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- Akissi - Magische Mixtur
Der dritte Band von "Akissi", der sympathischen Comicheldin von Marguerite Abouet und Mathieu Sapin, ist da. Dieses Mal noch wilder und schräger und magischer! Akissi, die kleine Heldin aus der ivorischen Grossstadt Abidjan hat uns schon in Band 1 und 2 (hier geht's zur Besprechung mit leckerem Rezept!) begeistert. In Band 3 "Akissi - Magische Mixtur" ist nicht nur die Comicheldin wieder dabei, sondern auch ihr nerviger - aber manchmal auch ganz hilfreicher - Bruder Fofana, das Äffchen Bubu, die grosse Schwester Victo und Freunde wie Edmond und Papou. Wenn der Marabou kommt Hinzu kommt dieses Mal eine grosse Portion Magie: Sie hält Einzug in Akissis Leben als ein Marabou vorbeikommt, um dem Kinderwunsch von Akissis Eltern auf die Sprünge zu helfen. Der Heiler sieht das Übel in Akissis angeblicher Abneigung gegenüber weiteren Geschwistern begründet und will ihr mit einem abscheulichen Saft den Teufel austreiben. Klingt ganz schön dramatisch und ist es auch, denn Akissi muss das merkwürdige Gebräu - die titelgebende magische Mixtur - gegen ihren Willen trinken. Aber Akissi wäre nicht Akissi, wenn sie nicht selbst aus dieser Lage das Beste machen würde. Kleine Teufel darf man nämlich unter keinen Umständen ärgern - und so lässt sie sich eine Weile rundum von ihren verängstigten Familienmitgliedern bedienen. Freundschaft mit Hindernissen Die folgenden Comic-Episoden finden in Akissis wilden Träumen statt. Akissi kämpft mit Monstern, überquert sprechende Flüsse und überlistet einen fiesen König mit ihrer magischen Spucke. Natürlich alles ganz souverän und heldenhaft! Ihr traumwandlerisches Hoch hat ein Ende, als mit Sido eine neue Klassenkameradin auftaucht. Sido ist äusserst beliebt in der Klasse, nur Akissi will sich nicht mit ihr anfreunden, klaut aus Eifersucht sogar ihre Krücken, ohne die Sido nicht gehen kann, da ihr ein Teil des linken Beins fehlt. Ob die beiden sich doch noch anfreunden, wie viele Babys Akissi diesmal "entführt" und wie sie es mit einer Einbrecherbande aufnimmt, erfahrt ihr in diesem dritten Band von Autorin Marguerite Abouet und Mathieu Sapin. Akissi verhält sich wie gewohnt nicht immer korrekt, ist auch mal total egoistisch und fies, kriegt aber irgendwie immer noch die Kurve. Eine durch und durch nahbare Heldin, die niemals aufgibt, mit spitzer Zunge und einer grossen Portion Charme kleine und grosse Leser*innen um den Finger wickelt. Die Comics sind vielleicht nicht immer ganz politisch korrekt, aber Marguerite Abouet, selbst in der Elfenbeinküste geboren und bis 12 aufgewachsen, kann sich das leisten. Mit dem für uns ungewöhnlichen Setting in Abidjan gibt sie einen spannenden Einblick. Mathieu Sapin hat die Geschichten in gewohnt bunte Panels gebannt, die mit Sprechblasen, beschreibenden Texten und vielen Lautmalereien daherkommen. Besonders eindrücklich finde ich, wie er es schafft, ganz viel über Mimik und Gestik der Figuren zu transportieren. So sind wir emotional sofort mittendrin und können uns Akissis Sog nicht mehr entziehen. Fazit Wer die ersten Bände von "Akissi" mochte, wird auch "Akissi 3 - Magische Mixtur" vom Erfolgsduo Marguerite Abouet und Mathieu Sapin lieben. Neben der sympathischen, weil so selbstbewussten, aber auch verletzlichen Heldin, tragen auch das Setting in einer Grossstadt der Elfenbeinküste und das Vorkommen eines Mädchens mit körperlicher Beeinträchtigung zur Diversität im Comic bei. Zum Vorlesen ab 5 Jahren, zum Selberlesen ab 7 bis 8 Jahren eine grosser Spass! Die Fakten Akissi 3 - Magische Mixtur Marguerite Abouet (Text) Mathieu Sapin (Illustration) Olav Korth (Handlettering) Annette von der Weppen (Übersetzung aus dem Französischen) Reprodukt 96 Seiten Erschienen am 05.08.2021 Hardcover ISBN: 978-3-95640-261-6 Ab 5 Jahren zum Vorlesen, ab 7 Jahren zum Selberlesen Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Reprodukt für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Comictipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Eltern-Mantras - Leitzitate für den Familienalltag mit Kindern
Wie habt ihr es so mit Erziehungsratgebern? Ich habe aus mehreren Gründen so meine Mühe damit, aber die "Eltern-Mantras" von Sarah Zanoni sind anders. Ein genauer Blick lohnt sich! Was ist also mein Problem mit Erziehungsratgebern? Einige vertreten nicht meine Haltung, zum Beispiel, was die Beziehungsorientierung angeht. Das ist noch der einfachste Fall, denn die muss ich gar nicht erst lesen oder kann ich schnell zur Seite legen, wenn ich merke, dass sie einfach nicht zu uns passen. Einige Bücher über Erziehung oder generell die kindliche Entwicklung sind zu wenig praxisnah. Selbst wenn sie Ratschläge oder Tipps zum Umgang mit konkreten Situationen enthalten, verstauben sie doch schnell im Regal und die Inhalte gehen im Eifer des Gefechts auch schnell vergessen. Und dann gibt es da noch die sehr guten Ratgeber, die mich vom Thema her ansprechen und deren Grundhaltung ich teile. Aber auch sie müssen zuerst einmal gelesen werden. Und noch schwieriger, auch Einzug in den Familiennalltag halten. Sarah Zanoni schlägt hier mit ihren "Eltern-Mantras" gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Zu 7 Themen präsentiert die Pädagogin und Psychologin je 2 Leitzitate von bekannten Erziehungsautor*innen. Das sind also 14 Zitate von Grössen wie Danielle Graf und Katja Seide, Jesper Juul oder Alfie Kohn, Nicola Schmidt, Nora Imlau oder Julia Dibbern. Die Zitate bettet Sarah Zanoni ein, erklärt etwas die Hintergründe und greift Ratschläge aus den Werken der Autor*innen auf. So nimmt sie sich im Familienalltag so relevanten Themen wie Gefühlsausbruch, Konflikte, Autonomie und Kooperation, Persönlichkeit, Grundbedürfnisse, Sprache und Stress an. Die Zitate und die ergänzenden Erläuterungen widerspiegeln alle eine beziehungsorientierte Haltung, in der die Bedürfnisse der Kinder (und Eltern) im Zentrum stehen und sie als eigenständige, selbstwirksame Persönlichkeiten gesehen werden. "Kinder lernen, gute Entscheidungen zu treffen, indem sie Entscheidungen treffen, nicht indem sie Vorschriften befolgen." ~ Alfie Kohn - Liebe und Eigenständigkeit (S. 196) Leitzitate für den Familienalltag zum Aufstellen Besonders ist auch, wie die "Eltern-Mantras" daherkommen. Nicht als klassisches Buch, sondern als Ringbuch zum Aufstellen wie ein Kalender. Die Kapitel sind über das Register am Rand schnell und passend zur jeweiligen Alltagssituation zu finden. Die Seiten aus stabiler Pappe knittern oder knicken auch in der Eile nicht und die Illustrationen von Paolo De Caro greifen den Inhalt bildlich auf. Sie gefallen mir in ihrer spielerischen und doch einfachen und farblich reduzierten Art sehr. "Vertrauen wir unseren Kindern und nehmen wir uns im Alltag ein wenig mehr Zeit, dann legen wir auf einfachste Art und Weise den besten Grundstein für Kooperation." ~ Danielle Graf, Katja Seide - Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Das Geschwisterbuch (S. 157) Fazit Sarah Zanoni schafft es, alle Nachteile (oder Herausforderungen), die mich oft vom Lesen von Erziehungsratgebern abhalten, ins Positive zu wenden: "Eltern-Mantras" sind kurz und knapp, widerspiegeln meine Haltung und Sicht auf Kinder, sie verstauben nicht im Regal, sondern stehen mal hier, mal da offen sichtbar im Raum und sind im akuten Fall (oder zumindest kurz danach) schnell gezückt, um die nötige Inspiration zu finden oder zurück auf den Teppich zu kommen und die Situation nochmals aus anderer Perspektive zu betrachten. Und natürlich machen