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- Weihnachtsstimmung im Bilderbuch
Nikola Huppertz und Andrea Stegmaier zaubern uns mit ihrem Bilderbuch "Gebrannte Mandeln für Grisou" Weihnachtsmarktstimmung ins Wohnzimmer. Das gemütliche Schlendern über Weihnachtsmärkte, das Glühwein- oder Punschtrinken in trauter Runde und das gemeinsame Schlemmern von weihnachtlichen Süssigkeiten mussten wir uns dieses Jahr grösstenteils abschminken oder in den kleinen Rahmen zuhause verlagern. Wer die Stimmung und Gerüche der Weihnachtsmärkte vermisst, findet im Kinderbuch "Gebrannte Mandeln für Grisou" von Nikola Huppertz und Andrea Stegmaier einen schönen Ersatz. Ein Papagei fliegt aus Grisou, der Graupapagei, lebt bei den Geschwistern Nella und Fabian. Grisou spricht nicht nur Papageiisch, sondern auch Menschisch und so lauscht er seinen kleinen Besitzern gespannt, wenn sie von der besonderen Stimmung in der weihnachtlichen Stadt erzählen. Besonders angetan haben es ihm die gebrannten Mandeln. Die klingen so köstlich! Und so nutzt er die Gelegenheit, als seine Käfigtür offen steht, und wagt sich in die winterliche Stadt hinaus. Für Grisou beginnt ein riesiges Abenteuer, denn das Fliegen ist er nicht mehr gewohnt, die Tauben auf dem nahegelegenen Hausdach versteht er nicht und der nächste Landeplatz auf einem Christbaum ist ziemlich stachelig. Als ihn dann auch noch die Menschen entdecken und einfangen wollen, ist das Chaos perfekt. Aber Grisou entkommt und rettet sich auf ein Karussell. Ob er dem Mädchen, das auf dem braunen Pferd seine Runden dreht, vertrauen kann? Ob es ihm hilft, gebrannte Mandeln und den Heimweg zu finden? Um das herauszufinden, müsst ihr das Bilderbuch selber vorlesen! Nikola Huppertz erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Graupapagei Grisou. Die Kinder hören also seine Gedanken und sind so ganz unmittelbar dabei. Sie fliegen mit Grisou durch die kalte Winternacht, entdecken mit ihm den Markt und sehnen sich zurück in die warme Stube. Das Bilderbuch hat relativ viel Text und eignet sich daher für kleine Zuhörer*innen ab 4 Jahren. Da unsere Mittlere grosser Papageienfan ist, musste Grisou einfach hier einziehen! Endlich auch auf Deutsch Andrea Stegmaier, Illustratorin und Architektin aus Stuttgart, verleiht Grisou und seiner Umwelt mit ihren Bildern ein Gesicht. Sie verwendet dafür v.a. gedeckte, warme Farben. Mal füllen die Illustrationen eine Seite, mal eine Doppelseite. Da ich Andrea schon mehrere Jahre auf Instagram folge und sie einmal auch an der Frankfurter Buchmesse treffen durfte, habe ich mich besonders gefreut, dass es nun neben ihren zahlreichen englischen Kinderbüchern auch eines auf Deutsch gibt, das sie vollständig illustriert hat. Bei Oetinger ist ebenfalls dieses Jahr die Geschichtensammlung "Tierisch schöne Weihnachtszeit" erschienen, die sie teilweise bebildert hat. Ich hoffe, sie wird künftig noch öfter im deutschsprachigen Kinderbuchmarkt anzutreffen sein oder das eine oder andere ihrer englischen Bilderbücher wird auf Deutsch übersetzt. Fazit Wer sich die Stimmung von Weihnachtsmärkten nach Hause holen und eine spannende, warmherzige Geschichte zum Vorlesen sucht, liegt mit "Gebrannte Mandeln für Grisou" genau richtig. Mit dem Graupapagei in der Hauptrolle sorgt Nikola Huppertz für Exotik im traditionellen Setting des Weihnachtsmarkts. Eine erfrischende Kombination, die Andrea Stegmaier modern, warm und divers illustriert hat. Für Kinder ab 4 Jahren ein perfektes Bilderbuch in der Vorweihnachtszeit. Die Fakten Gebrannte Mandeln für Grisou Nikola Huppertz (Text) Andrea Stegmaier (Illustration) Tulipan Verlag 40 Seiten Erschienen im Juli 2020 Hardcover ISBN: 978-3-86429-477-8 Ab 4 Jahren Wenn dir dieses Buch gefällt, magst du vielleicht auch... Haiferien - Nini Alaska (Tulipan 2020) Hollie und Fux - Nini Alaska (Tulipan 2019) Der Weihnachtsbaum - Delia Huddy und Emily Sutton (Aladin Verlag 2015) Like it? Pin it! Magst du diesen weihnachtlichen Bilderbuchtipp? Dann merke dir doch den Pin dazu auf Pinterest. Danke!
- Mission Weihnachtsaufführung
(Werbung, Rabattcode) Yeshi ist zurück! Erinnert ihr euch an den Wildfang aus Gabriela Kasperskis Kinderroman "Einfach Yeshi"? Das abenteuerlustige Mädchen mit den witzigen Wortschöpfungen ist in Band 2 "Agentin Yeshi" wieder ganz schön rasant unterwegs. Und auch dieses Mal führt der Weg über Umwege ans Ziel. In "Einfach Yeshi", dem ersten Kinderroman der Schweizer Autorin Gabriela Kasperki, zog Yeshi mit ihrer Mutter nach Zürich. Sich dort einzuleben, war gar nicht so einfach. Und auch in "Agentin Yeshi" hat es das dunkelhäutige, adoptierte Mädchen nicht immer leicht. Aber immerhin kennt sie sich mittlerweile aus in der Stadt und hat in Lian und Doro Freunde gefunden. Und Zahnfletsch-Gian, Mamas neuer Freund und Doros Papa, ist eigentlich auch gar nicht so übel. Wer spielt hier die Hauptrolle? Im Buch sind gerade die Herbstferien um - Yeshi hat sie bei ihrem Vater in London verbracht - und der Vertretungslehrer Herr Bernasconi verkündet, dass die Klasse ein Weihnachtsmusical aufführen soll. Es soll ein Märchen sein und die Klasse soll selbst wählen, welches Stück sie spielen, wer welche Rolle übernimmt, wer Regie führt etc. Welche Geschichte es sein soll, ist zumindest für die Mädchen schnell klar: Die Schöne und das Biest. Nur blöd, dass alle Belle, die Schöne, spielen möchten. Auch Yeshi möchte die Hauptrolle und gerät deshalb nicht nur mit Anführerin Liv, sondern auch mit Lian und Doro aneinander. Liv meint, Prinzessinnen müssten weiss sein. Jetzt ist leider gar nichts mehr glitzerluftig. Yeshi fühlt sich ausgeschlossen und in den europäischen Märchen überhaupt nicht abgebildet. Aber Yeshi wäre nicht Yeshi, wenn sie nicht einen steinfelsbetonharten Kopf hätte. So nimmt sie sich vor, ein eigenes Weihnachtsmusical zu schreiben, mit der schwarzen Prinzessin Cococelle in der Hauptrolle. "Blöde Zeit. Niemand hat welche. Und doch spielt sie immer die Hauptrolle. Sie ging mir wahnsinnig auf den Keks." (S. 165) Ob das in der Kürze der Zeit gelingen kann und ob Yeshi überhaupt vor Publikum wird spielen können? Das erfahrt ihr, wenn ihr den Kinderroman selber lest! Mobbing, Alltagsrassismus, Freundschaft Auch in Band 2 spricht Gabriela Kasperski wieder eine Vielfalt an Themen an. Es geht um Mobbing, um Alltagsrassismus, um Freundschaft und darum, seinen eigenen - eigenwilligen - Weg zu gehen. Diese Themen fügen sich perfekt in die Rahmenhandlung der Weihnachtsaufführung und das Setting der Schulklasse ein. Und einen kleinen Detektivfall gibt es für Agentin Yeshi obendrauf noch zu lösen. Yeshi ist eine äusserst sympathische Ich-Erzählerin, die ihre Schwierigkeiten hat (zum Beispiel beim Lernen), aber nie den Kopf in den Sand steckt. "Agentin Yeshi" merkt man an, dass Gabriela Kasperskis Tochter mitgewirkt hat, und das tut dem Buch gut. So sprudelt es nicht nur vor witzigen Ideen, sondern ist auch ganz nah an der Lebenswelt der Kinder - mit Handys, aktueller Musik und BFF-Bändern. Gut, die gab es bei uns auch, sie waren einfach noch selbst geknüpft und hiessen Freundschaftsbänder. ;-) Ausserdem zieht hier meine Kritik aus dem ersten Band nicht mehr, dass die kreativen Wortschöpfungen von Yeshi etwas gar inflationär verwendet werden. Diesmal hat die Autorin eine gute Balance gefunden. Fazit "Agentin Yeshi" ist wieder ein spannender Kinderroman mit Tiefgang. Gabriela Kasperski versteht es, schwierige Themen in eine unterhaltsame und witzige Geschichte zu packen. Mit ihrer Heldin Yeshi hat sie eine quirrlige, eigenwillige, mutige Hauptfigur geschaffen, die grosses Identifikationspotenzial hat. Yeshi zeigt uns in diesem Buch einmal mehr, wie wichtig es ist, an seine Träume zu glauben und dabei seine Freund*innen unterwegs nicht zu vergessen. Ein tolles Leseerlebnis für geübte Leserinnen ab 8 Jahren, das perfekt in die Vorweihnachtszeit passt. Übrigens: "Einfach Yeshi" darf sich mit dem Kimi-Siegel für Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern schmücken und "Agentin Yeshi" mit der Lesefieber Feder 2020. Die Fakten Agentin Yeshi Gabriela Kasperski Arisverlag 229 Seiten Erschienen im August 2020 Hardcover ISBN: 978-3-907238-05-9 Ab 8 Jahren PS: Herzlichen Dank an den Arisverlag für das Rezensionsexemplar für mich und Lily Leseratte. Das meint Lily Leseratte Auf Instagram stellt euch Lily Leseratte, meine junge Lesepartnerin, regelmässig Kinderbücher zum Selberlesen vor. Von "Agentin Yeshi" war sie ganz begeistert. Hier geht's zum Video. Ihre Vorstellung von "Einfach Yeshi" findet ihr ebenfalls in meinem IGTV. Bücher bis 20.12.2020 günstiger einkaufen im Concept Store von Any Working Mom! Mit dem Code MINTUNDMALVE bekommt ihr 10% Rabatt auf alle Bücher im Concept Store von Any Working Mom. Gilt nur vom 18.12.-20.12.2020! Der Rabattcode ist nicht kumulierbar mit anderen Gutscheinen und Aktionen. Schaut unbedingt mal im Shop vorbei, ihr findet neben den beiden Yeshi-Bänden auch einige tolle Bände der "Little People, Big Dreams"-Reihe (die ich schon mehrmals hier vorgestellt habe, z.B. Frida Kahlo), wunderbare Reisebücher von Reisedepeschen (die es auch hier und hier auf meinem Blog zu bewundern gibt), das Buch "Junge Macherinnen" (zu meiner Besprechung) und viele mehr! Und natürlich auch sonst allerlei Praktisches für Familien. Like it? Pin it! Gefällt dir der rasante Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst.
