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- Kinderbuchmarkt: Trends und Klassiker
Wie entwickelt sich eigentlich der Kinderbuchmarkt? Welche Bücher gehen zur Zeit wie warme Semmeln über den Ladentisch, geraten aber schnell wieder in Vergessenheit? Und welche haben das Potenzial zum Klassiker? Das Team vom Chinderbuechlade Bern gibt uns einen exklusiven Einblick. Aktuelle Trends auf dem Kinderbuchmarkt oder doch der Klassiker? Im Prinzip ist die Frage nichtig. Was zählt, ist möglichst vielen Kindern das Lesen schmackhaft zu machen. Alles Lesen beginnt im Idealfall mit dem Vorlesen. Vorlesen bedeutet absolute Hinwendung zu einem Kind. Sich Zeit nehmen für das Kind und das gemeinsame Abtauchen in Geschichten vermittelt Geborgenheit und gibt Raum für das Miteinander.Bücher können Kindern aller Altersstufen auf Augenhöhe und in ihrem Tempo einen Zugang zu anderen Welten ermöglichen und so ihren Horizont erweitern. Bücher sind sinnlich, Kinder können sie besitzen, anfassen und immer wieder hervornehmen, um darin vor- und zurückzublättern. Veränderungen im Leseverhalten Der Kinderbuchmarkt wandelt sich ständig und passt sich dem Puls der Zeit an. Die Klassiker Lindgren, Preussler, Ende, um nur einige zu nennen, waren einem anderen Erzähltempo unterworfen, als es die aktuellen Titel sind. Auch das Kinderbuch wird von der Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft dominiert, die Texte müssen kürzer und prägnanter sein. Ein gutes Kinderbuch muss einen sinnvollen Spannungsbogen und überraschende Wendungen beinhalten, sonst wird es schnell zur Seite gelegt. Besonders bei den Erstlesebüchern spielt dies eine grosse Rolle; vor der Digitalisierung hatte das „Lesenlernenwollen“ einen grösseren Stellenwert, es war für viele Kinder der ersehnte Zugang zu einer neuen Dimension; heute haben die Bücher Konkurrenz durch diverse Apps und digitale Medien erhalten, die auch ohne Lesekenntnis verstanden werden können. Auch die Themen in den aktuellen Kinderbüchern sind heute andere. Sie sind weniger unbedarft. Kinder aller Altersstufen sind heute recht gut informiert über Gesellschaftspolitisches. Altersgerecht verpackt können Kinder unter anderem auch mit Themen wie Armut, Krieg, Gefängnis und Frauengeschichte konfrontiert werden. Als literarische Form wird oft – nicht nur bei Greg – das Comics oder die Grafic Novel gewählt. Total angesagt Was total angesagt ist, hängt von der Zielgruppe bzw. von der Konsumentinnengruppe ab: Viele Kinder zieht es zu den ihnen bekannten Reihen mit Wiedererkennungswert. Die Verlage haben dies inzwischen bereits für die Erstleser erkannt: Die Reihen „Das magische Baumhaus“, „Die drei ???“, sowie „Liliane Susewind“, sind seit kurzem als Erstlesebücher erhältlich. Eltern lassen sich gern von künstlerisch gestalteten Titeln inspirieren; auch das Auge des Vorlesenden schaut mit. Vor allem im Sachbuch sind wunderschön gestaltete Bücher erhältlich, die ganz nebenbei noch mit Wissensvermittlung überzeugen. Grosseltern, Gotten, Göttis und Menschen, die von den zu beschenkenden Kindern nicht allzu viel wissen, bevorzugen Klassiker. Weniger experimentierfreudig hoffen sie einerseits, etwas Unverfängliches zu schenken, andererseits möchten sie gern an Selbsterlesenes erinnern. Und wir, die Buchhändlerinnen vom Chinderbuechlade? Wir erlesen 2 mal im Jahr aus unzähligen Neuerscheinungen unsere Favoriten, seien sie schräg und manchmal unpädagogisch (Die verflixten sieben Geisslein; Sebastian Meschenmoser), gesellschaftskritisch (Oje, ein Buch; Lorenz Pauli), einfach schön und philosophisch (Das Flüstern des Orients; Franziska Meiners > Blogbeitrag), aktuell oder geschichtlich (Good Night Stories for Rebel Girls, Elena Favilli und Francesca Cavallo > Blogbeitrag), neuklassisch (Gute Nacht, Gorilla / Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat) oder die ungezählten künstlerisch gestalteten Natur- und Sachbücher. Aktuelle Trends Dieses Frühjahr stehen Natur- und Sachbücher hoch im Kurs; nach dem Winter sind die Kinder zappelig und voller Tatendrang. „Floras Atelier“ zum Beispiel ist eine willkommene Anregung, sich draussen aufzuhalten und die Natur mit neuen Augen wahrzunehmen. Auch das technische „Veloflickbuch“ wird sehr beachtet und zeigt uns auch hier den Zeitgeist – Do it Yourself! Wimmelbücher verkaufen sich nach wie vor gut, vor allem, da die Idee dieser Gattung weiterentwickelt wird. Neben den Klassikern von Rotraut Susanne Berner und Ali Mitgutsch sind die Illustrationen und Themen heute subtiler und bewegen sich in einem künstlerisch-experimentellen Bereich, wie der Atlas „Alle Welt“ und das Ohne-Worte-Buch„Die Torte ist weg“, aber auch ganz neue Titel wie „Ein grosser Garten“. Frühjahrstipps des Chinderbuechladeteams Kalle und Elsa, Jenny Westin Verona und Jesús Verona Im Bilderbuch erleben „Kalle und Elsa“ ihren Kinderalltag abseits pädagogischer Bezugspersonen im zum Dschungel umfunktionierten Garten – sehr kreativ und wunderschön illustriert. Wer will, kann sich nebenbei mit dem Genderthema auseinandersetzen: das Mädchen trägt die grünen Gummistiefel, ihr Freund die Pinkfarbenen. > Blogbeitrag von MINT & MALVE Ein Sommer in Sommerby, Kirsten Boie Eindrucksvoll schlägt Kirsten Boie in "Ein Sommer in Sommerby" den Bogen zwischen klassischer Erzählkunst und modernem Thema; im Stile Bullerbüs erzählt sie die Sommergeschichte von Martha, Mats und Mikkel, die ihre Ferien bei ihrer Oma verbringen müssen. Hier prallen die Generationen aufeinander: digitale Stadtkinder versus Oma, die abseits jeglicher Medien ohne Telefon und Internet lebt. Ich weiss, heute Nacht werde ich träumen, Steven Herrick Die Geschichte von Harry, der erwachsen wird; erste Liebe, Verlust und das Wiederentdecken des Glücks. In Versform, die keine ist, weil sich nichts reimt. Der Vater, eine wundervolle Figur, schafft es, die Familie trotz fehlender Mutter zusammenzuhalten. Eine Wassermelone zu dritt bedeutet Familie und Geborgenheit. Ein zutiefst berührender Roman, der Autor braucht wenig Worte, um sich auszudrücken und Bilder entstehen zu lassen. Ein Text voller Poesie mit viel Raum für eigene Gedanken für Jugendliche ab 14 Jahren. Und übrigens: Für gute Bücher ist es nie zu früh! Ich danke dem Chinderbuechlade ganz herzlich für diesen Gastbeitrag im Rahmen der Blogparade #vorlesefieber! Alle Beiträge zur Parade von MINT & MALVE findet ihr übrigens unter dem Tag #vorlesefieber. Halt! Bevor ihr jetzt alle Bücher bestellt: Der Chinderbuechlade ist als Buchhandlung des Jahres nominiert. Bis zum 6. Mai könnt ihr dem Team mit eurer Stimme zum Sieg verhelfen! Chinderbuechlade - Fürs Leben gern lesen. Die Fachbuchhandlung für Kinderbücher, Jugendbücher und Unterrichtsmaterial weckt seit mehr als 40 Jahren die Leselust bei Kindern und Jugendlichen. Das Team vom Chinderbuechlade in der schönen Berner Altstadt bietet Liebe und Leidenschaft für das gute Buch, Trouvaillen auf Schritt und Tritt, professionellen Service und tolle Angebote - wie die Bücherkiste oder das Einschliessen im Laden - und Aktionen zur Leseförderung wie "Lesen im Fenster". Den Chinderbuechlade findet ihr auch auf Facebook. Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE: Anlässlich des ersten Schweizer Vorlesetags vom 23. Mai 2018 findet bei MINT & MALVE die Blogparade #vorlesefieber statt. Mit Beiträgen rund ums Vorlesen zeige ich vom 11. April bis zum 23. Mai 2018, wie wichtig und schön das Vorlesen ist, wie viel Spass und spannende Stunden Kinderbücher den Kindern und ihren Bezugspersonen bringen. Du bist selber Blogger oder Autorin für ein Online-Magazin? Dann nimm an der Blogparade teil und zeige, was Vorlesen für dich bedeutet – egal, ob mit Kinderbuchtipps, Tipps zum Vorlesen, Einrichtungstipps für die Vorleseecke, einem DIY oder Rezepten rund ums Buch. Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Die Details und die bisherigen Beiträge zur Blogparade findest du im Auftaktbeitrag. Vorlesen braucht deine Stimme! Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in einer Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt! Der vom SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben.