die Zitate doch auch Lust auf mehr, deshalb habe ich euch hier die Liste aller Werke, die Eingang gefunden haben in "Eltern-Mantras": Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Danielle Graf, Katja Seide, Beltz & Gelberg, 2016, ISBN: 978-3-407-86422-2 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn - Das Geschwisterbuch - Danielle Graf, Katja Seide, Beltz & Gelberg, 2020, ISBN: 978-3-407-86578-6 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Respekt, Vertrauen & Liebe - Jesper Juul, Beltz & Gelberg, 2020, ISBN: 978-3-407-86630-1 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Erziehen ohne Schimpfen - Nicola Schmidt, GU Verlag, 2019, ISBN: 978-3-8338-6856-6 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Liebe und Eigenständigkeit - Alfie Kohn, Arbon, 2010, ISBN: 978-3-86781-015-9 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Dein kompetentes Kind - Jesper Juul, Rowohlt, 2009, ISBN: 978-3-499-62533-6 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) So viel Freude, so viel Wut - Nora Imlau, Penguin, 2021, ISBN: 978-3-328-10537-4 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Slow Family - Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern - Julia Dibbern, Nicola Schmidt, Beltz & Gelberg, 2016, ISBN: 978-3-407-86426-0 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Lieben - ermutigen - loslassen - Erziehen nach Montessori - Heidi Maier Hauser, Beltz & Gelberg, 2001, ISBN: 978-3-407-22925-0 (kaufen bei genialokal.de* / orellfuessli.ch*) Die Fakten Eltern-Mantras Leitzitate für den Familienalltag mit Kindern - liebevoll, kooperativ, achtsam Sarah Zanoni Édition De Caro 30 Seiten Erschienen am 07.06.2021 Ringbuch ISBN: 978-3-9525107-1-1 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Édition De Caro für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen besonderen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst und so andere Eltern inspirierst. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Die Tierwelt, die dir gefällt - Ein Mitmachbuch
Sarah Neuendorf nimmt uns mit dem Mitmachbuch "Die Tierwelt, die dir gefällt" mit auf eine tierische Reise rund um die Welt. Kommt mit! Ich liebe ja meinen Becher mit dem Wal drauf von Gretas Schwester alias Sarah Neuendorf! Auch das erste Bilderbuch "Die Welt, die dir gefällt"* aus ihrer Feder oder genauer gesagt aus ihrem Tuschkasten war schon eine Augenweide. Da war klar, dass "Die Tierwelt, die dir gefällt" hier einziehen muss. Ein Buch, das zu Gesprächen anregt Sarah Neuendorf nimmt uns mit ihren charakteristischen Aquarellzeichnungen mit auf eine Reise rund um die Welt. Wir besuchen alle Kontinente, Arktis und Antarktis und sehen, welche Tiere dort leben. Durch die begleitenden Fragen lädt die Autorin und Illustratorin aus Berlin zum Gespräch ein - über exotische und weniger exotische Lieblingstiere, den Mut, den es braucht, einem Krokodil die Zähne zu putzen, längst ausgestorbene oder vom Aussterben bedrohte Tiere. Neben der Faszination für ganz unterschiedliche Tiere transportiert sie mit dem Bilderbuch auch die Sorge um die Natur und ihre tierischen Bewohner. So wird "Die Tierwelt, die dir gefällt" zu einem Mitmachbuch, das gleichzeitig eine erste Sensibilisierung für die Bedeutung der Artenvielfalt und ihren Schutz ermöglicht. Die Aquarellzeichnungen kommen in gedeckten Farben und - wie es die Technik mit sich bringt - mit viel Transparenz daher. Sie sind relativ einfach gehalten und bekommen durch die runden Knopfaugen und kleine Scherze ihren besonderen Scharm. Ein bisschen Wissensvermittlung ist sogar auch noch dabei, wenn es um die Frage geht, welche Tiere die Arktis und welche die Antarktis bevölkern. Fazit Sarah Neuendorf präsentiert mit "Die Tierwelt, die dir gefällt" wieder ein Mitmachbilderbuch für Kinder ab 3 Jahren, das zum Träumen, zum Reden und zum Nachdenken anregt. Eine tierisch spannende Bilderreise rund um die Welt, die zur ersten Auseinandersetzung mit Artenschutz, Tierschutz und Nachhaltigkeit einlädt. Die Fakten Die Tierwelt, die dir gefällt! Ein Mitmachbuch von Gretas Schwester Sarah Neuendorf (Text + Illustration) arsEdition 32 Seiten Erschienen am 22.03.2021 Hardcover ISBN: 978-3-8458-4051-2 Ab 3 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Verlag arsEdition für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Der Tag, an dem die Männer Nein sagten
(Werbung/Verlosung) Mit "Der Tag, an dem die Männer Nein sagten" von Clare O'Dea blicken wir zurück ins Jahr 1959, genauer gesagt, zum 1. Februar 1959, dem Tag, an dem die Schweizer Männer das Frauenstimmrecht ablehnten. Erst 1971, vor 50 Jahren also, wurde den Schweizer Frauen dieses politische Recht auf nationaler Ebene zugestanden. Ich bin es gewohnt, dass ich seit meinem 18. Geburtstag im Schnitt vier Mal pro Jahr die Abstimmungsunterlagen bekomme, mich über die Vorlagen informieren kann, mit Freunden und Familie darüber diskutiere und dann ein "Nein" oder ein "Ja" in die Urne lege oder ins Couvert stecke. Erst ein einziges Mal habe ich nicht abgestimmt, weil ich länger im Ausland war. Dass diese politische Beteiligung den Frauen in der Schweiz noch gar nicht so lange möglich ist und nicht einfach als selbstverständlich betrachtet werden kann, wird uns bei der Lektüre von Clare O'Deas Roman sehr bewusst. Die Schweizer Autorin mit irischen Wurzeln nähert sich dem besonderen Tag in vier Portraits von vier Frauen an. Vreni ist Bäuerin und vierfache Mutter und Pflegemutter eines Verdingbuben. Für die wegweisende Abstimmung interessiert sie sich nicht besonders, solange sie nicht mit ihrem Mann Peter in Streit gerät, weil die Sandwiches für seine Kollegen der Abstimmungskommission nicht bereit stehen. Ihr Interesse an Frauenrechten ist zwar im vergangenen Sommer nach dem Besuch einer Ausstellung in Zürich über Frauenarbeit kurz aufgeflammt, aber scheint durch den Alltag und ihre gesundheitlichen Sorgen im Keim erstickt worden zu sein. Als Mädchen hatte sie noch grosse, wenn auch vage Träume, dass aus ihr etwas Besonderes werden könnte. Aber auch damals wurde sie von der Realität überrollt. "Ihr wurde allmählich klar, dass es eine begrenzte Frist für ein junges Mädchen gab, seinen Weg ohne grossen Fortschritt zu machen, und sie gelangte ans Ende dieser Phase." (S. 30) Und so bog sie auf den vorgezeichneten Weg ein und wurde Ehefrau und Mutter. An diesem Abstimmungssonntag denkt sie nur an ihre bevorstehende Reise nach Bern, wo sie sich einer Operation unterziehen wird. Davor wird sie sich aber noch mit ihrer Tochter treffen. Tochter Margrit ist die zweite Protagonistin. Sie ist 23 Jahre alt und lebt in Bern. Dank einer Tante konnte sie dort eine Ausbildung zur Sekretärin machen. Nun befindet sie sich allerdings in einer sehr misslichen Lage, da sie von ihrem Chef sexuell belästigt wurde und er sie erpresst. Sie ist insofern modern, dass sie ein unabhängiges Leben mit eigenem Einkommen und eigener Wohnung führen möchte, vielleicht ohne Ehe, vielleicht auch mit, wenn sie den richtigen Mann findet. Politisch ist sie wie ihre Mutter nicht besonders interessiert, aber sie erkennt die Bedeutung der aktuellen Abstimmung. Esther ist die Mutter von Verdingbub Ruedi und dreissig Jahre alt. Sie ist stammt aus einer Familie von Fahrenden und hat einen Vormund, seit sie von ihrem Mann verlassen worden ist. Völlig auf sich alleine gestellt lebte sie mit ihrem Sohn im Verborgenen, in prekären Verhältnissen, immer in der begründeten Sorge, dass ihr der Sohn weggenommen würde. Aktuell arbeitet sie als Putzfrau im Spital, in das Vreni für