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- Hexenkram: Grüna
(Werbung/Verlosung) Habt ihr Lust auf eine Hexengeschichte der anderen Art? Dann freue ich mich, euch mit "Hexenkram: Grüna" den ersten Band einer neuen Comic-Reihe von Marie Desplechin und Magali le Huche vorstellen zu können. Und ihr könnt anlässlich des Kids Comic Day sogar ein Exemplar gewinnen! "Nichts ist anstrengender als eine Mutter." (S. 10) Und besonders anstrengend sind Mütter wohl, wenn man wie Grüna gerade 11 Jahre alt und auf der Suche nach sich selbst ist. Zugegeben ihre Mutter Ursula ist auch nicht gerade ein Ausbund an Sympathie und sie hat sehr genaue Vorstellungen, was ihre Tochter Grüna so zu tun hat: In erster Linie soll sie die Hexerei erlernen. Die liegt schliesslich in der Familie und gegen seine Hexenkräfte kann man nichts tun. Weil Grüna sich so gar nicht für die Hexerei interessiert, soll sie nun jeden Mittwoch zu ihrer Oma Anastaschu, um die Kunst des Hexens zu erlernen. Marie Desplechin lässt in ihrem Comic "Hexenkram: Grüna" glaubhaft, wenn auch sehr pointiert eine angespannte Mutter-Tochter-Beziehung aufleben. Oder man könnte auch sagen, eine Oma-Mutter-Tochter-Beziehung. Denn Oma Anastaschu spielt hier eine zentrale, moderierende Rolle und schafft es, Grüna da abzuholen, wo sie steht. Sie weiss nämlich noch nicht so recht, was sie möchte, aber einen Vater, der sie ab und zu ins Kino ausführt, hätte sie gerne und ihr Klassenkamerad Soufi ist vielleicht doch ganz nett... Oma Anastaschu erklärt Grüna, dass sie sich nicht verbiegen oder gar wie ihre Mutter werden muss, um eine Hexe zu sein. Und so öffnet sich Grüna langsam der Hexerei. "Eine Hexe kannst du sehr wohl ganz auf deine Weise werden. Das versichere ich dir." (S. 31) Was sie als erstes hext und was dann passiert, kann ich euch natürlich nicht verraten. Das müsst ihr selbst entdecken! Comiczeichnerin Magali le Huche stellt die Protagonist*innen von "Hexenkram: Grüna" sehr eigenwillig und ausdrucksstark dar. Farblich greift sie nach pastelligen Tönen, ohne dass das Ganze zu süss rüberkommt. Grüna und ihre Mama haben rote Haare, was auch nicht allzu oft vorkommt in Kinderbüchern. Soufi ist PoC und sagt auf die Frage, wo er herkomme, ganz selbstverständlich: "Aus der Bretagne". Die Panels sind sehr abwechslungsreich und ohne Rahmen gestaltet. Bilder mit ausgearbeiteten Hintergründen wechseln sich mit Dialogszenen ab, die nur die freigestellten Personen auf weissem Grund zeigen. Die wunderschönen ganzseitigen Illustrationen mit vielen Details würde ich mir am liebsten an die Wand hängen! Über den Slider unten könnt ihr den Anfang des Comics lesen und bekommt einen guten Eindruck vom Humor der Autorin. Copyright: Reprodukt Verlag. Ein leicht zugänglicher Comic mit klischeefreier Heldin Ein Buch über Hexerei klingt vielleicht etwas nach Grusel, aber der Gruselfaktor hält sich hier tatsächlich sehr in Grenzen. Etwas makaber sind einzig die Zutaten, die Anastaschu für ihre Zaubertränke im Keller aufbewahrt. Der Comic funktioniert hauptsächlich über Dialoge und stellenweise inneren Monolog von Grüna. Er lässt sich dadurch sehr leicht lesen und ist nicht komplex, was die Text-Bild-Komposition angeht. So ist er leicht lesbar für Kinder ab 8 Jahren und Comic-Einsteiger*innen. Für meinen Geschmack entwickelt sich der Plot etwas zu smooth, ein paar Stolpersteine mehr für Grüna hätten der Geschichte gut getan. Aber ich denke, die Zielgruppe der jungen Leser*innen stört das nicht. Grüna ist auf jeden Fall eine tolle klischeefreie Heldin und gerade für Mädchen eine Identifikationsfigur. "Hexenkram: Grüna" ist übrigens eine Comic-Adaption des preisgekrönten Jugendromans "Verte" von Marie Desplechin, der bereits 1996 erschien. "Hexenkram 2: Pyrina" erscheint im September 2023. Da treffen wir Grüna wieder und lernen ihre neue Nachbarin Pyrina kennen. Die Namen passen schon mal zueinander. Ob Pyrina am Ende auch eine Hexe ist? Wir dürfen gespannt sein! Einen dritten Band mit dem Titel "Hexenkram 3: Malve" wird es in naher Zukunft auch geben! Dass ich den lesen muss, ist ja klar! Eigentlich fast schade, heisst Grüna "Grüna" und nicht "Mint". ;-) Fazit "Hexenkram 1: Grüna" vom französischen Duo Marie Desplechin und Magali le Huche ist ein wunderbarer Kindercomic für Einsteiger*innen, der Themen wie Selbstfindung, Familie und Freundschaft leichtfüssig und mit einer guten Portion Magie aufgreift. Ein Comic mit eigenwilligen, überzeugenden Charakteren, einer klischeefreien Heldin und Zeichnungen zum Geniessen! Die Fakten Hexenkram 1: Grüna Marie Desplechin (Text) Magali le Huche (Illustration) Silv Bannenberg (Übersetzung aus dem Französischen) Reprodukt 88 Seiten Erschienen am 08.05.2023 Hardcover ISBN: 978-3-95640-372-9 Ab 8 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Magali le Huche bei Instagram PS: Herzlichen Dank an den Reprodukt Verlag für das digitale Rezensionsexemplar und das Verlosungsexemplar! VERLOSUNG ZUM KIDS COMIC DAY! Anlässlich des #KidsComicDay 2023 darf ich mit Unterstützung von Reprodukt ein Exemplar von "Hexenkram: Grüna" von Marie Desplechin und Magali le Huche an euch verlosen! Um dabei zu sein, verratet mir einfach in den Kommentaren, was ihr als erstes hexen würdet, wenn ihr es könntet. Weitere Lose gibt's hier: Instagram Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Freitag, 19. Mai 2023, 23:59 Uhr. Teilnahme- und Datenschutzbedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die*den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch den Reprodukt Verlag. Zu diesem Zweck gebe ich deine Adresse an den Verlag weiter. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun. Viel Glück! Eliane Kids Comic Day am 13. Mai 2023 Die Idee zum Kids Comic Day und zur Kids Comic Week stammt übrigens von Steffie von @kleinerleser. Auf Ihrer Website und bei Instagram findet ihr also schon ganz viel Comic-Inspiration von den letzten Durchführungen. Schaut auch bei den anderen beteiligten Accounts des Kids Comic Day rein, da gibt es noch einiges mehr zu entdecken und zu gewinnen! Und wenn ihr einen Comic-Tipp habt, macht jederzeit unter dem Hashtag #KidsComicDay auch mit und markiert @kleinerleser und @mintundmalve in euren Beiträgen! Lust auf noch mehr Comics für Kinder und Jugendliche? Schaut euch mal bei der Kids Comic Week 2021 um, stöbert in meinen Guides mit Comics auf Instagram oder sucht hier auf dem Blog mit dem Stichwort "Kindercomics" oder "Jugendcomic". Sehr empfehlen kann ich euch meine beiden letzten Comic-Tipps und das Comic-Magazin Polle: Die Liga der Superfeminist*innen - Mirion Malle (Orlanda Verlag 2023) Boris, Babette und lauter Skelette - Tanja Esch (Kibitz Verlag 2022) Polle #8 - Comic-Magazin für Kinder - diverse Autor*innen und Zeichner*innen (Péridot 2023) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Graphic Novels – eine unterschätzte Kunstform