- Ein unheimlich tolles, gar nicht peinliches Buch
Sind eure Kinder schon in dem Alter, wo die Eltern einfach peinlich sind? Die 11-jährige Ruby steckt mitten in dieser Phase. Und so trifft "Unheimlich peinlich - Das Tagebuch der Ruby Black" von Cally Stronk und Constanze von Kitzing harpunengenau die Zielgruppe. "Harpunen... was?". Entschuldigt das Wortspiel, das ist wahrscheinlich auch unheimlich peinlich, aber eine Harpune spielt nun mal eine gewisse Rolle in "Unheimlich peinlich". Natürlich eine gefährliche, aber was es damit genau auf sich hat, müsst ihr selber herausfinden. ;-) Eine voll peinliche Familie Aber zurück zu Ruby: Ruby heisst eigentlich Rubinia Rosalinde Black, ein total peinlicher Name. Und auch ihre Familie ist voll peinlich. Horatio Fritz Black ist ihr kleiner Bruder. Er ist v.a. sehr nervig und zu allem Übel auch noch ein You-Tube-Star, der Fake News verbreitet. Mutter Celeste Mathilde Black führt ein kleines Café. Ganz normal könnte man meinen, aber es handelt sich um das Friedhofscafé! Und Celeste singt auch noch gerne Musicals beim Backen. Voll peinlich. Das Café kommt nicht von Ungefähr, denn Rubys Vater Alois Black nennt sich Designer. Eigentlich designt er aber bloss die Särge. Und dann gibt es da auch noch den grossen Bruder Constantin Otto Black - samt Vogelspinnensammlung und Ratte namens Anthrax - und die halbwegs normale Oma Ottilie Black. Das grösste Problem ist noch nicht mal Rubys schräge Familie, sondern dass sie auch noch auf dem Friedhof leben. In einer neuen Schule ganz von vorne anfangen Und genau deswegen wurde Ruby in ihrer alten Schule gemobbt. Ihre Tagebucheinträge in "Unheimlich peinlich" beginnen mit ihrem ersten Tag an der neuen Schule, wo sie krampfhaft versucht, völlig normal zu wirken, ihr morbides Zuhause und ihre schräge Familie zu verheimlichen. Sie möchte ganz neu anfangen und endlich Anschluss finden bei ihren Mitschüler*innen. Aber das ist gar nicht so einfach, wenn man es mit den Zwillingen Lilli und Milli zu tun bekommt, die ständig als Reporterinnen für ihr Magazin Glossy unterwegs sind und Ruby unheimlich spannend finden. Und dann trifft Ruby auch noch auf einen total süssen Jungen, in den sie sich sofort etwas verliebt. Das steigert natürlich die Nervosität um ein Hundertfaches. Zum Glück gibt es da noch ihre neue Freundin Selma. Mega cool für Jugendliche Cally Stronk erzählt in "Unheimlich peinlich" aus Sicht von Ruby eine rasante Geschichte mitten aus dem Alltag der Zielgruppe. Ich kann nicht abschätzen, ob die Jugendlichen heute genau so sprechen wie Ruby und ihre Freunde im Buch, weil meine Kinder noch kleiner sind. Aber wie ich die Autorin kenne, hat sie da bestimmt voll gut recherchiert. Es kommt jedenfalls echt nice rüber! ;-) Echt nice sind auch die Illustrationen von Constanze von Kitzing, die das Buch praktisch zu einem Comic-Roman machen. Auf jeder Seite gibt es Zeichnungen, Sprechblasen und grafisch speziell gestaltete Wörter und Passagen. Die Illustrationen sind sowohl Teil des Textes als auch Ergänzung, indem sie nochmals eigene Geschichten erzählen, kleine Witze oder Anspielungen platzieren. So lockern sie den eh schon lockeren Text nochmals zusätzlich auf. Witzig und tiefgründig Cally Stronk spricht in "Unheimlich peinlich" durchaus wichtige Themen an: Im Zentrum geht es um Mobbing und wie ein Mädchen gleichzeitig sich selber und seinen Platz in einer Gruppe - in diesem Fall der Schulklasse - sucht. Es geht um Selbstwertgefühl, ums Angenommensein, ums Erwachsenwerden und um eine erste Liebe. Und in all das ist auch noch ganz schön viel Handlung eingeflochten und nebenbei spielen Handys, Social Media und Fake news eine Rolle. Also alles Dinge, die Jugendliche heute tatsächlich vor so einige Herausforderungen stellen. Über die dunkelhäutige Selma bringt Constanze von Kitzing auch noch etwas Vielfalt in die Geschichte. Dies ganz selbstverständlich, denn im Text ist das kein Thema, wird also auch nicht problematisiert. Mehr Schein als Sein? Das Aussehen und die Wirkung gegen aussen spielen im Buch eine grosse Rolle. Das hat mich etwas gestört, aber eigentlich macht es Sinn, denn erstens ist es Realität, dass man sich gerade in dem Alter stark damit beschäftigt, und zweitens wird so erst deutlich, dass es eben um viel mehr gehen sollte als darum, wo jemand wohnt, was seine*ihre Eltern beruflich tun oder ob er ein fleckenfreies Kleid trägt. Dass Ruby das unbewusst längst erkannt hat, wird in ihren Gesprächen mit dem Schulpsychologen schnell klar, nur muss sie es selbst noch merken. Fazit "Unheimlich peinlich" ist ein Pageturner für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren. Es ist witzig, erfrischend geschrieben und spannend. Cally Stronks Buch eignet sich durch die Comic-Illustrationen von Constanze von Kitzing auch perfekt für Lesemuffel. Darüber hinaus behandelt es wichtige Themen wie Mobbing, den Umgang mit Social Media, Fake News etc. und Ruby bietet grosses Identifikationspotenzial (v.a. für gleichaltrige Mädchen). Und sogar Erwachsene wie ich finden in dem Buch noch witzige Anspielungen. Ich sage nur: Milli Vanilli. Die Fakten Unheimlich peinlich - Das Tagebuch der Ruby Black Cally Stronk (Text) Constanze von Kitzing (Illustration) dtv Junior 224 Seiten Erschienen am 13.06.2020 Flexcover ISBN: 978-3-423-76274-8 Ab 10 Jahren PS: Herzlichen Dank an Cally und Constanze sowie den dtv Verlag für das voll coole Rezensionsexemplar, die mega leckeren Fledermäuse und die nice Karte dazu. Mehr von Constanze von Kitzing und Cally Stronk Von Constanze von Kitzing findet ihr schon einiges auf dem Blog, sogar ein Interview. Schaut mal in diese beiden Artikel: Ich bin anders als du - Ich bin wie du (mit Interview) Für mehr Vielfalt in Kinderbüchern - Gastartikel von Carla Heher Wenn ihr Cally Stronk auch mal hören wollt, dann abonniert den LeseEulen Podcast, in dem sie mit Christian Friedrich übers Kinderbüchermachen spricht. Like it? Pin it! Magst du diesen voll (un)peinlichen Buchtipp? Dann freue ich mich riesig, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst.