ihre Operation an diesem Sonntag im Februar 1959 eintritt. In diesem Zusammenhang möchte ich kritisieren, dass die Autorin das Z-Wort reproduziert. Ja, es taucht in den Gedanken von Vreni auf, die wohl damals genau so gedacht hätte. Aber ich finde die Verwendung für die Handlung nicht unerlässlich und würde deshalb eine diskriminierungsfreie Sprache höher gewichten. Die vierte und letzte Hauptfigur ist Beatrice. Sie ist 61 Jahre alt, ist in einer wohlsituierten Familie aufgewachsen, alleinstehend und engagierte Frauenrechtlerin. Sie ist die Chefin von Esther und möchte ihr helfen. Die Auseinandersetzung mit den feministischen Anliegen ist in diesem Kapitel am stärksten und über den Bruder von Beatrice kommt auch noch das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe ins Spiel. Vier Frauen, ein Tag, eine Vielfalt an Themen Clare O'Dea hat die vier Frauenportraits sehr geschickt verflochten. Es ist nicht nur der 1. Februar 1959, der sie als Fixpunkt zusammenhält (und auch örtlich zusammenführt). Die Leben der vier Frauen sind auch über den Verdingbub Ruedi eng verbunden. So bringt die Autorin vier Frauen zusammen, die auf den ersten Blick viel unterscheidet: die soziale und die ethnische Herkunft, die finanzielle Lage, die Generation. Entlang der vier Geschichten lernen wir nicht nur vier unterschiedliche soziale Milieus und Lebensentwürfe von Frauen in der Schweiz kennen. Verschiedene weitere sozialpolitische Themen sind angesprochen: fürsorgerische Zwangsmassnahmen - sowohl in Bezug auf den Verdingbuben, als auch seine Mutter, die aufgrund ihrer Mittellosigkeit ins Gefängnis musste -, die Institution der Ehe, die Partnerwahl, gleichgeschlechtliche Liebe, Gewalt an Frauen, Diskriminierung von Frauen, Fahrenden und Migrant*innen, die Frauenbewegung und mehr. Clare O'Dea erzählt das alles sehr verdichtet, einfach und flüssig. Die klare Sprache empfand ich als sehr passend zur komplexen Verflechtung der Geschichten, die sich den Leser*innen erst nach und nach offenbart. Besonders schön ist auch, dass hier die Übersetzerin Barbara Traber mit auf dem Cover steht. Während die Geschichten von Vreni und Beatrice in der 3. Person erzählt werden (aber doch aus einer Innenperspektive), sprechen Margrit und Esther direkt zu uns. Beides funktioniert gut und wir leiden und freuen uns mit den Protagonistinnen mit. Fazit Clare O'Deas Roman "Der Tag, an dem die Männer Nein sagten" ist ein spannendes Abbild ganz unterschiedlicher Frauenleben in der Schweiz rund um den Abstimmungssonntag im Februar 1959. Die Abstimmung über das Frauenstimmrecht wird zum Aufhänger dafür, über die damaligen Bedingungen von Frauen - in der Familie, im Beruf, in der Liebe - nachzudenken und sie im Kontrast zur heutigen Situation zu betrachten. Eine Rückbesinnung in Romanform, die ich sehr empfehlen kann! Die Fakten Der Tag, an dem die Männer Nein sagten Vier Frauen, ein Tag Clare O'Dea Barbara Traber (Übersetzung aus dem Englischen) Zytglogge Verlag 128 Seiten Erschienen am 08.03.2021 Gebundene Ausgabe ISBN: 978-2-9701445-1-9 Buch mit Rabatt kaufen Mit dem Promocode "MINTMALVE21" (im Feld "Bemerkungen") bekommt ihr das Buch im Shop von Clare O'Dea für 16.- statt 18.- CHF inkl. Versandkosten (innerhalb der Schweiz). PS: Herzlichen Dank an Clare O'Dea für das Rezensions- und die Verlosungsexemplare sowie den Rabattcode für meine Leser*innen. Das Buch ist natürlich auch im örtlichen Buchhandel oder in Online-Shops erhältlich: Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* VERLOSUNG: 3 Exemplare von "Der Tag, an dem die Männer Nein sagten" zu gewinnen Dank der Unterstützung der Autorin darf ich 3 Exemplare des Romans an euch verlosen. Ihr habt hier auf dem Blog eine Chance, eine bei Facebook und eine dritte bei Instagram. Um hier in den Lostopf zu hüpfen, schreibt mir einfach in die Kommentare, ob ihr regelmässig abstimmen geht oder nicht. Jeder Lostopf wird einzeln ausgelost! Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Montag, 13. September 2021, 23:59 Uhr. Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt über die Autorin. Zu diesem Zweck gebe ich die Adresse der Gewinner*innen weiter. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- In unserem Garten - Bilderbuch ohne Worte
Hütten bauen, Tiere versorgen, kochen, werken, lesen, spielen... So sehen die Alltagsabenteuer in Irene Penazzis Bilderbuch "In unserem Garten" aus. Diese und weitere Geschichten erzählt sie ganz ohne Worte. Im Buch "Kita Kitopia" aus meiner letzten Besprechung wird ein traumhafter Kita-Garten beschrieben, indem die Kinder möglichst frei spielen, toben, experimentieren und verweilen können. "In unserem Garten" der italienischen Illustratorin Irene Penazzi knüpft hier perfekt an. Wir begleiten drei Kinder im Schulalter in einen traumhaften, wilden Garten, in dem sie sich offensichtlich ganz frei bewegen, sich austoben und werken können. Schon das Vorsatzpapier gibt aus der Vogelperspektive einen groben Überblick, wir entdecken Bäume, ein Gewächshaus, eine kleine Brücke, einen überdachten Bereich, ein Hühnerhaus, Steinmäuerchen, Schaukeln und mehr. Die drei Kinder spannen Tücher auf, machen es sich mit einem Teppich, Kissen, einem Sessel und mehr wohnlich, kochen sogar auf einem richtigen Herd, versorgen zwischendurch die Kaninchen, Hühner, Meerschweinchen und Vögel. Sie giessen die Pflanzen, setzen neue, pflücken Kirschen frisch vom Baum, bauen Vogelhäuschen, verbringen die Regenzeit gemütlich lesend in der Hängematte usw. In Bildern versinken und immer wieder Neues entdecken Auf den mal halbseitigen, mal ein- und mal doppelseitigen Bildern mit weissem Hintergrund, gibt es für die kleinen und grossen Betrachter*innen ganz viele Mikrogeschichten zu entdecken: vom neusten Bauprojekt, einem kleinen Malheur beim Kochen, von Tierrettungsaktionen, von einem Geburtstagsfest. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Vogelarten - vom Eichelhäher bis zum Wiedehopf - zu entdecken und verschiedene andere Haus- und Wildtiere zu beobachten. Auch die Bäume und Sträucher können bestimmt werden. Oder die Kinder suchen auf jeder Seite den roten Ball oder die Katze. Die Bilder bleiben aufgrund des weissen Hintergrunds immer leicht und luftig und wirken so nie überfüllt. Wir begleiten die drei Kinder bei ihren Alltagsabenteuern im Garten voller Selbstbestimmung, Musse und Kreativität durchs ganze Jahr, erleben mit ihnen den Verlauf der Jahreszeiten, sind Wind und Wetter ausgesetzt. Im Herbst sammeln sie alles Material zusammen, überlassen den Garten dem Schnee und schauen aus dem warmen Haus auf ihren Schneemann. Mit den wunderschönen, detailreichen, fast wimmelbildartigen Bildern liefert Irene Penazzi unzählige Gesprächsanlässe. Das Bilderbuch lädt ohne Worte zum intensiven Betrachten und zum Spinnen kleiner Geschichten ein. Und nach dem Zuschlagen bleibt eines ganz sicher: eine unbändige Lust, den eigenen Garten oder nächsten Wald zu erobern. Einen Wermutstropfen gibt es leider trotz allem. Es kommt natürlich nicht das I-Wort vor, aber die Kinder spielen I-Spiele im Garten. Das hätte die Illustratorin besser weggelassen. Meiner Meinung nach sollte man solche Diskriminierungen nicht reproduzieren. Nicht alle Eltern sind darauf sensibilisiert und so werden es die Kinder als "normal" wahrnehmen, wenn es unkommentiert bleibt und sie die Problematik solcher Verkleidungen und Spiele nicht verstehen. Fazit Irene Penazzi hat mit "In unserem Garten" die Abenteuer-Garten-Idylle schlechthin geschaffen und das ganz ohne Worte, nur mit ihren Bunt- und Bleistiftbildern. Das Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren versprüht ein Gefühl von Freiheit, Selbstwirksamkeit und Naturverbundenheit. Ein Buch zum Entdecken, Staunen, Erzählen, Fantasieren und Schwelgen. Und danach? Ab in den Garten! Die Fakten In unserem Garten Irene Penazzi (Illustration) Beltz & Gelberg 46 Seiten Erschienen am 10.02.2021 Hardcover ISBN: 978-3-407-75840-8 Ab 3 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Irene Penazzi Irene Penazzi auf Instagram Weitere Kinderbücher ohne Worte Flucht - Issa Watanabe (Hanser 2020) Der lange Weg nach Hause - Laura Bednarski (Kunstanstifter 2020) Jim Curious - Streifzug durch den Dschungel - Matthias Picard (Reprodukt 2019) Weitere Garten-Bücher für Kinder Im Garten von Oma Apo - Tang Wei (Baobab Books 2020) KinderGarten - Gesa Sander und Julia Hoersch (AT Verlag 2019) Kalle und Elsa - Jenny Westin Verona und Jesús Verona (Bohem 2018) Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp ohne Worte? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Die Flucht - ein Bilderbuch über Flucht