- Ein Buch über Bücher
Zum Welttag des Buches möchte ich nicht irgendein Buch empfehlen, sondern ein Buch über Bücher, besser: die Liebe zu den Büchern. Petra Hartlieb entführt uns mit "Meine wundervolle Buchhandlung" ins Zentrum der Bücherliebe: in die Buchhandlung, klar. Petra Hartlieb lebte mit ihrem Mann und zwei Kindern in Hamburg. Eigentlich. Ganz zufrieden, mit guten Jobs, guter Kita für die Tochter, vielen Freunden für den Sohn. Aber dann lief ihnen eine Buchhandlung in Wien über den Weg. Der Besitzer hatte sie aufgegeben und zum Verkauf ausgeschrieben. Zurück in Hamburg dachten Petra und ihr Mann nach: Wär das nicht doch was für uns? Könnte das rentieren? Können wir unsere Kinder der gewohnten norddeutschen Umgebung entreissen? Den Kitaplatz, die Wohnung, die Jobs aufgeben? "Ja, seid ihr denn wahnsinnig?", möchte man ihnen zurufen und so reagierten wohl tatsächlich auch viele in ihrem Umfeld. Nichtsdestotrotz reichten sie ohne grosse Hoffnung, mit vielen Fragezeichen, Zweifeln und ganz viel Abenteuerlust ein Gebot für die Buchhandlung ein. Verbindlich, ohne Hintertürchen. Und: Sie bekamen den Zuschlag. Die Buchhandlung gehörte ihnen. Oh Schreck! Oder juhu? Jedenfalls nimmt so das Abenteuer eigene Buchhandlung seinen Lauf. Die Familie zieht Knall auf Fall nach Wien - vorerst zu Freunden, vorerst ohne den jugendlichen Sohn, noch ohne Kitaplatz. Der (fast) ganz normale Buchhändlerwahnsinn Petra Hartlieb nimmt uns praktisch live mit in die Verwirklichung eines Lebenstraums. Wir erfahren, was es alles so braucht, um eine Buchhandlung zu übernehmen, umzubauen, technisch auf Vordermann zu bringen, das Weihnachtsgeschäft zu überleben. Und wir nehmen Anteil an den Freuden - das Geschäft brummt, spannende Autorentreffen warten, neue Teammitglieder scheinen ihnen nur so zuzufliegen - und an den Mühen - Büchertische bei Lesungen können echt mühsam sein, es herrscht chronischer Platzmangel, die Technik treibt das Team fast in den Wahnsinn. Und fast wie nebenbei erhalten wir so einige Buchtipps (Pflichtlektüre: Monika Held "Der Schrecken verliert sich vor Ort"), werden uns der Lücken bewusst, die wir bezüglich österreichischer Literatur aufweisen (ich nenne keine Namen!), und sind berührt von Petra Hartliebs Begegnung mit Roger Willemsen, der bei ihrem Anblick ausruft: "Meine Lieblingsbuchhändlerin aus Wien!" (S. 146). Das glaubt man ihm nach der Lektüre dieses Buches sofort. Hartliebs Bücher gehört bei der nächsten Reise nach Wien ganz klar zum Pflichtprogramm! Fazit In "Meine wundervolle Buchhandlung" spricht die Bücherliebe von Autorin Petra Hartlieb aus jeder Zeile. Ja, sie schwebt auch zwischen den Zeilen. Es ist wunderbar, sie und ihre Familie beim fast irrwitzigen Unternehmen "eigene Buchhandlung" zu begleiten. Als Leser fiebert man unweigerlich mit und zweifelt doch keinen Augenblick daran, dass die Leidenschaft Petra Hartliebs und ihr soziales Netz die Buchhandlung sicher durch die Stürme des Buchhandels lotsen werden. Für alle Buchliebhaber und -liebhaberinnen ein witziges, spannendes und leidenschaftliches Lesemuss! Ihr wollt mehr erfahren? LeseZeichen (Bayerischer Rundfunk, 08.12.2014) hat ein sehr sympathisches Interview mit Petra Hartlieb geführt: Die Fakten Meine wundervolle Buchhandlung Petra Hartlieb Dumont Buchverlag 208 Seiten Erschienen am 15.09.2014 ISBN: 978-3-8321-8816-0 Leseprobe und mehr bei Dumont Buchverlag Petra Hartliebs Krimis bei Diogenes Hartliebs Bücher auf Facebook Dumont Buchverlag bei Instagram Dumont Buchverlag bei Facebook Dumont Buchverlag bei Twitter
- Früh übt sich, was ein Bücherwurm werden will
Das Sprichwort «Früh übt sich, was ein Meister werden will» gilt auch für künftige Leserinnen und Leser. Das Üben beginnt in diesem Fall nicht mit dem Schulstart, sondern viel früher mit dem Vorlesen. Im Interview mit Anita Müller vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM gehe ich den Vorteilen des Vorlesens nach. Und ihr könnt ein Buchstartpaket gewinnen! «Kinder, die von Anfang an mit Büchern aufwachsen, sind im Vorteil.» sagt Buchstart Schweiz – eine gemeinsame Initiative der Stiftung Bibliomedia Schweiz und des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM (vgl. Blogbeitrag zum Thema Buchstart). Weshalb das so ist, welche Bücher für die Kleinsten empfehlenswert sind und wie das Vorlesen ab Geburt gelingt, habe ich Anita Müller gefragt. Sie ist Direktorin des SIKJM und damit sozusagen oberste Chefin des ersten Schweizer Vorlesetags am 23. Mai. MINT & MALVE: Frau Müller, ich freue mich, dass Sie sich für dieses Interview im Rahmen meiner Blogparade «Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE» zur Verfügung stellen und aus Ihrer Erfahrung mit Kinder- und Jugendmedien sowie mit der Leseförderung berichten. Welches ist Ihre erste Erinnerung ans Vorlesen? Das sind kuschelige Momente auf dem Sofa mit meiner Mutter und meiner kleinen Schwester. «Joggeli söll ga Birli schüttle!», «Zottel, Zick und Zwerg»… Ich erinnere mich aber auch, wie gebannt ich vor dem Plattenspieler Trudi Gerster lauschte, die «Hänsel und Gretel» erzählte! Vorlesen sollte ganz früh beginnen, weshalb? Die ersten Jahre sind zentral für die sprachliche Entwicklung. Kinder, denen von klein auf regelmässig vorgelesen wird, verfügen über einen grösseren Wortschatz, sie werden mit sprachlichen Strukturen vertraut, entwickeln ihr Vorstellungsvermögen und vor allem: Sie erleben die Freude am Buch und an Geschichten. All dies sind wichtige Voraussetzungen und Kompetenzen für den späteren Leseerwerb. Und deshalb braucht es einen Schweizer Vorlesetag? Es gibt immer noch viel zu viele Kinder, denen nur selten oder gar nie vorgelesen wird. Der Schweizer Vorlesetag hat deshalb Kampagnencharakter: Wir wollen öffentlichkeitswirksam ein Zeichen setzen und vor allem auch Bevölkerungskreise für das Vorlesen gewinnen, die das bisher zu wenig pflegen. Unsere Hauptpartner famigros und 20 Minuten, Promis und ein grosses Netzwerk an Partnerorganisationen helfen uns dabei. Ich höre von Eltern in meinem Umfeld ab und zu: «Ich lese nicht gerne vor. Ich kann das nicht gut.» Was raten Sie unsicheren Eltern? Bleiben Sie locker, es geht beim Vorlesen nicht um Perfektion! Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe, suchen Sie sich mit Ihrem Kind einen gemütlichen Platz und lesen Sie in der Sprache vor, in der Sie sich am wohlsten fühlen. Wichtig sind das gemeinsame Erleben einer Geschichte und die Aufmerksamkeit, die Sie Ihrem Kind schenken. Welche anderen Tipps sorgen dafür, dass das Vorlesen gelingt? Machen Sie aus dem Vorlesen ein kleines tägliches Ritual – vor dem Schlafengehen oder über Mittag zum Beispiel. Versuchen Sie, die Geschichte zum Leben zu bringen: Verändern Sie je nach Figur Ihre Stimme, sprechen Sie mal leiser, mal lauter, machen Sie Pausen, setzten Sie Mimik ein, beziehen Sie beim Erzählen Ihr Kind ein mit Fragen und Blickkontakt. Und wenn das Kind dieselbe Geschichte zum x-ten Mal schon wieder hören will: Machen Sie mit. Wiederholungen sind wichtig für das Kind und jedes Mal wird es dabei etwas Neues hören, sehen und lernen (alle Tipps auf einen Blick). Was könnten denn der Staat, Private, Bibliotheken, Buchhandel oder Verlage noch tun, um das Vorlesen zu fördern? Private: Just do it! Bibliotheken bieten schon viel an. Allgemein würde ich jedoch anregen, dass in Bibliotheken und Schulen nicht nur für die ganz Kleinen vorgelesen wird, sondern auch für ältere Kinder. Das Vorlesen bleibt wirksam und motivierend, auch über das Kleinkindalter hinaus. Der Staat kann mithelfen, die Eltern zu sensibilisieren, er kann Vorleseinitiativen unterstützen… Was macht für Sie das ideale Kinderbuch aus? Das ideale Kinderbuch ist das, welches im Moment am besten zu Ihrem Kind passt. Jedes Kind ist unterschiedlich und hat unterschiedliche Vorlieben und Interessen. Eine gute Idee ist deshalb, das Vorlesebuch mit Ihrem Kind gemeinsam auszuwählen. Lassen Sie sich gemeinsam ganz einfach von der Lust auf ein bestimmtes Buch leiten! Zum Abschluss nimmt mich natürlich noch wunder, welches denn Ihre drei liebsten Kinderbücher für die Kleinsten sind. Das ändert sich ständig, denn jedes Jahr erscheinen viele neue, tolle Bücher. Für die Kleinsten veröffentlichen wir jeweils jährliche Empfehlungen. Drei persönliche Tipps, auch für schon etwas ältere Kinderbuchbegeisterte: «Marta & ich» von It’s raining elephants; «Pass auf mich auf» von Lorenz Pauli; «Nur ein Tag» von Martin Baltscheit. «Marta & ich» gehört auch zu meinen Favoriten aus dem letzten Jahr (zum Blogbeitrag)! Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg mit dem ersten Schweizer Vorlesetag am 23. Mai. Ich hoffe, es wird der erste in einer langen Reihe von Schweizer Vorlesetagen sein! Anita Müller leitet seit 2014 das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM. Frühere Tätigkeiten beinhalten die Leitung von swisspeace, die Leitung des Pro Helvetia-Regionalbüros in Kairo und eine Tätigkeit in der internationalen Kulturvermittlung bei der Erklärung von Bern. Anita Müller promovierte an der Universität Zürich in Geschichte und studierte Arabische Sprache und Literatur. Wer mehr über die Wirkung des «Vorlesens» erfahren will, dem sei der Artikel von Maria Becker in der Fachzeitschrift Buch&Maus (März 2018) empfohlen. Fünf meiner liebsten Bilderbücher für Kinder ab 12 Monaten findet ihr im Blogbeitrag «Starkes aus Pappe». Das SIKJM setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der jedes Kind die Chance hat, mit guten Geschichten und Büchern zu wachsen. Das Institut gehört mit seinen Projekten zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenzen von Kindern zu den Pionieren der Leseförderung und der Family-Literacy-Initiativen. Das SIKJM ist die einzige Organisation in der Schweiz, die sich auf Kinder- und Jugendliteratur in allen Medien spezialisiert. Es verfügt über eine einmalige Spezialbibliothek, widmet sich der Erforschung der Kinderliteratur, bietet Weiterbildungen und Beratungen an und entwickelt Projekte zur Leseförderung. Zu den herausragenden Projekten gehört neben dem Schweizer Vorlesetag die seit über 25 Jahren durchgeführte Schweizer Erzählnacht, die Buch-Initiative "Buchstart" und das preisgekrönte, interkulturelle Projekt "Schenk mir eine Geschichte". Vorlesen braucht deine Stimme! Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in einer Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt! Der vom SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben. Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE: Anlässlich des ersten Schweizer Vorlesetags vom 23. Mai 2018 findet bei MINT & MALVE die Blogparade #vorlesefieber statt. Mit Beiträgen rund ums Vorlesen zeige ich vom 11. April bis zum 23. Mai 2018, wie wichtig und schön das Vorlesen ist, wie viel Spass und spannende Stunden Kinderbücher den Kindern und ihren Bezugspersonen bringen. Du bist selber Blogger oder Autorin für ein Online-Magazin? Dann nimm an der Blogparade teil und zeige, was Vorlesen für dich bedeutet – egal, ob mit Kinderbuchtipps, Tipps zum Vorlesen, Einrichtungstipps für die Vorleseecke, einem DIY oder Rezepten rund ums Buch. Deinen Ideen sind keine Grenzen gesetzt! Die Details und die bisherigen Beiträge zur Blogparade findest du im Auftaktbeitrag. Verlosung: 2 x Buchstartpaket gewinnen! Unter allen neuen Abonnentinnen und Abonnenten meines Newsletters verlose ich bis Freitag, 20. April 2018, 23:59 Uhr, zwei Buchstartpakete. Die Teilnahme ist nur für erwachsene Personen aus der Schweiz möglich. Viel Glück! Herzlichen Dank an Bibliomedia Schweiz für die Verlosungsexemplare. Mehr über das Projekt "Buchstart" und das Bilderbuch "Nori geht schlafen" erfahrt ihr im Blogbeitrag.