Lest ihr schon Graphic Novels? Für mich ist das Genre ziemliches Neuland. Aus meinem Regal zählen dazu wohl nur die beiden Unerschrocken-Bände von Pénélope Bagieu. Deshalb habe ich mir Hilfe in Form von Trude, Literaturwissenschaftlerin und Betreiberin von Literaturpower, geholt. Sie erklärt euch, was es mit dem Trend aus Frankreich und den USA auf sich hat. Mama, warum liest du denn Comics? Erwachsene gehen ins Museum, sie bewundern dort Bilder und wenn sie auch noch schlau darüber reden können, gelten sie als kulturbeflissen. Gerne wäre auch ich Kunstkennerin, aber mir fehlt dafür das Auge, welches einzigartige Details erkennen und Stile unterscheiden kann. Trotzdem mag ich Bilder, bin ein sehr visueller Typ und mochte schon als Kind Comics und Bilderbücher besonders gerne. Umso überraschender, dass ich erst sehr viel später, mit über 30 das Genre Graphic Novel so richtig für mich entdecke. Warum es lohnt, diesem unterschätzten Medium eine Chance zu geben, verrate ich in diesem Artikel. Es hat lange gedauert, bis sich der Begriff "Graphic Novel" auch im deutschsprachigen Raum etablieren konnte. Heute ist er zwar fast allen ein Begriff, trotzdem greifen hierzulande längst nicht so viele Leserinnen und Leser nach den bildgewaltigen Geschichten wie z.B. in Frankreich oder in den USA. In Frankreich hat das Comic und auch die komplexere Kunstform der Graphic Novel eine lange Tradition und ihren festen Stellenwert in der Kultur. Die Wirkung von Graphic Novels Graphic Novels verbinden verschiedene Kunstformen, sind dadurch außergewöhnlich vielseitig und haben eine besonders inspirierende Wirkung auf uns. Die Kombination aus Bild und Text gibt unserem Gehirn eine andere Stimulation, als es ein Fließtext vermag. Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmung werden dabei anders kanalisiert. Das geschieht natürlich sehr individuell. Während nicht jeder Bestseller-Roman jeder Leserin gefällt, wird es auch Graphic Novels geben, die mir mehr und andere, die mir weniger gefallen. Zu den Klassikern des Genres zählen zweifellos "Maus" von Art Spiegelmann und "Persepolis" von Marjane Satrapi. Beide gesellschaftskritischen Werke sind preisgekrönt und verhalfen der Graphic Novel nachhaltig zu wohlverdientem Ruhm. Inzwischen werden selbst literarische Klassiker wie Goethes "Faust" und "Der Mann ohne Eigenschaften" von Musil als Graphic Novel aufgelegt. Daneben gibt es heute eine Vielzahl an eindrucksvollen und qualitativ hochwertigen Werken, die sehr moderne und bedeutsame Themen behandeln. Aktuelle Graphic Novels "Out of the woods" von Brent Williams trägt den Untertitel "A Journey Through Depression and Anxiety". Illustriert von Korkut Öztekin. Statt viele Worte zu dieser einfühlsamen und so wichtigen Graphic Novel zu verlieren, möchte ich auf den wundervollen Buchtrailer aufmerksam machen, der kürzlich erschien: Buchtrailer zu “Out of the woods” auf Youtube. Eine deutsche Übersetzung der Graphic Novel erscheint demnächst. Dass auch Sachthemen als Graphic Novel umgesetzt werden können, beweist in herausragender Weise die schwedische Politikwissenschaftlerin Liv Strömquist. Sie ist nicht nur eine begnadete Comicautorin, sondern darüber hinaus auch eine engagierte Feministin, die es vermag, den unverständlichen Irrsinn unserer Gesellschaft in Wort und Bild zu fassen und damit für uns überhaupt erst greifbar zu machen. Besonders ans Herz legen möchte ich euch ihre Werke "Der Ursprung der Welt", eine Tiefenauseinandersetzung mit dem weiblichen Geschlechtsorgan, und "Der Ursprung der Liebe", ein Blick auf historische und gesellschaftliche Phänomene romantischer Liebe. Strömquist räumt in ihren Büchern auf mit konservativen Verhaltens- und Denkmustern. "Das ist informativ, häufig tragisch, aber zutiefst erfrischend und wegweisend." Ich hoffe, ich konnte dir, liebe Leserin oder dir, lieber Leser, ein paar Anregungen geben, was demnächst unter den Weihnachtsbaum darf. Graphic Novels werden unser Lesen revolutionieren, davon bin ich überzeugt. Warum sie bislang hierzulande unterschätzt wurden, darüber kann ich nur spekulieren, aber dass sie unsere Kultur in Zukunft bereichern und aufpolieren, darauf freue ich mich schon jetzt. In diesem Sinne viel Spaß beim Stöbern und Entdecken! Trude Trude Schneider ist freiberufliche Literaturwissenschaftlerin und betreibt seit 2018 Literaturpower: die erste deutschsprachige Plattform für bibliotherapeutische Inhalte. Auf Literaturpower findest du das Buch passend zu deinem Lebensgefühl. Trude ist außerdem auf Instagram, Facebook, Twitter und Pinterest unterwegs. Auf Steady könnt ihr jetzt sogar Literaturpower-Mitglied werden! Herzlichen Dank für diesen Einblick, Trude! Ich bin jedenfalls schon ganz neugierig und habe mir von einem Freund gleich mal einen Stapel Graphic Novels vorbeibringen lassen. Unerschrocken 1 und 2 von Pénélope Bagieu Da ich eingangs Pénélope Bagieu erwähnt habe, möchte ich (Eliane) es nicht versäumen, euch die beiden Unerschrocken-Bände zu empfehlen. Die Illustratorin und Cartoonistin ist in Frankreich ein richtiger Star. Bekannt wurde sie mit ihrem Blog "Ma vie est tout à fait fascinante". Schaut auch mal in ihrem Instagram- oder Twitter-Account vorbei! Der Reprodukt Verlag hat 2017 mit "Unerschrocken 1" und 2018 mit "Unerschrocken 2" ihre je 15 Porträts aussergewöhnlicher Frauen herausgegeben. Von Sängerin Betty Davis, über Astronautin Mae Jemison, bis zu Mumin-Erfinderin Tove Jansson ist eine breite Palette bewundernswerter Frauen dabei und sowohl die Comics als auch die seitenfüllenden Abschlussbilder jedes Kapitels sind brillant. Ich werde sie hier auf dem Blog bald einmal ausführlich besprechen und sogar ein Exemplar verlosen. Wenn ihr nichts verpassen wollt, abonniert gerne meinen kostenlosen Newsletter. Like it? Pin it! Ich freue mich sehr, wenn du die Buchinspiration von MINT & MALVE teilst. Merke dir einfach diesen Pin.