Wie können wir mit Kindern über Migration und Flucht sprechen? Zum Beispiel mit dem preisgekrönten Bilderbuch "Die Flucht" von Francesca Sanna. Dieses Buch berührt! Aus der Sicht zweier Kinder erzählt Francesca Sanna in "Die Flucht" die Geschichte einer Familie, die vom Krieg hart getroffen wird und die Flucht ergreift, um einen Weg ins friedliche Europa, in ein Land mit hohen Bergen zu suchen. Zu Beginn des Buches herrscht noch Friede. Die Familie geniesst die Wochenenden am Strand. Dann bricht der Krieg aus und bald regiert das Chaos. Der Krieg nimmt den Kindern sogar ihren Vater. Mit der Mutter machen sie sich auf den beschwerlichen Weg ins Ungewisse. Ob sie am Ende am Ziel ankommen, lässt Sanna offen. Während der Text die Sicht der Kinder wiedergibt, sehen wir in den Bildern gewissermassen die Realität: Die Kinder sind überzeugt, dass ihre Mama nie Angst hat, wir sehen ihre Tränen in der Nacht. Die Kinder sind froh über die Hilfe des Schmugglers, der sie über die Grenze bringt. Wir sehen ihn als riesenhafte, schwarze und bedrohliche Gestalt. Die Illustrationen von Francesca Sanna sind sehr intensiv, transportieren die Gefühle der Kinder und ihrer Mutter ganz eindringlich. So schwappt der Krieg zum Beispiel in Wellenform über die Familie oder greift mit schwarzen Händen nach ihr. Die Geborgenheit, die die Kinder bei ihrer Mutter spüren, stellt Sanna mit einer wallenden Mähne dar. Sanna hat die Bilder von Hand gezeichnet und dann am Computer bearbeitet. Die Illustrationen sind häufig geprägt von floralen und fantastischen Elementen und muten teils folkloristisch an. Die Illustratorin und Autorin aus Sardinien lebt und arbeitet in Zürich. Sie hat für ihr Buch (im englischen Original: The Journey) die renommierte Goldmedaille der Society of Illustrators New York erhalten. Jetzt ist sie nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 in der Rubrik Bilderbuch. Fazit "Die Flucht" ist aktueller denn je. Sie begeistert mich sowohl illustrativ als auch von der Erzählweise her. Sicher, das Bilderbuch ist keine leichte Kost und löst bei den Kindern viele Fragen aus, denen sich die Eltern dann auch stellen müssen. Aber so soll es bei diesem Buch sein, "weil diese Geschichte überall und zu jeder Zeit stattfinden kann", wie Francesca Sanna selber sagt (NZZ, 02.11.2016). Das offene Ende finde ich ebenfalls ganz stark und es vermittelt nochmals die Hoffnung, eines Tages in einer neuen Heimat anzukommen, in Sicherheit zu sein und neu anfangen zu können. Welche Kinderbücher über die Themen Flucht und Migration könnt ihr empfehlen? Hinterlasst mir unten einen Kommentar. Die Fakten Die Flucht Francesca Sanna NordSüd Verlag 48 Seiten Erschienen am 25.07.2016 Hardcover, mit Leinenrücken ISBN: 978-3-314-10361-2 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Francesca Sanna Francesca Sanna auf Instagram Francesca Sanna über ihr Bilderbuch in der NZZ vom 02.11.2016 Christine Lötscher über Schweizer Kinderbücher im Tages-Anzeiger vom 25.08.2017 Sandrine Gehriger über Francesca Sanna in der NZZ vom 17.02.2016 * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- supercool - eine Grundschulgeschichte
Erinnert ihr euch an die Jeansjackenzeit in eurer Kindheit? Dann wird "supercool" von Tanja Esch schon aus Nostalgiegründen voll bei euch einschlagen. Mein Test zeigt, dass der Comic aber auch bei heutigen Kindern bestens funktioniert. Hauptperson von "supercool" ist Tanja. Die Vermutung, dass die Grundschulgeschichte in Comicform autobiografische Züge hat, liegt also nahe. Dass dem tatsächlich so ist, hat sie Steffie von @kleinerleser denn während der #KidsComicWeek auch verraten, schaut mal bei ihr im IG TV vorbei, da könnt ihr das Interview mit Tanja Esch nachschauen. Ein Blick zurück auf die Kids Comic Week lohnt sich natürlich auch immer! Tanja hat nämlich die Grafik zur Aktion illustriert! Schulgeschichten - direkt aus dem Leben Aber zurück zum Buch: Tanja kreuzt also mit ihrer neuen Jeansjacke in der Schule auf und erntet auch so einige bewundernde Blicke und Kommentare. Aber die eingebildete Naomi lässt kein gutes Haar an der Jacke. Kein Wunder, geht Tanja ganz geknickt nach Hause und schmeisst die Jacke in die nächste Ecke. Als ihre Mama mit einem superkrassen, supergeheimen Vorschlag kommt, muss Tanja erstmal überlegen, ob sie es machen soll. Sie entscheidet sich dafür. Wie der Schultag nach der Umsetzung der echt krassen und geheimen Sache verläuft? Das kann ich euch natürlich nicht verraten. Aber so ganz einfach wird es wegen Kai und Naomi einmal mehr nicht. Zum Glück hat Tanja aber auch noch ihre beste Freundin Kristina und die steht immer zu ihr! Und so wird doch noch alles supercool. Tanja Esch erzählt in ihrem Comic - mal mit, mal ohne Panels - von Tanjas Erlebnissen in der Grundschule. Da fühlt man sich sofort zurückversetzt in die eigene Schulzeit (vielleicht eher Ende der Primar-/Grundschule, anfangs Oberstufe). Wir können richtig gut nachvollziehen, wie Tanja sich fühlt, wenn Naomi ihre Jacke niedermacht, die sie mit so viel Stolz getragen hat oder wie sie im entscheidenden Moment kein Wort rausbringt, aber nachträglich total schlagfertige Sätze denkt. Das Ganze ist gespickt mit Humor und ein paar Fluchwörtern, die bei meinen Kindern immer besonders gut ankommen. ;-) Tanja Eschs Comicdebüt überzeugt mit einfachen Bleistiftzeichnungen mit reduzierter Farbpallette aus gedecktem Gelb, Blau und Rosa. Die Mimik der Protagonist*innen ist eindrücklich und spricht Bände. Und dass das Ganze in der Optik eines Schulhefts daherkommt, finde ich eh supercool. Fazit Tanja Eschs Comic "supercool" hält, was der Titel verspricht. Ihr jüngeres Ich kämpft sich durch die Grundschulzeit, findet sich mal supercool, zweifelt mal an sich, braucht mal Rückendeckung von der besten Freundin und fasst so wieder Mut. Eine Grundschulgeschichte, die kleine Leser*innen ab 6 Jahren genauso für sich einnimmt und zum Lachen bringt, wie sie grosse Leser*innen nostalgisch nicken und schmunzeln lässt. Die Fakten supercool eine Grundschulgeschichte Tanja Esch (Text + Illustration) jaja Verlag 48 Seiten Erschienen am 14.12.2015 Softcover ISBN: 978-3-943417-82-1 Ab 6 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Tanja Esch PS: Herzlichen Dank an den jaja Verlag für das Rezensionsexemplar! Liket it? Pin it! Magst du diesen Comictipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst und so die Inspiration streust. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Fremde Freunde - der perfekte Ferienroman?
