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  • Wenn das Eis schmilzt

    Habt ihr gerade auch so viel Bedarf nach seelentröstenden Bilderbüchern? Dann habe ich mit "Ein eiskalter Fisch" von Frauke Angel und Elisabeth Kihßl ein ganz wunderbares Exemplar für euch! Von eiskalten Fischen Eiskalte Fische können wir ja gerade nicht so gut gebrauchen, tote eiskalte Fische schon gar nicht. Aber genau darum geht es in diesem Bilderbuch. Wie Autorin Frauke Angel eiskalte Fische und den Tod eines Haustiers zusammenbringt, ist schon genial. Und das geht so: Ein kleiner Junge ist ganz traurig, dass sein Fisch Onno gestorben ist. Und nun - ja - kalt in einer Schüssel liegt. Der andere eiskalte Fisch - so nennt ihn zumindest die Mama - taut aber gerade da auf: Der Papa vom Jungen ist nämlich normalerweise gar nicht so der Kuscheltyp. "Was schade ist, weil ich bin schon so ein Kuscheltyp." Meint der Junge dazu. Als der Papa den toten Onno sieht, muss er aber weinen, ganz fest. Und da nimmt er seinen Jungen sogar in den Arm. Ganz fest. "In Papas Armen war es weich und warm. Und sein Kragen hat Knitterfalten bekommen." Von Kuscheltypen Und so wird dieser traurige Tag von Onnos Tod plötzlich zu einem ganz schönen Tag, ein Tag voller Kuscheltyperei! "Ich hab meine Nase ganz tief in seinen Hals reingebohrt und ungefähr bis 463-tausendmillionen gezählt." Für solche Sätze muss man Frauke Angel einfach lieben, oder? Der Kuscheltyperei folgt eine herzzerreißende Beerdigungszeremonie. Und die Mama, die nach einem Streit mit dem Papa einen Spaziergang brauchte, kommt auch wieder zurück. Sie kommt zum Glück immer wieder zurück. So erzählt Frauke Angel mit "Der eiskalte Fisch" aus der Sicht des Jungen in lockerem Ton und mit feinem Humor von traurigen und traurig-schönen Dingen, vom Wert einer Umarmung (oder zwei oder drei) und von der Erleichterung, die eintritt, wenn man seinen Gefühlen freien Lauf lässt. Fantastisch bebildert hat das Kinderbuch aus dem Tyrolia Verlag Elisabeth Kihßl. Ihre Illustrationen vereinen Bleistiftkonturen, die an Kinderzeichnungen erinnern, mit bunten Flächen, meist in Blau- und Grüntönen, versetzt mit roten und violetten Highlights. In der Wohnung der Familie entdecken wir nicht nur fancy Monsteras, sondern auch sonst viele süsse Details. Mir machte das Buch jedenfalls gleich Lust, auch wieder mal was zu zeichnen und so habe ich es mit dem Aquarium versucht. Vielleicht sucht ihr ja auch noch nach einer Beschäftigung? Dann holt einfach Stift und Pinsel und malt drauf los! Fazit "Der eiskalte Fisch" von Frauke Angel und Elisabeth Kihßl ist das erste Bilderbuch, das es schafft, mit drei Händen auf der Klospülung zu enden und damit für Rührung zu sorgen. Eine ganz grosse Vorlese- und Anschauempfehlung - für Kinder ab 4 Jahren und alle unterkühlten Menschen. Gerade in diesen Zeiten gibt dieses Buch besonders warm! Die Fakten Ein eiskalter Fisch Frauke Angel (Text) Elisabeth Kihßl (Illustration) Tyrolia-Verlag 26 Seiten Erschienen im März 2020 ISBN: 978-3-7022-3842-1 Ab 4 Jahren PS: Herzlichen Dank an den Tyrolia-Verlag für das Rezensionsexemplar. Geteilte Freude ist doppelte Freude Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst oder in den Social Media teilst. Das gibt eine Runde Kuscheltyperei - in der Social-Distancing-Variante natürlich! ;-) #Tyrolia #FraukeAngel #ElisabethKihssl #Bilderbuch #Gefühle #Familie #Haustier #Tod #Streit #Geborgenheit #Trauer #Konfliktbewältigung

  • Eine Reise durch die Küche

    (Werbung/Verlosung) Claudia Schilling nimmt uns in ihrem neuen Buch mit auf eine Reise durch ihre unkomplizierte und gesunde Küche mit vielen alltagstauglichen Rezepten, Ideen für DIYs und Geschenke. Ihr könnt ein Exemplar ihres familientauglichen Kochbuchs gewinnen! Ausserdem habe ich auch wieder ein leckeres Rezept im Gepäck. Claudia Schilling ist eine weitere Foodbloggerin mit eigenem Buch (Nicole Giger von Mags Frisch habe ich euch hier vorgestellt und Nadja Zimmermann vom LouMalou Blog hier). Genauer gesagt, ist "Follow me" schon ihr zweites Buch nach "Hin und weg". Ihren Blog findet ihr unter stylingqueen.ch und natürlich in den Social Media. Auf 4 Etappen zum Ziel Die Idee von "Follow me" ist es, aus einem Rezept ganz viele zu machen. Auf vier Etappen zeigt uns Claudia Schilling wichtige Basics, um dann ganz verschiedene Abzweigungen zu nehmen und uns so zu immer weiteren Rezepten zu führen. Auf folgenden 4 Reiserouten kommen wir so an 150 alltagstauglichen, kreativen und gesunden Rezepten vorbei: Etappe No 1: Von Pizza bis Bolognese Etappe No 2: Von Risotto bis Kürbis Etappe No 3: Von Guetzli bis Happy-Birthday-Cake Etappe No 4: Von Hefeteig bis Brotsalat So kochen wir uns von Pizza, über Foccacia, bis Pesto. Vom Risotto, über Arrancini, bis zur Kürbissuppe oder einem Kürbis-Curry. Vom einfachen Guetzli-Rezept, backen wir uns über Mini-Linzertörtchen bis zu diversen Cheescake-Varianten. Und vom Hefeteig-Grundrezept geht es am Dreikönigkuchen vorbei, über enge Kurven zu den schönsten Zopf-Varianten oder zum Zwirbel-Baguette. Nachhaltig und kreativ unterwegs Was mir besonders gefällt: Claudia Schilling belässt es nicht einfach bei den Rezepten, sondern gibt immer wieder Tipps zur Resteverwertung, erklärt, wie man Kräuter haltbar machen oder selbst Paniermehl herstellen kann und streut coole DIYs und Upcyclings ein. So entsteht aus der Dose von den Pelati eine schöne Laterne oder aus Küchentüchern eine Schürze. Und ganz viele Rezepte lassen sich gleich zu einem netten Mitbringsel oder zum Weihnachtsgeschenk ausbauen. Fazit "Follow me" von Claudia Schilling eignet sich perfekt, um mit dem Kochen und Backen einfach anzufangen und sich dann an immer mehr neue und schwierigere (aber immer noch einfache) Rezepte heranzuwagen. Natürlich können neben den vorgegebenen Abzweigungen auch ganz andere genommen werden. Wer weiss, wo da die Küchenreise hingeht: Wenn der "Flow" erst mal stimmt, ist alles möglich! Die Fakten Follow me Kochen im Flow. Aus einem Rezept mach viele Claudia Schilling AT Verlag 336 Seiten Erschienen am 10.10.2019 ISBN: 978-3-03902-027-0 Cheescake-Grundrezept Ich habe für euch das Cheesecake-Grundrezept ausprobiert. Es hat schon sehr lecker geschmeckt. Das nächste Mal wage ich aber definitiv an eine der feinen Varianten - mit Konfitüre, mit Zitrone, mit Kürbis oder doppeltem Boden - oder sogar an den Salty Cheesecake, mmmmh! Für eine Springform von etwa 24 cm Durchmesser Zutaten Butter für die Form 150 g Butterkekse 75 g Butter 600 g Doppelrahm-Frischkäse 250 g Magerquark 80 g Zucker 60 g Maizena (Maisstärke) 1 Päckchen Vanillezucker 3 Eier Zubereitung Die Springform vorbereiten: dafür den Boden mit Backpapier belegen und den Rand fetten. Die Butterkekse in einen Gefrierbeutel geben und mit einem Nudelholz zerdrücken. Die Butter in einem Topf schmelzen und mit den Keksbröseln mischen. Die Mischung auf dem Boden der vorbereiteten Form verteilen und mit dem Boden eines Glases gut andrücken. Etwa 30 Minuten kühl stellen. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen. Den Frischkäse und den Quark gut verrühren. Zucker, Maizena und Vanillezucker darunterrühren. Die Eier nach und nach unterrühren. Die Quarkmasse auf den Keksboden geben und den Kuchen in der Mitte des vorgeheizten Ofens etwa 40 Minuten backen. Den Backofen ausschalten und den Cheesecake etwa 30 Minuten im Ofen ruhen lassen. Dann herausnehmen, auskühlen lassen und zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Varianten Ebenfalls geeignet zum Backen: 2 Springformen von etwa 16 cm Durchmesser, 1 Cakeform von etwa 30 cm Länge oder 1 eckige Springform von etwa 25 x 24 cm. Tipps Eine Wasserschale in den Backofen stellen, dann reisst der Cheesecake nicht. Die Form in Alufolie wickeln, damit die Butter nicht auf den Boden des Ofens tropft, oder ein Backblech unter die Form stellen. VERLOSUNG: 3 Exemplare von "Follow me" zu gewinnen! Um euch in der strengen Zeit von Lockdowns, Social Distancing, Homeoffice und Homeschooling eine Freude zu machen, verlosen Moana von Miss Broccoli und ich mit Unterstützung des AT Verlags während 4 Wochen immer freitags ein tolles Buch rund ums Kochen, Basteln und Gärtnern. Und so verlose ich nun auch 3x1 Exemplar dieses tollen Koch- und Backbuchs! Herzlichen Dank an den AT Verlag für das Rezensions- und die Verlosungsexemplare. Facebook Instagram Du hast von der Freischaltung der Posts bis am Mittwoch, 15. April 2020, 23: 59 Uhr, Zeit, um in den Lostopf zu hüpfen. Viel Glück! Deine Eliane Like it? Pin it! Magst du diesen Kochbuchtipp oder das Cheescake-Rezept? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den dazugehörigen Pin merkst. Auch übers Teilen in den Social Media freue ich mich sehr! #ClaudiaSchilling #ATVerlag #Kochen #Backen #DIY #Upcycling #Nachhaltigkeit #Familienrezepte #Rezepte #Resteverwertung #Entspanntkochen #Alltagsküche

