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This Is Not My Home - eine umgekehrte Migrationsgeschichte

In "This Is Not My Home" (Das ist nicht mein Zuhause) erzählen Eugenia Yoh und Vivienne Chang die Geschichte von Lily, die mit ihrer Mutter (zurück) nach Taiwan zieht.

This Is Not My Home - Eugenia Yoh, Vivienne Chang (Little, Brown 2023)

Wie werden Migrationsgeschichten meistens erzählt? Genau: Ein Kind verlässt mit seinen Eltern die Heimat und zieht in ein fremdes Land. Das tut auch Lily in "This Is Not My Home" von Eugenia Yoh und Vivienne Chang. Doch das Besondere daran ist, dass es von den USA (zurück) in die Heimat ihrer Mutter, nach Taiwan geht. Für die Mutter ist es also eine Heimkehr, für Lily aber ist Amerika ihr Zuhause und Taiwan ist es nicht.


Schon bevor es losgeht, vermisst sie die Barbecues im Garten, das Auto (sehr amerikanisch ;-)), die Glühwürmchen im Park, das Haus und natürlich ihre Freund*innen und die Schule. Unvorstellbar, dass sie sind in Taiwan jemals zuhause fühlen könnte. Doch sie hat keine Wahl. Ihre Mutter will und muss zurück nach Taiwan, um die Grossmutter (Ah Ma) zu pflegen.


Umzug in die fremde Heimat

Und der Anfang in der neuen Heimat ist tatsächlich schwer: anderes Essen, andere Märkte, andere Häuser, eine andere Sprache und Schrift, total andere Abläufe des Schulalltags, andere Fortbewegungsmittel und andere Menschen. Lily fühlt sich ganz und gar nicht zuhause. Lilys Mutter muntert sie auf, ist überzeugt, dass Taiwan irgendwann auch ihre Heimat werden kann. Und nach und nach findet Lily auch neue Freund*innen, eine neue Art von Glühwürmchen (Lampions) und Gefallen an der Fortbewegung auf dem Roller. Wer weiss, vielleicht kann Taiwan eines Tages (in ferner Zukunft natürlich) doch Lilys Zuhause werden!


"I'm sorry. I know this is not your home." "But this is mine."

Besonders gefallen mir am Buch der sanfte Humor, mit dem Lilys schwieriger Situation begegnet wird, die verständlicherweise Verlustängste und Traurigkeit auslöst. Dass das Verlassen der alten Heimat und der Neuanfang in einem fremden Land schwierig sind, können sicher ganz viele Kinder nachvollziehen. Und vielleicht können sie, wie Lily es mit der Zeit tut, auch Gefallen am Neuen finden.



Ein Traum sind auch die Illustrationen: Schon mit dem Vorsatzpapier springen wir mitten in die Geschichte - in eine typisch amerikanische Einfamilienhaus-Siedlung mit Doppelgaragen und dem vorbeifahrenden Fahrzeug der US Post. Die Farbpallette ist reduziert mit viel Rosa und Mint sowie Akzenten in Gelb und Rot. Und Lily erkennen wir immer ganz leicht an ihrer roten Schleife im Haar. Die Menschen sind - vor allem in Taiwan - grösstenteils asiatisch gelesen. Die Illustrationen sind sehr abwechslungsreich. Es gibt ganzseitige und doppelseitige Bilder, aber auch Panels mit Sprechblasen oder Text ausserhalb der Panels. Es gibt Illustrationen vor ganz weissem Hintergrund und Personen, die durch Panels hindurch und - verändert - auf der anderen Seite wieder hinaus laufen bzw. fahren. Und am Ende trägt Lily sogar wieder ihr leuchtend gelbes T-Shirt vom Anfang! Die Sprache ist sehr einfach gehalten, so dass man den Text auch mit wenig Englisch gut versteht. Einige Seiten kommen auch ganz ohne Worte aus.


Fazit

Die taiwanesisch-amerikanischen Kinderbuchautorinnen Eugenia Yoh und Vivienne Chang erzählen in ihrem ersten Bilderbuch die Geschichte einer Migration erfrischend anders und vermitteln Kindern das Gefühl, dass ein neuer Ort mit den richtigen Menschen auch irgendwann zu einem Zuhause werden kann.


PS: Auf der Website des Verlags findet sich auch Lehrmaterial zum Bilderbuch.


Die Fakten

Eugenia Yoh (Illustration)

Vivienne Chang (Text)

Little Brown, Hachette

48 Seiten

Erschienen am 24.01.2023

Hardcover mit Einband

ISBN: 978-0-316-37710-2

Ab 4 Jahren






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