Was kann man zwischen den Sommer- und den Herbstferien lesen? Klar, "Fremde Freunde" von Max Küng, ein Roman über Ferien mit Freunden. Kleine Vorwarnung: Die Lust auf Ferien könnte einem dabei vergehen. Max Küng ist vor allem bekannt als Kolumnist von "Das Magazin" (ältere Semester wie ich, nennen es immer noch liebevoll Tagi-Magi). Der Schweizer Autor hat aber auch schon einiges in Buchform veröffentlicht. Neben seinen Kolumnensammlungen auch zwei Romane, die ich beide gerne gelesen habe. Seine Art, sein Humor, seine Spleens, seine Fetische für Dinge, für die andere - zum Beispiel ich - keine Rezeptoren haben, von denen man aber trotzdem unheimlich gerne liest, drücken in all seinen Texten durch. Und so war für mich klar, dass ich auch seinen neusten Roman "Fremde Freunde" lesen möchte. Die Seitenzahl liess mich zwar Böses erahnen - denn auch kleinere und grössere Ausschweifungen kann Max Küng gut. Aber sein Interview mit "Lesen" stimmte mich dann wieder positiv. Der Roman war gemäss seiner Auskunft mal 800 Seiten lang, nun sind es noch gut 400. Ob die Kürzungen gereicht haben, verrate ich euch am Schluss! ;-) Ferien mit mehreren Unbekannten Welche Assoziationen habt ihr beim Stichwort "Ferien in Frankreich"? Mir kommen da jenseits von Paris wahlweise grosse Wellen an der atlantischen Küste, Palmen und bescheidene (Ironie) Segelyachten in Südfrankreich, Leuchttürme in der Bretagne, wogende Lavendelfelder in der Provence oder schmucke Rebgüter im Elsass in den Sinn. In "Fremde Freunde" geht es allerdings in ein Kaff in der weniger renommierten Gegend Franche-Comté im Nordosten Frankreichs. Jean und Jacqueline, ein Ehepaar aus Zürich (ursprünglich Basel), laden zwei andere Ehepaare zum gemeinsamen Urlaub im 500-Seelen-Dorf Saint-Jacques-aux-Bois ein. Sie besitzen dort seit ein paar Jahren ein Ferienhaus. Die drei Familien kennen sich bisher nur flüchtig, weil ihre drei Söhne miteinander befreundet sind. Dass sie nun gemeinsame Ferien verbringen, hat einen guten Grund, den allerdings nur die Gastgeber kennen. Max Küng stellt uns das Personal nach und nach vor und geht dabei ziemlich schonungslos mit seinen Protagonist*innen um: Jean, ein Werber, der eigentlich Hans heisst, ist schon bei der Ankunft maximal gestresst. So ein Ferienhaus macht viel Arbeit, das Packen und die Reise sind anstrengend und beim Auspacken bricht auch noch der Schlüssel der Dachbox ab. Seine Frau Jacqueline kommt mehr oder weniger rüber, als wäre sie nicht viel mehr als seine nicht besonders helle, immer auf ein adrettes Erscheinungsbild - das Foulard von Hermès darf nicht fehlen - bedachte Mitarbeiterin. Sie selbst hält sich allerdings für ziemlich schlau. Auch die überorganisierte Salome aus gutbetuchter Familie und ihr flatterhafter Schauspielermann Filipp kommen nicht besonders gut weg. Dasselbe gilt für Zahnarzt Bernhard, der sich für tolerant hält, aber null Verständnis für Minderheiten zeigt - Othering kann er. Und seine Frau Veronika ist erfolgreiche Grafikerin, aber emotional mehr als unterkühlt. "Das Einzige, was sie heute noch empfand, wenn sie an Bernhard dachte, sie die nasskalte Tropfsteinhöhle ihres Herzens ausleuchtete, war Müdigkeit." (S. 160) In diesem Setting verfolgen wir die Dynamiken zwischen der unterschiedlichen Protagonist*innen. Max Küng erzählt zwar immer in der 3. Person, nimmt aber immer wieder andere Perspektiven ein. So lernen wir die einzelnen Personen aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennen. Das Erstaunliche ist, dass mir niemand von den sechs Erwachsenen - die Jungs sind eh nur dauerzockende Teenager-Phantome - sympathisch war, ich das Buch aber trotzdem gerne gelesen habe. Der Mikrokosmos der Gefühle, Erwartungen, unterschiedlichen Ansprüche an einen Urlaub, an sich selbst und an die anderen, Jean und Jacquelines geheimer Plan und nicht zuletzt immer mehr merkwürdige Vorkommnisse halten die Spannung aufrecht. Man wünscht sich nie, an diesem Urlaub teilzuhaben, aber wegschauen, wie die Feriengesellschaft das Ding gegen die Wand fährt, möchte man auch nicht. Überzeugt haben mich die Sprache, Max Küngs Humor, die ambivalente Entwicklung der Charaktere (auch wenn sie oft etwas schablonenhaft und voller Klischees bleiben) und die immer in Lauerstellung wartende Katastrophe, die die zwanghaft heraufbeschworene Urlaubsstimmung zunichte machen würde. Kritik habe ich tatsächlich immer noch an der Länge, ein paar Schlenker und lose Enden hätte sich der Autor noch sparen können. Und wirklich zusammenzucken liess mich die völlig unnötige Verwendung des I-Worts. Fazit Wenn drei Familien mit drei halbwüchsigen Söhnen zusammen in die Ferien gehen, kann das heiter werden. Oder total in die Hose gehen. Wenn dann wie in "Fremde Freunde" von Max Küng noch überhöhte Ansprüche, ein geheimer Plan der Ferienhausbesitzer, unfreundliche Dorfbewohner und Eheprobleme mit ins Spiel kommen, verspricht das ganz viel Unterhaltung. Nur die Lust auf Ferien mit Freunden könnte einem dabei abhanden kommen. ;-) Mein Tipp? Geht das Risiko ein! Die Fakten Fremde Freunde Max Küng Kein & Aber 432 Seiten Erschienen am 11.05.2021 Hardcover ISBN: 978-3-0369-5838-5 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Max Küng PS: Herzlichen Dank an den Kein & Aber Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp für deine nächsten Ferien (mit Freunden)? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Papierklavier - ein illustrierter Tagebuchroman
Skandal um einen nicht verliehenen Preis hin oder her - die Lektüre von Elisabeth Steinkellners "Papierklavier" lohnt sich auf jeden Fall. Das Jugendbuch "Papierklavier" von Elisabeth Steinkellner, mit Illustrationen von Anna Gusella, kam einige Monate nach Erscheinen so richtig ins Gespräch, als die Deutsche Bischofskonferenz ihm den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verweigerte. Die Diskussionen zum Thema könnt ihr unter dem Hashtag #causapapierklavier in den Social Media nachlesen. Was kann denn an einem Buch so schlimm sein, dass die Bischöfe ihm eine Auszeichnung verwehren? Ehrlich gesagt ist da nicht viel Skandalöses auszumachen: Maias Freund*in Carla ist trans, Maias Mutter hat drei Kinder von drei verschiedenen Vätern, es tauchen Begriffe wie Vulva und Vagina auf und das war's auch schon mehr oder weniger. Das kann euch als Leser*innen dieses Blogs kaum schocken. ;-) Die deutschen Bischöfe offensichtlich schon. Da ist es eine gewisse Genugtuung, dass der nicht verliehene Preis in diesem Fall so einiges an Aufmerksamkeit für das Buch generiert hat. Die Lektüre lohnt sich jedenfalls sehr, ganz unabhängig vom Preisverleihungsdebakel (Näheres könnt ihr bei BR24 nachlesen). Die Liste an eingeheimsten Preisen und Nominierungen ist im Übrigen auch so sehenswert! Das Buch kam unter "Die besten 7 Bücher" vom Deutschlandfunk, war Monats-LUCHS von ZEIT und Radio Bremen, Jugendbuch vom Monat Dezember 2020, hat den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2021 erhalten (wie auch "Der Katze ist es ganz egal" von Franz Orghandl und "Die kleine Waldfibel" von Linda Wolfsgruber), ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2021 nominiert und steht auf der Shortlist "Die schönsten deutschen Bücher 2021" der Stiftung Buchkunst. Vom Aufwachsen