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  • Ein Mädchen auf Bärenfang

    Heute stelle ich euch den Tarantino unter den Kinderbüchern vor: "Annie und die Bärenjäger" von Lotte Bräuning. Klingt blutrünstig? Ist es irgendwie auch und trotzdem ist das als grosses Lob zu verstehen! Keine Angst, in "Annie und die Bärenjäger" von der deutschen Illustratorin Lotte Bräuning fliesst kein Blut, zumindest sehen wir keines. Es war einmal im Wilden Westen Aber fangen wir vorne an: Die drei Cowboys Jack, Freddy und Slim haben Grosses vor. Sie wollen einen Bären fangen und damit 5'000 Dollar kassieren. Ja, das war vor circa 150 Jahren richtig viel Geld! Geld, mit dem die drei ihre Träume vom eigenen Saloon, einer sprudelnden Goldquelle und gaaaanz viel Whiskey erfüllen wollen. Damit den drei Haudegen der Bär und die Moneten nicht durch die Lappen gehen, muss ein Plan her. Ein wasserdichter Plan, versteht sich. Jack, Freddy und Slim sitzen also im Saloon, beratschlagen, planen, diskutieren, saufen, streiten, fluchen und verprügeln sich - so wie echte Cowboys das eben tun. In Gedanken legen sie Schlingen aus, buddeln tiefe Fallgruben, locken den Bären mit Würsten an. Nein, falsch! Nicht einfach mit Würsten, mit in Whiskey getränkten Würsten natürlich. Das Planen dauert und dauert und dauert... bis zum nächsten Morgen. Selbst ist die Bärenjägerin Und wo kommt nun die titelgebende Annie ins Spiel? Nicht im Text, aber in den Illustrationen. Da sehen wir, dass Annie die drei Helden im Saloon bedient. Und während die drei Männer reden und reden und reden, macht Annie einfach. Was? Ihr ahnt es! Aber herausfinden müsst ihr es selbst. So erzählen der knappe Text mit trockenem Humor und die Bilder je eine eigene Geschichte. Wir werden beim Vorlesen und Betrachten zu Kompliz*innen von Annie und lachen uns am Ende mit ihr ins Fäustchen. Ein weiteres Highlight sind neben der klug erzählten/gezeichneten Geschichte die Illustrationen. Äusserst detailreich nimmt uns Lotte Bräuning mit ihren Buntstiftzeichnungen auf Aquarell mit in den Wilden Westen, in den Saloon, ja bis ins Bärenfell, das aufs Haar genau zu erkennen ist. Kein Wunder, war sie mit ihrem Debüt bereits für die Serafina 2019, den Illustrationspreis für Nachwuchstalente, nominiert! Fazit Lotte Bräuning ist mit "Annie und die Bärenjäger" eines der besten Bilderbücher des Jahres gelungen. Jedenfalls für alle Zuhörer*innen und Vorleser*innen mit Humor (okay... und etwas Schadenfreude). Das ist Vorlesespass pur - mit ein Bisschen peng, peng, einer coolen Heldin und genialen lllustrationen! Die Fakten Annie und die Bärenjäger Lotte Bräuning (Text + Illustration) Atlantis Verlag 32 Seiten Erschienen am 23.08.2019 ISBN: 978-3-7152-0764-3 Ab 5 Jahren Leseprobe und Bestellung bei Atlantis PS: Herzlichen Dank an den Atlantis Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Share it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freut es mich sehr, wenn du ihn fleissig in den Social Media teilst oder dir den Pin dazu merkst.

  • Mit Fux, Kind und Kegel in den Wald

    Magst du Schweden? Und den Wald? Und Omeletten (Pfannkuchen)? Dann ist "Hollie & Fux" von Nini Alaska genau das Richtige für dich! Weshalb? Das erfährst du in diesem Blogpost. Ein einsames Mädchen "Hollie & Fux" erzählt die Geschichte vom Mädchen Hollie und vom Fuchs Fux. Die Geschichte hört aber nicht beim Zusammentreffen der beiden Hauptfiguren auf, nein, da fängt sie erst so richtig an. Es ist so: Hollie lebt mit ihrer Grossmutter in einer schwedischen Stadt. Sie lebt da, weil ihre Eltern Filmstars sind und dafür in der ganzen Welt herum jetten. Sie kriegt Mama und Papa also nur zu Geburtstagen und auf der Leinwand zu sehen. Und das ist ganz schön traurig. Hollie sehnt sich nach einem richtigen Familienleben mit ihren Eltern. Ein Glück, dass sie eines Tages die Bekanntschaft von Fux macht. Ihre Freundschaft beginnt mit dem besten Angebot, das es gibt: Hollie hat nämlich ein paar Pfannkuchen übrig. Und im Ernst: Wer liebt Pfannkuchen nicht? Hollie und Fux tun es jedenfalls und so zieht der Fux auch gleich bei ihr ein und sie werden richtig gute Freunde. Sie sind richtig glücklich, kuscheln, lesen Bücher und sprechen über die Stadt und den Wald und was sie lieber mögen. Vom Suchen und Finden von Geborgenheit Eines Tages - es ist ein Spätsommerregentag - gehen sie gemeinsam ins Kino und sehen auf der Leinwand nicht nur Hollies Eltern, sondern auch einen Fuchs. Nun haben beide ganz starkes Heimweh - nach Familie und nach Wald. Nach einigen Tagen Regenwetter und ebensolcher Stimmung ist klar, es muss was geschehen! Was, sei an dieser Stelle nicht verraten, ausser, dass es etwas mit einem alten Holzhaus am Waldrand zu tun hat. Illustrationskunst für Skandinavien-Fans "Hollie & Fux" ist zwar ein Bilderbuch, hat aber verhältnismässig viel Text, so dass es sich auch wunderbar für ältere Kinder eignet. Die Illustrationen von Nini Alaska gehen jeweils über eine Doppelseite. Sie sind in gedeckten Farben gehalten, schön skandinavisch eben! Und sie lassen einen immer wieder Neues entdecken: Unsere Mittlere (3 Jahre alt) sucht zum Beispiel gerne die Schildkröte, die sich auf vielen Seiten versteckt hat (apropos versteckte Schildkröte: da hatte ich schon mal einen Buchtipp). Fazit Nini Alaska erzählt in "Hollie & Fux" eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, über das Traurigsein, über Familie, Heimat und Geborgenheit. Mit ihren Illustrationen verleiht sie dem Ganzen auch noch einen wunderbar schwedischen Charme, so dass Kinder ab 4 Jahren und ihre Vorleser*innen am liebsten direkt mit Hollie und Fux in das kleine rote Haus am Waldrand einziehen würden. Die Fakten Hollie & Fux Nini Alaska (Text & Illustration) Tulipan Verlag 48 Seiten Erschienen am 19.07.2019 ISBN: 978-3-86429-454-9 Ab 4 Jahren Leseprobe und Bestellung bei Tulipan Website von Nini Alaska Like it? Pin it! Magst du den Buchtipp oder einfach Pfannkuchen? Dann merke dir gerne diesen Pin auf Pinterest. Facebook-Posts, Tweets & Co. sind auch herzlich willkommen!

