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  • Selbst ist die Frau

    Die vier Gründerinnen von Tadah wissen sich zu helfen und wollen einen Coworking Space mit Kinderbetreuung auf die Beine stellen. Ein Crowdfunding-Projekt, das mich zu ein paar Buchtipps über starke Mädchen und Frauen inspiriert hat. Voilà. Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich machen - nicht nur für Mütter, auch für Väter! Zuerst zum Projekt, das auch ihr unterstützen könnt! Ein Coworking Space mit Kinderbetreuung, das Projekt der vier Frauen und Mütter von Tadah, ist auf der letzten Finanzierungsmeile. Dafür haben sie eine Crowdfunding-Kampagne mit super coolen Belohnungen gestartet. Auf tadah.wemakeit.com könnt Ihr einen Sprung ins Bällebad ersteigern, einen feinen Kräuterschnaps, wunderhübsche Postkarten und natürlich einen Platz im Tadah Coworking Space mit Kinderbetreuung. Ein Projekt, das es zu unterstützen lohnt. Helft auch mit – für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die letzten 7 Tage laufen! Starke Frauen und Mädchen im Bilderbuch Wie die vier Frauen von Tadah macht auch Roberta Tannenbaum in "Königin für eine Nacht" von Leonora Leitl ihren Traum von der Selbständigkeit wahr. Mehr über das wunderschön illustrierte und klischeefreie Bilderbuch ab 4 Jahren erfahrt ihr im Blogbeitrag von letzter Woche. Unter den Bilderbüchern empfehle ich auch immer wieder gerne "Frida Kahlo und ihre Tiere", die kindgerecht erzählte Geschichte von Monica Brown und John Parra über das Mädchen Frida und die weltberühmte Malerin, die aus diesem Mädchen wurde. Ebenfalls äusserst gut zu helfen weiss sich Lotta in Astrid Lindgrens Klassiker "Na klar, Lotta kann Rad fahren" (ebenfalls ab 4 Jahren). Zum Inhalt muss ich wohl nicht mehr verraten. Das Bilderbuch wird bei uns jedenfalls heiss geliebt und gehört in jedes gut sortierte Bücherregal. Vom Titel und vom Cover her gar nicht vermuten würde man vielleicht, dass auch in Cornelia Funkes und Kerstin Meyers "Käpten Knitterbart und seine Bande" ein starkes, unerschrockenes Mädchen steckt. Wer mehr über Molly erfahren möchte, kann meine ausführliche Besprechung bei buuu.ch nach lesen. Furchtlose, unerschrockene und rebellische Heldinnen in Kinder- und Jugendbüchern "Beatrice die Furchtlose" heisst nicht umsonst so, sie hat sich den Namen selbst ausgesucht, weil sie keinerlei Angst kennt und im Kampf mit Prinzessinnen, Drachen und Räubern allen zeigt, wo der Hammer hängt. Ein geniales Buch für abenteuerlustige Erstleser*innen oder zum Vorlesen ab 5 Jahren. Wenn es um starke Frauen und Mädchen geht, die ihre Träume wahr machen, dürfen natürlich die "Good Night Stories for Rebel Girls" von Elena Favilli und Francesca Cavallo nicht fehlen. Ich habe über Band 1 und Band 2 sowie über das neue Postkartenset bereits ausführlich berichtet. Der Hanser Verlag empfiehlt beide Bände ab 12 Jahren. Für etwas ältere Leser*innen bieten sich auch die Porträts unerschrockener Frauen der berühmten französischen Comiczeichnerin Pénélope Bagieu an. Auch von "Unerschrocken" gibt es bereits zwei Bände, die ich euch in diesem Blogbeitrag vorgestellt habe. Die je 15 Proträts sind ausführlicher als die Gute-Nacht-Geschichten der Rebel Girls und daher auch eher für ältere Jugendliche oder Erwachsene zu empfehlen. Gleichberechtigung, Vereinbarkeit und Empanzipation als Thema in Büchern für Erwachsene Wenn es in einem Buch um die Autorin und Philosophin Simone de Beauvoir geht, ist klar, dass es auch um die Gleichstellung der Geschlechter geht, um einen radikal emanzipierten Lebensstil, um die freie Liebe. Denn sie war eben nicht nur die Partnerin von Jean-Paul Sartre, sondern eigenständige Denkerin und eine Ikone des Feminismus. Das beschreibt uns Julia Korbik in ihrem Sachbuch "Oh, Simone!" so überzeugend, dass wir nicht nur richtig Lust bekommen, Simone de Beauvoir und ihre Romane wiederzuentdecken, sondern auch angeregt werden, kritisch zu denken und unser Leben selbstbestimmt und unabhängig zu führen. Philosophie können natürlich nicht nur Französinnen. Vanessa Sonder und Patrizia Hausheer stehen den feministischen Vorreiterinnen in ihren philosophischen Bargesprächen in nichts nach. In "Was soll das alles" haben die beiden Philosophinnen ihre Gespräche über den Sin des Lebens, die Selbstverwirklichung, die Liebe und andere grosse Fragen des Lebens festgehalten. Ein kleines Bändchen aus dem Schweizer Arisverlag, das zum Mitdenken und Weiterspinnen einlädt. Wer Lust auf mehr hat, kann die beiden ab jetzt auch regelmässig in ihrer Kolumne in der NZZ entdecken. Wir bleiben in der Schweiz, werfen aber mit "Zehn unbekümmerte Anarchistinnen" von Daniel de Roulet einen Blick zurück ins 19. Jahrhundert. Verständlich, dass damals ein unabhängiges und gleichgestelltes Leben für Frauen in der Schweiz noch viel schwieriger war, sowohl aufgrund der wirtschaftlichen Voraussetzungen als auch des vorherrschenden politischen Konservativismus. So ergeht es auch zehn Frauen in der Uhrenstadt Saint-Imier: Inspiriert von den Freiheitsideen der Antiautoritären Internationalen wandern sie nach Südamerika aus, um sich dort ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Die Realität zeigt allerdings schnell, dass sie in Patagonien nicht nur mit dem rauen Wind, sondern auch mit den dortigen patriarchalen Strukturen zu kämpfen haben. Wie ihnen ein Leben in Freiheit gelingt, zeichnet Daniel de Roulet aufgrund historischer Dokumente und mithilfe seiner Vorstellungskraft eindrücklich nach. Für schwarze Frauen in den USA der 1960er-Jahre ging es nicht nur um den Kampf für die Gleichstellung und Emanzipation unter den Geschlechtern, sondern zusätzlich um den Kampf um die Bürgerrechte und damit verbunden die Frage, ob die Liebe wirklich keine Farben kennt. In diesem Spannungsfeld der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung spielen die Erzählungen - oder neudeutsch Storys - der verstorbenen Theater- und Drehbuchautorin Kathleen Collins. Was für ein Glück, dass ihre Tochter Nina diese Erzählungen 18 Jahre nach ihrem Tod entdeckt und zur Veröffentlichung gebracht hat! Die Storys in "Nur einmal" lassen uns erahnen, was für eine besondere Frau Kathleen Collins war, und bedauern, dass sie viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Bei den Stichwörtern Gleichstellung und Hautfarbe kommt mir auch gleich Chimamanda Ngozi Adichie in den Sinn, die neben ihren preisgekrönten Romanen wie "Americanah" oder "Blauer Hibiskus" auch Kurzgeschichten schreibt und sich regelmässig öffentlich zum Thema Feminismus äussert. So zum Beispiel im TED-Talk, der auch dem Buch "Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories" zugrunde liegt. Oder in ihrem Brief "Liebe Ijeawele..." an eine Freundin mit 15 Ratschlägen wie eine feministische Erziehung gelingen kann. Apropos Feminismus: Wer lieber Feministisches hört als liest, dem seien hier drei Podcasts empfohlen: Passierte Tomaten - Podcast der taz zu feministischen Streitthemen Good Night Stories for Rebel Girls - der Podcast (auf Englisch) Kafi am Freitag - Podcast von Kafi Freitag und Sara Satir (auf Schweizerdeutsch, Achtung: Vill Ziit und Sinn für Humor mitbringe! ;-) ) Mehr Bücher über starke Mädchen und Frauen, feministische Literatur und Sachbücher findet ihr auch bei MINT & MALVE auf Pinterest. Herzlichen Dank für die Rezensionsexemplare an: Arisverlag, Kampa Verlag, kunstanstifter, NordSüd Verlag, Reprodukt und Hanser Verlag. Die übrigen Bücher sind selbstgekauft. Like it? Pin it! Magst du diesen Blogbeitrag oder einzelne Buchtipps daraus? Dann freue ich mich sehr, wenn du diesen Pin auf Pinterest teilst!