  • Brücken zwischen zwei Welten

    Ein völkerverbindender Gute-Laune-Roman ist Karin Kalisa mit "Sungs Laden" gelungen. Genau das Richtige, wenn ihr den schlechten Nachrichten für eine Weile entfliehen wollt. Sozialistische Völkerverbindung Sung führt einen vietnamesischen Laden in Berlin, übernommen von seinen Eltern nach dem plötzlichen Tod von Vater Gam. Dieser war wie Sungs Mutter Hien als Vertragsarbeiter vor dem Vietnamkrieg in die damalige DDR geflüchtet. Die sozialistische Bruderhilfe verhalf den beiden zwar zu einer Stelle, aber als Hien zum ersten mal schwanger wurde, mussten sie dies verheimlichen und Hien reiste für die Geburt zurück nach Vietnam. Liess die neugeborene Tochter bei ihrer Schwester. Erst Sung kam ein paar Jahre später mit Hilfe der patenten Hebamme Dete in Berlin zur Welt. Und dieser Dete hatten Hien und Gam es auch zu verdanken, dass sie den Laden mitten in Prenzlauer Berg übernehmen konnten. Völkerverständigung reloaded Die Geschichte nimmt ihren Lauf, als Sungs Sohn Minh für ein Schulprojekt ein Kulturgut aus seiner Heimat vorstellen soll. Fernab der Heimat seiner vietnamesischen Grosseltern aufgewachsen, hat er vorerst keine Ahnung, was dieses Kulturgut sein soll. "Ein Kulturgut aus Vietnam. Minh hatte diese Hausaufgabe wie einen Fremdkörper aus seinem Mund befördert. Als hätte Vietnam so wenig mit seinem Leben zu tun wie das Wort Kulturgut mit seiner Alltagssprache." (S. 14) Und auch sein Vater Sung ist ziemlich ratlos, ist doch auch er in Berlin aufgewachsen und spricht solange er denken kann nur deutsch. Also schickt er seinen Sohn zu Oma Hien. Diese holt ihre über 80 Jahre alte Holzpuppe Thuy aus dem Versteck, tritt mit ihrem Enkel auf die Schulbühne und erzählt eine bewegende Geschichte. Thuy tritt eine eigentliche Vietnam-Begeisterungswelle los: Es werden fleissig Holzpuppen gebaut, die Berliner*innen sprechen plötzlich mit den vietnamesischen Ladenbesitzer*innen, kaufen Non Las (die spitzen vietnamesischen Kegelhüte) und vietnamesische Seidenstoffe en masse. In schwindelerregenden Höhen entstehen Affenbrücken aus Bambus und Seilen. Vietnames*innen lernen Deutsch und Deutsche lernen Vietnamesisch (Abendkursleiterin ist Hien) und schliesslich bildet sich sogar ein Verein, um eine vietnamesische Puppenspielertruppe für ein legendäres Gastspiel nach Berlin zu holen. Herkunft und Integration All das ist natürlich eine Utopie, aber eine sehr schöne. Und Karin Kalisa flicht in ihrer beschwingten Erzählweise mit viel Witz auch ernste Themen ein. So verleitet das Buch dazu, über Herkunft und Heimat nachzudenken, gerade von Menschen, die bereits in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland - oder wahlweise der Schweiz oder Österreich - leben und die, abgesehen vom Aussehen, kaum mehr etwas mit ihrem "Heimatland" verbindet. Es bietet Anlass, sich Gedanken zu machen über den (mangelnden) Austausch mit unseren Nachbar*innen, Mitschüler*innen, Arbeitskolleg*innen unterschiedlicher kultureller Herkunft. Und es wirft die Frage nach unserer Lebensplanung auf: Wo wollen wir hin? Was möchten wir wirklich machen im Leben? Wie sind wir dort gelandet, wo wir gerade sind? Fazit Karin Kalisa entführt uns mit "Sungs Laden" in den Melting Pot Berlin. Die Autorin lässt vor unseren Augen eine Utopie der Völkerverständigung, des Gemeinsinns und der positiven Energie der kulturellen Vielfalt entstehen. 250 Seiten Menschenliebe, Optimismus und Humor zum Eintauchen, Geniessen, Träumen. Die Fakten Sungs Laden Karin Kalisa Droemer Taschenbuch 256 Seiten Erschienen am 10.01.2017 ISBN: 978-3-426-30566-9 Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann merke dir doch den Pin dazu auf einer Pinnwand deiner Wahl. #Roman #KarinKalisa #Droemer #Vietman #DDR #Berlin #Utopie #bücherfürmehrweltoffenheit #Integration #Migration