- Ich bin F*cking ICH!
(Werbung/Verlosung) Erwachsenwerden ist nicht leicht. Da kommt Stine Stregen mit ihren Cartoons "Ich bin F*cking ICH!" genau richtig, um der nervenaufreibenden Phase der Pubertät wenigstens mit Humor zu begegnen. Zum #KidsComicDay könnt ihr eins der witzigen Comic-Bücher gewinnen! Stine Stregen bzw. ihr jugendliches Alterego im Comic-Band "Ich bin F*cking ICH!" sprechen mir schon mit dem ersten Satz aus der Seele - meinem jugendlichen Ich erst recht! "Warum gilt es eigentlich als Faulheit, wenn man Zeit braucht, die eigenen Gefühle in sich aufzunehmen und zu verstehen?" Genauso geht es mit den Episoden aus dem Leben der jungen Protagonistin weiter. Die dänische Comic-Zeichnerin trifft den Nagel auf den Kopf. Egal, ob es um das Chaos im Kopf, um zu feuchte Zungenküsse, die Gefühlsachterbahn, rätselhafte Textnachrichten und Emojis - was bedeutet bitte ein blaues Herz??? - oder die nervige Mutter geht. Die Pubertätsversteherin Stine Stregen (eigentlich nur Stine, Stregen kommt von dänisch Linie und wurde mit dem Vornamen zum Künstlernamen) spricht so ziemlich jedes Thema an, das Jugendliche - vor allem Mädchen - ab 12 Jahren umtreibt: die Abgrenzung von den Erwachsenen (Zeitungen: total oldschool! Der Musikgeschmack der Eltern: zum Davonrennen!), Freundschaften und die erste Liebe bzw. sexuelle Erfahrungen, die körperlichen Veränderungen der Pubertät und vorherrschende Schönheitsideale, den Umgang mit Social Media und generell Digitalem, oder viel wichtiger: die Klimakrise, peinliche Eltern, das Finden des eigenen Ichs und vieles mehr. Dabei trifft Stine Stregen den Ton und das Vokabular der Jugendlichen - oder zumindest was ich als erwachsene Leserin dafür halte. Ein Lob geht an dieser Stelle auch an Meike Blatzheim für die Übersetzung aus dem Dänischen. Cool finde ich, dass den Erwachsenen ab und zu der Spiegel vorgehalten wird. Zum Beispiel, wenn sie von ihren Kindern einerseits erwachsenes Verhalten einfordern, andererseits aber über sie (z. B. ihre Kleiderwahl) entscheiden wollen. Insofern ist es auch ein Buch gegen Adultismus und fürs Ernstnehmen von Jugendlichen, ihren Erfahrungen und ihren Meinungen bzw. Anliegen (für kleinere Bücherfreund*innen habe ich zu dem Thema "Unsere Grube" von Emma Adbåge vorgestellt). Ehrlich gesagt habe ich ein paar der Comics nicht ganz verstanden, bin wohl zu alt. Eine jugendliche Mitleserin hätte ich also gut gebrauchen können! Auch feministische Züge haben die Comics, etwa wenn die Comiczeichnerin Schönheitsideale in Frage stellt oder bei folgendem Dialog: "Junge: Ich wusste nicht, dass Mädchen so unordentlich sein können. Mädchen: Bist du blöd? Mädchen sind die neuen Alleskönner!" Okay, das hätte man vielleicht noch gendersensibel formulieren können. Aber sonst hat sie doch recht! Die Comicstrips leben neben den Dialogen bzw. verschriftlichen Gedanken vor allem von Mimik und Gestik der Hauptprotagonistin mit den pinken Haaren. Pink ist denn neben Grautönen auch die einzige Farbe der Cartoons. Sie sind mal seitenfüllend, mal mit mehreren Panels gestaltet. Fazit Stine Stregen bietet Jugendlichen mit "Ich bin F*cking ICH!" Cartoons, die der Seele gut tun. Mal mit viel Verständnis, mal mit einem ironischen Aussenblick und immer mit viel Humor! Eine Comic-Empfehlung nicht nur für etablierte Fans, sondern auch alle anderen ab 12 Jahren, die mal mit dem Erwachsenwerden hadern, das eigene Ich suchen oder einfach eine buchige Umarmung brauchen. Die Fakten Ich bin F*cking ICH! Stine Stregen (Text + Illustration) Meike Blatzheim (Übersetzung aus dem Dänischen) Mixtvision 140 Seiten Erschienen am 09.03.2022 Hardcover ISBN: 978-3-95854-184-9 Ab 12 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Stine Stregen bei Instagram PS: Herzlichen Dank an den Mixtvision Verlag für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar. VERLOSUNG ZUM #KidsComicDay Nach der letztjährigen #KidsComicWeek rühren wir dieses Jahr mit etwas kleinerer, aber nicht weniger inspirierender Kelle an. Zum #KidsComicDay am 18. Mai - einer Aktion von @kleinerleser und vielen weiteren Blogger*innen - könnt ihr ein Exemplar von "Ich bin F*cking ICH!" von Stine Stregen gewinnen. Und so kannst du gewinnen: Kommentiere unten, welche witzige oder peinliche Episode dir aus deiner Jugend besonders in Erinnerung geblieben ist. Weitere Lose gibt's hier: Instagram Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Dienstag, 24.05.2022, 23:59 Uhr. Viel Glück! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in der Schweiz, Deutschland oder Österreich. Das Los entscheidet über die*den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt über den Verlag. Zu diesem Zweck gebe ich die Adresse an den Verlag weiter. Das Gewinnspiel hat nichts mit Facebook oder Instagram zu tun. Es gibt auch bei weiteren Accounts etwas zu gewinnen! Schau mal auf meinem Insta-Profil vorbei, da habe ich alle in einem Highlight zum #KidsComicDay verlinkt! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- I'm every woman - Die Frauen im Schatten