  • Ein Traum in Grün

    Was, wenn Mama plötzlich arbeitslos wird? Dieser Frage geht Leonora Leitl in ihrem Kinderbuch "Königin für eine Nacht" einfühlsam, mit viel Witz und fern von veralteten Geschlechterklischees nach. Kann ein Buch über Arbeitslosigkeit tatsächlich witzig sein? Ja, das kann es! Leonora Leitls "Königin für eine Nacht" ist der beste Beweis dafür. Im Kern geht es natürlich darum, dass die Mama von Frida, Ida und Fritzi traurig ist über den Verlust ihrer Arbeit als Biologin, sehr traurig sogar. Aber die Autorin und Illustratorin aus Österreich nähert sich der schwierigen Sachlage mit viel Sprach- und Bildwitz und kindlicher Logik: Wenn Mama Roberta sagt, sie habe ihre Arbeit verloren, dann liegt ja nichts näher, als diese verflixte Arbeit erst mal zu suchen - im Kühlschrank, in der Wäsche oder unter den Zeitungen. Von Traurigkeit und Schwermut Auch, dass Mamas Kollege so lange an ihrem Sessel gesägt habe, bis er ihre Stelle bekommen hat, stellen sich die Kinder ganz wörtlich vor. Äusserst behutsam und anschaulich erklärt Leonora Leitl, was Traurigkeit ist, wie sich Schwermut anfühlt und wie sich diese Gefühle auf Mamas Alltag und schliesslich auf den der gesamten Familie auswirken: Es ist weniger Geld da, Urlaub verbringt die Familie nun im Garten, Frida und Ida gehen nicht mehr in den Hort und Bücher gibt es fortan nur noch aus der Bibliothek. Träume wahr werden lassen Der deprimierende Gang zum Arbeitsamt gibt schliesslich den Ausschlag, dass Roberta Tannenbaum sich selbst aus ihrer misslichen Lage befreien möchte. "Die Herrin der Wanzen" macht sich dank der Motivation und Unterstützung ihrer Familie als Gärtnerin selbständig. Was die neue Selbständigkeit mit dem Kaktus "Königin der Nacht" zu tun hat, müsst ihr selbst herausfinden! Erfrischend klischeefrei "Königin für eine Nacht" ist in mehrerlei Hinsicht frei von Geschlechterklischees: Dass Mama und Papa arbeiten und ihre Arbeit lieben, ist ganz selbstverständlich. Der Papa arbeitet zudem in einem oft weiblich besetzten - und vergleichsweise schlecht bezahlten - Beruf als Kindergärtner. Frida, Ida und Fritzi sind weitgehend genderneutral gekleidet, was sicherlich auch der Farbwahl im gesamten Buch - Grün und Rot dominieren - zu verdanken ist. Blühende Illustrationskunst Auch gestalterisch bin ich ein grosser Fan von Leonora Leitls Werk. Sie kombiniert meistens eine seitenfüllende Illustration mit einer Textseite, auf der weitere kleine Szenen abgebildet sind. Satte Farbflächen ergänzen sich mit feinen Strukturen - gezeichnet mit Bleistift, scheinbar gedruckt oder im Stile von Collagen. Wunderbar eingefasst ist der Inhalt durch den Einband mit Leinenrücken und Prägedruck auf dem Cover. Fazit Ihr merkt es, ich bin begeistert von "Königin für eine Nacht" von Leonora Leitl. Es ist sowohl erzählerisch als auch gestalterisch ein Kunstwerk! Das Kinderbuch überzeugt nicht zuletzt durch die aussergewöhnliche Themenwahl und die klischeefreie Umsetzung. Ein Buch, das ich Kindern ab ca. 4 Jahren von Herzen empfehle! PS: Herzlichen Dank an den Verlag kunstanstifter für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Königin für eine Nacht Leonora Leitl kunstanstifter 32 Seiten Erschienen im Januar 2019 ISBN: 978-3-942795-73-9 Ab 5 Jahren Website von Leonora Leitl Like it? Pin it! Magst du diesen klischeefreien Kinderbuchtipp? Dann merke dir den Pin auf Pinterest! Du hilfst damit, dieses Buch und meinen Blog sichtbarer zu machen, danke!

  • Bücher, Liebe, Wien

    So eine Reise nach Wien will gut vorbereitet sein. Literarisch natürlich. Ich habe mir passend zu Reiseziel und Jahreszeit Petra Hartliebs "Wenn es Frühling wird in Wien" ausgesucht. Wie es mir gefallen hat? Lest selbst! Wien zu Zeiten Arthur Schnitzlers Petra Hartlieb (ihr kennt sie bestimmt von "Meine wundervolle Buchhandlung") nimmt uns in diesem Roman mit ins Wien des Jahres 1912. Zu dieser Zeit lebte in Wien der berühmte Schriftsteller Arthur Schnitzler - vielen aus Schulzeiten bestens bekannt durch "Fräulein Else". Bei ebendiesem Herrn Schnitzler arbeitet im Buch die fiktive Marie als Kindermädchen. Die junge Frau ist vom Hof ihrer Eltern in Oberösterreich geflohen und sucht nun ihr Glück in der Hauptstadt. Nicht nur in Bezug auf ihre neue Anstellung in gutem Hause mit zwei süssen Kindern und einer netten Köchin scheint Marie eine Glückssträhne zu haben. Sie trifft auch noch auf den Buchhändler Oskar und verliebt sich Hals über Kopf. Doch ob diese Liebe zweier Mittellosen wirklich eine Zukunft hat? Das erfahrt ihr in "Wenn es Frühling wird in Wien". Zurück in die Vorkriegszeit Die österreichische Autorin verwebt die fiktive Liebesgeschichte zwischen Marie und Oskar geschickt mit historischen Ereignissen (wie dem Untergang der Titanic), historischen Persönlichkeiten (wie dem genannten Arthur Schnitzler) und historischen Gegebenheiten der Belle Époque. So erfahren wir nicht nur etwas über die Lebensweise gut situierter Schriftsteller, sondern auch über das grosse Gefälle zwischen Arm und Reich und den Kampf der weniger Begüterten um eine gesicherte Existenz. Wir kriegen am Rande mit, wie hart es damals Frauen traf, die ungewollt schwanger wurden oder wie schwierig es war, als Frau ein Unternehmen zu führen - erst recht, wenn diese Frau auch noch Frauen liebte. Und gleichzeitig werfen wir einen scheuen Blick in die gehobene Gesellschaft, die sich im k. k. Hofburgtheater Schnitzlers Werke anschaut oder im k. k. Hof-Operntheater den Arien berühmter Opernsänger lauscht, um sich danach im Hotel Sacher einen Absacker zu gönnen. Historisch verankert Dem Nachwort entnehmen wir, dass Petra Hartlieb für den historischen Rahmen ihres Romans ausführlich recherchiert hat. Alte Zeitschriften, Theaterprogramme, Kritiken, Werbeanzeigen und mehr dienten ihr als Quellen und Inspiration. Und der Clou? Die Buchhandlung von Friedrich Stock - Oskars Chef - an der Währinger Strasse 122 gab es wirklich. Oder besser gesagt: Es gibt sie noch! Heute befindet sich in den Räumlichkeiten die Buchhandlung Hartliebs Bücher. Wie Petra Hartlieb und ihr Mann 2004 zur Buchhandlung kamen, erfahrt ihr im eingangs erwähnten Buch "Meine wundervolle Buchhandlung". Fazit Mögt ihr Romane, die Fiktion und historische Fakten mischen? Und lest ihr gerne Geschichten darüber, wie Frauen in früheren Zeiten lebten und kämpften - um ihre Existenz, ihre Liebe, ihre Rechte? Dann kann ich euch Petra Hartliebs "Wenn es Frühling wird in Wien" wärmstens empfehlen. Der flüssig geschriebene Roman erzählt nicht bloss eine Liebesgeschichte, sondern ist auch eine Liebeserklärung an - wie könnte es bei Petra Hartlieb anders sein - Bücher und das Lesen. PS: Und wisst ihr das Beste? Im Mai geht es weiter mit Marie. Dann erscheint nämlich der Folgeband "Sommer in Wien"! Die Fakten Wenn es Frühling wird in Wien Petra Hartlieb Dumont 176 Seiten Erschienen am 19.02.2018 ISBN: 978-3-8321-9848-0 Leseprobe und Bestellung bei Dumont Website von Petra Hartlieb Like it? Pin it? Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst.