- Magischer, märchenhafter Orient
Heute tauchen wir mit Franziska Meiners' "Das Flüstern des Orients" ein in die magischen Volksmärchen des Nahen Ostens, begleitet von einem passenden Rezept für ein orientalisches Couscous von Miss Broccoli! Riecht ihr schon Kurkuma, Kardamom und Zimt und schmeckt die süssen Datteln auf der Zunge? Hört ihr den Geist in der Flasche? Dann viel Vergnügen mit diesem kulinarisch-märchenhaften Beitrag. Märchen aus dem Morgenland Klar, den gestiefelten Kater kennen wir alle, Hänsel und Gretel, Schneewittchen und Rotkäppchen auch. Die Liste uns bestens bekannter Märchen könnten wir wohl noch lange weiterführen, haben wir sie doch früher alle von unseren Eltern vorgelesen bekommen oder auf Kassetten gehört. Zu verdanken haben wir die schriftliche Überlieferung dieser Volksmärchen v.a. den Gebrüdern Grimm. Aber wie sieht es mit Märchen aus dem Orient aus? Mir fallen da auf Anhieb nur "Alibaba und die 40 Räuber" oder "Aladin und die Wunderlampe" ein. Eine magere Ausbeute. Da kommt "Das Flüstern des Orients. Arabische Märchen zum Vorlesen und Entdecken" der jungen deutschen Illustratorin und Designerin Franziska Meiners wie gerufen! Ein kultureller Schatz Wie uns Franziska Meiners im Vorwort erklärt, erzählten früher Hakawati, Geschichtenerzähler, in den Kaffeehäusern der nahöstlichen Städte allabendlich traditionelle Märchen und Legenden. Doch diese Tradition verlor sich über die Jahre. Die traditionsreichen, magischen Geschichten werden allerdings immer noch von Generation zu Generation weitererzählt und weiterentwickelt. Franziska Meiners hat nun sechs von ihnen nacherzählt und kunstvoll illustriert. Von Ghouls und Dschinns Auch die arabischen Märchen beginnen mit dem bekannten "Es war einmal...", "Es lebte einst..." oder "In Beirut erzählte man sich...". Und schliessen schon mal mit "Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende". Neu ist für uns teilweise das Personal: In den sechs ausgewählten Erzählungen begegnen wir typisch arabischen Märchenfiguren wie dem Ghoul, einem furchterregenden Wüstenmonster, oder dem Dschinn, einem unsichtbaren Geschöpf, das gut oder böse sein kann. Der König ist hier teils der Sultan und der Richter ein Kadi. Besonders gefällt mir in der Auswahl die kurze Erzählung "Das Geheimnis des schwarzen Kleides", weil hier eine starke und intelligente Frau ihren Auftritt hat. Und in "Das kleine Kamel" schläft Prinzessin Mayla zwar ähnlich wie unsere "Prinzessin auf der Erbse" auf sieben Matratzen und unter sieben Decken, aber um ihren Mann wiederzufinden, wagt sie sich unerschrocken in die Unterwelt, ins Lande der Dschinn. Insgesamt sind die Märchen wunderbar fliessend geschrieben, ziehen einen sofort in Bann und vermitteln die Magie des Orients. Kunstvolle Illustrationen, Wissenswertes und Mitmachseiten Ihr ahnt es, angesprochen hat mich an dem Buch von Beginn an nicht nur der Inhalt, sondern auch die wunderschönen, modernen Illustrationen von Franziska Meiners. Die Bilder sind in Rot und Blau gehalten, nur ab und zu hat sich ein wenig Gold dazwischen geschlichen. Der Stil erinnert an Linol- oder Holzschnitte und abstrahiert stark. In den Bildern wird besonders deutlich, dass sich die Märchen nicht bei uns, sondern im Orient abspielen: Wir sehen die berühmten arabischen Fliessen, Kopftücher und lange Gewänder, "Aladinschuhe" und Palmen. Ebenfalls toll finde ich die sehr aufschlussreichen Informationen rund um die Geschichten. Ein Wörterverzeichnis erklärt die für die Kinder (und Erwachsenen) weniger geläufigen Begriffe. Zwei Seiten informieren über die Begriffe Naher Osten, Orient und Morgenland. Da erfahren wir auch, dass viele unserer Märchenmotive (vielleicht ja auch die vielen Matratzen der Prinzessin auf der Erbse) von den muslimischen Kulturen geprägt wurden. Auf den Mitmachseiten können die Kinder sich mit der arabischen Schrift auseinandersetzen oder Märchenfiguren ausmalen. Fazit Mit "Das Flüstern des Orients" gelingt es Franziska Meiners, uns die Magie arabischer Märchen näherzubringen und uns so einen Einblick in die Kultur des Morgenlandes zu geben. Die Geschichten sind knackig und unkompliziert geschrieben, sind spannend und gefühlvoll und überhaupt nicht angestaubt. Wunderbar ergänzt werden die Geschichten von den modernen, reduzierten Illustrationen, die ebenfalls zur Kulturvermittlung beitragen. Ich habe es gehört, das Flüstern des Orients und würde nun am liebsten gleich weiterlesen. PS: "Das Flüstern des Orients" wurde von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum Kinderbuch des Monats April gewählt. PPS: In der Westfalenpost könnt ihr ein interessantes Interview mit Franziska Meiners lesen. Die Fakten Das Flüstern des Orients Franziska Meiners (Text + Illustration) NordSüd Verlag 112 Seiten Erschienen am 12.01.2018 ISBN: 978-3-314-10429-9 Ab 6 Jahren Einsicht ins Buch bei NordSüd (im Frühjahrsprogramm 2018) NordSüd auf Facebook Franziska Meiners auf Instagram Website von Franziska Meiners Übrigens: Im Rahmen der laufenden Blogparade "Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE" tauchen wir in Woche 3 (ab dem 30. April) noch tiefer ein in die Märchenwelt - unter anderem mit einem Experteninterview zum Thema. Aber jetzt hattet ihr bestimmt dauernd den Duft des Orients in der Nase und seid gespannt auf das Rezept fürs Couscous von Miss Broccoli. Auf Ihrem Blog findet ihr heute ein orientalisches Orange-Dattel-Dessert - die ideale Ergänzung zum Hauptgericht und zum Buch! ;-) Orientalisches Couscous mit Cashews von Miss Broccoli - Mama- und Foodblog Rezept für 4 Personen: 200 g Quinoa (Alternativ: Couscous) 1 gehäufter EL Rosinen Ca. 2 Tassen Wasser 1 TL Bouillon 1 Messerspitze Zimt 1 Messerspitze Kardamom 1 Messerspitze Kurkuma 3-4 Nelken (diese später wieder rausnehmen) 1 EL Rapsöl Für die Sauce: 1 Dose Pellati gehackt 1 EL Rapsöl 2 Knoblauchzehen, gepresst ½ Zwiebel 1 grosse Karotte, in Stäbchen geschnitten 2 EL Cashewkerne Ca. 150 g Kürbis (am besten Butternut) in Kugeln ausgelöffelt 1/3 Zimtstange 1 Messerspitze Kardamom oder 3-4 Kardamom Hülsen Salz, Pfeffer 1 Messerspitze Cayennepulver Datteln Zubereitung: Das Quinoa mit dem Wasser, Bouillon, Öl und den Gewürzen aufkochen und nach Anleitung leicht köcheln lassen. Etwa nach 10 Minuten die Rosinen dazugeben. Wer keine Rosinen mag, kann auch Datteln oder gedörrte Aprikosen nehmen. Für die Sauce: Das Öl in der Pfanne heiss werden lassen. Den Knoblauch kurz andünsten und die Pellati dazu giessen. Nun die geschnittenen Karotten und Cashews dazugeben und alles ca. 5 Minuten köcheln lassen. Dann die Zimtstange (ganz), die restlichen Gewürze und die Kürbisbällchen dazu geben. Alles so lange auf niedriger Stufe köcheln, bis das Quinoa gar ist. Dann die Zimtstange entfernen. Das Quinoa in eine Teller anrichten, ein Loch in der Mitte machen. Die Sauce in das Loch geben. Die Datteln in Streifen schneiden und als Deko darüber streuen. Variante: Anstelle von Cashews, Kichererbsen oder Tofuwürfel in die Sauce geben. Ich habe das Rezept natürlich getestet (in der Variante mit Couscous, Cashews und Tofu) und kann euch sagen, es hat hervorragend geschmeckt! Gefehlt hat nur ein leckerer Nachtisch! Also ab zum orientalischen Orange-Dattel-Dessert! Lasst es euch schmecken!
