, relativ frei, aber sehr gekonnt ins Deutsche übertragen. Der Text lässt genügend Raum zum Eintauchen, Interpretieren und freien Weiterspinnen der Bilder von Jan von Holleben. Nicht alle Maschinen sind klar benannt, die Leser*innen können selber überlegen, wofür sie gedacht sind und wie sie funktionieren. Und schliesslich haben auch reine Spass-Maschinen ihren Wert. Und überhaupt: Beim Durch-die-Berge-und-Wälder-Streifen und Tüfteln mit Olav wird auch klar: Der Weg - oder in diesem Fall der kreative Flow - ist das Ziel. Bilder vom Making of mit Jan und Olav. Fotos: Privates Archiv von Jan von Holleben. Die Bilder von Jan von Holleben sind Fotos, die bei Streifzügen durch die norwegischen Berge entstanden sind und dann im Studio mit den fantastischen Maschinen aus Alltagsgegenständen aller Art belegt und nochmals fotografiert wurden. Hier einige Beispiele aus Jan von Hollebens Archiv: Einblick ins Atelier von Jan von Holleben. Fotos: Privates Archiv von Jan von Holleben. Ein Kunstbuch für die ganze Familie "Die Blaubeermaschine" ist mit 35 Euro auf den ersten Blick kein günstiges Buch. Aber der Preis hat seine Gründe und Berechtigung, denn das Kinderbuch wurde äusserst hochwertig und mit viel Liebe für Buchgestaltung gemacht. So wurden etwa die Fotos derart stechend scharf und die Objekte ploppen richtig heraus, weil nicht wie üblich alle Farben gleichzeitig gedruckt wurden, sondern jede einzeln, mit einem Tag Trocknungszeit zwischendurch. Der Leineneinband, das Kopfband und das Papier sind ebenfalls von bester Qualität und die Schrift ist extra geeignet für Leseanfänger:innen und bei Legasthenie. Wenn ihr wissen wollt, weshalb Jan von Holleben für dieses Buch sogar durch halb Paris geradelt ist, empfehle ich euch sehr, ins Insta-Live mit meiner lieben Kollegin Henrike aka @frau_buecherfee zu schauen! Vielen Dank an dieser Stelle, dass ich dank dir überhaupt auf diesen Bücherschatz aufmerksam wurde! Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass dieses Kinderbuch auch eine grosse Altersspanne abdeckt. Es wird Kinder ab 2 Jahren ebenso begeistern, wie sich 10-Jährige davon inspirieren lassen können. Ganz zu schweigen von Eltern, Lehr- oder Betreuungspersonen. Bei Little Steidl findet ihr - zum Beispiel für den Einsatz in der Kita, im Kindergarten, in der Schule oder auch in der Familie - Ideen für Aktivitäten rund ums Buch: Für Kinder zwischen 2 und 6 Jahren (engl.) | Für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren (engl.) Fazit "Die Blaubeermaschine" von Jan von Holleben und Monte Packham ist das perfekte Buch für alle, die gerne kreativ werden, sich die Natur und Alltagsgegenstände aneignen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen wollen. Und wenn eure Kinder eure Meinung über ein spielzeugfreies Leben nicht teilen, wäre dieses hochwertige und inspirierende Buch doch der beste Gegenbeweis für unter den Weihnachtsbaum - und das ganz ohne moralischen Zeigefinger. Denn Olav und seine Maschinen wirken einfach ansteckend! Die Fakten Die Blaubeermaschine Jan von Holleben (Fotografie) Monte Packham (Text) Nina Holland (Buchgestaltung) Claus Sprick (Übersetzung aus dem Englischen) Little Steidl 56 Seiten Erschienen im Mai 2023 Hardcover, Halbleinen ISBN: 978-3-94463-006-9 Buch kaufen bei Little Steidl The Blueberry Machine (English edition) Little Steidl Jan von Holleben (photography) Monte Packham (verse) Nina Holland (design and production) Little Steidl 56 pages Published in August 2022 Half-linen hardcover ISBN: 978-3-944630-05-2 Buy at Steidl Website von Jan von Holleben : Schaut unbedingt vorbei und entdeckt, welche Bücher und Projekte er sonst noch gemacht hat bzw. macht! Jan von Holleben auf Instagram PS: Ganz herzlichen Dank an