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- Früchte, Beeren, Blüten
My Feldt hat mit "Apfelduft & Heidelbeerblau" ein aussergewöhnliches Backbuch geschaffen: Dem Lauf der Jahreszeiten folgend, voller Erinnerungen und Eindrücke, überquellend vor Energie und Liebe zur Natur. "Ich glaube, es ist selten, dass Menschen ganz neue Rezepte erfinden, die es nicht bereits in irgendeiner Form gab, und genau das liebe ich daran: Gute Rezepte sind zum Teilen da." (S. 11) Und genau das tut My Feldt in ihrem besonderen Backbuch: Sie teilt ihre Rezepte, die meist durch viele Hände gingen, bevor sie zu ihr gelangten und sie sie wiederum anpasste. Und sie teilt neben den Rezepten auch Erinnerungen und Gedanken. My Feldt ist in Schweden kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist nicht nur Köchin und Konditorin mit eigener Bäckerei/Konditorei, sondern tritt auch noch regelmässig im schwedischen Fernsehen auf. Neben den Rezepten hat sie auch noch wunderschöne detailreiche Illustrationen ins Buch gezaubert! Für die wunderschönen Fotos ist Linda Lomelino zuständig, ihrerseits Bloggerin, Fotografin, Stylistin und selber Kochbuchautorin. Das Buch ist nach Jahreszeiten gegliedert. Wir starten im Frühling mit Brennesseln und ganz viel Rhabarber. Da ich Rhabarber liebe, habe ich mir fest vorgenommen, nächstes Jahr mal My Feldts Rhabarbersaft und eins der leckeren Gebäcke auszuprobieren. Wie wär's mit Tartelettes mit eingelegtem Rhabarber oder Rhabarber-Vanille-Schnecken? Schon in diesem ersten Teil erinnern mich die Geschichten, die My Feldt rund um ihre Rezepte erzählt, ans Schweden von Astrid Lindgren: My stürzte als Mädchen wie Lotta mit dem Fahrrad und kletterte wie Ronja Räubertochter gerne auf Bäume. Im Sommer erzählt sie vom Mittsommer und den Kränzen aus Butterblumen. Den Duft des Sommers konserviert My Feldt mit Fliedersaft und erinnert damit an ihre verstorbene Mutter. Auch Holunder, Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Rosenblüten und Mohn dürfen im Sommer nicht fehlen. So gibt es zum Beispiel Zitronenkekse mit Mohn und Mürbeteigkekse mit Flieder-Rosen-Zucker. Wer's lieber frischer mag, versucht es mal mit geeister Gurken-Limetten-Limonade. Und dann haben im Spätsommer auch die Heidelbeeren ihren Auftritt. "Die Beeren gucken einen mit ihren kleinen nachtblauen Augen an, und man kann nicht aufhören mit Pflücken." (S. 147) Margaretas Heidelbeerkuchen klingt ebenso verlockend das etwas ausgefallenere Heidelbeersorbet mit schwarzem Pfeffer und Olivenöl. Im Herbst darf der Apfel nicht fehlen, aber auch Gemüse wie Rote Bete, Karotten, Kürbis und Zucchini verarbeitet sie zu Kuchen. Im Winter treffen dann Schokolade, Vanille und Karamell auf Salz und Nüsse. Zitrusfrüchte sorgen für Erfrischung und die nötigen Vitamine. Am Ende des Buches finden sich ein paar Tipps und ein Register. Fazit My Feldt vermittelt mit "Apfelduft & Heidelbeerblau" vor allem eines: Lebensfreude! Und diese zieht sie aus so vielen Dingen - aus Erinnerungen, aus dem Duft des Flieders, aus den Schätzen vom Waldrand oder der Hecke hinterm Haus. Mit ihren Rezepten scheint sie all das einzufangen und uns weiterzugeben. Ein Backbuch, das nur so strotzt vor Sinnlichkeit und mit Sicherheit keine Geschmacksknospe kalt lässt! Und die Bilder von Linda Lomelino lassen einen heimlich sofort die nächsten Ferien in Schweden planen. Die Fakten Apfelduft & Heidelbeerblau Backen mit Früchten, Beeren und Blüten My Feldt (Text) Linda Lomelino (Fotos) AT Verlag 280 Seiten Erschienen am 29.01.2019 Hardcover ISBN: 978-3-03800-536-0 Instagram-Account von My Feldt Instagram-Account von Linda Lomelino PS: Herzlichen Dank an den AT Verlag für das Rezensionsexemplar. #buchtandem - gemeinsam lesend unterwegs Kennst du schon die Aktion #buchtandem von Brigitte Wallinger und mir auf Instagram? Wir suchen je 1 Buch für Kinder und 1 für Erwachsene, die thematisch zusammen passen, so dass Kinder und Erwachsene im Gleichschritt lesen und danach drüber sprechen können. Zeigt uns doch auch eure buchigen Traumpaare? Wir teilen sie gerne in unseren Stories und speichern sie im Highlight zur Aktion ab. Oder schaut einfach mal rein, folgt dem Hashtag und lasst euch von den vielen, vielen bisherigen Einträgen inspirieren! Dank unseren Follower*innen, die so fleissig mitmachen, ist das Ganze ein Riesenspass! Ich habe zu My Feldts Buch das Kinderkochbuch "Grüner Reis und Blaubeerbrot" von Felicita Sala kombiniert. Klar, die beiden hält ein blauer Faden aus Blau- bzw. Heidelbeeren zusammen! ;-) Like it? Pin it! Magst du diesen Tipp zum Backen? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin zum Backbuch merkst. #MyFeldt #LindaLomelino #ATVerlag #Backbuch #Rezepte #Früchte #Beeren #Blüten #Schweden
- Keine*r zu klein, die Welt zu retten
Am 25. September ist wieder Globaler Klimastreiktag! Wenn ihr auch eure Kleinsten auf diesen Tag oder allgemein das Thema Klima einstimmen wollt, ist "Rettet die Erde!" von Patrick George genau das Richtige. Vielleicht kennt ihr Patrick George schon von seinem letzten Bilderbuch "Lass mich frei!". Darin kehren Wildtiere zurück in ihre natürliche Umgebung. Schluss mit dem Dasein als Zirkuselefant, Bär im Zoo oder gar Teppich aus Tigerfell. Die Kinder können die gefangenen oder toten Tiere durch Umblättern einer Folie ganz einfach befreien. Ein toll gemachtes Buch mit wichtiger Botschaft! Die Folie macht's! "Rettet die Erde!" hat mit seinem Vorgänger nicht nur das herausstechende gelbe Cover gemeinsam, sondern funktioniert auch nach demselben Prinzip. Im ersten Moment läuft's nicht so gut für die Umwelt. Im zweiten - nach dem Umblättern einer transparenten Folie - viel besser! Statt Auto zu fahren, wird geradelt - Superheld*innencape inklusive! Statt PET-Flaschen im Wasser treiben zu lassen, sammeln die Kinder den Abfall ein. Und so geht es weiter mit spielerisch vermittelten Tipps für nachhaltiges Verhalten in allen Bereichen: Das Licht nicht dauernd