  • Ab mit den alten Zöpfen!

    Der Bronsky-Beat schlägt wieder! In "Der Zopf meiner Grossmutter" erzählt Alina Bronsky gewohnt bissig die Geschichte einer russischen Patchworkfamilie in Deutschland. Manchmal muss man einfach mit dem ersten Satz anfangen. Alina Bronsky haut jedenfalls in "Der Zopf meiner Grossmutter" einen richtig tollen raus, wie ich finde. "Ich kann mich genau an den Moment erinnern, als mein Grossvater sich verliebte." (S. 5) Bumm! Und wenn wir noch den zweiten Abschnitt dazu nehmen, sind wir schon mitten im Geschehen - "in medias res" wie der Lateiner zu sagen pflegt: "Ich ahnte, dass die Grossmutter nichts davon mitkriegen sollte. Sie hatte schon bei geringeren Anlässen gedroht, den Grossvater umzubringen, zum Beispiel wenn er beim Abendessen das Brot zerkrümelte." (S. 5) Bumm, bumm! Damit ist auch gleich klar, dass Grossmutter Margarita gelinde gesagt Haare auf den Zähnen hat. Eigentlich ist sie eine richtige Beisszange. Oder ist sie gar richtig böse? Als Leser*in schwankt man zwischen Verachtung und ganz scheuer Bewunderung. Verachtung, weil sie ihren Enkel Max, den sie seit dem Tod seiner Mutter Maya grosszieht, einengt, drangsaliert, klein macht, von der Welt fernhält (insbesondere von einem ominösen roten Juden). Und das mit der Begründung rechtfertigt, dass Max ein Krüppel sei, an den unmöglichsten Krankheiten leide und praktisch schon im Grab läge, wenn ihn ein anderes Kind nur anniesen würde. Scheue Bewunderung, weil sie sich im ihr fremden Deutschland doch eigentlich recht erfolgreich durchschlägt (mit eigener Tanzschule, aber ohne der deutschen Sprache mächtig zu sein) und es auch noch schafft, für die Geliebte des Grossvaters und deren Kinder zu sorgen. Nach und nach erfahren wir durch die Augen von Max (anfangs 5 Jahre alt, am Ende ein Jugendlicher), dass er mit seinen Grosseltern als Kontingentflüchtling aus Russland nach Deutschland gekommen ist. Wobei die Grossmutter die dafür nötigen jüdischen Vorfahren scheinbar mehr oder weniger erfunden hat. In Deutschland leben sie in einem Flüchtlingswohnheim, der Grossvater verliebt sich in Nachbarin Nina - ebenfalls eine Geflüchtete, womit die Geschichte ihren Lauf nimmt und die Kleinfamilie mit Grosseltern und Max mittelfristig zur Patchworkfamilie wird. Bronsky-Beat par excellence Zu Beginn ist die Perspektive des Ich-Erzählers Max etwas irrtierend, weil er nicht wie ein fünfjähriges Kind spricht, aber nach und nach wird klar, dass es der jugendliche Max vom Ende des Romans ist, der hier erzählt und so passt es wieder. Und was auch dieses Mal funktioniert, ist der Bronsky-Beat, dieses rasante, direkte, sarkastische, witzige Erzählen. Dass Alina Bronsky das drauf hat, davon habe ich mich schon bei "Baba Dunjas letzte Liebe" überzeugen können. Der Charakter der Grossmutter ist wirklich hart an der Grenze, aber irgendwie schafft es die Autorin, sie nicht ganz zum Monster werden zu lassen, so dass wir die schrullige alte Dame ein ganz klein wenig ins Herz schliessen und immer weiter und weiter lesen wollen. Fazit Wer einen von Alina Bronskys Vorgängerromane gelesen und gemocht hat, dem wird bestimmt auch "Der Zopf meiner Grossmutter" gefallen. Es ist die gewohnt unterhaltsame, ironisch, liebevolle Erzählweise, die mich an der Geschichte um die russische Patchworkfamilie in Deutschland einmal mehr gepackt hat. Nach und nach möchte ich auch ihre anderen Bücher noch lesen und hoffe auf ebenso viel Lesevergnügen. Die Fakten Der Zopf meiner Grossmutter Alina Bronsky KiWi Verlag 224 Seiten Erschienen am 09.05.2019 ISBN: 978-3-462-05145-2 Leseprobe, weitere Rezensionen und Bestellung bei KiWi Like it? Pin it! Gefällt dir dieser Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Tipp auf Pinterest merkst oder ihn in den Sozialen Medien teilst.