Jan von Holleben, Nina Holland und Little Steidl für alle Informationen rund um das Buch und die zur Verfügung gestellten Bilder. Das Copyright bleibt bei den Urheber:innen. Weitere Buchtipps rund ums freie Spiel und fantastische Alltagsabenteuer Wir bauen einen Damm! - Daniel Fehr und Mariachiara Di Giorgio (NordSüd Verlag 2023) Einfach buddeln! - Wenda Shurety, Andrea Stegmaier (Carlsen 2023) Und heute? - Julie Morstad (Bohem 2022) Das verwunschene Versteck - Susanna Mattiangeli und Felicita Sala (Insel 2022) Unsere Grube - Emma Adbåge (Beltz & Gelberg, 2021) Wir müssen zur Arbeit - Pija Lindenbaum (Klett Kinderbuch 2021) Ein Strandtag - Susanna Mattiangeli, Vessela Nikolova (Bohem 2020) Tina hat Mut - Tatia Nadareischwili (Baobab 2020) Ein grosser Tag, an dem fast nichts passierte - Beatrice Alemagna (Beltz & Gelberg 2018)
- James - eine Neuerzählung von "Huckleberry Finn"
Percival Everett erzählt in seinem neuen Roman "James" den alten Klassiker "Huckleberry Finn" neu. Durch die Linse des Sklaven Jim erscheinen die Abenteuer am Mississippi in ganz neuem Licht! Erzählte Mark Twain "Die Abenteuer des Huckleberry Finn"* aus der Perspektive eines weissen Jugendlichen, nimmt sich der Afroamerikanische Autor Percival Everett den Abenteuern am Mississippi aus der Perspektive des Sklaven Jim (später James) an. Der Sidekick steigt auf zum Hauptdarsteller - ein eigentlich längst überfälliger Rollenwechsel! Mit dem neuen Ich-Erzähler tritt der Blick eines Schwarzen, versklavten Menschen in den Mittelpunkt, womit auch die Sklaverei, Rassismus und die Schwarze Identität stärker in den Fokus rücken als in Twains Vorlage. Bei Letzterer ist bis heute umstritten, ob sie nun antirassistisch oder rassistisch ist (vgl. Wikipedia-Artikel ). Fotos: Eliane Fischer, 2024. Im Hintergrund zu sehen ist das "American House" in McGregor, Iowa, in dem einst Mark Twain abgestiegen sein soll . Bei Percival Everett startet die Geschichte 1861, kurz vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, damit, dass Jim, Haussklave von Miss Watson, erfährt, dass er verkauft werden soll. Und das ohne seine Frau Sadie und seine Tochter Lizzie. Also flüchtet er sich auf eine Insel im Mississippi, mit der Absicht, später Frau und Tochter zu holen und gemeinsam in die Freiheit (also in die nördlichen Staaten ohne Sklaverei) zu fliehen. "Ich empfand ebenso viel Zorn wie Angst, aber wo soll ein Sklave hin mit seinem Zorn? Wir konnten aufeinander zornig sein; wir waren Menschen. Aber gegen die eigentliche Ursache unserer Wut war nicht anzukommen, sie musste hinuntergeschluckt, unterdrückt werden." / S. 39 Einige Tage später täuscht Huck seinen eigenen Tod vor, um seinem gewalttätigen Vater und der Kontrolle von Miss Watson und Richter Thatcher zu entkommen. Auch er flüchtet sich auf Jackson Island und trifft auf Jim, mit dem er ein freundschaftliches Verhältnis pflegte. Fortan kämpfen sie sich gemeinsam durchs Leben - zuerst durch ein gewaltiges Unwetter und dann auf einem Floss den Mississippi hinunter. Percival Everett lässt Jim gegen aussen im Slang der Sklaven sprechen. Allerdings ist diese besondere Ausdrucksweise nur vorgespielt, um die Weissen im Glauben zu lassen, sie seien klüger und den Schwarzen auch moralisch überlegen. Unter einander sprechen Jim und die anderen Sklav*innen ganz normales Englisch. Jim unterrichtet sogar die Schwarzen Kinder im Lesen und Schreiben, das er sich heimlich selbst angeeignet hat. Nikolaus Stingl hat den Slang grandios ins Deutsche übertragen, indem er einen ganz eigenen "Dialekt" kreiert hat. "Entweder sie bindich an Fosten und peitschen dich aus, oder sie schleppm dich runter an Fluss und verkaufm dich. Nix, wo du dir Sorgen drüber machen muss." / S. 20 Das sagt