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- Schiff ahoi! Ein Bastelbuchtipp
Kennt ihr das? Vom Waldspaziergang mit den Kindern kommt man nie ohne unzählbar viele Fundstücke nach Hause: Stecken, Tannenzapfen, Schneckenhäuser, Federn und tonnenweise Steine wandern in die Jackentaschen und werden mitgeschleppt. Natalie Kramer hat für diesen Fall DAS Naturbastelbuch überhaupt geschrieben. Im heutigen Gastbeitrag stellt sie es euch vor - mit Bastelanleitung für ein cooles Segelschiff und Verlosung! KALLE KANN'S - MEIN NATUR-BASTELBUCH Ich freue mich sehr, hier bei MINT & MALVE mein erstes Buch vorstellen zu dürfen. Es ist ein Bastelbuch fürs Kindergartenalter mit Naturmaterialien. Kalle, der Krake führt durchs Buch und hilft mit Tipps und Tricks. Für jede der 22 Anleitungen braucht es Sammelstücke aus der Natur: Dafür bin ich manchmal extra raus in den Wald oder an den Fluss, um die passenden Steine, Astgabeln, Zapfen, Blätter oder Schwemmholz zu sammeln. Vieles kommt aber auch aus unserer Fundstücke-Sammelbox, die regelmässig mit Feriensouvenirs aufgefüllt wird. Vom Osternest über die Krabben im Sand geht es zu Sonnenfänger, Baumhaus und den Pilzen im Herbst. Masken mit Blättern als Federn, Marionetten und Spiele sind auch mit dabei, da es mir sehr wichtig ist, dass die Sachen nicht im Regal verstauben, sondern damit gespielt wird. Das Buch ist im März erschienen und bisher am meisten nachgebastelt wurde das Windlicht mit Farn und Sonnenblumenblätter. Eliane hat sich als Anleitung hier im Blog eine Sommererinnerung ausgesucht. Dafür brauchst du ein Stück Schwemmholz, das du an einem See- oder Flussufer finden kannst. Jetzt zeige ich dir gerne Schritt für Schritt, wie du ein Segelschiff mit zwei frechen Matrosen basteln kannst: AUF HOHER SEE Material & Werkzeug Schwemmholz, ca. 10x45 cm Kastanienbohrer, Ahle 3 Ringholzschrauben Aststück, ca. 45 cm lang Stoff in Weiß, 30x50 cm, Schere weißer Bastelkleber Schnur Gewebeband in Gelb und Rot Fundstücke, z.B. Schneckenhäuser mit Loch und abgeschliffene Glasstücke kleine bunte Holzperlen Pfeifenputzer, 40 cm lang Holzperle, Ø 15 mm Wolle in Blau und Weiß Eichelkappe Hinweis: Das ist eine 3+-Anleitung. Vorsicht mit dem Kastanienbohrer! LOS GEHT'S! 1. Mit dem Bohrer mehrere Löcher direkt nebeneinander bohren. Mit der Ahle ausweiten, bis der Ast hineinpasst. 2. Den Stoff neben dem Holzstück und dem Ast auslegen und ein passendes Dreieck zuschneiden. 3. Die obere Stoffecke wegschneiden und den Ast auf der ganzen Länge einwickeln und mit Kleber fixieren. 4. Drei Schnurstücke (20cm länger als das Segel) abschneiden und das erste oben am Ast festknoten. Die Schnur auf der ganzen Länge in den Stoff kleben. 5. Drei Löcher für die Schrauben machen (vorne, nach dem ersten Drittel und hinten). Schrauben eindrehen. 6. Die Gewebebänder an das zweite Schnurstück kleben und zu kleinen Dreiecken zurückschneiden. 7. An das dritte Schnurstück die Fundstücke und Holzperlen festknüpfen. 8. Die Schnüre oben am Mast verknüpfen und noch eine Fahne aus dem Gewebeband ankleben und zuschneiden. 9. Den Ast in das Loch drücken und mit Kleber fixieren. Trocknen lassen. Dann die Schnüre an den Holzschrauben befestigen. 10. Ein 18 cm langes Stück Pfeifenputzer für die Beine abschneiden und zu einem umgedrehten V biegen. 12 cm für die Arme zuschneiden und um die Beine wickeln. 11. Die Holzperle als Kopf oben auf den Körper kleben. Den Pfeifenputzer mit Wolle umwickeln. Zuerst den Bauch und die Beine, danach den Oberkörper und die Arme. 12. Die Eichelkappe auf die Holzkugel kleben. Geschafft! Schiff ahoi! Bildnachweis: Titel EMF/ Corinna Brix, Schritte EMF/Natalie Kramer Buch: Kalle kann's! Mein Natur-Bastelbuch, Natalie Kramer, Edition Michael Fischer, 2017, 64 Seiten, ISBN: 978-3-86355-871-0 Herzlichen Dank, liebe Eliane, dass ich mein Buch bei dir vorstellen durfte! Noch mehr Bastelanleitungen gibt‘s in meinem Blog www.schaeresteipapier.ch und auf Instagram unter @schaeresteipapier siehst du, was ich im Alltag so alles entdecke. Danke für die tolle Bastelanleitung, liebe Natalie! Damit retten wir das Gefühl dieses Jahrhundertsommers in den Herbst! VERLOSUNG Ich freue mich sehr, ein Exemplar von "Kalle kann's! Mein Natur-Bastelbuch" von Natalie Kramer verlosen zu dürfen. Um an der Verlosung teilzunehmen, müsst ihr nur hier unten einen Kommentar hinterlassen, welche Fundstücke eure Kinder zuhauf nach Hause schleppen. Die Teilnahme ist möglich bis Dienstag, 21.08.2018 um 23:59 Uhr. Der Gewinner/die Gewinnerin wird per Mail benachrichtigt. Erfolgt innerhalb einer Woche keine Reaktion, wird neu ausgelost. Teilnahmeberechtigt sind alle ab 18 Jahren mit Adresse in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Der Gewinn wird von der Autorin Natalie Kramer verschickt. Zum Zweck dieses Versands wird ihr die Adresse des Gewinners/der Gewinnerin zur Verfügung gestellt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Wer über weitere Verlosungen und Neuigkeiten von MINT & MALVE auf dem Laufenden bleiben will, kann den kostenlosen Newsletter abonnieren (keine Voraussetzung für den Gewinn). Viel Glück und viel Spass beim Basteln! Eure Eliane Like it? Pin it! Ihr mögt meine Buchinspirationen? Teilt sie weiter auf Pinterest!
- Die letzte Reise
Lucy Fricke nimmt uns in "Töchter" - das sind Betty und Martha - mit auf eine Reise: scheinbar in die Schweiz, scheinbar zum Sterben. In Wahrheit? Zu sich selbst und zu ihren Vätern. Klingt dramatisch? Ist es teilweise, aber es ist auch witzig, zynisch, gnadenlos ehrlich. Unverhofft kommt oft Betty ist eigentlich gerade in Italien, sitzt in Rom fest. War auf dem Weg in ein abgelegenes Städtchen in den Bergen, in dem ihr Vater gelebt haben soll und in dem er seit 10 Jahren begraben sein soll. Mit Betonung auf soll. Und mit dem "Vater" ist es auch so eine Sache. Denn es geht hier nicht um ihren biologischen Vater, sondern um ihren liebsten Vater, den Vater, den sie vergöttert, ihren Herzensvater gewissermassen. Betty hat noch ein paar andere Väter, aber das erfahrt ihr im Buch. "Also hatte ich mich auf den Weg gemacht, nach zehn Jahren konnte man sich so langsam auf den Weg machen, hatte ich gedacht..." (S. 8) Und nun zum "eigentlich". Betty bekommt nämlich einen Anruf von Martha, ihrer besten Freundin, ebenfalls um die 40, ebenfalls mit - sagen wir - speziellem Verhältnis zu ihrem Vater. Ebendieser Vater liegt nun im Sterben und möchte von seiner Tochter in die Schweiz begleitet werden, um dort mit einer Sterbehilfeorganisation aus dem Leben zu scheiden. Martha möchte ihrem Vater Kurt diesen letzten Wunsch erfüllen. Sie traut sich das alleine aber nicht zu, braucht Betty als moralische Unterstützung und als Fahrerin. Betty macht sofort kehrt und eilt Martha zu Hilfe. Ein Stück weit erleichtert, sich dem Grab des idealisierten Vaters doch (noch) nicht stellen zu müssen. Roadtrip der Gefühle Es beginnt ein Roadtrip mit völlig ungewissem Ende, denn die Schweiz ist schnell nicht mehr das Ziel des Trios, weiter geht es nach Italien, von da fast fluchtartig auf eine griechische Insel. Die treibende Kraft? Vorerst der todkranke Kurt, dann Betty und die Suche nach ihrem vergötterten Vater, der vielleicht doch nicht so tot ist, wie es den Anschein macht und schliesslich die Suche nach der Liebe, nach Geborgenheit, nach sich selbst. Während der Reise erfahren wir viel über Bettys und Marthas Beziehungen zu ihren Eltern. Gelinde gesagt sind die Verhältnisse ziemlich zerrüttet. Die Eltern und ihre Töchter sprechen nicht dieselbe Sprache, haben völlig unterschiedliche Vorstellungen von der Rolle des jeweils anderen, fühlen sich missverstanden und Kümmern sich gleichzeitig nicht wirklich um das Wohl ihrer Mitmenschen, glänzen mehr durch Abwesenheit als durch Aufmerksamkeit. Und das macht die Suche der beiden Frauen in der Mitte ihres Lebens nach einem Sinn, einem Platz im Leben nicht gerade einfacher. Aber umso spannender, sie in Buchform dabei zu begleiten. Hauptthema neben den Eltern? Die Männer - mal in Form der Väter, mal in Form von potenziellen Ehemännern und/oder Väter eigener Kinder. "... und leider war es so, dass ich an diesem Mann auf ungute Weise hing, ihn nahezu vergötterte. So etwas konnte irgendwann zu einem Problem werden, wie eigentlich alles irgendwann zu einem Problem werden konnte, besonders die Liebe, besonders die Männer." (S. 7f.) Fazit Beim Lesen von Lucy Frickes "Töchter" hatte ich direkt die bewegten Bilder vor mir: Der Roman schreit förmlich nach einer Verfilmung! Es wird nie langweilig, witzige, skurrile Stellen wechseln sich mit tiefgründigen, gefühlvollen Passagen ab. Die Autorin würzt das Ganze mit dem richtigen Mass an Spannung, die uns durch die Seiten treibt wie der klapprige Golf das Trio über die Landstrassen. Und sie versteht es, die Gefühle, ja das Lebensgefühl der Protagonistinnen völlig schnörkellos zu vermitteln. Dieses Buch gehört zu diesem Sommer wie die Sonne an den blauen Himmel. Unbedingte Leseempfehlung! Die Fakten Töchter Lucy Fricke Rowohlt Verlag 240 Seiten Erschienen am 20.02.2018 ISBN: 978-3-498-02007-1 Leseprobe und mehr bei Rowohlt Rowohlt auf Facebook Rowohlt auf Instagram Like it? Pin it! Gefällt dir mein Buchtipp? Teile die Freude über Pinterest!
