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  • Birobidschan - ein literarisches Experiment

    Lust auf ein jüdisch-sozialistisches Experiment, sibirische Wälder, vielleicht auch ein paar Bären und etwas magischen Realismus? Dann kann ich euch "Birobidschan", den Debütroman von Tomer Dotan-Dreyfus empfehlen. "Birobidschan" von Tomer Dotan-Dreyfus ist der zweite Roman von der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2023, den ich gelesen habe. Hier könnt ihr nachlesen, was ich zu Teresa Präauers "Kochen im falschen Jahrhundert" zu sagen hatte. "Dieser Text ist ein Experiment, der Versuch einer Umkehrung: Kann die Zeit auch von links nach rechts, von Westen nach Osten kriechen? Kann sie von aussen nach innen fliessen?" (S. 10) Birobidschan gab es wirklich, als stalinistisches Experiment einer jüdisch-sozialistischen Autonomie am Rande Sibiriens, direkt an der chinesischen Grenze. Während das reale Experiment in den 1930ern scheiterte, erzählt Debütautor Tomer Dotan-Dreyfus die Geschichte des jüdisch-sozialistischen Schtetls inmitten sibirischer Wälder weiter. Wir treffen auf eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft, die fernab des Weltgeschehens ihrer Wege geht. Es wird gefischt, aufgewachsen, gemalt, sich zum Kartenspielen - auch heimlich um Geld - getroffen, über den Marktplatz flaniert, ab und zu demonstriert, mit der Tsukunft nach Moskau gereist und gedichtet. Mal treffen neue Menschen, vor allem Kinder, auf der Flucht vor dem Zweiten Weltkrieg, ein oder jemand verlässt das sozialistische Städtchen, um sich in der kapitalistischen Welt zu versuchen. "An diesem 20. September war der erste Schnee gefallen, und das Kaminski'sche Schweigen klang in Saschas Ohren lauter als gewöhnlich. Nicht nur sein Mund schwieg, sein ganzer Körper beteiligte sich am Schweigen, insbesondere seine Augen." (S. 20) So idyllisch es klingt, das Leben in Birobidschan schreitet nicht ohne Verwerfungen voran. Gregory hat eine Depression, Rachel überlegt, ob es das mit ihrer Kindergartenliebe Alex jetzt gewesen sein soll. Boris, der älteste Fischer im Ort, stirbt. Und Sulamith musste schon zwei Ehemänner gehen lassen. Ihrer besten Freundin Josephin ergeht es am Ende auch nicht besser. In diesem Schtetl bleibt praktisch nichts im Verborgenen, nichts geht verloren, schon gar keine 500 Rubel-Scheine oder Gewehre. Gleichzeitig trägt sich Merkwürdiges zu, zwei fremde Männer tauchen auf, ein schweigendes Mädchen beunruhigt die Bewohner*innen, Bären und Wölfe werden zur Bedrohung und zwei Tote sind zu beklagen. Literarisches Experiment geglückt? Wie Stalin einst mit dem realen Birobidschan so wagt auch Tomer Dotan-Dreyfus mit seinem Roman ein Experiment. Der (unzuverlässige) Erzähler dieses Romans wirft Zutaten in den Geschichten-Erzähltopf, hebt das Zeitkontinuum auf und schaut was passiert. Explosives, ja! Dem bin ich gut 150 Seiten gerne gefolgt und auch wenn ich das wirklich zahlreiche Personal noch überschauen konnte, habe ich doch keinen emotionalen Zugang zu den Personen gefunden. Viel zu oft durch die allzu kurzen Episoden wieder herausgerissen aus der jeweiligen Gefühlswelt. Auch schien mir die Erzählanlage nicht konsequent durchgezogen. Wenn die Zeit schon nicht linear fliesst, hätte ich mir noch mehr Mut gewünscht, von diesem Fakt auch die Handlung beeinflussen zu lassen. Das geschah mir zu wenig oder zu wenig offensichtlich. Ein wenig versöhnt hat mich das wirklich erschütternde Ende (oder Fastende), das ich natürlich nicht spoilern möchte. Allerdings wurde das dann auch wieder etwas lapidar in zwei Sätzen abgehandelt, anstatt dass es die gesamte Geschichte zum Implodieren gebracht hätte, wie damals, 1908, als ein Knall den Wald von Tunguska erschütterte. So wiegen für mich die von Alex im Zitat beklagten erzählerischen Lücken und der magische Realismus auf Sparflamme zu schwer, um "Birobidschan" als wirklich runden Roman zu bezeichnen. "Wäre er (Alex, a.d.R.) in einem Buch oder einem Film, so fühlte er, gäbe es zu viele Handlungslücken. Seine Unruhe würde nicht verdampfen, bis es gelang, diese Lücken zu füllen. Warum war Boris ermordet worden, wer waren diese Jäger, was genau wollten chinesische Bären diesseits der Grenze und warum schwankte in letzter Zeit Rachels Stimmung so oft?" (S. 89) Wirklich rund möchte der Roman wohl auch nicht sein. Von daher findet er bestimmt seine Leser*innenschaft. So einige vom Autor hervorgerufene Bilder, noch nie gelesene Metaphern und philosophische Anklänge habe ich an dem Roman sehr genossen. Auch die direkte, unvermittelte Art der Birobidschaner*innen war mir äusserst sympathisch. Den gewitzten Erzähler im Hintergrund hätte ich gerne öfter in der Handlung getroffen. Von daher kann ich euch einen Besuch im jüdisch-sozialistischen Schtetl trotzdem empfehlen. Schliesslich, ohne dass ich das jetzt dem Roman selbst anlasten würde, hätte ich mir ein sorgfältigeres Lektorat bzw. vor allem Korrektorat gewünscht. Auf der Shortlist sehe ich den Roman eher nicht, würde es ihm aufgrund der erzählerischen Versuchsanlage aber von Herzen gönnen. Fazit "Birobidschan" von Tomer Dotan-Dreyfus eröffnet uns einen fiktiven jüdisch-sozialistischen Kosmos am Rande Sibiriens. Mit einer Prise magischem Realismus und dem Versuch, das Zeitkontinuum aufzuheben, wirbeln die Leben der Birobidschaner*innen auch fernab des übrigen Weltenlaufs durcheinander. Ein spannendes Experiment mit einigen literarischen Perlen. Auch wenn er mich nicht ganz überzeugt hat, empfehle ich jeder*Jedem, diesen Debütroman für sich selbst zu entdecken. Die Fakten Birobidschan Tomer Dotan-Dreyfus Voland & Quist 324 Seiten Erschienen am 20.02.2023 Hardcover ISBN: 978-3-86391-347-2 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Tomer Dotan-Dreyfus auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Deutschen Buchpreis und Voland & Quist für das digitale Leseexemplar. Die Seitenzahlen der obigen Zitate beziehen sich auf die E-Book-Version meines E-Readers und können daher von denjenigen in der Printausgabe abweichen. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Kochen im falschen Jahrhundert

    Ein Abend mit Gästen. Was kann da schon schiefgehen? In Teresa Präauers Roman "Kochen im falschen Jahrhundert" so einiges. Ob die österreichische Autorin das richtige Rezept gefunden hat, um den diesjährigen Deutschen Buchpreis zu gewinnen? Lest selbst! Ich bin dieses Jahr Buchpreisbloggerin und darf den Deutschen Buchpreis begleiten. Mehr dazu erfahrt ihr auf Instagram und im Podcast von Mädels, die lesen. Ausserdem habe ich auf Instagram ein Interview mit Bookstagram-Kollege und Buchhändler Florian Valerius aka @literarischernerd gemacht, der dieses Jahr Teil der Jury des Deutschen Buchpreises ist. Mein Patenbuch von der 20 Titel starken Longlist ist "Kochen im falschen Jahrhundert" von Teresa Präauer aus dem unabhängigen Wallstein Verlag. Ich freue mich, euch den Roman hier vorstellen zu können. Ein Abend mit Gästen in Variationen Teresa Präauer wirft uns mitten hinein in einen Abend mit Gästen. Noch sind diese nicht aufgetaucht. Wir warten mit der namenlosen Gastgeberin und ihrem ebenso namenlosen Partner, dass ein Schweizer und ein Paar, das vor Kurzem Eltern geworden ist, eintreffen. Die Gastgeberin ist bereit, die Cracker stehen auf dem Tisch, die Playlist mit Jazzmusik läuft. Der Schweizer kommt entgegen seinem Ruf 15 Minuten zu spät. Als Gastgeschenk bringen alle eine Flasche Wein mit. Ziemlich einfallslos. Doch vielleicht ist es ja gar nicht so, und das befreundete Paar kommt zu spät? Die Wartenden trinken zwischenzeitlich Crémant und der Schweizer lässt sich über die Studierenden aus, über Schweizer Tageszeitungen und überhaupt: "Es