Liv Strömquist wirft in ihrer Graphic Novel "I'm every woman" das Licht auf Frauen, die im Schatten ihrer berühmten (und oft nicht sehr netten) Männer standen. So gibt sie ihnen einen Teil der wohlverdienten Aufmerksamkeit und richtet den Blick auf längst überholte, aber weiterhin allzu häufig praktizierte patriarchale Verhaltensmuster. Liv Strömquist ist mir zum ersten Mal dank Trudes Gastbeitrag rund um das Genre der Graphic Novel bewusst begegnet. Endlich kann ich euch mit "I'm every woman" auch ein Werk von dieser einflussreichen feministischen Comiczeichnerin aus Schweden ausführlich vorstellen. Mehr Schein als Sein Der titelgebende Song "I'm every woman" von Chaka Khan erschien 1978 und wenn man sich den Text (siehe Bild) mal genau ansieht - und nicht wie früher beim Cover von Whitney Houston gedankenlos mitsingt - wird klar, worum es hier wirklich geht: um eine Frau, die für ihren Mann alles tut, ihm jeden Wunsch von den Lippen abliest. Es ist das Bild der dienenden Frau, die im Leben nichts weiter im Sinn hat, als ihrem Mann den Rücken frei zu halten und zu gehorchen. Genauso erging es auch einigen der von Liv Strömquist porträtierten Frauen berühmter Männer. Von Männern wie Karl Marx, Picasso, Albert Einstein, Elvis Presley oder John Lennon, die weit weniger heldenhaft waren - jedenfalls im Umgang mit Frauen -, als es ihr Ruhm vermuten liesse. Da ist Jenny, die sich ihren Mann Karl Marx mit dem Dienstmädchen Lenchen teilen musste. Geschwängert hatte Karl beide, ausgenutzt auch. Vom Aufstand des Proletariats war im Hause Marx nichts zu spüren. Da sind die Frauen und Geliebten vom romantischen Dichter Percy Shelley, der zwar die freie Liebe propagierte, aber nichts vom Frauenwahlrecht wissen wollte. Ganz schlecht erging es auch Mileva Maric. Ihr Mann Albert Einstein verliess sie nicht nur für seine Cousine, sondern erwähnte fortan nie mehr ihr Mitwirken an ihren gemeinsamen Erkenntnissen. Einigen dieser Frauen ist es zum Glück gelungen, aus dem Schatten ihrer egoistischen, patriarchalen, narzisstischen, psychisch oft angeschlagenen und nicht selten gewalttätigen Männer herauszutreten oder wenigstens aus ihrem Dunstkreis zu verduften und sich so teilweise regelrecht das Leben zu retten. Von moralinsauren Kindern und sexistischen Kinderbüchern Im Folgenden nimmt Liv Strömquist mit ihrem unvergleichlichen Humor und salopp-witziger Wortwahl (mit ein paar f*s muss man schon leben können) konservative Kinder (Mami soll zuhause bleiben, immer! Küssen ist bääääh!) genauso aufs Korn wie Vergleiche mit dem Tierreich, die wir gerne heranziehen, um etwas wahlweise als total natürlich oder absolut unnatürlich darzustellen. Sehr spannend fand ich auch, den Comic über den Umgang der Christen mit weiblichen Gottheiten, die vor der Christianisierung sehr beliebt waren und sich auch danach hartnäckig hielten. Die Anhänger von Jesus Christus holten gleich mal zum Rundumschlag aus und verbannten sogar die Mutter aus ihrer Religion rund um Vater und Sohn (und ja, den heiligen Geist). Ein herber, aber berechtigter Schlag gegen unseren unüberlegten Medienkonsum ist Strömquists Hinweis auf die antifeministischen Bilderbücher der Barbapapas und das patriarchale Gehabe von Homer Simpson (okay, das war mir ehrlich gesagt schon sehr lange bewusst, vielleicht habe ich die Simpsons deshalb noch nie gemocht). Und die schwedische Politikwissenschafterin (juhuuu, eine Berufsverwandte von mir :-)) erklärt auch sehr einleuchtend, weshalb einfache "Gleichstellung" (z.B. in Form von Geschlechtergleichheit in verschiedenen Gremien von Politik und Wirtschaft) ziemlich wenig bringt und dass das bürgerliche Ideal der Kernfamilie bei weitem keine Jahrhunderte alte Tradition und schon gar nicht total "natürlich" ist. Dabei zeigt Liv Strömquist keine Patentlösungen auf, sondern benennt v.a. die Probleme, weist auf historische Fakten hin, zeigt mit dem Finger auf patriarchale Muster und Verhaltensweisen, die wir übersehen (aus Gewohnheit) oder übersehen wollen (aus Bequemlichkeit). Die Texte sind unglaublich witzig, wobei hier auch ein ganz grosses Lob an die Übersetzerin Katharina Erben geht. Fazit Liv Strömquists Graphic Novel "I'm every woman" ist ein Augenöffner (oder besser: eine Augenöffnerin) für alle, die unsere Gesellschaft für total gleichberechtigt, Yoko Ono und John Lennon für das Traumpaar unter den Celebrities und die Barbapapas für ultra divers halten (Spoiler: ein Papa in Pink reicht dafür leider nicht aus). Die Comicautorin macht einmal mehr deutlich, dass es sich viele von uns in einer immer noch patriarchalen Welt gemütlich gemacht haben und die meisten Verhaltensmuster des Zusammenlebens und Prozesse der kapitalistischen Gesellschaft gar nicht mehr hinterfragen. Dabei wäre eine feministische Haltung und feministisches Engagement mehr als dringend angezeigt! Ich freue mich schon, ihr soeben erschienenes neustes Werk "Ich fühl's nicht" zu entdecken. Die Fakten I'm every woman Liv Strömquist (Text + Illustration) Katharina Erben (Übersetzung aus dem Schwedischen) Avant Verlag 112 Seiten Softcover Erschienen im März 2019 ISBN: 978-3-964450-001-2 Like it? Pin it? Magst du diesen feministischen Buchtipp (ja, auch Männer dürfen das)? Dann freue ich mich sehr, wenn du ihn auf Pinterest teilst!