Jim zu seinem jugendlichen Freund, ja gar Schützling, Huck, um zu erklären, was passieren würde, wenn er nicht alle ihm übertragenen Aufgaben rund um Miss Watsons Haus umgehend zufriedenstellend erledigen würde. Auf ihrer Flucht haben sie nicht nur mit den Gefahren des Mississippi zu kämpfen, sondern kriegen es mit Gaunern zu tun, treffen andere Sklav*innen, müssen sich dauernd verstecken und doch vorwärtskommen. Unterwegs begegnen sie auch Minstrels, also Sängern, die Blackfacing betreiben und zur Belustigung des weissen Publikums Sklavenlieder, oder was sie dafür halten, imitieren. Jim wird absurderweise vom Trupp aufgenommen und muss jetzt einen Weissen spielen, der einen Schwarzen spielt - ein doppeltes und damit sehr gefährliches Versteckspiel! "Und dennoch, trotz all dieser Lauferei, erschien uns kein Ort wie ein neuer Ort. Vielleicht war das das Wesen der Flucht." / S. 237f. Jims bzw. James' Abenteuer - mal mit Huck, mal ohne - werfen ihn und damit auch uns als Leser*innen immer wieder auf die Frage nach seiner Identität zurück. Wer oder was bestimmt die Identität? Welche Folgen hat das Schwarzsein für Jims Leben in den Südstaaten und ebenso in den vermeintlich von der Sklaverei befreiten Staaten? Was bedeutet der amerikanische Bürgerkrieg für ihn? Percival Everett schafft es, sich diesen Fragen mit viel Sprachwitz, Humor und bissiger Ironie anzunehmen. Als Jim und Huck einander nach einer Weile der Trennung wiederfinden und sich ihre Beziehung verändert - wie sei an dieser Stelle nicht verraten - treibt Percival Everett die Frage nach der Identität auf die Spitze. Tief verankerter Rassismus Leser*innen wird durch die Lektüre nochmals besonders deutlich und eindringlich vor Augen geführt, was Rassismus und Sklaverei bedeuteten und auch bis in die aktuelle Zeit hinein bedeuten (Stichworte: white privilege, white supremacy, white saviorism). Die psychische und physische Gewalt gegen Schwarze (von Mikroaggressionen bis hin zu Lynchmorden) mag ein krasses Thema sein und Everett spart es auch nicht aus. Es gelingt ihm aber, "violence porn" zu vermeiden. Die Erzählung wird durch die Mark Twain entlehnten Handlungen vorangetrieben. Manches scheint dadurch auch etwas gar zufällig oder "zu einfach", aber Percival Everett unterfüttert die Jugendroman-hafte Handlung mit Jims bzw. James' philosophischen Überlegungen. Und was aus der Perspektive von Huck vielleicht lustige Abenteuer sind, wird aus Schwarzer Perspektive zum puren Überlebenskampf, durchwoben mit den grossen moralischen Fragen, was Freiheit tatsächlich bedeutet und welche Mittel zur Befreiung legitim sind. "Weisse verbrachten häufig Zeit damit, sich dafür zu bewundern, dies oder jenes überlebt zu haben. In meinen Augen lag das daran, dass sie sehr oft gar nicht überleben, sondern nur leben mussten." / S. 287 Hinzu kommt, dass James gebildet ist, lesen und schreiben kann, und sich im Verlauf des Romans nicht nur schreibend selbst definiert und befreit, sondern auch wortwörtlich - und hier weicht Everett in entscheidenden Elementen von seiner literarischen Vorlage ab. Wie er das macht, müsst ihr euch unbedingt selber erlesen! "Mit meinem Bleistift schrieb ich mich ins Dasein. Ich schrieb mich ins Hier." / S. 101 Um nochmals auf die Übersetzung von Nikolaus Stingl zu sprechen zu kommen: Er verwendet das N-Wort und schreibt es aus. Da habe ich mich natürlich gefragt, ob diese Reproduktion rassistischer Fremdbezeichnungen wirklich nötig ist. Andererseits hat Percival Everett sie als Schwarzer Autor so verwendet. Insofern halte ich es für gerechtfertigt, würde sie als weisse Rezipientin aber nicht reproduzieren und es bevorzugen, wenn es im Buch kommentiert und irgendwie markiert würde (z.B. durch Kursiv- und