unter widrigen Umständen Aber kommen wir zu Inhalt und Form von "Papierklavier": Elisabeth Steinkellner erzählt in Tagebuchform aus dem Leben der 16-jährigen Maia. Illustratorin Anna Gusella ergänzt den Text um Maias Zeichnungen. So wird das Buch praktisch zur Graphic Novel. Die Geschichte beginnt mit dem plötzlichen Tod von Oma Sieglinde. Sie ist nicht Maias richtige Oma, sondern die gut betuchte Nachbarin der Familie. Sie hatte nicht nur immer ein offenes Ohr, sondern auch einen offenen Kühlschrank und ein offenes Portemonnaie. Maia und ihre kleineren Schwestern Ruth (10 Jahre) und Heidi (7 Jahre) leben mit ihrer alleinerziehenden Mutter in beengten und ärmlichen Verhältnissen. Besonders Heidi hing sehr an Oma Sieglinde, da sie bei ihr immer Klavierspielen konnte, wofür sie grosses Talent hat. Maia möchte ihr ermöglichen, weiterhin Klavierunterricht zu nehmen, und übernimmt dafür eine zweite Schicht bei ihrem Nebenjob in einem Saftladen (echt!). Maia springt beim Erzählen vom einen Thema zum nächsten und gibt uns so einen zwar punktuellen, aber doch vielfältigen und gut nachvollziehbaren Einblick in ihr Leben. Neben dem Erzählstrang über Oma Sieglinde lernen wir auch Maias Freundinnen Alex und Carla kennen. Alex geht mit Maia zur Schule und ist wie sie eine Aussenseiterin, allerdings in einer schlankeren und finanziell bessergestellten Version. Carla ist schon 23 (richtig alt!) und trans. Sie heisst eigentlich Engelbert und hat einen Penis. "Ich bin ja nicht einmal der und einmal die, sondern immer ich. (...) Aber für die Leute ist es halt einfacher, wenn sie dich in eine Kategorie stecken können." Steinkellner spricht auf wenigen Seiten ganz viele Themen an: Transgender, Armut, Sexualität und Freundschaft, Selbstwertgefühl, die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, Schönheitsideale und Schönheitswahn, Diversität, Gewalt an Transmenschen und Frauen, Aufklärung, gendergerechte Sprache, Glück und einige mehr. Die österreichische Autorin verbindet ernste und traurige Themen mit einer ganz lockeren und witzigen Erzählweise. Die Illustrationen von Anna Gusella verbinden und bereichern die Textelemente perfekt. Sie nutzt dafür nur Schwarz und ein helles Blaugrau. Der Strich ist mal dick, mal dünn, mal ruhig und detailliert, mal ganz wild und abstrakt. Die Stimme der Erzählerin klingt weitgehend authentisch nach einem 16-jährigen Mädchen. Social Media und Smartphones sind ganz natürlich Teil ihrer Kommunikation. An einigen Stellen ist Maia aber etwas sehr altklug, wenn sie sich zum Beispiel - berechtigterweise - über Social Media als "Selbstdarstellungsplattformen" auslässt. Trotzdem bleibt sie immer sympathisch und bietet sehr viel Identifikationspotenzial. Denn sie hat nicht nur mit ihren Lebensumständen zu kämpfen, sondern auch mit ihrer Figur und mit ihrem Platz in der Gesellschaft. "Jede*r ist anders als die anderen und trotzdem passen wir ALLE irgendwo dazu, und am Ende gehören wir doch alle irgendwie zusammen, weil wir so unterschiedlich ja gar nicht sind." Fazit Elisabeth Steinkellner und Anna Gusella geben mit "Papierklavier" einen berührenden Einblick ins Aufwachsen einer jungen Frau und bringen wie nebenbei ganz viel Diversität ins Spiel: Familienform, soziale Situation, Gender und Aussehen sind nur einige der angesprochenen Vielfaltsdimensionen. Ich-Erzählerin Maia kommt uns durch die Tagebuchform ganz nah und schafft es, zu sich zu stehen und für sich einzustehen. Auch wenn bei ihr nicht alles nach Plan läuft, versteht sie es, das Glück zu erkennen und zu geniessen. Ein berührendes, Mut machendes, in seiner vielfältigen und kreativen Umsetzung eindeutig preiswürdiges Jugendbuch! Die Fakten Papierklavier Elisabeth Steinkellner (Text) Anna Gusella (Illustration) Beltz & Gelberg 140 Seiten Erschienen am 19.08.2020 Hardcover ISBN: 978-3-407-75579-7 Ab 15 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Elisabeth Steinkellner Website von Anna Gusella * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Wieke und Ken
"Wieke und Ken" kennen sich eigentlich gar nicht, müssen aber zusammen in die Ferien fahren. Klar, sind da Vorurteile mit im Gepäck! Wie die gemeinsame Reise im Kinderbuch von Karin Koch ausgeht? Mehr erfahrt ihr in diesem Beitrag. Wieke ist 10 Jahre alt und fährt dieses Jahr mit ihrem Vater und seiner neuen Freundin Xandra in die Ferien. Mit dabei sind Xandras 5-jährige Tochter Bille und Ken, ein geflüchteter Junge aus Nigeria, für den Xandra die Vormundschaft übernommen hat. Wieke schätzt ihn etwa auf 12 Jahre, interessiert sich aber nicht sonderlich für den stillen Jungen. Doch schon die Anreise wird zum Abenteuer, als das Auto von Wiekes Vater auf der Bergstrasse plötzlich rückwärts rollt und mit den Hinterrädern über einem Abgrund zu stehen kommt. Wie sie da wieder rauskommen, müsst ihr selber lesen, aber dass sie überleben, ist wohl nicht zu viel verraten. Auf der weiteren Fahrt ins italienische Bergdorf erfährt Wieke etwas mehr über Ken, aber ihr Misstrauen bleibt. Die Woche über zieht Ken meist alleine umher, sucht Handyempfang, um mit seiner Mutter in Nigeria in Kontakt zu bleiben. Durch eine Verkettung gewisser Umstände verdächtigt ihn Wieke schliesslich des Diebstahls. Das ist eindeutig zu viel für Ken, er haut ab und gerät in grosse Gefahr. Wechselnde Perspektiven Karin Koch lässt Wieke und Ken immer im Wechsel aus der Ich-Perspektive erzählen. So erfahren wir als Leser*innen im Verlaufe des Buchs ganz viel über Kens Hintergrund, über seine Flucht, die Alltagsrassismen, denen er in Deutschland ausgesetzt ist und seine Sorgen in der neuen "Heimat". Sehr anschaulich und kindgerecht vermittelt die Autorin den Kindern so viel über Migration, über Vorurteile und Rassismus. Je nach Kind bietet sich eine gemeinsame Lektüre an, um das Gelesene besprechen zu können, denn die Umstände, die zur Flucht führten sowie die Flucht selbst, sind ziemlich hart. Sicher nicht für jedes Kind einfach zu verarbeiten, aber ein grosses Plus des Buches, weil es nicht beschönigt, was nicht zu beschönigen ist! Toll finde ich, dass Ken keine (Integrations-)Leistung erbringen muss, um schliesslich von Wieke als das gesehen zu werden, was er ist: kein Dieb, sondern ein ehrlicher, empathischer Junge, dessen scheinbar merkwürdiges Verhalten ganz plausible Gründe hat. Junge Leser*innen werden sich bei der Lektüre bestimmt fragen, wie sie die Situation an Wiekes Stelle eingeschätzt hätten und so kommt ein Reflexionsprozess über Vorurteile, den Umgang mit Flüchtlingen (und anderen Mitmenschen) und Rassismus in Gang. Hier hätte die Autorin meiner Ansicht nach einen noch grösseren Effekt auslösen können, wenn die Leser*innen gegenüber Wieke keinen Wissensvorsprung hätten. Sie wissen nämlich von Beginn, dass Ken kein Dieb ist und erhalten so nicht die Chance, sich ein eigenes "Urteil" zu bilden und eigene Vorureile zu entlarven. Ganz "normale" Jugendliche Die Persönlichkeiten von Wieke und Ken sind sehr gelungen, wir können uns als Leser*innen sehr gut einfühlen, ihre Gedanken und Handlungen aus ihrer Perspektive jeweils gut nachvollziehen. Beide zeichnen sich auch durch ganz typische Gefühle und Gedanken aus, die zur Jugendzeit dazugehören. So bieten sie viel Identifikationspotenzial. Auch die