gibt keine Utopien mehr, rief der Schweizer etwas zu laut und zu verzweifelt und schnappte sich den letzten Cracker aus der ersten Schüssel." (S. 17) Oder trägt sich die Sache nochmals ganz anders zu und alle kommen zu spät? Und das Gastgeberpaar betrinkt sich schon mal ordentlich, bevor die Gäste auch nur eingetroffen sind? Könnte ja ganz lustig werden. Oder vielleicht eskaliert es auch dezent und es tauchen nicht nur ungebetene Gäste aus Übersee, sondern sogar die Polizei auf? "Wieso sagten die Menschen in letzter Zeit so oft kein Problem? Wo es doch statt keinem eher viele Probleme gab. Es war schwierig mit den Wörtern in diesen Tagen. Aber das war es ja immer schon gewesen, nicht wahr?" (S. 133) Mit den unterschiedlichen Variationen des Abends verschieben sich auch immer leicht die Rollen der Anwesenden, was getrunken und worüber gesprochen wird, ob Lilien in der Ecke oder Wiesenblumen auf dem Tisch stehen - und natürlich die gesamte Gruppendynamik. Tut der Gastgeberin in der ersten Szene der Fleck auf dem neuen dänischen Esstisch noch weh, nimmt sie ihn in der zweiten gelassen hin. Immerhin stammt er von einem ebenso dänischen Geschirrtuch. Backt sie den Boden der Quiche Lorraine in der einen Szene gewissenhaft blind, schmeisst sie in der nächsten alles gleichzeitig in den Ofen. Schmeckt genauso gut! Hauptsache, die Deko stimmt. Teresa Präauer schildert die Szenen voller Humor, nimmt die Vierzigjährigen der gehobenen Mittelschicht, stets bemüht um Distinktionsgewinn, auf die Schippe und lässt eine diebische Freude an der Manipulation ihrer absichtlich schablonenartigen Figuren durchscheinen. Das macht Spass und gleichzeitig sieht man sich immer wieder herausgefordert, sich selbst zu diesen Zeitgenoss*innen und ihren Themen zu positionieren. Fühlt sich an der einen Stelle ertappt und distanziert sich an der anderen von den aufgeblasenen, weil doch recht oberflächlichen, Mitgliedern der urbanen, gebildeten Mittelschicht - oder als Schweizerin wahlweise von der Funktionskleidung. ;-) Geschickt bindet sie auch die Rolle sozialer Medien ein. Hier ein Bohème-Filter, dort eine gesponserte Flasche Wein, da ein Tag und schwupp, schon sitzt Joe aus Amerika mit am Tisch: "Es kam ihr so vor, als hätte der Amerikaner sie wirklich gesehen, als hätte er in ihr Artischockenherz geblickt, als hätte er all die Zweifel, die sie hegte, und die Ansprüche, die sie an sich und die anderen stellte, darin ablesen können." (S. 149) Ebenfalls gut gefallen haben mir im Grundsatz die Zwischenstücke dieses Kammerspiels, in denen die Gastgeberin auf die Entwicklung der Ess- und Tischkultur blickt. Wie sich Funktion und Ansehen einer Schürze über die Generationen verändern - gar nicht zu reden vom Lilienporzellan! Oder wie wir ins "Gastgeben" hineinwachsen, uns mehr und mehr fürs Essen, Weine, das Kochen und das ganze Drumherum interessieren, immer höhere Ansprüche an uns selbst und womöglich auch die Gäste stellen. Allerdings kriegt der Text trotz seiner relativen Kürze dadurch und durch die verschiedenen Variationen eine gewisse Länge. Weiter auf die Shortlist? Ich habe "Kochen im falschen Jahrhundert" sehr gerne gelesen, habe mich amüsiert, die zahlreichen Referenzen auf gesellschaftliche Diskussionen, Moden und Verwerfungen aus diesem und anderen Jahrhunderten genossen, bin den typisierten Figuren gerne gefolgt, mochte die Sprache und liess mich von Teresa Präauer auch gerne aufs Glatteis der sozialen Distinktion führen. Für die Shortlist, fürchte ich, mangelt es dem Roman etwas an thematischer Wucht. Gönnen würde ich es Teresa Präauer aber allemal! Übrigens: Teresa Präauer ist mit ihrem neuen Roman auch für den Bayerischen Buchpreis und den Österreichischen Buchpreis nominiert. Schaut mal vorbei, es hat weitere Bekannte auf der Liste! Und wer nun mehr von Teresa Präauer lesen möchte, findet hier alle bei Wallstein erschienenen Bücher von ihr. Fazit Die österreichische Autorin Teresa Präauer präsentiert uns in "Kochen im falschen Jahrhundert" einen Abend mit Freund*innen in mehreren herrlich zeitgeistigen Variationen voller Komplikationen: von schmerzenden Brustwarzen der Neo-Mutter, über olfaktorisch unzumutbare Lilien, bis hin zu explodierendem Crémant, ungebetenen Gästen und aus dem Ruder laufenden Gefühlen. Diese Fusion aus literarischem Kammerspiel und Milieustudie hat mich wunderbar unterhalten! Ich bin also in jedem Fall sehr gespannt, ob wir den Roman auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis wiedersehen! Die Fakten Kochen im falschen Jahrhundert Teresa Präauer Wallstein Verlag 198 Seiten Erschienen am 22.02.2023 Hardcover ISBN: 978-3-8353-5429-6 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Teresa Präauer auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Wallstein Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Die Printversion ist selbst gekauft. Man könnte sagen: Ich hab den Braten gerochen. Entschuldigt den schlechten Kalauer, Teresa Präauer macht das definitiv besser! PPS: Herzlichen Dank an den Deutschen Buchpreis, dass ich dieses Jahr zu den Buchpreisblogger*innen gehören darf. Diese Romane hätte ich auch noch auf der Longlist gesehen 22 Bahnen - Caroline Wahl (Dumont 2023) Seemann vom Siebener - Arno Frank (Tropen 2023) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Heute geh ich in die Schule - So lernen Kinder rund um den Globus

    Wie gehen Kinder in Japan zur Schule? Wie sieht ein Klassenzimmer in Brasilien aus? Und was essen die Schüler*innen in Kamerun zu Mittag? Clara Schaksmeier und Pauline Pete nehmen uns in ihrem Sachbilderbuch "Heute geh ich in die Schule" mit in Schulzimmer rund um die Welt und beantworten diese und weitere Fragen. Vielerorts hat das neue Schuljahr begonnen oder beginnt in wenigen Tagen. Unsere Kinder haben gerade die erste Woche des neuen Schuljahrs hinter sich. Eine neue Erfahrung, da sie diese Zeit zum ersten Mal in den USA erleben. Und hier läuft so einiges anders als in der Schweiz! So lernen Kinder rund um den Globus Kinderbuchautorin, Lehrerin und Coachin Clara Schaksmeier und Illustratorin Pauline Pete zeigen uns in "Heute geh ich in die Schule", wie unterschiedlich der Alltag im Klassenzimmer aussehen kann. Mit ihrem Kindersachbuch begleiten sie 13 Schüler*innen in 10 Ländern auf 4 Kontinenten im Schulalltag. Auf jeweils 5 Seiten erfahren wir von ein oder zwei Kindern, wie sie zur Schule kommen, wie sie dort lernen, ob sie Uniformen tragen und sich zur Morgenversammlung im Schulhof treffen, ob sie mit Computern und Tablets arbeiten oder sogar noch eine kleine Schiefertafel benutzen. Wir lernen Schulen kennen, wie die von Yuki und Akio in Japan, die Schüler*innen und Lehrer*innen gemeinsam putzen. Oder solche, die aus einem einzigen grossen Raum bestehen, wie die von Elkan und Amanda aus Melbourne, Australien. Ganz ähnlich übrigens wie die Schule unserer Kinder hier in Wisconsin! In einigen Schulen gibt es mehrere Schichten, eine für die jüngeren, eine für die älteren Kinder. Es gibt ganz unterschiedlich lange Schulstunden, Klassengrössen (in Vietnam sind es 40 Kinder, in Kamerun gar 60!), Unterrichtszeiten und Pausen. Mancherorts wird über Mittag geschlafen und andere essen sogar in der Schule zu Abend. Hier wird vor der Schule die Nationalhymne gesungen, dort gebetet und da in der Pause gemeinsam getanzt. Der Text ist in angenehme Häppchen aufgeteilt und vermittelt sowohl Einblicke in einzelne Familien und Schulen als auch allgemeineres Wissen, wie das über die bereits 200 Jahre alte deutsche Tradition der Schul- oder Zuckertüten. Mit "Heute geh ich in die Schule" kann man mit Kindern wunderbar ins Gespräch kommen über den eigenen Schulalltag, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Gezeigten. Das