Kleinschreibung). Zu diesem Thema empfehle ich euch auch die Folge 50 vom Podcast "My PoC Bookshelf" von Georgina Fakunmoju, wo sie mit der Übersetzerin Melody Makeda Ledwon übers Übersetzen Schwarzer Autor:innen spricht. "James" von Percival Everett ist für den Booker Prize 2024 nominiert (die Shortlist wird am 16. September 2024 bekanntgegeben, der*die Gewinner*in am 12. November). Fazit Mit "James" hat Percival Everett nicht nur Mark Twains "Huckleberry Finn" auf den Kopf gestellt, sondern definiert die Great American Novel neu - aus Schwarzer, aus marginalisierter Perspektive. Eine Lektüre, die vor Freude an der Sprache sprudelt, den Schwarzen Jim bzw. James zum Akteur macht, der sich ins Leben schreibt und in die Freiheit kämpft, und die den literarischen Kanon um ein #ownvoices-Juwel erweitert! Zum Abschluss einige Impressionen vom Mississippi in der Region um Wyalusing, Wisconsin. Fotos: Eliane Fischer, 2024. Die Fakten James Percival Everett Nikolaus Stingl (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch) Hanser 336 Seiten Erschienen am 17.03.2024 Hardcover mit Schutzumschlag und Leinenbändchen ISBN: 978-3-446-27948-3 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Weitere literarische Neuerzählungen auf mint & malve Demon Copperhead - Barbara Kingsolver (dtv 2024) Stone Blind - Der Blick der Medusa - Natalie Haynes (dtv 2023) Galatea - Madeline Miller, Thomke Meyer (Eisele 2022) Ich bin Circe - Madeline Miller (Eisele 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Deutscher Buchpreis: Drei Shortlist-Titel unter der Lupe
Martina Hefter, Ronya Othmann und Maren Kames stehen mit ihren Romanen auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2024. Ich habe sie gelesen (zumindest teilweise) und verrate euch, ob ich einem der drei den Sieg des Deutschen Buchpreises zutraue. Bereits anfangs Jahr gelesen habe ich "Lichtungen" von Iris Wolff . Das halte ich für sehr preiswürdig und drücke der Autorin beide Daumen! Nur auf die Longlist geschafft hat es das von mir ebenfalls sehr geliebte "Iowa" von Stefanie Sargnagel . Hey guten Morgen, wie geht es dir? - Martina Hefter Martina Hefter erzählt in ihrem Roman die Geschichte von Juno Isabelle Flock, einer Künstlerin, die mit ihrem Mann Jupiter in Leipzig lebt. Dieser ist Schriftsteller und aufgrund einer Erkrankung auf den Rollstuhl oder teilweise auch eine Gehhilfe angewiesen. Juno verbringt ihre Tage hauptsächlich mit Tanztraining und der Versorgung ihres Ehemannes, der je länger, je mehr Hilfe braucht. Juno leidet unter Schlaflosigkeit und fängt an, sich die Nacht mit Nachrichten an Love-Scammer zu vertreiben. Manchmal "verarscht" sie die Männer aus irgendwelchen Schwellenländern mit ihren Fakeidentitäten, manchmal ergeben sich aber auch (fast) ernsthafte Dialoge. "Es kam ihr manchmal vor, als wäre es ihre aufrichtigste Haltung. In den Chats war sie womöglich die echte Juno." / S. 15 Mit Benu aus Nigeria verstrickt sie sich immer tiefer. Sie wechseln von Instagram auf Whatsapp und landen irgendwann bei Videocalls. Ob er sie wie die anderen Scammer irgendwann um Geld bitten oder sie sonst irgendwie auszunehmen versuchen wird? Das müsst ihr euch selbst erlesen. Sehr offensichtlich sind die Namen aus der römischen oder im Falle von Benu der altägyptischen Mythologie. Juno ist die Göttin der Ehe und Gemahlin Jupiters. Diese ziehen sich durch das gesamte Buch und passen auch gut zu den jeweiligen Protagonist:innen. Ich nehme an, da könnte man auf der Metaebene des Romans noch einiges interpretieren, was in die jeweilige Namensschablone passt. Während ich Juno gerne gefolgt bin, auch dank dem Einblick in ihr Leben für das Ballett, das Theater und die Kunst, hat sich mir nicht ganz erschlossen, worauf