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  • Harriet Tubman - Little People, Big Dreams

    Antirassistische Erziehung fängt früh an und sollte weit ausholen. Ein Anfang kann beispielsweise mit "Harriet Tubman" aus der Reihe "Little People, Big Dreams" von María Isabel Sánchez Vegara gelingen. Einen Ratgeber, wie ihr mit Kindern über Rassismus sprechen könnt, stelle ich euch demnächst vor. Heute möchte ich zuerst ein Bilderbuch vorstellen, das ich für den Einstieg ins Thema für geeignet und kindgerecht halte. Wenn wir über Rassismus ins Gespräch kommen wollen, müssen wir die Geschichte des Rassismus kennen. Das gilt sowohl für Erwachsene (siehe z.B. Exit RACISM von Tupoka Ogette) als - zumindest in Ansätzen - auch für Kinder. Das heisst, wir müssen unweigerlich auch über die Sklaverei sprechen. Kindgerechter Zugang zu einem schwierigen Thema Hier bieten María Isabel Sánchez Vegara und Pili Aguado mit ihrer Kinderbiografie von Harriet Tubman einen guten Einstieg ins Thema. Kinder ab ca. 4, 5 Jahren lernen in der gewohnten Art der "Little People, Big Dreams"-Reihe einiges über das Leben der einstigen Sklavin, Widerstandskämpferin, Fluchthelferin und Frauenrechtlerin. Harriet Tubman wurde um 1820 in Maryland in eine Schwarze Familie geboren, die der Sklaverei unterworfen war. Zusammen mit ihren Eltern und Geschwistern "gehörte" sie einem Weissen, für den sie alle arbeiten mussten. Schon auf den ersten Seiten fällt der Begriff "Sklaverei", den man wohl den meisten Kindern in dem Alter noch näher erklären muss. Durch die Geschichte wird aber auch Kindern ohne Vorwissen schnell klar, dass hier die Macht ganz unterschiedlich und ungerecht verteilt ist. Und zwar zugunsten der Weissen. Besonders deutlich wird die Machtlosigkeit der Schwarzen, als Harriets ältere Schwestern vom weissen Besitzer einfach verkauft werden. In der Folge geht das Bilderbuch in aller Kürze auf Harriets Flucht in den von der Sklaverei befreiten Norden der USA, ihren Anschluss an die Widerstandsorganisation "Underground Railroad" und ihre Rolle als Fluchthelferin und Heldin im Kampf gegen die Sklaverei und Rassendiskriminierung ein. Gut finde ich an dieser Stelle, dass erklärt wird, dass mit der Überwindung der Sklaverei nicht automatisch alles gut war, sondern dass der Kampf für gleiche Rechte für Schwarze (und Frauen) und gegen Rassismus weiterging. Als Vorleser*in anfügen muss man , dass Rassismus immer noch existiert und wir uns immer noch aktiv dagegen einsetzen müssen. So ist dann auch der Weg geebnet für weitere Gespräche. Der Stern als zentrales Motiv Die Illustrationen von Pili Aguado, Illustratorin aus dem Baskenland, hat diesen Band wunderschön illustriert. Er gehört optisch zu meinen Lieblingen. Die Farbpalette ist reduziert, viel Grün, Ocker, gedecktes Orange und Dunkelblau dominieren. Unstrukturierte Flächen und solche mit Strukturen (z. B. Pflanzen) und Mustern (z. B. Kleider) ergänzen sich ideal. Besonders gefällt mir, dass das Motiv des Nordsterns vom Vorsatzpapier über die erste Seite bis etwas zur Mitte des Buches durchzieht. Der Nordstern bot Harriet Tubman Orientierung auf ihrer Flucht und hat somit eine zentrale Bedeutung. Fazit Die Kinderbiografie über "Harriet Tubman" von María Isabel Sánchez Vegara und Pili Aguado bietet einen einfach verständlichen Zugang zum Thema der Sklaverei und des Rassismus schon für kleinere Kinder. Mit wenig Text und prägnanten Bildern erfahren die Kinder mehr über dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte und über diese mutige Frau, die im Kampf für die Freiheit alles gab und so nicht nur sich selbst, sondern ganz vielen anderen Schwarzen tatsächlich zur Freiheit verhelfen konnte. Die Fakten Harriet Tubman - Little People, Big Dreams María Isabel Sánchez Vegara (Text) Pili Aguado (Illustration) Svenja Becker (Übersetzung aus dem Spanischen) Insel Verlag 32 Seiten Erschienen am 07.03.2021 Hardcover mit Leinenrücken ISBN: 978-3-458-17923-8 Ab 4-5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Website von Pili Aguado PS: Herzlichen Dank an den Insel Verlag (Suhrkamp) für das Rezensionsexemplar. Weitere Bände aus der Reihe "Little People, Big Dreams" bei mint & malve Ada Lovelace - María Isabel Sánchez Vegara, Zafouko Yamamoto (Insel Verlag 2021) Simone de Beauvoir - María Isabel Sánchez Vegara und Christine Roussey (Insel Verlag 2020) Maria Montessori, Agatha Christie, Ella Fitzgerald - María Isabel Sánchez Vegara (Insel Verlag 2019) Frida Kahlo, Marie Curie und Anne Frank - María Isabel Sánchez Vegara (Insel Verlag 2019) Natürlich findet ihr auf dem Blog weitere Buchtipps, die das Thema Rassismus oder allgemeiner Diversität und Vielfalt aufgreifen. Viel Spass beim Stöbern! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Die Farbe der Haut mit allen Sinnen

    Wenn wir über Rassismus sprechen, sind auch Hautfarben (oder Hauttöne) ein Thema. Mit "Die Farbe der Haut mit allen Sinnen" feiern Joceline Altevogt, Justine Canga und Thomas Delaroziere die Vielfalt unserer Haut. Zu Beginn des Buches finden wir uns mit sechs Kindern auf einer Wiese wieder. Sie toben herum, spielen und geniessen den wunderbar sonnigen Tag. Auf der nächsten Doppelseite weitet sich die Perspektive und wir sehen auch die vielfältigen Familien der Freunde. Dann gesellen sich zwei Tauben zu den Kindern und fragen ganz neugierig, weshalb die Menschen denn so unterschiedliche Hauttöne haben, mal dunkel, mal hell. Und so beginnen die Kinder, es den Tauben zu erklären. Für die Vielfalt der Hauttöne finden sie ganz kreative Vergleiche. So vergleicht Tea die unterschiedlichen Hauttöne mit den unterschiedlichen Geschmäckern verschiedener Obstsorten. Zoe zieht den Vergleich zu Wolkenformen und bei Fin wird mit unterschiedlichen Baumrinden der Tastsinn angesprochen. Vielfalt von Hauttönen und Familienformen Wie nebenbei verraten die gereimten Texte und die Bilder auch mehr über die Kinder und ihre Familien und schneiden so auch andere Vielfaltsdimensionen (siehe Übersicht in diesem Beitrag) an, wie Regenbogenfamilien oder alleinerziehende Eltern. Besonders gefällt mir, dass bei den Erklärungen der Kinder auch immer deutlich wird, dass die Vielfalt wertvoll ist und wir insgesamt doch mehr gemeinsam haben, als dass uns etwas unterscheidet. "Die Farbe der Haut ist wie diese Sterne, sie sind unfassbar viele und ich mag sie alle gerne. Und schaut man die Sterne dort oben am Himmel stehen, wird klar, dass wenn sie sich vereinen, Sternbilder entstehen." Am Ende des Buches finden sich in Sprechblasen nochmals wichtige Fakten und Erkenntnisse rund um die Hautfarbe. So wird deutlich, dass wir unterschiedliche Hautfarben haben und diese auch wahrnehmen sollen (siehe dazu auch die Bücher von Tupoka Ogette oder Angélique Beldner und Martin R. Dean). Dass es aber nicht richtig oder falsch gibt. Jede*r hat eine eigene Kombination aus Hautfarbe und persönlichen Merkmalen wie Sommersprossen oder Muttermale und jede*r ist besonders. Nicht immer ganz überzeugend finde ich die Reime, da holpert es das eine oder andere Mal. Da ich auf Schweizerdeutsch vorlese und dabei sowieso viele Reime verlorengehen, fällt das für mich aber nicht zu sehr ins Gewicht. Fazit Joceline Altevogt, Justine Canga und Thomas Delaroziere haben mit "Die Farbe der Haut mit allen Sinnen" eine Ode an die verschiedenen Hauttöne geschrieben. Ein Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren, das deutlich macht, wie unterschiedlich wir sind, wie schön das ist und wie viel wir doch gemeinsam haben. Die Fakten Die Farbe der Haut mit allen Sinnen Joceline Altevogt, Justine Canga (Text) Thomas Delaroziere (Illustration) Nalingi 30 Seiten Erschienen 2021 Hardcover ISBN: 978-3-9823286-0-7 Ab 4 Jahren Buch im Shop von Nalingi kaufen Buch im Shop von Tebalou kaufen Buch im Shop von Diversity Spielzeug kaufen Mit der ISBN kannst du das Buch auch in der Buchhandlung bei dir um die Ecke bestellen. In der Regel ist es am nächsten Tag da! Nalingi bei Instagram PS: Herzlichen Dank an Nalingi für das Rezensionsexemplar! Mit Büchern über Rassismus ins Gespräch kommen - Buchtipps von mint & malve In loser Folge stelle ich euch hier Kinderbücher und Bücher für Erwachsene vor, um gemeinsam über Rassismus zu sprechen und wie wir unsere Kinder antirassistisch erziehen können. Die Bücher eignen sich genauso für von rassistischer Diskriminierung betroffene Menschen wie für privilegierte Menschen (der weissen Mehrheitsgesellschaft). Einige setzen sich explizit mit Rassismus und Antirassismus auseinander, andere thematisieren mehr die Diversität und ihren grossen Wert. Hier geht's zum ersten Beitrag der Reihe: Harriet Tubman - Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara, Pili Aguado (Insel Verlag 2021) Natürlich findet ihr auf dem Blog weitere Buchtipps, die das Thema Rassismus oder allgemeiner Diversität und Vielfalt aufgreifen. Viel Spass beim Stöbern!

  • Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit

    Ein sicherer, gut bezahlter Job in der Uhrenfabrik? Die "Radium Girls" hatten scheinbar Glück. Doch wie Cy. in ihrer Graphic Novel zeigt, trügte der Schein der Leuchtfarbe, die die jungen Frauen auf tausende Ziffernblätter auftrugen. Die französische Zeichnerin Cy. nimmt uns in "Radium Girls" mit in die Goldenen Zwanzigerjahre in den USA. Leider waren das nicht nur die Jahre, in denen in vielen Ländern das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, man in den USA trotz Prohibition rauschende Partys feierte und Charleston tanzte. Im Falle der Radium Girls könnte man die Jahre etwas zynisch auch als "Strahlende Zwanzigerjahre" bezeichnen. Ein freies, sorgenfreies Leben Aber fangen wir vorne an: Cy. erzählt in ihrer Graphic Novel die Geschichte junger Frauen, die dank ihrer Anstellung bei der US Radium Corporation (USRC) in New Jersey ein gutes Einkommen erhielten und so - auch unverheiratet - ein gutes, unabhängiges Leben führen konnten. Ihre Aufgabe war es, die Ziffernblätter von täglich 250 Uhren mit Leuchtfarbe zu versehen. Dafür wendeten die Frauen die "Lip-Dip-Paint"-Technik an. Das heisst, sie feuchteten den Pinsel mit den Lippen an, tauchten ihn in die Farbe und bemalten dann die Ziffern. Das unsichtbare Gift Was sie lange nicht wussten: Die kostbare Farbe enthielt Radium. Das erst Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte radioaktive Element (dazu empfehle ich euch die Graphic Novel über Marie Curie) wurde damals noch als Wundermittel gegen Falten gepriesen, wurde Kosmetika, Kondomen und sogar Lebensmitteln zugesetzt. Durch das Ablecken des Pinsels nahmen die Frauen täglich kleine Mengen des giftigen Stoffes auf. Auch auf ihren Gesichtern, den Zähnen und den Händen lagerte sich das chemische Element ab, so dass sie in der Nacht leuchteten wie die Uhren. Deshalb wurden sie im Umfeld auch gerne die "Ghost Girls" genannt und machten sich schon mal einen Spass daraus, sich mit der Farbe die Fingernägel anzupinseln oder ihrem Partyoutfit einen besonderen, leuchtenden Aha-Effekt zu verleihen. Doch mit der Zeit wurden die ersten von ihnen krank, verloren ihre Zähne, hatten Schmerzen in den Gelenken, beklagten Schwangerschaftsabbrüche und starben schliesslich an der Strahlenkrankheit. Zuerst wurde der Zusammenhang zwischen den Erkrankungen bzw. Todesfällen und der Leuchtfarbe abgestritten. Die Fabrik setzte sogar verleumderische Gerüchte in Umlauf, wonach z.B. Syphilis die Todesursache gewesen sein soll. Doch die Radium Girls taten sich zusammen, suchten sich einen Anwalt - ein gar nicht so leichtes Unterfangen! - und klagten gegen die USRC. Cy. verbindet in ihrer Graphic Novel eindrücklich die unbeschwerte Zeit der 1920er-Jahre, die Freundschaft der Arbeiterinnen der Uhrenindustrie und das Gefühl von Freiheit und wirtschaftlicher Unabhängigkeit der jungen Frauen mit der tragischen Geschichte ihrer Ausnutzung durch ihren Arbeitgeber, den dramatischen Folgen der unheilbaren Strahlenkrankheit und der weitgehenden Ohnmacht der Frauen gegenüber einem Justizsystem, das offenbar den Mächtigen (und Männern) in die Hände spielte. So behandelt die Graphic Novel zwar ein ernstes Thema, zeigt aber auch die schönen Seiten des Lebens der jungen Frauen. Das Buch ist von Beginn bis zum Schluss mit Humor - teils auch sarkastischem - durchzogen, so dass es sich trotz der ganzen Tragik gut lesen lässt. Nur acht Farbtöne Ich musste das Buch natürlich schon alleine aufgrund der Farbwahl von Cy. haben. Ihre Kunst wird aber umso eindrücklicher, wenn man aus dem aufschlussreichen Interview mit der Autorin im Anhang weiss, dass sie für das ganze Buch nur acht verschiedene Farbstifte genutzt hat, alle aus der Farbpalette aus Violett und Radiumgrün. Unfassbar, wie viele Schattierungen sie damit zaubern konnte! Die Panels sind immer rechteckig, manchmal freigestellt. Manchmal finden sich sechs oder sieben Panels auf einer Seite, dann folgt wieder ein seitenfüllendes Bild. Auch durch die mal dialoglastigen und dann wieder textlosen Seiten wechselt der Rhythmus häufig und man fliegt förmlich durch die Seiten. Ein besonderer Clou ist übrigens auch das Cover: Es leuchtet im Dunkeln und das etwa so gespenstisch wie die Ghost Girls im Epilog des Buches, aber zum Glück völlig radiumfrei. Fazit Cy. erzählt in der Graphic Novel "Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit" eindrücklich von einem der ersten grossen Arbeitskämpfe von Frauen. Die französische Zeichnerin gibt in ausdrucksstarken Farbstiftbildern einen Einblick ins Leben der jungen Frauen und ihren Kampf gegen eine scheinbar übermächtige Industrie. Ein empfehlenswertes Buch für Jugendliche ab ca. 14 Jahren, aber durchaus auch für Erwachsene! Wer sich für die Geschichte der Radium Girls interessiert, kann auch in der Biografie "The Radium Girls: The Dark Story of America's Shining Women"* von Kate Moore weiterlesen, die dieser Graphic Novel zu Grunde liegt. Die wahre Geschichte wurde unter dem Titel "Radium Girls" auch verfilmt. Die Fakten Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit Cy. (Text und Illustration) Christiane Bartelsen (Übersetzung aus dem Französischen) Carlsen Verlag 136 Seiten Erschienen am 28.12.2021 Hardcover (mit Leuchtfarbe) ISBN: 978-3-551-76389-1 Ab 14 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Website von Cy. Cy. auf YouTube PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Wut und Böse - Ein Sachbuch über weibliche Wut