kann ich mir gerade auch zu Beginn eines neuen Schuljahrs sehr gut als Gesprächsanlass für Schulklassen vorstellen. Als wir zum Beispiel lasen, dass die Kinder in Japan wie in der Schweiz nur mit Hausschuhen ins Klassenzimmer gehen, erinnerte uns das an eine herrliche Szene mit unserem Nachbarsmädchen. Sie fragte unsere Tochter, was in der Schweizer Schule anders sei als in den USA und die erklärte ihr die Sache mit den "Finken" (Schweizerdeutsch für Hausschuhe). Das Nachbarsmädchen war ganz baff und kriegte sich kaum mehr ein, wie schlau das sei. Sie erzählte es sofort begeistert ihrer Mutter und am nächsten Tag der Lehrerin. Sollten die Kinder in Wisconsin also dereinst in Hausschuhen zur Schule gehen. Wisst ihr, wem sie das zu verdanken haben. :-) So vielfältig wie unsere Welt Clara Schaksmeier hat für die Porträts nicht einfach Nachbarländer von Deutschland oder die üblichen Verdächtigen wie z.B. die USA ausgewählt, sondern ganz besondere wie Georgien, Nordmazedonien, Vietnam oder Indien, von denen wohl die wenigsten der Leser*innen etwas über das Bildungssystem wissen. Auch die einzelnen Schulen und die Kinder sind ganz unterschiedlich, sei es nun vom Alter her oder ihren Lernbedürfnissen. Neben den spannenden Einblicken in den Schulalltag rund um die Welt mag ich besonders die abgebildete Vielfalt der Menschen im Buch. Hier gibt es Menschen aller Hauttöne, unterschiedlichste Frisuren, Kinder mit Lernbehinderung, ein nicht-binäres Kind, sehbehinderte und blinde Kinder, Kinder mit Augenpflaster und Hörgeräten, Lehrerinnen mit Hijab, Kinder im Rollstuhl, Menschen mit Sommersprossen, Vitiligo oder Albinismus und mehr. Hinzu kommt, dass die Kinder erfreulich genderneutral gekleidet sind und das Inhaltsverzeichnis mit Weltkarte für einmal nicht eurozentristisch daherkommt! Etwas grösser könnte die Diversität in Bezug auf die Körperformen sein, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Für Pauline Pete ist "Heute geh ich in die Schule" ihr Debüt und ich finde es sehr gelungen! Neben der gezeigten Vielfalt überzeugt auch die wunderbare eher gedeckte Farbpalette, die dem Kinderbuch einen Retrocharme verleiht. Auf den einzelnen Seiten gibt es viel zu sehen, so dass man richtig schön in den Details versinken kann. Gestalterisch hervorheben möchte ich auch das wunderschöne Vorsatzpapier mit den Schultaschen. Ein Notizheft mit dem Umschlag, eine Postkarte oder ein Poster davon wären ein Traum! Fazit Eine Weltreise in die Klassenzimmer dieser Erde? Die könnt ihr mit dem Kindersachbuch "Heute geh ich in die Schule" von Clara Schaksmeier und Pauline Pete unternehmen. Dabei erfahrt ihr, wie vielfältig der Schulalltag, Lernformen und Rituale rund um die Welt sind und wie Schule auch funktionieren kann. Grosse Leseempfehlung von mir - nicht nur zum Schulstart! Die Fakten Heute geh ich in die Schule So lernen Kinder rund um den Globus Clara Schaksmeier (Text) Pauline Pete (Illustration) Knesebeck Verlag Erschienen am 01.07.2023 64 Seiten Hardcover ISBN 978-3-95728-679-6 Ab 6 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Clara Schaksmeier auf Instagram Pauline Pete auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Clara Schaksmeier und den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar. Noch mehr Bücher zum Thema Schule und Schulstart auf mint & malve Alle gehen in die Schule - Anna Fiske (Hanser 2021) Bereit für die Schule? - Deborah Davis, Nicholas Elliott, Wendy Mairena, Subi Bosa, Suman Maharjan, Phung Nguyen Quang, Ola Yousef, Tasneem Amiruddin (Librio) Jippie! Ich bin ein Schulkind - Erinnerungsalbum zum Schulanfang - Viktoria Schlünzen (Nellie & Finn 2021) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Ulf und das Rätsel um die Neue

    Wenn ihr Kindercomics mögt, dann kommt ihr nicht um die Comics von Tanja Esch herum. "Ulf und das Rätsel um die Neue" begeistert mit sympathischen Protagonist*innen und einer skurrilen Detektivgeschichte. Meine Grosse hat kürzlich mit Begeisterung "Boris, Babette und lauter Skelette" von Tanja Esch gelesen, das ich hier auch schon vorgestellt habe (weitere Bücher unten). Da war klar, dass wir auch "Ulf und das Rätsel um die Neue" haben müssen. Hier kriegen Ulf und seine Bande eine neue Mitschülerin. Uli scheint ihnen von Anfang an etwas komisch. Auch ihre Eltern sehen irgendwie verdächtig aus, so exzentrisch gekleidet wie sie sind. Und Uli scheint den ganzen Tag nichts zu essen. Geheime Ermittlungen Schnell ist klar, das ist ein neuer Fall für die Detektivbande Ulf, Otto, Tita und Heiko. Besonders Otto ist mit Feuereifer dabei. Fragt man Ulf, übertreibt er es ein ganz kleines Bisschen. Er sieht wirklich hinter allem und jedem ein Indiz, etwas Verdächtiges oder gar eine Verschwörung. Als dann auch noch ein Ufo ins Spiel kommt und sie befürchten müssen, dass Heiko von Ausserirdischen entführt wurde, wird es Ulf wirklich langsam unheimlich. Tanja Esch erzählt wie gewohnt aus kindlicher Sicht, so dass eine zunächst harmlos wirkende Geschichte sich schnell ins Hyperspannende steigert. Die Gruppendynamik und die Spannung rund um den neuen Fall entfalten einen richtigen Sog. Die Comicautorin bringt Abwechslung in die Panels, indem sie mal mit, mal ganz ohne Text arbeitet und immer wieder von den 6 Panels pro Seite abweicht. Die Farben sind wunderbar kräftig und die Mimik einfach, aber nicht weniger effektvoll gezeichnet. Ariol hat auch in diesem Comic seinen obligaten Cameo-Auftritt. Die Figuren sind klischeefrei, was ihre Kleidung und ihre Rollen angeht. So zeigt sich zum Beispiel Heiko als feinfühliger Typ, bei dem sich Sorgen immer wieder in Bauchschmerzen äussern. Etwas Vielfalt bringt Tanja Esch ins Spiel mit unterschiedlichen Hauttönen der Kinder und Namen wie Defne oder Diego. Sehr cool finde ich auch das türkische Sprichwort, das wir dank Defne lernen. Ob hier tatsächlich Ausserirdische am Werk sind und welches Geheimnis die Neue wirklich versteckt, müsst ihr selber herausfinden. Fazit Mit "Ulf und das Rätsel um die Neue" erzählt Tanja Esch eine wilde Detektivgeschichte mit überraschender Wendung. Es ist eine wahre Freude, der sympathischen Detektivbande bei ihren Ermittlungen aus der Besenkammer zuzuschauen. Bitte mehr davon! Apropos "mehr": Mehr Comics findet ihr auf Instagram unter den Hashtags #KidsComicDay und #KidsComicWeek sowie in meinen Guides. Und über die Suche auf der Startseite findet ihr natürlich auch ganz viele Comictipps (für Klein und Gross) hier auf dem Blog. Die Fakten Ulf und das Rätsel um die Neue Tanja Esch (Text + Illustration) Kibitz Verlag 136 Seiten Erschienen am 01.06.2020 Hardcover ISBN: 978-3-948690-00-7 Ab 6 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Tanja Esch bei Instagram Kibitz Verlag bei Instagram Noch mehr von Tanja Esch bei mint & malve Boris, Babette und lauter Skelette - Tanja Esch (Kibitz 2022) Wahrheit oder Quatsch - Tanja Esch (Klett Kinderbuch 2021) supercool - Eine Grundschulgeschichte - Tanja Esch (Jaja Verlag 2015) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Die Blüte von Paris