brennen lassen. Blümchen für die Bienen pflanzen. Weniger Fleisch, dafür mehr Gemüse essen. Mehr draussen spielen als drin am Tablet. Schlichte Bilder - klare Message Patrick George illustriert mit klaren Linien und einheitlichen Farbflächen, ohne viele Details und ohne Strukturierungen. So kommen die knallbunten Illustrationen schlicht daher, lenken aber auch nicht vom Wesentlichen ab. Für die Zielgruppe der Kleinen ab 3 Jahren genau das Richtige! Besonders schön ist, dass Patrick George Vielfalt ins Spiel bringt: Es gibt verschiedene Hautfarben und da ist auch einmal eine Automechanikerin oder ein Kind im Rollstuhl zu sehen. Für die ganz Aufmerksamen: Besorgt euch das Buch und schaut euch mal das Vorsatzpapier an. Aus den rauchenden Fabrikschornsteinen vom Anfang wird am Schluss ein idyllischer Wald bei Nacht, durch den das mittlerweile bekannte Kind mit Superheld*innencape radelt. Patrick George zieht damit die Logik seines Buches so konsequent durch, dass ich nur den Hut ziehen kann. Hoffen wir, dass die Kinder von heute einen solchen Wandel hinbringen. Und unterstützen wir sie dabei! Fazit Mit "Rettet die Erde!" legt Patrick George ein Bilderbuch mit wichtiger Botschaft für die Kleinsten vor, das Spass macht. Die Kinder fühlen sich nicht belehrt, sondern entdecken spielerisch, wie nachhaltiges Verhalten geht. Ein motivierendes, interaktives Bilderbuch mit ebenso klarer Grafik wie Message: Rettet die Erde! Die Fakten Rettet die Erde! Patrick George (Text + Illustration) Markus Weber (Übersetzung aus dem Englischen) Moritz Verlag 52 Seiten Erschienen am 01.03.2020 Hardcover ISBN: 978-3-89565-392-6 PS: Herzlichen Dank an den Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Buchtipps für Weltretter*innen Ohne Wasser geht's nicht! - Christina Steinlein und Mieke Scheier (Beltz & Gelberg, 2020) Der Tag, an dem das Meer verschwand - Sam Haynes und Jago (Knesebeck Verlag, 2020) Meine Freundin Erde - Francesca Sanna (NordSüd Verlag, 2020) Die Klimaschweine - Julia Neuhaus und Till Penzek (kunstanstifter, 2020) TU WAS KIDS - Nicole Röndigs und Thilo Klüppel (Greenpeace Magazin Edition, 2019) Wie viel wärmer ist 1 Grad? - Kristina Scharmacher-Schreiber und Stephanie Marian (Beltz & Gelberg, 2019) Sandor. Der geheime Schwarm - Dorothea Flechsig und Katrin Inzinger (Glückschuh Verlag, 2019) So geht Planet! - Figueras, Tavernier und Verhille (Kleine Gestalten, 2019) Wir sind Greta - Valentina Giannella und Manuela Marazzi (Midas Verlag, 2019) Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp für die Kleinen? Dann freue ich mich, wenn du die Inspiration mit dem Pin auf Pinterest teilst. Natürlich ist auch sonst jede Form der Verbreitung herzlich willkommen. Danke! #Bilderbuch #Nachhaltigkeit #PatrickGeorge #MoritzVerlag #Umwelt #Klima #FridaysForFuture #Kinderbuch #Klischeefrei #Diversität #Vielfalt
- Es wimmelt und wuselt
Mit Britta Teckentrups Sachbilderbuch "Sechs Beine oder mehr" tauchen wir in die spannende Welt der Insekten und Spinnen ein. Das Buch fasziniert nicht nur Kinder ab 6 Jahren, sondern auch Erwachsene! Es lohnt sich! Habt ihr Angst vor Spinnen und anderem Kleingetier? Dann ist "Sechs Beine oder mehr" von Britta Teckentrup und Lily Murray genau das Richtige für euch! Kein Witz. Vielleicht braucht es zu Beginn etwas Überwindung. Da ich selbst keine Probleme habe mit Insekten und Spinnen, kann ich wohl nicht nachvollziehen wie viel. Aber wenn ihr es erst mal geschafft habt, werdet auch ihr fasziniert sein! Und zur Beruhigung: Unter den Insekten gibt es ja auch so wunderschöne Tiere wie den Schwalbenschwanz oder den blauen Morphofalter. Jedes Tier hat einen Sinn Da es mir sehr wichtig ist, unseren Kindern Faszination und Wertschätzung für alle Tiere mitzugeben, war für mich sofort klar, dass "Sechs Beine oder mehr" hier einziehen muss. Umso mehr, dass es die fantastische Britta Teckentrup gestaltet hat. Von ihrer Illustrationskunst habe ich euch schon bei "Das Ei" und "Die Feder" vorgeschwärmt. Autorin Lily Murray erklärt uns zuerst, was Insekten und Spinnentiere überhaupt charakterisiert. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass Zecken auch zu den Spinnentieren gehören und ebenfalls acht Beine haben. Im Weiteren erfahren wir etwas über die Vorfahren von Insekten und Spinnen - sie waren teils gigantisch! -, lesen mehr zu ihren Lebensräumen, ihrer Fortpflanzung, wie sie sich ernähren und welche Rolle sie im Ökosystem spielen. Ihr ahnt es, eine grosse Rolle: Sie befruchten viele Pflanzen, kümmern sich um Abfälle und sind selbst eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere. Spannend sind natürlich auch die Rekorde, die Insekten und Spinnen aufstellen. Chans Megastick wird bis zu 56 cm lang und die Bremse fliegt rasante 145 Kilometer pro Stunde! Illustration mit Collagen Wie wir es von Britta Teckentrup kennen, arbeitet sie auch in diesem Buch mit ihrer fantastischen Collagentechnik. Für die einzelnen Elemente der Tiere verwendet sie unterschiedlich bemaltes Papier, das den Krabbeltieren Struktur verleiht und die schimmernde Transparenz von Insektenflügeln perfekt imitiert. Fazit "Sechs Beine oder mehr" ist ein ebenso spannendes wie schönes Sachbilderbuch über Krabbeltiere von winzig klein bis riesengross. Autorin Lily Murray bringt uns die interessantesten Fakten rund um Insekten- und Spinnentiere näher und Britta Teckentrup illustriert die Käfer, Falter, Vogelspinnen und Flattertiere so kunstvoll, dass wir die Wunderwelt der Insekten und Spinnen nur fasziniert betrachten können. Die Fakten Sechs Beine oder mehr - Die Wunderwelt der Insekten und Spinnen Britta Teckentrup (Illustration) Lily Murray (Text) Ute Löwenberg (Übersetzung aus dem Englischen) Prestel Junior 48 Seiten Hardcover Erschienen am 09.03.2020 ISBN: 978-3-7913-7439-0 Ab 6 Jahren Like it? Pin it! Magst du diesen wuseligen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du die Inspiration auf Pinterest teilst. Oder natürlich auch in allen anderen Sozialen Medien! #Bilderbuch #Kinderbuch #BrittaTeckentrup #PrestelJunior #LilyMurray #Insekten #Spinnen #Tierwelt #Natur #Biodiversität #Nachhaltigkeit #Umweltschutz