    Ciani-Sophia Hoeder nimmt sich im Sachbuch "Wut und Böse" der weiblichen Wut an. Ist Wut eine destruktive Emotion, die wir unterdrücken sollten, und die gesellschaftlich zu recht geächtet wird? Oder vielleicht ganz im Gegenteil? Kommt mit auf eine emotionale Spurensuche! Startpunkt für Ciani-Sophia Hoeders Buch ist folgende Feststellung: "Unsere kulturellen Erwartungen an Geschlechterrollen halten Mädchen und Frauen weltweit davon ab, ihre Wut auszuleben." (S. 10) Während Wut bei Männern Eindruck macht, sie stark und bestimmt erscheinen lässt, wird Frauen ihre Wut abgesprochen. Die Autorin - freie Jorunalistin und Gründerin des RosaMag - geht der Frage nach, warum männliche und weibliche Wut so unterschiedlich wahrgenommen wird. Sie wählt dabei eine intersektionale Herangehensweise, so dass insbesondere auch ersichtlich wird, wie sich bei der Wut Diskriminierungsformen wie Sexismus und Rassismus überschneiden. Auch Diskriminierung von transidenten Menschen ist ein Thema im Buch. Weibliche Wut und Frausein Wenn wir über weibliche Wut sprechen, stellt sich natürlich die Frage, was unter "Frau" überhaupt verstanden wird. Die Datengrundlagen sind zwar leider meist rein binär. Ciani-Sophia Hoeder versteht den Begriff "Frau" aber als soziologischen Begriff, der das ganze Spektrum von Weiblichkeit abdeckt. So wird deutlich, dass "Frausein" komplex und vielschichtig ist, trotzdem bleibt der Begriff "Frau" hilfreich "... nicht als Identität, sondern als Name für eine imaginäre Gemeinschaft." (S. 19) In den weiteren Kapiteln geht die Autorin der Emotion Wut auf den Grund, nimmt sich dem Phänomen der "Wut-Ära" (Stichwort Wutbürger, Protestparteien) und stellt es der scheinbar nicht vorhandenen Wut von Frauen gegenüber. Das führt sie zur Frage, wann Frauen ihre Wut verlieren. Die erschreckende Erkenntnis: Schon mit 3 Jahren haben Kinder Geschlechterrollen internalisiert und die nicht genderneutrale Erziehung zementiert die Unterschiede weiter: "Unser Geschlecht wird erlernt. Wut nicht so richtig oder zumindest nicht gleichmässig. Eltern gehen überproportional auf die Wut von Jungen ein, gleichzeitig wird sie bei Mädchen übersprungen und ausgespart." (S. 51) Das hat zur Folge, dass Mädchen und Frauen nicht lernen, mit ihrer Wut effektiv umzugehen. Ja, mit der Zeit nehmen sie sie nicht mal mehr als solche wahr, sondern missdeuten sie als Traurigkeit. "Somit wird Wut, eine evolutionär-biologisch relevante Grundemotion, ausradiert. Das führt dazu, dass wir die Wut von Frauen, obwohl sie sie genauso häufig wie Männer spüren, als deplatziert empfinden." (S. 51) Wut wird zu einem cis-männlichen, überwiegend heterosexuellen und weissen Privileg. Der Trend der Selbstoptimierung und Selbstkontrolle spielt der Negierung weiblicher Wut noch in die Hände. "Die toxische Positivitätsbewegung vertritt die Überzeugung, dass es eine Frage der Einstellung ist. Das wiederum suggeriert, dass ich als Individuum für strukturelle Herausforderungen verantwortlich bin und diese auch ganz allein ändern kann." (S. 71) Vielleicht versteht ihr jetzt meine Abneigung gegen diesen Trend, den ich hier schon an der ein oder anderen Stelle angesprochen habe. Ich fühle mich jedenfalls durch Ciani-Sophia Hoeders Ausführungen sehr bestätigt in meiner Skepsis gegenüber den allseits grassierenden Positivitätsaufrufen, -methoden und -coachingangeboten. Und das gilt aus feministischer Sicht, aber umso mehr aus der Perspektive von Rassismus, Transfeindlichkeit oder anderen Diskriminierungsformen, die sich in unsere Geschichte und Sozialisierung eingeschrieben haben. Unterdrückte Wut und ihre Folgen Im Weiteren geht Ciani-Sophia mit zahlreichen Beispielen von Greta Thunberg, über Angela Merkel und Alice Schwarzer, bis zu Rosa Parks, Audre Lord und der Medusa aus der griechischen Mythologie darauf ein, welche Folgen es hat, wenn Frauen ihre Wut unterdrücken oder ausgedrückte Wut nicht ernstgenommen, abgewertet und ignoriert wird. Dabei ist Wut eine wichtige Emotion, die auf Ungerechtigkeiten hinweist. Sie zu unterdrücken führt zu psychischen und physischen Problemen (wie Essstörungen, Kopfschmerzen, Angstzustände oder Depressionen) und verhindert Wandel - insbesondere in Bezug auf die Gleichstellung. Am Ende plädiert sie dafür, uns unsere Wut zurückzuerobern, Wut nicht als Schwäche, sondern als Stärke zu deuten. Wut als das anzunehmen, was sie ist: eine "normale" Emotion. Zugängliches Sachbuch mit wichtiger Botschaft Ciani-Sophia Hoeder gelingt es sehr gut, die Sachverhalte mit Studien, Theorien, Erfahrungsberichten und aktuellen sowie historischen Beispielen nachvollziehbar zu machen. Das Sachbuch ist leicht lesbar und regt zum Nachdenken über die eigene - vielleicht unterdrückte oder ignorierte - Wut an und wie wichtig es ist/wäre, sie in konstruktive Kanäle zu lenken. Für meinen Geschmack, hätte man den Text noch etwas straffen können. Er hat noch etwas viele Wiederholungen, die aber vielleicht nützlich sind, wenn man das Buch nicht am Stück liest. Die gendersensible und rassismuskritische Sprache schätze ich sehr. Wenn dann allerdings die Rede von "Vorbilder*innen" ist, hört mein Verständnis auf. Das sind aber kleine Abstriche, die den Wert des Buches keinesfalls schmälern sollen! Wovon ich mir wirklich mehr gewünscht hätte ist, was wir denn nun tun sollten, wie wir uns individuell und kollektiv unserer Wut bewusst werden und sie in konstruktive Kanäle lenken könnten. Es wäre also noch Bedarf für einen Folgeband! Ich würde ihn mit Interesse lesen. Fazit Ciani-Sophia Hoeder macht mit theoretischem Fundament, sprechenden Beispielen und eigenen Erfahrungen klar, wie wichtig es ist, weibliche Wut wahrzunehmen, anzunehmen und (konstruktiv) auszuleben. Ihr Sachbuch "Wut und Böse" bietet eine gute Auslegeordnung, wie weibliche Wut aus unserer Wahrnehmung verschwunden ist, welche Diskriminierungsmechanismen bis heute spielen und wie wichtig es wäre, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Erobern wir uns unsere Wut zurück! Hörtipp: Wer mehr über das Buch erfahren möchte, kann sich auch die Podcastfolge 37 von "Die Buch" anhören. Die Fakten Wut und Böse Ciani-Sophia Hoeder hanserblau 208 Seiten Erschienen am: 27.09.2021 Hardcover ISBN: 978-3-446-27115-9 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Ciani-Sophia Hoeder bei Instagram RosaMag bei Instagram PS: Herzlichen Dank an hanserblau (Hanser Literaturverlage) für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde

    Was lösten die Black-Lives-Matter-Proteste in einer Schwarzen Person aus der Schweiz aus? Angélique Beldner lässt uns in "Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde" an ihrer Entwicklung teilhaben und sucht gemeinsam mit Martin R. Dean nach Möglichkeiten, über und gegen Rassismus zu sprechen. Die Proteste in Folge der Ermordung des Schwarzen George Floyd im Mai 2020 haben uns (hoffentlich) alle bewegt. In der - ach so neutralen - Schweiz ist aber so manches Mal die lapidare Frage "Was hat das mit uns zu tun?" oder die irrige Annahme, rassistische Polizeigewalt gäbe es nur in den USA, geäussert worden. Tupoka Ogette (ihr Buch "exit RACISM" habe ich hier kurz vorgestellt) hätte da wohl messerscharf analysiert, dass sich noch im Happyland befinde, wer sich so äussert. Schwarz wird jetzt grossgeschrieben! Dass sich die meisten von uns - und nicht nur weisse Menschen - im Mai 2020 und den folgenden Monaten der Black-Lives-Matter-Proteste erst so richtig bewusst wurden, was es bedeutet, als Schwarze Person oder Person of Color (PoC) in einer weissen Mehrheitsgesellschaft zu leben, macht Angélique Beldner im Gespräch mit Martin R. Dean am eigenen Beispiel deutlich. Die SRF-Moderatorin Angélique Beldner versuchte lange, den Rassismus - den auch sie erfuhr - herunterzuspielen, zu ignorieren, wegzulächeln. Als Schwarze Tochter einer weissen Mutter und eines Vaters aus Benin, unter lauter weissen Familienmitgliedern im Berner Oberland hat sie sich so stark integriert, wie es nur irgendwie möglich war. Dabei ist es, wie sie zu Recht darauf hinweist, schon schizophren, dass man sich als Schweizerin in der Schweiz noch integrieren muss, nur weil man einen dunkleren Hautton hat. Erst mit der Black-Lives-Matter-Bewegung und der auch hierzulande verstärkt geführten Diskussion über Rassismus und Antirassismus wurde Angélique Beldner klar, dass sie die Tatsache, dass sie Schwarz ist - mit grossem S, weil es nicht die Hautfarbe bezeichnet, sondern eine soziale Konstruktion ist -, nicht mehr ignorieren konnte. Und dass sie auch nicht mehr über die erfahrenen Diskriminierungen hinwegsehen und darüber schweigen wollte. Also erhob sie in einer Folge der SRF-Sendung Reporter im Herbst 2020 erstmals öffentlich ihre Stimme, machte ihre "Hautfarbe" (konstruierte Klassifizierung) zum Thema, stellte Familie, Bekannte und Fremde zur Rede. Den Gesprächsfaden greift sie zusammen mit Schriftsteller Martin R. Dean - selber auch PoC - im Sachbuch auf. Gemeinsam blicken sie auf ihre Biografien zurück und diskutieren über zahlreiche Fragen, die sie rund um Rassismus beschäftigen und auch die Leser*innen beschäftigen sollten: Was hat George Floyd mit der Schweiz zu tun? Wie ist es, als PoC in einer weissen Welt aufzuwachsen? Was ist falsch an der Frage "Woher kommst du?"? Sollte man Rassismus ansprechen oder lieber schweigen? Was, wenn Rassismus sogar in der Familie stattfindet? Wie umgehen mit Alltagsrassismus, strukturellem Rassismus und rassistischer Sprache? Welche Selbstbezeichnung passt wirklich? Was hat die Hautfarbe mit der Berufswahl zu tun? Regt zum Nachdenken und Umdenken an Die ganz persönlichen Ausführungen von Angélique Beldner und Martin R. Dean machen deutlich, wie tief das Problem des Rassismus sitzt, wie allgegenwärtig und wie schmerzhaft er für Betroffene ist. "Denn Rassismus bedeutet hierzulande nicht unbedingt, dass man an Leib und Leben bedroht wird. Er bedeutet aber oft eine Verringerung der Lebensmöglichkeiten, die Vorenthaltung von Chancen, den Raub von Selbstverständlichkeit." (S. 176) ~ Martin R. Dean Besonders spannend macht das Gespräch der beiden, dass sie Mann und Frau sind, verschiedene Hintergründe und Familiensituationen haben, ganz unterschiedliche Persönlichkeiten haben, sich auch unterschiedlich und unterschiedlich lang mit dem Thema Rassismus auseinandergesetzt haben, teils ganz anders reagiert haben. Und doch zeichnen sich Gemeinsamkeiten ab, ziehen sich gemeinsame Traumata und Coping-Strategien durch ihre Leben - bis heute und bis in die nächste Generation. Die Kapitel sind mit original Zuschriften und Posts aus den Social Media durchsetzt, die an Angélique Beldner oder SRF gerichtet wurden. Die Ausführungen von Angélique Beldner und Martin R. Dean reagieren thematisch darauf, ohne direkt auf die konkreten (oft vor Rassismus triefenden Texte) einzugehen. Die Zitate kann man kritisch sehen, da sie rassistische Sprache und rassistisches Gedankengut reproduzieren und v.a. Betroffene stark triggern können. Andererseits führen sie schonungslos vor Augen, wie ignorant, wie privilegiert, wie überheblich und ich-bezogen, wie rassistisch viele Menschen und die Strukturen in der Schweiz sind. Und wie wir alle davon geprägt sind, allein durch unsere Sozialisation, bewusst oder unbewusst. Mich haben diese Konfrontationen nochmals sehr zum Nachdenken angeregt und mich darin bestärkt, mich weiter mit dem Thema Rassismus und Antirassismus auseinanderzusetzen - den Betroffenen zuzuhören, immer mehr zu verstehen und immer öfter auf rassistische Äusserungen oder Handlungen im Umfeld zu reagieren. Dass Letzteres äusserst wichtig ist, macht Angélique Beldner deutlich, wenn sie sagt: "Der Rassismus wird erst dann weniger, wenn weisse Menschen beginnen, ihn als ihr Problem zu sehen, das sie lösen müssen, und nicht als Problem Schwarzer Menschen, für das sie Empathie empfinden." (S. 129) ~ Angélique Beldner Fazit Das Gesprächsbuch "Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde" von Angélique Beldner und Martin R. Dean empfehle ich allen, die meinen, sie hätten nichts mit Rassismus zu tun, sie sähen keine Hautfarben oder den Schokokuss könne man ruhig weiterhin M*kopf nennen. Genauso bewegend und erkenntnisreich ist das Buch aber auch für Menschen, die sich schon mit Rassismus und Antirassismus auseinandergesetzt haben. Denn in dieser Beziehung kann man nie genug zuhören, nie genug kritisch reflektieren und nie genug dazulernen! Die Fakten Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde Angélique Beldner, Martin R. Dean Atlantis 192 Seiten Erschienen am 09.09.2021 Hardcover ISBN: 978-3-7152-5000-7 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Atlantis Verlag für das Rezensionsexemplar. Antirassismus bei mint & malve Nach der Flut das Feuer - James Baldwin (dtv 2019, Neuauflage) exit Racism - Tupoka Ogette (Unrast Verlag 2020, 9. Auflage)) Das Buch vom Antirassismus - Tiffany Jewell, Aurélia Durand (Zuckersüss Verlag 2020) In der Heimat meines Vaters riecht die Erde wie der Himmel - Samira El-Maawi (Zytglogge 2021) Wieke und Ken - Karin Koch (Peter Hammer Verlag 2021) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Familie Flickenteppich. Wir freuen uns auf Weihnachten