  • Ab in den Garten!

    (Werbung/Verlosung) Langsam, aber sicher ist der Frühling da und damit die Lust, sich im Garten auszutoben. Ganz wunderbare Ideen für den Garten (und den Balkon) liefert Gesa Sander mit ihrem Buch "KinderGarten". Ich darf 2 Exemplare an euch verlosen! Kaum haben die Krokusse ihre leuchtenden Blüten ausgestreckt, kam bei uns schon wieder die Lust zum Gärtnern auf. Geht es euch auch so? Mit einigem, wie dem Aussähen von Sommerblumen mussten wir uns aber noch etwas gedulden. Da haben wir uns die Zeit mit den Experimenten von "Kinder Garten" vertrieben und haben zum Beispiel magische Bohnenkeime "gesetzt". Das geht mit den Kindern ideal und sie können hautnah miterleben, wie innert weniger Tage aus einer Bohne eine Pflanze wird. Gleichzeitig haben wir so manches Gemüse (Rüebli, Kartoffeln, Randen, Kohl, Tomaten und mehr) im Haus vorgezogen, damit wir Ende März/Anfang April dann bereit sind, um die Keimlinge ins Freie zu pflanzen. Pflanzen, Rezepte, Bastelprojekte und mehr Jetzt, wo die Narzissen und Forsithyen unsere Gärten gelb leuchten lassen, gibt es nämlich schon einiges zu tun im Garten. Was das ist, erfahren wir in Gesa Sanders "KinderGarten" in der Übersicht der Aufgaben im ganzen Gartenjahr sowie im Pflanz-, Blüh- und Erntekalender. Gesa Sander führt Junggärtnerinnen und Junggärtner mit "KinderGarten" mit viel Lust an der Natur ans Gärtnern heran. Vom Kreislauf der Natur, über die Entwicklung vom Korn zum Leben, die Erklärung der verschiedenen Gartenwerkzeuge, bis zum natürlichen Düngen und Kompostieren vermittelt sie einfach und verständlich viel Sachwissen über Pflanzen und Tiere in unseren Gärten oder auf dem Balkon. Neben der Sachkunde über Gemüse, Obst, Kräuter, Blumen und Tiere, finden wir in "KinderGarten" leckere Rezepte, Bastelprojekte und Experimente. Diese können ältere Kinder und Jugendliche selber umsetzen. Auch jüngere Kinder haben mit Unterstützung der Erwachsenen schon viel Spass daran und entdecken so spielerisch die Natur. Lust auf Farbe, Vielfalt und Nachhaltigkeit Das Buch bietet nicht nur ein Sammelsurium an Wissen, Tipps und Ideen für Aussaht, Ernte und Verwertung des Gepflanzten. Es inspiriert auch mit den wunderschönen Bildern von Julia Hoersch und zieht uns magisch hinaus in die wilde, bunte, lebendige Natur. Besonders gefällt mir an "KinderGarten" neben der Aufmachung, dass es die Sensibilität für Nachhaltigkeit und Biodiversität wie selbstverständlich fördert. Anzuchttöpfe sind aus kompostierbaren Eierkartons, gedüngt wird natürlich und nützlichen Lebewesen wie dem Ohrwurm wird neuer Lebensraum geboten (er bedankt sich dafür bei uns mit dem Verspeisen lästiger Blattläuse). Fazit "KinderGarten" von Autorin Gesa Sander und Fotografin Julia Hoersch ist DAS Sachbuch für junge Gärtnerinnen und Gärtner. Mit dem kindgerecht vermittelten Wissen über Pflanzen und Tiere im Garten (oder auf dem Balkon) und den wunderschönen, farbenprächtigen Bildern macht es Gross und Klein so richtig Lust aufs Gärtnern, aufs Wühlen in der frischen Erde, aufs Anpflanzen, aufs Beobachten beim Gedeihen, aufs Ernten, Backen, Kochen, Basteln und Experimentieren mit den natürlichen Produkten aus dem Garten. PS: Kein Wunder, hat das Buch bereits den Gartenbuchpreis 2019 eingeheimst: In der Kategorie "Bestes Gartenbuch für Kinder" belegt es den 2. Platz. Die Fakten KinderGarten Gesa Sander (Text) Julia Hoersch (Fotos) AT Verlag 184 Seiten Erschienen am 25.02.2019 ISBN: 978-3-03800-069-3 Altersempfehlung: 8-16 Jahre Leseprobe und Bestellung beim AT Verlag Weitere Bücher von Gesa Sander und Julia Hoersch: Kinder, an den Herd! Kinder, kocht! Kinder-Party-Küche VERLOSUNG: 2 x 1 Exemplar von "KinderGarten" gewinnen! Auf der Facebook-Seite von MINT & MALVE und auf dem Instagramaccount @mintundmalve könnt ihr ab Montag, 8. April 2019, je 1 Exemplar von "KinderGarten" gewinnen. Die Verlosung dauert bis Donnerstag, 11. April 2019. Alle weiteren Informationen zum Gewinnspiel findet ihr im Facebook-Post bzw. im Instagram-Post. Viel Glück! Eure Eliane PS: Herzlichen Dank an den AT Verlag für das Rezensionsexemplar und die beiden Verlosungsexemplare. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp?Dann freue ich mich besonders, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst.

  • Rebellische Post verschicken

    (Werbung/Verlosung) Ihr habt euch vorgenommen, wieder mehr Briefe zu schreiben oder Postkarten zu verschicken? Super! Dann kommt das Postkartenset von "Good Night Stories for Rebel Girls" wie gerufen! Ein Traum wird wahr Ich weiss noch, was ich mir gewünscht habe, als Band 1 der "Good Night Stories for Rebel Girls" erschienen ist: Dass es die Portraits dieser starken, unerschrockenen, wilden, kämpferischen und inspirierenden Mädchen und Frauen als Postkarten oder als Bilder für an die Wand gäbe. Und siehe da, zwei Jahre später ist der Wunsch wahr geworden! Nach Band 1 und Band 2 hat der Hanser Verlag nun auch das Postkartenset der "Good Night Stories for Rebel Girls" auf Deutsch veröffentlicht. Starke Frauen aus aller Welt Es enthält 50 Portraits aus den beiden Büchern: Von Michelle Obama und Hillary Clinton, über Mae Jemison, Maya Angelou und Ashley Fiolek, bis zu Frida Kahlo, Wang Zhenyi und Malala Yousafzai. Das Set versammelt also wiederum eine bunte Mischung starker Mädchen und Frauen aus aller Welt, verschiedenster Epochen, unterschiedlicher Religionen und mit ganz unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Die Postkarten sind aus sehr stabilem Papier, die Ecken elegant abgerundet. Eine Kürzestbiografie auf der Rückseite stellt die abgebildete Frau jeweils kurz vor. Die Karten sind unterteilt in die fünf Rubriken der Siegerinnen, Künstlerinnen, Anführerinnen, Pionierinnen und Kämpferinnen. Diese Kategorisierung mag etwas künstlich erscheinen, kann doch auch eine Künstlerin eine Kämpferin oder Pionierin sein, aber sie hilft beim Wiederfinden der Postkarten oder vereinfacht die Suche nach der passenden Karte für die jeweilige Adressatin oder den jeweiligen Adressaten. Zudem warten diese Trennkarten mit den Rubriken mit motivierenden Zitaten der jeweiligen Frauen auf. So zum Beispiel den bekannten Ausspruch der Malerin Frida Kahlo: "Wozu brauche ich Füsse, wenn ich doch Flügel habe?" Fazit Die Postkarte von "Good Night Stories for Rebel Girls" bieten nicht einfach 50 schöne Porträts, sondern motivieren, inspirieren und bestärken mit den Kurzbeschrieben und Zitaten der abgebildeten Mädchen und Frauen. So sind sie ideal für die nächste rebellische Postkarte an eine Freundin, den Neffen oder das Patenkind. Und natürlich eignet sich das Set auch bestens als Geschenk! Tipp: Die Rebel Girls als Podcast Möchtet ihr die Rebel Girls nicht nur lesen, sondern hören? Dann abonniert ganz einfach den Podcast (auf Englisch). Die Fakten Good Night Stories for Rebel Girls - 50 Postkarten Elena Favilli, Francesca Cavallo Kai Bargmann (Übersetzung aus dem Englischen) Hanser Verlag Erschienen am 07.03.2019 ISBN: 978-3-446-26233-1 Ab 12 Jahren PS: Herzlichen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar. Verlosung Ich kann zwar nicht das Postkartenset, aber dafür den nicht minder tollen Band 2 der "Good Night Stories for Rebel Girls" an euch verlosen. Herzlichen Dank für das Verlosungsexemplar an den Hanser Verlag! Die Verlosung findet ab dem 29. März 2019 auf der Facebook-Seite von MINT & MALVE statt. Da findet ihr auch die detaillierten Teilnahmebedingungen. Viel Glück! Like it? Pin it! Magst du diesen Geschenktipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir die Idee auf Pinterest merkst.

