Einfach Sunny
- Eliane Fischer

- vor 2 Stunden
- 6 Min. Lesezeit
(Werbung/Verlosung) Wie oft habt ihr ein Kinderbuch mit blinder Heldin gelesen? Ich noch nie! Deshalb habe ich mich sehr auf "Einfach Sunny" von Maren Graf und Olivia Vieweg gefreut und wurde nicht enttäuscht. Mit etwas Glück könnt ihr das Buch bald selber lesen. Ich darf nämlich ein Exemplar an euch verlosen. Und oben drauf habe ich noch einen DIY-Tipp für ein Fühlmemory für euch!

Sunny ist professionelle Sachen-Sucherin. Die erste Fundsache lässt denn auch nicht lange auf sich warten. Auf dem Gehsteig trifft Sunny mit ihrem Stock auf ein ziemlich grosses, ziemlich schweres, aber auch irgendwie weiches Ding. Das Ding entpuppt sich als Mensch, genauer gesagt, als Ben, der wie Sunny in die dritte Klasse geht und das auch noch an der Schule, die Sunny so gerne bald besuchen würde.
Leider ist dieser Ben nicht wahnsinnig gesprächig und scheint irgendwie traurig zu sein. Sunny entscheidet, dass der Junge offensichtlich Hilfe braucht und nimmt ihn kurzerhand mit. Ben lässt sich wirklich jedes Detail aus der Nase ziehen, aber irgendwann findet Sunny heraus, dass er ein "Dings" vermisst und ist entschlossen, ihm bei der Suche zu helfen. Ehrensache, also professionelle Sachen-Sucherin.
Ermittlungen mit allen Sinnen
Maren Graf nimmt uns in "Einfach Sunny" mit auf eine unterhaltsame Detektivsuche mit der blinden Heldin Sunny. Eindrücklich schildert sie, wie Sunny ihre Umwelt mit allen Sinnen wahrnimmt. Okay, auf das Sehen muss Sunny verzichten, denn in ihrer Welt ist es dunkel. Aber sie hat ihren Blindenstock, erfühlt ganz viel mit den Händen (und den Untergrund mit den Füssen), riecht und hört ihre Umgebung.
"Der Bergweg liegt nur drei Mal Abbiegen von Ferdinands Fundkiste entfernt. Den Weg dorthin kennt sie sogar. Links, über die unebenen Pfastersteine, bei der Bäcker-Ecke rechts, bis sich der süße Duft von Waffeln, Kuchen und Brötchen verzogen hat, dann nach der Bushaltestelle noch mal links." / S. 39
Wie sich Sunny mit Hilfe ihrer Sinne und dem Blindenstock im Raum orientiert, ist sehr eindrücklich mitzuverfolgen. Es ist nicht so, dass Sunny besser hören oder riechen würde als andere, aber diese Sinne haben für sie einen höheren Stellenwert, sind durch die Übung bestens geschärft. Ben fragt sich sogar:
"Ob Sunny einen Extra-Sinn hat? Der ihre Augen ersetzt? Kann ja eigentlich nicht sein. Aber trotzdem. Sunny kann irgendwie unter die Haut gucken. Ja, genau so fühlt sich das an. Wahrscheinlich hört sie gerade sogar sein Herz klopfen." / S. 113
An dieser Textstelle wird schon deutlich, dass Sunny nicht nur ihre Sinne gut nutzt, sondern auch ein gutes Gespür für Menschen und ihre Gefühle hat. Und dieses Gespür wird sich im Verlaufe der Ermittlungen noch als sehr hilfreich erweisen.
Ermittlungen mit Hindernissen und Erdbeereis
Auf dem Vorsatzpapier könnt ihr erkennen, womit Sunny und Ben es so zu tun kriegen bei ihren Ermittlungen. Was es mit dem Dackelmann, dem Monster, einer Gartenmauer und einem Erdloch so auf sich hat, müsst ihr natürlich selber lesen. Auf jeden Fall wird das Team vor so einige Herausforderungen gestellt und dabei geht es nicht nur um das verlorene Dings, sondern auch noch um eine Freundschaft, fiese Mobber und Sunnys Zukunft an der neuen Schule.
"»Das Leben schenkt dir nicht immer nur Erdbeereis. Du musst auch mal bereit sein für Überraschungen.«" / S. 133
Maren Graf zeichnet ihre Heldin sehr vielschichtig. Und klar, auch eine Heldin hat mal zu kämpfen und das Blindsein ist in manchen Situationen echt unpraktisch, das wird gar nicht beschönigt. Der zurückhaltende Ben bildet einen guten Kontrast zur quirrligen, immer optimistischen Sunny. Die meisten Kapitel werden aus der Perspektive von Sunny erzählt, einige aber auch aus Bens Sicht. Welchen Blick wir gerade einnehmen, ist an der farblichen Gestaltung der Kapitel zu erkennen (rot für Sunny, grün für Ben).