    Mit ihrer Graphic Novel "Die Blüte von Paris" erzählt uns Gaëlle Geniller die Geschichte einer Identitätssuche und Emanzipation jenseits von Geschlechtergrenzen. Die Geschichte um Rose, einen 19-jährigen Mann, ist im Paris der 1920er Jahre angesiedelt. Also in die Zeit des Aufbruchs nach dem 1. Weltkrieg. Eine Zeit, in der viele Künstler*innen, Musiker*innen und Schriftsteller*innen ihr freies und kreatives Leben in Paris genossen. Rose wächst in einem Kabarett auf, das seine Mutter führt. Von klein auf bewundert er die tanzenden Frauen, liebt Kleider und möchte als junger Mann selbst vor Publikum tanzen und seine feminine Seite zeigen. Die anderen Blumen unterstützen die kleine Knospe, wie sie ihn liebevoll nennen, dabei und schon sein erster Auftritt wird zum Erfolg. In einem Verleger und Millionär namens Aimé hat er schnell einen Verehrer, der den Kontakt mit ihm sucht und mit der Zeit zu einem guten Freund wird. Das Gerücht eines tanzenden Mannes lockt auch die Presse an und so gibt Rose sein erstes Interview, zieht immer mehr Gäste an. Er beginnt aber auch über seine Identität und sein tänzerisches Können zu grübeln, fühlt sich mehr und mehr unter Druck. Eine Auszeit auf dem Land mit Aimé führt den jungen Mann erstmals aus Paris heraus. Hier tritt er als Frau auf und wird auch von den Dorfbewohner*innen als solche wahrgenommen. Wie sich die Geschichte in "Die Blüte von Paris" weiterentwickelt und ob Rose dem Kabarett treu bleibt, müsst ihr selbst herausfinden. Diverser Comic über Geschlechterrollen Gaëlle Geniller erzählt mit "Die Blüte von Paris" eine wunderbar diverse Geschichte über eine Identitätssuche jenseits von klaren Geschlechts- bzw. Genderzuordnungen. Rose wächst in einer Umgebung voller starker Frauen und Empathie auf, wird umsorgt und unterstützt, fühlt sich immer geborgen. Seine Mutter, die anderen Frauen des Etablissements und Aimé nehmen ihn, wie er ist, lieben ihn bedingungslos. Die Graphic Novel ist wunderschön gezeichnet. Die Illustrationen erinnern mit den Blumenmustern und den geschwungenen Linien und auch von der Farbgebung her stark an den Jugendstil - beispielsweise die Plakate von Alfons Mucha. Die Panels sind abwechslungsreich und die Geschichte wird mal mit Dialogen, mal ganz ohne Worte vorangetrieben. Besonders eindrücklich finde ich den Umgang mit Licht und Perspektive. Hier spielt bestimmt eine Rolle, dass Gaëlle Geniller auch Animationszeichnerin ist und "Die Blüte von Paris" ursprünglich ein Kurzfilmprojekt war. Spannend ist auch der Einblick in die Entstehung des Comics, den die Autorin auf den letzten Seiten des Buches gibt. Wenn ihr mehr über die Hintergründe erfahren möchtet, kann ich euch ein Interview empfehlen, das Gaëlle an der Leipziger Buchmesse gegeben hat: Fazit "Die Blüte von Paris" von Gaëlle Geniller ist eine wunderschöne Graphic Novel mit einer diversen Coming-of-Age-Geschichte. Ich habe sie bereits zweimal gelesen bzw. angeschaut und würde es jederzeit wieder tun! Es ist ein grosser Genuss und kann Jugendliche darin bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen. Die Fakten Die Blüte von Paris Gaëlle Geniller (Text + Illustration) Christiane Bartelsen (Übersetzung aus dem Französischen) Carlsen Verlag 224 Seiten Erschienen am 02.05.2023 Hardcover ISBN: 978-3-551-76016-6 Ab 12 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Gaëlle Geniller auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • 22 Bahnen

    Bevor der Sommer definitiv vorbei ist, möchte ich euch mit "22 Bahnen" von Caroline Wahl noch ein Lesehighlight dieses Sommers vorstellen. Der Roman "22 Bahnen" ist das Debüt der deutschen Autorin Caroline Wahl, geboren 1995 in Mainz, wohnhaft in Rostock. Für ihren Debütroman wurde sie mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis 2023 ausgezeichnet. Ich hätte das Buch auch durchaus auf der Longlist des Deutschen Buchpreises gesehen. Das hat leider nicht geklappt. Aber genug der Vorrede, worum geht es in "22 Bahnen"? Ich-Erzählerin Tilda studiert Mathematik, jobbt nebenbei an der Supermarktkasse und geht regelmässig ins Schwimmbad, wo sie konsequent ihre 22 Bahnen schwimmt und sich gerne auch mal alles vom Beckenboden aus anschaut. Das klingt erstmal nach normalem Student*innen-Leben. Aber Tilda kümmert sich auch noch um ihre kleine Schwester Ida, weil die alkoholkranke Mutter das nicht hinkriegt. Und faktisch bedeutet das auch, dass sie sich um ihre Mutter und den ganzen Haushalt kümmern muss. "Ich atme den Chlorgeruch tief ein, schmeiße meinen Rucksack auf die Bank neben Ursulas bunten Korb, ziehe das Kleid über meinen Kopf, springe kopfüber ins Wasser, tauche in den tiefen Bereich bis zum Grund, setze mich auf den Boden und schaue mir das Geschehen im Becken von unten an." (S. 10) Kein Wunder, will sie da auch einfach mal abtauchen. Denn Tildas Alltag ist mehr als voll, rein von der zeitlichen, aber auch von der psychischen Belastung her. Halt geben ihr da die Zahlen, die klar strukturierte Welt der Mathematik und die Regelmässigkeit des Bahnenziehens im Schwimmbad. Immer sind es 22 Bahnen. Bis eines Tages Viktor auftaucht, der ebenfalls 22 Bahnen schwimmt. Von da an legt Tilda immer eine oben drauf. Zwischen dem eigenen Leben und der Sorge um die kleine Schwester Der schöne Viktor fasziniert Tilda, lässt aber auch die Geschichte um den Tod seines kleinen Bruders Ivan wieder hochkommen. In wechselnden Erzählsträngen nimmt uns Tilda mit in ihre Gegenwart und in die Vergangenheit: Wie es ihrer Mutter immer schlechter geht. Wie sie nicht weiss, ob sie eine Stelle als Doktorandin im weit entfernten Berlin annehmen und ihre Schwester alleine zurücklassen kann. Wie es ist, ohne Abendbrottisch-Familie aufzuwachsen, nie in den Urlaub zu fahren, nach dem Abitur kein Zwischenjahr einzulegen. Und wie das war in diesem schicksalshaften Sommer vor 5 Jahren, als Ivan starb. Caroline Wahl erzählt herrlich jung, in einfachen Sätzen, aber mit guten Bildern und voller Humor. Der lockere Erzählton kontrastiert sehr gut mit den harten Themen wie der Alkoholsucht der Mutter, die das Buch verhandelt. Bei diesem Roman kann man herzlich lachen, aber auch mit Tilda verzweifeln, weinen, sich im Zwiespalt der Gefühle verlieren. Die Geschwistergeschichte zwischen Tilda und Ida geht besonders ans Herz. Zwei so tolle Menschen, gefangen in den Lebensumständen mit der kranken Mutter, ohne Vater oder anderen unterstützenden Erwachsenen und ohne Hoffnung auf Besserung. "Solange der Wind nachts auf mich fällt, denke ich, kann ich mich tagsüber in den Krieg da draußen stürzen. Gegen meine Mutter, gegen ihre Launen, gegen diese Kleinstadt. Und für Ida." (S. 14) Das Buch ist inhaltlich grossartig, nimmt einen richtig mit, ist aber auch sprachlich ganz besonders. Ich liebe den lockeren Ton in Kombination mit trockenem Humor und unerwarteten Gedanken und Bildern. So etwa, wenn Tilda ihrer Freundin Marlene auf einer Party zuhört und dann sagt: "Ich habe Marlene während ihres Monologs die ganze Zeit aufmerksam beobachtet, und ich bin mir sicher, dass sie keinmal Luft geholt hat. Sie wäre eine gute Taucherin. Vergeudetes Talent." (S. 19) Ich könnte an dieser Stelle noch so viele gute Zitate bringen, aber ihr sollt das Buch ja selber noch lesen. Für mich ist es ein absolutes Highlight dieses Lesejahrs und ich möchte unbedingt noch mehr lesen von dieser jungen, eigenwilligen Stimme. "Vielleicht wissen wir einfach nicht, was wir sagen sollen, weil jedes Wort das falsche und keines das richtige ist. Aber vielleicht gibt es auch keine falschen und richtigen Worte, und wir sollten endlich darüber reden, denke ich und schweige." (S. 20) Fazit Caroline Wahl schenkt uns mit "22 Bahnen" den Sommerroman des Jahres: Ergreifend, witzig und frisch erzählt. Die perfekte Kombination aus tiefgründiger Familien-, zarter Liebes- und starker Emanzipationsgeschichte. Ich-Erzählerin Tilda und ihrer kleinen Schwester Ida wäre ich auf ihrem Lebensweg noch über viele, viele weitere Seiten gefolgt. Eine ganz grosse Leseempfehlung, egal zu welcher Jahreszeit! Die Fakten 22 Bahnen Caroline Wahl Dumont 208 Seiten Erschienen am 18.04.2023 Hardcover mit Lesebändchen ISBN: 978-3-8321-6803-2 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Caroline Wahl bei Instagram PS: Herzlichen Dank an Dumont und Netgalley für das digitale Rezensionsexemplar. PPS: Die Seitenangaben beziehen sich auf die E-Book-Version und können im Print etwas abweichen. Noch mehr Schwimmbad-Bücher Dieses Jahr scheinen besonders viele Bücher im Schwimmbad oder sonst irgendwo am oder im Wasser zu spielen, was sich auch in den vielen blauen Cover widerspiegelt. Auf Instagram findet ihr weitere Buchtipps rund ums Wasser unter den Hashtags #Sunkissedcoverbeach von @c_booksblog und #LiterarischeSchwimmwoche von @pinkfisch_royal. Ich kann euch aus dieser Rubrik auch folgenden Roman nochmals wärmstens ans Herz legen: Seemann vom Siebener - Arno Frank (Tropen Verlag 2023) Weitere Bücher rund um Suchterkrankungen bei mint & malve Silberregen glitzert nicht - Christine Werner (Mixtvision 2023), ab 11 Jahren Pizza Girl - Jean Kyoung Frazier (Kampa 2022) Das grüne Auge - Nathacha Appanah (Lenos Basel 2021) Auf Erden sind wir kurz grandios - Ocean Vuong (Hanser Verlag 2019) Loyalitäten - Delphine de Vigan (Dumont 2018) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Seeräubermädchen und Prinzessinnenjunge