- Das Glück kommt mit Gebimmel
Und mit Eis und Buntheit und Aussergewöhnlichkeit. Zumindest ist das im Kinderbuch "Das Ei von Aua" von Rike Drust und Mareike Engelke so. Weshalb, versuche ich euch mal zu erklären. "Kinder finden es nie zu kalt für Eis. Das finden immer nur die Eltern." Stimmt, oder? Und ich muss sogar zugeben, dass ich es für mich selber auch nie zu kalt für Eis finde. Ich sage einfach Glace dazu. Aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls ist es um mein Herz schon bei diesem vorangestellten Satz von Rike Drust geschehen. Denn der zeugt eindeutig davon, dass hier eine Kennerin der Kinderseele schreibt. Ja, es lässt sich sogar vermuten, dass Rike sich ganz viel vom eigenen Kind in sich bewahrt hat. Und das liebe ich! Ein einsamer Berg Aber gut, ich schweife ab. Kurz, worum es geht: Bob ist ein Berg. Er ist aber leider kein normaler Berg, weil seine Mama ein Schwamm war. Das heisst, man kann ihn nicht begehen, nicht bekraxeln, nicht besteigen, nicht hinunterrodeln, ja, nicht mal ganz sanft betreten, ohne dass man einsinkt. Die Feuerwehr hält ihn deshalb sogar für gemeingefährlich und hat ihn mit viel Flatterband abgesperrt. "Von weitem sehe ich aus wie ein ganz normaler Berg. Aber wer näher herankommt, kann erkennen, dass ich ein trauriger Berg bin. Und wer versucht, mich zu besteigen, versteht auch warum: Auf mir kann kein Mensch stehen." Man kann sich also vorstellen, wie langweilig so ein Bergleben ist, wenn keine spielenden Kinder auftauchen, keine Wanderer*innen auf einem rumstapfen, ja nicht mal Vögel sich niederlassen können. Bobs Leben ändert sich aber schlagartig, als die Eisverkäuferin Aurora mit ihrem verlotterten Eiswagen und viel Gebimmel auftaucht. Dicht gefolgt von der rauchenden (ungesund!!) Rauchschwalbe Emma. Wie sich die Sache entwickelt, kann ich leider nicht verraten, denn dann müsstet ihr dieses wunderbare Buch ja nicht mehr lesen und das wäre ein grosses Versäumnis! Durch die Hintertür Die Geschichte an sich, erobert mein Herz eher so durch die Hintertür, denn man fragt sich relativ lange, worauf die Autorin mit der Geschichte hinaus will. Das ist natürlich wieder so ein Erwachsenending. Meine Grosse hat sich der Geschichte einfach hingegeben und war sofort begeistert. Erstens wegen dem Eis (dazu am Ende noch eine kleine Kritik) und zweitens, weil sie so gut nachvollziehen kann, was für ein komisches Gefühl Bob in sich spürt, als ihn kaltes Eis berührt. Was ich am Buch grossartig finde, sind mehrere Dinge: Erstens Wörter wie Emmajuchzen, Snowboard-Streicheleinheiten, saulangweilig, Besenstieleisportionierer, Elternreinlege-Dauereis, Aussergewöhnlichkeit. Die Liste an nicht Duden konformen Wörtern wäre beliebig ergänzbar. Zweitens, wie schnell wir den behäbigen Berg ins Herz schliessen, wie kaltschnäuzig die Rauchschwalbe Emma ist und wie quirlig positiv Aurora. Drittens, wie wir miterleben, wie eine neue Freundschaft entsteht und Freunde zusammen Unvorstellbares erreichen können. Viertens mag ich die Länge. "Das Ei von Aua" ist mit seinen über 50 Seiten eine Geschichte zum Eintauchen (man bemerke die Analogie zu Bobs Aggregatzustand). Fünftens dürfen die fantastischen Illustrationen von Mareike Engelke nicht unerwähnt bleiben: Sie sind schön, cool, modern, wild und die Farbpalette entspricht ganz einfach meinem Geschmack. Und wenn euch all das noch nicht überzeugt, dann lest einfach nochmals das Eingangszitat. Eben! Eine Kritik meiner Tochter muss ich anfügen: Sie findet es völlig unverständlich, dass Aurora kein Regenbogeneis kreiert hat! Ich soll das bitte ausrichten. Aber sonst gefällt ihr das Buch gut. Fazit Rike Drust erzählt mit "Das Ei von Aua" eine schräge Geschichte über liebenswerte, aber eigensinnige Menschen, Tiere und Berge und darüber, wie sie gemeinsam mehr erreichen als alleine. Das Vorlesebuch ab etwa 5 Jahren verfügt über die richtige Prise Fluffigkeit und ist obendrauf wundervollst illustriert von Mareike Engelke. Es ist ein Muss für alle, die es nie zu kalt finden für Eis. Also für alle. Die Fakten Das Ei von Aua Rike Drust (Text) Mareike Engelke (Illustration) Kunstanstifter 52 Seiten Erschienen am 15.07.2020 Hardcover ISBN: 978-3-942795-94-4 Website von Mareike Engelke Rike Drust auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Kunstanstifter und Kirchner Kommunikation für das Rezensionsexemplar. #RikeDrust #MareikeEngelke #Kunstanstifter #Kinderbuch #Vorlesen #Freundschaft #Skurriles
- Die Welt entdecken von klein auf
Kleine Kinder entdecken jeden Tag etwas Neues. So auch das Kind im Pappbilderbuch "Warte, warte - wo willst du hin?" vom japanischen Duo Komako Sakai und Nakawaki Hatsue. Starkes aus Pappe Steffi (@lesenslust) und Ronja (@ronja.waldgaenger) suchen auf Instagram gerade nach den besten Bilderbüchern für die ganz Kleinen aus Pappe. Ein guter Grund, euch unter dem Hashtag #ausliebezumpappbuch eins meiner liebsten Bücher für die Kleinsten zu zeigen. "Warte, warte - wo willst du hin?" ist ein leises, unaufgeregtes Buch. Nakawaki Hatsue erzählt von einem Kind, das auf seinem Weg spannende Dinge entdeckt. Ein Schmetterling, eine Eidechse, Tauben und Katzen. Und natürlich möchte es die Tiere jeweils von Nahem anschauen, vielleicht sogar anfassen. Aber jedes mal, wenn es ruft "Warte, warte... Wo willst du hin?", entwischen ihm die Tiere auch schon. Fliegen davon, verschwinden hinter einem Stein oder laufen davon. Am Ende ruft der Papa des Kindes selbst "Warte, warte...", packt das Kind und trägt es auf seinen Schultern nach Hause. Dem Verlagstext ist zwar zu entnehmen, dass es sich um ein Mädchen handelt, aber man kann das Geschlecht gerade so gut offen lassen beim Vorlesen. Die Welt erkunden Das Bilderbuch zeigt wunderbar eine Alltagssituation, die praktisch jedes