    Der Advent steht bevor und damit beginnt die Suche nach geeigneten Büchern, die uns durch die besinnliche - und manchmal stressige - Zeit begleiten. "Familie Flickenteppich. Wir freuen uns auf Weihnachten" von Stefanie Taschinski und Anne-Kathrin Behl eignet sich perfekt, egal ob zum Vorlesen oder Selberlesen. Vielleicht kennt ihr Stefanie Taschinskis Familie Flickenteppich schon aus den Bänden 1 bis 3? Nein? Macht nichts, Band 4 lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen. Macht aber natürlich Lust, auch in die anderen Bände einzutauchen und mehr zur Vorgeschichte zu erfahren. Advent - eine besondere Zeit beginnt! Im aktuellen Band hat gerade die Adventszeit begonnen. Die Kinder der bunt zusammengewürfelten Familie Flickenteppich sind schon ganz schön aufgeregt und sehnen die besonderen Rituale des Advents, das Weihnachtsfest und vor allem den Schnee herbei. Was sollen Emma und Aylin auf ihre Wunschzettel schreiben? Wie kann Ben seinen Papa Olli von der teuren Spielekonsole überzeugen? Und wo soll der ganze Besuch der Familie aus der Türkei, aus Schweden und Frankfurt übernachten? Das sind nur einige der Fragen, die Emma, ihre kleine Schwester Jojo, den grossen Bruder Ben und die Flickenteppich-Geschwister Aylin und Tarek beschäftigen. Die Kinder leben alle in der Hausnummer 11 in Hamburg. Ihre Eltern Olli und Selma sind seit diesem Jahr ein Paar, wie praktisch, dass ihre Wohnungen im Mietshaus direkt gegenüberliegen! Im Haus leben auch noch das ältere Ehepaar Neumann, Oma Bekcer, der Herr von Freudenhain, den sie "der Graf" nennen, und Doris und Stella, die mit der bevorstehenden Geburt ihres Babys zur Regenbogenfamilie werden. Durch die Geschichte in 24 Kapiteln (plus Epilog) führt uns Ich-Erzählerin Emma. Dieses Weihnachtsfest wird etwas ganz Besonderes, denn es ist das erste als Patchworkfamilie und da muss sich natürlich so einiges noch einspielen. Stefanie Taschinski verbindet mit der Geschichte rund um Weihnachten viele kleine Alltagsgeschichten - da geht es um Freundschaften, um kleine Familienrituale, um die Haustiere, um lästige Läuse, um den Wunsch dazuzugehören, um die Herausforderungen alleinerziehender Eltern, um die Sorge um ältere Mitmenschen, um Nachbarschaftshilfe und vieles mehr. Die Autorin schildert die kleinen und grossen Abenteuer der Familie Flickenteppich mitreissend und sprachlich vielfältig. Ich hab so einige neue Wörter oder zumindest neue Wendungen gelernt wie "in die Hacken dengeln" oder "lostapern". Perfekt ergänzt werden die Kapitel in angenehmer Länge und mit schön grosser Schrift durch die Illustrationen von Anne-Kathrin Behl (weitere Bücher von der Illustratorin siehe unten). Vielfalt in einem Haus versammelt Stefanie Taschinski bringt Diversität ins Kinderbuch, sei es durch die verschiedenen Familienformen, die verschiedenen kulturellen Hintergründe, die verschiedenen Generationen oder die verschiedenen wirtschaftlichen Verhältnisse. Toll ist, dass die Kinder nicht - wie so oft in Kinderbüchern - in Einfamilienhäusern leben, sondern (fast) alle im selben Mehrfamilienhaus. Auch Armut oder zumindest etwas Geldknappheit ist ein Thema. Etwas schade finde ich, dass nicht mehr von Selmas türkischem Hintergrund in die Geschichte einfliesst. Fazit In "Familie Flickenteppich. Wir freuen uns auf Weihnachten" von Stefanie Taschinski mit Illustrationen von Anne-Kathrin Behl durchleben wir mit Emmas Patchworkfamilie eine emotionale, trubelige und magische Vorweihnachtszeit. Kapitel um Kapitel kommt mehr Weihnachtsstimmung auf. Ein vielfältiges Selbst- oder Vorlesebuch, das sich mit seinen 24 Kapiteln auch bestens als Adventskalender eignet. Die Fakten Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten Stefanie Taschinski (Text) Anne-Kathrin Behl (Illustrationen) Oetinger Verlag 216 Seiten Erschienen am 09.09.2021 Hardcover ISBN: 978-3-7512-0050-9 Ab 8 Jahren (zum Selberlesen oder Vorlesen) Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Stefanie Taschinski auf Instagram Anne-Kathrin Behl auf Instagram Mehr von Anne-Kathrin Behl bei mint & malve Bin gleich fertig! - Martin Baltscheit, Anne-Kathrin Behl (Beltz & Gelberg 2021) Pia & Poppy und das Rätsel um den Seelöwen - Katharina Reschke, Anne-Kathrin Behl (cbj 2021) Roberts weltbester Kuchen - Anne-Kathrin Behl (NordSüd Verlag 2020) Interview mit Anne-Kathrin Behl Plötzlich war ein Wuckel da - Uticha Marmon, Anne-Kathrin Behl (Magellan 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Adventsgeschichte der kleine Stern - Abenteuer im Meer

    (Werbung/Verlosung) "Der kleine Stern" fliegt mit uns auch dieses Jahr wieder durch den Advent. In 24 Kapiteln erleben wir ein "Abenteuer im Meer". Und ich darf ein Exemplar vom Adventskalender zum Vorlesen an euch verlosen! Langjährige Leser*innen dieses Blogs wissen, dass ich - im Gegensatz zu meinen Kindern - kein grosser Fan bin von Adventskalendern mit viel Ramsch drin und deshalb die zum Vorlesen bevorzuge. Eine viel nachhaltigere Variante und die abendliche Vorlesezeit ist gerade im Advent nochmals etwas ganz Besonderes. Da finde ich es schön, ein besonderes Ritual zu haben. Die "Adventsgeschichte der kleine Stern" erfüllt diese Anforderungen perfekt. Nach "Abenteuer im Wald", "Abenteuer auf dem Bauernhof" und "Abenteuer in den Bergen" möchte ich euch "Abenteuer im Meer" vorstellen. Das war unsere erste Geschichte vom kleinen Stern und ist bis heute meine liebste. Ein mutiger Stern taucht ab Der kleine Stern ist ziemlich mutig, ja man könnte ihn als übermütig bezeichnen. Im Gegensatz zu anderen Sternen ist es ihm viel zu langweilig, immer am selben Ort am Himmel zu hängen. Er macht sich lieber auf, um Neues zu entdecken und Abenteuer zu erleben. In "Abenteuer im Meer" stürzt er sich wagemutig vom Himmel, um in horrendem Tempo ins Meer zu platschen. Aber, oh, Schreck! Er kann gar nicht schwimmen und seine Zacken leuchten auch nicht mehr. Zum Glück kommt dem kleinen Stern aber ein vorwitziger kleiner roter Fisch - der rote Blitz - zu Hilfe. Gemeinsam erleben sie ein Unterwasserabenteuer mit vielen Überraschungen. Neben dem kleinen Fisch, lernt der kleine Stern auch noch eine Robbe und den kleinen Jungen Arrluk aus dem hohen Norden kennen. Ob es dem kleinen Stern gelingt, wieder in voller Pracht zu strahlen und zurück ans Himmelszelt zu fliegen? Das allabendliche Ritual Die "Adventsgeschichte der kleine Stern" kommt in einem stabilen Umschlag daher. Dieser enthält neben dem Bilderbuch 24 Briefumschläge mit einem Sticker zum Einkleben für jeden Tag, 3 handgenähte Fingerpuppen zum Mitspielen und 1 Holzstern mit fluoreszierenden Zacken. So haben die Kinder nicht nur eine schöne Vorlesegeschichte, sondern jeden Abend auch etwas Spannung, was im Umschlag steckt. Und mit dem immer heller leuchtenden Stern wird schön das immer näherrückende Weihnachtsfest symbolisiert. Wer mag, kann zum Adventskalenderbuch auch noch eine schöne Aufhängung mit Klammern für die Briefumschläge bestellen. Auch Zusatzsterne können für Kindergarten- oder Schulklassen bestellt werden. So hat am Ende jedes Kind einen leuchtenden Stern. Der kleine Stern achtet auf eine ressourcenschonende Produktion mit möglichst kurzen Lieferwegen. Besonders toll am Adventskalenderbuch finde ich, dass die Geschichte nicht religiös ist und so für alle kulturellen Hintergründe passt. Das ist besonders toll für das Vorlesen in einer Kitagruppe oder im Kindergarten. Die Geschichte ist humorvoll und versprüht doch auch einen besonderen Zauber. Das wohlige Gefühl wird noch verstärkt, weil die Geschichte auch die von Freundschaft und Zusammenhalt ist. Fazit Mit der "Adventsgeschichte der kleine Stern - Abenteuer im Meer" schenkt man Vorlesezeit, Spass und Spannung und verbreitet eine besinnliche und wohlig warme Stimmung. Mit dem kleinen Stern fliegt es sich wunderbar in 24 Kapiteln vom 1. Dezember bis zum Heiligen Abend. Die Fakten Adventsgeschichte der kleine Stern Abenteuer im Meer Karin Fröhlich (Text) Eveline Moser (Fotos + Gestaltung) Kleiner Stern 52 Seiten Hardcover mit Blachenhülle Ab 4 Jahren Hier findest du alle Produkte vom kleinen Stern. 1 Exemplar der "Adventsgeschichte der kleine Stern" gewinnen! Zusammen mit "Kleiner Stern" darf ich ein Exemplar der Adventsgeschichte verlosen. Welches Abenteuer du möchtest, kannst du dann frei auswählen (solange Vorrat). So geht's: Verrate mir in den Kommentaren, welches dein speziellstes Weihnachten war. Für weitere Lose kannst du auch auf Instagram und Facebook teilnehmen: Instagram Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Freitag, 12. November 2021, 23:59 Uhr. Viel Glück! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in der Schweiz. Das Los entscheidet über die/den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt über Kleiner Stern. Zu diesem Zweck gebe ich die Adresse der/des Gewinner*in an den Verlag weiter. Das Gewinnspiel hat nichts mit Facebook oder Instagram zu tun. PS: Herzlichen Dank für das Verlosungsexemplar. Das Buch ist selbstgekauft. Like it? Pin it! Magst du den besonderen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du etwas Adventszauber versprühst und dir den Pin auf Pinterest merkst. So kannst du auch jederzeit nachlesen!