Martina Hefter mit der Love-Scammer-Geschichte hinauswollte. Für mich ist da zu wenig Explosionsstoff drin bzw. dieser wurde zu wenig ausgenutzt. Die Geschichte - und damit das ganze Buch - dümpelt eher etwas vor sich hin und am Ende ist es nicht viel mehr als ein Kreisen verschiedener Planeten umeinander mit mehr oder weniger Anziehungskraft, mehr oder weniger gemeinsamer Sprache, unterschiedlichen Abhängigkeiten und Machtverhältnissen. An sich spannend, weil Martina Hefter damit Themen wie Liebe, Fürsorge, Sehnsucht, gutes Leben und Abhängigkeiten (auch global) anspricht. Aber insgesamt macht sie mir etwas zu wenig aus der Ausgangslage. Die Fakten Hey guten Morgen, wie geht es dir? Martina Hefter Klett-Cotta 224 Seiten Erschienen am 12.07.2024 Hardcover ISBN: 978-3-608-98826-0 Buch kaufen bei genialokal (DE)* | Buch kaufen bei Thalia (DE)* | Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* | Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* | Buch kaufen bei Thalia (AT)* Vierundsiebzig - Ronya Othmann Bei Ronya Othmanns Buch "Vierundsiebzig" über den vierundsiebzigsten Genozid an den Êzîden habe ich mich ganz grundsätzlich gefragt, was dieses als Roman qualifiziert. In der Shortlist-Lesung sagte die Autorin und Journalistin, dass sie die Figuren fiktionalisieren musste. Das ist natürlich zu deren sowie zu Othmanns eigenem Schutz sehr verständlich. Trotzdem macht das noch keinen Roman aus einem Buch, das ich eher für einen Bericht halte. "Angesichts dessen, was 2014 in Shingal geschah und was die Vereinten Nationen und das Europäische Parlament später Völkermord nannten, versagt die Sprache." / S. 12 Othmann versucht nachzuzeichnen, wie es den Êzîden insbesondere rund um den 2014 durch den Islamischen Staat (IS) verübten Genozid erging und wie sie bis heute damit umgehen, seit Jahrhunderten ein verfolgtes Volk zu sein. Damit verbunden ist natürlich auch die Frage, ob und wie eine den Traditionen (z.B. dem Kastensystem) verhaftete und mehr und mehr in der Welt verstreute Gruppe in die Zukunft gehen, sich vielleicht auch modernisieren könnte. Ein unumstritten sehr wichtiges Thema, das meiner Meinung nach auch (mehr) Aufmerksamkeit verdient hat. Leider hat mich aber die Umsetzung auf über 500 Seiten nicht überzeugt. Ronya Othmann nimmt uns mit auf ihre Reisen in die Region, schafft es in ihren fragmentarischen Einblicken aber nicht, ein wirklich plastisches Bild zu zeichnen, weder von den bereisten Regionen im Irak, in Syrien und in der Türkei, noch vom Völkermord oder der Verarbeitung des Geschehenen. Es scheint, als ob auch ihr die Sprache versage. Sie hält denn im Buch auch mehrmals fest, dass ihr nicht gelingt, was sie mit dem Aufschreiben versucht. "Ich denke über das Paradox nach, die Geschichte des Genozids aus meiner Perspektive zu erzählen, aus der Perspektive einer Zeugin oder Zuschauerin, die versucht, vom Sprechen und Schweigen der Überlebenden zu erzählen oder es zumindest aufzuzeichnen. Aber wie erzählt man von den Toten und wie von den Verschwundenen, die in diesem Niemandsland, dieser Schwebe zwischen Leben und Tod festhängen? Jeder Text, den ich schreibe, kann nur unvollständig sein, wenn nicht gar völlig irreführend." / S. 69 Hinzu kommt, dass das Buch stark wiederholend ist, immer wieder in den Zeiten springt, scheinbare Belanglosigkeiten (auch aus Deutschland) thematisiert und so sehr ermüdend wirkt. Ich habe das Buch trotzdem beendet, weil ich denke, dass die Stimmen der Êzîden und Êzîdinnen gehört werden sollten. Ich möchte auch nicht sagen, dass sie das Buch nicht hätte schreiben sollen, vielleicht war es der Versuch wert. Aber weiterempfehlen kann ich die Lektüre leider nicht. Und als preiswürdig im Sinne des Deutschen Buchpreises