Kind aus eigener Erfahrung kennen wird, sobald es die ersten tapsigen Schritte macht und sich so aufmacht, die Welt auf den eigenen Beinen zu entdecken. Und wie im Buch wird es oft ganz interessiert auf etwas zugehen und wenn es sich um ein scheues Tier handelt, macht es sich auf und davon. Durch die Wiederholungen im Text finden sich die Kinder im Bilderbuch schnell zurecht. Das gibt Struktur und Geborgenheit. Sie durchschauen schnell, worum es geht und können sich auf die wunderbar feinen Bilder von Illustratorin Komako Sakai konzentrieren. Und trotzdem kommt auch etwas Spannung auf: Welches Tier entdeckt das Kind als nächstes? Und erwischt es das Tier vielleicht dieses Mal? Toll ist auch, dass hier der Papa (und nicht wie so oft die Mama) als erwachsene Bezugsperson auftaucht. Fazit "Warte, warte - wo willst du hin?" ist ein Pappbilderbuch für die Kleinsten. Schon ab 1 Jahr können Kinder in die ruhige Alltagsgeschichte eintauchen und mit dem Kind im Bilderbuch die Welt entdecken. Denn das Abenteuer wartet direkt vor der Haustür! PS: Dieses Buch und noch mehr Starkes aus Pappe habe ich auch in diesem Artikel vorgestellt. Die Fakten Warte, warte - wo willst du hin? Nakawaki Hatsue (Text) Komako Sakai (Illustration) Ursula Gräfe (Übersetzung aus dem Japanischen) Moritz Verlag 22 Seiten Erschienen 2017 (4. Auflage) ISBN: 978-3-89565-282-0 Like it? Pin it! Magst du diesen Bilderbuchtipp für die Kleinsten? Dann freue ich mich, wenn du ihn dir auf Pinterest als Pin merkst. Natürlich kannst du den Beitrag auch auf Facebook, Twitter oder Instagram teilen. #Bilderbuch #Kleinkind #Baby #Alltag #Entecken #KomakoSakai #NakawakiHatsue #MoritzVerlag #Pappbilderbuch
- Schwebe, Nebel, schwebe
Kennt ihr das Nebellied? Ich kannte es bis vor Kurzem auch nicht. Anke Klassen und Daniela Drescher erinnern mit ihrem Bilderbuch "Das Nebelmännle vom Bodensee" an dieses Lied und lassen uns mit der Geschichte einen ganz neuen Blick auf den Nebel werfen. Ich gebe es zu, ich habe den Nebel noch nie gemocht. Ich bin in einem Nebelloch aufgewachsen und lebe jetzt in einer der wasser-, aber eben auch nebelreichsten Regionen der Schweiz. Diesen Winter hatten war bisher Glück, aber in anderen Jahren liegt die Hochnebeldecke hier grau und schwer und drückend und von den Flüssen steigt noch mehr Nebel auf. Und man wünscht sich nichts mehr, als endlich wieder einen Sonnenstrahl zu sehen. Alte Sage neu erzählt So geht es auch dem Ritter in der alten Sage vom Nebelmännle, die Anke Klassen in ihrer Nacherzählung wiederaufleben lässt. Das Nebelmännle wohnt tief unten im Bodensee, dort wo es stockdunkel ist und nicht mal ein Fisch vorbeikommt. Das Nebelmännle lebt dort seit Urzeiten, hat schon Dinosaurier geärgert und ist auf Mammuts geritten. Es schläft den Sommer über und steigt erst im Herbst vom Seegrund auf. Auf Nebelwolken fliegt es umher und singt das besagte Nebellied: "Schwebe, Nebel, schwebe über Wellen, Wald und Rebe. Webe Glitzer und Funkel in Trübsinn und Dunkel, bring Geheimnis und Glanz. (...)" Um das Lied zu hören, muss man ganz, ganz leise sein und gut lauschen. Leider sind die meisten Menschen aber zu laut. So auch der erwähnte Ritter. Er ist genervt vom Nebel, der seinen Reben das Sonnenlicht nimmt. Der Nebel durchkreuzt seine Pläne, immer mehr und noch mehr Wein zu produzieren und so immer noch reicher und berühmter zu werden. Denn das Nebelmännle versteckt liebend gerne Dinge: Häuser, Menschen, ganze Landstriche. Um dem verhassten Nebel den Garaus zu machen, lässt der Ritter eine Nebelglocke schmieden. Und tatsächlich, das Nebelmännle und seine Waldfrau müssen fliehen - und nehmen den Nebel mit sich. Vermeintliches Glück Weil nun der Nebel weg ist und mit ihm die Seegeister, fehlen dem Bodensee und den umliegenden Wäldern auch ihr üblicher Glanz, das Glitzern und Funkeln. Irgendwann merkt das auch der Ritter, wird traurig und beschliesst, die Welt zu bereisen. Sieben Jahre wird er unterwegs sein, wird dabei immer ärmer und ärmer und gewinnt am Ende eine Erkenntnis. Aber das müsst ihr selber nachlesen. Sage mit tieferer Botschaft Wie in alten Sagen und Volksmärchen üblich, transportiert auch "Das Nebelmännle vom Bodensee" eine Botschaft. Ich würde die Geschichte einerseits so lesen, dass man nicht nach immer mehr und noch mehr streben sollte wie der Ritter. Denn das machte ihn am Schluss unglücklich. Andererseits plädiert die Geschichte auch dafür, mit den Elementen der Natur im Einklang zu leben, ihnen ihren Lauf zu lassen und nicht in natürliche Kreisläufe einzugreifen. Denn sonst kann alles aus der Balance kommen. Insofern ist diese Sage auch nach wie vor aktuell, denken wir nur an die Klimaerwärmung und die negativen Folgen von rücksichtslosem Kapitalismus. Luftig-leichte Aquarelle Anke Klaassens Erzählung wird von Daniela Drescher mit ihren Aquarellen wunderschön in Szene gesetzt. Sie macht das Luftige, das Wabernde des Nebels, das Glitzern und Funkeln lebendig und lässt uns die sympathischen Naturgeister ins Herz schliessen. Erinnert euch das Nebelmännle auch an "Ole Winterwicht"? Kein Wunder, auch hier zeichnet Daniela Drescher für die Illustrationen verantwortlich. Fazit "Das Nebelmännle vom Bodensee" erzählt kindgerecht eine alte Sage nach, die Kinder ab 4 Jahren die Vorzüge der Natur und ihrer natürlichen Kreisläufe deutlich macht. So wird der Nebel in ein positives Licht gerückt und vielleicht können Kinder und Eltern beim nächsten Nebelspaziergang das Naturschauspiel so richtig geniessen und ganz gut lauschen, ob sie das Nebellied vernehmen können. Einen tollen Eindruck vermittelt auch der Buchtrailer: Die Fakten Das Nebelmännle vom Bodensee Anke Klaassen (Text) Daniela Drescher (Illustration) Urachhaus Hardcover 40 Seiten Erschienen am 01.06.2019 ISBN: 978-3-8251-5214-7 Website von Daniela Drescher PS: Herzlichen Dank an den Verlag Urachhaus für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin dieses Bilderbuchs auf Pinterest merkst.
