Die Geschichte von Babar

31/05/2017

Die "Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten" ist ein echter Klassiker und Welterfolg. Zusammen mit den Folgebänden gehört sie zu meinen absoluten Lieblingen unter den Bilderbüchern.

 

  

Der Autor und Illustrator Jean de Brunhoff erzählt in "Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten" wie Babar schon ganz jung seine Mutter verliert. Sie wird von einem Jäger erschossen. Babar läuft und läuft, bis er in eine Stadt gelangt. Dort lernt er eine alte Dame kennen, die ihn aufnimmt. Er führt ein glückliches Leben ohne Entbehrungen in der Stadt. Irgendwann packt ihn aber das Heimweh und er geht mit seiner Cousine Céleste und dem Cousin Arthur zurück in den Urwald, wo er bald König der Elefanten wird. Céleste wird später seine Frau und sie bekommen drei Kinder: Alexander, Pom und Flora.

 

Der erste Band ist im Original auf Französisch erstmals im Jahr 1931 erschienen. Bis 1941 folgten sechs weitere Babar-Geschichten, unter anderen "Babar auf Reisen" und "Familie Babar". Danach führte Jean de Brunhoffs Sohn Laurent die Reihe weiter, kommerziell sehr erfolgreich, aber mehr aufgrund der geschickten Vermarktung als wegen der Qualität der Bücher. Die Idee zur Geschichte hatte aber ursprünglich de Brunhoffs Frau Cécile, die die Geschichte von Babar ihren Söhnen als Gutenachtgeschichte erzählte. Auf Deutsch erschien Babar erstmals 1946 und seit 1975 verlegt ihn der Schweizer Diogenes Verlag, ganz edel im Grossformat und mit Leinenrücken.

 

Die Geschichten rund um Babar und seine Familie leben einerseits von den brillanten Illustrationen von Jean de Brunhoff und andererseits davon, dass sie uns unweigerlich immer wieder zum Lachen und zum Weinen bringen. Schon ganz zu Beginn leiden wir unheimlich mit Babar mit, als dieser wie aus dem Nichts den Tod seiner Mutter verkraften muss. Danach freuen wir uns, als er bei der alten Dame ein neues Zuhause findet, im Luxus schwelgen kann und ganz fasziniert ist vom abenteuerlichen Leben in der Stadt. Später schweben wir mit Babar und Céleste im siebten Himmel und bangen um das Leben ihrer drei Sprösslinge sowie um das Wohl von Babars Königreich. Bei aller Dramatik bleibt die Sprache von Jean de Brunhoff ganz knapp und schnörkellos. Im Gegensatz zur wunderbar altmodischen "Schnürlischrift".

 

Babar wird verschiedentlich kritisiert als konservativ, rassistisch, kolonialistisch, vermenschlichend etc. Das mag alles stimmen oder zumindest einen wahren Kern haben und sollte an und für sich nicht verniedlicht werden. Schlussendlich stammen die Bücher aber aus einer ganz anderen Zeit und den Kindern ist solche Kritik herzlich egal. Sie sind gerade so fasziniert, weil der Riese Babar sich in die Welt der Menschen begibt, menschliche Verhaltensweisen annimmt und diese auch in den Urwald mitbringt. Die überholten Rollenmodelle müssen wir ja nicht unbedingt in unseren Alltag hinüberretten, aber um die Abenteuer von Babar wäre es definitiv schade.

 

Fazit

Babar, seine Familie und Freunde haben uns als Kinder fasziniert, faszinieren jetzt unsere Kinder und werden auch weitere Generationen faszinieren. Der Kinderbuchklassiker lebt von den Gefühlen von Babar, die wir so gut nachvollziehen können, weil wir sie aus dem eigenen Leben kennen: Liebe und Geborgenheit, Angst, Wut, Trauer, Heimweh,  Abenteuerlust, Neugier, Vertrauen und Freundschaft.

 

Die Fakten

Die Geschichte von Babar

Jean de Brunhoff

Diogenes

48 Seiten

Erschienen am 28.09.2005

ISBN: 978-3-257-00581-3

 

Informationen zum Buch bei Diogenes

Diogenes auf Instagram

 

 

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Diese Buchbesprechung ist mein Beitrag zum Thema "Herzensbücher" an Tag 31 der #kinderbuchchallenge von @kakaoschnuten und @mintundmalve im Mai auf Instagram. Alle früheren Besprechungen sind ebenfalls auf dem Blog in den Kategorien Kinder und Jugend zu finden. Bei @mintundmalve sowie unter dem Hashtag #kinderbuchchallenge auf Instagram gibt es zahlreiche weitere Buchtipps zu den 31 verschiedenen Tagesthemen.

 

 

 

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