Sprache von Karin Koch passt perfekt zur Altersgruppe. Das Ende des Buches ist etwas abrupt, aber insgesamt bettet die Autorin die Themen Vorurteile, Rassismus und Flucht gut in eine Geschichte mit Jugendlichen ein, die ihre Ferien mit einer Patchworkfamilie in den Bergen verbringen. Schon das ist ja eine herausfordernde Ausgangslage! Fazit "Wieke und Ken" von Karin Koch ist ein einfühlsames und zugleich spannendes Buch, das sich den Themen Flucht und Vorurteile aus Kinderperspektive nähert und mit der Thematik der Patchworkfamilie verbindet. So bietet das Kinderbuch Leser*innen ab etwa 10 Jahren nicht nur eine gut erzählte Geschichte rund um einen besonderen Familienurlaub, sondern regt auch zum Nachdenken über die eigene Haltung und das eigene Verhalten an. Die Fakten Wieke und Ken Karin Koch Peter Hammer Verlag 136 Seiten Erschienen am 05.07.2021 Hardcover ISBN: 978-3-7795-0666-9 Ab 10 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Peter Hammer Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen besonderen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Ich bleibe hier
Marco Balzano hat mit "Ich bleibe hier" einen Roman geschrieben übers Bleiben, übers Überdauern. Ein Buch gegen das Vergessen und gleichzeitig fürs Vorwärtsschauen. Wart ihr schon einmal im Südtirol in den Ferien? Dann wart ihr vielleicht auch am Reschensee und habt den halb versunkenen Kirchturm von Graun bestaunt? Bei mir ist das zugegebenermassen schon sehr lange her und ich habe keine Erinnerung mehr daran. Nach der Lektüre von Marco Balzanos Bestseller "Ich bleibe hier" möchte ich den historisch beladenen Ort unbedingt wieder einmal besuchen. Allerdings käme ich mir als Touristin mit dem jetzigen Wissen über die Umstände, die nach dem Zweiten Weltkrieg zum Versinken der Kirche und der Dörfer Reschen und Graun geführt haben, wohl auch ziemlich merkwürdig vor. Reales und Fiktives vereint Aber kommen wir zum Buch: Der italienische Autor Marco Balzano stand 2014 erstmals vor dem überfluteten Kirchturm. Er war so fasziniert, dass er in der Folge alles darüber las und mit Zeitzeug*innen und Expert*innen sprach. Der Bau des Staudamms nach dem Zweiten Weltkrieg, der zur Überflutung der südtiroler Dörfer Graun und Reschen führte, ist denn auch Dreh- und Angelpunkt seines Romans "Ich bleibe hier". Im Zentrum des Buches steht Ich-Erzählerin Trina. Sie erzählt in Briefen an ihre Tochter Marica von ihrer Jugend, ihrer Heirat und Familiengründung in Graun und von den ganzen Wirren, Verlusten, schweren Entscheidungen, Gefahren und vom Schmerz, die Faschismus und Nationalsozialismus mit sich brachten. Kurz nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Lehrerin kamen die Faschisten in Italien an die Macht. An der örtlichen Schule Deutsch zu unterrichten war damit undenkbar, ja verboten. Das Südtirol wurde unter Mussolini Italianisiert, nicht einmal mehr Deutsch sprechen durften die Südtiroler*innen. Trina und ihre Freundinnen Maja und Barbara unterrichteten trotzdem, in sogenannten Katakombenschulen, geheimen Schulen z. B. in Kellern oder Heuschobern. Ein gefährliches Unternehmen, bei dem Gefängnis, Schläge oder Verdammung drohen konnten. Gehen oder bleiben? Bereits in der Zeit wanderten einige Familien nach Deutschland oder Österreich aus. Trinas Vater entschied sich aber zum Bleiben. Hinzu kam der drohende Bau eines Staudamms, der die Gemeinden Graun und Reschen künftig hätte gefährden können. Doch mit Ausnahme einiger weniger glaubte niemand so recht, dass der Damm tatsächlich gebaut würde. "Allmählich glich unsere Wut der Melancholie, sie explodierte nie. Auf Adolf Hitler zu hoffen war die einzige Rebellion." (S. 71) Der Einmarsch der Nationalsozialisten im Südtirol 1939 erschien manchen schon wie eine Erlösung. Endlich durften sie wieder Deutsch sprechen und der Staudammbau rückte auch erst einmal in den Hintergrund. Hitler bot den Familien an, nach Deutschland auszuwandern. Das Dorf teilte sich in "Optant*innen" und "Dableiber*innen." Trina, inzwischen mit Erich verheiratet und Mutter von Michael und Marica, zählte zu Letzteren. Im Verlauf des Buches zeigt sich äusserst schmerzhaft, dass der Graben nicht nur durch das Dorf lief, sondern auch durch Trinas Familie. 1942 trat auch Italien in den Krieg ein, Erich wurde eingezogen. Später meldete sich Trinas Sohn Michael freiwillig zum Dienst auf Seiten der Nationalsozialisten und auch der Bau des Staudamms wurde wieder aufgenommen. Wir erleben aus der Perspektive von Trina hautnah, wie sie und ihre Familie zum Spielball des Krieges und wirtschaftlicher Mächte werden, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen und Sprachen gegeneinander aufgehetzt werden, wie Familien zerrissen und Menschen ihrer Rechte, ihrer Habseligkeiten, ihrer Kultur und ihres Landes beraubt werden. Was es mit dem eingangs erwähnten Blick nach vorne auf sich hat, erfahrt ihr bei der Lektüre. Marco Balzano verwebt in seinem Roman äusserst spannend die geschichtlichen Ereignisse rund um das Bergdorf Graun mit einer fiktiven Familiengeschichte. Besonders angesprochen - aber auch irritiert - hat mich die weibliche Perspektive von Trina, einer starken Frau, die aber doch weitgehend von den Entscheidungen von Männern abhängig war - seien es der Vater, der Ehemann, die Bauern im Dorf, ihr Sohn oder Polizisten, Richter, der Pabst oder Diktatoren. Balzanos Sprache ist einfach und flüssig. Er erzählt schnell und ohne grosse Ausschweifungen, durchsetzt von vielen Dialogen. Durch Trinas Perspektive sind wir emotional ganz nah dran und werden sofort in den Bann gezogen von der Geschichte, eingebettet in historische Tatsachen. Die knapp 300 Seiten von "Ich bleibe hier" lohnen sich, nehmen mit und sind ein wichtiges Plädoyer gegen das Vergessen. Fazit Marco Balzano hat mit "Ich bleibe hier" einen äusserst packenden Roman geschrieben. Er verbindet eine fiktive Familiengeschichte mit den historischen Ereignissen rund um den Zweiten Weltkrieg in einem kleinen südtiroler Bergdorf. Im Fokus steht mit Trina eine starke, aber auch ambivalente Frauenfigur. Ein Roman gegen das Vergessen, über die Bedeutung von Heimat und die Wirkung von Sprache. Und ein Buch, das den Blick der Leser*innen auf den Kirchturm im Reschensee für immer verändern wird. Die Fakten Ich bleibe hier Marco Balzano Maja Pflug (Übersetzung aus dem Italienischen) Diogenes 288 Seiten Erschienen am 24.06.2020 Hardcover Leinen ISBN: 978-3-257-07121-4 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Weitere Buchtipps mit historischem Setting Die heilige Henni der Hinterhöfe - Tim Krohn (Kampa Verlag 2020) Die zitternde Welt - Tanja Paar (Haymon Verlag 2020) Die Tanzenden - Victoria Mas (Piper 2020) Die Gewitterschwimmerin - Franziska Hauser (btb 2019) Winterbienen - Norbert Scheuer (C.H. Beck 2019) Sommer in Wien - Petra Hartlieb (Dumont 2019) Wenn es Frühling wird in Wien - Petra Hartlieb (Dumont 2018) Königskinder - Alex Capus (Hanser 2018) Tyll - Daniel Kehlmann (Rowohlt 2017) Winteräpfel - Heidi Knoblich (Silberburg-Verlag 2015) Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp mit Bezug zum Südtirol? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst. Weitererzählen und das Buch kaufen ist natürlich noch besser! ;-) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Kita Kitopia - Reise ins Land der spannenden Pädagogik