- Die sanften Riesen
Cetacea. Klingt majestätisch, oder? Und das sind sie auch, die Tiere, die sich hinter diesem lateinischen Wort verbergen: die Wale. In "Die Welt der Wale" von Darcy Dobell und Becky Thorns erfahren wir noch viel mehr über die Riesen der Meere. Vom Land zum Wasser Das Leben kommt aus dem Wasser. So habe zumindest ich das aus der Schulzeit noch im Kopf. Aber wusstet ihr, dass die Wale den umgekehrten Weg gegangen sind? Ihr Vorfahre Indohyus hatte noch vier lange Beine und begab sich nur ins Wasser, um sich vor Feinden in Sicherheit zu bringen. Ambulocetus und Dorudon, zwei weitere Urahnen der heutigen Wale, bewegten sich schon geschmeidiger im Wasser. Die Giganten der Meere einfach erklärt Autorin Darcy Dobell und Illustratorin Becky Thorns gehen in ihrem Sachbuch für Kinder ab 5 Jahren gehen auf die Evolution der Wale ein, auf die unterschiedlichen Arten, ihre Lebensweisen, ihre besonderen Eigenschaften, Tricks und Kniffe, wie sie in Walschulen zusammenleben, wie sie sich orientieren und wie sie kommunizieren. Und schliesslich zeigen sie auch, wie wichtig es ist, die Meere zu schützen. Da erfahren wir zum Beispiel, dass einige Wale stehend schlafen und dabei nur eine Gehirnhälfte schläft, dass es Barten- und Zahnwale gibt, dass der Finnwal bis zu 80 Tonnen schwer werden kann und dass der Buckelwal sehr musikalisch ist. Wofür der Belugawal eine Melone braucht, weshalb der Grönlandwal keine Finne (Schwanzflosse) hat und wie viel Muttermilch ein Blauwalbaby täglich trinkt, erfährst du im Buch! Kindgerechte Texte und anschauliche Illustrationen Die kindgerecht formulierten Informationen, die die kleinen Zuhörer*innen immer wieder direkt ansprechen und in kleinen Häppchen daherkommen, werden ergänzt von den wunderschönen Illustrationen von Becky Thorns. Die Grösse macht sie jeweils anschaulich, indem sie neben jedem beschriebenen Wal einen Taucher zum Vergleich platziert und das Gewicht gibt sie nicht nur in Tonnen, sondern auch in Anzahl Autos oder Bussen an. Fazit Mit Darcy Dobells und Becky Thorns' "Die Welt der Wale" lässt es sich wunderbar eintauchen in die Lebenswelt der sanftmütigen Meeresgiganten. Das Sachbuch für Kinder ab 5 Jahren bietet schön bebildert viele spannende Informationen über Wale und sensibilisiert für den Schutz der Meeressäuger und ihres Lebensraums. Mit diesem Kinderbuch lohnt sich das Abtauchen im doppelten Sinne! Die Fakten Die Welt der Wale Darcy Dobell (Text) Becky Thorns (Illustration) Andreas Bredenfeld (Übersetzung aus dem Englischen) Kleine Gestalten Hardcover 68 Seiten Erschienen am 28.01.2020 ISBN: 978-3-89955-829-6 Ab 5 Jahren Ausführlicher Einblick ins Buch und Bestellung bei Kleine Gestalten Website Becky Thorns PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Kleine Gestalten und Kirchner Kommunikation. Like it? Pin it! Gefällt dir dieser waltastische Buchtipp? Dann merke dir doch den Pin auf Pinterest und teile die Inspiration.
- Von Klappergeistern und Geistermeistern
Nadia Buddes aktuelles Bilderbuch "Letzte Runde Geisterstunde" begeistert erneut mit lustigen Reimen und knallbunten Zeichnungen im unverkennbaren Budde-Stil. Kennt ihr "Eins zwei drei Tier"? Ich würde Nadia Buddes Bilderbuchdebüt von 1999 ganz klar zu den modernen Bilderbuchklassikern zählen. Hier wird es jedenfalls in der Pixi-Variante rauf und runter gelesen. Wenn ihr es kennt, seht ihr bestimmt schon am Cover, dass es sich bei "Letzte Runde Geisterstunde" um dieselbe Autorin und Illustratorin handelt. Nadia Buddes Stil und Wortwitz sind einfach unverkennbar. Schon mit ihrem letzten Buch "Eins zwei drei Vampir" wurde es leicht gruselig. Das wiederholt sie hier, aber wie immer in witzig und sympathisch! Was hat es auf sich mit den Geistern? Mit Reimen wie "Geister haben feuchte Hände, schieben sich durch Kellerwände" geht Nadia Budde der Frage nach, was Geister so tun und woher sie kommen, welche Geisterarten es gibt, wie sie sich verbreiten und ob sie sich wohl vertreiben lassen. Ihre Geister sind dabei immer herrlich witzig gezeichnet. Jeder Geist hat seine Besonderheit, egal ob zackige Zähne oder wilde Mähne. Es stellen sich viele Fragen, aber eins können wir sicher sagen: Es gibt Poltergeister, Wassergeister, Waldgeister, Plagegeister, Rattergeister, Plüschgeister, Schlurfgeister... und viele mehr. Wir entdecken beim Betrachten immer wieder Neues und meine Tochter hat Spass daran, die Baby-Geister und die Mami-Geister ausfindig zu machen oder zu schauen, welche Geister traurig aussehen. Das Bilderbuch ist vielleicht nichts für ganz zart Besaitete, aber für alle, die sich gerne ein bisschen gruseln oder schon so abgebrüht sind, dass sie schlicht die Reime geniessen können. Meine Tochter wollte danach jedenfalls gleich noch mehr Geister und die finden wir regelmässig in "Donner und Dory!". Zählen mit Geistern Habt ihr den Clou am Buch entdeckt? Auf jeder Seite hat sich ein Geist mehr versteckt. ;-) Von einem Geist bis zu 20 Geistern können die Kinder wunderbar mitzählen. Dann kommen die Geistermeister und verscheuchen sie. Denn... "Geister lassen sich vertreiben. Oder... lassen wir sie bleiben?" Fazit "Letzte Runde Geisterstunde" von der Berlinerin Nadia Budde ist ein witziges, buntes Bilderbuch über Geister von B wie Brausegeist bis Z wie Zwiebelgeist. Die Kinder ab 2 Jahren sollten nicht allzu ängstlich sein. Und falls doch, lasst einfach die Geistermeister rein! Von mir gibt's jedenfalls eine grosse Vorleseempfehlung für Nadia Buddes neusten Streich. Die Fakten Letzte Runde Geisterstunde Nadia Budde Verlag Antje Kunstmann 32 Seiten Erschienen am 11. Februar 2020 ISBN: 978-3-95614-363-2 Ab 2 Jahren PS: Herzlichen Dank an den Verlag Antje Kunstmann für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du dieses Bilderbuch mit Reimen und zum Zählen? Dann merk es dir auf Pinterest! Vielen Dank.