  • Ein offenes Ohr

    Piret Raud erzählt uns in ihrem Kinderbuch "Das Ohr" eine Geschichte über den Wert des Zuhörens und die Freundschaft. Gerade jetzt tut ein offenes Ohr sicher jeder und jedem gut. Eines Tages wachte das Ohr auf und war ganz allein. Kein Kopf mehr da! Was konnte es bloss machen? Völlig kopflos irrte es umher. Es hatte gewissermassen eine Identitätskrise. Bis es auf einen Frosch traf, der Redebedarf hatte. Oder besser gesagt: Singbedarf. Und ja, das Ohr konnte gut zuhören und das tat es denn auch und wurde dabei wieder etwas froher. Das tut doch gut, wenn man jemandem helfen kann. Und so kam es, dass das Ohr für viele Tiere ein offenes Ohr hatte und dabei viele Freunde gewann. Die Freunde hielten auch zum Ohr, als es in Gefahr geriet. Aber was da genau passierte, müsst ihr selbst herausfinden! Das Ohr von Vincent Dass das einsame Ohr dasjenige von Vincent van Gogh ist, wird natürlich nur uns kunsthistorisch zumindest ein ganz klein wenig bewanderten Erwachsenen bewusst. Kindern wird diese Affiche an den grossen Künstler, der selbst unter Identitätskrisen litt und sich ein Ohr abschnitt, nicht klar, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Im Gegenteil, der Bezug zum grossen holländischen Künstler würde für die Zielgruppe wohl zu weit führen. Kurios ergänzt skurril Die estnische Illustratorin Piret Raud ergänzt die witzig-skurrile Geschichte um ebenso kuriose Illustrationen. Die Tiere und die Bäume sind sehr abstrakt in Blau- und Gelbtönen gezeichnet, enthalten ein Gewirr von Röhren und geometrischen Formen. Manche, wie der Frosch und der Elefant, tragen auch gleich ihre regnerische, sonnige, nächtliche oder blumige Umgebung mit sich herum. So ergänzen sich Text und Bild perfekt. Fazit Piret Raud hat mit "Das Ohr" eine heitere, skurrile Geschichte über das Zuhören und die Freundschaft geschrieben. Kinder ab 4 Jahren (oder etwas davor) haben ihre Freude an der Geschichte und an den Bildern und die Erwachsenen können sich auch tiefgründigere Gedanken zum Thema machen. Die Fakten Das Ohr Piret Raud Gregory C. Zäch (Übersetzung aus dem Englischen) Midas Kinderbuch 32 Seiten Erschienen am 24.02.2020 ISBN: 978-3-03876-156-3 Ab 4 Jahren Website von Piret Raud PS: Herzlichen Dank an den Midas Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Bilderbuchtipp? Dann freue ich mich ausserordentlich, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst. #Kinderbuch #Bilderbuch #PiretRaud #Midas #Zuhören #Freundschaft #KunstfürKinder #KunstimBilderbuch #VincentvanGogh #Ohr

  • Mit Freundin Erde durchs Jahr

    Habt ihr auch das Gefühl, als fände gerade eine Rückbesinnung auf die Natur, auf unsere Erde statt? "Meine Freundin Erde" von Patricia MacLachlan und Francesca Sanna tut das in Bilderbuchform. Vielleicht kommt das Gefühl daher, dass das Rauschen der Welt, das geschäftige Treiben, das hektische Tun gerade etwas leiser, etwas weniger oder etwas weiter weg stattfinden? So dass wir die Wunder der Natur direkt um uns wieder besser wahrnehmen? Ein Bilderbuch, das uns erdet Wie dem auch sei, das Bilderbuch "Meine Freundin Erde" von Patricia MacLachlan und Francesca Sanna knüpft perfekt an dieses Gefühl an. Die Erde - in Gestalt eines Mädchens - erwacht aus dem Winterschlaf. Sie beobachtet das allmähliche Erwachen der Natur, pflegt die Erde, kümmert sich um die Tiere, beschützt die Pflanzen. Wir begleiten sie durch verschiedene Jahreszeiten, fliegen und tauchen mit ihr, wandern durch die Prärie und die Tundra, bewundern das glitzernde Eis am Nordpol und folgen dem Flusslauf durch sanfte, sattgrüne Hügellandschaften bis ins Meer. Wir erleben Freundin Erde von ihrer sanften, aber auch von ihrer wilden Seite. Besonders schön: Freundin Erde ist ein Mädchen of Color. Ein Buchkunstwerk Das Bilderbuch überzeugt nicht nur mit dem poetischen Text von Patricia MacLachlan, sondern auch mit der Gestaltung von Francesca Sanna. Da sind ihre typischen Illustrationen (vergleicht mal mit den Büchern, die ich unten verlinkt habe) mit der abstrakten Darstellung von Mensch, Tier und Natur, den gedeckten Farben sowie den geschwungenen Formen, die sich durch alles durchziehen. Da sind aber auch ausgeklügelte Lasercuts, die als Löcher oder Aussparungen an den Rändern einen Blick voraus auf die nächsten Seiten - oder einen Blick zurück - zulassen und so nochmals alles miteinander verbinden. So wie es auf der Erde eben auch ist - durch die Jahreszeiten, durch verschiedene Landschaften, das Wetter und das fragile Gleichgewicht der Lebewesen. Die Bilder laden mit ihren vielen Details zum Verweilen ein. Bei jedem Betrachten entdecken wir neue Details. Die Textzeilen bewegen sich in geschwungenen Linien durch den Text, schmiegen sich an die Bilder. Die perfekte Harmonie! Zu guter Letzt ist auch das Cover speziell mit Spotlack (das einzige, was ich am Buch nicht mag) und einer strukturierten Oberfläche, ein haptisches Erlebnis! Fazit "Meine Freundin Erde" von Patricia MacLachlan und Francesca Sanna erinnert uns an das Wunder Erde. Mit poetischem Text, fantastischen Illustrationen und der Kunst von Lasercuts erleben wir die Vielfalt der Erde und ihrer Bewohner im Jahresverlauf. Dieses Bilderbuch aus dem NordSüd Verlag lädt dazu ein, uns um unsere beste Freundin - die Erde - zu kümmern, so wie sie sich um uns kümmert. Grosse Anschauempfehlung für Kinder ab 4 Jahren! Mehr von Francesca Sanna auf mintundmalve.ch: Die Flucht - Francesca Sanna (2016) Ein Loch gegen den Regen - Daniel Fehr und Francesca Sanna (2016) Ich und meine Angst - Francesca Sanna (2019) Die Fakten Meine Freundin Erde Patricia MacLachlan (Text) Francesca Sanna (Illustration) Peter Bodmer (Übersetzung aus dem Englischen) NordSüd Verlag 42 Seiten Erschienen am 13. März 2020 ISBN: 978-3-314-10512-8 Ab 4 Jahren Website von Francesca Sanna PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst. Ich freue mich auch sehr, wenn du diesen Beitrag oder meinen Blog auf Facebook, Instagram oder Twitter teilst. #Bilderbuch #Kinderbuch #Erde #Natur #Nachhaltigkeit #Vielfalt #Diversität #PeopleofColor #Tiere #Lasercuts #SchweizerKinderbücher #NordSüd #FrancescaSanna #PatriciaMacLachlan