  • Drei Frauen, drei Leben

    Dieses Jahr haben es mir die Debütromane angetan und mit Saskia Luka und ihrem Roman "Tag für Tag" zeige ich euch heute mein bisheriges Jahreshighlight: Ein Familienroman über drei Frauen aus drei Generationen. Vom Verlust von Heimat Seit dem unerwarteten und viel zu frühen Tod ihres Mannes Georg fühlt sich Maria ziemlich verloren. Mit diesem Verlust hat sie nicht nur ihren Lebenspartner verloren, sondern auch ihren wichtigsten Anker in ihrer (neuen) Heimat München. Plötzlich spielt es wieder eine Rolle, dass Bayern nicht ihre erste Heimat ist, sondern ihre zweite, nach Kroatien, wo sie aufgewachsen ist. Maria hat sich so sehr mit ihrer neuen Heimat identifiziert und der Krieg in Kroatien hat das seinige dazu beigetragen, dass sie ihre Muttersprache Serbokroatisch über Jahre abgelegt und nicht an ihre Tochter Anna weitergegeben hat. "Als der Krieg plötzlich in den Wörtern war und sie verrieten, woher man kam, war die Sprache für Maria unmöglich geworden." (S. 22) Dass die alte Heimat wieder zum Thema wird, ist auch dem Umstand geschuldet, dass Maria ihre Mutter Lucia aus Kroatien zu sich nach Deutschland geholt hat, um sie im Alter zu pflegen. Saskia Luka führt uns in ihrem Debütroman "Tag für Tag" mitten hinein in diese Dreierkonstellation von Frauen aus drei unterschiedlichen Generationen, die unterschiedlich sprechen, unterschiedlich aufgewachsen sind und unterschiedliche Verständnisse haben von Heimat, Migration und Integration, ihren eigenen Wurzeln und ihrer Identität. Auf der Suche nach den Wurzeln Während Maria über all die Jahre in Bayern das Prägende - die Sprache, das ärmliche Leben, die Schicksalsschläge, den Krieg - aus ihrer Heimat Kroatien abzulegen versuchte und sich praktisch ganz neu als Deutsche definierte, interessiert sich ihre 17-jährige Tochter Anna - inspiriert von Lucias Anwesenheit - für die Heimat ihrer Mutter und Grossmutter, lernt die Sprache, reist alleine nach Kroatien. Nach dem Tod von Lucia fährt Maria - unterstützt von ihrem Freund Adam - zurück nach Kroatien. Um ihre Mutter zu beerdigen und auch, um einen neuen Umgang mit der alten Heimat zu finden, mit der sie paradoxerweise viele Jahre nur noch ihr deutscher Ehemann Georg verbunden hatte. In der Trauer um Georg und Lucia finden auch Maria und Anna wieder zusammen. "Die Trauer war, als flögen alle Vögel gemeinsam auf und liessen den Platz, an dem sie vorher gesungen hatten, leer." (S. 241) An Saskia Lukas Art zu schreiben beeindruckt mich sehr, wie sie uns mitnimmt in den Alltag der drei Frauen, allen voran Maria. In den Alltag nach einem grossen Verlust und einer neu zusammengewürfelten Familienkonstellation. Da ist nichts Gekünsteltes, die Dialoge so realistisch, die Gefühle und Stimmungen so schwankend, wie sie in einer solchen Situation und in der Beziehung zwischen den Generationen nun mal sind. Durch die immer wieder wunderbar poetischen Sprachbilder gelingt es der Autorin, das Alltägliche dennoch nicht banal erscheinen zu lassen. "Lucia schlief unbehelligt wie tiefes Wasser, auf dem sich die Wellen hoben und senkten." (S. 34) Die drei Frauen wachsen uns mit ihren Eigenheiten sehr schnell ans Herz. Und auch wenn sie oft sehr gegensätzliche Meinungen haben, können wir uns doch mit allen irgendwie identifizieren, können mitfühlen, haben Ähnliches schon erlebt, empfunden oder gedacht. So lässt uns die Autorin aus Berlin an den Leben der drei Hauptfiguren teilhaben, an ihrem Suchen, ihrem Ringen, ihren Beziehungen. Mich jedenfalls hat sie tief in dieses Geflecht hineingezogen! "Tag für Tag" hat den Buchpreis 2019 der Stiftung Ravensburger Verlag erhalten. Fazit Saskia Luka ist mit "Tag für Tag" ein ausserordentlicher Familienroman gelungen. Sie zeichnet darin äusserst feinfühlig, sehr realistisch und so ambivalent wie Gefühle eben sind, wie drei Frauen versuchen, sich in der Welt und in ihrem Leben zu verorten, ihre Identität für sich fassbar zu machen, eine Definition von Heimat zu suchen. Ich lege diesen warmherzigen und auch humorvollen Roman allen ans Herz. Mir hat er bisher das schönste Leseerlebnis des Jahres beschert. Ich freue mich sehr auf mehr von Saskia Luka! PS: Herzlichen Dank an den Kein & Aber Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Tag für Tag Saskia Luka Kein & Aber Verlag 304 Seiten Erschienen am 13.08.2019 ISBN: 978-3-0369-5803-3 Like it? Pin it! Spricht dich dieser Buchtipp an? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst oder in den Social Media teilst.

  • Im Land der Feen, Elfen und Nymphen

    Zugegeben ich bin kein grosser Feen-Fan, aber wenn es ohne Kitsch, mit Basteln und in Mint ins Feenland geht, kann selbst ich nicht widerstehen! Meine Tochter sowieso nicht. Letztes Jahr habe ich euch die wunderbare Bastelbox "Meine Mini-Bibliothek" vorgestellt. Nun hat Daniela Jaglenka Terrazzini eine neue Bastelbox mit Mini-Büchern illustriert: Mit "Meine Feen-Bibliothek" kannst du dir eine Zauberwelt mit zwanzig Büchlein rund um fabelhafte Wesen wie Feen, Elfen, Nymphen, Sylphen, Heinzelmännchen und Co. basteln. Schneiden, Falten, Kleben Das Konzept ist dasselbe wie bei der Märchen-Bibliothek: Das Buch ist eigentlich eine Box, die zum Feenwald mit Regalböden umfunktioniert wird und in der sich die Bastelbögen für die Mini-Bücher verstecken. Das Basteln geht ganz einfach, sogar für Leute mit zwei linken Händen. Kleinere Kinder brauchen etwas Ausschneidehilfe, aber so ab Grundschulalter sollte es auch schon alleine klappen. Der Weg zur Feenexpertin oder zum Feenfachmann Bei den Mini-Büchern handelt es sich v.a. um Sachbüchern rund um Feen und andere Wunderwesen: Da werden berühmte Feen vorgestellt. Du erfährst, wie man Feen aufspürt (streng geheim, deshalb darf ich an dieser Stelle leider nicht mehr verraten!) oder wie du deinen Feen mit Streichholzschachteln und Marmeladenglas ein Zuhause geben kannst. Mit dabei sind auch wieder eine gute Hand voll Bücher zum Selbergestalten (z.b. Meine Feenfreunde, Feenzaubersprüche, Zahnfee-Tagebuch) und ein paar Feen-Märchen. Eine kleine Kritik muss ich anbringen: Wenn man die Regalböden erstmal "aufgestellt" hat, lässt sich die Box nicht mehr schliessen. Bei einer Neuauflage wäre es super, der Buchrücken wäre etwas breiter, so dass man die Box nach dem Bespielen im Nu wieder verräumen und am nächsten Tag erneut aufstellen könnte. Fazit Die Bastelbox "Meine Feen-Bibliothek" ist ein Muss für alle Fans der zauberhaften Fabelwesen! Das Basteln der zwanzig Mini-Büchlein ist genau das Richtige für nasskalte Herbst- oder Wintertage. Mit dem geballten Fachwissen über Feen, Elfen, ihre Freunde und Feinde steht der Reise in die Zauberwelt nichts mehr im Wege. Die Feen-Bibliothek eignet sich auch ideal als Geschenk für Kinder ab 8 Jahren. Die Fakten Meine Feen-Bibliothek Daniela Jaglenka Terrazzini (Text + Illustration) Sarah Pasquai (Übersetzung) Laurence King Erschienen am 28.06.2019 ISBN: 978-3-96244-086-2 Ab 8 Jahren Einblick und Bestellung bei Laurence King Herzlichen Dank an den Laurence King Verlag und Kirchner Kommunikation für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Du magst diesen Buchtipp aka Basteltipp aka Geschenktipp? Dann merke dir doch den Pin auf Pinterest! 1'000 Dank!