- Am Anfang das Ende
"Der Sommer meiner Mutter" von Ulrich Woelk beginnt mit dem traurigen Ende. Weshalb es sich trotzdem lohnt, den Roman zu lesen, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Der erste Satz von der "Sommer meiner Mutter" hat es in sich: "Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten bemannten Mondlandung, nahm sich meine Mutter das Leben." (S. 7) Der Ich-Erzähler Tobias, schildert in der Folge, wie es zu diesem Suizid kam. Tobias, kurz Tobi, war damals 11 Jahre alt, lebte mit seinen Eltern am Stadtrand von Köln in einem eigenen Haus. Der Vater war Ingenieur, die Mutter Hausfrau, wie es sich für eine bürgerliche Kleinfamilie in den 1960er-Jahren gehörte. Ausserdem waren sie praktizierende Katholiken und hatten Angst vor dem Kommunismus. Tobias und seinen Vater verband die Faszination für die Raumfahrt und so verfolgten sie gemeinsam die verschiedenen Apollo-Missionen der Amerikaner, die im Sommer 1969 in der ersten Mondlandung münden sollten. Die heile Welt von Tobi (und seiner Eltern) begann zu bröckeln, als die Familie Ahrens neue Nachbarn bekam. Die Leinhards waren so ziemlich das Gegenteil: Vater Wolf war Professor für Philosophie, Mutter Uschi arbeitete als Übersetzerin von Krimis aus dem Englischen und Tochter Rosa (12, 13 Jahre alt) war Tobias um einiges voraus, schon eine richtige Teenagerin. Die Leinhards setzten ihre Hoffnungen in den Kommunismus, demonstrierten gegen den Vietnamkrieg und Frau Leinhard kleidete sich modern im Stil der Hippies, in Jeans mit Schlag und gebatikten Tunikablusen. Ein kleiner Schritt... Sowohl die beiden Paare als auch Tobi und Rosa freunden sich an. Parallel zum Fortschreiten des Apollo-Programms, schreiten auch die Ereignisse in Tobis Leben voran. Während er im Windschatten von Rosa zum Teenager heranwächst, sich die erste Jeans kauft, neue Musik hört, Zugang zur Literatur findet, emanzipiert sich Tobis Mutter Eva Schritt für Schritt von ihrem kleinbürgerlichen, katholisch geprägten Milieu oder versucht es zumindest. Durch die Nachbarin ergattert sie sich ebenfalls einen Übersetzungsjob und scheint darin mehr und mehr aufzugehen, während sie ihre "häuslichen Pflichten" immer mehr vernachlässigt. Die beiden Entwicklungsgeschichten von Mutter und Sohn werden ergänzt um das neu entstehende Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Ehepaaren, die sich übers Kreuz anfreunden. Zu welchem Höhepunkt sich das Ganze entwickelt, möchte ich natürlich nicht verraten. Das müsst ihr auf den knapp 200 Seiten selbst herausfinden. Die Erzählstimme von Tobi ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Es ist schnell klar, dass hier nicht der 11-jährige Tobi spricht, sondern sein um viele Jahre gealtertes Ich. Trotzdem behält Woelk den naiven Blick des Kindes bei und reflektiert ihn selten. Das fand ich nicht immer ganz glaubwürdig. Umso länger beschäftigt hat mich der Suizid der Mutter und die Geschehnisse, die in etwa einem halben Jahr dazu geführt haben. Ulrich Woelk versteht es hervorragend, in seinem kurzen, aber dichten Roman die kleinbürgerliche Idylle am Stadtrand Kölns entstehen, innert Jahresfrist ins Trudeln zu bringen und schliesslich mit dem traurigen Ende in sich zusammen fallen zu lassen. "Der Sommer meiner Mutter" stand übrigens wie "Winterbienen" von Norbert Scheuer auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019. Hat im Gegensatz zu Letzterem den Sprung auf die Shortlist aber nicht geschafft. Fazit Ulrich Woelk verknüpft in "Der Sommer meiner Mutter" unterhaltsam und doch tiefgründig eine Coming-of-Age-Geschichte mit der Emanzipation einer Ehefrau und Mutter. Geschickt verbindet er ausserdem die Geschehnisse mit der Zeitgeschichte von 1969 und lässt so die Welt von damals wieder auferstehen. Ein lesenswerter Roman mit tragischem Ende, das lange nachhallt. PS: Wenn ihr noch eine andere Einschätzung hören wollt, abonniert den Podcast Feiste Bücher. In ihrem Podcast bespricht Silvi Feist jeden zweiten Dienstag ein Buch. Die Journalistin ist beim Magazin EMOTION für die Bücherseiten zuständig. Die Fakten Der Sommer meiner Mutter Ulrich Woelk C.H. Beck Hardcover 189 Seiten Erschienen am 25.01.2019 ISBN: 978-3-406-73449-6 Like it? Pin it! Magst du diesen preisverdächtigen Buchtipp? Dann merke ihn dir auf Pinterest. Danke! Weitersagen ist natürlich auch auf anderen Kanälen immer gut!
- Liebe in all ihren Facetten
(Werbung/Verlosung) Liebe. Mal auf den ersten Blick, mal zaghaft, mal fragil, mal bedingungslos, mal stürmisch, mal alles überdauernd. Hélène Delforge und Quentin Gréban geben in "Liebe", ihrem Bilderbuch für Erwachsene, der Liebe in all ihren Facetten mit Gedichten und Bildern Ausdruck. Ihr könnt ein Exemplar des grossformatigen Schmuckstücks gewinnen! Ich mache heute eine grosse Ausnahme: In der Regel ignoriere ich nämlich den Valentinstag. Weil ich der Tradition nicht viel abgewinnen kann, weil ich ihre Kommerzialisierung ablehne und weil ich Kitsch nicht mag (okay, ein paar buchige Ausnahmen gibt es ;-)). Doch heute stimme ich mal ein in die vielen Valentinstagshymnen auf die Liebe und habe erst noch was zu verschenken. Bilderbuch über die Liebe Denn mit "Liebe" hat mich das Erfolsgduo Hélène Delforge und Quentin Gréban, bekannt von "Mama", erreicht. Gréban rückt mit seinen Illustrationen die Liebe in all ihren Schattierungen in den Fokus: Da ist die Liebe zum ungeborenen Kind, die alles überdauernde Liebe zum verstorbenen Partner, die aus einem Lächeln gerade neu entstehende Liebe. Da ist der Liebeskummer, die Liebe als Stütze, die Liebe als ungewisses Feuer, die erdende Liebe zur Familie, die Liebe als Anziehung und Abstossung. Die Illustrationen passen in ihrer Vielfalt wunderbar zum Gefühl der Liebe. Mal imitieren sie die Jugendstil-Plakate von Alfons Mucha, mal zeigen sie ein Foto in Sepiatönen, mal ein Bild in Anlehnung an Man Rays Fotografie "Violon d'Ingres", mal erinnern sie an die Glanzzeiten des Rockabilly in den 1950er- und 1960er-Jahren, mal an Polaroids oder ans Viktorianische Zeitalter. Wir sehen Menschen mit asiatischen Gesichtszügen, People of Color, Europäer*innen und Amerikaner*innen. Wir sehen Familien, gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Paare, junge und alte Liebende. Harmonisches Wechselspiel aus Text und Bild