  • Auf den Spuren der Seide

    (Werbung) Im Rahmen eines Lesekreises habe ich mir wieder einmal einen modernen Klassiker oder zumindest Bestseller vorgenommen. Wie mir "Seide" von Alessandro Baricco gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag. Ein Welterfolg "Seide" von Alessandro Baricco erschien erstmals 1996 und wurde zum Welterfolg. Der Bestseller wurde 2007 von François Girard mit Keira Nightley verfilmt. Es ist ein schmaler Roman von nicht mal 150 Seiten (im Hardcover von Hoffmann und Campe). Ich wusste vor der Lektüre gar nichts über das Buch und so ging ich ohne grosse Erwartungen ans Lesen, als es im Buchclub von Book Broker zum Thema Frühling ausgewählt wurde. Eine schicksalhafte Begegnung Wir schreiben das Jahr 1861, als der Seidenhändler Hervé Joncour erstmals nach Japan reist, um Seidenraupen zu kaufen. Die Raupen in Europa leiden unter der Nosemaseuche, gegen die noch kein Mittel gefunden wurde. Deshalb möchte der Unternehmer Baldabiou aus dem südfranzösischen Lavilledieu den jungen Joncour nach Japan schicken. Dieser nimmt es auf sich, ins damals seit 200 Jahren abgeschottete Japan zu reisen, das dank seiner Isolation noch über gesunde Seidenraupen bzw. deren Eier verfügen soll. Die Reise dauerte damals drei Monate per Bahn, Schiff, zu Ross und zu Fuss. "'Und wo genau soll dieses Japan liegen?' Baldabiou hob die Spitze seines Spazierstocks und wies damit über die Dächer von Saint-August. 'Immer geradeaus.' Sagte er. 'Am Ende der Welt'." (S. 14) In Japan trifft Hervé Joncour nicht nur auf Hara Kei, einen regionalen Herrscher und Herr über den Handel mit Seidenraupen, sondern auch auf eine schöne junge Frau mit europäischen Zügen. Die Frau scheint eine Art Geliebte und Dienerin von Hara Kei zu sein. Hervé kann kein Wort mit ihr wechseln, reist aber fortan - von seiner Sehnsucht getrieben - jedes Jahr wieder nach Japan. Zuhause wartet derweil seine Frau Hélène, mit der er glücklich verheiratet ist. Die Ehe bleibt allerdings kinderlos und irgendwann erfährt Hélène auch von Hervés Angebeteten im Fernen Osten. Was sie dann tut, sei an dieser Stelle nicht verraten. Aber so viel kann ich sagen: Sie stellt Hervé nicht zur Rede, sondern lebt zumindest gegen aussen glücklich weiter mit ihm zusammen bis zu ihrem Tod. Seltsam distanziert Baricco hält seine Erzählung sehr knapp und minimalistisch. Die an sich tragische Handlung, von Sehnsucht, Liebe, Trauer, Entbehrung, Unterwerfung schildert er relativ trocken, aber nicht ohne einen gewissen Witz. So hat man immer wieder das Gefühl, dass einem die Personen entgleiten, man sie gar nicht richtig zu fassen kriegt. Das zeigt sich schon in der ersten Beschreibung von Hervé Joncour: "Er genoss sein Vermögen ohne viel Aufhebens, und die naheliegende Aussicht, tatsächlich reich zu werden, liess ihn vollkommen kalt. Er war übrigens einer jener Menschen, die dem eigenen Leben gern beiwohnen, während sie jegliches Bestreben, es zu leben, für unangebracht halten." (S. 7) Und es mag auch daran liegen, dass die Charaktere kaum selbst zu Wort kommen. Von Hélène hören wir zum Beispiel kaum etwas. Was wir wissen, beschränkt sich auf die Ausführungen des auktorialen Erzählers, die allerdings kaum je das Seelenleben der Protagonist*innen ansprechen. "'Vielleicht ist es ja so, dass einen das Leben manchmal derart herumwirbelt, dass es wirklich nichts mehr zu sagen gibt.'" (S. 67) Genauso sprachlos, dabei aber nicht unglücklich, endet auch Hervé: "Bisweilen, an windigen Tagen, ging Hervé Joncour zum See hinunter und schaute stundenlang hinaus, denn es schien ihm, als zeichne sich auf dem Wasser das unerklärliche, schwerelose Schauspiel dessen ab, was sein Leben gewesen war." (S. 104) Baricco arbeitet in seiner Erzählung mit Wiederholungen, die an ein Musikstück erinnert. So wird die sich immer wiederholende und immer gleiche Reise nach Japan und drei Monate zurück nach Frankreich zu einer Art Refrain, der sich von Mal zu Mal nur minimal verändert. Die Rolle der Frauen Ziemlich beschäftigt hat mich an dem Roman die Rolle der Frauen. Wie das in der Realität zu dieser Zeit wohl auch sehr oft der Fall war, spielen sie eine Nebenrolle. Sie sind immer nur "die Frau von", das Objekt (noch nicht mal das Subjekt) der Begierde und Sehnsucht eines Mannes, mal sich aufopfernde, treu ergebene Ehefrau, mal devote Geliebte und Dienerin, mal Prostituierte. Insofern ein bedrückendes Abbild einer patriarchalen Gesellschaft. Ob uns Baricco damit etwas aufzeigen wollte und wenn ja, was, weiss ich nicht. Das hängt wohl stark von der Interpretation der geschilderten Ereignisse ab. Fazit "Seide" von Alessandro Baricco ist ein kurzweiliger Roman mit spannendem Plot. Der minimalistisch und doch melodiöse Erzählstil hat mir sehr gut gefallen. Wer dieses Buch lesen möchte, sollte allerdings damit zurecht kommen, dass vieles nicht auserzählt wird. Dafür lässt Baricco viel Raum, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Insbesondere das Schicksal von Hervés Frau Hélène hat mich sehr bewegt. Eine empfehlenswerte Lektüre für Zwischendurch! Die Fakten Seide Alessandro Baricco Karin Krieger (Übersetzung aus dem Italienischen) Hofmann und Campe 144 Seiten Erschienen am 27.02.2016 (im Original 1996) Hardcover (im Bild ist das E-Book) ISBN: 978-3-455-40560-6 PS: Das PocketBook im Bild wurde mir zur Verfügung gestellt. Der E-Reader eignet sich für alle Arten von E-Books, ermöglicht das mobile und geräteunabhängige Lesen und auch den Kauf der E-Books über lokale Buchhandlungen oder die digitale Ausleihe über die Angebote von Bibliotheken (z.B. Onleihe). Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp für Erwachsene? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den dazugehörigen Pin auf Pinterest merkst. #HoffmannundCampe #PocketBook #PocketMoment #Backlist #Roman #Seide #Seidenraupen #Textilindustrie #Seuche #Frankreich #Japan #Liebe #Sehnsucht

  • Ein Haustier kommt selten allein

    Meine Devise ist momentan: Kein Humor ist auch keine Lösung! Deshalb hab ich heute eine riesige Portion davon für euch und zwar in Form des Kinderbuchs "Seepferdchen sind ausverkauft" von Constanze Spengler und Katja Gehrmann. So weit, so klar Die Situation kennen gerade ganz viele von uns: Homeoffice, das Online-Meeting läuft, das Kindergeschrei im Hintergrund auch. Aber mit der eigentlichen Arbeit geht es einfach nicht voran. Wie nahe liegt es da, sich ein bisschen Ruhe zu verschaffen, indem man dem gelangweilten Kind einen Wunsch erfüllt? Genau das tut Mikas Vater, als Mika zum x-ten Mal um ein Haustier bittet. Mika darf alleine in die Zoohandlung, um sich ein Tier auszusuchen. So weit, so gut Mika ist auch erst mal ganz bescheiden und entscheidet sich für eine Wüstenrennmaus. Doch am nächsten Morgen ist die irgendwo in der Wohnung verschwunden. Der Papa rät zu einem erneuten Besuch der Zoohandlung ganz nach dem Motto "ihr Produkt, ihr Problem". Die Lösung? Ein Welpe mit guter Spürnase. Und die Lösung ist gut, denn der Hund findet die Maus im Handumdrehen. Nur dumm, dass der Hund noch nicht stubenrein ist und neben das Klo gepinkelt hat. Also geht's wieder zur Zoohandlung, um auch für das Kloproblem eine Lösung zu finden... Ihr ahnt es! Mika kommt wieder mit einem Tier nach Hause. Und so zieht sich das immer weiter und steuert unweigerlich auf einen grossen Knall zu. So weit, so witzig! So einen riesen Vorlesespass wie mit "Seepferdchen sind ausverkauft" hatten wir schon lange nicht mehr! Es ist einfach unfassbar witzig. Dazu trägt nicht nur bei, dass die Geschichte aus Mikas Perspektive mit unschlagbar kindlicher Logik erzählt wird, sondern auch, dass die Idee der Kettenreaktion schnell durchschaut ist. So lauschen die Kinder der Geschichte ganz gebannt in einer Mischung aus vorfreudiger Spannung, diebischer Freude und ein bisschen Angst vor dem grossen Knall. Mit jedem neuen Tier, das Mika heimbringt und das der Vater in seinem Stress nicht bemerkt, wächst die Freude exponentiell. "Flatten the curve" ist bei "Seepferdchen sind ausverkauft" kein Thema. ;-) Katja Gehrmann hat die Geschichte von Constanze Spengler mit doppelseitigen Bildern überwiegend in Grün-, Blau- und Gelbtönen wunderbar klischeefrei illustriert. Ob Mika nun ein Junge oder ein Mädchen ist, kann jede*r für sich entscheiden oder wie die Autorin und die Illustratorin offen lassen. Fazit Mit "Seepferdchen sind ausverkauft" von Katja Gehrmann und Constanze Spengler zieht ein wundervoll witziges Bilderbuch bei euch ein. Ein Seepferdchen ist nicht dabei, aber Rennmaus, Seehund und Papagei bringen auch viel Spass und der verpeilte Papa im Homeoffice könnte einem fast leid tun. Fast, wenn es nicht so viel Spass machen würde! Aber Achtung: Es besteht die Gefahr, dass eure Kinder sich nach der Lektüre das ein oder andere mehr oder weniger exotische Haustier wünschen! Die Fakten Seepferdchen sind ausverkauft Constanze Spengler (Text) Katja Gehrmann (Illustration) Moritz Verlag 48 Seiten Erschienen am 12.02.2020 ISBN: 978-3-89565-391-9 Website von Katja Gehrmann Website von Constanze Spengler PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Moritz Verlag. Noch mehr Spass aus dem Moritz Verlag Jeder Tag ist Ida-Tag - Antje Damm (Moritz Verlag, 2019) Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du die Freude daran mit dem Pin auf Pinterest oder in den Social Media teilst. #MoritzVerlag #ConstanzeSpengler #KatjaGehrmann #Haustiere #Bilderbuch #Kinderbuch #Vorlesen #Humor #Klischeefrei #Homeoffice #Papa