(Werbung) Was macht für euch eine glückliche Kindheit aus und wie muss eine Kita aussehen, die das unbeschwerte Kindsein ermöglicht und gleichzeitig wertvolle Bildungsprozesse unterstützt? Mariele Diekhof hat klare Vorstellungen und nimmt uns in "Kita Kitopia" mit auf eine Reise durch ihre Traumkita. Kommt mit! Der Begriff "Kitopia" erinnert nicht zu Unrecht an den Begriff "Utopie", denn die Kita, die Gabriele Diekhof in ihrem Abenteuer-Fachroman beschreibt, ist wohl tatsächlich kaum in dieser reinen Form irgendwo Realität, aber sehr erstrebenswert. Und ich bin überzeugt, dass sie Tatsache werden kann und hoffe wie die Autorin selbst, dass dies auch in immer mehr Kitas der Fall sein wird. Aber was ist denn die Kita Kitopia überhaupt? Gabriele Diekhof hat praktisch ihr ganzes Wissen und ihren ganzen Erfahrungsschatz aus 17 Jahren in verschiedenen Kitaleitungen und ihren nachfolgenden Jahren als Selbständige und Begründerin der Bildungsstätte KITOPIA in diesem besonderen Sachbuch zusammengefasst. In 24 Kapiteln zeigt sie uns, wie die Pädagogik (im breitesten Sinne) in einer Kita aussehen müsste, um Kinder in ihrer Entwicklung optimal zu unterstützen und ein kindgerechtes Aufwachsen zu ermöglichen. Das bedeutet auf pädagogischer Ebene ganz grob gesagt, wegzukommen von der vielerorts praktizierten Angebotspädagogik und hin zu anregenden Bildungslandschaften, die Selbstbildungsprozesse in Gang setzen. Um das mal an einem Beispiel zu verdeutlichen: Kinder lernen nicht (und werden nicht glücklich) beim Basteln von Marienkäfern nach Schema F, sie lernen im Alltag, selbstbestimmt und aus Neugier, zum Beispiel, wenn sie im Garten auf einen unbekannten Käfer stossen und wissen möchten, wie er heisst, oder sich beim Klettern in den Bäumen mit der Schwerkraft messen. Kinder lernen spielend In Bezug auf die pädagogischen Prinzipien ist Mariele Diekhof ganz auf der Linie vom "Orientierungsrahmen für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz", an dessen Entstehung ich mitbeteiligt war. Nicht als Autorin, aber in der Prozessbegleitung und Vermittlung, was mich heute noch ganz stolz macht. Denn er ist in der Schweiz seit seinem Erscheinen 2012 zu dem Referenzwerk in der frühen Kindheit geworden. Aber zurück zum vorliegenden Buch: In meiner Wahrnehmung sind die pädagogischen Prinzipien mittlerweile weithin anerkannt (zumindest unter Pädagog*innen im Frühbereich), aber es hapert noch an der Umsetzung. Und genau hier setzt die Autorin mit "Kita Kitopia" an. Indem Mariele Diekhof mit uns durch die fiktiven Kitaräume streift - drin und draussen - und mit verschiedenen Personen in leitender Position sowie Erzieher*innen ins Gespräch kommt, zeigt sie uns sehr anschaulich, was gute Pädagogik in Kitas ausmacht. Auf den 300 Seiten finden v.a. Pädagog*innen, aber auch interessierte Eltern viele konkrete Tipps und Ideen, wie sie ihre Kinder wertschätzend begleiten können. Dabei spricht die Autorin wie nebenbei unterschiedlichste Bildungsbereiche an - von der Sprachförderung, über die kulturelle und ästhetische Bildung, die Partizipation, bis hin zu Naturwissenschaft und Technik. Die Bildung wird in der Kitopia aber nicht über massenhaft (eher eltern- als kindgerechte) Angebote angestrebt, sondern über ganz viel freie Zeit, selbstbestimmtes Spielen, Experimentieren, Bauen, Werken, Schlafen etc. Fundament ist eine Beziehung der Erwachsenen mit den Kindern auf Augenhöhe, Beachtung statt Beobachtung, viel Zeit und die konsequente Integration von Bildungsprozessen in den Alltag. Das bedeutet im Endeffekt ganz oft: Weniger ist mehr! Weniger standardisierte Angebote zu fixen Zeiten, weniger Kram in den Räumen, weniger Spielzeug, weniger Macht, weniger Beobachtung (von oben herab). Dafür mehr freie Zeit für Abenteuer, mehr Freiräume und Luft, mehr alltägliche und natürliche Spielmaterialien, mehr Partizipation und Dialog, mehr Beachtung und Wertschätzung. Ein Sachbuch für Fachpersonen genauso wie für Laien Das Sachbuch ist sehr flüssig und leicht zu lesen. Fremdwörter und Fachbegriffe werden spärlich eingesetzt, so dass es auch für Laien sehr gut lesbar ist. Da ich es am Stück gelesen habe, haben mich die häufigen Wiederholungen und die immer gleichen Übergänge etwas gestört. Der inflationäre Gebrauch von Adjektiven und Floskeln wie "mir wird ganz warm ums Herz" und das exzessive Teetrinken sind nicht ganz nach meinem Geschmack. Es wirkt trotzdem 100 Prozent authentisch. So ist Frau Diekhof einfach (nehme ich an) und das ist durchaus ansteckend. Schade finde ich, dass bei der direkten Ansprache der Leser*innen jeweils tatsächlich nur "die liebe Leserin" angesprochen wird. Ich hoffe doch, es werden auch einige Männer zu diesem Buch greifen, insbesondere diejenigen, die in Kitaträgerschaften arbeiten oder für Aufsicht und Bewilligung zuständig sind. Mein Kritikpunkt der Wiederholungen fällt bestimmt weniger ins Gewicht, wenn man das Buch häppchenweise liest und dazu eignet es sich tatsächlich sehr gut. Dank der übersichtlichen Gestaltung von Katrin Diekhof und den jeweiligen Kapitelübersichten, kann man auch jederzeit etwas ganz gezielt nachlesen. Ebenfalls gelungen finde ich den Einbezug prägnanter Zitate von Pädagog*innen, Künstler*innen und Schriftsteller*innen. Fazit Die Lektüre von "Kita Kitopia" von Mariele Diekhof lohnt sich für alle, die sich noch nicht allzu stark mit frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung und pädagogischen Konzepten wie denjenigen von Montessori, Pikler oder Reggio auseinandergesetzt haben. Auch für alle, die nach ganz konkreten Inputs suchen, wie sie in ihrer Kita oder ihrem Familienalltag optimale Voraussetzungen schaffen für einen kindgerechten Alltag und selbstbestimmte, kreative, enthusiastische Bildungsprozesse in Gang setzen, ist das Buch eine wahre Fundgrube. Absolute Pflichtlektüre ist es für alle, die meinen, Kita und Kindergarten seien v.a. dazu da, Kindern das Stillsitzen und Gehorchen beizubringen und jeden Winter 24 gleichaussehende Schneemänner zu basteln. Die 24 Kapitel von "Kita Kitopia" zeigen ganz anschaulich, eindringlich und motivierend das Gegenteil. Ich würde meine Kinder sofort in der Kita Kitopia anmelden! Die Fakten Kita Kitopia Eine Reise ins Land der spannenden Pädagogik für PädagogInnen und Eltern Ein Abenteuer-Fachroman der ganz besonderen Art Mariele Diekhof (Text) Katrin Diekhof (Illustration) verlag modernes lernen 320 Seiten Erschienen am 01.02.2021 Klappenbroschur ISBN: 978-3-8080-0777-8 Buch kaufen Website von Mariele Diekhof PS: Apropos frühkindliche Bildung habe ich noch einen Hörtipp für euch: Die Pädagogische Hochschule St.Gallen PHSG hat seit Kurzem einen Podcast "Frühe Bildung". Folge 2.2. befasst sich mit gendersensiblen Bilderbüchern! Hinweis: Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit mainwunder und dem verlag modernes lernen. Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar! Meine Besprechung gibt meine ehrliche und unabhängige Meinung zum Buch wieder. Like it? Pin it! Magst du meinen Sachbuchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den dazugehörigen Pin auf Pinterest merkst und so die Inspiration mit anderen teilst.