Gespiegelt werden die Bilder in den Gedichten von Hélène Delforge. Sie berühren, bringen zum Nachdenken, sind manchmal etwas pathetisch, dann wieder schonungslos ehrlich und enthalten zum richtigen Zeitpunkt ein Augenzwinkern. Am besten gefällt mir der letzte Text über die Entstehung einer Familie und wie sich die Liebe vom kinderlosen Paar zum Paar mit Kindern verändert. "Der Zufall hat mir ein Geschenk gemacht. Dich. (...) Danach fand ich kleine laufende Nasen, abgeschnuffelte Kuscheltiere, Kabbeleien, marmeladenklebrige Hände an meinem Rock, eine Marienkäfer-Geschichte am Abend, Ostereier im Garten, verbaselte Hefte, Bonbons in den Taschen, Milchzähnchen unterm Kopfkissen, Lieder, lauthals im Auto gegrölt, Albträume um Mitternacht, Sprünge im Bett um sechs Uhr morgens. Laute Vorwürfe, leise Sorgen. Ich fand eine Familie. Welch ein Geschenk! Ich hätte mir nichts Schöneres vorstellen können." Was mir am Buch etwas fehlt, ist die Liebe zwischen Geschwistern und deshalb ergänze ich hier (leider ohne passende Illustration ;-)) ein Gespräch mit meiner mittleren Tochter A. (3 Jahre alt), das diese besondere Form der Liebe sehr schön zum Ausdruck bringt. A.: Wo war meine kleine Schwester, als ich in deinem Bauch war? Ich: Noch nirgendwo. A.: Und wo war ich, als meine grosse Schwester auf die Welt kam? Ich: Auch noch nirgendwo. A.: Dann habe ich im Nirgendwo sicher auf meine kleine Schwester aufgepasst! Fazit Hélène Delforge und Quentin Gréban präsentieren uns mit "Liebe" eine Hommage an dieses besondere Gefühl, die so vielfältig ist, wie die Liebe selbst. Mit poetischen Texten und atmosphärischen Illustrationen entsteht ein Panoptikum des intensivsten Gefühls, der Liebe. Ein grossformatiges Bilderbuch für Erwachsene, das sich nicht nur zum Valentinstag und nicht nur für die eigene Freundin, den Mann oder die Partnerin als Geschenk eignet, sondern für alle Liebenden. Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade "Liebe", die die liebe Steffi von "Nur Lesen ist schöner" (Insta: @lesenslust) ins Leben gerufen und in Kooperation mit dem Verlag arsEdition ermöglicht hat. Vielen Dank, dass ich dabei sein darf! Alle anderen beteiligten Blogs findet ihr auf Steffis Website. Die Fakten Liebe Hélène Delforge (Text) Quentin Gréban (Illustrationen) Anna Taube (Übersetzung aus dem Französischen) arsEdition Hardcover 72 Seiten Erschienen am 27.01.2020 ISBN: 978-3-8458-3670-6 VERLOSUNG BEI INSTAGRAM UND FACEBOOK Und jetzt könnt ihr ein Exemplar von "Liebe" von Hélène Delforge und Quentin Gréban gewinnen! Ihr könnt euch je ein Los bei @mintundmalve auf Instagram und bei MINT & MALVE auf Facebook holen. Die Lostöpfe öffnen sich mit Freischaltung der Posts am Freitag, 14.02.2020, und schliessen am Freitag, 21.02.2020, um 23:59 Uhr. Die Teilnahmebedingungen entnehmt ihr den jeweiligen Posts. Viel Glück! Eure Eliane PS: Wenn ihr keine Verlosung verpassen möchtet, abonniert einfach meinen kostenlosen Newsletter. PPS: Herzlichen Dank an arsEdition für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar! Like it? Pin it! Du magst diesen Buch- bzw. Geschenktipp? Damit du ihn nicht vergisst, merkst du ihn dir am besten bei Pinterest! Natürlich freue ich mich auch, wenn du anderen von diesem Beitrag und der Verlosung erzählst. Danke!
- Wenn die Welt Pause macht
Oskar ist Teil einer ganz besonderen Familie und ist selbst ein ganz besonderes Kind. In ihrem Debütroman "Mikadowälder" lässt Marie-Alice Schultz vor unseren Augen um Oskar herum einen Familienkosmos entstehen und uns in die fragilen Strukturen, Hoffnungen und Beziehungen schauen. Eine wacklige Sache wie beim Mikado. "OSKAR glaubt, dass man Luft zusammenpressen kann, bis sie zu einem dicken Pudding wird, er weiss nur noch nicht, wie." Schon die Personenbeschreibungen auf der ersten Seite sind speziell. In je einem Satz bringt uns Marie-Alice Schultz die Charaktere ihres Romans näher und macht zugleich deutlich, wie besonders jeder Mensch ist. Im Kern geht es um Mona Tsarelli, ihren Kisten bauenden Sohn Oskar und Monas Vater Tsarelli, der einst Diskuswerfer war. Wie Satelliten schweben um dieses Trio andere Familienmitglieder, Freund*innen und Ex-Freund*innen. "Der Enkel bleibt. Zwei Beine, in den Boden gestemmt. Die Behauptung eines Waldes, einer hölzernen Bastion". (S. 70) Da ist Oskars verstorbene Oma Ruth. Wie Mona war sie Künstlerin und ist weiterhin in vielen Situationen gegenwärtig. "Ruths Platz war die Lücke, die sich zwischen ihnen auftat, waren Tsarellis umständlich hinterm Rücken verknotete Hände, war Monas neue Angewohnheit, die Speisekarte zu durchsuchen, nach Gerichten, die Ruth bestellt haben würde." (S. 153) Da ist Georgi, ein Freund von Tsarelli und russischer Schachmeister, der sich seine Frau Dina zurückwünscht. Da ist Oskars Freund Theo, der mit ihm Fussball spielt, aber sich eigentlich viel mehr um Oskar kümmert, als wirklich zu spielen. Da ist Valerie, die neue Freundin von Oskars Vater Eric, beide ebenfalls Künstler. Und da ist Johannes, der neue Freund von Mona, ein sehr akkurater Typ. In kurzen Kapiteln, fast wie Musikstücke auf einem Album, erzählt die Autorin episodenhaft aus dem aktuellen Leben von Mona, Oskar und Co., aber auch aus der Vergangenheit: Wie Ruth zu ihrem Garten kam, wie Tsarelli und Georgi sich kennengelernt haben, wie Eric und Mona durch den Wald spaziert sind und wie Eric mit Valerie in die Badewanne stieg. Wie Oskar hundert Kisten bauen will und damit die Luft einfängt und wie Georgi seine Dina zurückerobern will. Ein Kosmos schönster Sprachbilder Sie zeichnet darin sehr feinfühlig die einzelnen Personen, ihre Entwicklung und ihre Beziehungen und verwendet immer wieder wunderbare Sprachbilder, die ich so noch nie gelesen habe. Dabei mäandert die Erzählstimme fliessend vom einen Kopf in den nächsten und bringt uns so alle Protagonist*innen ganz nah. Zum Beispiel, wenn sich Oskar Gedanken über die Erwachsenen macht: "Erwachsene wollen immer aufräumen, Räume und Gedanken. Dabei sollten sie sich lieber um sich selbst kümmern, da gäbe es einiges zu tun." (S. 78) Oder über Ideen: "Einige Ideen, denkt er, sind vielleicht nur als Ideen gut. Die Realität ist wie ein Schmirgelpapier, sie schleift an den Träumen und Ideen herum. Und am Ende bleibt nur ein kleiner hölzerner Klotz." (S. 176) Oder