- Einfach kompliziert - die Welt von Yeshi
Was, wenn plötzlich alles anders ist? So ergeht es Yeshi im Kinderroman "Einfach Yeshi" von Gabriela Kasperski. Ob die Geschichte übers Anderssein, Adoption und Rassismus überzeugt, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es mal war "Vor den grossen Sommerferien war noch alles in Ordnung. Wir haben auf dem Land gelebt. Dort sind die Häuser vanilleweiss, die Fensterläden sommerblau, die Dächer feuerrot. Unsere Wohnung war ziemlich gross und im Garten gab es ein Baumhaus ganz für mich allein." (S. 9) Und so gefällt der neunjährigen Yeshi das Leben ganz gut. Sie hat Freunde, ihre Herzmama und ihren Herzpapa und ihre Ponys aus alten Socken. Yeshi stammt nämlich aus Äthiopien und wurde von ihrer Mama und ihrem Papa abotiert, oder heisst es adoptiert? Doch auf einmal wird alles anders: Ihre Eltern trennen sich, ihr Vater geht für ein Jahr nach London und zu allem Übel muss Yeshi mit ihrer Mutter auch noch in die Stadt ziehen! Damit nicht genug! An Mamas Seite taucht auch noch der total unsympathische Zahnfletsch-Gian auf und in der Schule gerät Yeshi mit der fiesen Doro aneinander. Nur mit der Freundschaft zu Lian könnte es etwas werden - wenn er bloss nicht so viel Programm und eine so strenge Mutter hätte! Sympathisch wilde Ich-Erzählerin Die Schweizer Autorin Gabriela Kasperski - sie schreibt sonst Krimis und Romane für Erwachsene - wirft uns mitten rein in das turbulente Leben von Yeshi, die ihre Geschichte gleich selbst aus der Ich-Perspektive erzählt. Und sie erzählt so, wie es in ihrem Kopf denkt: wild, rasant, unmittelbar, direkt, emotional und mit kreativen Wortschöpfungen. Himmelsblitzunddonnernochmal! Auch wenn die Autorin es für meinen Geschmack etwas übertreibt, schätze ich ihren kreativen Umgang mit Wörtern - wie glitzerluftige Superidee oder steinfelsbetonhart. Er vermittelt den lesenden Kindern Freude an der Sprache und nimmt den Druck von ihnen, mit acht Jahren schon alles verstehen zu müssen. Das Buch enthält durchaus einige Begriffe, die die jungen Leser*innen noch nicht kennen oder noch nicht aktiv anwenden können. Aber das ist gar nicht schlimm, denn Yeshi geht es genauso: von abotiert, über Konzertation, bis zu freibillig steht auch Yeshi mit so manchem Wort auf Kriegsfuss. Komplexe Themen kindgerecht erzählt So richtig in Fahrt kommt die Geschichte, als Yeshi sich im Schwimmbad mit einer Flüchtlingsfamilie anfreundet und sie kurzerhand - ohne ihre Mutter zu informieren - ins Asylantenheim begleitet. Auf ihrer abenteuerlichen Reise spielen nicht nur pfefferminzgrüne Turnschuhe eine wichtige Rolle, sondern auch Lian und die fiese Doro, eine nette Verkäuferin, ein freiheitsliebender Mops und ein Tätowierer. Gekonnt spricht Gabriela Kasperski in ihrem Kinderroman Themen wie Adoption, Rassismus, Krankheit, Vielfalt, Familie, Scheidung, Flucht, Freundschaft und den Alltag (z.B. in der Schule) aus kindlicher Perspektive an. So vermittelt sie neben einer spannenden Geschichte auch, wie wichtig Toleranz ist. Fazit "Einfach Yeshi" von Gabriela Kasperski ist ein kunterbunter, spannender, auch mal trauriger, dann wieder luftig-leichter, fröhlicher Kinderroman über ein sympathisch eigenwilliges Mädchen und seine nicht ganz alltäglichen Herausforderungen zwischen Familie, Freunden, Schule und pfefferminzgrünen Turnschuhen. Der persönliche Bezug der Autorin zum Thema Adoption ist deutlich zu spüren und verleiht den geschilderten Begebenheiten viel Glaubwürdigkeit und Emotionalität (so, das waren nun genug Fremdwörter ;-)). Ich kann "Einfach Yeshi" allen geübten Leser*innen ab 8 Jahren und ihren Eltern von Herzen empfehlen! Und das Beste zum Schluss: Der Abschlussabschnitt des Buches macht Hoffnung auf eine baldige Fortsetzung! Die Fakten Einfach Yeshi Gabriela Kasperski Arisverlag 160 Seiten Erschienen am: 19.08.2019 ISBN: 978-3-907238-00-4 Ab 8 Jahren Bestellung beim Arisverlag Website von Gabriela Kasperski PS: Herzlichen Dank an den Arisverlag für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar von "Einfach Yeshi". Like it? Pin it! Magst du diesen kunterbunten Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du Pinterest mit diesem Pin etwas farbiger machst oder den Beitrag in den sozialen Medien teilst. Du willst regelmässig Buchtipps für Gross oder Klein? Dann abonniere einfach meinen Newsletter!
- Blau und gelb und alle Farben
(Werbung) Heute stelle ich euch einen Kinderbuchklassiker vor: "Das kleine Blau und das kleine Gelb" von Leo Lionni. Was das mit Puppen aus alten Stoffresten zu tun hat? Lest selbst, versucht euer Glück bei der Verlosung und nutzt den Rabattcode für ein faires, nachhaltiges Weihnachtsgeschenk! Dieser Buchtipp hat eine besondere Geschichte. Denn in diesem Fall waren da zuerst die UMGENÄHT-Puppen von Dafine. Ich habe sie zufällig über Instagram entdeckt. Die Puppen mit Kleid und Mäscheli bzw. Hose und Käppli haben mich sofort angesprochen. Und die Geschichte und die Idee dahinter haben mich dann umso mehr begeistert: Die Puppen sind aus aussortierten Stoffen gefertigt, aus alten Vorhängen, Tischtüchern oder Kissenbezügen. So erhalten einst aufwendig produzierte Stoffe ein zweites Leben und erfreuen Kinderherzen. Zudem werden die Puppen im Kosovo, der zweiten Heimat von Dafine, "umgenäht". Mit dem Lohn von UMGENÄHT können die Näherinnen für ihre Familien sorgen. Sie vereinen also Nachhaltigkeit und faire Produktion. Fotos: Beka Bitterli. Ein unbeschriebenes Blatt Die Puppen kommen schlicht und ohne Gesicht daher. So sind sie eine Art unbeschriebenes Blatt für die Kinder. Sie können mal fröhlich, mal traurig, mal ernst, mal ausgelassen sein. Kinder können in ihnen jeden Tag, ja von Minute zu Minute das sehen, was sie gerade wollen und brauchen. Dafine erklärt ihre Vision: "Kinder haben ihre eigenen Gedanken. Wir wollen sie dabei begleiten, ihre Emotionen auszudrücken und dabei laufend neue Eindrücke zu entdecken. So schenken wir ihnen den Raum und die Freiheit, ihre Persönlichkeit ohne Vorgaben auszuleben." ~ Dafine Das kleine Blau und das kleine Gelb - Leo Lionni Wieso passt nun der Bilderbuchklassiker von Leo Lionni so gut zu den UMGENÄHT-Puppen? Erstens ist es eins der Lieblingsbücher von Dafine und ihren Kindern und zweitens tut Leo Lionni in seinem Buch genau dasselbe, wie Dafine mit ihren Puppen: Er lässt den Kindern die Freiheit, die Figuren und die Geschichte so zu interpretieren, wie es ihnen gefällt. Das kleine Blau und das kleine Gelb können männlich oder weiblich sein, ebenso ihre Eltern. Leo Lionni verwendet zur Darstellung nur bunte Papierschnipsel, bleibt also ganz abstrakt. Das kleine Gelb und das kleine Blau sind Freunde und haben viele weitere bunte Freunde, mit denen sie singen und tanzen und spielen. Zumindest, wenn sie nicht gerade in Reih und Glied in der Schule sitzen. Eines Tages darf das kleine Blau alleine zuhause bleiben, als die Mutter einkaufen geht. Heimlich stiehlt es sich aus dem Haus und trifft das kleine Gelb. Als sie sich umarmen, vermischen sich ihre Farben und sie werden grün. Die Eltern freut das gar nicht, sie erkennen ihre Kinder nicht wieder und jagen sie davon. Verständlicherweise weinen die Freunde bittere Tränen. Doch das hat sein Gutes, denn so werden sie wieder blau bzw. gelb. Als sich alle vor Freude in die Arme fallen, werden sie wieder grün und begreifen, was zuvor geschehen ist. Jetzt sind alle wieder froh und durchmischen sich fortan bunt-fröhlich! Lionnis Freundschaftsgeschichte