- Märchenhaft: Buch- und Ausstellungstipp
Passend zur derzeit laufenden Ausstellung "Joggeli, Pitschi, Globi... Beliebte Schweizer Bilderbücher" im Landesmuseum in Zürich möchte ich euch ein wahres Kunstwerk von Hans fis Fischer vorstellen: "Im Märchenland" versammelt der Schweizer Illustrator die schönsten Märchen der Brüder Grimm. Pitschi von Hans Fischer habe ich euch auf dem Blog schon vorgestellt. Meine Begeisterung für Fischers Illustrationsstil ist also bestens bekannt. Da habe ich mich sehr gefreut, dass der NordSüd Verlag im Mai 2018 seine Sammlung Grimmscher Märchen wunderschön neu aufgelegt hat - mit Leinenrücken und Lesebändchen! Zufälligerweise kommt die Märchensammlung gerade rechtzeitig zur Ausstellung des Landesmuseums über Schweizer Kinderbücher, die übrigens noch bis Mitte Oktober 2018 zu sehen ist. Ich habe sie besucht und berichte euch als Gastbloggerin auf "Die Angelones" ausführlich darüber. Schaut einmal bei ihnen vorbei, das nächste verregnete Wochenende kommt bestimmt! Aber nun zum Buch: Altbekanntes wunderschön illustriert "Im Märchenland" umfasst bekannte Märchen der Gebrüder Grimm wie "Die Bremer Stadtmusikanten", "Rotkäppchen", "Hans im Glück" oder "Hänsel und Gretel" sowie "Der gestiefelte Kater" nach Charles Perrault. Die Geschichten haben einmal mehr, einmal weniger Text. Sie sind einmal ganz filigran mit Tuschestift und satten Farben, einmal etwas rustikaler in gedeckten Farben illustriert. Es gibt kleinere Illustrationen, seitenfüllende und sogar doppelseitige Kunstwerke. Was ihnen allen gemeinsam ist, ist der Schwung, den der Berner Hans Fischer (1909-1958) so gekonnt aufs Papier bannt, ebenso wie der starke Ausdruck von Tier und Mensch. Ein paar originelle Überraschungen Was das Buch ausmacht, sind nicht unbedingt die Märchen an sich, die wir ja aus verschiedensten Sammlungen, illustriert von unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern, so oder ähnlich kennen. Wirklich speziell machen das Buch vier Besonderheiten: Den Auftakt macht "Rum-Pum-Pum", ein Umzug aus dem Märchenland. Bekannte Märchenhelden stolzieren hier von rechts nach links durchs Bild: die sieben Raben, der Froschkönig, das Lumpengesindel und andere mehr. Den gestiefelten Kater lernen wir dank Hans Fischer nochmal ganz neu kennen. Im Stile von Tierstudien zeigt er uns - begleitet von jeweils einem erklärenden Text - wie der Kater übte, ein böses Gesicht zu machen oder in Stiefeln und auf zwei Beinen zu gehen. Ja, das ist ja nicht so einfach für Katzen, wie uns die Gebrüder Grimm glauben machten! Für mich werten diese witzigen Einschübe das Märchen eindeutig auf. Sechs Märchen der Gebrüder Grimm hat Hans Fischer auf je eine Seite gebannt. Auf einer Seite sehen wir beispielsweise die ganze Geschichte vom Rotkäppchen, wie es auszieht mit seinem Korb und rotem Käppchen, wie es im dunklen Wald dem Wolf begegnet, dann das Haus der Grossmutter (im Bauch des Wolfes) erreicht und am Ende - vom Jäger gerettet - mit der Grossmutter bei Kuchen und Wein am Tisch sitzt. "De Haas un de Swinegel", häääh? Kennt ihr nicht? Bestimmt! Die Legende vom Hasen und vom Igel wird hier einfach in Norddeutschem Dialekt erzählt. Zugegeben: Die Kinder werden wohl beim Vorlesen nicht allzu viel verstehen, aber wir Erwachsenen kommen mit der Sprache erstaunlich gut zurecht. Fazit Für Liebhaber von Hans fis Fischers Illustrationen ist "Im Märchenland" ein Muss. Aber auch wenn ihr schlicht gerne Märchen habt oder euch noch eine schöne Märchensammlung fehlt, ist dieses Buch eine gute Wahl: Die wundervollen Illustrationen und ein paar Extras wie Fischers Märchenbilder und Tierstudien ergeben einen richtigen Bilderbuchschatz für Kinder ab 4 und ihre glücklichen Vorleserinnen und Vorleser. Ihr mögt Märchen und bastelt gerne? Dann erinnere ich euch gerne an diesen Geschenktipp: Meine Mini-Bibliothek. Märchen waren hier auf dem Blog auch schon generell und in ihrer orientalischen Variante Thema. Danke an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Im Märchenland. Die schönsten Märchen der Brüder Grimm Hans Fischer NordSüd Verlag 144 Seiten Erschienen am 31.05.2018 ISBN: 978-3-314-10464-0 Ab 4 Jahren Blick ins Buch NordSüd Verlag auf Facebook Like it? Pin it! Habe ich dir einen guten Buchtipp gegeben? Danke, wenn du die Inspiration teilst!
- Ein Sommerabenteuer am Strand
"Kalle und Elsa" sind wieder da! Meine liebsten Bilderbuchhelden von Jenny Westin Verona und Jesús Verona erleben diesmal ein Sommerabenteuer. Wer kommt mit an den Strand? Den ersten Band von "Kalle und Elsa" habe ich im Februar ja schon zum Bilderbuchhighlight 2018 ausgerufen. Zu hoch gepokert? Wir werden sehen... Strandnachmittag in lindgrenscher Manier In "Kalle und Elsa. Ein Sommerabenteuer" verbringen die beiden Freunde - in Begleitung von Elsas Eltern - einen Nachmittag am Strand. Der Weg zum Meer führt durch einen dichten Kiefernwald, genauso wie wir ihn von Korsika, Portugal oder aus der Bretagne kennen. Da hat man gleich den speziellen Duft in der Nase. Am Strand angekommen, rennen die beiden gleich mal zum Wasser. Kalle ist es aber zu kalt und er will lieber direkt damit beginnen, ein riesiges Loch zu graben, eine Falle, um genau zu sein. Was da in die Falle gehen soll? Vielleicht ein Ungeheuer? Ein Walhai oder doch einer der berühmt berüchtigten Strandlöwen? Um sich die Wartezeit zu verkürzen, spielen Elsa und Kalle mit dem, was ihnen die Umgebung bietet, wie mit einem umgekippten Boot. Sie spielen, was Kinder am Strand gerne spielen: Um einen Piratenschatz zu ergattern, wagen sie sich todesmutig in die höchsten Wellen. Danach muss zum Schutz der Beute natürlich eine Seeräuberburg her, kunstvoll verziert mit Seeigeln, Krabben und Co. Die beiden Freunde tauchen immer mehr in ihre Fantasiewelt ein und verbinden diese mit ihrer realen Umwelt. Wie im echten Leben gibt es da auch mal ein Missgeschick, einen kleinen Streit, Tränen und Wut. Aber die beiden finden auch wieder zusammen. Und? Es geht was in die Falle. Aber um zu erfahren, was es ist, müsst ihr das Sommerabenteuer selbst miterleben! Klischeefrei, alltagsnah und doch voller Fantasie Wie die erste Geschichte um Kalle und Elsa kommt auch diese hier klischeefrei daher: Unterschiedliche Hautfarben sind ebenso selbstverständlich wie Jungs mit pink gestreifter Badehose und Mädchen in ebenso pinkem T-Shirt. Wie im ersten Buch, übernimmt auch hier Elsa die Rolle der Anführerin, Kalle ist zurückhaltender. Die Kinder spielen ungestört mit dem, was der Strand zu bieten hat und mit ihrer Fantasie, die wir als Leserinnen und Leser in den kunstvollen, üppigen und detailreichen Illustrationen von Jesús Verona geniessen können. Dafür punktet Band 2 mit einer Pointe zum Schluss. Und wer erkennt die wahre Identität des Seehundes? In Sachen Illustration übertrumpft für mich der erste Band den zweiten, da mir beim Sommerabenteuer einige Bilder zu stark ins Kitschige abdriften. An beiden Büchern gefällt mir wiederum sehr, wie subtil und realistisch das Verhalten der Kinder gezeichnet wird. Genau solche Szenen von einträchtigem Spiel, gegenseitigem Anstacheln, von kleinen Streitereien, Machtkämpfen, Missverständnissen und ebenso schneller Versöhnung beobachten wir doch auch bei unseren Kindern im freien Spiel. Fazit "Kalle und Elsa. Ein Sommerabenteuer" ist wie sein Vorgänger eine klischeefreie Geschichte über ein Alltagsabenteuer. Mit Witz, Feingefühl und einem wilden Gefühl erzählt, oppulent, detailreich und im wahrsten Sinne des Wortes fantastisch illustriert vom schwedischen Künstlerduo Jenny Westin Verona und Jesús Verona. Insgesamt hat für mich das Bilderbuchdebüt der beiden Veronas die Nase immer noch vorne, aber auch dieses Sommerabenteuer sei allen Strandpiraten ab 3 Jahren von Herzen empfohlen. PS: Schon nur das Cover mit der Farbprägung und das matte Papier lassen mich das Buch immer wieder aus dem Regal ziehen. Kompliment an den Verlag! Herzlichen Dank an Bohem Press für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Kalle und Elsa. Ein Sommerabenteuer Jenny Westin Verona (Text) Jesús Verona (Illustration) Karl-Axel Daude (Übersetzung aus dem Schwedischen) Bohem Press 32 Seiten Erschienen am: 12.06.2018 ISBN: 978-3-95939-066-8 Ab 3 Jahren Blick ins Buch bei Bohem Bohem auf Facebook Bohem auf Instagram Reihe: Klischeefreie Kinderbücher Weitere Kinderbücher, die sensibel gegenüber Geschlechterrollen, Familienformen und verschiedenen Kulturen sind, präsentiere ich euch in loser Folge hier auf dem Blog. Einige bereits erschienene Buchtipps findet ihr unter den ähnlichen Beiträgen, sämtliche Beiträge unter dem Tag "Klischeefrei". Like it? Pin it! Hab ich dir einen guten Buchtipp gegeben? Dann freue ich mich, wenn du ihn weiterteilst! Zum Beispiel mit diesem Pin.