  • Alltagskunst für Alltagskünstler*innen

    (Werbung/Verlosung) Kinder sind Künstler*innen. Findet ihr nicht? Ich schon und die Labor Ateliergemeinschaft bestimmt auch. Hätten sie sonst das obersuperige "Kinder Künstler Mitmachbuch" erfunden? Pssst: Ihr könnt sogar ein Exemplar gewinnen! Also erstens sind Kinder eh Künstler*innen, weil sie immer und überall Dinge finden und die irgendwie noch brauchen können und dann gefühlte 100 Jahre später auch zu was Kunstvollem verbasteln. Zumindest ist das bei uns so. Und zweitens sind sie jetzt während dem Lockdown gleich doppelte Künstler*innen, weil sie das Beste aus der Situation machen, auf tolle neue Ideen kommen, auch mal Langeweile aushalten (oder - wenn es sich um Geschwister handelt - sich mal eins aufs Dach geben), um dann umso kreativer wieder loszulegen. Aufschlagen, loslegen, Spass haben Sollten die Kinder neben Homeschooling und Homespieling doch mal noch Zeit haben und ihnen die Ideen ausgehen, dann ist das "Kinder Künstler Mitmachbuch" von der Labor Ateliergemeinschaft aus dem Beltz & Gelberg Verlag genau das Richtige. Hinter dem Künstler*innenkollektiv stecken so geniale Leute wie Philip Waechter, Anke Kuhl, Christopher Fellehner, Natascha Vlahovic, Kirsten Fabinski, Moni Port, Alexandra Maxeiner, Claudia Weikert, Zuni Fellehner und Jörg Mühle. Ich habe euch schon mal das ebenso geniale "Ich so du so" vorgestellt. Kann man immer noch kaufen. ;-) Es braucht nur einen Stift, eine Schere und Leim (Kleber) und schon geht der Spass los. Auf jeder Seite oder Doppelseite hat es eine neue Idee, eine neue Aufgabe, was die Kinder mit den Seiten anstellen können: Da wird auch mal mit Links geschrieben, mit dem Fuss sowieso. Seiten werden ineinander verwoben. Cat Content kommt auch nicht zu kurz, andere Tiere auch nicht. Sogar Ausserirdische landen im Buch und der angeberische Detektiv Schnurz braucht dringend Hilfe bei seinen Ermittlungen. Die Kinder wollten immer schon mal Popel sammeln? Das Buch bietet Platz dafür! Ob ihr den nötigen Ameisenbär dafür auftreiben könnt? Fraglich. Vielleicht müsst ihr diese Aufgabe auf post Corona verschieben. ;-) Für jetzt oder später Sehr zugute halten möchte ich dem Buch auch, dass es nicht nur eine Rezeptvorlage für Stinkschwabbelsuppe (die kriege ich hier wöchentlich vorgesetzt) enthält, sondern auch ein pfannenfertiges Rezept für leckere Käsestäbchen - Schweizer Käse inklusive! Ich kann jetzt hier leider nicht alle coolen Inhalte runterbeten. Das wird sonst zu lang, aber glaubt mir, es ist so witzig! Welches Kind wollte nicht schon immer mal das längste Schimpfwort der Welt erfinden? Dieses Mitmachbuch bietet Platz zum Festhalten, Erfinden müsst ihr selbst! Und selbstverständlich könnt ihr das Buch auch nach der Zeit zuhause bestens brauchen, es kommt sehr gerne mit auf Reisen! So habt ihr auch was zum Vorfreuen. Fazit Das "Kinder Künstler Mitmachbuch" bietet virenfreien Mitmachspass für die Zeit zuhause oder danach. Die Labor Ateliergemeinschaft hat sich für jede Seite eine witzige Aufgabe überlegt, die sich mit Stift, Schere und Kleber ganz nach dem eigenen Geschmack und natürlich mit viel Kreativität lösen lässt. Wer es hier nicht gewinnt, sollte es unbedingt in seiner lokalen Buchhandlung bestellen oder - so sie denn wieder offen hat - vor Ort kaufen. Die Fakten Kinder Künstler Mitmachbuch Labor Ateliergemeinschaft Beltz & Gelberg 175 Seiten Erschienen am 12.03.2019 ISBN: 978-3-407-79974-6 Ab 6 Jahren Website der Labor Ateliergemeinschaft Die Freunde vom Kinder Künstler Mitmachbuch Kinder Künstler Kritzelbuch Kinder Künstler Reisebuch Kinder Künstler Kritzel Mini 1 Kinder Künstler Kritzel Mini 2 Wildes Kinder Künstler Kritzelmini Feuriges Kinder Künstler Kritzelmini Rasterwelt - Jetzt wird ordentlich gekritzelt PS: Herzlichen Dank an von Zubinski für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar. VERLOSUNG: Mitmachbuch gewinnen! Um euch die Zeit von Lockdown, Social Distancing, Homeoffice und Homeschooling zu versüssen und euren Kindern zu etwas kreativer und humorvoller Beschäftigung zu verhelfen, verlose ich ein Exemplar vom "Kinder Künstler Mitmachbuch". Du kannst sowohl bei Facebook als auch bei Instagram in den Lostopf hüpfen! Facebook Instagram Viel Glück! Deine Eliane Teilnahmebedingungen: Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts auf Facebook und Instagram und dauert bis Freitag, 1. Mai 2020, 23:59 Uhr. Du kannst teilnehmen, wenn du mindestens 18 Jahre alt bist und in der Schweiz, Deutschland oder Österreich wohnst. Das Los entscheidet. Wenn der/die Gewinner*in 3 Tage nicht auf die Gewinnbenachrichtigung reagiert, wird neu ausgelost. Der Versand erfolgt durch von Zubinski. Zu diesem Zweck gebe ich deine Adresse weiter. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Facebook und Instagram haben nichts mit der Verlosung zu tun. Like it? Pin it? Magst du diesen Buchtipp mit dem genialen Mitmachbuch zur Beschäftigung deiner Kinder? Dann freue ich mich riesig, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst! #BeltzundGelberg #LaborAteliergemeinschaft #Mitmachbuch #Basteln #Beschäftigung #Kinderbeschäftigung #Malen #Schneiden #Kleben #Humor #Kreativität #Kunst