findet so einen schönen Abschluss. Die verschiedenen Farben und ihre Vermischung könnte man natürlich auch als unterschiedliche Hautfarben oder Kulturen etc. sehen. Insofern wäre Lionnis Buch auch ein Plädoyer für ein friedliches Miteinander, Toleranz und Vielfalt. Ein improvisiertes Bilderbuch Wisst ihr, wie es zu diesem Bilderbuch kam? Leo Lionni war mit seiner Enkelin und seinem Enkel in den USA im Zug unterwegs. Und weil sie sich langweilten und er nichts anderes dabei hatte, riss er einfach eine Zeitschrift auseinander und erzählte die Freundschaftsgeschichte vom kleinen Blau und vom kleinen Gelb. Auch hier erhielt also etwas ein zweites Leben und darf seither mit der Fantasie der Kinder gefüllt werden! Auf Englisch wurde das Kinderbuch erstmals 1959 veröffentlicht, auf Deutsch dann 1962. Ein zeitloses Kinderbuch, das bis heute begeistert! Ihr wollt mehr von Leo Lionni, von Farben und Gefühlen? Dann lest doch auch den Gastbeitrag von Anna Noss von kinderwärts. Ihr habt Lust auf noch mehr bunte Bilderbücher? Hier habe ich euch eine kleine Sammlung mit Tipps zusammengestellt. Die Fakten Das kleine Blau und das kleine Gelb Leo Lionni (Text + Illustration) Günter Strohbach (Übersetzung) Oetinger Verlag 44 Seiten Erschienen am 01.02.1962 (auf Englisch 1959) Hardcover ISBN: 978-3-7891-5940-4 Ab 4 Jahren VERLOSUNG UND RABATTCODE: UMGENÄHT In Kooperation mit dem UMGENÄHT-Shop darf ich nun eine Puppe nach Wahl verlosen! Teilnehmen kannst du hier, auf Facebook und Instagram. Verrate mir einfach in den Kommentaren, ob du als Kind auch eine Lieblingspuppe oder ein liebstes Stofftier hattest. Viel Glück! Deine Eliane Teilnahmebedingungen: Die Verlosung dauert bis Donnerstag, 17.12.2020, 23:59 Uhr. Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und in der Schweiz, Deutschland oder Österreich wohnen. Das Los entscheidet über den*die Gewinner*in. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Instagram und Facebook haben nichts mit der Verlosung zu tun. Faires, nachhaltiges Weihnachtsgeschenk mit 20% Rabatt kaufen! Du magst nicht auf dein Glück hoffen oder möchtest sowieso eine UMGENÄHT-Puppe kaufen? Dann nutze bis 31. Dezember 2020 den Code mintundmalve20 und du erhältst 20% Rabatt auf deinen Einkauf bei UMGENÄHT. Ich freue mich schon auf die Augen meiner Kinder, wenn sie an Weihnachten ihre Puppen in die Arme schliessen! Bilder UMGENÄHT: Beka Bitterli. Bilder vom Buch: Eliane Fischer. Like it? Pin it! Gefällt dir mein Klassiker-Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst und so ganz viel Farbe in die Welt trägst! #Bilderbuch #Farben #Fantasie #Freundschaft #Puppen #Umgenäht #Nachhaltigkeit #FaireProduktion #LeoLionni #Oetinger #Geschenktipp #Klischeefrei #diverseKinderbücher #Kinderbuch #Vielfalt #Weihnachtsgeschenk #Kinderbuchklassiker #Backlist
- Weihnachten rund um die Welt
(Werbung/Verlosung) Wisst ihr, weshalb wir Heiligabend am 24.12. feiern, was Grittibänze sind oder was Befana im Schilde führt? In "Die schönste Zeit. Weihnachten in aller Welt" von Monika Utnik-Strugała und Ewa Poklewska-Koziełło erfahrt ihr es! Die zweite Frage dürfte für Schweizer*innen leicht zu beantworten sein, die Männchen aus Hefeteig sind hier allen bekannt und allseits beliebt in der Vorweihnachtszeit. Bei den anderen beiden Fragen wäre zumindest ich schon ziemlich überfragt gewesen. Klar, der 24.12. gilt als Geburtstag von Jesus Christus, aber ist das Datum überhaupt bekannt oder weshalb feiern wir gerade dann Weihnachten? Weihnachtstraditionen weltweit Das polnische Duo aus Autorin Monika Utnik-Strugała und Illustratorin Ewa Poklewska-Koziełło liefert Antworten zu diesen Fragen und Informationen zu ganz, ganz vielen weiteren Traditionen rund um Weihnachten auf der ganzen Welt. Sie blicken in katholisch geprägte Länder Europas und Südamerikas, genauso wie in protestantische (Amerika, Grossbritannien, Teile Deutschlands), in russisch-orthodoxe wie die Ukraine oder für uns ganz exotische wie Äthiopien. In dem Buch erfahren wir auch, dass Weihnachten sogar in Japan angekommen ist, auch wenn die religiösen Hintergründe auf der Reise dahin völlig verloren gegangen und durch eine Art Valentinstag Nr. 2 ersetzt worden sind. Vom Advent bis zum Dreikönigstag Die kurzen Kapitel folgen quasi dem Verlauf der Weihnachtstraditionen: Nach dem Blick auf das Datum, berichten sie über die unterschiedlichen Adventstraditionen, den Nikolaustag, die Tage vor Weihnachten (teils gibt es da ausgedehnte Feste), die Weihnachtsfeiertage, Silvester, Neujahr und den Dreikönigstag als Abschluss der Weihnachtsfeierlichkeiten. Adventskränze, Weihnachtsdekorationen, traditionelle Weihnachtsspeisen und die Christmette sind ebenso Thema wie der CocaCola-Nikolaus, skandinavische Wichtel und spanische Weihnachtslotterien mit Millionengewinnen. Ja, wir erfahren sogar, wer die Weihnachtskugeln aus Glas erfunden hat und welchen Hintergrund Charles Dickens' "Ein Weihnachtsmärchen" oder das Ballett "Der Nussknacker" haben. Nach der Lektüre wissen wir, was ein Julbock ist, dass auf den Philippinen zu Weihnachten riesige Lampions gebaut werden, welches der älteste Weihnachtsmarkt ist, kennen Weihnachtsbräuche aus Katalonien, Mexiko und Caracas - dort fährt man auf Rollschuhen zur Messe - und kennen den Erfinder des Weihnachtslieds "Stille Nacht". Ja, sogar die Silvesterchläuse aus dem Appenzellerland haben ihren Auftritt. Gut dosierte Informationen, schön illustriert Die thematisch gruppierten Informationen kommen in meist recht kurzen Kapiteln von 2 bis 6 Seiten daher. So kann man das Buch am Stück lesen, aber ebenso gut häppchenweise über den Advent verteilt oder ganz gezielt nach Interessensgebiet. In Ewa Poklewska-Koziełłos Illustrationen dominieren Blau- und Rottöne, was sehr gut zu Weihnachten und zum Göttlichen passt. Die Bilder rahmen den Text schön ein und zeigen das Beschriebene. Bildelemente werden immer wieder auch als den Text strukturierendes Element eingesetzt. So ergänzen sich Bild und Text ideal. Die ornamentale und doch moderne Optik gefällt mir sehr gut. Insgesamt merkt man dem Buch an, dass es aus Polen stammt, weil die polnischen Traditionen gewissermassen als Normalfall dargestellt werden. Das hat mich aber nicht gestört, ausser dass an der einen oder anderen Stelle Wissen vorausgesetzt wurde, das ich nicht hatte. Kritisch anbringen muss ich aber die Qualität der deutschen Fassung. Übersetzung und Lektorat hätten hier etwas sorgfältiger ausfallen dürfen. Es gibt einige holprige Stellen, zu viele Klammerbemerkungen, unnötige Füllwörter, verdrehte Wörter (Zuckerpuder), Tippfehler und fehlerhafte Grammatik. Für eine zweite Auflage - die ich dem Buch wünsche - gäbe es durchaus Verbesserungspotenzial. Die Altersempfehlung des Verlags (ab 5) würde ich deutlich nach oben korrigieren. Es gibt zahlreiche Begriffe, die auch für Kinder gegen Ende der Grundschule noch erklärungsbedürftig sind. Gerade, wenn sie mit den Traditionen vielleicht nicht so vertraut sind. Und auch die Satzkonstruktionen sind teils so komplex, dass Vorlesen nicht ohne Vereinfachung, ohne das stärkere Aufgliedern in mehrere Sätze und ohne zusätzliche Erklärungen möglich wäre. Man kann das Buch durchaus gemeinsam lesen, aber so richtig Spass macht es wohl erst ab 8 oder 9 Jahren. Fazit Mit "Die schönste Zeit" können wir tief in die Bräuche und Traditionen rund um Weihnachten auf der ganzen Welt eintauchen. Das Sachbilderbuch bietet Kindern ab 8 oder 9 Jahren und auch Erwachsenen ganz viel Wissenswertes rund um die Weihnachtszeit. Monika Utnik-Strugała und Ewa Poklewska-Koziełło führen uns einen unfassbaren Reichtum an schönen, merkwürdigen und auch mal lustigen Traditionen vor Augen und machen richtig Lust, Weihnachten auch mal in Schweden oder Mexiko zu verbringen. Kurz: Dieses Kinderbuch macht die schönste Zeit noch schöner! Die Fakten Die schönste Zeit Weihnachten in aller Welt Monika Utnik-Strugała (Text) Ewa Poklewska-Koziełło (Illustration) Angelika Gajkowski (Übersetzung aus dem Polnischen) NordSüd Verlag 128 Seiten Erschienen am 18.09.2020 Hardcover ISBN: 978-3-314-10543-2 Ab 8 Jahren PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den NordSüd Verlag. VERLOSUNG Im Rahmen des #vorleseadvent von @kleinerleser auf Instagram darf ich ein Exemplar von "Die schönste Zeit" verlosen. Ihr könnt mit einem Kommentar hier auf dem Blog, auf Instagram oder Facebook in den Lostopf hüpfen. Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Verlosungsexemplar. So nehmt ihr an der Verlosung teil: Kommentiert hier, auf Instagram und/oder Facebook, welcher Brauch aus eurer Region (und Religion oder Konfession) euch am besten gefällt. Die Verlosung dauert ab Freischaltung bis zum 11.12.2020, um 23:59 Uhr. Teilnehmen können alle ab 18 aus Deutschland, Schweiz und Österreich. Die Gewinnerin / der Gewinner wird per Los ermittelt und im jeweiligen Post bekannt gegeben. Barauszahlung und Rechtsweg sind ausgeschlossen. Für den Versand gebe ich eure Adresse an den Verlag weiter. Die Grafik zum #vorleseadvent ist von Laura Bednarski. Wenn sie euch gefällt, schaut euch doch auch mal meinen Buchtipp zu "Der lange Weg nach Hause" an. Like it? Pin it! Gefällt dir dieser weihnächtliche Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst. #Sachbuch #Kinderbuch #Weihnachten #Advent #Weihnachtszeit #Traditionen #Bräuche #Rituale #weltweit #Religion #Christentum #MonikaUtnikStrugala #EwaPoklewskaKoziello
- Der perfekte Weihnachtsbaum
(Werbung, Verlosung) Muss immer alles perfekt sein? Muss der Weihnachtsbaum immer kerzengerade, gross und üppig sein? Oder tut es vielleicht auch eine kleine, krumme Fichte wie im Bilderbuch "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte" von Yuval Zommer? Lest selbst und gewinnt das vorgestellte Buch! Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit haben wohl viele die Tendenz, sich alles perfekt zu wünschen: 10 Sorten Weihnachtsguetzli, idyllische Vorlesezeit am Abend mit Adventsgeschichte, besinnliches Türchenöffnen beim Adventskalender, harmonisches Singen und Musizieren unterm Tannenbaum und nicht zu vergessen: den perfekten Christbaum. Einfach mal locker lassen Aber vielleicht tut es gerade in dieser Zeit auch mal etwas weniger Perfektionismus? Zwei Guetzlisorten reichen doch auch vollkommen und der Baum darf auch mal etwas krumm und schief sein. Vielleicht entfaltet sich sogar erst dann der richtige Zauber von Weihnachten? Eine Fichte, krumm und klein Glaubt ihr nicht? Dann überzeugt euch vielleicht Yuval Zommers Bilderbuch "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte". In wunderschönen Reimen erzählt das Buch von einer Fichte, die klein und krumm gewachsen ist. Um sie herum stehen lauter grosse, gerade Bäume. Da fühlt sich die kleine, nach links geneigte Fichte ganz unbedeutend. "Ich war ein Stück nach links geneigt und rechts sehr kräftig und verzweigt, doch hoch ans Licht wuchs ich nicht." Frühling, Sommer und Herbst vergehen und der Winter hält Einzug im Wald. Und mit dem Winter kommt die Zeit, da überallher Menschen in den Wald kommen, um sich einen Christbaum zu kaufen. Ruckzuck sind alle Bäume weg. Nur - ihr ahnt es - die kleine Fichte will niemand. Sie bleibt auf der Lichtung zurück. Ganz allein. In der dunklen, kalten Nacht. Ein wunderschönes Fest und ein Weihnachtswunder Doch am nächsten Morgen erscheinen auf der Lichtung, Bär, Fuchs, Hirsche, Vögel und andere Tiere und schmücken den krummen Baum. Sie singen, tanzen und feiern und es geschieht ein kleines Weihnachtswunder. Ich verrate nicht genau, was passiert, aber das schöne Fest der Tiere zeigt der Fichte, dass sie richtig ist, genau so wie sie ist. Und mit dieser Gewissheit wächst die Fichte übers Jahr zu einem prächtigen Baum, bietet den Tieren Schutz und ein Heim. Die wunderschönen Illustrationen in gedeckten Farben erstrecken sich meist über eine Doppelseite. Es gibt aber auch kleinere Szenen, um den Verlauf der Jahreszeiten darzustellen. Über die Familien bringt der Autor und Illustrator auch noch etwas Diversität ins Spiel. Die Hauptrolle spielen hier aber der Wald und seine tierischen Bewohner*innen. Fazit Mit dem Bilderbuch "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte" vermittelt Yuval Zommer kleinen Zuhörer*innen ab 4 Jahren, dass jede*r einen Platz auf der Welt hat. Und dass jede*r genau so gut ist, wie er oder sie ist, auch unperfekt! Ein wunderbares Buch zum Vorlesen in der Vorweihnachtszeit bis hin zum Weihnachtsabend. Es hinterlässt ein wohliges Gefühl der Geborgenheit, der Wärme und Akzeptanz. Und das ist in der Weihnachtszeit doch das Schönste, viel schöner als falscher Perfektionismus! Die Fakten Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte Yuval Zommer (Text + Illustration) Cornelia Boese (Übersetzung aus dem Englischen) arsEdition 32 Seiten Erschienen am 29.09.2020 Hardcover ISBN: 978-3-8458-3688-1 Ab 4 Jahren PS: Herzlichen Dank für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar an den Verlag arsEdition! VERLOSUNG: Adventskalender von Fräulein Blütenstaub auf Instagram Auf Instagram habt ihr am 6. Dezember 2020 die Chance, ein Exemplar von "Der Weihnachtsbaum, den niemand wollte" zu gewinnen. Da öffne ich nämlich das 6. Türchen vom Adventskalender von Vici alias @fraeulein.bluetenstaub. Es ist ein besonderer Adventskalender mit 24 Türchen voller Rezepte, kreativen Bastelideen, Verlosungen, nachhaltigen Ideen und inspirierenden Texten für die Adventszeit. Auf meinem Account @mintundmalve könnt ihr euch ein Extralos sichern! Viel Glück und eine perfekt unperfekte Adventszeit! Eure Eliane Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin bei Pinterest merkst. Natürlich bin ich auch sehr dankbar über das Teilen in den Social Media oder wenn du einfach jemandem den Link zu diesem Beitrag schickst! #YuvalZommer #arsEdition #Weihnachten #Weihnachtsbaum #Advent #Adventskalender #Jahreszeiten #Akzeptanz #Freundschaft #Liebe #Mitgefühl #Vorlesen #Bilderbuch #Kinderbuch
- Feministische Comic-Kolumnen
