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Frankie und Freddie

  • vor 2 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

(Werbung) Ein neues Buch von Sven Regener! Klar, muss ich das lesen, denn ich liebe seine Schreibe und die Welt rund um "Frankie und Freddie". Und so kommt es, dass ich euch schon Anfang September ein Weihnachtsbuch vorstellen kann!


Frankie und Freddie - Sven Regener (Galiani Berlin 2026). Foto: Eliane Fischer
Foto: Eliane Fischer.

Ja, echt. So früh war ich noch nie dran mit Weihnachtsbuch-Content. Und ich bin ja noch nicht mal grosser Weihnachtsbücherfan. Aber für Frank Lehmann, seinen Bruder Manfred und ihre Freund*innen mache ich eine Ausnahme und empfehle euch, das auch zu tun - egal, ob ihr Weihnachten liebt oder eher zum Grinch veranlagt seid.


Besonders Spass macht "Frankie und Freddie", wenn man die Welt rund um Frank Lehmann aus den früheren Romanen von Sven Regener, angefangen bei den ersten drei Frank-Lehmann-Bänden über "Magical Mistery"* und "Wiener Strasse"* (hier besprochen, stand sogar auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2017) bis hin zu "Glitterschnitter"* schon kennt. Aber ich denke, es lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen.


Aber kommen wir doch zu "Frankie und Freddie"*.  Schon mit den ersten Seiten landet man Mitten im Frank-Lehmann-Kosmos. Sven Regener nimmt uns in Frankies Kopf mit ins Westberlin des Jahres 1980. Hier war Manfred, auch Manni oder Freddie genannt, vor einigen Jahren gelandet und hat sein Glück in der Kunst versucht. Frank, oder eben Frankie, sein jüngerer Bruder, kam erst vor wenigen Wochen aus Bremen hierher.


Freddie zieht es weiter nach New York, wo er ein Stipendium ergattern konnte. Doch erstmal muss Frankie ihn kurz vor Weihnachten aus einem Hotel abholen, in dem er die letzten Wochen als Versuchskaninchen für Antidepressiva verbracht hat. Eigentlich wollte er sich in seinem - oder Freddies, da streitet man sich drüber - Opel Kadett auf den Weg zum Hotel am Kudamm machen. Doch der Opel springt nicht mehr an. Also muss er sich von Karl Schmidt in dessen Kastenente fahreb lassen. Eine Odyssee durch Westberlin und manchmal auch unter Ostberlin hindurch beginnt.


Das Problem? Sie haben auch noch Artsy Fartsy, der natürlich anders heisst, aber das ist Nebensache, dabei. Jedenfalls hat dieser Artsy Fartsy versehentlich - oder auch nicht, man weiss es nicht so genau - Freddies Tasche mit Reisepass, Visum etc. pp für New York mitgenommen, dann selber wiederum in Karl Schmidts Kastenente vergessen, die nun aufgrund des unerwarteten Schneefalls und Karl Schmidts neuem Job als Schneeräumer irgendwo in Schöneberg im Einsatz steht. Kurzum: Es ist kompliziert und Freddie, Frankie und die eigentlich kranke, aber dank Grippoflex plus C pseudo-fitte Chrissie machen sich auf Taschenjagd quer durch Berlin.


"So seid ihr alle, immer auf Achse, voll die Arbeitsbienen, auch ohne richtigen Job, immer lustig, immer vergnügt, und wenn man eine Grippe hat, Speed drauf und da lacht er dann, der turbokapitalistische, stets seine Arbeitskraft zur Verfügung stellende, allzeit bereite Lohnsklave." / S. 55

"Frankie und Freddie" ist wieder ein richtiger Regener. Und deshalb fühlt sich der Roman für Wiederholungstäter*innen wie mich, wie Nachhausekommen an. Da sind die altbekannten Charaktere, da ist der immer weiterlaufende innere Monolog von Frankie - witzige, nostalgische und anrührende Irrwege des Gehirns inklusive. Da sind auch wieder richtig witzige Dialoge, gespickt mit Berliner Jargon, und das bekannte Mäandern, oder in diesem Fall Schlittern, durch die Handlung. Durchaus mit einem Ziel (in diesem Fall Freddies Tasche), aber dieses verschiebt sich andauernd oder muss zugunsten anderer wichtiger Erledigungen und manchmal auch zugunsten der Liebe hinten angestellt werden. Hie und da geht es auch um Kunst, um ein wenig Kapitalismuskritik und etwas Zeitgeschichte.


"Die Liebe, dachte Frank, mag eine Himmelsmacht sein, aber manchmal klappt einfach nichts und dann am Arsch, Himmelsmacht!" / S. 35

Und da ist auch Berlin als Protagonist mit seinen Strassen, seiner Teilung in Ost und West, seinem U- und S-Bahnnetz, dem Kudamm, der Wiener Strasse, Schöneberg, dem Café Einfall usw. Ich weiss, manche haben Berlin-Romane langsam gesehen. Aber ich verspreche euch, dass sich hier eine Ausnahme lohnt!


Fazit

Sven Regener führt uns in "Frankie und Freddie" über knapp 300 Seiten sehr unterhaltsam und wohlfühlmässig durch eine einzige, verschneite Nacht, die Nacht vor Heiligabend. Vordergründig schildert er eine Taschensuch-Odyssee. Doch nebenbei erzählt er eine Geschichte über zwei Brüder, über eine junge Liebe, über Weihnachten ohne oder vielleicht doch mit den Eltern, über Vertrauen und Misstrauen, über das Gefühl des Zuhauseseins und über Neuanfänge. Gerade für die bevorstehende kalte und dunkle Jahreszeit kann ich euch dieses herzerwärmende Buch wärmstens empfehlen!



Leseprobe Book2Look von "Frankie und Freddie" von Sven Regener (Galiani Berlin 2026)

Die Fakten

Sven Regener

Galiani Berlin

288 Seiten

Erschienen am 03.09.2026

Hardcover mit Umschlag und Lesebändchen

ISBN: 978-3-86971-319-9




PS: Herzlichen Dank an Galiani Berlin für das Rezensionsexemplar.




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Frank Regeners Romane rund um Frank Lehmann gibt es auch bei Storytel als Hörbücher zu entdecken. Er liest seine Romane gleich selbst, authentischer geht der typische Frank-Lehmann Sound nicht! Ich verlinke dir hier mal "Frankie und Freddie", du findest aber auch die anderen Romane von Sven Regener auf der Hörbuchplattform.


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Viel Spass beim Lesen oder Hören!

Deine Eliane



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