- Ein Feuerwerk fürs Vorlesen
Die Blogparade #vorlesefieber war ein voller Erfolg! Taucht nochmals ein in die inspirierenden Blogbeiträge rund um den ersten Schweizer Vorlesetag vom 23. Mai 2018. Wenn ich sage, die Blogparade #vorlesefieber sei erfolgreich gewesen, dann ist das nicht mein Verdienst, sondern euch zu verdanken! Danke für die 27 Beiträge innert sechs Wochen! Sie zeigen wunderbar die ganze Vielfalt des Vorlesens und der Kinderbuchwelt auf. Und sie machen so richtig Lust darauf vorzulesen. Nicht nur am ersten Schweizer Vorlesetag (mit rund 5000 Veranstaltungen im ganzen Land übrigens ebenfalls ein voller Erfolg, seht selbst), sondern jeden Tag. Und nicht nur den kleinen Kindern, auch den grossen. Nicht nur zuhause, sondern auch mal in der Gruppe. Vorlesen kann so viel Bevor wir die Beiträge der anderen anschauen, hier nochmal kurz ein Überblick über die Expertinneninterviews und Gastbeiträge hier bei MINT & MALVE: Für mehr Vielfalt in Kinderbüchern: Carla von buuu.ch plädiert dafür, mehr diverse Kinderbücher vorzulesen und stellt euch einige ihrer Lieblinge vor. Vorlesen ohne Ende: Marion von Leseleiter erklärt, weshalb wir auch älteren Kindern vorlesen sollten. Einige Ideen, was bei den Grossen gut ankommt, hat Marion natürlich auch im Gepäck! Märchen - der Schrecken von Kindern und Eltern? Franziska Weber (FHNW) erklärt im Interview, was Märchen so drauf haben und gibt viele Vorlese- und Buchtipps! Kinderbuchmarkt: Trends und Klassiker: Ruth und Jule vom Chinderbuechlade in Bern plaudern aus dem Nähkästchen. Was ist in? Welche Bücher haben das Zeug zum modernen Klassiker? Mit zahlreichen Buchtipps! Früh übt sich, was ein Bücherwurm werden will: Anita Müller (SIKJM) verrät uns, weshalb man mit dem Vorlesen nicht früh genug beginnen kann und gibt praktische Tipps, wie es gelingt! Vielen Dank an alle fürs Rede und Antwort stehen bzw. fürs engagierte Schreiben! Nun schauen wir uns die eingegangenen Beiträge einmal genauer an. Ihr findet diese übrigens auch auf einer eigenen Pinwand bei Pinterest. Würde mich sehr freuen, wenn ihr euch den einen oder anderen Pin merkt! Wer gerne einen Schnelldurchlauf hat, findet die meisten Beiträge auch in den Story-Highlights auf Instagram. Vorlesen schafft Erinnerungen und Gemeinschaft Dass Vorlesen die Erinnerungen an die Kindheit prägt und den Grundstein fürs spätere Leseleben legt, zeigen die Beiträge von Livricieux und Herzensangelegenheit Buch wunderbar. Und das Praktische daran? Die beiden liefern uns mit ihren Einblicken erst noch tolle Kinderbuchtipps. Eine schöne Vorlese-Momentaufnahme liefert uns Das Kinderbuchhaus. Vorlesen regt zum Forschen und Entdecken an Auf Forschungs- und Entdeckungsreise nehmen uns gleich zwei Beiträge mit: In "Keinsteins Kiste" nähern wir uns mit Globi den Geheimnissen der Chemie. Und das Wanderindli lässt sich von Kinderbüchern zu passenden Freizeitaktivitäten inspirieren. Habt ihr auch schon Kinderbücher zum Anlass für Aktivitäten oder Entdeckungsreisen im Alltag genommen? Ich finde die Idee toll! Vorlesen setzt Entwicklungen in Gang Dass das Vorlesen und die vermittelten Geschichten bei den Kindern ganz viele Reaktionen auslösen, zeigen uns die Blogbeiträge über das achtsame Vorlesen von Meine Eltern-Zeit und über das Vorlesen mit hochsensiblem Kind von Frieda Friedlich. Da erstaunt es nicht, dass gewisse Bücher helfen, herausfordernde Situationen zu meistern (Mein Kinderbuch heute, derzeit nicht zugänglich) oder sogar der Integration den Weg ebnen können (Chain-Elle Art's). Und wie das Experteninterview "Früh übt sich, was ein Bücherwurm werden will", geht auch Rita von Die Angelones auf die Bedeutung von Büchern und Lesen/Vorlesen für das Leben der Kinder ein. Vorlesen macht kreativ Martina vom Buchwegweiser und Anne von x-mal anders sein geben uns tolle Ideen mit auf den Weg, wie man ein Kinderbuch in der Kita oder einer anderen Kindergruppe einsetzen kann. Sie nehmen das Buch als Ausgangspunkt, um mit den Kindern in eine Diskussion zu treten, gemeinsam zu philosophieren, kreativ zu werden. Apropos kreativ: Natalie von schaeresteipapier hat drei tolle Bastelideen, um Buchzeichen selber zu machen für euch. Und Claudia von Hoi Berlin zeigt euch, wie die Kinderbücher im Kinderzimmer toll zur Geltung kommen. Vorlesen geht durch den Magen Das zeigt Moana von Miss Broccoli mit orientalischen Rezepten auf ihrem Blog sowie auf MINT & MALVE. Und das perfekte Buch dazu? Das gibt es im Beitrag zu entdecken: Franziska Meiners' "Das Flüstern des Orients". Wenn euch das Experteninterview zu Märchen gefallen hat oder ihr sowieso Märchenfans seid, werft unbedingt einen Blick in diesen Bilderbuchschatz aus 1001 Nacht. Tipps zum Vorlesen Neben den spezielleren Tipps zum Vorlesen in der Gruppe, gab es auch ganz viele zum Vorlesen zuhause: Brigitte Wallingers Kinderbuchblog wartet mit einem ganz fundamentalen Tipp auf, Geschichtenwolke Kinderbuchblog hat gleich 20 Vorlesetipps, Mama Rausch deren sechs und Buchfamilie sorgt mit ihren 5 Tipps dafür, dass wir überhaupt zum Vorlesen kommen im hektischen Alltag. Buchtipps noch und nöcher Und schliesslich hatten die Bloggerinnen fast unzählbar viele Kinderbuchtipps auf Lager: Egal, ob ein spezielles Buch (Kleinstadt mit "Bünzli-Säugetiere und Siffer-Reptilien" und tadah mit "Es gibt ein Fest"), ganze Kinderbuchlisten (Perlenmama mit den Tipps des Frühjahrs, Kinderbuch-Detektive mit Vorlesegeschichten, kinderbuchlesen.de mit Gutenachtbüchern, Familienbücherei mit besonders vorlesetauglichen Büchern und Kids & Cats mit ihren vier Neuzugängen im Mai 2018) oder gar eine selbst geschriebene Geschichte (Brambrillas Mitmachspass), hier könnt ihr eure Wunschlisten ordentlich aufstocken. Der nächste Geburtstag (und Weihnachten) kommt bestimmt! Ganz, ganz herzlichen Dank für all eure Beiträge, liebe Bloggerinnen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin begeistert und freue mich, dass das #vorlesefieber euch genauso gepackt hat wie mich. Ihr habt deutlich gezeigt, was ich im Auftaktbeitrag mit diesem Absatz gemeint habe: "Vorlesen kann so viel: Vorlesen lässt die Kinder neue Welten entdecken. Vorlesen schafft Geborgenheit. Vorlesen fördert die Sprachentwicklung und erleichtert später das Lesen. Vorlesen regt die Fantasie an. Vorlesen löst Diskussionen aus, bringt zum Nachdenken und zum Lachen." In diesem Sinne: Lest weiter vor, geht zusammen auf Entdeckungsreise, seid zusammen! So, und wenn ihr bis hier durchgehalten habt, dann seid ihr echte Bücherwürmer und freut euch bestimmt schon auf die Schweizer Erzählnacht 2018. Sie findet am 9. November 2018 zum Thema "In allen Farben" statt. Wir können uns also auf ein weiteres buntes Bücher-Highlight in diesem Jahr freuen! In der Kinderbuchecke von MINT & MALVE sammeln wir gerade Kinderbuchtipps zu diesem Thema. Ich freue mich, wenn ihr mal vorbei schaut! Übersicht aller Beiträge zur Blogparade #vorlesefieber Meine Eltern-Zeit: Achtsamkeit im Familienalltag mit Babys und Kleinkindern. Teil 1: Achtsames Vorlesen, 23. März 2018 (nachnominiert) Perlenmama: Unsere Buchtipps zum Vorlesen im Frühjahr 2018 (inkl. Verlosung), 11. April 2018 Miss Broccoli: Orientalisches Orangen-Dessert mit Datteln und Mandeln (zum Buch "Das Flüstern des Orients" von Franziska Meiners), 13. April 2018 MINT & MALVE: Magischer, märchenhafter Orient (Kinderbuch "Das Flüstern des Orients" und Couscous-Rezept), 13. April 2018 Herzensangelegenheit Buch: Vorlesen - meine liebsten Vorlesebücher aus der Kindheit, 20. April 2018 Frieda Friedlich: Alltag mit hochsensiblem Kind #4 - Friedas hochsensibler Bücher-Check, 23. April 2018 tadah - It's a moms world: #vorlesefieber - Es gibt ein Fest von Monique Berndes, 25. April 2018 Kinderbuch-Detektive: Vorlesegeschichten für Kinder, 26. April 2018 Chain-Elle Art's: Integration im Schnelldurchlauf und was das mit magischen Büchern zu tun hat, 26. April 2018 Mein Kinderbuch heute: Jakob und Conni haben (keine) Angst im Dunkeln?, 30. April 2018 Geschichtenwolke Kinderbuchblog: 20 Vorlesetipps für Zuhause, 2. Mai 2018 Brigitte Wallingers Kinderbuchblog: 1 Vorlesetipp, 2. Mai 2018 Kleinstadt: Bünzli-Säugetiere und Siffer-Reptilien, 7. Mai 2018 Wanderindli: Was Vorlesen für uns bedeutet, 7. Mai 2018 kinderbuchlesen.de: Gute Nacht: Kinderbücher zum Träumen, 9. Mai 2018 x-mal anders sein: Welche Farbe hat ein Kuss? Buchliebe, Kitaprojekt und Vorlesefieber, 9. Mai 2018 Mama Rausch: Vorlesen - Warum es wichtig ist & 6 Tipps zum Vorlesen, 11. Mai 2018 Die Angelones: Zum Schweizer Vorlesetag: Bücher machen Leute, 11. Mai 2018 Familienbücherei: Blogparade Vorlesefieber: Vorlesen leicht gemacht mit den richtigen Büchern, 13. Mai 2018 Brambrillas Mitmachspass: Eine Geschichte zum Vorlesen, 14. Mai 2018 Keinsteins Kiste: Chemie mit Globi - mit Gewinnspiel!, 15. Mai 2018 Livricieux: Blogparade | Meine Familie im #Vorlesefieber, 17. Mai 2018 Buchwegweiser: Kniffe für das Vorlesen in der Kindergruppe, 17. Mai 2018 Kids & Cats: Vier neue Kinderbücher im Mai – Blogparade: Im Vorlesefieber bei Mint&Malve, 18. Mai 2018 Buchfamilie: 5 Gelegenheiten, um mehr mit euren Kindern zu lesen, 19. Mai 2018 schaeresteipapier: Schweizer Vorlesetag - Mittwoch 23. Mai 2018, 21. Mai 2018 Das Kinderbuchhaus: Sternstündchen - Eine Vorlese-Momentaufnahme von Renate Habinger, 22. Mai 2018 Hoi Berlin: Unser Kinderzimmer ist (endlich) fertig eingerichtet, 23. Mai 2018