Lisa Frühbeis ist bekannt für ihre Kolumne "My 100 days of strangelife". Eine Sammlung der feministischen Comics ist unter dem Titel "Busengewunder" als Buch erschienen. Die deutsche Comiczeichnerin Lisa Frühbeis startete "My 100 days of strangelife" 2015 als Webcomic. Von da schaffte es der Comic in den Tagesspiegel (2017-2019) und 2020 in das Buch "Busengewunder", das bei Carlsen erschienen ist. Die Comicsammlung wurde auch schon mit dem Max und Moritz Preis 2020 und dem Kunstförderpreis Bayern ausgezeichnet. Von BH, über PH, bis zur Vagina Aber genug Vorgeplänkel, kommen wir zum Inhalt: Lisa Frühbeis nimmt sich in ihren Comics - meist bestehend aus 12 Panels - ganz unterschiedlichen Themen an. Was die Comics eint, ist die weibliche Perspektive auf die Gesellschaft. Eine Gesellschaft mit patriarchalen Strukturen, mit männlich geprägten Schönheitsidealen und klischeehaften Rollenbildern - und in der Folge massenhaft Ungerechtigkeiten. Auf diese Unzulänglichkeiten der patriarchalen Gesellschaft weist die Comiczeichnerin durchaus mit Biss, aber immer mit viel Witz und alltäglichem Bezug hin. Eine BH-lose Fahrt auf dem Fahrrad bringt sie in der Titelgeschichte "Busengewunder" auf die Frage, weshalb BHs überhaupt "Büstenhalter" heissen und weshalb es denn eigentlich keinen PH gibt. Wer sagt, was schön ist? Und wieso sollten Jungs kein Rosa tragen? Weitere Schönheitsideale wie glattrasierte Beine oder hochhackige Schuhe kommen ebenso zur Sprache wie Verhütung, Menstruation und Begrifflichkeiten für Geschlechtsorgane (dazu hat auch Katja Lewina etwas zu sagen). Und natürlich darf auch die Diskussion um Jungs- und Mädchenfarben nicht fehlen! In weiteren Comic-Strips geht sie dem Bild von Frauen (z.B. in Filmen) und weiblichen Vorbildern nach, in anderen der ungleichen Behandlung der Geschlechter vor dem Gesetz (weiblichen Exhibitionismus gibt es juristisch nicht). Auch Privilegien und Diversität sowie die Errungenschaften der Frauenbewegung (Simone de Beauvoir darf nicht fehlen! Hier gibt's mehr. Und hier.) macht sie zum Thema. Die Zeichnungen kommen mit ein bis zwei Farben aus (neben Schwarz und Weiss). Die klaren Striche und Farbakzente sind kombiniert mit viel Dynamik, witziger Mimik und Gestik und überzeichneten Äusserlichkeiten. Wer sich schon intensiver mit dem Feminismus beschäftigt hat (z.B. mit Liv Strömquists Graphic Novels oder mit Julia Korbiks Sachbuch), wird hier inhaltlich nicht mehr viel Neues entdecken. Aber der persönliche Zugang über Alltagsgeschichten und die pointierte Vermittlung über die kurzen und doch erhellenden Comics machen "Busengewunder" auch für feministisch bewanderte Leser*innen zu einem Genuss. Fazit Die Comic-Kolumnen in "Busengewunder" bringen Jugendlichen ab 13 Jahren feministisches Denken unterhaltsam näher. Lisa Frühbeis legt den Finger auf die patriarchalen Wunden, motiviert (Frauen und Männer) zur Reflexion tradierter, aber vielleicht völlig unsinniger - weil ungerechter - Ansichten, Konventionen und Strukturen. Die Comics laden zum Nachdenken, zum Bewusstwerden, zum Kritisieren und zum Lachen ein! Und ganz nebenbei zeigt Lisa Frühbeis einmal mehr, dass die Comic-Welt keines Falls den männlichen Zeichnern und schon gar nicht hegemonialen Fantasien vorbehalten ist! Die Fakten Busengewunder Lisa Frühbeis (Text + Illustration) Carlsen Verlag 128 Seiten Erschienen am 26.05.2020 Softcover ISBN: 978-3-551-79356-0 Website von LIsa Frühbeis PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Tipp als Pin auf Pinterest merkst. #Comics #Kolumnen #Feminismus #Klischeefrei #Jugendbuch #Sachbuch #LisaFrühbeis #Carlsen #Gleichstellung #Frauen #Emanzipation
- Für Alltagsheld*innen und Weltverbesserer*innen
(Werbung, Verlosung) Am 20. November 2020 ist Internationaler Tag der Kinderrechte und erst noch Bundesweiter Vorlesetag in Deutschland. Da passt das Buch "Mach dich stark für eine bessere Welt" von Keilly Swift perfekt. Im Rahmen der Bloggeraktion "Heute ein Buch!" könnt ihr sogar ein Exemplar gewinnen. Kinder haben Rechte Die UN-Kinderrechtskonvention hält seit 1989 fest, welche Rechte Kinder überall auf der Welt haben. Dazu gehört auch, dass wir ihre Stimme hören und ihre Anliegen und Bedürfnisse berücksichtigen, sei es nun im alltäglichen Zusammenleben oder in der Politik. Und natürlich gehört auch das Recht auf Bildung zu den Kinderrechten. Und hier kommt wiederum das Lesen und Vorlesen ins Spiel. Beides ist wichtiger Bestandteil der Sprachentwicklung und damit grundlegend für die Bildungschancen aller Kinder. In Deutschland für die Stiftung Lesen jedes Jahr den Vorlesetag durch - in diesem aussergewöhnlichen Jahr mit einem digitalen Vorlesefestival (mehr über den Schweizer Vorlesetag gibt es zum Beispiel hier). Die Welt verbessern Aber genug ausgeholt: Keilly Swift macht Kindern ab ca. 8 Jahren mit ihrem Sachbuch "Mach dich stark für eine bessere Welt" Mut, die Welt zum besseren zu verändern. Und weil man immer zuerst vor der eigenen Tür kehren soll, startet sie in Kapitel 1 mit Tipps, wie Kinder mit sich selbst achtsam umgehen und ihre Gedanken positiv lenken können. In Kapitel 2 öffnet die Autorin den Blick auf die Gemeinschaft, also ganz unterschiedliche Gruppen, in denen man sich gemeinsam engagieren oder einfach nur eine gute Zeit haben kann. Mit dabei sind auch Tipps, wie man eine Freundschaft richtig pflegt oder Mobbing stoppen kann. Und danach geht es schon auf zu konkreten Beispielen, was andere - wie Greta Thunberg, Malala Yousafzai oder Schuyler Bailer - für eine bessere Welt tun und wie man selbst mit anpacken könnte. Besonders gefreut hat mich, dass hier eine Doppelseite dem Lesen gewidmet ist. Im Kapitel 3 geht es dann darum, gemeinsam etwas zu bewegen, sich aktiv für die eigenen Rechte oder eine gute Sache - z.B. gegen Diskriminierung - einzusetzen. Swift gibt konkrete Tipps und zeigt motivierende Beispiele von Protesten und Bewegungen. Und sie sensibilisiert auch für die Problematik von Fake News, die es sicherlich schon immer gab, aber die Kinder in einer digitalisierten Welt vor besondere Herausforderungen stellen. Abschliessend geht Swift ausführlicher auf das Thema Umweltschutz ein. Denn eins ist klar: "Für die Zukunft unseres Planeten ist es entscheidend, dass wir die Umwelt schützen." (S. 71) Sie gibt Tipps, wie Kinder Tiere schützen, Abfall vermeiden und grüner wohnen können. Besonders gut gefällt mir der Tipp "Iss den Regenbogen". Das ist doch eine sehr schöne Metapher für den Ratschlag, möglichst bunt zu essen, um sich vielseitig und vitaminreich (und weniger fleischlastig) zu ernähren. Bunte und vielfältige Collagen Rhys Jefferys hat Keilly Swifts Kinderbuch toll illustriert. Die abgebildeten Menschen sind sehr vielfältig. Neben gezeichneten Elementen, hat der kanadische Illustrator immer auch wieder Fotos eingebunden. So entstehen locker gestaltete Doppelseiten, die geübte Erstleser*innen selber erkunden oder die sie mit ihren Eltern gemeinsam entdecken können. Durch die direkte Ansprache, die einfach verständlichen Texte und den Humor der Autorin fühlen sich die Kinder sofort abgeholt. Die einzige Kritik, die ich anbringen muss und nicht nur der Autorin, sondern auch der Übersetzerin gilt, ist dass das Buch nicht gendersensibel formuliert ist. Schon im Untertitel und an ganz vielen Stellen im Inhalt wird das generische Maskulinum verwendet. Sehr schade bei einem Buch, das sonst vor Vielfalt strotzt und selbst ein Plädoyer gegen Diskriminierung und für Inklusion ist! Fazit Keilly Swifts "Mach dich stark für eine bessere Welt" ist ein tolles, Mut machendes Sachbuch für Kinder, die etwas bewegen wollen, vielleicht aber noch nicht wissen wie oder sich nicht trauen. Es zeigt mit einem bunten Strauss an Möglichkeiten, wie Kinder im Kleinen und Grossen etwas bewegen können. Es schenkt Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Zuversicht, dass eine bessere Welt möglich ist, wenn sich nur viele genug dafür engagieren. Zum Vorlesen oder zum Selberlesen ab 8 Jahren. Die Fakten Mach dich stark für eine bessere Welt. So kannst du etwas verändern. Für Alltagshelden und Weltverbesserer Keilly Swift (Text) Rhys Jefferys (Illustration) Karin Hofmann (Übersetzung aus dem Englischen) DK Verlag 96 Seiten Erschienen im Juli 2020 ISBN: 978-3-8310-4092-6 Ab 8 Jahren VERLOSUNG AUF FACEBOOK UND INSTAGRAM Im Rahmen der Aktion "Heute ein Buch!" verlosen ganz viele Buchbloggerinnen das jeweils vorgestellte Buch. Für "Mach dich stark für eine bessere Welt" von Keilly Swift könnt ihr hier in den Lostopf hüpfen: Instagram Facebook Herzlichen Dank an den DK Verlag für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar! Ausserdem habt ihr Gewinnchancen auf folgenden Blogs: Alu – https://www.grossekoepfe.de/ Anna – https://kinderbuch-detektive.de/ Anne – https://www.xmalanderssein.de/ Brigitte – https://www.wallinger.at/ Janet – https://www.kinderbuchlesen.de/ Jenny – https://www.kinderchaos-familienblog.de/ Julia - https://juliliest.net/ Katja – https://kuestenkidsunterwegs.blogspot.com/ Marsha – https://mutterundsoehnchen.com/ Miri – https://geschichtenwolke.de/ Sari – https://www.heldenhaushalt.de/sari02/ Steffi – https://www.biber-butzemann.de/blog Steffi – www.instagram.com/kleinerleser Susanne – https://familienbuecherei.blogspot.com/ Sylvi – https://momsfavoritesandmore.de/ Viel Glück und viel Freude beim Lesen und Vorlesen! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und hast eine Adresse in der Schweiz, Deutschland oder Österreich. Die Verlosung dauert ab Freischaltung der Posts auf Insta und Facebook und dauert bis Dienstag, 24.11.2020, 23:59 Uhr. Das Los entscheidet. Der Gewinner/die Gewinnerin wird auf Insta oder Facebook benachrichtigt. Erfolgt innert 3 Tagen keine Reaktion, wird neu ausgelost. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Für den Versand gebe ich deine Adresse an den Verlag weiter. Instagram und Facebook haben nichts mit dem Gewinnspiel zu tun. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann hilfst du mir sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst. #HeuteeinBuch #Vorlesetag #Vorlesen #Sachbilderbuch #Sachbuch #Kinderbuch #Gleichberechtigung #Vielfalt #Klischeefrei #klischeefreieKinderbücher #Diversität #Kinderrechte #Umweltschutz #Nachhaltigkeit #Solidarität
- Etwas hat sich verschoben
Ich lese selten Dystopien, aber "Regenschatten" von Seraina Kobler lohnt den Ausflug in die Zukunft, auch wenn es eine unwirtliche, heisse Zukunft ist. Realistisch ist sie leider allemal. Das Romandebüt von Seraina Kobler hat mich vor allem so interessiert, weil ich sie als Journalistin schon kannte. Und Romane von geschätzten Journalist*innen haben mich noch fast nie enttäuscht. Es könnte so schön sein Anna, die Ich-Erzählerin von "Regenschatten" sollte eigentlich gerade glücklich sein. Sie hat nämlich David kennengelernt und ist auch noch schwanger. Doch ihr ist schnell klar, dass das Kind nicht von ihm sein kann. Das erfahren wir aber erst nach und nach in Rückblenden. Der Roman beginnt in einer nahen Zukunft. Es ist heiss, am Zürichberg gab es einen Waldbrand und das Quartier wurde evakuiert. Anna ist alleine und hochschwanger zurückgeblieben, blickt auf verkohlte Baumstrünke, schwarze Überreste der einst grünen Lunge der grössten Schweizer Stadt, innerlich immer noch glühende Baumstämme. In kurzen, episodischen Rückblenden verrät uns Anna, was in den Monaten vor dem verhängnisvollen Waldbrand geschehen ist. Schnell erfahren wir, dass Anna und David in einer Zeit leben, in der sich das Klima dramatisch erhitzt hat. Der Jetstream ist zum Erliegen gekommen, Bruthitze die Folge. Etwas Abkühlung findet man nur noch in den Bergen, aber auch da ist alles in Bewegung. Und etwas bewegt sich mit der Schwangerschaft auch in Anna: "Und ich spürte, dass sich auch in mir etwas verschob, wie Gneis, der erst durch die Verschmelzung von anderen Gesteinen entsteht und nur unter starkem Druck und hohen Temperaturen." (S. 35) Parallel zum klimatischen Drama von Hitze, Trockenheit, Feuersbrunst, Staubstürmen und brennenden Vögeln entwickelt sich auch Annas persönliches Drama. David verschwindet und sie muss sich entscheiden, ob sie das Kind möchte oder nicht und wie bzw. mit wem sie es aufziehen möchte. Hier möchte ich inhaltlich nicht mehr verraten, damit die Lektüre spannend bleibt. Mich hat der nur knapp 170 Seiten lange Roman abgeholt. Ich konnte mich schnell mit Anna identifizieren und auch die Bedrohung durch die Erhitzung der Welt ist leider nur allzu glaubwürdig. Auch wenn man teils im Dunkeln tappt, weshalb Anna sich nun alleine im Sperrgebiet befindet, kann man ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen und durch die geschickt verwobenen Rückblenden kriegt man nach und nach ein deutlicheres Bild von den Ereignissen in Bezug auf den Waldbrand, aber auch die persönliche Situation von Anna. Gewebe aus globalen und persönlichen Entwicklungen Manchmal hatte ich etwas Mühe, mich in den Zeiten zurechtzufinden. War nicht ganz sicher, ob ich mich mit Anna gerade in der (künftigen) Gegenwart befinde oder in der Vergangenheit, aber das fand ich gar nicht schlimm. Die Auflösung der Geschichte und die Spannung, was Anna schliesslich tun würde in ihrer selbstgewählten und gefährlichen Isolation, hat mich nur so durch die Seiten getrieben. Die Autorin schreibt einfach, oft in kurzen, eindringlichen Sätzen und in sehr bildhafter Sprache. Sie lässt Szenen und zwischenmenschliche Verbindungen aufscheinen, ohne alles auszuerzählen. Die Klimathematik und auch Annas Situation wirken bedrückend, aber trotzdem ist es nicht einfach ein schweres Buch. Das offene Ende mit Hang zum Positiven trägt sicher das seinige dazu bei. Hätte ich mehr Zeit und nicht so viele ungelesene Bücher, würde ich "Regenschatten" auch ein zweites Mal lesen und bestimmt wieder ganz neue Facetten entdecken. Fazit Seraina Kobler ist mit "Regenschatten" ein zwar bedrückendes, aber atmosphärisch dichtes und sprachlich bildhaftes Romandebüt gelungen. Sie verbindet eine auch real drohende Klimakatastrophe mit dem Schicksal einer jungen Frau, womit sie deren Hadern und Kämpfen noch intensiver macht. Einzelne Entscheidungen erscheinen gleichzeitig unwichtig für den Gang der Welt und andererseits so wichtig für die Individuen. Ich freue mich auf mehr von dieser Autorin! Die Fakten Regenschatten Seraina Kobler Kommode Verlag 176 Seiten Erschienen im September 2020 Hardcover, mit Lesebändchen ISBN: 978-3-9525014-6-7 PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Kommode Verlag. Like it? Pin it! Magst du diesen dystopischen Buchtipp? Dann merke dir doch den Pin auf Pinterest! #SerainaKobler #KommodeVerlag #Literatur #Roman #SchweizerLiteratur #FrauenSchreiben #FrauenZählen
- Vielfalt macht das Leben bunt
Wiesel sehen alle gleich aus, denkt ihr? Weit gefehlt! Denn "Theo liebt es bunt". Welche Folgen Theos Anderssein hat, erzählen Samuel Langley-Swain und Ryan Sonderegger in diesem Bilderbuch über Vielfalt und Toleranz. Theo fällt auf. Er trägt nicht wie die anderen Wiesel einfach sein graues Fell, sondern gerne mal extravagante Kleider: Mit Melone und schwarzem Umhang, mit abgefahrener Sternsonnenbrille und coolen Sneakers läuft er durch den Weidenwald. Dass Theo immer auffallen muss, geht den anderen Wieseln langsam, aber sicher auf den Wecker. Und irgendwann tun sie sich zusammen und fordern von Theo, keine Kleidung mehr zu tragen. Zu sich selbst stehen Theo stürzt sich daraufhin weinend in die Arme seines Vaters. Und der hat zum Glück Verständnis und Mitgefühl. Es tut ihm richtig leid, seinen Sohn so traurig zu sehen. Und er ermutigt Theo, nicht einzuknicken, zu seinem Stil zu stehen und weiterhin Kleider zu tragen. Voller Stolz trägt Theo nun seine schönsten Kleider zur Schau. Aber die Wiesel haben ihre Einstellung nicht geändert. Da ergreift Theo die Chance und verlässt mit den Hermelinen den Wald. Grau in Grau Bald erscheint den