  • An der Schwelle

    Elisa Shua Dusapin ist mit "Ein Winter in Sokcho" ein leises und doch eindringliches Debüt gelungen. Was den kurzen Roman um zwei ganz unterschiedliche Hauptfiguren ausmacht, lest ihr in diesem Beitrag. Mit "Ein Winter in Sokcho" von Elisa Shua Dusapin habe ich mir nach "Auf Erden sind wir kurz grandios" von Ocean Vuong wieder einen Debütroman vorgenommen. Als Tochter eines französischen Vaters und einer südkoreanischen Mutter teilt Dusapin mit Vuong die asiatischen Wurzeln. Aufgewachsen ist sie in Paris, Seoul und Porrentruy (im Schweizer Jura). In Sokcho, im Nordosten Südkoreas, ist nicht viel los, jedenfalls nicht im Winter. Nicht unbedingt eine Reise wert, findet die junge Studentin und Ich-Erzählerin des Romans. Umso verwunderter ist sie, dass sich ein Franzose in der heruntergekommenen Pension einquartiert, in der sie nach ihrem Studium in koreanischer Literatur und Französisch arbeitet. "Ich hatte mir Sokcho noch nie richtig angeschaut. Es war keine Stadt für so was. Ich stellte mich zu Kerrand. Vor uns ein Magma aus Wellblech in Orange und Blau, die Reste des ausgebrannten Kinos." (S. 30) Da die junge Frau selbst einen französischen Vater hat, der ihre Mutter vor Jahren sitzengelassen hat, weckt Yan Kerrand, der Franzose mittleren Alters, sofort ihr Interesse. Wie sich herausstellt, ist er ein berühmter Comiczeichner und auf der Suche nach Inspiration für den zehnten Band seiner erfolgreichen Comicreihe. Eine Annäherung und zwei Befreiungsschläge Unaufgeregt, in kurzen, bildhaften Sätzen, manchmal nur einzelnen Wörtern, erzählt Dusapin, wie sich die Studentin und der Comic-Autor annähern, ohne sich wirklich nah zu kommen oder kennenzulernen. Die Studentin und der Autor unternehmen in und um die Küstenstadt an der Grenze zu Nordkorea gemeinsame Ausflüge. Sie bezieht das Zimmer neben seinem, hört ihm durch das dünne Wändchen beim Zeichnen zu und schaut ihm ab und an auch über die Schulter. "Mit jedem gesetzten Strich beschleunigte sich Kerrands Atmung, bis auf seinem Blatt blendend weisse Zähne auflachten. Eine Stimme, zu tief für eine Frau. Kerrand liess das ganze Tuschefass auslaufen, die Frau schwankte, wollte noch schreien, doch das Schwarz lief ihr in den Mund, und sie verschwand". (S. 39) Kerrand scheint seine Figuren auf dem Papier zum Leben zu erwecken und - wenn er nicht findet, was er sucht, oder ihm nicht gelingt, was ihm vorschwebt, - lässt er sie wieder verschwinden. Genauso unfassbar bleibt die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren. Und doch entwickeln sich die beiden weiter, befreien sich von ihren jeweiligen Fesseln. "Auf der anderen Seite der Wand das langsame Ziehen der Feder. Eine Pavane trockener Blätter im Wind. Keinerlei Gewalt in diesem Geräusch. Traurigkeit. Beziehungsweise Melancholie." (S. 116) Fazit In "Ein Winter in Sokcho" erzählt Elisa Shua Dusapin atmosphärisch von zwei ungleichen Menschen, die sich in der südkoreanischen Stadt zufällig begegnen, sich annähern, aber nie ganz aufeinander einlassen. Scheinbar eingekapselt in ihrer Gefühlswelt verharren, passend zur winterlichen Stille, von der Sokcho im Winter bestimmt wird. Und doch entwickelt sich unter der Oberfläche etwas weiter. Die richtige Lektüre für alle, die sich von Dusapins dichten Sprache, den melancholischen Stimmungen und Gefühlswelten, die sie schafft, durch die Geschichte tragen lassen wollen. PS: Ebenfalls über das Buch gebloggt hat Bettina von Bleisatz. Ihren Leseeindruck könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Die Fakten Ein Winter in Sokcho Elisa Shua Dusapin Andreas Jandl (Übersetzung aus dem Französischen) Blumenbar (Aufbau Verlag) 144 Seiten Erschienen am 14.09.2018 ISBN: 978-3-351-05051-1 Like it? Pin it! Magst du diesen Romantipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst.

  • Märchenhafter Advent - Der kleine Stern

    (Werbung/Verlosung) Freut ihr euch auch schon wieder auf die besinnliche Adventszeit? Vielleicht seid ihr auch gerade auf der Suche nach dem richtigen Adventskalender? Dann habe ich mit der Adventsgeschichte "Der kleine Stern" das Richtige für euch! Es gibt sogar ein Exemplar zu gewinnen! Der alternative Adventskalender Regelmässige Leser*innen meines Blogs wissen, dass ich kein Fan von Adventskalendern bin, die prall gefüllt sind mit irgendwelchen Kleinigkeiten, die kein Mensch braucht. Mir sind die Geschichten lieber. Und so haben wir in den vergangenen Jahren jeweils eine Geschichte vom kleinen Stern vorgelesen (einmal die vom Wald und einmal die vom Meer) und werden das auch dieses Jahr wieder tun. Gerne erinnere ich euch auch an die Druckvorlage für das Suchspiel zum Adventsbuch "Engel, Hase, Bommelmütze". Im Artikel dazu findet ihr weitere Alternativen zum klassischen Adventskalender mit Schoggi oder Kleinkram. Abenteuer auf dem Bauernhof Dieses Mal führt uns das Abenteuer vom kleinen Stern auf den Bauernhof. In 24 Kapiteln erleben wir mit, wie sich der kleine Stern wagemutig vom Himmel auf die Erde stürzt und dort auf richtig gute Freunde trifft. Die tierischen Freunde sind Gold wert, denn der kleine Stern kann nicht mehr fliegen und überhaupt ist das Leben auf der Erde gar nicht so leicht, v.a. wenn man sich wie der kleine Stern überhaupt nicht damit auskennt. So kriegt es der neugierige kleine Stern hier mit einem Heinzelmännlein, einem Esel, einem schaurig bösen Hofhund und anderen Tieren zu tun. Was für ein Abenteuer! Ein Buch zum Mitspielen Die Adventsgeschichte "Der kleine Stern" von Karin Fröhlich und Eveline Moser ist nicht nur märchenhaft schön, spannend und lustig erzählt, sie kommt auch noch mit einigen Extras daher: In 24 Couverts zu den jeweiligen Kapiteln steckt jeweils ein Sticker zum Einkleben, in manchen sogar eine Fingerpuppe zum Mitspielen und in ganz besonderen eine fluoreszierende Zacke für den kleinen Stern. So bekommt der kleine Stern Zacke für Zacke seine verlorene Leuchtkraft zurück und erhellt am Schluss das Kinderzimmer. Mehr Weihnachtsstimmung geht nicht! Für einen guten Zweck Und noch ein schöner Nebeneffekt dieser Adventsgeschichte: Ihr unterstützt mit dem Kauf neben den Autorinnen auch die anderen Beteiligten, darunter zwei wohltätige Stiftungen. Mit dem kleinen Stern beschenkt ihr also nicht nur eure Kinder mit weihnachtlichem Vorlesevergnügen, sondern tut auch noch etwas für einen guten Zweck. Die Fakten Adventsgeschichte. Der kleine Stern. Abenteuer auf dem Bauernhof Karin Fröhlich (Text) Eveline Moser (Fotografie und Gestaltung) 24 Kapitel 5. Auflage, 2019 Abenteuer vom kleinen Stern anschauen und bestellen VERLOSUNG - Der kleine Stern Auf der Facebook-Seite von MINT & MALVE könnt ihr jetzt ein Exemplar von der Adventsgeschichte "Der kleine Stern" gewinnen. Versucht unbedingt euer Glück! Die mit viel Liebe produzierten Adventsgeschichten gibt es dieses Jahr nämlich zum allerletzten Mal! Wenn ihr gewinnt, habt ihr die Wahl zwischen "Abenteuer auf dem Bauernhof" und "Abenteuer im Wald". Die detaillierten Teilnahmebedingungen findet ihr direkt im Facebook-Post. Viel Glück und eine geschichtenreiche Adventszeit! Eure Eliane PS: Ihr wollt keine Verlosung von MINT & MALVE verpassen? Abonniert einfach den kostenlosen Newsletter (erscheint ca. einmal monatlich). PPS: Herzlichen Dank an das Team von "Der kleine Stern" für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar. Like it? Pin it! Gefällt dir die Idee einer Adventsgeschichte? Dann freue ich mich, wenn du sie auf Pinterest merkst oder in den Social Media teilst! Hilf mit, den Adventszauber zu verbreiten!