wenn Erics neue Freundin sich Gedanken über ihre Beziehung macht: "Die Tasse steht bereits auf dem Küchentisch, ihr Henkel ragt in den Raum wie eine Frage, auf die Valerie keine Antwort findet." (S. 87) Oder wenn Tsarelli über Gewohnheiten nachdenkt: "Er musste an die lauwarme Vereinsdusche denken, wie gewöhnlich der Tag begonnen hatte. Sein Sport und Ruths Ausschlafen. Bis das Gewöhnliche eine unerwartete Biegung genommen hatte, die Abläufe durcheinanderwirbelte und Georgi in ihrer Küche abstellte." (S. 121) Oder über Pausen: "Dass auf etwas ein anderes folgen muss, ist ein Irrtum, manchmal leistet sich die Welt eine Pause." (S. 248) Von der Handlung möchte ich an dieser Stelle gar nicht mehr verraten. Dafür müsst ihr dieses wunderbare Debüt von Marie-Alice Schultz selber lesen! Tolle Buchgestaltung Das Buch aus dem Rowohlt Verlag gefällt mir auch gestalterisch. Vom Umschlag, über das Vorsatzpapier mit den wild auf Brettern verteilten Kapitel und Seitenzahlen, bis zu den kleinen Illustrationen am Anfang und Ende des Buches. Fazit Marie-Alice Schultz ist mit "Mikadowälder" ein wunderbarer Debütroman gelungen: Luftig leicht und doch geerdet. Episodenhaft, holzig, klangvoll. Eine Schmuckkiste voller schönster Sprachbilder. Mit verschrobenen, eigenwilligen, angeknacksten und doch so liebenswerten, fantasie- und hoffnungsvollen Personen und spannenden Beziehungen. Für mich eine tolle Neuentdeckung, deren Blätterwald hoffentlich noch um viele, viele Buchseiten wächst! PS: Einen tollen Eindruck vom Buch vermittelt auch die Lesung von Marie-Alice Schultz bei 1Live Stories (nur noch bis 25.05.2020 online verfügbar, Stories gibt's auch als Podcast!). Die Fakten Mikadowälder Marie-Alice Schultz Rowohlt Verlag 320 Seiten Hardcover Erschienen am 16.04.2019 ISBN: 978-3-498-06557-7 Leseprobe und Bestellung bei Rowohlt Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann merk ihn dir auf Pinterest, damit du ihn nicht vergisst!
- Abenteuergeschichte mit einer Prise Italianità
Franco Supino hat mich mit seinem Kinderbuch "Mino und die Kinderräuber" an zwei Dinge erinnert: An die Erzählungen meiner Grossmutter aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und an meine Schulzeit. Nicht generell an die Schulzeit, sondern daran, dass meine beste Freundin aus der Oberstufe und ich mal zusammen eine längere Geschichte geschrieben haben. Es war eine Detektivgeschichte mit dem Titel "Der Fall Tetzlaf". Mehr weiss ich leider nicht mehr. Meine Grossmutter lebte, wie ich später, am Rhein, direkt an der deutschen Grenze, und berichtete uns, wie gross die Angst während des Zweiten Weltkriegs jeweils war, wenn sie die Bomben im Grenzgebiet fallen hörten und wie jeder Quadratmeter im Dorf genutzt wurde, um Gemüse anzupflanzen. So wurde sogar der Schulhof zum Kartoffelacker. Die Geschichte in der Geschichte In "Mino und die Kinderräuber" haben Chiara, Selma und Drago den Auftrag, eine Abenteuergeschichte zu schreiben. Und da Chiara immer noch oft an ihren verstorbenen Nonno (Grossvater) denkt, der ihr viele Geschichten aus seiner Kindheit in Süditalien erzählt hat, ist es naheliegend, diese Erzählungen ihrer eigenen Abenteuergeschichte zugrunde zu legen. Der Schweizer Autor Franco Supino, Kind italienischer Einwanderer, holt uns in seinem ersten Kinderbuch mit den sympathischen Hauptprotagonist*innen geschickt in der Gegenwart ab und entführt uns dann mit einer Geschichte in der Geschichte in ein Bergdorf nahe Neapel. Dort lebt Mino mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen. Erschwert wird ihre prekäre Situation zusätzlich durch den tobenden Zweiten Weltkrieg, überall hat es deutsche und italienische Soldaten und aus der Luft drohen die Angriffe der Amerikaner. Da die Kinder im Tal noch stärker vom Krieg bedroht sind als die Kinder in Minos Bergdorf, müssen die Familien in den Bergen Kinder aus dem Tal aufnehmen. Zu Mino und seiner Mutter stossen Drago, Chiara und Selma mit ihrem Hund Albano. Als Drago und Mino von einem Kinderräuber entführt werden, nimmt das Abenteuer so richtig Fahrt auf. Ob die Mädchen den Jungs aus der Klemme helfen können? Vom Alltag ins Abenteuer Franco Supino verknüpft in "Mino und die Kinderräuber" den Alltag von Schweizer Kindern, die oft über einen Migrationshintergrund verfügen, mit der Geschichte ihrer Grosseltern, die eine ganz andere Kindheit durchlebt haben. So holt er die Kinder dort ab, wo sie sind und entführt sie spielerisch, mit viel Fantasie und Spannung in eine andere Epoche, in ein anderes Land. Dabei behält er immer den kindlichen Blick bei, indem zum Beispiel ein süsser Nougatbrotaufstrich und der Hund eine zentrale Rolle spielen und indem dieselben Protagonist*innen mit ihren typischen Eigenschaften in beiden Erzählsträngen die Hauptrolle spielen. Besonders gefallen haben mir die starken Charaktere der beiden Mädchen und dass mit Drago einer der Jungs auch mal eine Schulter zum Anlehnen sucht. Die Erzählung wird ergänzt um tolle Illustrationen von Iris Wolfermann. Mit einfachen, aber dynamischen Bleistiftzeichnungen, die an Skizzen erinnern, ergänzt sie den Text mit ausgewählten Szenen, die uns einen Eindruck von den Protagonist*innen vermitteln, aber genügend Raum für die eigenen Vorstellungen lassen, genau richtig für die Zielgruppe ab ca. 8 Jahren. Fazit Franco Supino versteht es in seinem Kinderroman "Mino und die Kinderräuber", den Alltag der Kinder in der Schweiz mit den Erlebnissen ihrer Grosselterngeneration in Italien zu verknüpfen. Die spannende Abenteuergeschichte, die zurück in die Wirren des Zweiten Weltkrieges führt, wird die jungen Leser*innen ab 8 Jahren fesseln. Dabei bleibt die Erzählung trotz des dramatischen geschichtlichen Hintergrunds kindgerecht, empathisch und humorvoll. Und das Beste? Sie animiert Kinder, mit ihren Grosseltern über deren Kindheit zu sprechen. Ein generationenverbindendes Lesevergnügen! Die Fakten Mino und die Kinderräuber Franco Supino (Text) Iris Wolfermann (Illustrationen) Baeschlin Verlag 112 Seiten Erschienen am 20.09.2019 ISBN: 978-3-85546-350-3 Ab 8 Jahren Website von Franco Supino Website von Iris Wolfermann PS: Herzlichen Dank an den Baeschlin Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp für Kinder? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst.













