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Mathilde und Marie

  • Autorenbild: Eliane Fischer
    Eliane Fischer
  • vor 55 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

(Werbung) Seid ihr auf der Suche nach einem Roman, der euch eine wundervolle Auszeit voller Bücher, Empathie und sympathischer Charaktere beschert? Dann kann ich euch Torsten Woywods Debütroman "Mathilde und Marie" von Herzen empfehlen.


Mathihlde und Marie - Torsten Woywod (dtv 2026). Foto: Eliane Fischer, mintundmalve.ch

Vielleicht kennt ihr die Sachbücher von Torsten Woywod, den ich als Büchermensch durch und durch bezeichnen würde: In 60 Buchhandlungen durch Europa* oder In 80 Buchhandlungen um die Welt*.


Nun ist mit "Mathilde und Marie" bei dtv sein erster Roman erschienen. Ich hätte mir für die Zeit zwischen den Jahren keine bessere Lektüre vorstellen können. Marie, eine Mittzwanzigerin, ergreift nach einem lebensverändernden Ereignis die Flucht aus dem trubeligen, stressigen, lauten Paris. Sie besteigt den erstbesten Zug und landet in Belgien. Schon im Regionalzug in Richtung Libramont, in den Ardennen, lernt sie Jónína kennen. Die ältere Isländerin überzeugt Marie, sie ins Bücherdorf Redu zu begleiten. Ja, das Dorf gibt es wirklich und es ist voller Buchhandlungen für jedes Bedürfnis oder Spezialinteresse.



Entschleunigung pur

Marie hat anfangs Mühe, sich auf den Aufenthalt in Redu einzulassen, ist sie hier doch praktisch abgeschnitten von der Aussenwelt. Im Dorf gibt es nur für eine Stunde pro Tag überhaupt Internetempfang - erzwungenes Detox sozusagen. Doch dann ergreift Marie die Chance, so richtig zu entschleunigen, sich Gedanken über ihr Leben und ihre Erwartungen an die Zukunft zu machen.


Und dann geschieht noch etwas: Jónína verlässt das Dorf ohne Vorankündigung für eine Weile in Richtung ihrer Heimat und wirft Marie ins kalte Wasser: Plötzlich steht die junge Frau alleine da mit Jónínas Buchhandlung und deren Hündin Anneliese. Zum Glück gibt es noch ein paar andere nette Bewohner:innen von Redu - und dann ist da noch die mürrische, einzelgängerische Mathilde.


Der Buchtitel lässt es vermuten: Die beiden nähern sich nach und nach an. Bald verbindet sie eine generationenübergreifende Freundschaft. Was hinter Mathildes Traurigkeit und Isolation steckt, verrate ich natürlich an dieser Stelle nicht. Und auch, welche Rolle eine Kiste voller Schlüssel spielt, müsst ihr euch selber erlesen. Klar ist, dass die beiden Frauen sich gegenseitig zu einer wichtigen Stütze werden.



Wohlfühlbuch mit Tiefgang

Torsten Woywod lässt uns mit "Mathilde und Marie" eintauchen in eine Welt voller Bücher, lässt uns entschleunigen, die Natur mit den Protagonist:innen mit jeder Faser geniessen. Seine Figuren sind eigenwillig, charakterstark, manchmal etwas verschroben, aber immer liebenswert. Das gilt auch für den Ort Redu, der neben den menschlichen und tierischen Figuren durchaus als wichtiger Protagonist im Buch betrachtet werden kann.


In einer Online-Buchpremiere mit Florian Valerius (bekannt als @literarischernerd auf Instagram) hat Torsten Woywod verraten, dass Anneliese seinem eigenen, leider viel zu früh verstorbenen Hund Nele nachempfunden ist. Nele ist dieser Roman denn auch gewidmet.


Torsten Woywod schreibt elegant und man kann es nicht anders sagen: schön. Er schildert die Ereignisse in drei Teilen und aus den unterschiedlichen Perspektiven von Marie, Jónína und Mathilde, wodurch die Lektüre immer abwechslungsreich bleibt. Nicht ganz autenthisch fand ich teilweise, wie sich Jónína und Thomas, der Bäcker von Redu, ausdrücken. Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand so spricht.


"Tut mir leid, liebe Marie. Ich wollte dir nicht zu nahe treten, das war mein Fehler, nicht deiner. Wobei ich eigentlich gar nicht von einem Fehler sprechen möchte, im Gegenteil. Nennen wir es eine ausgesprochen direkte Art des Kennenlernens, wodurch die Karten gleich offen auf dem Tisch liegen..." / S. 19

Insgesamt finde ich diese etwas gestelzten Dialoge verzeihbar, weil es den Figuren sofort Charakter verleiht. Über einige Formulierungen wie "mit einem Fingertipp" oder "es regnete Hunde und Katzen" bin ich gestolpert, da sie wie aus dem Englischen übersetzt klingen. Passender wären wenn schon Wendungen aus dem Französischen gewesen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau und tut dem Lesegenuss keinen Abbruch.


Torsten Woywod gelingt es mit seinem Romandebüt, die Leser*innen eintauchen zu lassen in eine völlig andere Welt. Die Lektüre ist entschleunigender Eskapismus pur. Und das Schönste daran? Es ist keine Utopie. Solche Menschen, das Leben in Gemeinschaft und mit ganz vielen Büchern gibt es wirklich! Ich würde sagen: Auf nach Redu! Oder wahlweise : "Mathilde und Marie" lesen! Hier geht's zur Leseprobe von Book 2 Look*.


Der Autor sagte im Gespräch mit Florian Valerius: "Hoffentlich ein Buch, das einfach gut tut." Diese Hoffnung hat sich zumindest für mich zu 100 Prozent bestätigt.



Fazit

"Mathilde und Marie" von Torsten Woywod ist eine literarische Ode an das Entschleunigen, an die Freundschaft und das Leben in Gemeinschaft. Mich würde es nicht erstaunen, wenn das Buch dieses Jahr auf der LIste zum Lieblingsbuch der unabhängigen Buchhandlungen oder anderen Bestenlisten auftauchen würde. Von mir gibt es deshalb eine ganz herzliche Leseempfehlung!



Die Fakten

Torsten Woywod

dtv Verlag

336 Seiten

Erschienen am 15.01.2026

Hardcover mit Lesebändchen

ISBN: 978-3-423-28512-4




PS: Herzlichen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar und die Einladung zur digitalen Buchpremiere.



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