    Nils Pickert erzählt mit "Seeräubermädchen und Prinzessinnenjunge" eine Freundschaftsgeschichte jenseits der typischen Geschlechterklischees. Ich war zugegebenermassen etwas kritisch beim Titel "Seeräubermädchen und Prinzessinnenjunge", weil das schon sehr nach einfacher Klischeeumkehrung klingt und es darauf hinauslaufen könnte, Klischees zu zementieren, anstatt sie aufzubrechen. Aber Autor Nils Pickert erzählt im Kern eine Freundschaftsgeschichte. Das Aufbrechen von Geschlechterklischees funktioniert so ganz natürlich und ohne wahnsinnig explizit gemacht zu werden. Zudem verfügt das Vorlesebuch über weitere Vielfaltsmerkmale in Schrift und Bild. Eine Freundschaftsgeschichte jenseits von Rollenklischees Mara ist ein Seeräubermädchen, schon immer, mit allem Drum und Dran, Augenklappe, Enterhaken, Säbel und Seeräuberhund Landratte. Eines Tages lernt sie auf dem Spielplatz Milo kennen. Milo ist so ziemlich das Gegenteil von Mara. Mit seinem Kleid, Lieblingspuppe Lulu, seinen Krönchen, dem Elfenzauberstab und den schönen Glitzerbändern an der Schaukel ist er ein echter Prinzessinnenjunge. So unterschiedlich die beiden sind, so gut ergänzen sie sich. Mal fliegt Mara mit Milos Glitzerbänder-Schaukel durch die Lüfte, mal sticht Milo zusammen mit Mara und ihrem Seeräuberschiff in See. Und zum Glück verstehen sich auch Maras Papa und Milos Eltern prächtig. "Milo entdeckte, wie frei das Leben auf dem Ozean war. Mara fand heraus, dass schöne Dinge besonders gut fliegen konnten." (S. 31) Dann verreisen Mara und ihr Papa zu ihren Tanten Paula und Hetty und Maras beiden Kusinen. Und die grosse Vermissung setzt ein. Milo erscheint plötzlich alles ganz grau - was sich auch in Lena Hesses Illustrationen abbildet. Und Mara will es zwar mögen am Meer, wo ihre Tanten leben, aber es gelingt ihr einfach nicht. "Es war schön, sich die Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Aber ohne Milo glitzerte nichts." (S. 44) Nils Pickert erzählt ganz fein von den grossen, turbulenten Gefühlen der beiden ungleichen Freund*innen. Dabei baut er immer wieder witzige und neu erfundene Begriffe ein wie "langweilige Grossigkeiten", "Klettergerüstschiff" und "Glitzerbandschaukel" oder die "entbuntete Kita". Der kreative Umgang mit Sprache passt wunderbar zu den fantasievollen Spielszenen von Mara und Milo und macht Vorlesenden und Zuhörenden gleichermassen Spass. Komischerweise hält die Vermissung an, als sich die beiden endlich wiedersehen. Irgendwie finden sie nicht mehr in ihr gemeinsames Spiel. Wie die beiden die Situation überwinden, müsst ihr selber herausfinden! Bedingungslos liebende Eltern und vielfältige Charaktere Maras alleinerziehender Vater (die Mutter wird nicht thematisiert) und Milos Eltern bestärken die Kinder in ihren jeweiligen Vorlieben, unterstützen das Rollenspiel und erfüllen den Kindern ihre Herzenswünsche - ob Enterhaken, Seeräubersäbel, Glitzerbänder oder Prinzessinnenkronen. Mara, ihr Vater und eine ihrer Tanten sind of Color. Maras Tante hat eine Frau. Maras Vater ist wie erwähnt alleinerziehend und leistet entsprechend auch die Carearbeit. Fazit Nils Pickert schenkt uns mit seinem Vorlesebuch "Seeräubermädchen und Prinzessinnenjunge" eine wunderbare Freundschaftsgeschichte, die mit tradierten Geschlechterrollen bricht und auch sonst divers daherkommt. Eine grosse Vorleseempfehlung für alle, die es klischeefrei mögen, oder gar ein Seeräubermädchen oder einen Prinzessinnenjungen zuhause haben. Die Fakten Seeräubermädchen und Prinzessinnenjunge Nils Pickert (Text) Lena Hesse (Illustration) Carlsen 72 Seiten Erschienen am 29.08.2023 Hardcover ISBN: 978-3-551-52195-8 Ab 5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Nils Pickert auf Instagram Lena Hesse auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Bücher ohne bzw. gegen Geschlechterklischees auf mint & malve (kleine Auswahl) Die Prinzessin und das Pony - Kate Beaton (Reprodukt 2023) Akissi 4 - Die Königin der Nervensägen - Marguerite Abouet, Mathieu Sapin (Reprodukt 2022) Märchenland für alle - Boldizsár M. Nagy (Hrsg.), Lilla Bölecz (Stern, DK Verlag 2022) Rotkäppchen rettet den Wolf. Ein Nicht-Märchen - Petra Piuk, Gemma Palacio (Leykam 2022) Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin - Tom Gauld (Moritz 2022) Zack! - Volker Schmitt, Màriam Ben-Arab (Kibitz Verlag 2021) Bin gleich fertig! - Martin Baltscheit, Anne-Kathrin Behl (Beltz & Gelberg 2021) Power-Prinzessinnen-Patrouille - Mawil (Reprodukt 2021) Fast vergessene Märchen - Isabel Otter, Ana Sender (360 Grad Verlag 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Seemann vom Siebener

    "Seemann vom Siebener", der neue Roman von Arno Frank, spielt sich an einem Ort und an einem einzigen Tag ab und öffnet doch ein ganzes Universum. Wie speziell der Kosmos Freibad ist, fiel mir erst in den USA auf, wo es Freibäder wie in "Seemann vom Siebener" nicht oder zumindest kaum gibt: Ein öffentliches Bad, vielleicht von Wald umgeben, mit grosser Liegewiese, Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, Plantschbecken für die Kleinsten, Kiosk oder gar kleinem Restaurant und Sprungturm. Ein Sprungturm steht auch am Anfang (und Ende) der Geschichte in Arno Franks zweitem Roman "Seemann vom Siebener". An einem heissen Tag am Ende des Sommers treffen sich in einem Freibad in der pfälzischen Provinz unterschiedlichste Menschen. Einer davon ist Kiontke, der Bademeister. Die Leute wundern sich, dass er überhaupt noch am Beckenrand steht, nachdem was vor ein paar Jahren passiert ist und weswegen der Siebener seither gesperrt ist. "Alle miteinander hätten sie verstehen können, wenn sich der Kiontke danach etwas angetan hätte. Wenn's schlecht ausgegangen wäre mit dem Kiontke." (00:04:35) Um diese ominöse Katastrophe kristallisieren sich die Geschichten von Kiontke, Renate und den Freibadgästen. Renate kümmert sich kettenrauchend ums Kassenhäuschen und denkt dabei über die paar Dinge nach, die sie am Kiontke doch eigentlich ganz gerne mag. Isobel kommt schon seit Jahren immer in dieses Freibad, ja, hat sogar eine ganz besondere Beziehung zu seiner Entstehung. Immer mehr driftet sie aber in die Vergangenheit ab und gibt uns so spannende - wenn auch nicht ganz zuverlässige - Einblicke. Lennart, ein international erfolgreicher Fotograf mitten in einer Sinnkrise, ist im Ort aufgewachsen. Dass er jetzt nicht in den USA ist, sondern hier, hat seinen Grund. Dass er im Freibad auf Joe (Josefine) trifft, scheint schon fast schicksalhaft zu sein. Und dann ist da noch das Mädchen, das unbedingt einen Seemann vom Siebener machen möchte. Über das Zusammentreffen dieser Menschen erfahren wir durch Gespräche und