- Für mehr Vielfalt in Kinderbüchern
Seid ihr auch ab und zu auf der Suche nach einem Kinderbuch mit einem Papa in der Hauptrolle, mit einem Kind mit zwei Mamas, mit Jungs in pinken Gummistiefeln oder mit Mädchen, die sich nichts gefallen lassen? Gastautorin Carla vom Kinderbuchblog buuu.ch schon. Im Rahmen der Blogparade #vorlesefieber erklärt sie, weshalb wir unseren Kindern solche diversen Kinderbücher vorlesen sollten! (Bild: Sophie Navratil) Meine diversen Kinderbücher bzw. Kinderbücher ohne Geschlechterklischees und mit vielfältigen Protagonisten und Familienformen findet ihr unter dem Tag "Klischeefrei". Aber jetzt übergebe ich das Wort Carla. Warum wir unseren Kindern diverse Kinderbücher vorlesen sollen Ich bin Mitbetreiberin eines Kinderbuchblogs, in dem diverse Kinderbücher im Vordergrund stehen. Was sind denn eigentlich diverse Kinderbücher? Ich mag die Doppeldeutigkeit des Begriffs: Zum einen findet man bei uns auch mal ein Buch über Vögel oder Fahrräder – über diverses Zeug halt. Zum anderen liegt unser Schwerpunkt auf Diversität, sowohl was die Protagonist_innen als auch die Autor_innen betrifft. Wir mögen Bücher, die vielfältige und progressive Rollenbilder vermitteln, keine Stereotypen und Klischees reproduzieren und die marginalisierte Charaktere oder Lebensrealitäten nicht ausschließen. Solche Bücher zu finden, ist gar nicht so einfach, man stößt eher selten zufällig darauf. Mit den meisten Büchern, die ich in der x-beliebigen Buchhandlung kaufen kann, habe ich mehrere Probleme. Es beginnt nicht erst bei der Reproduktion von Stereotypen, sondern schon viel früher: mit der krassen Unterrepräsentation von Frauen und Mädchen (mehr dazu hier). Kinderbücher in denen keine Frauen vorkommen, müssen schon richtig gut sein, dass ich sie noch vorlese. Es wird besser Die fehlende Vielfalt beschränkt sich aber nicht auf Geschlecht. Nur wenige Kinder finden in den Kinderbüchern ihre Wirklichkeit wieder. Ich mag Bücher, in denen die Klassengemeinschaft und der Freundeskreis meines Kindes repräsentiert werden. Da gibt es Kinder mit unterschiedlichen Hautfarben und kulturellen Backgrounds, behinderte Kinder, Kinder von alleinerziehenden Müttern, von getrennten und von hetero- und homosexuellen Eltern. Von genau den Kindern möchte ich lesen. Dazu muss ich sagen: Gerade in den letzten Jahren hat sich diesbezüglich viel auf dem Buchmarkt getan. Auch größere Verlage bringen, zwischen krassen Gegenbeispielen, auch immer wieder das eine oder andere Buch heraus, bei dem man merkt, dass den Autor_innen Geschlechtergerechtigkeit, Diversität, Weltoffenheit und das Aufbrechen von Klischees ein Anliegen ist. Kinder identifizieren sich gerne mit den handelnden Figuren in Büchern. Deswegen ist die Darstellung von vielfältigen Charakteren so wichtig: Alle Leser_innen können davon nur profitieren. Sie sollen verschiedene Rollenbilder kennenlernen und sich in diese hineinfühlen dürfen. Das wirkt sich in weiterer Folge positiv auf ihr Selbstverständnis und -bewusstsein aus. Klischeefreie Abenteuer Das allerbeste und gerade sehr aktuelle Beispiel aus Schweden findet ihr schon bei MINT & MALVE: Kalle und Elsa. An diesem Werk stimmt einfach alles! Eine coole, phantasievolle Geschichte ohne Geschlechterstereotype und auch Hautfarbe wird nicht thematisiert, die Kinder sind einfach so, wie sie sind. Darüber hinaus finde ich die Illustrationen wirklich wunderschön. Ich hoffe dass noch viele solche Bücher erscheinen werden. Ich mag die Sterne und was magst du? Für Jüngere finde ich die Pappbilderbücher „Ich bin jetzt…“ und „Ich mag…“ sehr empfehlenswert. Sie kommen mit sehr wenig Text aus und eignen sich (auch aufgrund der verstärkten Seiten) schon für ganz kleine Kinder. Nicht zuletzt wegen der detailreichen Illustrationen, die viel Raum für Interpretation bieten, begeistern sie aber auch ältere. In den Büchern geht es um Kinder und ihre ganz individuellen Eigenschaften, um Gefühle und Vorlieben. Sie sind so aufgemacht, dass sie dazu animieren, Klischees zu dekonstruieren und die eigene Gefühlswelt zu reflektieren. Zweisprachig Vorlesen Zwar kein Buch, aber aus vollstem Herzen empfehlen will ich die Bilderbuchzeitschift „Papperlapapp“. Neben zwei illustrierten Geschichten gibt es in jeder Ausgabe einen Comic, ein Wimmelbild, philosophische Gedankenspiele, eine Bastelanleitung und eine sensomotorische Übung. Wer das Heft durchblättert, wird bemerken, dass den Macher_innen nicht nur die Freude am Lesen, am geschriebenen Wort und an der Sprache an sich ein Anliegen ist, sondern auch Diversität, interkulturelles Miteinander und das Aufbrechen von Geschlechterstereotypen im Vordergrund stehen. Das Beste: Papperlapapp erscheint immer zweisprachig. Jede Ausgabe gibt es auf Deutsch und in einer Zweitsprache. Folgende gibt es zur Auswahl: Albanisch, Arabisch, BKS, Polnisch, Rumänisch, Tschetschenisch, Türkisch und Farsi. Die Zweisprachigkeit soll zur frühen sprachlichen Förderung beitragen. Eltern, die ihren Kindern (gute) Bücher in ihrer Erstsprache vorlesen wollen, tun sich oft ziemlich schwer, hierzulande welche zu finden. Die Schwerpunktthemen sind gut, witzig und kreativ aufbereitet. Ein gelungener Beitrag, um die Freude am Vorlesen zu fördern. Kinderbücher für alle! Einen Veranstaltungstipp hab ich noch: Im Juni findet in Berlin das erste vielfältige Kinderbuchfestival im deutschsprachigen Raum statt (mehr dazu unten). Die Macher_innen wollen die Thematik der fehlenden Vielfalt in Kinderbüchern in die Öffentlichkeit holen. Unter anderem werden Expert_innen in eigener Sache zu Wort kommen und erzählen, wie sie frei von Stereotypen dargestellt werden wollen. Die Veranstaltung mit all ihren verschiedenen Elementen ist so konzipiert, dass sie mehrsprachiges, inklusives und fröhliches Erleben von Vielfalt ermöglicht. Ich bin dort, ihr vielleicht auch? Carla Heher lebt und (reproduktions)arbeitet in Wien 15, ist Primarstufenpädagogin und Feminist Mom. Sie ist Mitbetreiberin von buuu.ch und spürt unter anderem für das Missy Magazine besondere Kinderbücher auf. (Bild: Sophie Navratil) Der Gemeinschaftsblog buuu.ch wurde 2012 als feministischer Kinderbuchblog gegründet. Die Autor_innen stellen auf der Plattform progressive Kinder- und Jugendliteratur vor, zu finden gibt es dort Klassiker, Novitäten und Geheimtipps. KIMBUK, das erste vielfältige Kinderbuch-Festival findet am am Samstag, den 9. Juni 2018 in der Werkstatt der Kulturen in Berlin statt. Es ist eine Initiative verschiedener Berliner Diversity-Aktivist*innen, die sich alle schon länger in sehr unterschiedlicher Weise mit vielfältigen Kinderbüchern befassen. Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE: Anlässlich des ersten Schweizer Vorlesetags vom 23. Mai 2018 findet bei MINT & MALVE die Blogparade #vorlesefieber statt. Mit Beiträgen rund ums Vorlesen zeige ich vom 11. April bis zum 23. Mai 2018, wie wichtig und schön das Vorlesen ist, wie viel Spass und spannende Stunden Kinderbücher den Kindern und ihren Bezugspersonen bringen. Du bist selber Blogger oder Autorin für ein Online-Magazin? Dann nimm an der Blogparade teil und zeige, was Vorlesen für dich bedeutet – egal, ob mit Kinderbuchtipps, Tipps zum Vorlesen, Einrichtungstipps für die Vorleseecke, einem DIY oder Rezepten rund ums Buch. Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Die Details und die bisherigen Beiträge zur Blogparade findest du im Auftaktbeitrag. Vorlesen braucht deine Stimme! Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in einer Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt! Der vom SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben.
- Kleine Piratin ganz gross
Heute bin ich mit einem Piratenabenteuer der besonderen Art zu Gast beim Kinderbuchblog buuu.ch. Cornelia Funke und Kerstin Meyer überraschen uns in "Käpten Knitterbart und seine Bande" mit einer starken, kleinen Piratin. "Käpten Knitterbart und seine Bande" ist ein nicht ganz neues Buch für Kinder ab 4 Jahren. Sein Alter (Erscheinungsjahr 2003) macht das Buch aber nicht minder lesens- bzw. vorlesenswert, denn es passt toll in meine Reihe "klischeefreier Kinderbücher" und damit auch zum Wiener Kinderbuchblog buuu.ch, der sich diversen Kinderbüchern verschrieben hat. Schaut euch neben meinem Gastbeitrag also unbedingt auch den restlichen Blog an. Er ist eine riesige Inspiration für mich! Und der Gastbeitrag passt erst noch bestens zur zweitletzten Woche der Blogparade #vorlesefieber, die ganz dem Thema "klischeefreie Kinderbücher" gewidmet ist. Am Mittwoch geht es hier weiter mit einem Gastbeitrag von Carla, einer der MitbegründerInnen von buuu.ch. Schaut wieder vorbei!