  • Federleichte Regentage

    Auch Regentage sind schöne Tage. Das zeigt das Bilderbuch "Wolkenbrot" von Baek Hee Na und Kim Hyang Soo. Mixtvision hat den Bestseller neu herausgegeben. Ganz grosse Empfehlung! Das grösste Lob vorneweg: Seit "Wolkenbrot" bei uns eingezogen ist, kommt für unsere dreijährige Tochter am Abend kein anderes Buch zum Vorlesen in Frage. Ich verstehe sie. Aber woher kommt der Zauber dieses Bilderbuchs? Ein Erklärungsversuch Die Koreanerin Baek Hee Na erzählt in "Wolkenbrot" die Geschichte eines Regentages: Ein Katzenkind erwacht und sieht den Regen vor dem Fenster. Es weckt seine kleine Schwester und sie ziehen sich an, um in den Regen hinauszugehen. So richtig lange schauen sie in den Himmel. "Wir ahnten, dass heute etwas ganz Besonderes passieren würde." Und so ist es denn auch: Dei beiden entdecken in den Ästen eines Baumes eine kleine Wolke. Diese bringen sie nach Hause zur Mutter, die daraus mit Wasser, Milch, Hefe, Salz und Zucker Brötchen bäckt. Der Vater hat es so eilig, ins Büro zu kommen, dass er nicht warten kann, bis die Brötchen fertig sind. Zwanzig Minuten später steigen die Brötchen - Wolkenbrötchen - aus dem Ofen. Einmal gegessen, verleihen sie auch den Katzenkindern die Fähigkeit zu fliegen. Und so machen sich die beiden kurzerhand auf, dem Papa auch noch ein Brötchen zu bringen. Nach erfüllter Mission fliegen die Geschwister durch die Stadt zurück nach Hause. Hungrig von diesem Abenteuer, verschlingen sie gleich noch ein Wolkenbrötchen. Und schauen zusammen in den Himmel. Der Text (übersetzt von Christina Youn-Arnoldi) trägt uns wunderbar poetisch durch diese leichte Geschichte. Zusammen mit den Katzenkindern erleben wir die Magie dieses zwar grauen, aber doch besonderen Tages. Die Wolkenbrötchen verleihen unserer Fantasie Flügel. Am Ende der Geschichte fühlen wir uns so wunderbar leicht, als wären wir mitgeflogen und hätten warme Wolkenbrötchen im Bauch. Das Besondere scheint in jeder Pfütze auf uns zu warten. Also nichts wie raus in den Herbst! Brillant illustriert Die schöne Geschichte, die uns so ein wunderbar warmes Gefühl in den Bauch zaubert, wird gestützt von den fantastischen Bildwelten von Baek Hee Na. Mit Papier, Stoffen und zahlreichen Requisiten hat sie die Szenen von "Wolkenbrot" in echten Modellen gebaut. Kim Hyang Soo hat sie in seinen Fotos festgehalten. Wir bewegen uns gedanklich darin wie in realen Räumen, fassen mental die weichen Pullover an, beissen in die warmen Wolkebrötchen, so dreidimensional, so plastisch, so echt wirkt alles. Dass die Rollenverteilung in "Wolkenbrot" mit der Mutter am Herd und dem Vater im Büro sehr traditionell ist, sei für einmal verziehen. Sonst ist es einfach perfekt! Fazit Das Bilderbuch "Wolkenbrot" lässt uns daran glauben, dass die banalsten Dinge einen Zauber in sich haben. Auch Regentage können zu Glückstagen werden, man muss nur genau hinsehen! Eine Herzensempfehlung nicht nur für graue Herbsttage und nicht nur für Kinder ab 3 Jahren, sondern auch alle Erwachsenen. Wolke im Marmeladenglas Habt ihr Lust, selber eine Wolke herzustellen? Wie das ganz einfach geht, erfahrt ihr in diesem Video von der Wetterschule: Die Fakten Wolkenbrot Baek Hee Na (Text + Illustration) Kim Hyang Soo (Fotos) Christina Youn-Arnoldi (Übersetzung aus dem Koreanischen) Mixtvision 42 Seiten Erschienen am 21.08.2019 (Neuauflage mit neuem Cover) ISBN: 978-3-95854-137-5 PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Mixtvision Verlag. Like it? Pin it! Magst du diesen Bilderbuchtipp für verregnete Herbst- und alle anderen Tage? Dann freue ich mich, wenn du den Pin auf Pinterest teilst. Auch ein Post auf Facebook oder Instagram oder ein Tweet wären toll!

  • Eltern, entspannt euch! Mit Kinderbüchern.