  • Lügen haben platte Reifen

    Der Schweizer Autor Simon Libsig begeistert mit seinem zweiten Roman "Der Velodieb, der unters Auto kam". Es ist die Geschichte eines Taugenichts, der in der Kleinstadt Baden sein Glück sucht. Frederik Dubois ist ein Versager, wie er im Buche steht: Sein Medizinstudium hat er verhauen, das Jusstudium abgebrochen, seine Miete in einer Zürcher WG kann er nicht mehr bezahlen und auf dem Bankkonto klafft eine gähnende Lücke. Seine Eltern dürfen das aber auf keinen Fall erfahren, sie wären zu Tode betrübt. Im Westen nichts Neues? Also flunkert Frederik seinen Eltern per Brief vor, es laufe prima im Studium und im Privatleben. Gleichzeitig macht er sich in Richtung Westen auf, um sein Glück in der Schweizer Kleinstadt Baden zu suchen. In der Stadt also, in der ich auch einige Jahre gelebt habe und die ich ab und zu schon vermisse: Die engen Gassen, das Kopfsteinpflaster, die Limmatpromenade, den Stadtturm, das kulturelle Angebot... Nur hielt sich Frederik Dubois einige Jahrzehnte vor mir in Baden auf, als das Fahrrad - oder eben das Velo - das Strassenbild noch dominierte und Autos eine Ausnahmeerscheinung waren, die hohen Tieren wie Stadtrat Dürr oder coolen, reichen Söhnen vorbehalten waren. Kurz und gut: Frederik Dubois quartiert sich also bei der Schlummermutter Frau Holenstein ein. Nur wird diese immer ungemütlicher, weil er nicht mal eine Anzahlung für das Zimmer leisten kann. Es muss also schleunigst ein Job her. Diesen findet er wie durch ein Wunder bei Schlosser Hauenstein, der aber keinen Vorschuss locker machen möchte und sich ziert, seinem neuen Gehilfen den ersten Lohn auszuzahlen. Frederik geht trotzdem weiter zur Arbeit, denn Hauensteins Tochter Elly hat es ihm angetan und mit Schlossermeister Hauenstein ist nicht gut Kirschen essen. Auf der schiefen Bahn Da bei seinem Broterwerb vorläufig keine Kohle rausspringt, erschliesst Frederik eine andere Einnahmequelle: Er klaut Velos, um sie ihrer Schläuche zu berauben, denn die sind gerade Mangelware und lassen sich über den lokalen Velohändler bestens verkaufen. Eins der geklauten Fahrräder gehört Stadtrat Dürr und beherbergt wertvolles, weisses Pulver. So wird der nichtsahnende Velodieb in die illegalen Machenschaften des Stadtrats verwickelt. Und das könnte böse Folgen haben, denn Stadtrat Dürr führt ein Doppelleben und um dieses zu schützen, setzt er die Stadtpolizei auf das geklaute Velo mit der wertvollen Fracht an. Gleichzeitig schickt sein Zürcher Auftraggeber einen Auftragsmörder nach Baden, um Dürr unter Druck zu setzen und möglichst schnell in Besitz des weissen Pulvers zu kommen. Ihr seht, in diesem rasanten Roman mit einigem Lokalkolorit ist alles und jeder irgendwie miteinander verbandelt - wie das in einer kleinen Stadt eben so ist. Die kriminellen Energien, politischen Ränkespiele und gefühlstechnischen Achterbahnfahrten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner tun ihr übriges, um das Buch zur spannenden und witzigen Kriminalgeschichte zu machen. Ausserdem ist das Buch aus dem neu gegründeten "LIBRIUM, DER VERLAG" ein gestalterisches Kunstwerk: Sei es das schimmernde Cover, das strukturierte Vorsatzpapier oder die Fadenbindung. Hier passt alles zusammen. Fazit "Der Velodieb, der unters Auto kam" von Simon Libsig ist allen Leserinnen und Lesern zu empfehlen, die es gerne spannend, ironisch, teils entlarvend und sehr witzig mögen. Wer dann noch Bezug zur Stadt Baden hat oder gerne mit dem Velo unterwegs ist, muss das wunderschön gestaltete Buch unbedingt haben - oder verschenken! Die Fakten Der Velodieb, der unters Auto kam Simon Libsig Librium Bücher 141 Seiten Erscheinungsjahr: 2018 ISBN: 978-3-9525046-0-4 Website von Simon Libsig Like it? Pin it! Du magst diesen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du ihn dir als Pin auf Pinterest merkst.

  • Vom Unsinn von Kriegen

    "Das schönste Buch, das ich je gesehen habe", so das Urteil meiner Tochter zu "Irgendein Berg" von Fran Pintadera und Txell Darné. Aber das Bilderbuch ist nicht nur schön, denn es behandelt ein ernstes Thema. Alles ist gut In "Irgendein Berg" entführen uns der Autor Fran Pintadera und die Illustratorin Txell Darné in ein Land voller Berge und glücklicher Leute. Die einen wohnen in einem Dorf auf dem Berg und geniessen Wind, Sonne und die wunderbare Aussicht. Die anderen leben genauso glücklich in einem Dorf unten im Tal mit ihrem Fluss und den fruchtbaren Gärten. Die Menschen oben wie unten sind glücklich und überzeugt, im schönsten Dorf der Welt zu leben. Sie beschliessen, ihre wunderschönen Dörfer mit einem grossen Fest zu feiern. Oder doch nicht? Zuerst feiern alle glücklich und zufrieden, aber als die Leute im Tal ein Feuerwerk anzünden, verdirbt der aufsteigende Rauch den Leuten auf dem Berg ihr Fest. Wütend wollen sich die Bergbewohner am anderen Dorf rächen und bringen so den Stein, der schliesslich zum Krieg führt, ins Rollen. Der Krieg zerstört alles, unten wie oben. Was bleibt, ist eine verwüstete Landschaft und Stille. Traurig, aber schön Das klingt erstmal traurig, ja, richtig deprimierend. Und das ist die Handlung im zweiten Teil des Buches tatsächlich, weil sie uns vor Augen führt, wie sinnlos Krieg ist, welch absurde "Gründe" zu Krieg führen können und wie sinnvoll es im Gegenteil wäre, Kriege zu verhindern. Das Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren bietet also eine wunderbare Gelegenheit, um über gewaltsame Konflikte ins Gespräch zu kommen und darüber, wie wichtig es ist, über den eigenen Gartenzaun hinweg zu blicken, miteinander ins Gespräch zu kommen, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Tatsächlich wunderschön sind im Kontrast zur aufwühlenden Handlung die Illustrationen der katalanischen Künstlerin Txell Darné. Die Collagen haben teils fast 3D-Effekte, so dass wir das Gefühl haben, die Struktur der Strickmütze auch fühlen zu können, das Papier der Drachen knistern zu hören oder von den glänzenden Stahlhelmen der Soldaten geblendet zu werden. Besonders gefällt mir auch, dass Darné Papierschnipsel aus Heftern und Büchern verwendet und sie zu Bergen werden lässt. Fazit "Irgendein Berg" von Fran Pintadera und Txell Darné ist ein ausserordentlich schön gestaltetes Bilderbuch über zwei glückliche Dörfer, die sich gegenseitig ins Unglück stürzen und das eigentlich ohne Grund. Es ist ein Kinderbuch, um mit Kindern ab 4 Jahren über Streit, Gewalt und Krieg ins Gespräch zu kommen und sich bewusst zu machen, wie gut wir es haben und dass wir uns den Frieden gemeinsam bewahren sollten. Herzlichen Dank an den Peter Hammer Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Irgendein Berg Fran Pintadera (Text) Txell Darné (Illustration) Silvia Bartholl (Übersetzung aus dem Spanischen) Peter Hammer Verlag 32 Seiten Erschienen im Juli 2018 ISBN: 978-3-7795-0599-0 Ab 4 Jahren Blick ins Buch und Bestellung auf der Website vom Peter Hammer Verlag Website von Txell Darné Website von Fran Pintadera Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf deiner Pinnwand merkst.