- Vorlesen ohne Ende
Dass man mit dem Vorlesen nicht früh genug beginnen kann, ist bekannt. Weshalb man damit nicht zu früh wieder aufhören sollte, erklärt Marion von Leseleiter in ihrem Gastbeitrag zur Blogparade #vorlesefieber. Ausserdem findet ihr am Ende ein paar tolle Buchtipps für ältere Bücherwürmer und einen Überblick über die bisher eingegangenen Beiträge zur Blogparade. Mehr zum Buchstart mit zahlreichen Vorlesetipps und Buchtipps für die Kleinen findet ihr im Beitrag "Früh übt sich, was ein Bücherwurm werden will". Aber jetzt sind die grösseren Kinder und Marion dran! Vom richtigen Zeitpunkt Für viele Eltern gehört Vorlesen zu einem der wichtigsten Rituale, besonders die Gutenachtgeschichte ist aus dem Familienalltag oft nicht mehr wegzudenken. Die Vorlesestudie 2017 von Stiftung Lesen, DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung zeigt aber auch, dass bei den Eltern einige Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Vorlesen bestehen. Viele von ihnen beginnen ihren Kindern erst mit drei Jahren vorzulesen, vorher, so eine häufig geäusserte Meinung, können sich die Kinder noch zu wenig konzentrieren oder es fehlt ihnen der nötige Wortschatz zum Verständnis der Geschichten. Richtig ist aber das Gegenteil: Das Vorlesen fördert diese Fähigkeiten erst, ein Kind muss weder sprechen noch sich über längere Zeit konzentrieren können, um vorgelesen zu bekommen. Man kann also mit dem Vorlesen nicht früh genug beginnen, es kommt nur auf die richtige Auswahl der Bücher an. Früh anfangen und nicht mehr damit aufhören Was die Studie auch noch zeigt, und diesem Ergebnis möchte ich meinen Blogbeitrag widmen: Viele Eltern fangen nicht nur zu spät mit dem Vorlesen an – sie hören oft auch viel zu früh wieder damit auf! Diese Erfahrung habe ich in meinem privaten Umfeld und bei Elternbildungen häufig gemacht: Kaum sind die Kinder in der Schule, verschwindet das Vorleseritual aus dem Familienalltag. Die Gründe dafür ähneln sich: Eltern sind der Meinung, dass Kinder mit dem Schuleintritt die Rollen tauschen und den Eltern vorlesen sollten – so können sie die Lesefähigkeit zusätzlich trainieren. Andere Eltern haben Angst, nicht genug gut vorlesen zu können und sich vor den Kindern zu blamieren. Auch die Zeitnot wird häufig als Argument aufgeführt, mit dem Vorlesen aufzuhören. Eltern, bei denen Deutsch nicht die Muttersprache ist, haben zudem häufig Angst, ihren Kindern zu schaden, wenn sie in der Muttersprache vorlesen oder fürchten sich, ihr Deutsch sei zu schlecht, um vorlesen zu können. Mit Vorlesen die Lesefreude fördern Es ist jedoch so, dass beim Eintritt in die Schule das Lesen eine ganz neue Rolle bekommt: Es wird zum Schulfach, zur Pflicht, später einmal gibt es dafür auch Noten. Umso wichtiger ist es deshalb gerade in der Anfangszeit, dass Eltern ihre Kinder unterstützen, ihnen die Freude am Lesen, an Geschichten, ans Eintauchen in fremde Welten, vermitteln und aufrechterhalten können. Der Familienalltag mit Büchern soll für die Kinder ein Ort zum Entspannen, eine Zeit gemeinsam verbrachter Zeit mit den Eltern sein, ein Ort, wo sie sich wohlfühlen. Deshalb sollen und dürfen Eltern auch in ihrer Muttersprache vorlesen, weil sich die Kinder darin zu Hause fühlen, das Vorgelesene verstehen und geniessen können. Das gilt auch für Schweizerdeutsch, auch hier bin ich der Meinung, dass es kein Alter gibt, in welchem die Kinder zu gross sind, schweizerdeutsch vorgelesen zu bekommen. Was die Fähigkeiten als Vorleser betrifft: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Also keine Angst, man könnte sich blamieren, denn man wächst ja auch in diese Rolle hinein und Kinder freuen sich, wenn ihnen überhaupt jemand vorliest. Sie nehmen jeden Vorleser (und gerade von den männlichen Exemplaren gibt es leider viel zu wenige) und jede Vorleserin so, wie er oder sie ist. Das Fazit Über das Vorlesen gäbe es noch jede Menge zu schreiben und erzählen. Das Wichtigste, was ich vermitteln möchte: Man kann nie früh genug mit Vorlesen beginnen und Kinder sind auch nie zu gross für dieses wunderbare Ritual. Ich habe noch keinen Menschen getroffen, der nicht gerne Geschichten erzählt und vorgelesen bekommt! Buchtipps zum Schluss Zum Schluss habe ich natürlich auch noch drei Vorlesetipps für grössere Kinder mitgebracht. Es sind Bücher, die man zwar auch selber lesen kann, die aber so vielfältig, spannend und abenteuerlich sind, dass sie wie gemacht sind zum Vorlesen. Und das sind sie: Frida Nilsson: Siri und die Eismeerpiraten. Gerstenberg, 2018 Siris Schwester Miki wurde von Weishaupt, dem berüchtigten Piratenkapitän entführt. Er lässt kleine Kinder für sich in einer Diamantenmine schuften, bis sie zugrunde gehen; kein Kind ist vor ihm sicher. Und niemand von den Erwachsenen traut sich, gegen den Piratenkapitän anzutreten, Siris Vater ist zu alt dafür. Deshalb macht sich Siri ganz alleine auf den Weg, Weishaupt das Handwerk zu legen.... Ein spannendes Vorlesebuch im Stile von Astrid Lindgren, für Kinder ab 9 Jahren. Davide Morosinotto: Die Mississippi-Bande. Thienemann, 2018 Davide Morosinotto ist in Italien ein populärer Kinderbuchautor. Auf dem deutschen Buchmarkt ist er noch ein Neuling. Doch diese Geschichte hat alles, was ein tolles Kinderbuch ausmacht: Spannung, Action, interessante Hauptfiguren und jede Menge zwielichtiger Gestalten. Erzählt wird die Geschichte, die um 1900 in Amerika spielt, abwechselnd von den Hauptfiguren, vier Kindern. Diese finden eines Tages beim Angeln eine Blechbüchse mit 3 Dollar. Das ist der Beginn eines unglaublichen Abenteuers.... Ein tolles Vorlesebuch für Kinder ab 9 Jahren. Gitty Daneshvari: Der Club der unsichtbaren Spione. CBJ, 2017 Jonathan und Shelly sind zwei total durchschnittliche Kinder. So durchschnittlich, dass die meisten Mitschüler nicht einmal wüssten, dass sie mit den beiden zur Schule gehen. Sie haben durchschnittliche Noten, durchschnittliche Hobbies und auch ihre Familien sind totaler Durchschnitt. Genau diese Durchschnittlichkeit macht Jonathan und Shelly zu den perfekten Agenten für den 'Club der unsichtbaren Spione'! Sie erhalten von der geheimnisvollen Organisation den Auftrag, einen rätselhaften Entführungsfall zu lösen - und dabei steht nichts weniger als das Wohl des ganzen Landes auf dem Spiel! Ob ausgerechnet zwei durchschnittliche Kinder wie Shelly und Jonathan dazu in der Lage sind? Ein tolles Vorlesebuch mit liebenswerten Antihelden als Hauptfiguren, geschrieben mit viel Humor! Und wenn die Kinder nach einem Band Lust auf mehr haben, gibt es auch eine Fortsetzung- vielleicht zum Selber lesen.... Wer gerne regelmässig mit Buchtipps versorgt werden möchte, massgeschneidert auf die eigenen Kinder, und dazu jeden Monat einen Newsletter zu wechselnden Themen erhalten will, der schaut sich am besten mein Bücherkiste-Angebot auf www.leseleiter.ch an! Zudem gibt es auf dem Leseleiter-Blog jede Woche in der Büchervitrine einen Buchtipp von mir. Herzlichen Dank, Marion, für diesen tollen Gastbeitrag mit einem starken Plädoyer für ein "Vorlesen ohne Ende"! Marion Arnold ist gelernte Buchhändlerin und arbeitet seit 17 Jahren im Kinderbuchladen in Zürich. Daneben absolviert sie eine Weiterbildung zur Lese- und Literaturpädagogin. Mit Mann, zwei Kindern und zwei Meerschweinchen lebt sie in Zürich. 2016 hat sie sich ausserdem mit dem Projekt Leseleiter selbständig gemacht: Dort bietet sie Workshops, Kurse und weitere Angebote rund ums Thema Leseförderung an, für Schulklassen, Eltern, Pädagogen und Bibliothekarinnen. Das #vorlesefieber greift um sich 13 Blogs (abgesehen von mir selbst) haben schon teilgenommen! Wow, ein echter Erfolg, findet ihr auch? Ich bin jedenfalls begeistert von der Anzahl und der Vielfalt der bisherigen Beiträge zur Blogparade #vorlesefieber. Von Tipps zum Vorlesen, über konkrete Buchtipps, bis hin zur Kombination des Vorlesens mit Themen wie Ausflügen, Festen, Integration und Hochsensibilität ist alles dabei. Schaut euch doch auch mal um bei folgenden Blogs: Anne Eltern-Zeit: Achtsamkeit im Familienalltag mit Babys und Kleinkinder. Teil 1: Achtsames Vorlesen, 23. März 2018 (nachnominiert) Perlenmama: Unsere Buchtipps zum Vorlesen im Frühjahr 2018 (inkl. Verlosung), 11. April 2018 Miss Broccoli: Orientalisches Orangen-Dessert mit Datteln und Mandeln (zum Buch "Das Flüstern des Orients" von Franziska Meiners), 13. April 2018 MINT & MALVE: Magischer, märchenhafter Orient (Kinderbuch "Das Flüstern des Orients" und Couscous-Rezept), 13. April 2018 Herzensangelegenheit Buch: Vorlesen - meine liebsten Vorlesebücher aus der Kindheit, 20. April 2018 Frieda Friedlich: Alltag mit hochsensiblem Kind #4 - Friedas hochsensibler Bücher-Check, 23. April 2018 tadah - It's a mom's world: #vorlesefieber - Es gibt ein Fest von Monique Berndes, 25. April 2018 Kinderbuch-Detektive: Vorlesegeschichten für Kinder, 26. April 2018 Chain-Elle Art's: Integration im Schnelldurchlauf und was das mit magischen Büchern zu tun hat, 26. April 2018 Mein Kinderbuch heute: Jakob und Conni haben (keine) Angst im Dunkeln?!, 30. April 2018 Geschichtenwolke Kinderbuchblog: 20 Vorlesetipps für Zuhause, 2. Mai 2018 Brigitte Wallingers Kinderbuchblog: 1 Vorlesetipp, 2. Mai 2018 Kleinstadt: Bünzli-Säugetiere und Siffer-Reptilien, 7. Mai 2018 Wanderindli: Was Vorlesen für uns bedeutet, 7. Mai 2018
- Ein Buch aus Büchern
Märchen, Bücher und was zum Selbermachen in einem? Das geht! Mit "Meine Mini-Bibliothek" von Daniela Jaglenka Terrazzini. Mit der Bastelbox holt ihr euch nämlich gleich 30 kleine Bücher ins Haus. Nach dem "Buch über Bücher" für die Grossen, sind nun die Kleinen an der Reihe. Das "Buch aus Büchern" ist eigentlich kein Buch, sondern eine Kartonbox in Buchform mit allem, was ihr braucht, um eure eigene kleine Bibliothek zu basteln. Auf Papierbögen sind kleine Bücher aufgedruckt, die man ganz einfach ausschneiden, falten und mit dem passenden Umschlag zusammenkleben kann. Das kann sogar ein Bastel- und DIY-Honk wie ich! Und Kinder mit einer gewissen Geschicklichkeit im Schneiden können auch schon helfen. Die Box lässt sich zu einem Wohnzimmer auffalten, in das man das Mini-Bücherregal - auch zum Selberbauen - mit den fertigen Büchlein stellen kann. Um es etwas wohnlicher zu gestalten, könnte man noch ein paar Möbel aus der Puppenstube ergänzen (das habe ich selbst jetzt noch nicht geschafft). Die circa 3 auf 4 cm grossen Büchlein beinhalten vor allem Märchen in Kürzestfassungen. "Meine Mini-Bibliothek" passt also auch hervorragend zum Wochenthema Märchen der Blogparade #vorlesefieber. Hier findet ihr das Experteninterview über das Vorlesen von Märchen. Mit dabei sind zum Beispiel in der Version der Gebrüder Grimm "Hänsel und Gretel" und "Der Froschkönig", von Hans Christian Andersen "Die Schneekönigin", von Charles Perrault "Rotkäppchen" und "Aschenputtel", aber auch ein japaninsches Märchen ("Momotaro der Pfirsichjunge") und "Der Brabbelback" von Lewis Carroll. Neben den Geschichten hat der Bausatz zudem verschiedene Sachbücher zu bieten: einen Weltatlas, ein Vogelbuch, eins über Pflanzen und Blumen und einige mehr. Und schliesslich enthält das Set auch Mini-Bücher, die die kleinen Leserinnen oder Zuhörer selber gestalten können. So können sie selbst "Mein Mini-Märchen" erfinden, Muster kritzeln, "Meine kleinen Schätze" verewigen oder ihre Familie ins Album malen. Fazit "Meine Mini-Bibliothek" ist ein zauberhafter Bausatz mit 30 Mini-Büchern, der zum Basteln und Erzählen einlädt. Bei kleineren Kindern übernehmen die Eltern wohl einen Grossteil der Bastelarbeit, aber ab Kindergarten oder erster Klasse können sie schon fleissig mitwirken. "Das Buch aus Büchern" ist für alle Büchernarren, passionierten Vorleserinnen und DIY-Fans die ideale Kombination. Ausserdem bietet das Set einen einfachen Zugang zu einer grossen Vielfalt an Märchen und lässt mit den leeren Büchlein erst noch Raum für die eigene Kreativität. Eine tolle Mini-Bücher-Sammlung aus dem Laurence King Verlag, die sich auch bestens als Geschenk eignet. Die Fakten Meine Mini-Bibliothek Daniela Jaglenka Terrazzini Laurence King Verlag Erschienen am 31.01.2018 ISBN: 978-3-96244-002-2 Buch bei Laurence King Laurence King Verlag auf Instagram Laurence King Verlag auf Facebook Herzlichen Dank an den Laurence King Verlag für das Rezensionsexemplar.