    (Werbung/Verlosung) Spätestens ab dem zweiten Kind braucht man als Eltern gewisse Entspannungstechniken. Wie ihr dem Alltagschaos mit Kinderbüchern begegnen könnt, erzähle ich euch im Gastbeitrag bei den lieben Kolleg*innen von Mamas Unplugged. Ihr kennt es: Manchmal reichen zwei Hände einfach nicht, um zwei Kindern Herr zu werden. Sind die Hände dann noch durch ein Stillkind besetzt, wird es noch schwieriger! Es droht, alles aus dem Ruder zu laufen. Und die Kinder verschwören sich in solchen Momenten auch noch gerne gegen die wehrlosen Eltern. Was also tun? Schreien? Hören sie eh nicht. Schweigen? Dann hört ihr wohl bald nichts mehr. Deshalb: Vorlesen! Und zwar das hier - nur so als Beispiel. ;-) Und jetzt geht es bei Mamas Unplugged weiter. Ah, ihr könnt übrigens bei Mamas Unplugged ein Exemplar von "Fertig, Schluss! Heute darf man" aus dem Helvetiq Verlag gewinnen. Viel Glück! Herzlichen Dank für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar an Helvetiq! Die anderen Bücher sind selbstgekauft. Like it? Pin it! Magst du meine drei Buchtipps zum Entspannen mit Kindern? Dann freue ich mich sehr, wenn du diesen Pin auf Pinterest teilst. Natürlich freue ich mich auch über das Teilen in den Social Media! Merci!

  • Brief an die Mutter

    Ist Ocean Vuongs "Auf Erden sind wir kurz grandios" wirklich so grandios? Ich bin mir da nicht so sicher. Lest selbst. Ich poste ja meist nur Bücher, die ich uneingeschränkt oder zumindest grösstenteils empfehlen kann. Manchmal schafft es aber doch ein Buch hierher, mit dem ich etwas gehadert habe. So ging es mir mit dem literarischen Debüt des amerikanischen Autors (mit vietnamesischen Wurzeln) Ocean Vuong. Im Vorfeld habe ich praktisch nur Gutes über "Auf Erden sind wir kurz grandios" gehört und so durfte es auch gleich mit, als ich es in der Bibliothek entdeckt habe. Brief an die Mutter Kurz zum Inhalt: Der (stark autobiografische) Roman ist als Brief des Ich-Erzählers "Little Dog" an seine Mutter geschrieben. Die Mutter, eine nach Amerika emmigrierte Vietnamesin, ist Analphabetin. Das gibt dem Ich-Erzähler die Freiheit oder den nötigen Mut, auch Dinge zu schreiben, die er seiner Mutter wohl nie so erzählen oder schreiben würde, müsste er davon ausgehen, dass sie den Brief lesen könnte. Zwischen den Welten "Little Dog" erzählt vom Leben seiner Grossmutter Lan und seiner Mutter in Saigon, vom Vietnamkrieg, davon wie er zu seinem amerikanischen Opa Paul, einem ehemaligen GI, und wie die Familie (Grossmutter, Mutter, Tante und er selbst) in die USA kam und womit sie in der neuen Heimat zu kämpfen hatten. Und er erzählt von sich selbst, wie er sich zum ersten Mal verliebt hat, in Trevor, einen typisch amerikanischen Jungen, und wie er es aus der Provinzstadt in Connecticut rausgeschafft hat, während viele seiner Kollegen den Drogen verfallen sind. Das klingt an sich spannend und war auch interessant zu lesen, sehr emotional, mitreissend, erschütternd und doch sprachlich zart. "Du bist eine Mutter, Ma. Und du bist ein Monster. Aber das bin ich auch - weshalb ich mich nicht von dir abwenden kann. Weshalb ich Gottes einsamste Schöpfung [das Auge] genommen und dich hineingesetzt habe." (S. 23) "Ich wurde gesehen - ich, der ich selten von jemandem gesehen worden war. Ich dem du [Mutter] beigebracht hattest, zu meiner eigenen Sicherheit unsichtbar zu bleiben (...)." (S. 110) "Ich hatte, was ich wollte - einen Jungen, der auf mich zu schwamm. Nur dass ich keine Küste war, Ma. Ich war Treibholz und versuchte mich zu erinnern, wovon ich abgerissen war, um hier zu landen." (S. 123) "Es ist in solchen Momenten, neben dir, dass ich Worte darum beneide, was wir niemals können - wie sie alles über sich selbst sagen können, indem sie einfach still dastehen, einfach sind." (S. 187) Will der Roman zu viel? Und doch erscheint mir die Anlage als Brief an die Mutter etwas gar künstlich. Die angesprochenen Themen (Identitätssuche, Coming-of-Age, Rassismus, Unterdrückung der Frauen, Homosexualität, Krieg, Drogenabhängigkeit, Schizophrenie, häusliche Gewalt etc.) sind so vielfältig, dass der Roman fast überladen wird, bei vielem nicht in die Tiefe gehen kann. Die Sprache ist wirklich speziell, man spürt den Lyriker, der Ocean Vuong ist, in vielen Abschnitten deutlich. Dann gibt es aber auch wieder Abschnitte, die wenig poetisch sind, fast banal normal, und so gegenüber dem Rest sprachlich abfallen. Und schliesslich scheint mir die Verherrlichung der Aufopferung, der Genuss des Schmerzes in seiner Beziehung zu Trevor nicht unbedingt die Haltung gegenüber sich selbst, die man anderen jungen Männern oder Frauen in einem Roman vermitteln sollte. Vielleicht möchte Ocean Vuong das auch gar nicht, aber er betrachtet es eben auch nicht kritisch. Nachdem ich den Roman beendet hatte, habe ich mir den SRF Literaturclub vom September angeschaut und war froh, dass die Kritikerrunde jenseits der vielgelobten Sprache teils auch einige Probleme mit dem Buch hatte und das gut formulieren konnte. Nun würde es mich sehr wunder nehmen, wie es euch mit "Auf Erden sind wir kurz grandios" erging! Lasst mir doch einen Kommentar da, wenn ihr das Buch auch gelesen habt. Fazit "Auf Erden sind wir kurz grandios" von Ocean Vuong ist für Sprachbegeisterte ein aussergewöhnlicher Roman mit poetischer Sprache einer ganz neuen Art. Ein bewegender Einblick in die Seele eines jungen Mannes, der auf seinen schmächtigen Schultern nicht nur die üblichen Herausforderungen der Identitätsfindung trägt, sondern auch die ganze Zerrissenheit seiner Mutter und Grossmutter, die Orientierungslosigkeit einer Generation, die Last der Emigration und der Gewalt in der Familie. PS: In Folge 14 des Podcasts "Hanser Rauschen" könnt ihr Ocean Vuong eine knappe Stunde lang lauschen (im Gespräch mit seinem Lektor, auf Englisch). Die Fakten Auf Erden sind wir kurz grandios Ocean Vuong Anne-Kristin Mittag (Übersetzung aus dem Englischen) Hanser Verlag 240 Seiten Erschienen am 22.07.2019 ISBN: 978-3-446-26495-3 Leseprobe und Bestellung bei Hanser Like it? Pin it! Gefällt dir diese Besprechung? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst oder den Beitrag in den Social Media teilst.