  • Entspannt kochen - es geht!

    (Werbung/Verlosung) Wer hätte gedacht, dass ich wegen einem Kochbuch mal Luftsprünge mache? Ich nicht! Aber Nadja Zimmermann hat es mit "LouMalou Entspannt kochen" und ihren 100 Alltagsrezepten geschafft. Deshalb habe ich zusammen mit Moana von Miss Broccoli die Aktion #entspanntkochen gestartet und so einiges auf Lager für euch! #entspanntkochen mit MINT & MALVE und Miss Broccoli Die Aktion #entspanntkochen startet heute mit der Buchbesprechung von "LouMalou Entspannt kochen" und einem Interview mit Nadja Zimmermann hier bei MINT & MALVE und einem tollen Rezept aus dem Buch, das ihr bei Moana von Miss Broccoli entdecken könnt. Wir haben auch einige Bücher zum Verlosen für euch im Gepäck, mehr dazu am Ende des Beitrags. In den kommenden Wochen findet ihr auf vielen weiteren Schweizer Familien-, Buch- und Foodblogs Beiträge unter dem Motto #entspanntkochen. Wir verlinken sie euch nach und nach unterhalb unserer Blogposts. In den Sozialen Medien findet ihr die Beiträge unter dem Hashtag #entspanntkochen. Schaut ab und zu vorbei, die Bloggerinnen und Blogger haben so einiges geplant für euch: die besten Hacks für entspanntes Kochen, Rezepte aus dem Buch, ihre persönlichen Kochgeschichten, Interviews mit Nadja Zimmermann und vieles mehr. Herzlichen Dank an dieser Stelle an den AT Verlag und Nadja Zimmermann, die diese Aktion ermöglichen! Entspannt kochen - geht das? Für mich war Kochen bisher eher mit Stress als mit Entspannung verbunden: Wenn ich die Kinder abends von der Kita abhole, heisst es: So schnell wie möglich nach Hause und das Essen auf den Tisch bringen. Sonst gerät alles aus den Fugen. Sprich: Die Kinder essen gar nichts mehr und schlafen dann entsprechend schlecht. Da bleibt also keine Zeit für langes Geköchel, kreative Mixturen und spontane Geschmacksexperimente. Und hat man dann mal Zeit - zum Beispiel am Wochenende - und legt sich so richtig ins Zeug für ein vielseitiges und leckeres Mahl, heisst es doch nur: Ich will lieber Teigwaren mit Ei! "Entspannt kochen" klang für mich also sehr verlockend und doch war ich kritisch, ob mir ein Kochbuch dabei tatsächlich helfen kann. Nadja Zimmermann, bekannte Moderatorin, Texterin und Bloggerin von LouMalou, zweifache Mutter und erfahrene Kochbuchautorin verspricht mit ihrem vierten Buch "LouMalou Entspannt kochen" aber genau das und liefert 100 einfache Rezepte für jeden Tag. Schon mit ihrem Vorwort hat sie mich erwischt: Nadja selbst stand nämlich früher gar nicht gerne in der Küche. Die ideale Ausgangslage, um Kochmuffel wie mich hinter den Herd zu bringen und den Stress aus der Essenszubereitung zu nehmen. Und Nadja startet denn auch nicht direkt mit den Rezepten, sondern gibt uns zuerst einen Einblick, mit welchen Hacks sie sich die Küchenarbeit erleichtert und welchen Grundstock an Lebensmitteln sie immer griffbereit hat. Okay, für dieses Arsenal an Waren müssten wir wohl anbauen, aber man kann ja mal klein anfangen. Die Rezepte sind in verschiedene Kapitel gegliedert, die gut zu unseren Alltagsbedürfnissen als Familie passen: Da gibt es unter anderem Rezepte für den hektischen Morgen, besonders schnelle Rezepte, für wenn so richtig wenig Zeit zum Kochen bleibt, vegetarische Rezepte (ganz nach meinem Geschmack ohne Fleischersatz!), Rezepte für alle, die gerade gar keine Lust zum Kochen haben, Rezepte, um Reste zu verwerten und besonders wichtig: Rezepte, die bei Kindern garantiert gut ankommen. Besonders charmant: Nadja führt jedes Rezept mit einer kleinen Anekdote, der Geschichte des Rezepts oder einem Hinweis dazu ein, was das Rezept so alltagstauglich macht. So berichtet sie uns von ihrer italienischen Grossmutter, wir erfahren, vor welche Herausforderungen sie ihre Kinder stellen oder dass selbst eine so versierte Köchin wie Nadja nicht immer Lust aufs Kochen hat. Die Rezepte selbst sind ganz einfach und übersichtlich aufgebaut mit den Zutaten auf der linken und der Schritt-für-Schritt-Anleitung auf der rechten Seite. Wunderbar illustriert sind sie mit Nadjas tollen Fotos. Das Besondere: Viele Rezepte kommen mit ergänzenden Tipps daher, wie man das Rezept variieren oder aufpimpen kann oder wie es noch schneller geht. Fazit "LouMalou Entspannt kochen" begeistert mit 100 alltagstauglichen, einfachen und super leckeren Rezepten. Die mitgelieferten Küchenhacks, die besonderen Tipps zur Verfeinerung der Rezepte oder noch mehr Entspannung beim Kochen, machen das Kochbuch zu einem wahren Schatz an Kocherfahrung und Inspiration. Und das erst noch in der familienfreundlichen, nachhaltigen, saisonalen und nervenschonenden Variante. Dieses Buch gehört definitiv in jede Familienküche! Nadja Zimmermann im Interview Liebe Nadja, danke, dass du mir für dieses Interview zur Verfügung stehst. Mich nimmt ja immer so wunder, wie ein Buch entsteht, wie war das bei «Entspannt kochen»? War dir sofort klar, dass du in deinem vierten Kochbuch einfache Alltagsrezepte präsentieren willst? Ja, das war von Anfang an die Idee. Ich habe mich ganz den einfachen Alltagsrezepten verschrieben. Das war schon bei meinen ersten drei Büchern so und denen widme ich mich auch hingebungsvoll auf meinem Blog. Ich selbst bin auch immer froh um einfache und gute Ideen für den Alltag und möchte meine Erkenntnisse weitergeben. Ideen liefern. Wir haben alle genug um die Ohren, da muss man sich nicht auch noch beim täglichen Kochen ein Bein ausreissen. Finde ich. Was war für dich die grösste Herausforderung im Entstehungsprozess? Das «Erfinden» der Rezepte? Die Auswahl der besten 100? All die tollen Fotos? Oder was ganz anderes? Die grösste Herausforderung war die Zeit. Ich habe das Buch «nebenbei», also neben meiner täglichen Arbeit für den Blog, während einer Ausbildung, wo ich jetzt gerade noch eine Diplomarbeit fertig stellen muss und meiner Arbeit als freischaffende Autorin und Rezeptentwicklerin gemacht. Ich habe jeden Monat etliche Deadlines und irgendwo dazwischen habe ich so viel Zeit wie möglich in das Buch investiert. Ich habe im Vorfeld auch meiner Familie gesagt, dass ich nun etwa sechs Monate etwas absorbiert sei. Mein Mann und ich teilen uns Haushalt und Kinderbetreuung fair 50:50 auf. In dieser Zeit hat er etwas mehr gemacht. Ohne ihn wäre das gar nicht machbar gewesen. Viele der Rezepte sind italienisch oder international angehaucht. Was würdest du sagen, steckt da auch was typisch Schweizerisches drin? Ja. Die Älplermagronen. Oder die Käseschnittli. Und die Fonduebrotresten die zum Mini-Frenchtoast werden. 😊 Ich habe bei der Produktion keine Nationalität besonders bevorzugt, da steckt einfach alles drin, was ich effektiv oft mache. Und das ist ein Mischmasch von überall her. Ein Kapitel widmet sich allerdings gezielt der exotischeren Küche, weil ich die halt auch sehr gerne mag. Aber ja, meine italienischen Wurzeln drücken hier und dort sicherlich ein klein wenig durch. Abgesehen davon, dass das Kochen entspannt, die Rezepte einfach sein sollen. Was ist dir wichtig beim Kochen? Ein Essen ohne Gemüse ist für mich kein richtiges Essen. Da fehlt mir was. Ich brauche ein paar Farben auf dem Teller. Auch wenn ich bei einem Teller Süsskartoffelpommes mit Wasabi-Mayo schwach werde und dann ein paar Minuten auf Vitamine pfeife, so achte ich in der Regel sehr darauf, dass das Essen gesund ist. Einerseits weil gesundes Essen wichtig ist und ich finde, dass wir alle auf unseren Körper achten sollten, denn wir haben nur einen. Anderseits aber auch, weil ich gesundes Essen einfach auch sehr gerne mag. Mit Ausnahme von fettig-knusprigen Süsskartoffelpommes. Mit Wasabi-Mayo. «Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt.» ist dein Prinzip. Verrätst du uns Mamas mit ganz wählerischen Kindern, wie du das hinkriegst? Wir haben es auch schon mit selbstgemachten Chicken Nuggets versucht, aber unsere Kinder schwören immer noch auf die gekauften, die wie du sagst, «an einen alten, feuchten Schwamm» erinnern. Du hast ja so recht! «Hinkriegen» ist vielleicht das falsche Wort. 😊 Ich habe keine Wunderkinder, die alle Gerichte euphorisch beklatschen. Im Gegenteil. Sie mögen keine Experimente. Hätten am liebsten immer Pasta, Pizza und Pommes. Oder Riz Casimir. Und Fajitas. Und ja, auch Chicken Nuggets. Aber hier haben wir den Deal, dass sie die zwar kriegen, aber nur, wenn ich sie selbst mache. Mit Bio-Poulet. Und sonst halte ich ihnen einfach einen meiner Vorträge über Massentierhaltung und lasse sie darüber nachdenken, was da wohl im «feuchten Schwamm» so drin ist. Und das wirkt meist. Denn sie wissen ja, wie «richtiges» Poulet aussieht. Die Kleine isst allerdings kein Fleisch. Und eigentlich auch sonst nichts. 😊 Ausser Salatgurken. Und Spaghetti mit Tomatensauce. Ich habe meine Kinder deshalb ein Kapitel im Buch gestalten lassen, eben gerade WEIL sie eher anspruchsvoll sind. Da sind 10 Dinge drin, die sie gerne mögen. Zum Glück haben sie grundsätzlich nichts gegen Gemüse. Vielleicht weil es von klein auf immer viel davon gab. Aber ansonsten mache ich hier keinen Hickhack, ich beziehe ihre Wünsche gerne mit ein, probiere aber auch gerne Neues aus. Ich serviere das Essen, animiere sie dazu wenigstens zu probieren und räume dann wieder ab. Ich gehe einfach davon aus, dass die Kinder vor einem vollen Teller nicht verhungern werden. Und wenn sie nichts essen und zwischen den Mahlzeiten Hunger haben, gibt’s einen Apfel. Aber manchmal bin auch ich völlig ratlos und denke einfach «Kind!! Du MUSST doch was essen!!» Danke für den Blick hinter die Kulissen und danke für «Entspannt kochen». Ich mach mir jetzt gleich eine «Schnelle Inge»! 😉 Die Fakten zum Buch LouMalou Entspannt kochen Nadja Zimmermann AT Verlag 224 Seiten Erschienen am 28.01.2019 ISBN: 978-3-03800-055-6 Bestellung beim AT Verlag Verlosung auf Facebook Auf der Facebook-Seite von MINT & MALVE könnt ihr ab sofort 2 Exemplare von "LouMalou Entspannt kochen" gewinnen. Die Verlosung dauert bis Donnerstag, 7. März 2019. Alle weiteren Informationen zum Gewinnspiel findet ihr im Facebook-Post. Viel Glück! Eure Eliane PS: Herzlichen Dank an den AT Verlag für das Rezensionsexemplar und die beiden Verlosungsexemplare. Folgende Schweizer Familien-, Food- und Buchblogger*innen haben bei der Aktion #entspannt kochen mitgemacht. Bei einigen könnt ihr das Kochbuch von Nadja Zimmermann ebenfalls gewinnen. Schaut mal bei ihnen vorbei! Miss Broccoli Cakes, Cookies & more Dolcisseria Die Angelones Mama mal 3 Read eat live Stadt - Land - Gnuss Foodwerk.ch Mom of 4 Tadah Like it? Pin it! Magst du diesen Kochbuchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst.