- Blogparade: Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE
Am 23. Mai 2018 findet erstmals der Schweizer Vorlesetag statt. Aus diesem Anlass mache ich mit meiner Blogparade "Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE" auf die Bedeutung des Vorlesens und auf den Vorlesetag aufmerksam. Und ihr könnt mitmachen! Vorlesen kann so viel: Vorlesen lässt die Kinder neue Welten entdecken. Vorlesen schafft Geborgenheit. Vorlesen fördert die Sprachentwicklung und erleichtert später das Lesen. Vorlesen regt die Fantasie an. Vorlesen löst Diskussionen aus, bringt zum Nachdenken und zum Lachen. Schweizer Vorlesetag Um zu zeigen, wie wichtig und schön Vorlesen ist, findet am 23. Mai 2018 erstmals der Schweizer Vorlesetag statt. Das Schweizerische Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM organisiert den nationalen Aktionstag in Kooperation mit famigros, 20 Minuten, kibesuisse, dem Verein der Leseanimatorinnen, dem Netzwerk Kinderbetreuung, dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband und vielen weiteren Partnern. Auf der Website des Schweizer Vorlesetags findet ihr hilfreiche Tipps zum Vorlesen und könnt euch selber als Vorleserin oder Vorleser eintragen. Im #vorlesefieber – zeige, was dir Vorlesen bedeutet! Mit der Blogparade #vorlesefieber in Zusammenarbeit mit dem SIKJM möchte ich bis zum 23. Mai 2018 die Freude am Vorlesen vermitteln und andere anstecken. Hier bei MINT & MALVE biete ich jede Woche einen spannenden Beitrag zum Thema Vorlesen: In Interviews und Gastbeiträgen geben euch Expertinnen rund ums Vorlesen und Kinderbücher interessante Einblicke in die Welt der Kinder- und Jugendmedien, Tipps zum Vorlesen und so manchen Kinderbuchtipp. Damit wir aber so richtig viele Leute erreichen – am besten alle Schweizer Eltern mit dem #vorlesefieber infizieren –, brauche ich euch! Erzählt in einem Blogbeitrag über euren Bezug zum Vorlesen. Ihr seid völlig frei in der Themenwahl. Hier ein paar Beispiele zur Inspiration: Mein liebstes Vorlesebuch aus der Kindheit Schön gemütlich: unsere Vorleseecke Unsere fünf besten Kinderbuchtipps Deshalb lieben wir Vorlesen Die besten Snacks für den Vorleseabend Schön eingeräumt: Kinderbücher prominent platziert – ein IKEA-Hack Wie Vorlesen mit Kindern unterschiedlichen Alters gelingt Vorlesen 2.0 – unsere liebste Kinderbuch- und App-Kombination Spezielle Vorlesetechniken und Hilfsmittel zum Vorlesen (z.B. die Erzählschiene) Vorlesen: Bei uns war das gar nicht so einfach Kinderbücher mit Geschlechterklischees? Nein danke! Du siehst, egal ob Familienbloggerin, Buchblogger, Interior- oder Lifestyle-Bloggerin, Foodblogger oder DIY-Bloggerin, das Thema "Vorlesen" kennt keine Grenzen! Und so wirst du Teil der Blogparade #vorlesefieber Poste zwischen dem 11. April und dem 23. Mai 2018 einen Blogbeitrag zum Thema "Vorlesen". Nenne den Titel der Blogparade und die Initiatorin MINT & MALVE im Blogpost und verlinke auf diesen Beitrag. Bildmaterial findest du am Ende des Beitrags. Informiere MINT & MALVE per Kommentar unter diesem Beitrag und/oder per Mail über deinen Blogbeitrag. Verwende bei Social Media Posts den Hashtag #vorlesefieber (und noch besser: markiere MINT & MALVE). Verlinke auch gerne auf den Schweizer Vorlesetag und verwende den offiziellen Hashtag #schweizervorlesetag. Trage dich auf der Website selber als Vorleser oder Vorleserin ein. Für deinen Hinweis auf den Schweizer Vorlesetag kannst du den Beispieltext am Ende dieses Artikels verwenden. Die Links zu euren Beiträgen werde ich in diesem Beitrag sammeln und in einem Abschlussbeitrag nochmals auflisten. Und natürlich teile ich auch gerne eure Posts auf Facebook, Instagram, Twitter und Pinterest, so dass wir das ganze Land mit dem #vorlesefieber anstecken können. Und jetzt bin ich gespannt auf eure liebsten Vorlesebücher, die coolsten Regal-DIYs, die besten Vorlesetipps und eure schönsten Erlebnisse rund ums Vorlesen! Eure Eliane MINT & MALVE PS: Egal, ob du an der Blogparade selber mitmachst oder ob du lieber nur mitliest, abonniere meinen kostenlosen Newsletter, um auf dem Laufenden zu bleiben. Er erscheint normalerweise einmal monatlich, während der Blogparade wöchentlich. PPS: Du möchtest dich das ganze Jahr über Kinderbücher austauschen? Dann werde Mitglied in der Facebookgruppe "Kinderbuchecke von MINT & MALVE". Ich freue mich auf dich! Vorlesen braucht deine Stimme! Mach am 23. Mai 2018 am ersten Schweizer Vorlesetag mit: Lese in deiner Familie, in einer Schule, einem Kindergarten oder einem anderen Vorleseort eine Geschichte vor und trage dich auf der Website ein. Jeder Eintrag zählt! Der vom SIKJM initiierte Schweizer Vorlesetag ist ein nationaler Aktionstag, der zeigt, wie wichtig und schön Vorlesen ist. Denn regelmässiges Vorlesen schafft nicht nur Nähe, sondern unterstützt Kinder auch in ihrer Entwicklung. Kinder, denen täglich vorgelesen wird, haben einen grösseren Wortschatz und sie lernen leichter lesen und schreiben. Im #vorlesefieber mit MINT & MALVE Das Banner der Blogparade kannst du gerne für deine Beiträge verwenden. Bitte verlinke es auf diesen Beitrag (oder auf die Startseite von www.mintundmalve.ch) und verwende es in keinem anderen Zusammenhang. Blog: Banner #vorlesefieber mit MINT & MALVE, Format 1:1 Blog / Facebook: Banner vorlesefieber mit MINT & MALVE, Format 2:3 Instagram: Banner #vorlesefieber mit @mintundmalve, Format 1:1 Pinterest: Banner #vorlesefieber mit MINT & MALVE, Format 3:2 Beiträge zur Blogparade #vorlesefieber Anne Eltern-Zeit: Achtsamkeit im Familienalltag mit Babys und Kleinkinder. Teil 1: Achtsames Vorlesen, 23. März 2018 (nachnominiert) Perlenmama: Unsere Buchtipps zum Vorlesen im Frühjahr 2018 (inkl. Verlosung), 11. April 2018 Miss Broccoli: Orientalisches Orangen-Dessert mit Datteln und Mandeln (zum Buch "Das Flüstern des Orients" von Franziska Meiners), 13. April 2018 MINT & MALVE: Magischer, märchenhafter Orient (Kinderbuch "Das Flüstern des Orients" und Couscous-Rezept), 13. April 2018 Herzensangelegenheit Buch: Vorlesen - meine liebsten Vorlesebücher aus der Kindheit, 