- Märchen – der Schrecken von Kindern und Eltern?
Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? Märchen und ihre Figuren kommen bei Kindern und Eltern nicht immer gut weg. Im Interview mit Franziska Weber vom Zentrum Lesen der FHNW gehe ich der Gattung der Märchen auf den Grund. Schöne Geschichten oder veraltetes Kulturerbe? Viele Eltern haben Respekt davor, ihren Kindern Märchen zu erzählen, haben Vorbehalte gegenüber der «Moral von der Geschicht», wollen ihre Kinder nicht mit der Gewalt, der Trauer oder dem Verrat aus den alten Geschichten konfrontieren oder sie möchten die veralteten Rollenmodelle nicht an ihre Kinder weitervermitteln. Gleichzeitig schaut sich zumindest die weibliche Hälfte meiner Leserschaft mindestens einmal im Jahr «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel» an und so manche träumt davon, in einem Cinderella-Kleid zu heiraten. Wie Anita Müller, Direktorin vom SIKJM, sind auch mir die Hörspiele von «Hänsel und Gretel» oder «Schneewittchen» und der Film vom «Froschkönig» noch in sehr lebhafter Erinnerung (siehe Interview mit Anita Müller "Früh übt sich, was ein Bücherwurm werden will"). Es war einmal… Was hat es denn nun mit den Märchen auf sich? Sind sie wirklich der Schrecken von Kindern und Eltern? Haben sie im Gegenteil mehr zu bieten, als viele Eltern denken? Und gibt es auch moderne Märchen? Das und mehr habe ich Franziska Weber vom Zentrum Lesen der FHNW gefragt. MINT & MALVE: Frau Weber, vielen Dank, dass Sie mir in diesem Interview im Rahmen meiner Blogparade «Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE» Rede und Antwort stehen. Was macht ein Märchen eigentlich aus? Was unterscheidet es von anderen Geschichten, die wir unseren Kindern tagtäglich vorlesen? Zuerst muss man zwischen klassischen Märchen und Kunstmärchen unterscheiden. Die klassischen Märchen oder auch Volksmärchen sind überlieferte Geschichten. Kunstmärchen hingegen werden von einer Autorin oder einem Autor mit der Absicht verfasst, ein Märchen zu schreiben. Sie sprechen mit ihrer Frage wohl eher die klassischen Märchen an. Genau. Wodurch zeichnen sich die Volksmärchen aus? Volksmärchen haben meist ganz klare Strukturen und halten sich an bestimmte Regeln. Als Zuhörerin oder Zuhörer kann man sich auf diese Strukturen und Regeln, auf den Ablauf verlassen, wie zum Beispiel darauf, dass am Ende des Märchens stets das Gute siegt. Ausserdem sind Märchenwelten und die handelnden Figuren immer eindeutig und klar: Gut oder böse, schön oder hässlich, arm oder reich, dumm oder klug, grosszügig oder geizig, traurig oder glücklich usw. Menschliche Gefühle wie Mitleid, Freude, Trauer werden dabei nur am Rande angetönt, aber nicht wirklich beschrieben. Die Innensichten der Figuren werden kaum beschrieben. So entsteht eine gewisse Distanz zum Geschehen. Deshalb kann in Märchen auch das Böse vorkommen, denn man kann sich darauf verlassen, dass die Guten siegen werden. Das sind grundlegende, entscheidende Merkmale von Märchen, natürlich gibt es noch weitere, doch das würde den Rahmen hier aber sprengen. Ab welchem Alter sind denn Märchen überhaupt ein Thema für Kinder? Das ist sehr individuell. Einzelne, linear erzählte Märchen wie etwa Hans im Glück werden schon kleine Kinder ab etwa 4 Jahren verstehen. Komplexere Märchen kommen dann später dazu, auch je nach Vorerfahrung der Kinder mit dem Thema Märchen. Welche Tipps geben Sie Eltern mit auf den Weg, wenn sie mit ihren Kindern in die Märchenwelt eintauchen wollen? Was sollte man beim Vorlesen beachten? Für das Erzählen von Märchen gelten die gleichen Grundsätze, wie beim Erzählen oder Vorlesen anderer Geschichten. Erzählen braucht vor allem Zeit. Nicht nur die Zeit, die es zum Erzählen oder Vorlesen braucht, sondern auch Zeit, weil zwischendurch Dialoge entstehen können, Gespräche über das, was in der Geschichte passiert oder auch darüber, was einem beim Erzählen durch den Kopf geht. Es braucht also eine gute, entspannte Atmosphäre. Dabei ist es nicht zwingend, dass Kinder immer alles verstehen, es geht vielmehr um das gemeinsame Geniessen, die Nähe und Geborgenheit miteinander. Erfahrungen haben gezeigt, dass solche Erzählstunden für Kinder dann besonders attraktiv sind, wenn die Eltern die Geschichten oder Märchen selber mögen und auch zeigen, dass sie an einzelnen Figuren oder der Handlung ihren Spass haben. Solche Erzählmomente sollten, wenn immer möglich, für beide Seiten zu einem Genuss werden. Was können Kinder aus der Welt der Märchen mitnehmen? Was lernen sie aus den Geschichten? Ich komme aus der Lese- und Schreibdidaktik und kann Ihnen auf diese Frage keine schlüssige Antwort geben. Was Märchen bewirken und bei Kindern auslösen, dazu müssten Sie eine Psychologin oder einen Psychologen befragen. Aus Sicht der Sprachdidaktik lernen Kinder aber sehr viel, wenn sie einfach «nur zuhören»: Sie eignen sich nach und nach einen Fundus von Erzählstoffen an, von Figuren und fiktionalen Begebenheiten. Damit erhalten sie wichtigen Nährstoff für ihre eigenen Imaginationen. Sie lernen, was man sich ausdenken, was man erzählen kann. Sie erhalten sprachliche Vorlagen für das Erzählen. Sie lernen Möglichkeiten und Muster kennen, die sie beim eigenen Sprechen und Schreiben wiederverwerten können. Sie werden sie direkt übernehmen und zunehmend auch abändern. Sie lernen, wie man etwas Ausgedachtes, Gelesenes oder Erlebtes erzählen kann. Sie konzentrieren sich auf die gehörten Wörter und Sätze, buchstäblich auf den Wortlaut also und bekommen dabei mit, wie jemand einen Text vorträgt. Sie lernen, wie man Texte für andere und vor anderen präsentieren kann. Sie erfahren immer wieder, wie spannend die Welt zwischen zwei Buchdeckeln sein kann und dass sich die anfänglichen Mühen beim Lesenlernen lohnen. Was, wenn ich die Geschichten, die Märchen erzählen, mag, aber nicht unbedingt das Bild von Prinzessinnen vermitteln möchte, die nichts anderes tun, als auf ihre Prinzen zu warten? Gibt es da Alternativen – gewissermassen moderne Märchen ohne veraltete Geschlechterklischees? Haben Sie zwei, drei konkrete Tipps? Parodien und Persiflagen zu Märchen gibt es zuhauf. Janosch beispielsweise hat im Buch «Janosch erzählt Grimm's Märchen» über 50 Märchen neu erzählt. Da kommen auch erwachsene Leser und Leserinnen immer wieder ins Schmunzeln. Sehr empfehlen kann ich ausserdem die Bücher von Mario Ramos «Ich bin der Stärkste im ganzen Land» und «Der Wolf im Nachthemd». In beiden Büchern nimmt der Künstler vor allem den bösen Wolf aus Rotkäppchen aufs Korn. Auch die «etwas anderen» Prinzen und Prinzessinnen findet man: Da gibt es für Kinder die Geschichte von Babette Cole «Prinzessin Pfiffigunde», die von einer absolut frechen und unerzogenen Göre von Prinzessin erzählt. Auch die bekannte Kinderbuchautorin Kirsten Boie hat zwei ganz tolle Bücher über eine Prinzessin geschrieben, «Prinzessin Rosenblüte» und «Prinzessin Rosenblüte. Wach geküsst!», die im realen Leben niemand mag, weil das Gehabe und Getue alle nervt und diese Prinzessin schlicht keine Ahnung hat, wie man im Alltag zurechtkommt. Im Bilderbuch von Greg Gormley und Chris Mould, «Der Prinz muss mal Pipi» kommen viele Märchenfiguren vor und das Buch endet gut, nicht weil der Prinz so tapfer war, sondern weil er im richtigen Moment mal musste (siehe Besprechung im Blog vom Zentrum Lesen). Auch im Buch von Sybille Hein, «Prinz Bummelletzter» gewinnt der Prinz die Hand der Prinzessin, weil er eigentlich ein Verlierer ist, ständig vor sich hinträumt, Sachen vergisst und fast immer zu spät kommt. Herzlichen Dank für das spannende Interview! Das macht richtig Lust, sich ins Reich der Zwerge, Prinzessinnen und Max-und-Moritz-Streiche zu stürzen. Übrigens: Ein modernes Märchen findet ihr bereits auf dem Blog. Im Rahmen der Instagram-Aktion #bücherfürmehrweltoffenheit habe ich «Prinzessin Hannibal» von Melanie Laibl und Michael Roher empfohlen. Wer Lust auf Neues hat, dem empfehle ich die arabischen Märchen, die Franziska Meiners in «Das Flüstern des Orients» erzählt – ergänzt um wunderbare Illustrationen. Franziska Weber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Lesen der PH FHNW mit dem Schwerpunkt Leseförderung. Im Rahmen des «Schweizer Vorlesetags» organisiert Franziska Weber in Kooperation mit dem Institut für Weiterbildung der PH FHNW einen Weiterbildungsnachmittag für Lehrpersonen und Interessierte am Campus Brugg-Windisch. Zusammen mit Maria Riss hat sie für diesen besonderen Tag ausserdem passende Vorlesebücher auf dem Blog des Zentrums Lesen zusammengestellt.* Jahr für Jahr erscheinen unzählige neue Kinder- und Jugendbücher. Im Blog zu Kinder- und Jugendliteratur veröffentlichen Mitarbeitende des Zentrums Lesen sowie eingeladene Gäste laufend Empfehlungen für Kinder- und Jugendbücher, stellen Unterrichtsideen sowie neue Erkenntnisse aus der Forschung vor. Ein besonderes Highlight ist die Auswahl der besten Bücher aus jedem Jahr seit 2013.* Das Zentrum Lesen der Pädagogischen Hochschule FHNW forscht und entwickelt im Bereich der Literalität mit dem Ziel, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in ihren sprachlichen Kompetenzen zu fördern. Dabei werden auch Lehrpersonen in ihrem Unterricht unterstützt. Bei einer jährlichen Tagung im Herbst werden Einblicke in Lernmaterialien und die gewonnenen Forschungsergebnisse zum Sprach- und Schriftlernen im Kindergarten, auf der Primar- und der Sekundarstufe gegeben.* * Diese Bilder stammen vom Zentrum Lesen. Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE: Anlässlich des ersten Schweizer Vorlesetags vom 23. Mai 2018 findet bei MINT & MALVE die Blogparade #vorlesefieber statt. Mit Beiträgen rund ums Vorlesen zeige ich vom 11. April bis zum 23. Mai 2018, wie wichtig und schön das Vorlesen ist, wie viel Spass und spannende Stunden Kinderbücher den Kindern und ihren Bezugspersonen bringen. Du bist selber Blogger oder Autorin für ein Online-Magazin? Dann nimm an der Blogparade teil und zeige, was Vorlesen für dich bedeutet – egal, ob mit Kinderbuchtipps, Tipps zum Vorlesen, Einrichtungstipps für die Vorleseecke, einem DIY oder Rezepten rund ums Buch. Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Die Details und die bisherigen Beiträge zur Blogparade findest du im Auftaktbeitrag. Vorlesen braucht deine Stimme! Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in einer Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt! Der vom SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben. Pin it! Dir gefällt mein Beitrag? Pinne ihn auf dein Board bei Pinterest!