betrachte ich das Buch aus den genannten Gründen ebenfalls nicht. Die Fakten Vierundsiebzig Ronya Othmann Rowohlt 512 Seiten Erschienen am 11.03.2024 Hardcover ISBN: 978-3-498-00361-6 Buch kaufen bei genialokal (DE)* | Buch kaufen bei Thalia (DE)* | Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* | Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* | Buch kaufen bei Thalia (AT)* Hasenprosa - Maren Kames Ganz kurz machen kann ich es bei Maren Kames' "Hasenprosa". Ich habe das Buch abgebrochen. Maren Kames erzählt uns sehr fragmentarisch, lyrisch, assoziativ und surrealistisch aus dem Leben der Ich-Erzählerin und eines Hasen - Alice in Wonderland lässt grüssen. Dabei kommt sie zum Beispiel auf die beiden Grossmütter, die sehr unterschiedlich waren, zu sprechen. Leider erschliesst sich mir als Leserin weder eine Geschichte, noch interessante philosophische Fragmente, noch was es jetzt zum Beispiel mit den genannten Grossmüttern auf sich hat. Die Sprache ist derart gekünstelt kompliziert und stakkatohaft, dass sie leider auch kein Genuss ist. "Eventuell ist der Donnerkeil in meinem Kopf auch deshalb ein so deutlich herausragendes Oma-Pars-pro-Toto, weil diese beiden die Neubau-Großeltern waren. Die ständig Umziehenden. Die nirgendwo Zuhausenen." / S. 30 Für mich ist das leider nichts und ich denke, für den Deutschen Buchpreis ist da trotz eines gewissen Anspruchs an die Sprache und einem begrüssenswerten Hang zum Experimentellen zu wenig Substanz und für das breitere Publikum Verdaubares zu finden in "Hasenprosa". Wenn ihr mehr zum Buch erfahren wollt, empfehle ich euch die Folge 309 von Papierstau Podcast , allerdings ist auch das alles andere als eine Ode ans Buch. Die Fakten Hasenprosa Maren Kames Suhrkamp Verlag 182 Seiten Erschienen am 18.03.2024 Hardcover ISBN: 978-3-518-43168-9 Buch kaufen bei genialokal (DE)* | Buch kaufen bei Thalia (DE)* | Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* | Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* | Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an die Verlage und an NetGalley DE für die digitalen Rezensionsexemplare. Die Seitenzahlen beziehen siech auf die EBooks und können von der Printversion abweichen. Weitere Bücher der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2024 Lichtungen - Iris Wolf (Klett-Cotta 2024) Iowa - Ein Ausflug nach Amerika - Stefanie Sargnagel (Rowohlt 2023) Zum Deutschen Buchpreis 2024 * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Iowa - Ein Ausflug nach Amerika
Ihr denkt, der Deutsche Buchpreis kann nur ernst? Weit gefehlt - mit "Iowa - Ein Ausflug nach Amerika" von Stefanie Sargnagel wird es auf der Longlist richtig witzig. Regelmässige Leser:innen meiner Buchtipps oder Follower:innen meines Instagram-Accounts wissen: Wir leben aktuell in Wisconsin, also im Mittleren Westen (Midwest) der USA. Das war für mich Grund genug, mir "Iowa" von Stefanie Sargnagel* vorzunehmen, das auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2024 stand. Auf die Shortlist hat es der literarisch-satirische Ausflug nach Amerika nicht geschafft. Das finde ich schade, aber verwundert mich auch nicht. Es fehlt dem Buch wohl doch das letzte Quäntchen literarische Raffinesse, um die Jury zu überzeugen. Satirischer Ausflug in den Mittleren Westen Aber kommen wir zuerst einmal zum Inhalt: Stefanie Sargnagel, Autorin und Cartoonistin aus Wien, wird von einem College in Iowa eingeladen, um dort als Gastdozentin Creative Writing zu unterrichten. Sie nimmt das Angebot an, nimmt ihre Freundin und Musiklegende - ferner Dramatikerin, Autorin und Journalistin - Christiane Rösinger mit und fliegt nach Des Moines, in die Hauptstadt Iowas. Von dort geht es weiter in das kleine Städtchen Grinnell - irgendwo inmitten unendlicher Maisfelder. "In Iowa werden wir gemeinsam leben, schaffen und uns entfalten. Im ländlichsten Staat der USA, der Kornkammer der Vereinigten Staaten, dem Zentrum der Mastschweinzucht. Über 90 Prozent Iowas sind landwirtschaftliche Flächen. Wir werden zusammen im Maisfeld stehen, Slipknot hören, einander zunicken und dann mit Waffen auf rostige Bohnendosen schießen." / S. 21 Vor Ort saugt Stefanie Sargnagel alle Eindrücke vom ländlichen Amerika und seinen Bewohner:innen in sich auf, diskutiert sie immer wieder mit ihrer Freundin oder anderen Menschen um sie herum und gibt sie äusserst unterhaltsam an uns Leser:innen weiter. Iowa ist nun wohl nicht gleich Wisconsin, aber ich habe den Midwest (und teils die USA im Allgemeinen) in so, so vielen Punkten wiedererkannt und musste unzählige Male laut lachen. Ich war nicht unbedingt in allen philosophisch-satirischen Gedankengängen mit der Autorin einig, aber das ist auch gar nicht nötig. Sie regt auf jeden Fall zum Reflektieren an - ob nun über das Walmartsortiment, das Rauchen (verpönt!), die sagenhaft hohen Studiengebühren oder Vertrauensvorschüsse für Barkeeper:innen. "Scham. Seit ich eine kleine Eigentumswohnung kaufen konnte, bin ich zu meinem eigenen Feindbild aufgestiegen. Ein Klassenfeind." / S. 15 Stefanie Sargnagel schafft es, durchaus selbstkritisch und selbstironisch, nicht nur den schlammfarbenen Midwest auseinanderzupflücken, sondern sich selbst, die Kunst, Feminismus und andere Themen an ihren Beobachtungen zu spiegeln. So spricht sie nebenbei Rollenbilder, den Sinn und Wert von Kunst, Klassismus, Rassismus, unterschiedliche Generationen, Fatshaming und weitere gesellschaftspolitische Themen und Verwerfungen an. "Die Decken sind niedrig, die Farben trüb. Über die Realität legt sich ab jetzt ein beige-bräunlicher Schleier. Das hier ist der vergilbte Teil der USA." / S. 28 Ihr glaubt ihr oder mir nicht? Schaut mal bei Steinhafels rein. Ich liebe die Abteilung "Living Room" . Ja, so sieht es in amerikanischen Stuben aus. Draussen eigentlich auch. Dabei fühlt man sich - im positivsten Sinne - auch ab und zu selber ertappt in seinen verkrusteten Vorstellungen und klischierten Bildern - sei es nun von der europäischen oder amerikanischen "Art zu leben" (ihr versteht das Wortspiel ;-)). "Wenn ich ein Formular sehe, schlafe ich sofort ein, eine körperliche Reaktion, für die ich nichts kann. Und für die Einreise in die USA muss man online einen zwanzigseitigen Fragebogen ausfüllen, um überhaupt einen Termin am Konsulat zu bekommen." / S. 24 Ich dachte ja, die Schweiz sei bürokratisch. Weit gefehlt! Die zwanzig Seiten für den Konsulatstermin sind ein Klacks. Ich fülle hier gefühlt täglich zehn forms, waivers, sign-ups, registrations, you name it... aus. Auch gerne mehrmals dieselben (ich sage nur: immunization record ), die dann bitte selber ausgedruckt, handschriftlich ausgefüllt und unterschrieben und persönlich abgegeben werden dürfen. Aber ich schweife ab... Sehr gefallen hat mir auch, wie sie uns an ihrer Freundschaft mit der etwa 25 Jahre älteren Christiane Rösinger teilhaben lässt, die wie die Stimme aus dem Off kritische Kommentare zum Geschriebenen beisteuerte - ebenfalls sehr unterhaltsam. "Inlandsflüge sind hier seit Jahrzehnten selbstverständlich, die Leute hocken so entspannt da wie in der U-Bahn, die Atmosphäre ist heimelig wie auf einer durchgefurzten Couch." / S. 26 Zugegeben, man muss mit etwas Fäkalhumor umgehen können, aber ich finde die Mischung aus kritischem und doch wohlwollendem Blick auf den Mittleren Westen sehr gelungen. Mit der Erwähnung eines meiner absoluten Lieblingsfilme (zumindest in Jugendjahren, ich bin nicht sicher, wie gut er gealtert