  • Vom Erwachsenwerden und anderen Katastrophen

    Ich habe meinen ersten Glavinic gelesen. Und? Es hat sich gelohnt! Über "Wie man leben soll" kann man bzw. frau wirklich herzhaft lachen und taucht nochmals tief ein in die eigene Jugend, die Suche nach dem Sinn des Lebens oder banaler: nach dem nächsten Lebensabschnittspartner. Worum geht's? Ja, worum geht's eigentlich? Das fragt sich Karl, alias Charlie, Kolostrum (Mütter wissen, was das bedeutet, die andern googeln jetzt) in Bezug auf sein Leben auch andauernd. Gut, hat der 16-Jährige noch seine Ratgeber, die ihm in jeder möglichen und unmöglichen Lebenssituation helfen. Naja, so nicht so wirklich, aber die Hoffnung stirbt zuletzt und seine Familie ist ihm auch keine zuverlässige Stütze. Der Vater hat sich aus dem Staub gemacht, die Mutter neigt zur Alkoholsucht und die Tanten und Onkel haben teils sehr eigene Vorstellungen davon, wie "man" sein Leben zu leben habe. Und so hangelt sich Karl auf eigene Faust von kleineren zu grösseren Katastrophen, von der einen Freundin zur nächsten, mit wenig Ehrgeiz durch sein Studium der Kunstgeschichte und hält sich finanziell mit Taxifahren und Spendensammeln über Wasser. Denn alles kriegt er von der Verwandtschaft nun auch nicht bezahlt und Grosstante Ernestine ist schon 97. Lange ist auf sie und ihre Hunderter also auch kein Verlass mehr. Erwachsen werden mit Nirvana und WG-Parties Thomas Glavinic entführt uns mit seinem Antihelden Karl in die Jugendzeit in den 80er- und 90er-Jahren und das ist richtig witzig. Zumindest wenn man Glavinics bissigen, schwarzen Humor mag und nicht zu zart besaitet ist - unverhoffte Todesfälle lauern hier an praktisch jeder Ecke. Und erst recht, wenn man sich aus der eigenen Kindheit noch an einige Bands, verkannte Künstler und andere Modeerscheinungen (Stichwort: Bravo) erinnern kann. Karl erzählt aus seiner Perspektive, aber nicht wie sonst üblich in der Ich-Form, sondern konsequent in der Man-Form. So erhält die Geschichte von Karl etwas Exemplarisches. Sie könnte beispielhaft für viele andere Geschichten vom Erwachsenwerden gelesen werden. Etwas gewöhnungsbedürftig sind all die Man-Formulierungen zwar, aber wenn man den Einstieg mal gefunden hat, liest sich das einfach und knackig geschriebene Buch ganz leicht. Fazit "Wie man leben soll" von Thomas Glavinic kann ich allen Kindern der 70er und 80er wärmstens empfehlen, wenn sie sich an das eigene Suchen (und manchmal Finden) in der Jugendzeit erinnern und sich dabei köstlich amüsieren wollen. Um den süffigen Roman zu mögen, sollte man schwarzem Humor und einigen gaaaanz leicht übertriebenen Ereignissen - möglicherweise verbunden mit Todesfällen - nicht abgeneigt sein. PS: Das Buch wurde unter Regisseur David Schalko auch verfilmt (Trailer). Die Fakten Wie man leben soll Thomas Glavinic dtv Verlag 240 Seiten Erschienen: 2004, 5. Auflage 2014 ISBN: 978-3-423-13903-8 Website von Thomas Glavinic Like it? Pin it! Du magst diesen Buchtipp? Merke ihn dir auf Pinterest. Vielen Dank fürs Teilen dieser Buchinspiration!

