Milch ohne Honig

Dass Bienen für die Bestäubung und damit für viele Nahrungsmittel elementar sind, dürfte vielen klar sein. Hanna Harms präsentiert in ihrem Sachbuch-Comic "Milch ohne Honig" viele weitere Fakten rund um Bienen und das Bienensterben und rüttelt damit berechtigterweise auf!


Milch ohne Honig - Hanna Harms (Carlsen 2022)

Hanna Harms führt uns in "Milch ohne Honig" sanft an die Thematik heran. In poetischen Bildern mit viel Schwarz und Gelb und einigen lachsfarbenen Akzenten bringt sie uns zunächst einiges über Bienen, die Bestäubung von Pflanzen - durch Bienen oder den Wind -, über Bienenarten, das Sammeln von Blütenpollen und Nektar, die Honigproduktion, die Kommunikation unter den Bienen und mehr. Wusstet ihr zum Beispiel, dass es über 20'000 Bienenarten gibt, aber nur 9 von ihnen Honigbienenarten sind? Oder dass eine grössere Vielfalt der Bestäuber auch bedeutet, dass es eine grössere Vielfalt an Pflanzen gibt?


Der Mensch und der Klimawandel setzen den Bienen zu

Die Welt könnte zu schön sein, ein Schlaraffenland, in dem Milch und Honig fliessen. Doch dieses Idyll gibt es nicht mehr. Jeden Frühling gibt es Bienenvölker, die den Winter nicht überstanden haben. Eine einsame Königin bleibt zurück. Jeden Herbst werden kranke Bienenstöcke in Gas und Flammen getötet.


Bienen kennen viele Bedrohungen: Viren, Bakterien, Pilze, die Varroamilbe. Durch die Zucht verlieren Bienen teils natürliche Abwehrmechanismen. Die Monokulturen in der Landwirtschaft bedeuten für viele Arten Mangelernährung. Insektizide greifen die Nervenzellen der Tiere an. Statt Gärten mit wild blühenden Wiesen, treffen wir immer mehr Gärten mit Steinwüsten oder "langweiligem" Rasen an. Städte und Dörfer werden zubetoniert.


Hanna Harms zeigt im Weiteren auch auf, welche Folgen das Bienensterben hat und was eine Verschlimmerung der Situation bedeuten könnte. Das klingt dystopisch und ist es auch. Oder noch schlimmer: Es ist bereits Realität! Und teils lässt sich diese Entwicklung auch nicht mehr rückgängig machen. Aber die Autorin und Zeichnerin macht uns zum Ende hin auch Mut, dass ein Wandel zum Guten noch möglich ist. Doch der muss grundlegend sein! Prof. Dr. Jürgen Tautz bekräftigt das mit seinem Nachwort nochmals aus wissenschaftlicher Sicht.


Besondere Mischung aus Wissensvermittlung und Poesie

So bleibt man nach der Lektüre beeindruckt, aufgerüttelt und doch motiviert zurück, etwas zu verändern. Umso besser, dass wir im Buch auch noch Links zu weiterführenden Informationen und damit Ideen erhalten, wo wir mit Handeln beginnen könnten.



Die Hamburger Illustratorin Hanna Harms vermittelt in ihrem Debüt viel Wissen, aber in verdaubaren Mengen und in Bild und Text auch durchaus poetisch. Die Bilder beschwören mehr Stimmungen und Szenen herauf, als dass sie typisch sach- oder lehrbuchmässig Zahlen und Fakten abbilden. Selbst Grafiken und Diagramme sind eher assoziativ.


Fazit

Die nichtfiktionale Graphic Novel "Milch ohne Honig" von Hanna Harms ist eine Ode an die Bienen und ein Appell an uns Menschen, diesen kleinen, aber so wichtigen Lebewesen (und ihren bestäubenden Freund*innen) Sorge zu tragen und wieder zu mehr Lebensraum und Nahrung zu verhelfen. Ohne Bienen geht es nicht!


Die Fakten

Milch ohne Honig

Hanna Harms (Text + Illustration)

Carlsen Verlag

112 Seiten

Erschienen am 30.08.2022

Hardcover

ISBN: 978-3-551-78108-6

Ab 12 Jahren


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PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar.



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