20. April 2018 Frieda Friedlich: Alltag mit hochsensiblem Kind #4 - Friedas hochsensibler Bücher-Check, 23. April 2018 tadah - It's a moms world: #vorlesefieber - Es gibt ein Fest von Monique Berndes, 25. April 2018 Kinderbuch-Detektive: Vorlesegeschichten für Kinder, 26. April 2018 Chain-Elle Art's: Integration im Schnelldurchlauf und was das mit magischen Büchern zu tun hat, 26. April 2018 Mein Kinderbuch heute: Jakob und Conni haben (keine) Angst im Dunkeln?, 30. April 2018 Geschichtenwolke Kinderbuchblog: 20 Vorlesetipps für Zuhause, 2. Mai 2018 Brigitte Wallingers Kinderbuchblog: 1 Vorlesetipp, 2. Mai 2018 Kleinstadt: Bünzli-Säugetiere und Siffer-Reptilien, 7. Mai 2018 Wanderindli: Was Vorlesen für uns bedeutet, 7. Mai 2018 kinderbuchlesen.de: Gute Nacht: Kinderbücher zum Träumen, 9. Mai 2018 x-mal anders sein: Welche Farbe hat ein Kuss? Buchliebe, Kitaprojekt und Vorlesefieber, 9. Mai 2018 Mama Rausch: Vorlesen - Warum es wichtig ist & 6 Tipps zum Vorlesen, 11. Mai 2018 Die Angelones: Zum Schweizer Vorlesetag: Bücher machen Leute, 11. Mai 2018 Familienbücherei: Blogparade Vorlesefieber: Vorlesen leicht gemacht mit den richtigen Büchern, 13. Mai 2018 Brambrillas Mitmachspass: Eine Geschichte zum Vorlesen, 14. Mai 2018 Keinsteins Kiste: Chemie mit Globi - mit Gewinnspiel!, 15. Mai 2018 Livricieux: Blogparade | Meine Familie im #Vorlesefieber, 17. Mai 2018 Buchwegweiser: Kniffe für das Vorlesen in der Kindergruppe, 17. Mai 2018 Kids & Cats: Vier neue Kinderbücher im Mai – Blogparade: Im Vorlesefieber bei Mint&Malve, 18. Mai 2018 Buchfamilie: 5 Gelegenheiten, um mehr mit euren Kindern zu lesen, 19. Mai 2018 schaeresteipapier: Schweizer Vorlesetag - Mittwoch 23. Mai 2018, 21. Mai 2018 Das Kinderbuchhaus: Sternstündchen - Eine Vorlese-Momentaufnahme von Renate Habinger, 22. Mai 2018 Hoi Berlin: Unser Kinderzimmer ist (endlich) fertig eingerichtet, 23. Mai 2018
- Frühlingsgefühle in Buchform
Jetzt ist er langsam, aber sicher da: der Frühling! Und aus diesem Anlass durfte ich für Nadja und ihren Blog LouMalou erneut eine bunte Palette an Lieblingsbüchern für Gross und Klein zusammenstellen. Es ist wieder für jede und jeden was dabei: Ein wunderbares Alltagsabenteuer für die Kleinen, ein frühlingshaft zart illustriertes Sachbilderbuch, ein DIY-Buch für die Kreativen und drei Romane voller Sprachperlen, Witz und tiefen Gefühlen. Hier eine kleine Vorschau, was euch erwartet: Und jetzt geht es bei LouMalou by Nadja Zimmermann weiter. Viel Spass!
- Komm mit ins Abenteuerland!
Wie fleissige Leserinnen und Leser meines Blogs wissen, liebe ich Abenteuerbücher. Für Claudia und ihren Blog Hoi Berlin durfte ich nun eine ganze Sammlung an Büchern mit Abenteurerinnen, Entdeckern und Heldinnen für Gross und Klein zusammenstellen. Vom Abenteuer im Garten, über eine Reise zu abenteuerlichen Ereignissen, Festen und Orten rund um die Welt, eine Expedition an den Südpol und natürlich auch eine an den Nordpol und unerschrockene Kämpfe mit wilden Drachen - und Prinzessinnen - bis hin zur Reise zur berühmten "Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson ist für jede und jeden etwas dabei! Hier eine kleine Vorschau: Und jetzt geht es auf dem Blog von Hoi Berlin weiter! Den Blog von Claudia kann ich euch übrigens sowieso wärmstens empfehlen. Ich amüsiere mich bei ihr bestens über Kurioses, entdecke tolle DIY-Tipps, die ich banausenhaft in die Tat umzusetzen versuche, und bestaune ihre Konsequenz in Sachen zuckerloses Leben.
- Starkes aus Pappe
Bilderbücher für die Kleinsten sind so eine Sache: Die Auswahl ist zwar riesig, aber der Einheitsbrei gross. In meinem Gastbeitrag auf dem Happy Mum Blog stelle ich euch ein paar besondere Pappbilderbücher für die Kleinsten vor. Mit dem Vorlesen kann man bekanntlich nicht zu früh beginnen (Blogbeitrag zum Thema "Buchstart"). Am besten ist es, Bilderbücher gehören von Geburt an dazu oder zumindest, sobald die Kleinen bis zum Bild im Buch scharf sehen können. Spätestens wenn sie selbst danach greifen können, sind Bücher in der Regel vor keinem Baby sicher - zumindest war das bei uns so. Und das ist gut so! Für Nadine vom Happy Mum Blog habe ich fünf Bilderbücher für Kinder ab 1 Jahr herausgesucht, die aus der Masse herausstechen. Ein kleiner Vorgeschmack Und weiter geht es bei Happy Mum Blog. Schaut euch Nadines Blog auch unbedingt sonst mal an, da findet ihr alles rund ums Mama sein, Mama werden, Lifstyle, Mode und Kinder. Die Schwäne haben es mir ja besonders angetan! ;-) #schwänesinddieneuenflamingos
- Von Hexern, Narren und Winterkönigen
Mit "Tyll" entführt uns Daniel Kehlmann mitten in die Wirren des Dreissigjährigen Krieges und erzählt die Geschichte von Till Eulenspiegel oder eben "Tyll Ulenspiegel" neu. Ein opulentes, düsteres Werk! Daniel Kehlmann nimmt sich in seinem neusten Roman einmal mehr historischem Stoff an. Mit Tyll finden wir uns mitten im Dreissigjährigen Krieg (1618-1648), in einem Durcheinander der Fürsten, Kurfürsten und Könige, zwischen Schlachten und Religionskämpfen, im Sumpf von Aberglaube, Alchemie und Hexenprozessen. Von Letzterem ist auch Tylls Vater Claus betroffen. Er wird vom Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher der Hexerei und des Pakts mit dem Teufel bezichtigt. Schnell wird ihm der Prozess gemacht, eine ausweglose Farce, das ist schnell klar. Für Tyll wird es im kleinen Dorf zu gefährlich, als Tagelöhner möchte er sich nicht durchschlagen und so flieht er mit der Bäckerstochter Nele. Die beiden schliessen sich dem fahrenden Volk an. Tyll ist begnadeter Seiltänzer und Jongleur, Nele tanzt und schauspielert meisterhaft. Schnell eilt Tyll sein guter Ruf als Gaukler voraus. Irgendwie gelangen Tyll und Nele an den Hof von Friedrich von Böhmen, dem Winterkönig, und seiner Gemahlin Elisabeth Stuart. Ebendieser Friedrich hatte den Dreissigjährigen Krieg ausgelöst, indem er die Krone Böhmens angenommen und sich so gegen den Kaiser gestellt hatte. Wie allen Leuten, hält Tyll auch dem Königspaar unverfroren den Spiegel vor. Seine Witze, Anspielungen und Fragen sind voller