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Wald ohne Bäume

  • vor 6 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Comics können auch Sachbuch! Das zeigt Hanna Harms einmal mehr mit ihrem Non-Fiction-Comic "Wald ohne Bäume". Anlässlich der Kids Comic Week 2026 stelle ich euch diesen besonderen Sachcomic vor.


Wald ohne Bäume - Hanna Harms (Carlsen 2026)


Kids Comic Week 2026

Grafik zur Kids Comic Week 2026 von @kleinerleser und @mintundmalve, illustriert von Tanja Esch.
Illustration: Tanja Esch, 2026.

Dieses Jahr wollen wir Kindercomics endlich wieder eine ganze Woche feiern und veranstalten vom 20. bis 26. April 2026 die Kids Comic Week. Die wundervolle Grafik zur Aktion stammt wieder von der grossartigen Comiczeichnerin Tanja Esch.


Zu meinen ersten beiden Beiträgen der Woche - übrigens mit Verlosung - geht es hier:



Ihr könnt euch auf viele weitere Comictipps und Verlosungen auf Instagram und verschiedenen Blogs freuen. Folgt mir auf Instagram, um nichts zu verpassen! Dort findet ihr auch alle beteiligten Accounts.



Wald ohne Bäume

Einigen von euch ist Hanna Harms vielleicht schon aufgrund ihres Erstlings "Milch ohne Honig" ein Begriff. Da ich diesen Sachcomic sehr mochte, war klar, dass ich auch "Wald ohne Bäume" lesen möchte.


In ihrem neuen Werk nimmt sich Hanna Harms dem Thema Wald aus unterschiedlichsten Perspektiven an. Zum Einstieg geht sie darauf ein, wie Leben auf der Erde, wie Pflanzen und schliesslich auch Bäume überhaupt entstanden sind und mehr und mehr Lebensräume erobert haben.


Wusstet ihr zum Beispiel, dass zuerst Nadelbäume entstanden sind, dann Gingkos und erst danach Laubbäume? Und auch ein interessanter Fakt:


"Seit der letzten Eiszeit ist ein Drittel der Wälder verloren gegangen."

Danach geht Hanna Harms auf das Zusammenspiel von Bäumen und Wäldern mit dem Wetter und dem Klima ein und streicht die wichtige Rolle der Wälder zur Kühlung der Erde heraus. hinzu kommen zahlreiche andere Schutzfunktionen wie etwa der Schutz vor Überflutungen und Erosion.


Spannend sind auch die blitzlichtartigen Einblicke in unterschiedliche Eigentschaften von Wäldern und den kleineren und grösseren Ökosystemen, die sie bilden.


"Rund neunzig Prozent der Landpflanzen leben in Symbiose mit Pilzen."

Irgendwann kommt natürlich auch der Mensch ins Spiel und was er alles anrichtet auf der Erde, vom Kolonialismus, über die intensive Landwirtschaft, bis zur Industrialisierung mit ihrem hohen Ressourcenverschleiss - u.a. auch durch Kohlebergwerke. Auch Themen wie eine problematische Forstwirtschaft spricht sie an.


Exkurs: Apropos Kolonialismus kann ich euch den Beitrag von "Das Wissen" (SWR Kultur) über "Botanische Gärten - Vom kolonialen Erbe zur modernen Klimaforschung" (12.04.2026) empfehlen.


Das Menschenzeitalter hat dann wiederum weitreichende Folgen für den Wald und das Klima, was sich wiederum gegenseitig beeinflusst. So kommt Hanna Harms auf zahlreiche Problematiken rund um den Klimawandel zu sprechen. Neben den grösseren Zusammenhängen, erfährt man so spannende Details wie:


"An heissen Tagen schliessen Bäume ihre Blätter und Nadeln, um nicht zu viel Wasser zu verlieren."

Immer wieder streut Hanna Harms auch Hinweise ein, wie es besser ginge, wenn wir die grünen Lungen der Erde erhalten (oder wiederherstellen) und damit verhindern wollen, dass gewisse Kipppunkte erreicht werden.


So kann man aus dem Buch nicht nur spannende Fakten rund um Bäume und Wälder sowie Problematiken rund um Biodiversität, Klimakrise und den Verschleiss von natürlichen Ressourcen mitnehmen, sondern auch Anhaltspunkte, wo man ansetzen könnte für eine nachhaltigere Lebensweise.


Erstaundlich: Pflanzenbasierte Ernährung braucht 75% weniger Fläche, entsprechend mehr Platz hätten wir für Wald- statt Landwirtschaftsflächen.



Hanna Harms zeichnet ihren Comic sehr grafisch, reduziert, mit beschränkter Farbpallette in Grün- und Rottönen. Sehr gut gefällt mir das Spiel mit Kontrasten - ob nun mit Hell und Dunkel oder mit farblichen Akzenten. Auch geometrische Formen und wildere Strukturen konstrastieren gut. Die Sprache ist ebenso reduziert wie die gestalterische Umsetzung. Der Text ist oft nicht in ganzen Sätzen, sondern eher stichwortartig verfasst und erhält gerade dadurch eine gewisse Poesie.


Nicht sicher bin ich bezüglich der Altersempfehlung von 12 Jahren. Sicher, das Thema kann interessieren, aber die Informationen werden schon sehr trocken vermittelt, geben wenig Kontext und erfordern einiges an Grundlagenwissen, was Biologie, Chemie, Physik, Geschichte etc. angeht. Von daher denke ich, dass "Wald ohne Bäume" mit zunehmendem Alter mit mehr Gewinn gelesen werden kann.


Fazit

Hanna Harms beweist mit "Wald ohne Bäume" erneut, dass Sachbücher auch in Form von Comics funktionieren. In diesem neuen Werk zeichnet sie ein vielperspektivisches Bild vom Wald, seiner Bedeutung für Mensch, Tier und das Funktionieren des Ökosystems Erde insgesamt. Ein Buch, das uns den nächsten Waldspaziergang oder das nächste Grillfeuer mit anderen Augen betrachten lässt.



Die Fakten

Cover: Wald ohne Bäume - Hanna Harms (Carlsen 2026)

Hanna Harms (Text + Illustration)

Carlsen

192 Seiten

Erschienen am 03.03.2026

Hardcover

ISBN: 978-3-551-80448-8

Ab 12 Jahren




PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das digitiale Rezensionsexemplar!



Gratis Comic Tag 2026

Übrigens, am 9. Mai 2026 ist wieder Gratis Comic Tag. An diesem Tag verschenken Buchhandlungen, Comicläden und Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz viele tolle Compics. 22 Titel aus 11 Verlagen sind dieses Jahr dabei. Folgt auch gerne dem Instagram-Account @gratiscomictag.





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