  • Schöne, trostlose, raue Arktis

    Tanya Tagaq legt mit "Eisfuchs" ein ganz besonderes Debüt hin, das weit über einen Roman hinausgeht. Worum es geht und was das Buch der indigenen Autorin so speziell macht, erfahrt ihr in diesem Artikel. Vorab kurz zu Tanya Tagaq, denn mit "Eisfuchs" habe ich erstmals ein Buch von einer Autorin gelesen, die zu den Inuit gehört. Aufgewachsen ist sie in Cambridge Bay, ganz im Norden Kanadas, im Territorium Nunavut. Sie ist Performerin, Komponistin und Sängerin (kleine Kostprobe ihres Kehlkopfgesangs) und nun auch Autorin. Aufwachsen in der Arktis Tanya Tagaq erzählt in "Eisfuchs" die Geschichte eines jungen Mädchens, das im Verlauf des Buches zur Frau wird. Das Mädchen, die Ich-Erzählerin, nimmt uns mit in die Tundra, ins ewige Eis, in das Dorfleben der indigenen Bevölkerung von Nunavut. Wir erleben ihr Aufwachsen in diesem rauen Klima, nicht nur aufgrund der vorherrschenden Kälte, sondern auch vor dem Hintergrund der sich auflösenden Gemeinschaft der Inuit. Ihre Kindheit und Jugend ist geprägt vom unbeaufsichtigten Spiel der Kinder in der Tundra, von Mutproben, von Parties, vom Schnüffeln von Lösungsmitteln, von Freundschaften, kleinen Feindschaften und ersten Liebesbeziehungen. Diese Geschichte vom Aufwachsen ist immer wieder durchwebt mit Erfahrungen von Gewalt (gegen Frauen), sexuellem Missbrauch, Alkoholismus und Vernachlässigung. Auch das schwarze Kapitel der Residential Schools, in denen die indigene Bevölkerung Nordamerikas umerzogen wurde, spielt im Buch eine Rolle (siehe Wikipedia-Eintrag zum Thema). Besonders bestürzend fand ich die Selbstverständlichkeit, mit der (sexuelle) Gewalt an Frauen zum Alltag zu gehören schien. Ein Gegengewicht findet die Ich-Erzählerin in der Natur - im Eis, in der Tierwelt am Polarkreis und an den Nordlichtern - und in den Mythen der indigenen Bevölkerung. Von da kommt auch der Titel "Eisfuchs", denn ein solcher spielt eine entscheidende Rolle für das Mädchen. Prosa, Poesie, Memoir und Illustration "Eisfuchs" sticht vor allem heraus durch seine Form: Es ist ein Stück weit Roman. Es ist aber auch ein Memoir, denn Tanya Tagaq liess viele eigene Erfahrungen, Tagebucheinträge u.ä. einfliessen. Es ist Poesie, werden die Prosatexte doch immer wieder ergänzt um kurze und längere Gedichte. Und schliesslich finden sich im Buch tolle Illustrationen vom bekannten amerikanischen Comiczeichner Jaime Hernandez - schwarzweisse, reduzierte Zeichnungen. Zu Beginn hat mich Tanya Tagaq sofort gepackt. So bringt sie die besondere Stimmung der Kinder an der Schwelle zur Pubertät, helle Sommernächte in der Arktis, den Geruch der Freiheit bestens zum Ausdruck, lässt uns mit der Protagonistin auf dem Eis liegen und die irisierenden Nordlichter bestaunen. Und sie entwirft wunderschöne Sprachbilder: "Wir zeigen es der Zeit, wir pflücken uns gegenseitig das Lächeln von den Gesichtern. Kitzeln Kichern aus den Rippen, werfen mit Beleidigungen um uns, als seien es Komplimente." (S. 20) Mit der Zeit nehmen die bedrückenden Themen immer mehr Überhand und die mystischen Erfahrungen, die Sinnsuche der Ich-Erzählerin sowie die Ereignisse, die ich hier nicht verraten möchte, werden immer surrealistischer. Die fragmentarische Form trägt das Ihre dazu bei, den Bezug zur Erzählerin mehr und mehr zu verlieren. Das mag an meiner westlichen, rationalen und wenig spirituellen Weltsicht liegen und soll deshalb auch keine Kritik sein. Aber es soll zeigen, dass dieses Buch eine Herausforderung sein kann. Das kann man bis zum Schluss spannend und bereichernd finden. Für mich war es mit der Zeit doch sehr anstrengend und für meinen Geschmack etwas zu roh, zu brutal, zu magisch und opulent. Von den lyrischen Einschüben an sich sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Die Gedichte finde ich sehr zugänglich. Sie vermitteln gut die Gefühle und Gedanken der Ich-Erzählerin. "(...) Atme kleine Ängste ein sie flüstern und kriechen in deinen Kopf achte sie und danke ihnen dass sie dich schützen wollen. (...) Atme Anerkennung aus für die Schönheit deiner Instinkte und den Mut kleine Ängste zu lieben. (...)" (S. 19) Für eine hymnische Besprechung empfehle ich euch als Gegengewicht zu meiner etwas zurückhaltenden Einschätzung die Folge 89 vom Papierstaupodcast. Die liebe Meike liefert darin eine tolle Zusammenfassung, viel Hintergrundinformation und eine sehr wertschätzende Kritik, die richtig Lust auf das Buch macht. Und das gönne ich ihm auch sehr. Ich werde mich bestimmt auch wieder einmal an Literatur von indigenen Autor*innen wagen. Lobend erwähnen möchte ich auch noch die Buchgestaltung des Verlags Antje Kunstmann. Der Schutzumschlag mit der linierten Struktur, der schwarze Einband mit der rot glänzenden Schrift und der rote Farbschnitt machen dieses Buch auch gestalterisch zu etwas Besonderem. Fazit "Eisfuchs" von Tanya Tagaq gibt einen spannenden Einblick in das Aufwachsen eines Mädchens in der indigenen Gemeinschaft im hohen Norden Kanadas. Die Autorin mischt in ihrem Debüt Prosa und Lyrik - ein spannendes Wechselspiel. Das Buch ist etwas für Leser*innen, die experimentelle, fragmentarische Literatur mögen, einen Bezug zu mystischen Elementen haben und mit harten Themen wie Missbrauch und Gewalt gut umgehen können. Für mich war es etwa bis zur Hälfte durchaus ein sehr bereicherndes Leseerlebnis. Danach habe ich leider zunehmend gekämpft mit Form und Inhalt. Die Fakten Eisfuchs Tanya Tagaq (Text) Jaime Hernandez (Illustration) Anke Caroline Burger (Übersetzung aus dem Englischen) Verlag Antje Kunstmann 196 Seiten Erschienen am 11.02.2020 ISBN: 978-3-95614-353-3 PS: Herzlichen Dank an den Verlag Antje Kunstmann für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann merke dir den Pin dazu auf Pinterest. Danke! #VerlagAntjeKunstmann #TanyaTagaq #ComingofAge #Aufwachsen #Kindheit #Jugend #Roman #Gedichte #Inuit #Gewalt #SexuellerMissbrauch #Alkoholismus #BücherfürmehrWeltoffenheit

  • Sich mit Büchern wegträumen

    Lest ihr euch derzeit auch gerne mit Büchern in die Ferne? Dem Jungen in "Albert will lesen" von Isabelle Arsenault geht es genauso. Aber seine Freund*innen haben andere Pläne. Zum Welttag des Buches vom 23. April 2020 stelle ich euch ein Bilderbuch vor, das perfekt zu diesem Tag passt. Weshalb? Seht selbst! Einfach mal in Ruhe lesen Albert schnappt sich sein Buch und verlässt das Haus. Drin ist es einfach zu laut zum Lesen. Also versucht er es draussen im Hof. Schnell ist er völlig in seine Lektüre versunken und träumt sich weg an einen Strand, Blick aufs Meer, am Horizont der Sonnenuntergang. Gar nicht so einfach! Aber die Idylle ist trügerisch. Denn im realen Leben tauchen immer neue Freunde auf und wollen mit Albert spielen, gärtnern oder er soll aufs Baby aufpassen. Albert weist alle ab. Er will doch einfach nur lesen! Ist das denn so schwer zu verstehen? Um ihn herum wird es immer lauter und wilder. Sich auf das Buch zu konzentrieren, fällt Albert immer schwerer und irgendwann reicht es ihm. "Jetzt reicht's! RUHE! Himmeldonnerwetter, kann man hier nicht mal in Ruhe ein Buch lesen?" Die Freunde verziehen sich. Albert bleibt alleine zurück. Doch da! Was geschieht da? Die Freunde kommen nach und nach wieder. Alle mit einem Buch! Aus der wilden Party wird ein gemeinsames Lesefest! Dass das ein Happy End gibt, ist ja klar. Aber wie genau das Ende aussieht, müsst ihr selber herausfinden. Es ist wunderschön! Lesen wird zur Fantasiereise Isabelle Arsenault, die kanadische Autorin und Illustratorin, hat mit "Albert will lesen" eine wahre Liebeserklärung ans Lesen geschrieben und gezeichnet. Gekonnt arbeitet sie mit zwei Ebenen: Eine bildet die Realität ab - laut und ungestüm, voller Leute - und eine Alberts Fantasie - er alleine, an einem Strand. Diese zwei Ebenen greifen immer wieder ineinander. Das Bild vom Sonnuntergang wird zur Kulisse von Alberts erträumtem Leseplatz am Meer. Die gärtnernden Mädchen bauen neben Albert Sandburgen. Der Skateboarder flitzt mit Kite und Surfbrett über die Wellen. So zeigt die Autorin ganz schön, wie wir uns mit Büchern in die Ferne träumen können, aber doch Teil unserer Umwelt sind. Grosse Illustrationskunst Dass die Illustrationen genau meinem Geschmack entsprechen, dürfte euch bei der Hauptfarbe Mint nicht überraschen. Kontrastiert wird es von einem warmen Orange. Isabelle Arsenault arbeitete mit Buntstiften, Aquarell und Tusche und bearbeitete digital nach. Die Szenen folgen sich in kleineren und grösseren Bildern ähnlich wie in einem Comic oder einer Graphic Novel. Und auch textlich erinnert das Bilderbuch an einen Comic: Es kommt allein mit den Dialogen (in Sprechblasen) und lautmalerischen Wörtern zur Beschreibung der Umgebungsgeräusche aus, die in Alberts Fantasiewelt dringen. Fast ohne Klischees Toll ist an diesem Kinderbuch auch, dass im Zentrum ein lesender Junge steht. Dass Jungs auch gerne lesen, wird ihnen ja gerne vorschnell abgesprochen und da ist so ein lesendes Vorbild toll! Hinzu kommt die Vielfalt in den Hautfarben der Kinder. Nicht ganz durchgezogen ist die Diversität, was die Kleidung angeht: Mädchen tragen fast durchgehend Kleider, auch mal eine Krone, Schleifen oder einen Blumenkranz im Haar, während die Jungs in Hosen, mit Kurzhaarschnitt oder cooler Baseballmütze daherkommen. Fazit Isabelle Arsenault hat mit "Albert will Lesen" eine Liebeserklärung ans Lesen zwischen zwei Buchdeckel gezaubert. Ergänzt hat sie das Ganze mit einer doppelten Prise Fantasie und einer Geschichte über die Freundschaft. Ein schöneres Bilderbuch zum Welttag des Buches kann es für künftige Bücherwürmer und Leseratten ab 4 Jahren fast nicht geben! Die Fakten Albert will lesen Isabelle Arsenault (Text + Illustration) Anna Schaub (Übersetzung aus dem Englischen) 48 Seiten Erschienen am 21.02.2020 ISBN: 978-3-314-10518-0 Ab 4 Jahren Website von Isabelle Arsenault PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Apropos Welttag des Buches Auf Pinterest habe ich eine Pinnwand zu diesem besonderen Tag, der immer am 23. April stattfindet, angelegt. Schaut mal vorbei und holt euch ein paar Buchtipps ab! Like it? Pin it? Magst du diesen Bilderbuchtipp für Bücherfreund*innen? Dann freue ich mehr, wenn du die Liebe zu den Büchern auf Pinterest teilst oder in den Social Media! #IsabelleArsenault #Lesen #Bücher #Bilderbuch #WelttagdesBuches #Fantasie #Freundschaft #Diversität #Vielfalt #Klischeefrei #Kinderbuch