  • Lesen kann Leben retten

    Dass Lesen für alle von uns sehr wichtig ist - über das reine Vergnügen hinaus - ist klar. Aber wusstet ihr, dass Lesen sogar Leben retten kann? Glaubt ihr nicht? Dann lest "Lest das Buch, Lemminge!". Der Polarfuchs Foxy hat nämlich in einem Buch über Lemminge gelesen, dass die gar nicht über Klippen springen, wie landläufig behauptet wird. Doch warum tun die drei Lemminge von Foxy genau das? Sich ständig fröhlich irgendwo hinunterstürzen? Käpt'n Bär meint, die hätten wohl das Buch über Lemminge nicht gelesen. Die Kinderbuchautorin Ame Dyckman verrät uns, dass das Problem tiefer liegt: Die Lemminge können nämlich überhaupt nicht lesen. Und so springen sie, kaum dass sie das Wort "springen" irgendwo aufschnappen, und Foxy eilt jedes mal unter Einsatz seines eigenen Lebens zu ihrer Rettung. Nach zahlreichen Lemmingrettungen mittels Eimer, Arschbombe, Kran oder Hubschrauber ist klar: Foxy muss den Lemmingen das Lesen beibringen. Ob ihm das gelingt? Ihr erfahrt es in diesem Bilderbuch mit den witzigen Ilustrationen im Retrostil für Kinder ab 4 Jahren. Fazit Ame Dyckman zeigt uns mit "Lest das Buch, Lemminge" nicht einfach, dass Lesen tatsächlich Leben retten kann, sie tut das zusammen mit Illustrator Zachariah Ohora auch auf sehr humorvolle Weise. Wer Lemminge mag und das Wort "Arschbombe" nicht scheut, ist mit diesem witzigen Bilderbuch sehr gut bedient! Die Fakten Lest das Buch, Lemminge! Ame Dyckman (Text) Zachariah Ohora (Illustration) Fabienne Pfeiffer (Übersetzung) Mixtvision 40 Seiten Erschienen am 05.03.2018 ISBN: 978-3-95854-080-4 Ab 4 Jahren Bestellung bei Mixtvision Leseförderung - Gütesiegel Buchkindergarten Apropos Lesen: Leseförderung beginnt ja bekanntlich nicht mit dem Schuleintritt und dem Erlernen der ersten Buchstaben, sondern schon viel früher mit dem Vorlesen, gemeinsamen Geschichtenerfinden und visuellen Entdecken von Büchern. Mehr dazu erfahrt ihr im Experteninterview mit Anita Müller, Direktorin des SIKJM. Und ich habe auch schon etwas über das Projekt "Buchstart Schweiz" geschrieben. Die Interessengruppe Leseförderung im Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat nun gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband ein tolles Projekt für Leseförderung in Deutschland initiiert: Sie haben das Gütesiegel Buchkindergarten ins Leben gerufen. Denn Kindergärten und Kindertagesstätten leisten einen entscheidenden Beitrag zur Leseförderung. Sie haben die Möglichkeit, mit ihrem Angebot an Bilder- und Kinderbüchern, ihrem Vorlesen oder gemeinsamem Geschichtenerzählen und Theaterspielen, mit Versen und Reimen schon Kleinkindern den Zugang zur Welt der Bücher, zu Geschichten, zur Sprache und damit auch zum Lesen zu eröffnen. Bis zum 31. Mai 2019 können sich Kindertageseinrichtungen aus Deutschland bewerben und haben so die Chance, im Herbst 2019 mit dem Gütesiegel Buchkindergarten ausgezeichnet zu werden. Kitas, die sich gerne inspirieren lassen, wie sie Bilderbücher in ihren Alltag integrieren können, erhalten von Martina auf ihrem Blog Bilderbuchwegweiser viele Buchtipps und pädagogische Inputs. Like it? Pin it! Du magst diesen Buchtipp? Dann hilfst du mir sehr, wenn du dir den Pin dazu auf Pinterest merkst und so andere damit inspirierst.

  • Liebe in Variationen

    Die finnische Autorin Minna Rytisalo entführt uns in "Lempi, das heisst Liebe" nach Lappland und erzählt die tragische Geschichte einer jungen Frau aus drei ganz unterschiedlichen Perspektiven. Ein fulminantes Romandebüt! Zusammen mit dem Bauernsohn Viljami finden wir uns in "Lempi" am Ende des Zweiten Welkrieges im finnischen Lappland wieder. Viljami kehrt nach seiner physischen - aber nicht psychischen - Genesung aus dem Lazarett zu Fuss auf seinen abgelegenen Hof zurück. Im Krieg hat er von seiner Magd Elli die Nachricht erhalten, Lempi, seine Frau, sei wohl mit einem Soldaten der deutschen Wehrmacht nach Deutschland gegangen. Viljami, der Ehemann Wirklich glauben, kann er das nicht, doch als er sich endlich nach Hause traut, ist Lempi tatsächlich verschwunden. Nur Elli erwartet ihn auf dem Hof, zusammen mit den beiden Jungen Antero und Arre. Im ersten Teil erfahren wir aus Sicht Viljamis, wie er Lempi, die Tochter des Ladenbesitzers von Rovaniemi, kennengelernt, bald darauf geheiratet und zu sich auf den Hof geholt hat und wie sie ihren ersten und letzten gemeinsamen Sommer verbracht haben. Elli, die Eifersüchtige Im zweiten Teil schildert uns Elli ihre Sicht der Dinge. Und das ist ein riesiger Kontrast. Waren Viljamis Erzählungen geprägt von Emotionen, Hoffnungen, Liebe, freudiger Erwartung auf eine gemeinsame Zukunft und dann Trauer über den Verlust der Frau. So erscheint uns Elli kalt, berechnend, hinterlistig, ja, richtig böse. Auch wenn sie ihre Taten mit der heimlichen Liebe zu Viljami begründet und sich nach aussen als Retterin der beiden Söhne des Ehepaars darstellt. Sisko, die Schwester Im abschliessenden Teil erzählt uns Sisko, Lempis Schwester, aus einer etwas neutraleren, aber trotzdem sehr verbundenen Warte mehr über die Geschichte zwischen Viljami und Lempi. Und auch ihre eigene Geschichte - sie ging tatsächlich mit einem Wehrmachtsoldaten nach Deutschland - erhält ihren Platz. Am Ende treffen die beiden Geschichten aufeinander und es schliesst sich ein Kreis. Lempi ist nicht mehr da, aber ihre Liebe zu Viljami lebt weiter. Raffinierter Aufbau und unterschiedliche Erzählstimmen Minna Rytisalo gelingt es äusserst gut, die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Erzählerinnen und Erzähler in den drei Teilen des Buches herauszuschälen, ihre je eigene Perspektive, ihre Charakterzüge, ihre Beweggründe, ihre Denk- und Sprechweisen. In jedem der drei Teile erfahren wir etwas mehr über die Liebesgeschichte zwischen Viljami und Lempi und was mit Lempi tatsächlich geschehen ist, als Viljami im Lapplandkrieg Dienst leistete. Obwohl sich die drei grossen Kapitel zum grössten Teil auf dieselbe Zeitspanne beziehen, hat man als Leserin nie das Gefühl, die Geschichte bleibe stehen oder wiederhole sich gar. Es geht immer vorwärts, bleibt spannend, man erfährt immer mehr, Unklares wird geklärt, dunkle Stellen nach und nach beleuchtet und alle losen Enden werden geschickt miteinander verwoben. Fazit "Lempi, das heisst Liebe" von Minna Rytisalo ist ein sehr lesenswerter Roman über eine aussergewöhnliche Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Lapplandkrieges. Die Lektüre aller drei Teile, so unterschiedlich sie auch sind, ist ein Genuss. Poetisch und dicht erzählt, sprachlich herausragend, erlebt man im Romandebüt der Finnin Lempis tragische Geschichte und ihre Liebe zum Bauernsohn Viljami hautnah mit und erfährt so wie nebenbei mehr über ein Stück Zeitgeschichte. PS: In Finnland ist 2018 bereits ihr zweiter Roman "Rouva C." erschienen. Wir dürfen uns also auf mehr Lesestoff aus Finnland freuen! Die Fakten Lempi, das heisst Liebe Minna Rytisalo Elina Kritzokat (Übersetzung aus dem Finnischen) Hanser Verlag 224 Seiten Erschienen am 23.07.2018 ISBN: 978-3-44626004-7 Leseprobe, Bestellung und Interview mit der Autorin bei Hanser Literaturverlage Für an finnischer Literatur Interessierte: Lue.Finland - Literatur aus Finnland - ausgewählt von Übersetzerinnen Like it? Pin it! Du magst diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst und so vielleicht weitere Leserinnen und Leser inspirierst.