- Die Liga der Superfeminist*innen
Zeit, euch wieder einmal einen Sachcomic vorzustellen. Marion Malle liefert mit "Die Liga der Superfeminist*innen" einen feministischen Werkzeugkasten für die Jugend von heute - und das mit einem Augenzwinkern! Sachbücher sind trocken? Ganz bestimmt nicht dieser Comic von Mirion Malle für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren (und gerne auch alle Erwachsenen). Von Grund auf erklärt die französische Comiczeichnerin, die in Montréal, Kanada, lebt, was in unserer patriarchalen Gesellschaft so alles falsch läuft - insbesondere in Bezug auf den traditionsreichen und immer noch vorherrschenden Sexismus. Sie startet bei der mangelnden und verzerrten Repräsentation von Frauen und Mädchen in den Medien - vom Buch, über Serien bis zu Werbung und Computerspielen. Weibliche Figuren kommen erstens viel weniger vor, spielen zweitens seltener die Hauptrolle oder überhaupt eine tragende Rolle und werden drittens auch noch klischiert dargestellt. Die Klischees kennen wir: Prinzessinnen warten auf ihren Prinzen, Mädchen himmeln einen Jungen an und Freund*innen verschwören sich gegen andere Mädchengruppen oder alles gleichzeitig. Die Folgen sind dramatisch: Mädchen mit 8 Jahren verlieren bereits an Selbstvertrauen, mit 10 finden sie ihren Bauch zu dick und zwischen 18 und 25 will sich jede Zweite lieber unter den LKW werfen, als dick zu sein!!! Patriarchale Mechanismen und ihre Gegenmittel Im Folgenden nimmt Mirion Malle die verschiedenen Problematiken rund um Sexismus auseinander. Sie spricht Themen wie Freundschaft, Liebe, Schönheit, Gender und Intersektionalität an. Nicht nur im Kapitel "Intersektionalität" geht sie neben dem Sexismus immer wieder auch auf andere -ismen wie Rassismus, Ableismus, Kapitalismus, Trans- und Homofeindlichkeit oder Fettfeindlichkeit ein. Dabei legt sie den Finger - oder besser gesagt: ihren Stift - mit sarkastischem Humor in offene Wunden. Sie belässt es aber nicht beim Aufzeigen der patriarchalen Mechanismen, die zur Abwertung und Diskriminierung von Frauen und Mädchen und zu stereotypen Vorstellungen von Geschlechterrollen führen, sondern sie gibt auch Tipps an die Hand, wie diese aufgebrochen werden können. So geht es zum Beispiel darum, die genannten Mechanismen zu durchschauen, zu benennen und sich bewusst dagegen zu stellen (soweit das möglich ist), sich Safe Spaces zu suchen und sich zu verbünden. Am Ende jedes Kapitels steht jeweils ein hilfreiches "Werkzeug", um Sexismus zu begegnen: So stellt sie zum Beispiel den Bechdel-Test - benannt nach Comiczeichnerin Alison Bechdel - zur Beurteilung von Filmen vor. Sie erklärt, wie inklusive Sprache funktioniert, was Konsens ist und was es eigentlich mit Privilegien auf sich hat. Und sie beantwortet die Frage, ob Feminist*innen eigentlich Männer hassen. Spoiler: Tun sie nicht, aber das wird ihnen gerne vorgeworfen. Von wem? Ihr dürft dreimal raten! Wissensvermittlung im Comic-Format Mirion Malle präsentiert uns Sachwissen über Feminismus auf unterhaltsame Weise. Das gelingt ihr über die humorvolle, oft sarkastische Vermittlung. Dabei wechselt sie ab zwischen Dialogen und erläuternden Informationen, baut immer wieder gute Schritt-für-Schritt-Werkzeuge und Übersichten ein, um Patriarchat und Misogynie den Kampf anzusagen und gibt begleitende Erklärungen in einfacher Sprache. Während die Comiczeichnerin in der Analyse auf die strukturellen Diskriminierungen eingeht, bleibt sie in der Lösungssuche eher auf der individuellen (und auch kollektiven) Ebene. Auf mögliche strukturelle Lösungsansätze (zum Beispiel auf politischer Ebene) geht sie nicht ein, aber da wird es natürlich auch komplex. Vielleicht wäre das ja was für einen Fortsetzungsband. ;-) Bestimmt werden nicht alle 10-Jährigen den Comic ohne Hilfe oder Nachfragen verstehen. Aber es ist ein gutes Alter, um in die Thematik einzusteigen bzw. sie zu vertiefen und man kann den Comic ja auch gemeinsam mit seinem Kind lesen und darüber diskutieren oder ihn auch kapitelweise in der Schule behandeln. Fazit Auf humorvolle Weise erfahren junge Leser*innen in Mirion Malles Comic "Die Liga der Superfeminist*innen" ganz viel über Feminismus (und das Patriarchat), über Geschlecht, Gender, sexuelle Orientierung und Intersektionalität. Und sie werden dazu ermutigt, sich nicht von irgendwelchen Geschlechterstereotypen einengen zu lassen, sondern einfach sich selbst zu sein - ob es nun den Kleidergeschmack, die Liebe oder die Berufswahl betrifft. Eine empfehlenswerte Lektüre für Feminist*innen und alle, die es werden wollen. Die Fakten Die Liga der Superfeminist*innen Ein feministischer Werkzeugkasten für die Jugend von heute Mirion Malle (Text und Illustration) Ela zum Winkel (Übersetzung aus dem Französischen) Orlanda Verlag 56 Seiten Erschienen am 19.04.2023 Hardcover ISBN: 978-3-949545-21-4 Ab 10 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Mirion Malle auf Instagram Website von Mirion Malle PS: Herzlichen Dank an den Orlanda Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Noch mehr feministische Comics und Graphic Novels bei mint & malve Jugendliche Ich bin F*cking ICH - Stine Stregen (Mixtvision 2022) Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit - Cy. (Carlsen 2022) Marie Curie - Ein Licht im Dunkeln - Frances Andreasen Osterfelt, Anja C. Andersen, Anna Blaszczyk (Knesebeck 2020) Busengewunder - Meine feministischen Kolumnen - Lisa Frühbeis (Carlsen 2020) Unerschrocken 1 und 2 - Pénélope Bagieu (Reprodukt 2017 bzw. 2018) Erwachsene Die drei Leben der Hannah Arendt - Ken Krimstein (dtv 2019) I'm every woman - Liv Strömquist (Avant 2019) Der Ursprung der Welt und Der Ursprung der Liebe - Liv Strömquist (Avant) Persepolis - Marjane Satrapi (Edition Moderne 2013) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Einfach buddeln!