schmerzhafter Ehrlichkeit. Eine Ehrlichkeit, die sich in der damaligen Zeit nur Gaukler leisten konnten, alle anderen wären dafür kurzerhand gehängt worden. Auch Tyll kann sich dem Krieg nicht dauerhaft entziehen, im zweitletzten Teil des Romans sitzt er als Mineur im Schützengraben, verschüttet, ohne Aussicht aufs Überleben. Aber Tyll hat beschlossen, nicht zu sterben. Wenn das einer schaffen kann, dann der Ulenspiegel. Für mich eine der stärksten Szenen des Buchs. Erdrückend die Erde, die auf den Mineuren lastet, förmlich spürbar der Sauerstoffmangel, der sie verrückt werden, sie halluzinieren lässt. Kehlmann verstrickt in seinem opulenten Roman geschickt das Schicksal von Tyll mit demjenigen zahlreicher Persönlichkeiten - neben dem Königspaar, mit dem Schriftsteller Martin von Wolkenstein, mit dem Arzt Paul Fleming und dem bereits erwähnten Weltweisen Athanasius Kircher, dessen Karriere aus einem einzigen Lügengebäude besteht. Ich mochte zwar nicht alle Protagonisten, v.a. Tyll blieb mir bis zum Schluss unsympathisch, aber das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch und ist vom Autor wohl grösstenteils so gewollt. Einzige Mankos sind für mich einige Längen, die auf den 480 Seiten entstehen, und eine gewisse Verwirrung ob des unendlichen Aufgebots an Personal. Fazit Daniel Kehlmanns "Tyll" ist zweifellos ein besonderes Werk, sprachgewaltig, spannend im Aufbau, mit geschickt verwobenen historischen Begebenheiten und Persönlichkeiten. Sehr eindrücklich ist auch, wie es Kehlmann gelingt, uns Einblick ins Seelenleben so unterschiedlicher Protagonisten - vom Müllerssohn, über die Winterkönigin, bis zum fanatischen Gelehrten - zu geben und von düsteren, traurigen, brutalen Ereignissen doch leichtfüssig und ironisch zu erzählen - ganz so wie Tyll auf dem hohen Seil zu tanzen wusste. Die Fakten Tyll Daniel Kehlmann Rowohlt 480 Seiten Erschienen am 09.10.2017 ISBN: 978-3-498-03567-9 Leseprobe und mehr bei Rowohlt Rowohlt auf Instagram Rowohlt auf Facebook Rowohlt auf Twitter Rowohlt auf Pinterest Website von Daniel Kehlmann
- Ei, Ei, Ei
Ja, um nichts Anderes als "Das Ei" geht es im gleichnamigen Buch der deutschen Illustratorin Britta Teckentrup. Kann das denn so spannend sein? Ja, es kann. Aus dem Ei gepellt Britta Teckentrup widmet sich dem Ei als Wunder der Natur, mit seiner perfekten Form, seiner zerbrechlichen und doch starken Schale. Sie zeigt, wie unterschiedlich Vogeleier in Farbe, Form und Grösse sein können. Kennt ihr Elefantenvögel? Es gibt sie auch nicht mehr, aber diese Riesenvögel Madagaskars legten die grössten Vogeleier, die es auf der Erde je gab - 10 Kilogramm schwer und mit einem Umfang von mehr als einem Meter. Britta Teckentrup blickt ins Ei und zeigt uns die Entstehung eines Kükens und führt uns ein in die Caliologie, das Studium von Vogelnestern: Hängenester, Haufennester, Nisthöhlen, Lehmnester und mehr. Auch ein kleiner Exkurs zum gemeinen Kuckuck darf nicht fehlen. Der Eier sind viele Und natürlich hört es bei den Vogeleiern nicht auf: Insekteneier, Reptilieneier, Fischeier und Eier von Säugetieren wie dem Schnabeltier erhalten ebenfalls ihren Auftritt. Sie haben oft ganz andere Eigenschaften als Vogeleier - sind rund, ihre Schale bzw. Hülle ist weich, gallertartig, crèmefarben bis durchsichtig und werden von ihren Eltern meist nicht ausgebrütet. Kunst, Religion, Mythologie und Traditionen So perfekt das Ei ist, so wenig erstaunt es, dass es in Kunst, Religion und Mythologie seit jeher eine grosse Rolle spielt - als Quelle des Lebens, als Sinnbild für die Auferstehung von Jesus Christus, als Zeichen der Jungfräulichkeit. Als Quell des Lebens bietet sich das Ei auch wunderbar an für Frühlingsrituale. Natürlich denken wir da sofort an Ostern, aber solche Eierbräuche gab es schon lange vor Christus. Und weil das Ei für Glück, Wohlstand und Gesundheit steht, taucht es auch in vielen Geschichten auf - von den Märchen der Gebrüder Grimm bis zu Harry Potter. Die Illustrationen kommen daher, wie man es sich von Britta Teckentrup gewohnt ist: meist gedeckte Farben, verschiedene Ebenen, ganz unterschiedlich strukturierte Flächen, die sich wunderbar zu Collagen zusammenfügen. Fazit Britta Teckentrup liefert uns mit "Das Ei" ein wunderschön illustriertes Sachbilderbuch über das Wunderwerk Ei. Die Texte zu den sanften Illustrationen sind schön formuliert, dicht und angenehm kurz gehalten. Hier treffen Kunst, Kultur und Natur aufeinander. Und wären die meisten Eier nicht oval, würde ich sagen: Das ist eine runde Sache! PS: Bei Janetts Meinung findet ihr ein ganz spannendes Interview mit Britta Teckentrup aus dem letzten Jahr. PPS: Das Buch habe ich bei einem Gewinnspiel des sehr, sehr fantastischen Kinderbuchladens "Buchstäbchen Stuttgart" gewonnen. Dort könnt ihr dieses und viele weitere Kinderbücher auch online bestellen. Die Fakten Das Ei Britta Teckentrup Kathrin Köller (Übersetzung) Prestel Verlag 96 Seiten Erschienen am 27.03.2017 ISBN: 978-3-7913-7286-0 Ab 6 Jahren Blick ins Buch bei Randomhouse Prestel auf Facebook Prestel (UK) auf Instagram Website von Britta Teckentrup Britta Teckentrup auf Instagram Britta Teckentrup auf Pinterest
- Drei ist einer zuviel