- Gemeinsam fürs Klima
Ist Klimaschutz für eine Familie überhaupt alltagstauglich? Petra Pinzler und Günther Wessel haben mit ihrer Familie den Versuch gewagt, ein Jahr lang CO2-neutral zu leben. Ihre Erfahrungen haben sie in "Vier fürs Klima" festgehalten. Ein lesens- und nachahmenswerter Bericht! Petra und Günther mit ihren Kindern Jakob (16) und Franziska (13) leben im Südwesten Berlins in einem Einfamilienhaus, haben ein Auto, nutzen es aber nicht allzu oft. Sie haben keine aussergewöhnlichen Hobbys, essen nicht sehr viel Fleisch, der Sohn ist sogar Vegetarier. Alles in allem also eine ganz normale vierköpfige Familie. Ihr ökologischer Fussabdruck? 42 Tonnen CO2 pro Jahr. Das macht 10.5 Tonnen CO2 pro Person und Jahr. Damit liegen sie etwas unter dem deutschen Durchschnitt von 11 Tonnen (Schweizer durchschnitt: 13.5 Tonnen). Klimafreundlich wären 2.2 Tonnen pro Jahr, ein CO2-neutrales Leben also eine echte Herausforderung - wie wohl für die meisten von uns. Denn wusstet ihr, dass allein die staatlichen Leistungen und Infrastrukturen wie Schulen, Spitäler, Strassen, Kehrichtverbrennung etc. für über eine Tonne pro Person verantwortlich sind (in der Schweiz: 1.28 Tonnen)? Was können denn da einzelne Menschen noch ausrichten? Fragen über Fragen Auch die Autoren von "Vier fürs Klima" stellen schnell fest, dass die Sache mit dem Klimaschutz gar nicht so einfach ist. Da stellen sich ganz viele Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind: Sind Äpfel aus der Region immer besser als Äpfel aus Übersee? Darf man argentinischen Rotwein trinken? Was ist wichtiger, bio oder regional? Sind Papiertüten wirklich besser als Plastiksäckchen? Wohin dürfen wir überhaupt noch in den Urlaub fahren? Die Familie nimmt uns bei der Beantwortung dieser und weiterer Fragen mit durch ihr Jahr. Jeden Monat wird offen, humorvoll, unkompliziert und undogmatisch ein grösseres Thema behandelt. So geht es im Februar um "Äpfel, rülpsende Kühe und Vegetarier". Im März steht die Garten- und Urlaubsplanung an. Im Juni beschäftigen "Wasser, Wein und die Moral beim Einkaufen". Im August knöpfen sie sich den Kleiderschrank vor (jetzt wird's ernst!). Im September geht es um Hobbys, Arbeit und Bücher und im November um die Energiefresser Licht und Heizung. Im Dezember sprechen sie schliesslich auch noch die Weihnachtsgeschenke an, ein heikles Thema. Unerwartete CO2-Schleudern Ein paar erstaunliche Erkenntnisse aus dem Buch, die zumindest mich ziemlich aufgerüttelt haben: Eine Google-Suche verbraucht 2 g CO2. Ein E-Book-Reader lohnt sich CO2-technisch schon ab 8 gelesenen Büchern. Wenn gedruckte Bücher, dann nur solche aus FSC-Papier. Das habe ich in meinem letzten Artikel "Der Natur auf der Spur" für den WWF Schweiz thematisiert. Noch besser sind solche auf recyceltem Umweltpapier wie beim Blauen Engel. Einheimische Äpfel sind besser als Importäpfel, solange sie nicht über 6 Monate gelagert wurden. Dann gewinnen die Äpfel aus Übersee. Also von Mai bis Juli besser auf Beeren umsteigen, wenn es keine frischen Äpfel mehr gibt (Tipps rund um die Ernährung und die Küche geben auch Loumalou, Miss Broccoli und auf Französisch Lumai Blog). Geflügel und Schwein verursachen bei biologischer Aufzucht ca. 3 kg CO2 pro Kilogramm Fleisch. Beim Rind sind es mindestens 11 kg CO2. Mehr über "Fleisch oder Fleisch?" erfahrt ihr bei Stadt Land Gnuss. Mit biologischer Landwirtschaft könnten wir 15 bis 20 Prozent CO2 einsparen. Aber: Wir bräuchten 60 Prozent mehr landwirtschaftliche Nutzfläche, die es nicht gibt. Allein bei der Produktion einer Batterie für einen Tesla entstehen 15 Tonnen CO2. Damit könnte man 70'000 Kilometer Auto fahren (mit einem VW Caddy). Wenn Elektroauto, muss also wenigstens der Strom zum Aufladen CO2-neutral sein. Eine Papiertüte lässt sich besser recyceln, verursacht in der Herstellung aber doppelt so viel CO2 als eine Plastiktüte. Auch Baumwolltragtaschen sind nicht besser. Ein Liter Hahnenwasser produziert 0.14 g CO2, eine Literflasche Mineralwasser 201 g, 1435-mal so viel! Eine heisse Dusche verursacht pro Minute 1 kg CO2. Ein Damen-Longshirt ist in der Produktion für 6 kg CO2 verantwortlich, durch waschen, trocknen und bügeln kommen nochmal 3 kg dazu. "Vier fürs Klima" ist sehr humorvoll geschrieben, liest sich leicht und man hat das Gefühl, mit der Familie Pinzler-Wessel mitzuleben. So hat dieser Erfahrungsbericht das Potenzial, stärker zum Nachdenken und Handeln anzuregen als es hundert ermahnende (wenn auch durchaus sehr berechtigte) Aufrufe von Klimaforscherinnen, Umweltaktivisten oder Politikerinnen könnten. Weshalb? Weil es nicht den Abwehrreflex auslöst, zu sagen "Was kann ich als Einzelner schon ausrichten?" oder "Mein Nachbar ist ja auch nicht besser als ich, der fährt auch einen SUV oder fliegt auf die Malediven." Die sympathische Familie zeigt, dass es eben doch jede und jeder Einzelne was tun kann, ja tun muss und dass das durchaus nicht immer mit totalem Verzicht verbunden ist. Und vielleicht streicht ihr ja jetzt auch die Flugreise für den Sommerurlaub und geniesst die Attraktionen in der Schweiz, Deutschland oder Österreich! Bei Kleinstadt erscheint gerade eine vierteilige Serie über Familienferien in der Schweiz. Der erste Teil: Tessin statt Teneriffa. Und Mama rocks hat sich gefragt: "Fliegen wir unsere Umwelt kaputt?" Ich habe mir jedenfalls so einiges vorgenommen: Weiterhin wenig bis gar nicht fliegen. Abklären, ob ein Wechsel der Heizung Sinn macht und ob neue Fenster nötig wären. Noch weniger über Versandhäuser bestellen. Beim Essen noch stärker auf Regionalität und Saisonalität achten und den Fleischkonsum drosseln. Beim Einkaufen auf unnötige Verpackungen verzichten. Das Auto so bald wie möglich wieder loswerden und wieder ein Generalabonnement anschaffen (so wie Genève et moi, auf Französisch). Und ein kürzerer Arbeitsweg würde auch nicht schaden, obwohl ich den ganz umweltbewusst und auch gerne, da nervenschonend und gemütlich, mit Fahrrad und Zug zurücklege. Schliesslich will ich dank Petra Pinzler jetzt auch "What we think about - when we try not to think about global warming" von Per Esen Stoknes lesen - am besten als E-Book. Wem die jeweiligen Kapitel im Buch noch nicht ausreichen, der findet im Anhang zu jedem Kapitel umfassende Hinweise auf weiterführende Informationen. Fazit "Vier fürs Klima" von Petra Pinzler und Günther Wessel ist kein Ratgeber mit Checklisten für ein CO2-neutrales Leben. Es ist ein Bericht, wie ein klimafreundlicheres Leben im Alltag einer Familie möglich ist, ohne den totalen Verzicht zu leben. So regt das Buch ganz automatisch und ohne erhobenen Zeigefinger dazu an, seine eigenen Entscheidungen, seine Lebensweise zu überdenken und in einigen Punkten zu verbessern. Und es motiviert dazu, sich noch mehr mit den Themen Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz auseinanderzusetzen. Übrigens: "Vier fürs Klima" folgt den sehr strengen Kriterien des "Blauen Engels" für Druckerzeugnisse. Die Autoren meinen es also wirklich ernst mit dem Klimaschutz. Die Fakten zum Buch Vier fürs Klima Petra Pinzler & Günther Wessel Droemer 304 Seiten Erschienen am 01.03.2018 ISBN: 978-3-426-27732-4 Leseprobe und mehr bei Droemer Knaur. Herzlichen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar. Klimaschutz einfach gemacht! Ich habe euch ein paar Links zusammengetragen, damit ihr euch selbst ins Thema vertiefen und Schritt für Schritt klimafreundlicher leben könnt: Pinterest-Board "Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz": Hier findet ihr zahlreiche Tipps und Tricks für ein nachhaltiges Leben, egal ob Ernährung, Wohnen, Einkaufen, Wasserverbrauch, DIYs für Waschmittel, Kosmetik und Upcycling-Ideen, hier werdet ihr fündig. Footprint-Rechner von WWF Schweiz Mein ökologischer Rucksack CO2-Kompensation mit My Climate Spannendes Interview des Beobachters mit Umweltökonom Philippe Thalmann für alle, die sich fragen, was sie als einzelne oder einzelner überhaupt ausrichten können. WWF-Kampagne: Schütze die Welt, in die unsere Kinder geboren werden! Dieser Blogbeitrag entstand in Kooperation mit WWF Schweiz. Er ist mein Beitrag zur Kampagne #forgenerationstocome. Alle Beiträge von Schweizer Familienbloggern und weitere Informationen, was ihr fürs Klima tun könnt, findet ihr auf der Kampagnen-Website.