  • Kunterbunte Kinderbücher

    Heute stelle ich euch fünf Kinderbücher vor, die nur so strotzen vor Farbe und deshalb richtig Lust machen, selber kreativ zu werden. Habt ihr Lust auf Farbexplosionen mit Picasso, Frida Kahl, zwei Mäusen, einem seltsamen Tier und einer Königin? Also los! Es gibt sie, die goldenen Herbsttage, wo die Wälder so richtig leuchten in ihren warmen Gelb-, Orange-, Rot- und Brauntönen. Aber es gibt nun mal auch die grauen, dunklen, verregneten Herbsttage. Und dann sind wir froh um kunterbunte Kinderbücher! Alles nur eine (blaue) Phase Welche Farbe hat das Vermissen? Bei Bob ist es Blau. Bob vermisst seinen besten Freund Fledo so arg, dass er nur noch blaue Bilder malen kann: die Orange ist blau, die Banane ist blau. Und auch die Porträts von Katze und Eule sind...? Genau! Blau. Bob hat eindeutig eine blaue Periode. So kann das unmöglich weitergehen, finden die Vögel und nehmen Bob mit, um die Farben zurück in sein Leben zu bringen. Wie sie das schaffen? Das müsst ihr schon selbst herausfinden! "Bobs blaue Periode" von Marion Deuchars ist nicht nur eine herrliche Affiche an Pablo Picasso, sondern auch eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Traurigkeit, Sehnsucht und ein Plädoyer für künstlerische Freiheit mit Augenzwinkern. Es ist die Fortsetzung von "Bob - der Künstler". "Bobs blaue Periode", Marion Deuchars (Text + Illustration), Sarah Pasquay (Übersetzung), Laurence King Verlag, 32 Seiten, erschienen am 15.02.2019, ISBN: 978-3-96244-072-5, ab 4 Jahren. Wie flink Marion Deuchars mit dem Pinsel umgeht, seht ihr in diesem Video: Wer bist du denn? Was tun, wenn der Tag einfach nicht rum geht? Es so richtig unspassig und langweilig ist? Das kleine Mädchen in "Ich male mir ein seltsames Tier" tut genau das: Es nimmt einen Stift und beginnt zu malen. Augen, Mund, Ohren, eine Nase... Und schon ist das Tier geboren! Es geht aber auch schnell wieder verloren, so dass nochmal Farbe her muss, diesmal mit dem Pinsel. Und mit dem seltsamen Tier macht das Spielen wieder Spass. Sarah Neuman und Renate Habinger (Leiterin vom Kinderbuchhaus im Schneiderhäusl) lassen ein Kind kreativ sein und uns dabei zuschauen. Fasziniert beobachten wir, wie sich das Mädchen seine eigene Welt gestaltet und die Welt immer bunter wird, fernab von Regeln und Vorgaben, frei und wild und kunterbunt! Ein starkes Plädoyer für kreative Prozesse, das Gross und Klein Lust macht, Stift und Pinsel zu schwingen (z.B. auf dem mitgelieferten Malbogen). "Ich male mir ein seltsames Tier", Sarah Neuman (Text), Renate Habinger (Illustration), NordSüd Verlag, 32 Seiten, erschienen am 15.07.2017, ISBN: 978-3-314-10364-3 , ab 4 Jahren. Spiel mit den Farben und Gefühlen Jutta Bauers "Die Königin der Farben" erschien erstmals 1998 und seither immer wieder in neuen Auflagen bei Beltz & Gelberg (aktuell in der 19. Auflage). Malwida ist die Königin der Farben, Herrin über das sanfte Blau, das warme Gelb und das wilde Rot. Als sie in einen Streit mit dem Gelb gerät und sich das Blau und das Rot einmischen, wird alles grau - und Malwida ganz traurig. Sie weint und weint und weint... Ein Glück, dass ihre Tränen blau und gelb und rot sind und so die Farben zu ihr zurückkehren. Die Illustrationen beeindrucken, weil die drei Farben (in der sonst schwarzweissen Welt) und die Formen, die sie annehmen, Malwidas Gefühle genial abbilden. So entsteht einerseits eine Geschichte über verschiedene Gemütszustände und darüber, dass wir Gefühle rauslassen sollen und andererseits erhalten Kinder nebenbei eine einfache Einführung in die Farbenlehre. "Die Königin der Farben", Jutta Bauer, Beltz & Gelberg, 64 Seiten, erschienen am 11.09.2019, ISBN: 978-3-407-79221-1, ab 5 Jahren. Die kunterbunte Welt entdecken Die ganz Kleinen sollen nicht leer ausgehen. Mit dem Pappbilderbuch "Lili entdeckt die Farben" von Lucie Albon gehen sie mit den beiden Mäusen Lili und Henri auf Entdeckungsreise: von den lila Veilchen, über die grünen Frösche, bis zu den vielen farbigen Luftballons. Die bunten Fingerabdrücke ziehen sich durch das Buch und bringen den Kindern die Farben näher. Wie wäre es nun mit einem eigenen Fingerabdruck-Bild? Das Buch enthält eine kleine Einführung in die Grund- und Mischfarben und eine Anleitung für ein Bild mit Fingerabdrücken. Und falls nötig: Pinterest liefert ganz viel Inspiration! In der Reihe beim Gerstenberg Verlag erschienen ist auch "Mit Lili durch das Jahr". "Lili entdeckt die Farben", Lucie Albon, Gerstenberg Verlag, 26 Seiten, erschienen 2018, ISBN: 978-3-8369-5631-4, ab 2 Jahren. Aus der Kunst Kraft schöpfen Das Bilderbuch "Frida Kahlo und ihre Tiere" von Monica Brown und John Parra habe ich euch auf dem Blog schon einmal ausführlich vorgestellt. Aber natürlich darf es auch in dieser Sammlung kunterbunter Kinderbücher nicht fehlen. Das Buch für Kinder ab 4 Jahren zeigt nicht nur Fridas Weg zur Malerei, sondern auch, wie ihr das Malen durch schwierige Zeiten geholfen hat - als sie an Kinderlähmung erkrankt war oder als sie einen schweren Unfall hatte und lange das Bett hüten musste. "Frida Kahlo und ihre Tiere", Monica Brown (Text), John Parra (Illustration), Elisa Martins (Übersetzung aus dem Englischen), NordSüd Verlag, 40 Seiten, erschienen am 04.08.2017, ISBN: 978-3-314-10411-4, ab 4 Jahren. Ich hoffe, ich konnte euren Tag etwas mit Farbe bereichern und habe euch Lust auf kunterbunte Kinderbücher oder aufs eigene Kreativsein gemacht! Wenn ihr noch mehr Inspiration braucht, schaut einmal auf meinen Pinterestboards "Kinderbücher - in allen Farben" und "Kinderbücher Kreativität, Kunst und ästhetische Bildung" vorbei. Letztes Jahr hat ausserdem Anna von kinderwärts in einem Gastbeitrag ihre drei liebsten Kinderbücher zum Thema Farben vorgestellt. PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag, an den Laurence King Verlag und an Kirchner Kommunikation für die Rezensionsexemplare. Die übrigen Bücher sind selbst gekauft bzw. geliehen. Like it? Pin it? Magst du die kunterbunten Kinderbuchtipps? Dann freue ich mich, wenn du Pinterest mit diesem Pin etwas bunter machst!