  • Fledermaus auf geheimer Mission

    Jendrik und seine Freunde ermitteln in "Sandor - Der geheime Schwarm" von Dorothea Flechsig im Fall des Todes einer kleinen Fledermaus und helfen uns so auf die Spur des grossen Insektensterbens. Mit "Sandor - Der geheime Schwarm" liegt bereits der 4. Band der Sandor-Reihe vor. Es geht wieder um Jendrik und seinen besten Freund - die sprechende Fledermaus Sandor. Im neusten Kinderroman von Dorothea Flechsig findet Jendrik eines Tages eine tote Mopsfledermaus und möchte unbedingt herausfinden, woran sie gestorben ist. Natürlich hilft ihm sein Freund Sandor bei den Nachforschungen. Jendrik tippt vorerst auf eine Vergiftung, der Tierarzt hingegen vermutet, dass die kleine Fledermaus verhungert ist. Immer weniger Insekten Und tatsächlich, Sandor führt Jendrik und seine Freunde Friedrich und Lilli auf die richtige Fährte: Der Tod der Mopsfledermaus könnte die Folge des Insektensterbens sein: Immer weniger Bienen, Mücken, Falter und andere Insekten fliegen über die Felder, besiedeln Tümpel und hüpfen über Wiesen. Und genau diese Insekten fehlen dann den Fledermäusen, die sich von ihnen ernähren. Im spannenden Kinderkrimi gehen Jendrik, Friedrich und Lilli auf Spurensuche. Wollen das Problem bei der Wurzel anpacken und sorgen im kleinen Städtchen mit einer aufsehenerregenden Aktion und tierischer Hilfe für Aufruhr. Ob sie einen Beitrag dazu leisten können, das Insektensterben zu bremsen und mit den Erwachsenen für mehr Biodiversität zu sorgen? Das müsst ihr mit euren Kindern ab 6 Jahren (zum Vorlesen) oder ab 8 Jahren (zum Selberlesen) herausfinden. In einem Nachwort von Dr. Andreas Kiefer, Biologe und Fledermausforscher, erfahren wir zudem mehr über das Insektensterben, die Gründe, die dahinterstecken und die Auswirkungen, die es v.a. auf Vögel und Fledermäuse hat. Patchworkfamilie Neben der Haupthandlung rund um das Insektensterben behandelt der Kinderroman in einer zweiten Erzählschiene die Trennung der Eltern und das Leben in einer Patchworkfamilie. Jendriks Eltern haben sich getrennt und jeweils wieder neue Lebenspartner*innen. Jendrik muss seinen Platz in der neuen Konstellation und einen entspannteren Umgang mit seinem Vater erst wieder finden. Eine gelungene emotionale Ergänzung des Buches, die uns Jendrik als Kind mit seinen Problemen, Sorgen und Ängsten näherbringt. Fazit "Sandor - Der geheime Schwarm" von Dorothea Flechsig führt Kinder ab 6 Jahren spannend und kindgerecht ans Thema Insektensterben heran und sensibilisiert so für die Bedeutung der Biodiversität. Neben der Unterhaltung motiviert es Kinder auch dazu, sich umweltbewusst zu verhalten und sich vielleicht sogar in einem Tier- oder Umweltschutzverein zu engagieren. Die Fakten Sandor. Der geheime Schwarm Dorothea Flechsig (Text) Katrin Inzinger (Illustration) Glückschuh Verlag 108 Seiten Hardcover Erschienen am 07.10.2019 ISBN: 978-3-943030-68-6 Ab 6 Jahren "Sandor - der geheime Scharm" gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Nicolas A. Böll und musikalisch inszeniert von Christian Stader und Jeannette Friedrich. PS: Herzlichen Dank an den Glückschuh Verlag für das Rezensionsexemplar in Form des Buchs und des Hörbuchs. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann teile ihn in den Social Media oder merke dir den dazugehörigen Pin auf Pinterest. #DorotheaFlechsig #GlückschuhVerlag #Biodiversität #Nachhaltigkeit #Umweltschutz #Tierschutz #Insektensterben #Kinderkrimi #Kinderroman #Hörbuch