  • Heartstopper - Boy trifft Boy

    Die Graphic Novel "Heartstopper" von Alice Oseman gab es zuerst als Webcomic. Jetzt erscheint auf Netflix die Realverfilmung und gleichzeitig Band 1 als Graphic Novel. Was ich von der queeren Liebesgeschichte für Jugendliche halte, erfahrt ihr in diesem Artikel. Vom Webcomic, den die junge Britin Alice Oseman seit 2016 als fortlaufende Serie auf Tumblr veröffentlicht, hatte ich ehrlich gesagt noch nie etwas gehört. Entsprechend wusste ich auch nichts von der bevorstehenden Realverfilmung auf Netflix (Ausstrahlung in UK ab 2022). Aber die Graphic Novel "Heartstopper" hat mich sofort angesprochen, weil es um die Liebe zwischen zwei Jungen geht und queere Geschichten in meiner bisherigen Lesebiografie noch eine Seltenheit sind. Boy trifft Boy Worum geht es in Band 1? Im Mittelpunkt von "Heartstopper" stehen die beiden Schüler Charlie und Nick. Alice Oseman hat ihnen schon in ihrem ersten Roman "Solitaire" (erschienen bei dtv, vergriffen) zu einem Auftritt verholfen, allerdings nur als Nebenfiguren. Im Webcomic und in der Graphic Novel stehen die beiden und ihre Liebesgeschichte nun im Fokus. Charlie und Nick besuchen dasselbe Gymnasium. Als die Schüler in neue klassenübergreifende Lerngruppen eingeteilt werden, lernen sich der Zehnt- und der Elftklässler kennen. Charlie ist schwul und das wissen auch alle. Nick hingegen entspricht voll dem Klischee eines Rugbyspielers, ist gross, stark, nennt alle "Kumpel", hängt mit den grössten Idioten der Schule ab und ist so heterosexuell, wie man nur sein kann. Doch erstaunlicherweise ist er ganz nett. Nick und Charlie kommen immer öfter ins Gespräch. Charlie verliebt sich in Nick und beendet die lose Beziehung zu Ben, der ihn nur auszunutzen scheint. Irgendwann fragt Nick sogar, ob Charlie zum Rugbyteam stossen wolle. Denn Nick hat gesehen, wie schnell Charlie rennen kann und gute Läufer sind gefragt beim Rugby. Dass sich aus der Freundschaft nach und nach mehr entwickelt, ist an dieser Stelle wohl nicht zu viel verraten. Spannende, emotionale, queere Liebesgeschichte Aber auch wenn man diese Entwicklung schon beim Lektürestart erahnt bzw. erwartet, bleibt die Graphic Novel von Alice Oseman super spannend. Der Autorin und Comiczeichnerin gelingt es, uns mit ihren Figuren und den schnell wechselnden Szenen in den Bann zu ziehen. Wir fiebern richtig mit Charlie mit, sei es nun, was die Liebe zu Nick angeht oder die toxische Beziehung zu Ben, der zeitgleich eine Freundin hat. Oseman schafft es mit ihren Bildern, starke Emotionen zu transportieren. Die Illustrationen sind in Schwarzweiss gehalten. Die Panels haben unterschiedliche Formen, oft ist ein Bild in mehrere Splitter aufteilt. So fokussiert sie auf kleine Details oder lenkt den Blick gekonnt auf die Mimik der Protagonist*innen. Manchmal funktioniert die Geschichte rein über die Bildebene, dann folgen wieder dialoglastige Szenen. Oft bindet Oseman auch die Kommunikation über Messages in das Buch ein. Ich kann es zwar nicht aus eigener Erfahrung beurteilen, aber auf mich wirkt die queere Liebesgeschichte authentisch. Band 1 widmet sich dem Kennenlernen und dem Verknalltsein und erstreckt sich von Januar bis April. Band 2 erscheint im Herbst 2022. Nachdem ich den Reihen-Auftakt an einem Tag weggesuchtet habe, freue ich mich schon drauf, wieder in die Geschichte von Charlie und Nick einzutauchen! Fazit Alice Oseman ist mit "Heartstopper Volume 1" ein spannender, emotionaler Auftakt in die queere Liebesgeschichte von Charlie und Nick gelungen. Schnelle, mal bild-, mal dialoglastige Szenen machen die Graphic Novel zum Pageturner und rufen regelrecht nach einer Verfilmung. Zusammenfassend könnte man sagen, Jugendroman meets Graphic Novel, Highschool-Abenteuer meets queere Liebesgeschichte. Insgesamt ein Buch, das ich Jugendlichen ab 12 Jahren, aber auch Erwachsenen empfehlen kann! Die Fakten Heartstopper Volume 1 Boy trifft Boy Alice Oseman (Text + Illustration) Vanessa Walder (Übersetzung aus dem Englischen) Loewe Graphix 288 Seiten Erschienen am 12.01.2022 Hardcover ISBN: 978-3-7432-0936-7 Ab 12 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Alice Oseman Alice Oseman auf Instagram Alice Oseman bei Twitter PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Loewe Verlag und an Literaturtest. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Alles Arbeit oder was?!

    Was macht Mama eigentlich, wenn sie ins Büro fährt? Was, wenn der Papa seinen Job verliert? Und sind Hausaufgaben nicht auch Arbeit? Mieke Scheier geht in ihrem Sachbilderbuch "Alles Arbeit oder was?" diesen und vielen weiteren Fragen rund ums Arbeiten auf den Grund. Spätestens seit mein Freund und ich öfter im Homeoffice sind, ist unsere Arbeit ein Thema bei den Kindern. Davor haben sie die Arbeit vor allem mit einem Ort oder Firmenname verknüpft. Nun wissen sie auch, dass wir im Büro arbeiten und "in den Computer schauen", wie es die Kleinste beschreibt. Was wir da aber wirklich machen, bleibt ziemlich dubios. Beim Elektroingenieur können sie sich noch vorstellen, dass dabei irgendwann eine grosse Maschine rausschaut, die aber andere Leute bauen. Bei der Politologin wird es dann zu abstrakt - das ist ja schon für meine Altersgenoss*innen schwer vorstellbar. Arbeit, Lohn und Freizeit Mieke Scheiers Kindersachbuch "Alles Arbeit oder was?!" kommt hier also wie gerufen. Mit ihren charakteristischen, grafisch gehaltenen Illustrationen zeichnet und beschreibt sie auf 40 Seiten im Grossformat das ganze Panorama der Arbeit. Ein kurzer Abschnitt leitet jeweils in ein Thema ein, die Illustrationen und Sprechblasen veranschaulichen es. Da geht es um Arbeit, die man wie unsere nicht sieht, um Arbeit, die man sieht, um Arbeitsplätze, um bezahlte und unbezahlte Arbeit, um den Spass bei der Arbeit, um abenteuerliche Arbeit, um die Work-Life-Balance, um die Produktion von Dingen, um alte und neue Berufe und das Erlernen eines Berufs. Auch ernste Themen wie Kinderarbeit, Arbeitslosigkeit oder der verlorene Spass an der Arbeit werden nicht ausgeklammert. Aus Kindersicht besonders gelungen finde ich, dass Arbeit nicht nur als Erwerbsarbeit dargestellt wird. Auch Aufräumen, Hausaufgaben, Arbeit im Haushalt und für die Familie ist Arbeit, nur leider unbezahlte. Vielfalt im Beruf und im Privaten Mieke Scheier spricht mit ihrem Bilderbuch zahlreiche Vielfaltsdimensionen an: Da gibt es verschiedene Hautfarben, verschiedene Kleidungsstile, Tattoos und Kopftücher, Personen mit Rollstuhl oder Rollator, verschiedene Generationen. Armut wird in Text und Bild (zum Beispiel mit einem Bettler) angesprochen. Frauen arbeiten als Baggerfahrerin und Feuerwehrfrau und Männer tragen oder schieben Kinder durch die Gegend oder kümmern sich um den Abwasch. Das Buch gibt einen guten Überblick, was Arbeit alles ist, ist aber ausreichend offen gehalten, um selber noch zu diskutieren, Parallelen zum eigenen Alltag zu ziehen oder über eigene Berufswünsche ins Gespräch zu kommen. Besonders gut gefällt mir auch der Humor, der sich durchs Buch zieht, von multitaskenden Müttern, über den "Lecker Bäcker" und den "Salon Schnipp", bis zum Arbeitnehmer, der sich versteckt, weil er gerade keine Lust zum Arbeiten hat, präsentiert die Hamburger Illustratorin das Thema Arbeit mit einem Augenzwinkern. Fazit Das Sachbilderbuch "Alles Arbeit oder was?!" von Mieke Scheier eröffnet Kindern ab 5 Jahren die Welt der Arbeit in all ihren Facetten. Von der Arbeit in der Steinzeit bis zur Digitalisierung, von unerlaubter Kinderarbeit (Zimmer aufräumen gehört nicht dazu!) bis zur Arbeitslosigkeit, vom Büroalltag bis zum Abenteuer-Job als Astronautin ist hier alles dabei. Ein vielfältiges Sachbuch, das zum Gespräch einlädt, inhaltlich und optisch ein Jahreshighlight! Die Fakten Alle Arbeit oder was?! Mieke Scheier (Text + Illustration) Beltz & Gelberg 40 Seiten Erschienen am 18.08.2021 Hardcover ISBN: 978-3-407-75499-8 Ab 5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Mieke Scheier auf Instagram Website von Mieke Scheier PS: Herzlichen Dank an Beltz & Gelberg für das Rezensionsexemplar. Mehr von Mieke Scheier bei mint & malve Ohne Wasser geht nichts! - Christina Steinlein, Mieke Scheier (Beltz & Gelberg 2020) Passt nicht - Mieke Scheier (Kunstanstifter 2018) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Wo versteckst du dich? Kleiner Koala