  • Zwischen Liebe und Verrat

    Takis Würger wagt sich in seinem zweiten Roman "Stella" an richtig harten Stoff, mitten hinein in den Zweiten Weltkrieg, mitten in eine Gesellschaft und Einzelschicksale voller Zwiespalt. Wie mir das gefallen hat? Ihr erfahrt es in diesem Blogbeitrag. Eine wahre Geschichte Stella gab es wirklich. Sie hiess Stella Goldschlag. Wie der Name vermuten lässt, war sie Jüdin. Mit ihren blonden Haaren und hellen Augen war sie aber nicht als solche zu erkennen und das machte sie sich zu Nutze. Sie arbeitete mit der Gestapo zusammen und denunzierte zahlreiche Juden in Berlin. Vorerst, um ihre Eltern vor der Deportation zu schützen. Was sie danach dazu bewegte, dennoch weiterhin als "Greiferin" tätig zu sein, ist unklar. Mehr wusste ich vor der Lektüre des Buches nicht und wollte ich auch nicht wissen. Und das hat sich für mich bewährt, um mich unvoreingenommen auf das Buch und seine Protagonisten einlassen zu können. Deshalb erzähle ich auch an dieser Stelle nicht mehr über die historischen Hintergründe. Der Junge vom Genfersee Takis Würger erzählt die Geschichte aus der Sicht von Friedrich, einem jungen Mann deutscher Abstammung, der am Genfersee aufwächst und gemäss seiner Mutter zum berühmten Maler bestimmt ist. Er scheint seine Bestimmung nicht zu hinterfragen und macht sich 1942 auf nach Berlin an eine Zeichenschule. Nicht nur, um zu zeichnen, sondern auch, weil er mit eigenen Augen sehen möchte, ob die Gerüchte über Möbelwagen stimmen, die im Berliner Scheunenviertel die Juden einsammeln. Im pulsierenden Berlin An der Zeichenschule lernt Friedrich die junge Frau kennen, die den Schülern Modell sitzt. Sie stellt sich ihm als Kristin vor. Die beiden werden schnell ein Paar. Als Leser ahnt man rasch, dass hinter Kristin eigentlich Stella steckt. Man weiss aber nicht so genau, ob Kristin sich vor allem wegen dem Schweizer Pass für Friedrich interessiert oder ob sie sich tatsächlich auch in ihn verliebt hat. Kristin hat in der Beziehung das Heft in der Hand, lädt Friedrich ein, ihr beim Singen in illegalen Jazzclubs zuzuhören, geniesst den Luxus im Grand Hotel - Friedrichs bescheidener Bleibe am Pariser Platz, nimmt ihn mit an Feste der Nationalsozialisten, kommt und geht, wie sie will. Wo sie wohnt, wie sie mit Nachnamen heisst und ob sie tatsächlich Lateinunterricht gibt, weiss Friedrich nicht. Oft bleibt sie tagelang verschwunden und eines Tages kommt sie kahlgeschoren und übel zugerichtet bei Friedrich an. Die Gestapo hat sie enttarnt und gefoltert. Jetzt will sie ihre Eltern retten und wird zur Denunziantin. Zwischen Normalität und Wahnsinn Takis Würger verwickelt Friedrich und uns in seinem Roman gekonnt in den Widerspruch zwischen dem "normalen" Leben, dem nächtlichen Spass in illegalen Musikclubs, einer zarten Liebesgeschichte, dem Luxusleben ohne Entbehrungen im Grand Hotel und dem gleichzeitig tobenden Krieg, dem Bombenalarm, den schikanierten und verschwindenden Juden. Er schafft das einerseits mit den Einstiegen in die Kapitel, in denen er scheinbar willkürliche historische Ereignisse aufzählt: Die zehn Gebote von Goebbels stehen neben der Geburt von Muhammad Ali, das Verbot für Juden, Haustiere zu halten, neben der ersten Goldenen Schallplatte der Musikgeschichte. Eine weitere Ebene bilden die Auszüge aus den Gerichtsakten eines sowjetischen Militärtribunals. Anhand der darin enthaltenen Zeugenaussagen, erfahren wir langsam immer genauer, was Stella getan hat. Und schliesslich befinden sich auch die einzelnen Protagonisten des Buches dauernd in einem Zwiespalt, werden immer wieder vom echten Leben, von den Abgründen der Judenverfolgung, von der Willkür der Nationalsozialisten, von gegenseitigem Misstrauen eingeholt. Takis Würger erzählt in einfacher Sprache, in kurzen und klaren Sätzen. Trotzdem schwingt da ganz viel zwischen den Zeilen mit. Er schafft es auch mit der ganz schlichten Sprache, tiefe Gefühle, Zerrissenheit, Unsicherheit, Momente des Glücks, Verrat, Ohnmacht und vieles mehr zu transportieren. Und ein, zwei pathetische Sätze sind auch drin - das gibt er im Nachwort selber zu. Insgesamt finde ich den einfachen Stil genau richtig für diese Geschichte, die selber schon genug Sprengstoff enthält, uns in Abgründe schauen lässt, sowohl der damaligen Politik und Gesellschaft als auch der menschlichen Seele an und für sich. Fazit Takis Würgers zweiten Roman "Stella" kann ich allen empfehlen, die sich für menschliche Schicksale im Zweiten Weltkrieg interessieren und das für einmal mit ziemlich ungewohntem Fokus auf eine Jüdin, die andere Juden verraten hat, und aus der speziellen Perspektive eines privilegierten jungen Schweizers. Das Buch ist sehr, sehr gut aufgebaut, knapp und doch intensiv formuliert. Einzig, dass wir nicht mehr von Stella erfahren, ihre Sicht der Dinge, ihre Beweggründe für ihre Taten nicht kennenlernen, ist ein kleiner Wermutstropfen. Nichtsdestotrotz spreche ich für "Stella" eine grosse Leseempfehlung aus. Mir hat es deutlich besser gefallen als sein Debüt "Der Club". Und so bin ich schon jetzt gespannt auf mehr aus der Feder von Takis Würger. PS: Sehr interessant sind die "5 Fragen an Takis Würger", die ihr auf der Website des Hanser Verlags findet. Herzlichen Dank an Takis Würger und den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Stella Takis Würger Hanser Verlag 224 Seiten Erschienen am 11.01.2019 ISBN: 978-3-446-25993-5 Leseprobe und Bestellung bei Hanser Like it? Pin it? Du magst diesen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst.

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