Das Kinderbuch bebildert hat Olivia Vieweg. Wie ihr seht, ist von kleinen Vignetten bis zu seitenfüllenden Illustrationen alles dabei. Die Bilder sind in ganz warmen Farben gehalten, so als wären sie - wie Sunnys Gemüt - in Sonnenlicht getaucht worden.
Neben den auflockernden Bildern kommt den jungen Leser*innen auch der lockere Satz entgegen. Die Schrift ist relativ gross, die Seitenränder breit und die Zeilenabstände so gross, dass man nicht in der Zeile verrutscht. So wird "Einfach Sunny" für Kinder ab etwa 8 Jahren zu einem tollen Leseerlebnis.
Fazit
"Einfach Sunny" von Maren Graf und Olivia Vieweg ist eine Detektivgeschichte mit Humor, einer ursympathischen Heldin, einer wunderbaren Freundschaft und der richtigen Portion Spannung. Von mir gibt es natürlich eine sonnige Leseempfehlung!
Die Fakten
Maren Graf (Text)
Olivia Vieweg (Illustration)
Thienemann
208 Seiten
Erschienen am 28.01.2026
Hardcover
ISBN: 978-3-522-18863-0
Ab 8 Jahren
PS: Herzlichen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar.
DIY-Tipp: Ein Fühlmemory basteln
Um sich einmal ganz auf seinen Tastsinn zu konzentrieren, bietet sich ein Fühlmemory an. Das lässt sich natürlich in ganz unterschiedlichen Varianten vorstellen. Wir haben eine Variante mit verschiedenen Oberflächen auf typischen quadratischen Memory-Kärtchen. Diese könnt ihr mit Karton und Materialien, die ihr im Haushalt findet, ganz einfach selber basteln. Anstatt den Stoffbeutel mit Kordel und die Augenbinde selber zu nähen, könnt ihr natürlich auch einfach irgendeinen Beutel und eine vorhandene Augenbinde oder ein Tuch zum Verbinden der Augen nehmen.
Kinder selber machen lassen oder einbeziehen
Beim Basteln und Nähen können die Kinder gut die Hauptarbeit übernehmen. Meine Tochter hat in der 2. Klasse sämtliche Teile des Fühlmemorys selber gemacht. Der Beutel lässt sich aus einem Stück Stoff auch von Hand ganz einfach nähen. Die Augenmaske besteht aus zwei Filzstücken, die ebenfalls von Hand zusammengenäht und mit einem Gummiband (mit Filzstift etwas verschönert) versehen werden.
Zu den Kärtchen können sicher auch kleinere Kinder schon etwas beitragen. Folgende Materialien bieten sich zum Bekleben an:
verschiedene Stoffe - etwa Seide, Jute, Plüsch, Netzstoff
Filz und (Kunst-)Leder
verschiedene Papiere, Kartons (z.B. Wellpappe) und Folien
verschiedene Kunststoffe - etwa dünne Kunststoffmatte, Isolier- oder Verpackungsmaterial
Je ähnlicher die gewählten Materialien sind, je kniffliger wird das Memory.
So wird gespielt
Wir spielen das Memory so, dass wir eine Hälfte der Kärtchen auf dem Tisch auslegen. Die andere Hälfte bleibt im Beutel. Reihum zieht jemand die Augenbinde an und greift dann in den Beutel. Das Pendant des gezogenen Kärtchens muss dann durch Erfühlen - nicht schummeln! - auf dem Tisch gefunden werden. Wenn man mag, kann man natürlich auch noch ein Zeitlimit setzen, um die Schwierigkeit twas zu erhöhen.
Mitspielen können alle zwischen etwa 3 und 99 (oder darüber hinaus)!
Viel Spass!
Eure Eliane
VERLOSUNG: Gewinne 1x "Einfach Sunny" von Maren Graf und Olivia Vieweg
Aus Anlass unserer Blogtour rund um "Einfach Sunny" darf ich ein Exemplar des Buches an euch verlosen. Und so kannst du in den Lostopf hüpfen:
Lass mich in den Kommentaren wissen, welche welchen deiner Sinne du am meisten vermissen würdest. Vergiss nicht, deine E-Mail-Adresse anzugeben, damit ich dich bei einem Gewinn kontaktieren kann! (Die Adresse wird nicht öffentlich angezeigt.)
Auch hier kannst du in den Lostopf hüpfen:
Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Mittwoch, 4. Februar 2026, 23:59 Uhr.
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Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die*den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du per Mail bzw. PN auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch den Verlag. Dafür gebe ich deine Adresse weiter an Thienemann-Esslinger Verlag. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun.
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