Rückblenden immer mehr über ihre jeweiligen Lebenswege, was sie aktuell beschäftigt, wie sie sich ihr Leben vorgestellt haben und wie es sich tatsächlich ergeben hat. Arno Frank spinnt die Fäden zwischen den Lebenswegen sehr geschickt und erzählt mit feinem Humor aus den unterschiedlichen Perspektiven. Dabei erzählt er mit einer Ausnahme immer in der dritten Person, lässt uns aber doch ganz nah an die Menschen herankommen. Die Figuren sind keine typischen Sympathieträger*innen, aber gehen uns mit ihren Eigenheiten doch ans Herz. Arno Frank hat ein gutes Gespür für die Verwerfungen menschlicher Schicksale und beschreibt die unterschiedlichen Charaktere nicht mit ausschweifenden Beschreibungen, sondern indem er uns an ihren Gedankengängen und Gesprächen teilhaben lässt. Etwa, wenn Lennart über das Geländer des Sprungturms sinniert: "Geländern traut er generell nicht. Wie er überhaupt alles vermeidet, bei dem "eigentlich" nichts Schlimmes passieren kann. Achterbahn, Autobahn, Kettenkarussell, Klettern, auch gesichert, sogar Trampolin. Lennart gefällt die tödliche Lücke nicht, die das Wörtchen "eigentlich" lässt." (04:22:43) Ich hätte Arno Frank bzw. der Stimme von Hans Löw im Hörbuch noch lange zuhören können, hätte die Figuren gerne noch weiter begleitet. Aber der Roman macht in seiner Konzentration auf diesen einen Tag und diese Gruppe von Menschen Sinn. Und auch wenn wir nur einen kurzen Moment an den dargestellten Leben teilhaben, so strahlen diese Schlaglichter weit über die Seiten des Buches hinaus. Fazit Arno Frank tangiert mit seinem Roman "Seemann vom Siebener" ganz unterschiedliche Themen wie Trauer, Liebe, Erwachsen- und Älterwerden, Freundschaft, Karriere und Familie. Mit seinem kammerspielartigen Setting gelingt es ihm, ganz unterschiedliche Menschen und ihre Schicksale zu verweben. Mit Humor und Tiefgang schreibt er über das Leben, Träume und unerwartete Wendungen. Von mir gibt es eine grosse Lese- oder Hörempfehlung für diesen Roman, dem ich auch einen Platz auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis zugetraut hätte. PS: Wenn ihr noch eine Zweitmeinung einholen wollt, kann ich euch den Podcast Feiste Bücher von Silvi Feist empfehlen, sie bespricht das Buch in Folge 95 und hat mich erst darauf gebracht. Danke, Silvi! Die Fakten Seemann vom Siebener (Buch) Arno Frank Tropen (Klett-Cotta) 240 Seiten Erschienen am 17.03.2023 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-608-50180-3 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Seemann vom Siebener (Hörbuch) Arno Frank Gesprochen von Hans Löw Goyalit (Jumbo Verlag) 6h 50min ISBN: 978-3-8337-4633-8 Hörbuch kaufen bei genialokal (DE)* Hörbuch kaufen bei Thalia (DE)* Hörbuch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Hörbuch kaufen bei Buchhaus (CH)* Hörbuch kaufen bei Thalia (AT)* "Seemann vom Siebener" bei Storytel hören (Werbung) "Seemann vom Siebener" gibt es wie erwähnt auch als Hörbuch bei Storytel. Grandios gelesen von Hans Löw. Mit meinem Link könnt ihr die Hörbuch-Flatrate von Storytel kostenlos 45 (statt sonst 30) Tage testen*. Storytel bietet über 500'000 Hörbücher und E-Books für alle Altersklassen und jeden Geschmack. Es lohnt sich sehr, habe so schon viele tolle Bücher bzw. Hörbücher entdeckt! Das Abo ist jederzeit kündbar. Ohne Kündigung kostet es monatlich 14.90 Euro. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch oder Hörbuch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Bereit für die Schule? – Personalisierbares Bilderbuch zum Schulstart

    (Werbung/Rabattcode) Habt ihr ein Kind im Umfeld, das bald mit der Schule startet? Dann wäre das personalisierbare Bilderbuch «Bereit für die Schule?» genau das Richtige: ein vielfältiges und mutmachendes Kinderbuch zum Schulstart! Mit meinem Rabattcode bekommt ihr es bis Ende August sogar 20% günstiger! Der Schulstart kann Kinder schon ganz schön nervös machen. Alles ist neu und unbekannt. Wie wird der Schulalltag? Was, wenn man mal auf die Toilette muss? Wie sind die anderen Kinder in der Klasse? Und wie wird es mit dem Schreiben, Lesen und Rechnen klappen? Fragen über Fragen. Da ist ein buchiger Begleiter, der einige drängende Fragen aufgreift und Mut macht, doch perfekt. Wenn es sich dann wie bei «Bereit für die Schule?» noch um ein vielfältiges #ownvoices-Buch handelt, das Einblick in den Schulalltag rund um die Welt gibt, wird es richtig spannend! Persönliches Geschenk zum Schulstart Das personalisierbare Kind reist in «Bereit für die Schule?» mit dem gefiederten Freund Tapferschnabel rund um die Welt und besucht Schulkinder, die auch erst vor Kurzem mit der Schule gestartet haben. Gemeinsam machen sie Halt in Nepal, Indien, Jordanien, Südafrika, Vietnam und Honduras. Das sind alles Länder, in denen sich der Kooperationspartner "Room to Read" für die Alphabetisierung und die Gleichstellung in der Schulbildung einsetzt, deshalb auch die Konzentration auf Länder des globalen Südens. Die Seiten zu jedem Land sind jeweils von einer*einem Illustrator*in des betreffenden Landes gestaltet, so dass auch Gewähr besteht für die detailgetreue und stereotypenfreie Darstellung. Und natürlich entsteht so auch eine schöne Sammlung an unterschiedlichen Illustrationsstilen. So bekommen die Kinder kleine Einblicke in ganz unterschiedliche Kulturen und Schulsysteme. Sie bleiben zwar an der Oberfläche, aber geben doch eine Idee von der Vielfalt des Schulalltags (man denke nur an die unterschiedlichen Schulwege und Klassengrössen) und gleichzeitig der verbindenden Elemente - wie eben der Nervosität rund um den Schulstart. Personalisierbares Kinderbuch jetzt 20% günstiger bestellen! Mit dem Code MINTUNDMALVE20 bekommt ihr im Shop von Librio bis Ende August 2023 20% Rabatt auf euren Einkauf. Das gilt für «Bereit für die Schule?», aber auch alle anderen personalisierbaren Kinderbücher. Bei «Bereit für die Schule?» lassen sich Name, Sprache, Hautfarbe, Frisur, Augenfarbe und Kleidung personalisieren, so dass sich euer Kind garantiert mit dem Helden / der Heldin des Buches identifizieren kann! Die Fakten Bereit für die Schule? Deborah Davis (Text) Nicholas Elliott, Wendy Mairena, Subi Bosa, Suman Maharjan, Phung Nguyen Quang, Ola Yousef, Tasneem Amiruddin (Illustration) Karoline Spiessl (Übersetzung aus dem Englischen) Librio 38 Seiten Hardcover oder Softcover Buch bei Librio bestellen

  • Und heute? - Ein Bilderbuch der unendlichen Möglichkeiten

    Ein neuer Tag beginnt bei Julie Morstad mit der Frage "Und heute?" und eröffnet damit einen Strauss an Möglichkeiten. Ein wunderbares Bilderbuch der vielen Wahlmöglichkeiten, die ein Tag so mit sich bringt. Ich darf mich dieses Jahr "Schöne Bücher Botschafter:in" nennen und euch zwei Prämierte von "Die Schönsten Deutschen Bücher 2023" vorstellen. Der Wettbewerb "Die Schönsten Deutschen Bücher" wird von der Stiftung Buchkunst bereits seit 1966 ausgerichtet. Zwei Expert:innenjurys treffen in einem mehrstufigen Verfahren die Auswahl der innovativsten und schönsten Bücher des Jahres. Sie sind gestalterisch sehr unterschiedlich und zeigen auch, was in der Herstellung von Büchern alles möglich ist. Es gibt je fünf Prämierte in fünf Kategorien: »Allgemeine Literatur«, »Wissenschaftliche Bücher, Fachbücher, Schul- und Lehrbücher«, »Ratgeber, Sachbücher«, »Kunstbücher, Fotobücher, Ausstellungskataloge« und »Kinderbücher, Jugendbücher« . 