  • Gegen Sprachschubladen

    Die Journalistin und politische Aktivistin Kübra Gümüsay schreibt in "Sprache und Sein" über ihre Sehnsucht nach Gleichberechtigung in der Sprache. Eine Sehnsucht, die wir uns zu eigen machen sollten! Schon das Eingangszitat von Rumi, das Kübra Gümüsay ihrem Buch "Sprache und Sein" voranstellt, ist wunderschön und drückt aus, dass wir auf Augenhöhe - ohne Stereotypen, ohne Kategorisierungen, ohne Diskriminierungen - miteinander sprechen sollten: "Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns." ~ Rumi Und genau in diesem Sinn und Geist steht dieses eindrückliche, bewegende Sachbuch. Ja, auch Sachbücher können einen abholen, mitnehmen und im besten Falle weiterbringen. Kübra Gümüsay gelingt dieses Kunststück in zehn Kapiteln rund ums Thema Sprache und darüber wie die Sprache unser Denken, unser Fühlen und am Ende unser Sein beeinflusst. Sie tut das mit einer Mischung aus gut und äusserst vielfältig recherchierten Erkenntnissen über die Sprache(n) und ihren Einfluss auf den Diskurs sowie auf unser Zusammenleben, aus Anekdoten und aus eigenen Beispielen. So bringt sie viel zusammen, was wohl noch nie zusammen gedacht worden ist und verhilft uns zu neuen Einsichten über die Sprache, unseren Sprachgebrauch und deren Einfluss auf unsere Wahrnehmung, unser Denken und Sein. "Sprache öffnet uns die Welt und grenzt sie ein - im gleichen Moment." (S. 25) Sprache hat Macht Gibt es in einer Sprache zum Beispiel keine Begriffe für Zahlen - wie beim Volk der Pirahã aus dem Amazonasgebiet -, spielen klare Mengenangaben auch keine grosse Rolle in ihrer Wahrnehmung. Gibt es keine Begriffe für links und rechts - wie bei den Kuuk Thaayorre im Norden Australiens -, orientieren sich die Menschen ganz anders im Raum als wir. Analog gilt das für den Einsatz des grammatischen Geschlechts, der Verwendung geschlechtsspezifischer Pronomen und die Konvention des generischen Maskulinums. Sprachwissenschaftler haben gezeigt, dass männliche Sammelbezeichnungen (z.B. Lehrer) dazu führen, dass die männliche Form als Standard vorgegeben und eben auch als Standard gedacht wird. Kübra Gümüsays Fazit: "Es reicht nicht aus, dass Frauen - womöglich - mitgemeint sind, wenn sie nicht auch von allen mitgedacht werden, die den Begriff verwenden." (S. 20) Daraus wird für sie klar, dass wir "uns mit der Architektur der Sprache beschäftigen [müssen], die unsere Realität erfassen soll. Damit wir aussprechen können, was ist." (S. 21) Die Herausforderung liegt nun darin, dass wir uns unserer Sprache so unbewusst bedienen und dass unsere Wahrnehmung durch unsere Sprache derart geprägt ist, dass wir ihre Grenzen gar nicht so leicht wahrnehmen können. Dieser Herausforderung stellt sich die Autorin und zeigt uns die sprachliche Begrenztheit auf, die dazu führt, dass wir mit unserer Sprache Stereotypen fortschreiben, Menschen kategorisieren, ihrer Individualität berauben, Rassismus und andere Formen der Diskriminierung (oft unbewusst, teils aber auch gezielt) zementieren. Sie zeigt uns auch auf, wie viel Macht in der Sprache liegt, welch Spiegelbild der Mächtigen die Sprache ist und wie diese Mächtigen die Sprache gezielt dazu einsetzen, ihre Macht zu erhalten, "andere" zu schubladisieren, sie als Individuen unsichtbar zu machen und als homogenisierte Gruppen als gefährlich, minderwertig etc. darzustellen. Hinzu kommt, dass unsere Sprache Lücken aufweist, Lücken zum Sein. Gibt es für etwas keinen Begriff, dann ist es auch nicht. Als Beispiel nennt sie den Begriff der "sexuellen Belästigung", der erst in den 1960er Jahren etabliert wurde und erst damit ein gemeinsames Verständnis der Problematik und damit das Aufbegehren ermöglichte. Und in Bezug auf die Verwendung des N-Worts hält sie ganz klar fest: "Menschen so zu bezeichnen, wie sie bezeichnet werden wollen, ist keine Frage von Höflichkeit, auch kein Symbol politischer Korrektheit oder einer progressiven Haltung - es ist einfach eine Frage des menschlichen Anstands." (S. 49) Besonders eindrücklich macht Gümüsay auch deutlich, dass die Existenzberechtigung von Menschen nicht verhandelbar ist. Wird dennoch darüber diskutiert (zum Beispiel in Talkshows), gibt man wahlweise Rassismus, Extremismus, Menschenfeindlichkeit oder Faschismus eine Plattform. Ja, man erhebt diese Ansichten sogar zu Meinungen. Aber die Autorin macht klar: "Hass ist keine Meinung." (S. 108) Im Zuge dieser Überlegungen legt Gümüsay offen, welche Strategie die Rechten fahren, um den öffentlichen Diskurs zu dominieren, den anderen Gesprächsteilnehmer*innen die eigene Perspektive aufzudrücken. Und sie plädiert dafür, diesen Kräften nicht länger eine Plattform zu geben. Denn dadurch geraten andere Themen wie Nachhaltigkeit, Bildung, soziale Sicherheit und viele mehr ins Hintertreffen und die Gesellschaft kommt keinen Schritt voran, geschweige denn in Richtung eines gerechteren Zusammenlebens. Was ist zu tun? Kübra Gümüsay gibt Hinweise darauf, wie wir zu einer Sprache gelangen können, die Gleichberechtigung fördert, Menschen als Individuen und nicht als Repräsentant*innen irgendwelcher Kategorien wahrnimmt. "Freies Sprechen bedeutet die Emanzipation von einer Sprache, die uns nicht vorsieht - indem wir sie verändern, anstatt uns zu erklären, indem wir sie anders nutzen, um in ihr zu sein." (S. 159) Es gilt, den zugrunde liegenden Mustern von Diskriminierung in ihren verschiedensten Ausprägungen (Stichwort Intersektionalität) auf die Spur zu kommen. Um darüber nachzudenken, wie man diese Muster durchbrechen, die verursachenden Misstände beheben kann, braucht es neue Räume des Gesprächs. Wie diese geschaffen werden können, bleibt offen. Was Gümüsay nicht tut, ist, fertige Lösungen zu präsentieren. Das wäre natürlich auch eine riesige Herausforderung. Wie ich aus einem Interview herausgehört habe, schreibt sie aber bereits an einem zweiten Buch. Wir dürfen also gespannt sein! Ein persönliches Buch mit zahlreichen Bezügen Das Buch ist so bewegend, weil es so persönlich ist: Kübra Gümüsay bringt viele persönliche Erfahrungen. Allein weil sie Deutsch, Türkisch und Englisch spricht, kann sie die Grenzen unserer Sprache gut ausloten, kann andere Perspektiven einnehmen. Und auch ihre politische Arbeit und der Fakt, dass sie selbst oft in begriffliche Käfige wie "Kopftuchträgerin" oder "Muslima" gesteckt wird, haben bestimmt zur Schärfung ihrer Wahrnehmung beigetragen. Allzu oft wurde ihr das Privileg, als Individuum zu sprechen, nicht zugestanden. Die persönlichen Geschichten zeigen uns exemplarisch, dass ein Mensch mehr ist als die Zuschreibungen von anderen (vornehmlich der Mehrheit in einer Gesellschaft), nämlich ein Individuum mit zahlreichen Facetten, die nie vollständig zu ergründen sind, die sich in stetigem Wandel befinden. Gleichzeitig schafft es Kübra Gümüsay aber auch, weit über einzelne Erfahrungen (so bezeichnend sie auch sein mögen) hinauszugehen, indem sie zahlreiche Bezüge herstellt zu Denker*innen, Feminist*innen, Wissenschafter*innen und Aktivist*innen unterschiedlichster Epochen und Kulturkreise. Ich habe kaum je so viel markiert in einem Buch, selten so oft zustimmend genickt, neue Einsichten gewonnen, staunend neue Perspektiven eingenommen wie bei "Sprache und Sein". Und ich habe wohl auch noch nie bei einem Nachwort geweint, allein weil sich die Autorin auf Türkisch (das ich leider nicht verstehe) an ihre Eltern wendet. Lest das Buch, dann werdet ihr die Symbolkraft, die darin liegt, erkennen. Fazit Mit "Sprache und Sein" leistet Kübra Gümüsay einen wichtigen Beitrag dazu, uns über die Sprache und ihre Wirkung Gedanken zu machen und mit dem Bewusstsein darüber auf eine pluralistischere, gerechtere Gesellschaft hinzuarbeiten. Es bleibt zu hoffen, dass ganz, ganz viele dieses wichtige Buch lesen. Auch wenn es die, die es am nötigsten hätten, mit Sicherheit nicht lesen werden. Es hilft schon, wenn wir "Gutmenschen" es tun, um mit der Rückendeckung des Buches vehement für eine gerechte Sprache und eine vielfältige Gesellschaft einzustehen. PS: Kübra Gümüsay ist schon mehrfach bei TEDx aufgetreten und hat auch andere eindrückliche Reden gehalten. Ihre Website ist sowieso einen Besuch wert. Im Kulturjournal der ARD gab es einen tollen Beitrag über "Sprache und Sein" mit Kübra Gümüsay: Die Fakten Sprache und Sein Kübra Gümüsay Hanser Berlin 208 Seiten Erschienen am 27.01.2020 Hardcover ISBN: 978-3-446-26595-0 Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich besonders, wenn du ihn in den Social Media teilst oder dir den Pin auf Pinterest merkst. #KübraGümüsay #HanserBerlin #Sprache #Gleichberechtigung #Gleichstellung #Rassismus #Intersektionalität #Diskriminierung #Feminismus #Vielfalt #BücherfürmehrWeltoffenheit #Klischeefrei #Pluralität

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