Was tun gegen Langeweile? Ben denkt sich: "Einfach buddeln!". Was dann passiert im Bilderbuch von Wenda Shurety und Andrea Stegmaier? Lest selbst! Ich habe als Kind unzählige Male versucht, mich auf die andere Seite der Erde zu buddeln. Nur bin ich leider nie in Australien rausgekommen, sondern spätestens am Boden des Sandkastens oder bei ein paar grossen Steinen stecken geblieben. Diesen kindlichen Versuch, sich einfach mal auf die andere Seite der Welt zu buddeln, hat sich Wenda Shurety zum Anlass für die Geschichte ihres Bilderbuchs "Einfach buddeln!" (auf Englisch: "Dig! Dig! Dig!") genommen. Andrea Stegmaier hat die passenden Bilder dazu gezaubert. Wie aus einem langweiligen Tag ein Abenteuer wird Ben (auf Englisch Jake) sitzt gelangweilt auf dem Fenstersims. Was soll er nur machen? Etwas lustlos dreht er an seinem Globus. Da fällt sein Blick auf eine Insel am anderen Ende der Welt und er fragt sich, wie es da wohl ist? Ob die Menschen auf dem Kopf gehen? Dann fällt sein Blick auf den Garten und er entschliesst, der Sache auf den Grund zu gehen. Sprich: Einfach buddeln. Irgendwann wird er bestimmt auf der anderen Seite der Erde wieder herauskommen. Immer mehr und mehr Freund*innen stossen dazu und helfen ihm. Immer grösser und grösser wird das Loch, von der Badewanne, zum Pool und noch viiiiiel grösser! So entwickelt sich im Bilderbuch von Wenda Shurety ein richtig schönes Gemeinschaftsprojekt und ein Alltagsabenteuer, wie es viele von uns bestimmt in der eigenen Kindheit auch erlebt haben. Nur der Ausgang der Geschichte war - zumindest in meiner Kindheit - nie so spannend wie im Bilderbuch. Das Ende zu entdecken, überlasse ich euch und euren Kindern. Mit Witz und Diversität illustriert Die Illustrationen von Andrea Stegmaier (vgl. weitere Besprechungen) sind wie immer vielfältig gestaltet bezüglich der Haut- und Haarfarben, Frisuren und Brillen. Ein Mädchen sitzt zudem im Rollstuhl und ist doch mittendrin. Und die deutsche Illustratorin hat auch hier wieder eine wunderbare Farbpalette mit gedeckten Farben und Akzenten in Gelb und Magenta gewählt. Besonders gefällt mir die Sidestory mit den Mäusen, die fleissig beim Buddelprojekt helfen. Die Illustrationen sind mal doppelseitig, mal einseitig, mal in kleineren Blasen vor weissem Hintergrund, die verschiedene Szenen zeigen. Einmal müssen wir das Buch sogar hochkant drehen, weil das Loch so tief und das Bild damit so hoch wird. Das ist überhaupt ein geniales Bild mit all den Dingen, an denen sich die Kinder vorbeigegraben haben! Fazit Das Bilderbuch "Einfach buddeln!" von Wenda Shurety und Andrea Stegmaier macht Lust auf verrückte Projekte, einfach gemeinsam loszulegen und zu schauen, was dabei herauskommt oder wo man selbst wieder raus kommt! ;-) Ein vielfältiges Kinderbuch, das den kleinen Zuhöhrer*innen grossen Spass macht und bei den Grossen bestimmt Kindheitserinnerungen weckt! Die Fakten Einfach buddeln! Wenda Shurety (Text) Andrea Stegmaier (Illustration Yvonne Hergane (Übersetzung aus dem Englischen) Carlsen 40 Seiten Erschienen am 24.02.2023 Hardcover ISBN: 978-3-551-52196-5 Ab 3 Jahren Buch auf Deutsch kaufen: Orell Füssli CH*, Buchhaus CH*, Thalia DE*, Thalia AT*, genialokal.de* Buch auf Englisch kaufen: Buchhaus CH* Wenda Shurety auf Instagram Andrea Stegmaier auf Instagram Noch ein Tipp, bei dem gebuddelt wird Wenn euch dieser Buchtipp gefällt, dann schaut euch auch mal das folgende Bilderbuch von Emma Adbåge an. Es wurde 2022 sogar mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Sparte Bilderbücher ausgezeichnet! Unsere Grube - Emma Adbåge (Beltz & Gelberg 2021) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Ganz oben fliegt Lili - Autorin und Illustratorin im Interview
Eine Schwebfliege als Romanheldin? Das gibt es im Kinderbuch "Ganz oben fliegt Lili" von Julia Willmann und Alexandra Junge. Ich habe mit den beiden über ihr gemeinsames Werk gesprochen. Lili, eine kleine Schwebfliege, schlüpft in einem Vergissmeinnicht-Topf aus ihrer Puppe. Als erstes sieht sie nicht etwa das Vergissmeinnicht oder ihre nächste Umgebung, sondern die Alpen. Vor ihrem inneren Auge sieht Lili die Berge mit den schneebedeckten Gipfeln ganz deutlich. Und sie spürt auch instinktiv, dass sie dort hin muss, sofort! Doch auf dem Weg durch die grosse weite Welt gibt es für eine kleine Schwebfliege so manche Herausforderung zu überwinden - von der ganz und gar unlöchrigen Fensterscheibe, über einen hochnäsigen Steinkauz bis zu schwindelerregenden Zugfahrten und dem Verlust des L's, womit aus Lili "ii" wird. "Wo wir herkommen, wo wir hingehen - das weiss selbst eine Geistesgrösse wie ich nicht." ~ Steinkauz Ludwig (S. 14) Zum Glück gibt es aber auch so gute Seelen wie den Käfer Knorrte, der Lili kurz nach ihrem Flug - oder eher Sturz - in die Freiheit mit leckerer "Torrte" verköstigt, ihr Lebensweisheiten mit auf den Weg gibt sowie ein Reisetagebuch, um ihre Erlebnisse auf dem Flug gen Süden für ihn festzuhalten. "Die wichtigen Dinge sagt dir niemand. Die musst du selber herausfinden." (S. 28) Und so macht sich "ii" auf, die ominösen Alpen und dabei sich selbst und viele tierische Freund:innen zu finden. Mit ihrem Kinderbuch "Ganz oben fliegt Lili" erzählt Autorin und Dramaturgin Julia Willmann die Geschichte von Lilis Reise in Richtung Alpen voller Spannung, Empathie und Wortwitz. Da gibt es so schöne Wortkreationen wie "fliegenstirnvoran" und besondere Bilder, wie wenn das Fernweh an Lilis Fühlern zupft. Und ganz nebenbei erfahren die Kinder (und auch Erwachsene) noch so einiges über die Schwebfliege, diese wichtige Bestäuberin, die in ihrem Leben viele tausend Kilometer zurücklegt. Das