    Das ökologisch produzierte Pappbilderbuch "Wo versteckst du dich? Kleiner Koala" von Franziska Jaekel eignet sich schon für Kinder ab 1 Jahr und entführt Klein und Gross ins warme Australien. Etwas Kontrastprogramm zu Jahresbeginn muss sein. Während wir hier in der Kälte und oft unter einer dicken Nebeldecke hocken, reisen wir gerne mit Büchern in die Wärme. Definitiv wärmer als hier ist es in Australien, wo das Pappbilderbuch "Wo versteckst du dich? Kleiner Koala" von Franziska Jaekel mit Illustrationen von Rachael Hare spielt. Das komplett nachhaltig produzierte Bilderbuch aus ökologischen Materialien ist Teil der neuen Reihe "Wo versteckst du dich?" für die Kleinsten von Dorling Kindersley. Gleichzeitig erschienen sind Kleiner Eisbär, Kleiner Elefant und Kleiner Tiger und jetzt im Januar folgt noch Kleiner Pinguin. Wir kennen bisher nur das Buch vom kleinen Koala, das begeistert uns aber sehr. Wo steckt bloss der Koala? Der kleine Koala ist verschwunden und die kleinen Leser*innen ab 1 Jahr sind aufgefordert, ihn zu suchen. Doch wo versteckt er sich nur? Haben ihn vielleicht die Emus gesehen? Oder hüpft er mit den Kängurus durch die Steppe? Nein? Dann hat er sich vielleicht bei den Wombats verkrochen oder weiss etwa das Krokodil mehr? Bei der Suche nach dem Koala lernen die Kinder erste Tiere Australiens und ihren Lebensraum kennen. Die Gucklöcher machen neugierig auf die nächste Seite und laden auch immer wieder zum Zurückblättern ein. Die Texte sind schön kurz und entsprechen so der Aufmerksamkeitsspanne der kleinen Bücherwürmer. Die Farben sind kräftig und das bei ungebleichtem Recyclingpapier und natürlichen Pflanzenfarben. Unsere Zweijährige liebt das Buch heiss und innig und holt es jeden Tag zum Vorlesen. Eigentlich ist es mittlerweile sie, die es mir erzählt, denn sie weiss natürlich schon ganz genau, wo der Koala sich versteckt hat und versucht auch, sich die ominöse Pflanze zu merken, die der kleine Koala genüsslich verspeist. ;-) Fazit Das Pappbilderbuch "Wo versteckst du dich? Kleiner Koala" von Franziska Jaekel und Rachael Hare ist optimal für den Start in die Welt der Bücher. Es schafft einen ersten Bezug zur Natur und geht durch die nachhaltige Produktion verantwortungsvoll damit um. Auch für Kleinkinder, die Bücher noch gerne mit dem Mund erforschen, ist das Buch dank natürlichen Pflanzenfarben und Klebstoffen ohne Lösungsmittel unbedenklich. Die Fakten Wo versteckst du dich? Kleiner Koala Franziska Jaekel (Text) Rachael Hare (Illustration) Dorling Kindersley DK 14 Seiten Erschienen am 08.10.2021 Pappbilderbuch ISBN: 978-3-8310-4284-5 AB 1 Jahr Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Dorling Kindersley für das Rezensionsexemplar. Weitere Pappbilderbücher für die Kleinsten bei mint & malve Bin gleich fertig! - Martin Baltscheit, Anne-Kathrin Behl (Beltz & Gelberg 2021) Komm, wir zeigen dir unsere Kita! - Constanze von Kitzing (Carlsen 2021) Kann ich bitte in die Mitte? - Susanne Strasser (Peter Hammer Verlag 2021) Ich bin anders als du - Ich bin wie du - Constanze von Kitzing (Carlsen 2019) bubbly bibsi - The Family Language Book - Annemarie und Réda Achour (Pherean) Gute Nacht zusammen! - Komako Sakai, Chihiro Ishizu (Moritz Verlag 2019) Warte, warte - wo willst du hin? - Nakawaki Hatsue, Komako Sakai (Moritz Verlag 2017) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Machen - Eine Anleitung fürs Loslegen, Dranbleiben und zu Ende führen

    Habt ihr gute Vorsätze fürs neue Jahr gefasst? Ich halte es mit Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler und beschränke mich auf einen einzigen Vorsatz: "Machen". Was es mit dem kleinen blauen Büchlein auf sich hat, verrate ich euch in diesem Beitrag. Ich bin nicht der Typ für 1'000 gute Vorsätze, die man schon in den Wind schiesst, bevor das neue Jahr so richtig begonnen hat. Deshalb halte ich es dieses Jahr einfach und begnüge mich mit einem Vorsatz: einfach machen. Da ich ein Profi im Aufschieben, Rausschieben, "Verlaueren", Verschieben und Vergessen bin, lasse ich mich aber von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler und ihrem kleinen blauen Bändchen "Machen. Eine Anleitung fürs Loslegen, Dranbleiben und zu Ende führen" inspirieren. Get the Sh* done Klingt irgendwie nach Selbstoptimierung? Dachte ich zuerst auch, aber die Autoren entwarnen schon im Vorwort: Es geht ihnen nicht darum, alles aus sich rauszuholen, produktiv zu werden bis zum Geht-nicht-mehr, sich zum Prototyp der protestantischen Ethik hochzuarbeiten oder sich irgendwo Sheryl-Sandberg-mässig reinzuhängen. Es geht ihnen viel mehr darum, die Konzentration auf etwas zu lenken, das wir wollen, selbstgewählte Projekte mit mehr Freude und besserem Output umzusetzen. Die beiden stellen uns 41 Werkzeuge vor, die dabei helfen können, Dinge anzupacken, sich zu überwinden, etwas wieder aufzugreifen, dranzubleiben und es zu Ende zu führen. Die verschiedenen Methoden, Strategien und Taktiken sind unterteilt in die Kapitel "Dinge machen", "Was Sie machen müssen, bevor Sie etwas machen", "Wie Sie andere dazu bringen, Dinge zu machen", "Dinge anders machen" und "Wie Sie mit Dingen umgehen, die Sie gemacht haben". Die einzelnen Unterkapitel kommen kolumnenartig daher, sind schön kurz, bringen es gut auf den Punkt, versprühen auch einen gewissen Humor und werden teils von einer Illustration begleitet. Im 170-seitigen Buch enthalten sind alte Klassiker wie die Pomodoro-Technik, der Matthäus-Effekt oder die To-do-Liste, aber auch aktuell gehypte Methoden wie Kanban, Journaling oder die alte, aber traurig aktuelle Triage. Daneben bin ich auf Methoden gestossen, die mir bisher noch nicht begegnet sind, wie die an den Raketenstart angelehnte 5-Sekunden-Regel oder die 5/25-Regel, um fortan die richtigen Prioritäten zu setzen. Immer wenn die Ausführungen in neoliberale Selbstoptimierungstipps zu kippen drohen, kommen Krogerus und Tschäppeler zum Glück mit einer Methode für gutes Energie-Management, fürs Bewusstmachen des Positiven oder für gute Zeiteinteilung, um mehr Zeit für Blödsinn zu haben, um die Ecke. So bleibt das Buch bis zum Schluss motivierend und entlastend zugleich. Fazit "Machen. Eine Anleitung fürs Loslegen, Dranbleiben und zu Ende führen" von Mikael Krogerus und Roman Tschäppeler ist der optimale Begleiter für den Start in ein neues Jahr voller Tatendrang. Das Büchlein lässt sich am Stück lesen oder häppchenweise - je nach Bedarf. Es bietet sich an, es immer wieder zur Hand zu nehmen, Verschiedenes auszuprobieren, die Macher*innen-Methoden zu finden, die zu einem passen. Auf dass wir im neuen Jahr ganz viele freudige Häkchen unter Gemachtes setzen können und mehr Zeit fürs Nichtstun haben! Neben "Machen" gibt es auch noch die ebenso bunten Bände "Entscheiden", "Erkennen", "Fragen" und "Reden". Die Fakten Machen. Eine Anleitung fürs Loslegen, Dranbleiben und zu Ende führen Mikael Krogerus, Roman Tschäppeler Kein & Aber 176 Seiten Erschienen am 17.08.2021 Taschenbuch ISBN: 978-3-0369-5857-6 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Kein & Aber Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Kein Bett in der Nacht - ein Bilderbuch über Obdachlosigkeit