ist) "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" hat Stefanie Sargnagel bei mir definitiv einen Stein im Brett. "Wie ich vor dem Lokal stehe, fühle ich mich widerständig, scheiß auf die bornierten Konventionen der Upper Class, und als ein Pick-up-Truck mit einem Raucher am Steuer vorbeifährt, sind wir sofort verbunden, wir Rebellen gegen die liberalen Snowflakes, die den einfachen Arbeiter am liebsten kastrieren und auch sonst seiner Männlichkeit berauben würden. Wir winken einander mit unseren Gewehrpenissen zu." / S. 65 Viele ihrer Analysen sind traurig, aber wahr. "Die Geschichte Amerikas ist auch die Geschichte von Menschen, die wahnsinnigen Predigern vertrauensvoll ans andere Ende der Welt in ein neues Leben folgten." / S. 102 Und ist es noch, würde ich anfügen. Hoffen wir trotzdem, dass Stefanie Sargnagels Präteritum in obigem Zitat im Falle des orangeköpfigen Predigers richtig gewählt ist. Fazit Wenn ihr Lust habt auf eine links-feministische Künstlerin, die auf den ländlichen Mittleren Westen (immerhin an einem linksliberalen Elite-College mit diversem Publikum) trifft und uns voller Humor und Selbstironie von den Erlebnissen ihres US-Ausflugs erzählt, liegt ihr mit dem Roman "Iowa - Ein Ausflug nach Amerika" von Stefanie Sargnagel genau richtig. Ich wurde schon lange nicht mehr so gut unterhalten und habe wohl noch nie so viele Tränen gelacht. Die Fakten Iowa Ein Ausflug nach Amerika Stefanie Sargnagel Rowohlt Verlag 304 Seiten Erschienen am 18.12.2023 Hardcover mit Lesebändchen I SBN: 978-3-498-00340-1 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Stefanie Sargnagel auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag und NetGalley DE für das digitale Rezensionsexemplar. Die Seitenzahlen der Zitate beziehen sich auf das E-Book und können daher von denjenigen in der Printversion abweichen. Die Printversion enthält zudem Fotos, was einen schönen Eindruck gibt. Gönnt es euch! Weitere Bücher der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2024 Lichtungen - Iris Wolf (Klett-Cotta 2024) Weitere folgen, hab fleissig gelesen, aber noch nicht besprochen... Zum Deutschen Buchpreis 2024 Bücher der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2023 Vatermal - Necati Öziri (Claassen 2023) Maman - Sylvie Schenk (Hanser 2023) Drifter - Ulrike Sterblich (Rowohlt 2023) Die Möglichkeit von Glück - Anne Rabe (Klett-Cotta 2023) Kochen im falschen Jahrhundert - Teresa Präauer (Wallstein 2023) Birobidschan - Tomer Dotan-Dreyfus (Voland & Quist 2023) Weitere Bücher rund um das Leben in den USA in unterschiedlichen Regionen und Epochen James - eine Neuerzählung von "Huckleberry Finn" - Percival Everett (Hanser 2024) Demon Copperhead - Barbara Kingsolver (dtv 2024) Namen unbekannt - Sanora Babb (Reclam 2024) Brown Girls - Daphne Palasi Andreades (Luchterhand 2024) Vierzehn Tage. Ein Gemeinschaftsroman - Margaret Atwood und Douglas Preston (Hrsg., dtv 2024) Eine Tochter Harlems - Louise Meriwether (Rowohlt 2023) Das Geheimnis meiner Superkraft - Alison Bechdel (KiWi 2023) Pizza Girl - Jean Kyoung Frazier (Kampa 2022) Der Mann im Untergrund - Richard Wright (Kein & Aber 2022) Harriet Tubman - Fluchthelferin bei der Underground Railroad. Aus der Sklaverei in die Freiheit - Ann Petry (Nagel & Kimche 2022) Die Farbe Lila - Alice Walker (ecco 2021) The Hill We Climb - Den Hügel hinauf (zweisprachige Ausgabe) - Amanda Gorman (Hoffmann & Campe 2021) Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit - Cy. (Carlsen 2021) Das Haus in der Mango Street - Sandra Cisneros (Kampa 2020) Ein anderes Brooklyn - Jacqueline Woodson (Piper 2019) Nach der Flut das Feuer - James Baldwin (dtv 2019, Neuauflage) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!