2023 gab es 602 Einsendungen, 207 Bücher wurden von der 1. an die 2. Jury weitergegeben. Davon erhielten die 25 im Bild eine Auszeichnung. Die anderen Botschafter:innen und sonst alle Details findet ihr in meinem Instagram-Highlight "Schönste Bücher". Und heute? Was tun? Wie anziehen? Wohin gehen? Schon beim Aufwachen stellen sich ganz viele Fragen und damit eine grosse Palette an Möglichkeiten, die Julie Morstad den jungen Betrachter:innen ihres Bilderbuchs "Und heute?" zeigt. Da gilt es zum Beispiel die Kleider auszuwählen: Darf es heute ein Kimono sein? Oder wie wäre es mit einem Imkerhut? Oder doch einfach im Pyjama bleiben? Die Auswahl ist riesig und entsprechend auch die Vorstellung davon, das eine oder andere tatsächlich anzuziehen. Weiter geht es mit der Wahl der Frisur. Die kanadische Illustratorin und Kinderbuchautorin präsentiert uns hier eine äusserst diverse Frisurensammlung vor zartrosa Hintergrund: vom Vokuhila, über einen Donut, bis zu Haaren, die mal wieder einen Haarschnitt nötig hätten. Bevor es dann losgeht, wird noch gefrühstückt, auch hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und so geht es weiter durch den Tag. Mal vor weissem, mal vor pastellig-buntem Hintergrund sehen wir all die Möglichkeiten, die ein Tag so bereithalten kann. Wo geht es hin? Und wie? Stadt oder doch lieber Land? Welche Blumen blühen gerade auf der Wiese? Der Sommer ruft nach Abkühlung und Eisessen. Aber was, wenn es regnet draussen? Vielleicht ein Buch lesen? Wollen wir mal einen Blick reinwerfen? Dann öffnet "Und heute?" und lasst die Kinder entscheiden, worauf sie gerade Lust haben! Julie Morstad eröffnet mit ihrem Bilderbuch einen Raum der unendlichen Möglichkeiten. Junge Betrachter:innen werden immer einen Anknüpfungspunkt finden, sich vorstellen, mal etwas ganz Neues zu machen oder kommen ins Erzählen, was sie schon alles gemacht haben, welche Kleidungsstücke oder Gegenstände (ich sage nur: Steine!) sie auch besitzen, was sie frühstücken und wie sie sich am liebsten fortbewegen. Und so wird "Und heute?" zu einem selbstermächtigenden Bilderbucherlebnis. Die abgebildeten Kinder (und ein paar wenige Erwachsene, wo es sie halt braucht - zum Beispiel, um den Helikopter zu fliegen) sind vielfältig, was Stil, Haar- und Hautfarbe, Frisur und Typ angeht. Ein Junge trägt auch mal ein pinkes oder violettes T-Shirt. Ausbaufähig wäre die Vielfalt zum Beispiel in Bezug auf Behinderungen oder die Figur. Der Illustrationsstil ist leicht abstrakt, aber immer noch realistisch. Wunderschön sind die unterschiedlichen Strukturen und die verspielte Mischung aus unterschiedlichsten Farben und Stiften, von Wasserfarbe, über Öl- und Buntstift, bis zum Fineliner und gedruckt Anmutendem. Der Umschlag und das Papier sind matt, was gut zur eher gedeckten Farbpalette passt und gut in der Hand liegt. Ein haptisches Highlight ist die Prägung des Titels auf dem Cover. Fazit "Und heute?" von Julie Morstad nimmt kleine Kinder mit durch einen Tag voller Möglichkeiten. Was machst du heute? Was ziehst du an? Und passt dein Haarschnitt noch oder darfs mal eine neue Frisur sein? Ein Bilderbuch als Fest der Möglichkeiten. Hier können sich Kinder gedanklich austoben. Und vielleicht springt ja sogar ein Plan für morgen dabei heraus! Und hier geht's auch noch zur Jury-Begründung. Die Fakten Und heute? Julie Morstad (Text + Illustration) Kathrin Bögelsack (Übersetzung aus dem kanadischen Englisch) Bohem 56 Seiten Erschienen am 02.06.2022 Hardcover ISBN: 978-3-95939-212-9 Ab 2 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Julie Morstad Julie Morstad bei Instagram PS: Herzlichen Dank an Kirchner Kommunikation und die Stiftung Buchkunst für die Kooperation als Schöne Bücher Botschafter:in. Herzlichen Dank an Bohem Press für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Simone de Beauvoir - Ich möchte vom Leben alles

    Sich einer bedeutenden Denkerin des 20. Jahrhunderts und des Feminismus mit einer Graphic Novel annähern? Das geht dank Julia Korbik und Julia Bernhard mit "Simone de Beauvoir - Ich möchte vom Leben alles". Wir treten gemeinsam mit Deirdre Bair, einer amerikanischen Biographin, in Simone de Beauvoirs Leben. Oder besser gesagt, in ihr Wohnzimmer, wo unter anderem ein Abdruck von Sartres Händen zu finden ist. Deirdre Bair hat neben einer preisgekrönten Biographie von Samuel Beckett tatsächlich auch eine von Simone de Beauvoir (Godmann 1990) geschrieben. In der Graphic Novel spielen wir nun sozusagen Mäuschen bei ihrem Gespräch bzw. ihren Gesprächen ab 1981 über Simone de Beauvoirs Leben, Wirken und Lieben. Ein toller Kniff von Autorin Julia Korbik und Illustratorin Julia Bernhard, um aus unterschiedlichen Perspektiven auf das Leben dieser aussergewöhnlichen Persönlichkeit zurückzublicken und uns gefühlt richtig nah heranzubringen - obwohl sie mit Deirdre Bair seltsam auf Distanz bleibt, geradezu spröde wirkt in den Gesprächsszenen. Simone schaut ganz kurz zurück auf ihre Kindheit - in der vor allem der soziale Abstieg der Familie einschneidend war. Dann gibt es einen Sprung zu ihrer Jugendzeit im Paris der 1920er-Jahre, wo sich bereits abzeichnet, dass Simone einen für damalige Verhältnisse unkonventionellen Lebensweg einschlagen wird. "Jetzt, wo es keinen Gott mehr für mich gibt, werde ich ein Werk verfassen, mich selbst wiedererschaffen und mein Dasein rechtfertigen." (S. 39) Sie möchte nicht heiraten, sondern auf eigenen Beinen stehen, unabhängig sein, sich ausprobieren und sich selbst definieren - auch in ihrer Rolle als Frau. Sie studiert Philosophie auf Lehramt und lernt an der Sorbonne unter anderem auch Jean-Paul Sartre kennen. Das Studium schliesst sie als Zweitbeste hinter Sartre ab. In ihm hat sie einen ebenbürtigen oder sogar überlegenen Partner gefunden. Mit ihm geht sie einen vorerst zweijährigen Pakt ein, dass sie sich treu sind, aber gleichzeitig auch andere Beziehungen eingehen (siehe Bild). "Zum ersten Mal in meinem Leben fühle ich mich geistig von einem anderen beherrscht." (S. 85) Copyright: Julia Bernhard - "Simone de Beauvoir - Ich möchte vom Leben alles". Die obigen Bilder sind nicht ganz repräsentativ für den Illustrationsstil von Julia Bernhard. Die meisten Seiten enthalten noch mehr Senfgelb oder Ocker in unterschiedlichen Schattierungen. Ein Blick hinein lohnt sich also! Mit ihren Zeichnungen ergänzt sie die Ebene der Dialoge ganz wunderbar und mit Augenzwinkern, wenn sich zum Beispiel im oben abgebildeten Dialog zur Beziehung zwischen Sartre und de Beauvoir auf der Bildebene ein zweiter Handlungsstrang mit Tauben, Hunden und Statuen in der Hauptrolle entspinnt. In unterhaltsamen, manchmal auch witzigen Episoden mit vielen Dialogen erfahren wir so mehr darüber, wie Simone de Beauvoir zu einer der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts wurde - Existenzialistin, Feministin. Wie sie mit "Le deuxième sexe" ("Das andere Geschlecht"), aber auch mit ihren Romanen und Essays für Furore bzw. handfeste Skandale sorgte. Und wie sie in den 70er-Jahren zu einer der Vorkämpferinnen für die Legalisierung der Abtreibung in Frankreich wurde. Die Graphic Novel funktioniert in sich gut, gibt einen guten Einblick und ein Gefühl von der Person Simone de Beauvoir. Simone de Beauvoirs Leben und auch ihr Werk lässt sich damit aber doch nur anreissen. Für mich war es sehr hilfreich, dank "Oh Simone!" - ebenfalls von Julia Korbik - bereits mehr über sie zu wissen (siehe Kurzvorstellung in diesem Sammelbeitrag). Wer also mit der Graphic Novel einsteigt, dem kann ich das Sachbuch nur wärmstens als Ergänzung und Vertiefung empfehlen. Und wer gerne sein Kind auch schon mal auf Simone-de-Beauvoir-Pfade lenken möchte, dem sei die Kinderbiographie aus der Reihe "Little People, Big Dreams" empfohlen. Fazit "Simone de Beauvoir - Ich möchte vom Leben alles" von Julia Korbik und Julia Bernhard ist ein wunderbares Porträt der grossen französischen Denkerin. Mit Bild und Wort dieser Graphic Novel tauchen wir ein ins Paris des 20. Jahrhunderts, wo eine Frau ihren eigenen Weg geht, im Frausein, im Denken, im Widerstand und in der Liebe. Meine philosophisch-feministische Leseempfehlung! Die Fakten Simone de Beauvoir - Ich möchte vom Leben alles Julia Korbik (Text) Julia Bernhard (Illustration) Rowohlt Verlag 224 Seiten Erschienen am 12.06.2023 Hardcover ISBN: 978-3-498-00360-9 Ab 14 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Julia Korbik auf Instagram Julia Bernhard auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Rowohlt Verlag für das digitale Rezensionsexemplar und die zur Verfügung gestellten Bilder. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Kira und Kooki. Auf den Spuren des Energiekristalls