Was für ein Debüt von Mareike Fallwickl! Ihr Roman "Dunkelgrün fast schwarz" trifft uns als Leser mit genauso unberechenbarer Wucht wie die Protagonisten Moritz, Raffael und Johanna. Mareike Fallwickl ist freie Lektorin und Texterin aus Österreich, deren Leben "von vorn bis hinten und von oben bis unten aus Buchstaben" besteht, wie sie selber sagt. Jetzt bloggt sie nicht mehr nur über Bücher (Bücherwurmloch) oder redigiert diese (Mareike Fallwickl | Konzeption, Text, Redaktion), sondern legt mit "Dunkelgrün fast schwarz" in der Frankfurter Verlagsanstalt ihren ersten eigenen Roman vor. Gefangen im Beziehungsdreieck Über die Handlung möchte ich nicht zu viel verraten. Nur so viel: Moritz zieht in den 80er-Jahren mit seiner Mutter Marie und der kleinen Schwester Sophia ins kleine Dorf Dürrnberg in den Hügeln nahe der österreichischen Kleinstadt Hallein. Vater Alexander studiert noch Medizin in Wien, bevor er auch zur Familie stösst. Schon bald trifft Moritz auf den gleichaltrigen Raffael. Vom ersten Tag an sind sie beste Freunde und bleiben es ihre gesamte Schulzeit. Ihre Beziehung ist über weite Strecken sehr einseitig: Raffael ist der Anführer, selbstbewusst, egoistisch, fordert sein ganzes Umfeld und auch Moritz immer wieder heraus, provoziert und geniesst seine Macht. Moritz spielt den stillen, schüchternen, hilfsbereiten Part, sucht Halt, ordnet sich unter, lässt sich mitreissen, schaut zu Raffael auf, obwohl er sich auch immer wieder schlecht behandelt fühlt von ihm. Als die beiden Teenager sind, wird aus dem unzertrennlichen Duo ein Trio: Johanna lebt seit dem tödlichen Unfall ihrer Eltern bei ihrer Tante und besucht fortan mit den beiden Jungs das Gymnasium. Sie nehmen sie in ihre Mitte auf und damit kippt das fragile Gleichgewicht der Freundschaft. Wie ein Pendel schwingt Johanna zwischen den beiden ungleichen Polen Raffael und Moritz hin und her. Mit dem Ende des Gymnasiums und einem tragischen Schicksalsschlag trennen sich die Wege der drei (glaubt zumindest Moritz - der Leser weiss es bald besser). Erst 2017 treffen sie wieder aufeinander - mit voller Wucht! Von Freundschaften, Beziehungen, Kindern, der Jugend in allen Schattierungen "Das Grün ist dunkler geworden, viel dunkler, tief und massiv, fast schwarz. Es füllt den Raum, bis an die Decke strahlt es. Einst war Raffael knospengrün, raupengrün, wie Zuckererbsen in ihrer frisch geöffneten Schote, an manchen Tagen limonenhell." (S. 39) Bald erfahren wir, was es mit dem Titel des Buches auf sich hat: Moritz ist Synästhetiker, er sieht Farben und vieles riecht und schmeckt für Moritz auch speziell. Mit Farbe drückt er sich bis zum erwähnten Schicksalsschlag auch aus, er zeichnet und malt leidenschaftlich, in seiner Jugend oft Johanna. Das Malen ist seine Sprache, die er mit Worten oft nicht findet. Mit der Verknüpfung verschiedener Sinne, der erweiterten Wahrnehmung von Moritz vermittelt uns Mareike Fallwickl Gefühle ganz neu, sehr intensiv, unmittelbar, "sinnvoll". Das Buch ist unheimlich dicht geschrieben, jede Seite wartet mit Sätzen auf, in die man sich am liebsten reinlegen würde. Aus jedem Kapitel springen uns zehn geniale Ideen entgegen. Immer wieder übermannen uns ihre Sprachbilder. Es scheint, als hätte Mareike Fallwickl all ihre Lebens- und Leseerfahrung (sie liest locker 100 Bücher pro Jahr) in ihr Gehirn gepackt, im Herz einmal durchgesiebt, frisch eingefärbt und mit ihren Händen in neue Sätze gegossen. Auch wenn die Themen nicht neu sind, hat man nie das Gefühl, schon mal etwas Ähnliches gelesen zu haben. Im Gegenteil. Ich habe mich in so vielem wiedergefunden: Die Kindheit und Jugend auf dem Land, das Aufwachsen in den 90er-Jahren und das Abschliessen der Matura kurz nach der Jahrtausendwende. Das Gefühl der Jugend, dass einem alle Möglichkeiten offen stehen. Das Gefühl in der Schwangerschaft, das Gefühl, plötzlich für ein Kind verantwortlich zu sein und es vor Bedrohungen aller Art beschützen zu wollen. Auch Johannas Leben als Bloggerin kann ich im Ansatz nachfühlen - zum Glück abgesehen von ihrem unsteten Leben, ihrer tiefen Verzweiflung und der doch etwas sehr speziellen Ausrichtung ihres Blogs. Die Autorin hat das Buch spannend aufgebaut: Wir wechseln immer wieder die Perspektive zwischen Moritz, Marie und Johanna. Während die Passagen von Moritz und Johanna in der dritten Person geschrieben sind, erzählt Marie in der Ich-Form. Alle drei Perspektiven sind überzeugend. Wir fühlen, fiebern, leiden und hoffen mit den Figuren, dass es uns so richtig mitnimmt - im positiven Sinne. Zudem fliegen wir zwischen den verschiedenen Zeitfenstern in den 80er-Jahren, um die Jahrtausendwende und in der Gegenwart (2017) hin und her und wissen so immer etwas mehr als die Protagonisten und trotzdem nur so viel, dass wir immer noch mehr erfahren möchten. Fazit Mit ihrem literarischen Debüt "Dunkelgrün fast schwarz" dringt Mareike Fallwickl tief ein in die Gefühlswelt ganz unterschiedlicher Protagonisten: der kleine, einsame Junge, die tieftraurige, von Sehnsucht getriebene Jugendliche und junge Frau, die sich sorgende Mutter, Ehefrau, Freundin und Grossmutter. Sie alle reiben sich auf ihrer Suche nach Zugehörigkeit, nach Liebe und Freundschaft an dominanten, teils manipulativen Freunden, Liebhabern und oft abwesenden Ehemännern und Vätern. Mit ihrer unglaublich dichten, direkten, einmal weichen, einmal harten Sprache, zieht sie uns hinein in das verworrene, oszillierende Netz der Beziehungen und lässt uns nicht mehr raus. Ein Buch, das nachwirkt. Unbedingte Leseempfehlung! Herzlichen Dank an die Frankfurter Verlagsanstalt für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Dunkelgrün fast schwarz Mareike Fallwickl Frankfurter Verlagsanstalt 480 Seiten Erschienen am 05.03.2018 ISBN: 978-3-627-00248-0 Leseprobe und mehr bei der Frankfurter Verlagsanstalt Mareike Fallwickl bei Instagram Mareike Fallwickl auf Facebook Frankfurter Verlagsanstalt auf Instagram Frankfurter Verlagsanstalt auf Facebook
- Dem Käse auf der Spur
Die Schweiz ist ja berühmt für ihren Käse. Da sollte auch jedes Kind wissen, woher der Käse eigentlich kommt. Im Gastbeitrag über "Die Geiss, die alles weiss" von Mira Gysi habe ich mich für den Mama- und Foodblog Miss Broccoli mit der neugierigen Geiss Ina auf die Suche gemacht. Milchschnee? So ein Käse! Ina lebt auf einem kleinen Bauernhof in den Bergen. Sie wird täglich gemolken. Aber was geschieht nach dem Melken mit ihrer Milch? Ob die Kuh recht hat, wenn sie meint, aus Geissenmilch werde Schnee gemacht? Ina begibt sich im Sachbilderbuch von Mira Gysi auf Entdeckungsreise und erfährt so viel Interessantes über die Produktion von Käse, Wurst und Gemüse. Ein kleiner Einblick Weiter geht es bei Miss Broccoli, dem Mama- und Foodblog von Moana, den ich euch sehr empfehlen kann, ganz besonders mit kleinen Kindern - es gibt so viel Leckeres, Vegetarisches, Kreatives und erst noch Nachhaltiges zu entdecken bei ihr!













