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Über die Grenze

Zweiter Weltkrieg in Norwegen. Die Geschwister Gerda und Otto geraten mitten hinein, als die jüdischen Kinder Daniel und Sarah bei ihnen auftauchen. Ob sie es "Über die Grenze" nach Schweden schaffen? Das lest ihr im bewegenden Kinderbuch von Maja Lunde.


Über die Grenze - Maja Lunde (Urachhaus 2021)

Ich kenne Maja Lunde v.a. von ihren Romanen für Erwachsene. Auf dem Blog habe ich den ersten Band ihrer Reihe rund um Nachhaltigkeit "Die Geschichte der Bienen" vorgestellt. Die norwegische Autorin schreibt aber auch Kinder- und Jugendbücher. Mit "Über die Grenze" widmet sie sich einem weniger bekannten Kapitel der Weltgeschichte: Der deutschen Besatzung Norwegens.


Die zehnjährige Gerda und ihr grosser Bruder Otto hatten bisher wenig Berührungspunkte mit der Weltgeschichte. Ja, auch sie litten an Hunger, da es 1942 im Norwegen unter deutscher Besatzung an so ziemlich allem mangelte. Doch so richtig betroffen sind sie erst, als in ihrem Haus zwei jüdische Kinder auftauchen. Ihre Eltern haben die beiden offenbar im Keller versteckt. Doch die Deutschen und ihre norwegischen Verbündeten sind den Kindern auf der Spur und durchsuchen das Haus. Zum Glück finden sie nur noch das leere Versteck der Kinder. Doch sie nehmen Gerdas und Ottos Eltern fest. Kommen sie jetzt ins Lager?


Gerda und Otto sind natürlich total verängstigt, doch als Sarah und Daniel wieder auftauchen, bleibt ihnen keine Zeit. Sie müssen handeln und springen auf Drängen der mutigen Gerda als Fluchthelfer ein. Auf eigene Faust machen sie sich auf in Richtung Schweden, wohin Daniels und Sarahs Vater geflüchtet ist. Da wären die Kinder in Sicherheit. Doch wie sollen sie das bloss schaffen? Sie als Kinder, so ganz allein? Ein riesiges Abenteuer beginnt, das gleichzeitig bitterer Ernst ist. Denn sie wissen nie, wem sie trauen können und wem nicht.


Maja Lundes Kinderroman, den auch Jugendliche und Erwachsene noch gut lesen können, ist von Anfang an packend. Gerda ist eine sympathische, mutige und gewitzte Erzählerin, die irgendwo zwischen Kind und Jugendlicher schwankt. Die Autorin vermag das sehr gut aufzugreifen, sowohl durch den kindlichen Blick als auch eine authentische Sprache, toll aus dem Norwegischen übersetzt von Antje Subey-Cramer. Dank Gerdas optimistischer, manchmal kindisch-naiver und trotzdem sehr taffer Art, wird das Buch auch trotz des Themas nicht zu düster, sondern enthält einige witzige Szenen. Das Cover und die Kapitel-Vignetten wurden von Regina Kehn illustriert, die ihr vielleicht auch aus Saša Stanišićs "Wolf" kennt.



Diesen Blog lesen ja v.a. Erwachsene, die Bücher für ihre Kinder suchen, deshalb sei verraten, dass das Buch ein Happy End hat. Wenn es also vielleicht noch etwas früh ist für "Anne Franks Tagebuch"*, kann ich diesen Kinderroman zum Einstieg in die Thematik des Zweiten Weltkriegs und die besondere Facette der deutschen Besetzung Norwegens sehr empfehlen.


Fazit

"Über die Grenze" von Maja Lunde ist ein sehr berührendes Kinderbuch darüber, was Kinder mit viel Mut und Klugheit und auch etwas kindlichem Übermut schaffen können. Selbst im Angesicht eines scheinbar übermächtigen Gegners, wie es die Nationalsozialisten im besetzten Norwegen 1942 waren. Ein äusserst lesenswertes Kinderbuch gegen das Vergessen!



Die Fakten

Cover "Über die Grenze" - Maja Lunde (Urachhaus 2021)

Maja Lunde (Text)

Regina Kehn (Illustration)

Antje Subey-Cramer (Übersetzung aus dem Norwegischen)

Urachhaus

192 Seiten

Erschienen am 01.01.2021

Hardcover

ISBN: 978-3-8251-5151-5

Ab 9 Jahren






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