filmische Moment von Julia Willmanns Erzählung setzt sich auch in den Illustrationen von Alexandra Junge fort, in denen die besondere Perspektive der Schwebfliege ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Den Insekten - allen voran Lili - und anderen Tieren hat die Illustratorin gekonnt menschliche Züge eingehaucht, ohne zu stark von den biologischen Realitäten abzuweichen. Illustrationen: Alexandra Junge Fazit "Ganz oben fliegt Lili" von Julia Willmann und Alexandra Junge erzählt von der ersten bis zur letzten Seite spannend, sprachverspielt und witzig von der abenteuerlichen Reise einer Schwebfliege. Ein Kinderbuch mit aussergewöhnlicher Protagonistin, das Spass macht und gleichzeitig das Augenmerk ganz ohne moralischen Zeigefinger auf kleine, aber umso wichtigere Nützlinge für unser Ökosystem richtet. Von mir gibt es eine ganz herzliche Leseempfehlung für alle Kinder ab 8 Jahren. Julia Willmann und Alexandra Junge im Interview Liebe Julia, was war bei «Ganz oben fliegt Lili» zuerst da? Die Schwebfliege? Die Alpen oder vielleicht der Vergissmeinnichttopf? Ich hatte jahrelang den Wunsch, eine Geschichte über die Schönheit der Erde zu schreiben. Bloß wie? Mein Eindruck war, dass es eine Vielzahl dystopischer Bücher für große und kleine Leser:innen gibt, die angesichts des Klimawandels warnend und belehrend daherkommen. Ich wollte einen ganz anderen Ton anschlagen, etwas erzählen, das öffnet und Mut macht, Dinge zu verändern - nicht aus Angst, sondern aus Liebe. Dann ist mir Lili begegnet. Wie kamst du auf die Idee, eine Schwebfliege ins Zentrum eines Kinderromans zu stellen? Als ich herausfand, welche Fähigkeiten diese winzigen Wesen haben und welchen immensen Einfluss auf die Gesundheit unserer Natur, war mir sofort klar: Das muss erzählt werden! Darüber hinaus hat mich der Perspektivwechsel überzeugt: Die Welt gesehen aus den Augen einer Fliege. Lili staunt über die Dinge wie nur große Philosoph:innen und kleine Fliegen staunen können. Sie erkennt das ganz Große im ganz Kleinen und umgekehrt. Lili – oder eben «ii» – hat einen Sprachfehler. Sie hat beim Zusammenstoss mit einer Fensterscheibe das «L» verloren. Welche Funktion hat der Sprachfehler in der Geschichte oder was möchtest du den Kindern damit mitgeben? Bei aller Recherche zu den Besonderheiten von Schwebfliegen, die in dieses Buch eingeflossen ist: Lilis fehlendes L ist das anarchische Moment der Geschichte. Es ist einfach zum Spaßhaben und zum Wohlfühlen da. Denn es ist kein Manko. Es ist eine Besonderheit. Bei Lesungen fällt mir immer wieder auf, wie sehr zum Beispiel Kinder mit LRS Lilis »Mundart« lieben: Lili ist anders – und das ist wunderbar! "Ganz oben fliegt Lili" ist nicht nur ein biodiverses, es ist auch ein diverses Buch geworden. Das freut mich riesig. Das Buch enthält eine wunderbare Karte mit Lilis Reiseroute. Das Buch endet in den Alpen. Dürfen wir uns auf einen zweiten Teil von Lilis Reise bis nach Nordafrika freuen? Lilis weitere Reise darf gern in den Köpfen ihrer Leser:innen fortgesponnen werden! Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit Schwebfliegen, mit Biodiversität, mit Natur- und Artenschutz beschäftigt. Jetzt möchte ich gern Türen zu anderen Themen und Welten öffnen, die mich bewegen und von denen ich noch nicht erzählt habe. Ich bin selbst gespannt, was da kommen wird. Liebe Alexandra, wie kam es dazu, dass du die wunderbaren Illustrationen für «Ganz oben fliegt Lili» gezeichnet hast? Es freut mich, dass sie dir gefallen! Ich wurde vom Peter Hammer Verlag angefragt. Kurz zuvor hatte ich Monika Bilstein, der damaligen Verlagsleiterin, ein eigenes Bilderbuchprojekt vorgestellt, in dem ziemlich verschrobene Insekten die Hauptrolle spielen. Aus dem Projekt wurde zwar erst mal noch nichts, aber die Illustrationen haben ihr sehr gefallen. Und da bei "Ganz oben fliegt Lili" ebenfalls Insekten im Fokus stehen, konnte sie sich meine Bilder sehr gut für das Buch vorstellen. Da auch Julia mein Stil gefiel, ging’s dann bald los. Und wie lief die Zusammenarbeit zwischen dir und Julia ab? Habt ihr Szenen gemeinsam ausgewählt? Gab es eine Art Ping-Pong? Julia und ich haben uns von Anfang an ausgetauscht, was eigentlich eher ungewöhnlich ist. Meistens arbeiten Autor:in und Illustrator:in nicht zusammen, weil die Autor:in verständlicherweise oft schon sehr konkrete eigene Bilder zu ihrer Geschichte im Kopf hat. Diese Vorstellungen und Erwartungen können die Illustrator:in dann natürlich stark einschränken. Julia und ich haben uns aber auf Anhieb sehr gut verstanden, die Chemie hat gestimmt, und ich war dankbar für ihre Anregungen und den konzeptionellen Input. Da sie auch in der Filmbranche arbeitet, hatte sie sehr gute Einfälle, wie man Bilder zuspitzen und noch besser auf den Punkt bringen kann. Die Textstellen habe ich ausgesucht, skizziert und die Ergebnisse dann mit Julia besprochen. Insgesamt war die Zusammenarbeit sehr eng und rege und hat toll funktioniert. Zusätzlich wurden meine Entwürfe von zwei Schwebfliegen- und Insektenexperten aus Julias Netzwerk gegengecheckt, damit die Zeichnungen auch biologisch stimmig sind. Was sind die besonderen Herausforderungen, wenn man Insekten illustriert? Insekten sind den Menschen ferner und fremder als zum Beispiel Katzen oder Hunde. Nicht umsonst kommen so viele Bären in Bilderbüchern vor – man kann sich einfach sehr gut mit ihnen identifizieren. Insekten können einen ja auch ekeln oder Angst einflößen (wenn ich an mein eigenes Verhältnis zu Spinnen denke...). Lili und die anderen Charaktere sollten etwas Nettes und sehr Menschliches bekommen, gleichzeitig aber individuell und einzigartig wirken. Das war