    Habt ihr Lust auf eine Zeitreise? Und darauf, mehr über Schweizer Frauen zu erfahren, die Geschichte schrieben? Dann kann ich euch den Comic von "Kira und Kooki. Auf den Spuren des Energiekristalls" von Mireille Lachausse und Laura Simon nur herzlich empfehlen. Das Comic-Buch "Kira und Kooki. Auf den Spuren des Energiekristalls" basiert auf der gleichnamigen Comic-Serie, die jeweils im KALEIO, dem Magazin für Mädchen (und den Rest der Welt), erscheint. Zu den ersten 12 Folgen des Comics kommen im Buch eine Bonus-Episode und ein spannendes Interview mit Historikerin Nadine Brügger hinzu. Das Buch wurde dank einer Crowdfunding-Kampagne möglich, die auch ich unterstützt habe. Mehr über das Magazin (das zu Beginn noch Kosmos hiess) erfahrt ihr in einem älteren Beitrag. Frauen, die Geschichte schrieben Wenn wir uns an unsere Schulzeit zurückerinnern, wird es uns wohl allen ähnlich gehen: Frauen glänzten in den Geschichtsbüchern oft durch Abwesenheit. Das war allerdings nicht selbstverschuldet und liegt auch nicht daran, dass Frauen nichts Geschichtsträchtiges getan oder erlebt hätten (siehe meine Tipps unten). Es wurde und wird aber weniger darüber geschrieben oder ihre Erlebnisse dem Bereich des Banalen zugeordnet. Ihr kennt die patriarchalen Mechanismen, die da - und auch in der Literatur - wirken, was das Leben und Wirken von Frauen angeht. Umso wichtiger ist es, mit Büchern in einige dieser bisher kaum beleuchteten Leben einzutauchen und hier bietet der Comic-Band "Kira und Kooki. Auf den Spuren des Energiekristalls" von Mireille Lachausse und Laura Simon eine äusserst spannende Gelegenheit. Mit dem Schwarzen Mädchen Kira aus Biel und der künstlichen Intelligenz Kooki reisen wir durch die Jahrhunderte und entdecken so manche Schweizerin, die einen Platz im Geschichtsbuch verdient hätte. Von einigen wie Katharina von Wattenwyl oder Marie Heim-Vögtlin habe ich schon gehört, andere wie Elisabeth Baulacre, Tilo Frey oder Annemarie Schwarzenbach waren mir vollkommen neu oder ich kannte nicht mehr als den Namen. Die einzelnen Episoden sind geschickt verwoben zu einem Handlungsbogen über den ganzen Comic hinweg. Kiras Mutter, Physikerin und Erfinderin von Kooki, ist nämlich selbst irgendwo in der Vergangenheit stecken geblieben. Aufgabe von Kira und Kooki ist es nun, sie wiederzufinden und in die Gegenwart zurückzuholen. Bei der Suche nach der Mutter sind ihnen herausragende Frauen aus der Vergangenheit (oder teils auch ihre Mitmenschen) behilflich. Und so reisen wir in ganz unterschiedliche Zeiten und an unterschiedliche Orte: ins Wallis zur Zeit des Römischen Reiches (2. Jahrhundert), in die Waadt und nach Genf im 17. Jahrhundert, an die Schlacht von Waterloo in Belgien (1815), nach Zürich, in die Bündner Berge, ins Tessin, nach Neuenburg im 20. Jahrhundert und zurück in die Gegenwart im zweisprachigen Biel. Verschiedene Facetten der Vielfalt Den erzählenden Comic-Episoden folgt jeweils ein Kurzportrait der geschichtsträchtigen Frauen: Sie waren Autorin, Ärztin, Wohltäterin, Politikerin, Kämpferin, Fotografin, Gastarbeiterin oder Unternehmerin. Diese Portraits kommen mal als Interview daher, mal wie ein Steckbrief oder ein Eintrag in ein Freundschaftsbuch. Neben den Frauenportraits geht es auch um den Kaiserkult und die Schule im antiken Rom, um Gastarbeiter*innen (sogenannte Saisonniers) in der Schweiz, das Zeitreisen und das Internationale Rote Kreuz. Die Vielfalt kommt neben den ganz unterschiedlichen Frauen (darunter auch queere und Schwarze) und Epochen auch über Kira als Schwarze Heldin (mit weisser Mutter und Schwarzem Vater) zum Tragen. Mireille Lachausse hat die Comics wunderschön und detailreich gezeichnet und in wechselnden Farben monochrom koloriert. Die Panels sind klassisch mit vielen Sprechblasen und onomatopoetischen Ausdrücken und die Handlung wird schnell vorangetrieben. Schön ist ausserdem, dass Goethe für einmal nur zu einem Gastauftritt kommt! ;-) Fazit Mit "Kira und Kooki. Auf den Spuren des Energiekristalls" von Mireille Lachausse und Laura Simon erleben wir ein spannendes Comic-Abenteuer und lernen auch noch viel über besondere Frauen der Schweizer Geschichte. Die Lektüre macht richtig Lust, weiter in die Leben dieser und weiterer Frauen einzutauchen, die in den Geschichtsbüchern oft vergessen gehen. Eine tolle Mischung aus erzählendem und Sachbuch-Comic aus feministischer Perspektive! Die Fakten Kira und Kooki. Auf den Spuren des Energiekristalls Mireille Lachausse (Text + Illustration) Laura Simon (Text) Martina Polek (Übersetzung aus dem Französischen) Kaleio 92 Seiten Erschienen am 02.06.2023 Softcover ISBN: 978-3-9525835-0-0 Ab 8 Jahren Buch kaufen bei KALEIO KALEIO bei Instagram Weitere Bücher über Frauen auf mint & malve Kinder und Jugendliche Mach dir die Welt - 30 Frauen erzählen: Ein Buch zum Mitmachen - Raffaela Schöbitz (Leykam 2022) Aretha Franklin, Kamala Harris, Amanda Gorman. Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara (Insel Verlag 2022) Frauenleben im Lauf der Zeit - Katarzyna Radziwill, Joanna Czaplewska (Helvetiq 2021) Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit - Cy. (Carlsen Verlag 2021) Weltgeschichte für junge Leserinnen - Kerstin Lücker, Ute Daenschel (Kein & Aber, Neuauflage 2020) Marie Curie, Ein Licht im Dunkeln, Frances Andreasen Osterfelt, Anja C. Andersen, Anna Blaszczyk (Knesebeck 2020) Anne Frank. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten, Isabel Thomas, Paola Escobar (Laurence King 2019) "Hannah Arendt, Little People, Big Dreams" und "Die drei Leben der Hannah Arendt" "Unerschrocken 1" und "Unerschrocken 2" (es gibt neu auch einen Sammelband) - Pénélope Bagieu (Reprodukt 2017/2018) Good Night Stories for Rebel Girls 1 - Francesca Cavallo, Elena Favilli (Hanser 2017) Good Night Stories for Rebel Girls 2 - Francesca Cavallo, Elena Favilli (Hanser 2018) Anne Frank, Frida Kahlo und Marie Curie. Little People, Big Dreams, María Isabel Sánchez Vegara (Insel Verlag 2019) Erwachsene Frauen Literatur. Abgewertet, vergessen, wiederentdeckt - Nicole Seifert (Kiepenheuer & Witsch 2021) Wenn nicht ich, wer dann? Grosse Reden grosser Frauen - Anna Russel, Camilo Pinheiro (Sieveking 2019) Oh Simone! Warum wir Simone de Beauvoir wiederentdecken sollten - Julia Korbik (Rowohlt 2017) Zehn unbekümmerte Anarchistinnen - Daniel de Roulet (Limmat 2017) Podcast-Tipp: HerStory - Frauen und Queers in die Geschichtsbücher Jasmin Lörchner, freie Journalistin, erzählt in ihrem Podcast HerStory alle zwei Wochen eine neue Geschichte über Frauen und Queers, die die Aufnahme in die Geschichtsbücher verdient hätten. Zuletzt erschienen die Folgen zu Malerin Tamara von Lempicka, zur Botanikerin Jeanne Baret und zur Mathematikerin Emmy Noether. Mittlerweile gibt es sogar ein Buch zum Podcast: In "Nicht nur Heldinnen, 20 Frauen, die Geschichte schrieben" erzählt Jasmin Lörchner von ägyptischen Herrscherinnen, chinesischen Piratinnen, deutschen Juristinnen und vielen weiteren beeindruckenden Frauen aus aller Welt.

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