    Weihnachten ist auch die Zeit, in der wir uns auf die Menschen besinnen, denen es nicht so gut geht wie uns. Mit ihrem Bilderbuch "Kein Bett in der Nacht" nähern sich Maria Inês Almeida, José Almeida de Oliveira und Cátia Vidinhas dem Thema Obdachlosigkeit feinfühlig an. Armut und wie in diesem Fall Obdachlosigkeit sind in Kinder- und Bilderbüchern noch eher selten ein Thema. Am Ende des Beitrags habe ich ein paar Kinderbücher erwähnt, die das Thema zumindest anschneiden. Die portugiesische Journalistin und Kinderbuchautorin Maria Inês Almeida stellt das Thema ganz ins Zentrum des Buches. Inspiriert wurde sie zu "Kein Bett in der Nacht" von ihrem Sohn José Almeida de Oliveira. Konsequenterweise erzählt sie die Geschichte auch aus der Perspektive eines kleinen Jungen. Kein Dach über dem Kopf Beim Anblick von Obdachlosen denkt der Junge, es müsse schön sein, so ohne Dach über dem Kopf unter freiem Himmel schlafen und die Sterne bewundern zu können. Doch ein paar Jahre später erklären ihm seine Eltern, dass diese Menschen, nicht freiwillig auf der Strasse leben, sondern dass sie kein Zuhause haben und deshalb auf einer Parkbank, unter einer Brücke oder sonst einem Unterschlupf schlafen müssen. "Sie haben kein Haus, das sie vor Regen, Hitze oder Wind schützt. Sie haben kein Bett, auf dem sie sich nach einem langen Tag ausstrecken können. Sie haben niemanden, der sie in den Arm nimmt oder ihnen hilft." Tief beeindruckt von der Situation und der Traurigkeit der Obdachlosen beschliesst der Junge, ihnen zu helfen. Er sammelt Kleiderspenden und Lebensmittel und vor allem sucht er das Gespräch mit den Obdachlosen. So wird ihm klar, dass Obdachlose Menschen sind wie du und ich - sie waren vorher vielleicht Buchhalterin, Krankenpfleger oder Professorin, hatten eine Familie und eine Wohnung. Das einfühlsame Bilderbuch endet mit dem Weihnachtswunsch des Jungen, "... dass dieses Buch immer mehr an Aktualität verlieren möge, da es dann immer weniger Menschen gäbe, die auf der Strasse leben müssen." Das Haus als Leitmotiv Cátia Vidinhas hat "Kein Bett in der Nacht" wunderschön illustriert. Es dominieren Blau-, Grau- und Brauntöne, gelegentlich versetzt mit einem roten oder gelben Farbtupfer. Das Thema der Obdachlosigkeit bzw. des Obdachs zieht sich leitmotivisch mit einem Haus durch, das bereits im Vorsatz auftaucht und wir fast auf jeder Doppelseite wieder entdecken können. Mal in Form einer Kartonbehausung, mal als Sternbild, mal als Haus anstelle des Herzens und mal als Miniaturhaus, das Freundschaft und Geborgenheit vermittelt. Kindgerecht, aber nicht ganz rund Insgesamt profitiert "Kein Bett in der Nacht" vor allem von der Perspektive des erzählenden Jungen, die immer offen, interessiert, wohlwollend und hilfsbereit ist. Für die Zielgruppe von Kindern ab 4 Jahren nicht ganz passend finde ich allerdings manche Textstellen. Zum Beispiel, wenn die Mutter von Idealen spricht, die die Wirklichkeit nicht überleben. Ich würde die Altersempfehlung deshalb mindestens bei 5 oder 6 Jahren ansetzen. Wenn ein konkreter Anlass besteht, kann das Bilderbuch aber natürlich auch schon früher genutzt werden, um das Thema aufzugreifen. Ich würde dann beim Vorlesen einfach einiges weglassen oder vereinfachen. Keine Antwort liefert das Buch auf die logische Anschlussfrage der Kinder, weshalb wir denn nicht einfach allen Obdachlosen ein Dach über dem Kopf zur Verfügung stellen. Gerade in einem reichen Land wie der Schweiz sollte das doch möglich sein. Hier tut sich natürlich die ganze Komplexität der Problematik auf, die auch für uns Erwachsene schwer fassbar ist. Trotzdem ist das Buch ein toller Gesprächsanlass, nicht nur rund um Weihnachten. Und vielleicht lädt es ja dazu ein, der einen oder anderen Frage gemeinsam auf den Grund zu gehen! Schliesslich sei eine kleine Anmerkung zum Titel erlaubt: Im Original heisst das Bilderbuch "Sem Abrigo", portugiesisch für "ohne Obdach". Gerade im Zusammenhang mit dem starken Motiv des Hauses, das sich illustratorisch durchzieht, finde ich die deutsche Variante "Kein Bett in der Nacht" weniger geglückt. Fazit "Kein Bett in der Nacht" von Maria Inês Almeida, José Almeida de Oliveira und Cátia Vidinhas bietet einen kindgerechten, ersten Zugang zum Thema Obdachlosigkeit. Verpackt in die Geschichte eines Jungen, der sich den Obdachlosen annimmt, erklärt das Bilderbuch den Kindern empathisch, was Obdachlosigkeit ist und was sie für die Betroffenen bedeutet. Und gleichzeitig wird deutlich, dass für obdachlose Menschen dasselbe wichtig ist, wie für (fast) alle mit Dach über dem Kopf: Freundschaft und ein Gefühl der Zugehörigkeit. Ein berührender Buchtipp mit Bezug zu Weihnachten, aber von ganzjähriger Bedeutsamkeit. Die Fakten Kein Bett in der Nacht Maria Inês Almeida, José Almeida de Oliveira (Text) Cátia Vidinhas (Illustration) Sarah Pasquai (Übersetzung aus dem Portugiesischen) Knesebeck Verlag 32 Seiten Erschienen am 23.06.2021 Hardcover ISBN: 978-3-95728-487-7 Ab 5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Knesebeck Verlag für das Rezensionsexemplar. Maria Inês Almeida auf Instagram Cátia Vidinhas auf Instagram Mehr Kinderbücher über Armut und Obdachlosigkeit bei mint & malve Weihnachten mit Bernadette - Bernadette (NordSüd 2021) Familie Flickenteppich 4. Wir freuen uns auf Weihnachten - Stefanie Taschinski, Anne-Kathrin Behl (Oetinger 2021) Der kleine Trommler - Bernadette (NordSüd 2018) Der Weihnachtsbaum - Delia Huddy, Emily Sutton (Aladin 2015) Das schwarze Schaf - Italo Calvino, Lena Schall (Mixtvision 2017) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

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