- Kinderbuchmarkt: Trends und Klassiker
Wie entwickelt sich eigentlich der Kinderbuchmarkt? Welche Bücher gehen zur Zeit wie warme Semmeln über den Ladentisch, geraten aber schnell wieder in Vergessenheit? Und welche haben das Potenzial zum Klassiker? Das Team vom Chinderbuechlade Bern gibt uns einen exklusiven Einblick. Aktuelle Trends auf dem Kinderbuchmarkt oder doch der Klassiker? Im Prinzip ist die Frage nichtig. Was zählt, ist möglichst vielen Kindern das Lesen schmackhaft zu machen. Alles Lesen beginnt im Idealfall mit dem Vorlesen. Vorlesen bedeutet absolute Hinwendung zu einem Kind. Sich Zeit nehmen für das Kind und das gemeinsame Abtauchen in Geschichten vermittelt Geborgenheit und gibt Raum für das Miteinander.Bücher können Kindern aller Altersstufen auf Augenhöhe und in ihrem Tempo einen Zugang zu anderen Welten ermöglichen und so ihren Horizont erweitern. Bücher sind sinnlich, Kinder können sie besitzen, anfassen und immer wieder hervornehmen, um darin vor- und zurückzublättern. Veränderungen im Leseverhalten Der Kinderbuchmarkt wandelt sich ständig und passt sich dem Puls der Zeit an. Die Klassiker Lindgren, Preussler, Ende, um nur einige zu nennen, waren einem anderen Erzähltempo unterworfen, als es die aktuellen Titel sind. Auch das Kinderbuch wird von der Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft dominiert, die Texte müssen kürzer und prägnanter sein. Ein gutes Kinderbuch muss einen sinnvollen Spannungsbogen und überraschende Wendungen beinhalten, sonst wird es schnell zur Seite gelegt. Besonders bei den Erstlesebüchern spielt dies eine grosse Rolle; vor der Digitalisierung hatte das „Lesenlernenwollen“ einen grösseren Stellenwert, es war für viele Kinder der ersehnte Zugang zu einer neuen Dimension; heute haben die Bücher Konkurrenz durch diverse Apps und digitale Medien erhalten, die auch ohne Lesekenntnis verstanden werden können. Auch die Themen in den aktuellen Kinderbüchern sind heute andere. Sie sind weniger unbedarft. Kinder aller Altersstufen sind heute recht gut informiert über Gesellschaftspolitisches. Altersgerecht verpackt können Kinder unter anderem auch mit Themen wie Armut, Krieg, Gefängnis und Frauengeschichte konfrontiert werden. Als literarische Form wird oft – nicht nur bei Greg – das Comics oder die Grafic Novel gewählt. Total angesagt Was total angesagt ist, hängt von der Zielgruppe bzw. von der Konsumentinnengruppe ab: Viele Kinder zieht es zu den ihnen bekannten Reihen mit Wiedererkennungswert. Die Verlage haben dies inzwischen bereits für die Erstleser erkannt: Die Reihen „Das magische Baumhaus“, „Die drei ???“, sowie „Liliane Susewind“, sind seit kurzem als Erstlesebücher erhältlich. Eltern lassen sich gern von künstlerisch gestalteten Titeln inspirieren; auch das Auge des Vorlesenden schaut mit. Vor allem im Sachbuch sind wunderschön gestaltete Bücher erhältlich, die ganz nebenbei noch mit Wissensvermittlung überzeugen. Grosseltern, Gotten, Göttis und Menschen, die von den zu beschenkenden Kindern nicht allzu viel wissen, bevorzugen Klassiker. Weniger experimentierfreudig hoffen sie einerseits, etwas Unverfängliches zu schenken, andererseits möchten sie gern an Selbsterlesenes erinnern. Und wir, die Buchhändlerinnen vom Chinderbuechlade? Wir erlesen 2 mal im Jahr aus unzähligen Neuerscheinungen unsere Favoriten, seien sie schräg und manchmal unpädagogisch (Die verflixten sieben Geisslein; Sebastian Meschenmoser), gesellschaftskritisch (Oje, ein Buch; Lorenz Pauli), einfach schön und philosophisch (Das Flüstern des Orients; Franziska Meiners > Blogbeitrag), aktuell oder geschichtlich (Good Night Stories for Rebel Girls, Elena Favilli und Francesca Cavallo > Blogbeitrag), neuklassisch (Gute Nacht, Gorilla / Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat) oder die ungezählten künstlerisch gestalteten Natur- und Sachbücher. Aktuelle Trends Dieses Frühjahr stehen Natur- und Sachbücher hoch im Kurs; nach dem Winter sind die Kinder zappelig und voller Tatendrang. „Floras Atelier“ zum Beispiel ist eine willkommene Anregung, sich draussen aufzuhalten und die Natur mit neuen Augen wahrzunehmen. Auch das technische „Veloflickbuch“ wird sehr beachtet und zeigt uns auch hier den Zeitgeist – Do it Yourself! Wimmelbücher verkaufen sich nach wie vor gut, vor allem, da die Idee dieser Gattung weiterentwickelt wird. Neben den Klassikern von Rotraut Susanne Berner und Ali Mitgutsch sind die Illustrationen und Themen heute subtiler und bewegen sich in einem künstlerisch-experimentellen Bereich, wie der Atlas „Alle Welt“ und das Ohne-Worte-Buch„Die Torte ist weg“, aber auch ganz neue Titel wie „Ein grosser Garten“. Frühjahrstipps des Chinderbuechladeteams Kalle und Elsa, Jenny Westin Verona und Jesús Verona Im Bilderbuch erleben „Kalle und Elsa“ ihren Kinderalltag abseits pädagogischer Bezugspersonen im zum Dschungel umfunktionierten Garten – sehr kreativ und wunderschön illustriert. Wer will, kann sich nebenbei mit dem Genderthema auseinandersetzen: das Mädchen trägt die grünen Gummistiefel, ihr Freund die Pinkfarbenen. > Blogbeitrag von MINT & MALVE Ein Sommer in Sommerby, Kirsten Boie Eindrucksvoll schlägt Kirsten Boie in "Ein Sommer in Sommerby" den Bogen zwischen klassischer Erzählkunst und modernem Thema; im Stile Bullerbüs erzählt sie die Sommergeschichte von Martha, Mats und Mikkel, die ihre Ferien bei ihrer Oma verbringen müssen. Hier prallen die Generationen aufeinander: digitale Stadtkinder versus Oma, die abseits jeglicher Medien ohne Telefon und Internet lebt. Ich weiss, heute Nacht werde ich träumen, Steven Herrick Die Geschichte von Harry, der erwachsen wird; erste Liebe, Verlust und das Wiederentdecken des Glücks. In Versform, die keine ist, weil sich nichts reimt. Der Vater, eine wundervolle Figur, schafft es, die Familie trotz fehlender Mutter zusammenzuhalten. Eine Wassermelone zu dritt bedeutet Familie und Geborgenheit. Ein zutiefst berührender Roman, der Autor braucht wenig Worte, um sich auszudrücken und Bilder entstehen zu lassen. Ein Text voller Poesie mit viel Raum für eigene Gedanken für Jugendliche ab 14 Jahren. Und übrigens: Für gute Bücher ist es nie zu früh! Ich danke dem Chinderbuechlade ganz herzlich für diesen Gastbeitrag im Rahmen der Blogparade #vorlesefieber! Alle Beiträge zur Parade von MINT & MALVE findet ihr übrigens unter dem Tag #vorlesefieber. Halt! Bevor ihr jetzt alle Bücher bestellt: Der Chinderbuechlade ist als Buchhandlung des Jahres nominiert. Bis zum 6. Mai könnt ihr dem Team mit eurer Stimme zum Sieg verhelfen! Chinderbuechlade - Fürs Leben gern lesen. Die Fachbuchhandlung für Kinderbücher, Jugendbücher und Unterrichtsmaterial weckt seit mehr als 40 Jahren die Leselust bei Kindern und Jugendlichen. Das Team vom Chinderbuechlade in der schönen Berner Altstadt bietet Liebe und Leidenschaft für das gute Buch, Trouvaillen auf Schritt und Tritt, professionellen Service und tolle Angebote - wie die Bücherkiste oder das Einschliessen im Laden - und Aktionen zur Leseförderung wie "Lesen im Fenster". Den Chinderbuechlade findet ihr auch auf Facebook. Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE: Anlässlich des ersten Schweizer Vorlesetags vom 23. Mai 2018 findet bei MINT & MALVE die Blogparade #vorlesefieber statt. Mit Beiträgen rund ums Vorlesen zeige ich vom 11. April bis zum 23. Mai 2018, wie wichtig und schön das Vorlesen ist, wie viel Spass und spannende Stunden Kinderbücher den Kindern und ihren Bezugspersonen bringen. Du bist selber Blogger oder Autorin für ein Online-Magazin? Dann nimm an der Blogparade teil und zeige, was Vorlesen für dich bedeutet – egal, ob mit Kinderbuchtipps, Tipps zum Vorlesen, Einrichtungstipps für die Vorleseecke, einem DIY oder Rezepten rund ums Buch. Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Die Details und die bisherigen Beiträge zur Blogparade findest du im Auftaktbeitrag. Vorlesen braucht deine Stimme! Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in einer Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt! Der vom SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben.