  • Klimawandel kinderleicht erklärt

    Klima - was ist das überhaupt? Und weshalb ist die Klimaerwärmung nicht so gut, auch wenn wir dann öfter in der Badehose rumrennen können? "Wie viel wärmer ist 1 Grad?" geht dem Phänomen Klimawandel kindgerecht und toll bebildert auf den Grund. (Kleiner technischer Hinweis: Mein Blog macht gerade ziemliche Faxen. :-( Entschuldigt also, wenn ihr anstelle schöner Bilder nur weisse Flächen seht. Ich bin dran! Versucht es mal mit einem anderen Browser oder dem Handy/Desktop und falls auch das nicht hilft, habe ich euch unten die Leseprobe verlinkt). Auf dieses Buch habe ich mich schon gefreut, seit ich seine Illustratorin Stephanie Marian zu ihrem ebenfalls genialen Sachbilderbuch "Wie Opa Floh den Südpol entdeckte" interviewen durfte. Ihr könnt das Interview hier nachlesen. Nun ist das Buch endlich da und es kommt genau zur richtigen Zeit! Denn rund um die #fridaysforfuture und die gerade seit 20. September wieder stattfindenden globalen Schulstreiks tauchen natürlich auch bei den Kindern ganz viele Fragen rund um Wetter und Klima auf. Und da stellt sich unweigerlich auch die Frage, weshalb und wie wir etwas gegen die Klimaerwärmung tun müssen. Klimawandel im Fokus "Wie viel wärmer ist 1 Grad?" von Kristina Scharmacher-Schreiber und Stephanie Marian widmet sich genau diesen Fragen und gibt Antworten für Kinder ab 7 Jahren. Ausgehend von Wetter kommen Autorin und Illustratorin aufs Klima zu sprechen und darauf, weshalb es gerade jetzt so viel darüber zu reden gibt. Die beiden erklären mit einfachen, aber sehr informativen Texten und dazu passenden Illustrationen von Grund auf, wie das Klima entsteht und wie es zum derzeitigen rasanten Wandel - eben der Klimaerwärmung - gekommen ist. Wissenschaft, alltagsnah und leicht verdaulich Immer wieder holen sie die Kinder dort ab, wo sie sind bzw. schon mal waren, zum Beispiel im Urlaub an der Ostsee (bei uns war es der Atlantik in der Bretagne) oder in Italien. Oder bei der Jeans aus unserem Kleiderschrank, die schon eine Weltreise hinter sich hat. So können die Kinder die wissenschaftlichen Informationen leichter einordnen und eine Verbindung zum eigenen Leben herstellen. Die Lieblingsseite meiner jüngeren Tochter stand denn auch schnell fest: Seite 24 - hier tummeln sich die Dinosaurier. ;-) Neben physikalisch-geografischen Erklärungen zum Klima, erfahren wir auch ganz viel zur Geschichte des Klimas, zur Wirtschaftsgeschichte (industrielle Revolution), zum fragilen Gleichgewicht der Biosphäre und dazu, was der Mensch mit dem Klimawandel zu tun hat, welche Folgen er hat und wie wir ihm auf individueller und politischer Ebene begegnen können. Nur Mut! Steckt den Kopf nicht in den Sand! Die Klimaerwärmung und ihre Folgen können für Kinder auch ganz schön beängstigend sein. Deshalb schätze ich es sehr, wenn Bücher nicht nur über die Fakten informieren, sondern auch Tipps für ein nachhaltigeres Verhalten geben. Solche Ratschläge finden sich im Buch immer wieder - vom stromsparenden Versteckenspielen, über den Kauf saisonaler Produkte, bis zum Recycling des Abfalls oder dem Verzicht auf Flugreisen. Das motiviert die Kinder, selbst aktiv zu werden und nimmt ihnen die Angst, diesen globalen Entwicklungen wehrlos ausgeliefert zu sein. Und das ist wohl etwas vom Wichtigsten, dass wir nun nicht in einer eiszeitgleichen Schockstarre verharren, sondern handeln! Im Grossen wie im Kleinen. Fazit "Wie viel wärmer ist 1 Grad?" von Kristina Scharmacher-Schreiber und Stephanie Marian hat mich zurückversetzt in mein Studium der Klimatologie, nur in einfach verständlich und schön illustriert! Das Sachbuch für Kinder ab ca. 7 Jahren ist in Zeiten der Schulstreiks fürs Klima DIE Pflichtlektüre zum Klimawandel für künftige Weltretter*innen. Und am besten lesen auch ihre Eltern aufmerksam mit! Die Fakten Wie viel wärmer ist 1 Grad? Was beim Klimawandel passiert Kristina Scharmacher-Schreiber (Text) Stephanie Marian (Illustrationen) Beltz & Gelberg 96 Seiten Erschienen am 13.08.2019 ISBN: 978-3-407-75469-1 Ab 7 Jahren Leseprobe und Bestellung bei Beltz & Gelberg Website von Stephanie Marian Stephanie Marian auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Beltz & Gelberg für das Rezensionsexemplar. bloggerforfuture - Blogger*innen geben Buchtipps zu Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit Dieser Buchtipp reiht sich ein in meine Empfehlungen zur Aktion #bloggerforfuture von kinderbuchlesen.de in den Social Media und auf vielen (Kinder-)Buchblogs. Meinen ersten Tipp "Tu was Kids" findet ihr auf Instagram, den zweiten "So geht Planet!" und dritten "Mein Name ist Greta" auch auf dem Blog. Zeigt doch mit dem Hashtag #bloggerforfuture auch eure Kinderbuchtipps für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den Social Media! Like it? Share it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du den Tipp mit deinen Freund*innen, Verwandten und Bekannten teilst! Im realen Leben oder über Social Media und Pinterest - zum Beispiel mit diesem Pin.

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