Deutscher Buchpreis 2026 - Die Nominierten: Leseproben
Aktualisiert: vor 10 Stunden
(Werbung) Am Dienstag, 5. Oktober 2026 ist es schon wieder soweit: Der Deutsche Buchpreis wird verliehen! Wie jedes Jahr habe ich mir die Leseproben zu Gemüte geführt und möchte euch gerne zeigen, wie meine Auswahl ausfällt: Was will ich unbedingt lesen? Was macht zumindest neugierig? Und bei welchen Büchern sage ich: Nein, danke, das ist wohl eher nichts für mich?

#longlistlesen geht schliesslich auch nach der Preisverleihung zum Deutschen Buchpreis 2026 im Frankfurter Römer noch! Deshalb lohnt sich ein Blick in die Leseproben allemal!
Die Longlist der 20 Nominierten bietet eine richtig vielfältige Auswahl, die mich sehr, sehr neugierig gemacht hat. Gelesen habe ich allerdings erst "Sanditz" von Lukas Rietzschel (mehr dazu unten) und momentan stecke ich mitten in "Die Lücken" von Shida Bazyar. Auch wenn ich erst Letzteres ansatzweise kenne, freue ich mich sehr über die Shortlist. Das ist doch mal ein ordentlicher Frauenanteil! Welche Übereinstimmung die Shortlist und meine persönliche Shortlist aufweisen, seht ihr unten.
Will ich unbedingt lesen!

Aufgrund der Leseproben und nur der Leseproben haben mich besonders die folgenden vier Bücher gecacht.
Ich habe bewusst nicht die Klappentexte, andere Rezensionen, die Covergesraltung, frühere Werke der Auror:innen oder sonstige Infos beachtet (soweit das geht), sondern wirklich nur den Ausschnitt im Leseprobenheft zum Buchpreis 2026.
Shida Bazyar: Die Lücken*, KiWi Verlag (Thalia DE*)
Alisha Gamisch: Parasiti*, Voland & Quist (Thalia DE*)
Franziska Gänsler: Orca*, Kein & Aber Verlag (Thalia DE*)
Lilli Tollkien: Mit beiden Händen den Himmel stützen*, Aufbau Verlag (Thalia DE*)
Franziska Gänsler hat mich zuletzt mit "Wie Inseln im Licht" sehr begeistert. Lest gerne meine Besprechung dazu. Ein Buch, das richtig mitnimmt und lange nachhallt!
Von Lilli Tollkiens "Mit beiden Händen den Himmel stützen" wartet hier schon das Hörbuch, das es zum Beispiel bei Storytel Deutschland zu hören gibt. 60 Tage gratis reinhören könnt ihr mit meinen Link zum Probeabo*!
Diese Leseproben machen neugierig!

Meine Favoriten sind ja überschaubar. Aber es gab wirklich viele Leseproben, die mich zumindest neugierig gemacht haben. Manchmal spielte da vielleicht auch noch ein geniales Cover wie bei "Anti Müller", das Setting oder die allgemeine Thematik etwas mit rein, auch wenn mich die ausgewählte Stelle im Leseprobenheft nicht sofort überzeugen konnte.
Dana Vowinckel: Anton und Alma*, Suhrkamp Verlag (Thalia DE*)
Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben*, Claassen Verlag (Thalia DE*)
Tomer Gardi: Liefern*, Tropen Verlag (Thalia DE*)
Svenja Leiber: Nelka*, Suhrkamp Verlag (Thalia DE*)
Leh-Wei Liao: Glaszeit*, Luchterhand (Thalia DE*)
Peggy Mädler: Selbstregulierung des Herzens*, Galiani Berlin (Thalia DE*)
Giuliano Musio: Aus anderem Holz*, Luftschacht Verlag (Thalia DE*)
Yade Yasemin Önder: Anti Müller*, Park x Ullstein (Thalia DE*)
Lukas Rietzschel: Sanditz*, dtv Verlag (Thalia DE*)
Und jetzt ganz kurz zu "Sanditz": Mein erster Read der Longlist konnte mich leider nicht abholen. Das Setting rund um die Wende versprach sehr viel, aber der Roman war für meinen Geschmack zu episodenhaft, es gab keinen erkennbaren Spannungsbogen und die Figuren blieben für mich blass und wenig greifbar. Ich habe den Roman bei Storytel Deutschland* gehört.
Da ist meine aktuelle Lektüre "Die Lücken" von Shida Bazyar viel vielversprechender, obwohl auch das ein Episoden-Roman ist. Aber er ist aus meiner Sicht viel besser konstruiert, die Menschen (und Geister) sprechen unmittelbarer zu uns, wir fühlen uns so richtig ins fiktive Heimesbach zurückversetzt, ob jetzt in die 1930er-Jahre, die 1990er oder andere Epochen, die Bazyar zum Leben erweckt, deren Lücken sie mit ihrer Erzählung füllt. Auch dieses Buch höre ich gerade als Hörbuch bei Storytel*.

Diese Bücher sind eher nichts für mich
Und zum Abschluss noch die Bücher, deren Lesproben mich nicht überzeugen konnten: Auch da habe ich versucht, mich möglichst auf die Leseproben zu konzentrieren. Bei gewissen Herren mag mir das nicht ganz gelungen sein.
Wirklich gerne gemocht hätte ich z. B. den Ausschnitt von Karosh Taha, aber leider hat er mich so ratlos zurückgelassen wie ihr letztes Buch, das ich abgebrochen habe. Vielleicht muss ich es trotzdem nochmals versuchen mit der Autorin, es gibt ja durchaus viele begeisterte Stimmen. Vielleicht lag es nur an einer schlechten Auswahl der Leseprobe?
Miriam Carbe: Unerwünschte Töchter*, Hanser Verlag (Thalia DE*)
Muri Darida: King Cobra*, dtv Verlag (Thalia DE*)
Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle*, S. Fischer Verlag (Thalia DE*)
Elias Hirschl: Schleifen*, Zsolnay (Thalia DE*)
Ingo Schulze: Das Wasser im August*, S. Fischer Verlag (Thalia DE*)
Heinz Strunk: Memories of Heidelberg*, Rowohlt Verlag (Thalia DE*)
Karosh Taha: Gulistan*, Dumont (Thalia DE*)
Fazit
Es ist immer wieder spannend, über die Leseproben in die nominierten Titel einzutauchen. Und auch erstaunlich, wie anders meine Auswahl aufgrund dessen ausfällt, als wenn ich mich rein von den Covern, Titeln, Autor:innen-Namen, Klappentexten und der Rezeption der Bücher hätte leiten lassen.
PS: herzlichen Dank an den Deutschen Buchpreis und an NetGalley DE für das digitale Leseprobenheft!
Deutscher Buchpreis bei mint & malve
Deutscher Buchpreis 2024: Drei Shortlist-Titel unter der Lupe
Lichtungen - Iris Wolf (Klett-Cotta 2024)
Iowa - Ein Ausflug nach Amerika - Stefanie Sargnagel (Rowohlt 2023)
Drifter - Ulrike Sterblich (Rowohlt 2023)
Die Möglichkeit von Glück - Anne Rabe (Klett-Cotta 2023)
Kochen im falschen Jahrhundert - Teresa Präauer (Wallstein 2023)
Birobidschan - Tomer Dotan-Dreyfus (Voland & Quist 2023)
Maman - Sylvie Schenk (Hanser Verlag 2023)
Vatermal - Necati Öziri (Claassen 2023)
Herkunft - Saša Stanišić (Luchterhand 2019)
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