zurückgebliebenen Wieseln die Welt nur noch grau. Kein Theo, keine Farbe. Alles ist eintönig und langweilig. Ob sie Theo zur Rückkehr bewegen können? Um das herauszufinden, müsst ihr selbst zum Bilderbuch des englischen Autors Samuel Langley-Swain greifen! Verraten sei natürlich, dass Langley-Swain mit seiner Geschichte die Botschaft aussendet, dass Anderssein gar nicht schlecht ist, im Gegenteil! Je vielfältiger wir alle sind, desto spannender. Ein klares Plädoyer für Vielfalt und Toleranz in Bilderbuchform für Kinder ab 4 Jahren! Besonders gut gefällt mir auch, dass hier für einmal der Vater als fürsorgliches Elternteil auftaucht und dass die Tränen und die Trauer nicht klein- oder weggeredet werden, sondern der Vater seinem Sohn zu verstehen gibt, dass er ihn genau so liebt, wie er ist. Lieber warm und bunt als kalt und grau Illustriert hat das Bilderbuch der Amerikaner Ryan Sonderegger. "Theo liebt es bunt" ist sein erstes Bilderbuch. Es lohnt sich optisch schon wegen der Illustrationen im Vorsatz: Theo wie er leibt und lebt: mit Perücke, Perlenkette, mit gefiedertem Hut, Monokel oder im Hawaiihemd. Dieses Wiesel muss einem einfach sympathisch sein! Das gesamte Buch ist mit doppelseitigen Bildern gestaltet. Die Wende in der Geschichte zeigt sich nicht nur an den bunt blühenden Blumen am Fenster, sondern auch am bunten, warmen Himmel. So taucht der Illustrator die Szenerie geschickt in unterschiedliche Atmosphären. Fazit Mit "Theo liebt es bunt" legen Samuel Langley-Swain und Ryan Sonderegger ein Bilderbuch mit klarer Message für mehr Vielfalt und Toleranz vor. An der Figur von Theo, dem modebewussten Wiesel, machen sie deutlich, dass es lohnt, sich selbst zu sein, auch wenn man anders ist als alle anderen. Dann erst recht! Denn anders ist gut, bunt tut gut! Die Fakten Theo liebt es bunt Samuel Langley-Swain (Text) Ryan Sonderegger (Illustration) Ursula C. Sturm (Übersetzung aus dem Englischen) Knesebeck Verlag 36 Seiten Erschienen am 24.09.2020 Hardcover ISBN: 978-3-95728-425-9 Ab 4 Jahren PS: Herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar. Noch mehr Bücher übers Anderssein Ganz besonders anders - Bücher übers Anderssein, Inklusion und Downsyndrom Ich bin anders als du - Ich bin wie du - Constanze von Kitzing (Carlsen, 2019) Ich so du so - alles super normal - Labor Ateliergemeinschaft (Beltz&Gelberg, 2018) Like it? Pin it! Magst du diesen bunten Bilderbuchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin merkst! #Knesebeck #SamuelLangleySwain #RyanSonderegger #Bilderbuch #Kinderbuch #Vielfalt #Toleranz #Anderssein
- Die Sache mit dem Einschlafen
Einschlafen ist kinderleicht? Nicht für alle! Besonders für Kinder nicht immer. Und auch der kleine Siebenschläfer aus dem Bilderbuch "Siebenschläfers sieben Betten" von Susanna Isern und Marco Somà hat damit so seine liebe Mühe. Geht es euren Kindern manchmal (oder gar immer) so, dass sie einfach nicht in den Schlaf finden? Bei uns ist das Problem jedenfalls bestens bekannt, um es mal nett auszudrücken. Und ehrlich, auch wir Erwachsene schlafen ja nicht immer von der einen auf die andere Sekunde selig ein. Wenn euch die Sachlage auch nur annähernd bekannt vorkommt, könnte das Bilderbuch "Siebenschläfers sieben Betten" etwas für euch sein! Ein ungewöhnlicher Gast Susanna Isern entführt uns in "Siebenschläfers sieben Betten" in den Grünen Wald. Hier leben Hasen, Eichhörnchen, Mäuse, Hirsche und andere Tiere friedlich zusammen. Eigentlich ist es fast etwas langweilig. Doch eines Morgens entdeckt der Hase in seiner Karottenkiste den Siebenschläfer - friedlich schlummernd. Er erklärt, dass er nicht habe einschlafen können und es deshalb mal mit der Kiste versucht habe. Am nächsten Morgen entdeckt das Rotkehlchen den Siebenschläfer in seiner Krawattenschublade. Und ihr ahnt es: Auch am dritten Tag erwacht der kleine Siebenschläfer an einem ungewöhnlichen Ort - in einem Hirschgeweih. Und so geht das immer weiter. Jeden Morgen entdeckt ein anderes Tier den Siebenschläfer bei sich im Haus. Die Tiere des Waldes finden das gar nicht so lustig und wollen, dass der Siebenschläfer im eigenen Bett bleibt. Und tatsächlich, in dieser Nacht bleibt der ungebetene Gast aus. Er taucht aber auch am Tag nicht auf und als der Hase ihn zuhause besuchen möchte, ist der Siebenschläfer nicht da. Da beginnen die Tiere, sich Sorgen zu machen! Zu recht, denn wie sich herausstellt, hat sich der kleine Siebenschläfer vor lauter Angat, alleine schlafen zu müssen, zum bösen Wolf ins Haus geschlichen. Die Waldtiere schliessen sich zusammen, um ihrem kleinen Freund zu helfen. Wie sie das genau anstellen und wie der Siebenschläfer künftig beruhigt einschlafen kann, müsst ihr selber herausfinden! Die Angst ernst nehmen Mit der Geschichte zeigt die spanische Kinderbuchautorin und Kinderpsychologin Susanna Isern, dass es sich lohnt, über seine Ängste zu sprechen und dass wir im Gegenzug auf die Ängste unserer Mitmenschen (oder Tiere) hören und auf sie eingehen sollten. Wie bei den Tieren, lohnt es sich auch bei den Kindern, sie nicht einfach ins eigene Bett zurück zu schicken, sondern das Bedürfnis dahinter zu ergründen und eine gemeinsame Lösung zu finden. Meistens geht es doch wie beim kleinen Siebenschläfer darum, Geborgenheit zu schenken. Liebevolle Illustrationen Kommen euch die Illustrationen von "Siebenschläfers sieben Betten" bekannt vor? Kein Wunder! Illustrator ist der Italiener Marco Somà. Sein Stil ist einfach unverkennbar und verleiht zum Beispiel auch dem Bilderbuch "Der Glücksverkäufer" von Davide Calì eine ganz besondere Atmosphäre. Er arbeitet mit gedeckten Farbtönen, ganz feinen Mustern und seine Bilder muten gleichzeitig nostalgisch und surrealistisch an. So wird auch hier jede Doppelseite zum Kunstwerk mit vielen liebevollen Details. Einziges Manko am Buch? Dass der Wolf wie so oft als Bösewicht herhalten muss. Das ist etwas sehr klischeehaft, wo doch der Bär, der im Bilderbuch zu den netten Tieren gehört, in der Natur nicht minder bedrohlich wäre für einen Siebenschläfer. Wer Lust auf Bücher hat, die den Wolf positiver darstellen, wird bei Honorata von @dreibuchhoch.de auf Instagram fündig. Sie stellt derzeit eine ganze Serie solcher Kinderbücher vor. Fazit Das Bilderbuch "Siebenschläfers sieben Betten" von Isabelle Isern und Marco Somà eignet sich für Kinder ab 4 Jahren. Es gibt nicht nur den kleinen Zuhörer*innen, sondern auch uns Erwachsenen eine Botschaft mit. Die Tiergeschichte ermuntert dazu, auf die Gefühle - vor allem die Ängste - unserer Kinder und generell unserer Mitmenschen zu hören und sie zu unterstützen. Ein Kinderbuch, das eine wohlige Wärme vermittelt und gerade im Herbst zum gemütlichen Einkuscheln einlädt! Die Fakten Siebenschläfers sieben Betten Susanna Isern (Text) Marco Somà (Illustration) Mena Dressler (Übersetzung aus dem Spanischen) Baeschlin Verlag 40 Seiten Erschienen am 15.05.2020 Hardcover ISBN: 978-3-03893-021-1 PS: Herzlichen Dank an den Baeschlin Verlag für das Rezensionsexemplar. Das könnte dir auch gefallen Der Glücksverkäufer - Davide Calì und Marco Somà (Carl-Auer Verlag, 2019) Vielleicht - Kobi Yamada und Gabriella Barouch (Adrian Verlag, 2019) Like it? Pin it! Magst du diesen Bilderbuchtipp rund ums Einschlafen und Schlafen? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst. #Bilderbuch #SusannaIsern #MarcoSomà #BaeschlinVerlag #Kinderbuch #Schlafen #Einschlafen #Gutenachtgeschichte #Freundschaft #Angst #Mut #Zusammenhalt #Wald