schon eine besondere Herausforderung, hat aber auch besonders viel Spaß gemacht. So gibt es den gutmütigen Senior-Käfer Knorrte, den kleinen, sich selbst aber sehr groß denkenden Kauz Ludwig, zwei etwas strapazierte Kakerlaken... Und kannst du uns etwas zu deiner Technik verraten? Wie gehst du vor? Erst mal ganz analog, die Skizzenphase mit Bleistift, die farbige Umsetzung mit Acrylfarbe. Das ist meine Lieblingstechnik, weil sich so sehr schön Strukturen und Texturen erzeugen lassen. Anschließend habe ich die fertigen Bilder teilweise mit dem Rechner überarbeitet, Hintergründe entfernt oder weitere Strukturen hinzugefügt, um Lilli und die Insektenschar auch optisch unverkennbar zu machen. Ganz herzlichen Dank euch beiden für das Interview und die spannenden Einblicke. Wir freuen uns, wenn eure Zusammenarbeit irgendwann einmal eine Fortsetzung findet und wir wieder ein Kinderbuch von euch geniessen dürfen! Die Fakten Ganz oben fliegt Lili Julia Willmann (Text) Alexandra Junge (Illustration) Peter Hammer Verlag 144 Seiten Erschienen am 06.02.2023 Hardcover ISBN: 978-3-7795-0700-0 Ab 8 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Julia Willmann Julia Willmann auf Instagram Website von Alexandra Junge Alexandra Junge auf Instagram Blogtour "Ganz oben fliegt Lili" Dieser Beitrag ist der Auftakt zur Blogtour "Ganz oben fliegt Lili" vom 1. bis 6. Mai. Auf folgenden Blogs / Instagram-Accounts macht Lili die kommenden Tage Halt: Barbara @lesendundspielenddurchsleben Simone @_booksandbabies Gabriele @glueckskinderbuch / https://glueckskinderbuch.de/ Anna @kinderlesewunder / https://www.kinderlesewunder.de/ Julia @ju_willmann In der Grafik und meinem Instagram-Highlight zu "Lili" findet ihr alle Details und die Links zu den anderen Accounts. PS: Herzlichen Dank an Julia Willmann und den Peter Hammer Verlag für das Rezensionsexemplar. Herzlichen Dank auch Alexandra Junge für die zur Verfügung gestellten Illustrationen. Ihr seid Insektenfans? Dann habe ich hier ein paar weitere Buchtipps für Klein und Gross Kinder und Jugendliche Natur vor der Tür. Ida zeigt dir die Krabbeltiere - Jess French, Duncan Beedie (DK Verlag 2023) Milch ohne Honig - Hanna Harms (Carlsen 2022) Marie Käferchen - Kai Lüftner, Wiebke Rauers (NordSüd Verlag 2022) Sechs Beine oder mehr - Die Wunderwelt der Insekten - Britta Teckentrup, Lily Murray (Prestel Junior 2020) Sandor. Der geheime Schwarm - Dorothea Flechsig, Katrin Inzinger (Glückschuh Verlag 2019) Bienen - Piotr Socha (Gerstenberg 2016) Erwachsene Die Melodie der Bienen - Eileen Garvin (Piper 2022) Winterbienen - Norbert Scheuer (C.H. Beck 2019) Die Geschichte der Bienen - Maja Lunde (Büchergilde 2017)
- Pinguine & Eisbären - Eine coole Expedition zum Nordpol und Südpol
Kommt ihr mit auf eine Expedition in die Arktis und Antarktis? Dann schlagen wir doch einfach das Kindersachbuch "Pinguine & Eisbären" von Grace Helmer und Alicia Klepeis auf und machen uns auf an die kältesten Orte der Erde. Gestern Nacht konnte man hier in Wisconsin Nordlichter sehen. Wir haben sie leider verpasst, so ärgerlich. Ich verbinde mit Nordlichtern die Polarregionen und musste sofort an das Kindersachbuch "Pinguine & Eisbären" denken, das ich euch deshalb heute vorstellen möchte. Kommt mit auf eine Expedition der besonderen Art! Nordpol und Südpol entdecken Autorin Alicia Klepeis und Illustratorin Grace Helmer nähern sich den beiden Polregionen entlang des roten Fadens einer imaginären Polarexpedition ins ewige Eis im Norden und im Süden der Erde. Dafür wird zuerst einmal gepackt, zum Beispiel warme Kleidung, eine Schneebrille und Trockennahrung, dann erfahren wir viel über die Kälte, das Eis, Vulkane der Antarktis und Inseln der Arktis oder die bereits erwähnten Nordlichter und ihr Pendant, die Südlichter. Wusstet ihr zum Beispiel, dass in der Antarktis einmal fast -90 °C gemessen wurden?! Da es in der Arktis weniger kalt wird, können in vielen Regionen noch Menschen leben. Bei -50 °C stelle ich mir die Pause der Schulkinder aber doch eisigkalt vor! Aber Achtung! Das Eis schrumpft mit der Erderwärmung und zwar rasant. Die Kinderbuchmacherinnen sparen auch diese Entwicklung und ihre Folgen - zum Beispiel für Adeliepinguine - nicht aus. In Sachen Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit kommt auch die Verschmutzung mit Mikroplastik zur Sprache. Wer lebt alles in Eis und Schnee? Auch der faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt in der Arktis und Antarktis widmen sich die beiden ausführlich. Dass Eisbären und Pinguine sich nie begegnen, dürften die meisten Kinder wissen, aber wusstet ihr auch, dass die antarktischen Weddellrobben über 700 Meter tief tauchen können oder dass es im Norden der USA und Kanadas Eiswürmer gibt? Spannend ist hier auch die Doppelseite über Vögel der Polarregionen. Bezüglich wandernden Tieren kann ich euch auch das kürzlich vorgestellte Vorlesebuch "Ist es noch weit?" empfehlen. In Bezug auf die Flora in diesen frostigen Regionen war praktisch alles Neuland für mich, richtig spannend! Vor allem bei der Arktis geht es auch um die menschlichen Bewohner*innen der Polarregion, von Norwegen und den Lofoten, über Island, bis nach Grönland, Alaska und Sibirien. Über 4 Millionen Menschen und 40 verschiedene Gruppen indigener Menschen leben im hohen Norden - Samen, Yupik, Ewenken, Inuit und viele mehr. Hier werden sowohl traditionelle Behausungen, Kleidung, Fortbewegungs- und Nahrungsmittel thematisiert als auch deren moderne Varianten. In Bezug auf die Antarktis geht es mehr um die Entdeckungs- und Forschungsreisen, die vor allem ab Beginn des 20. Jahrhunderts, aber auch schon lange davor, wurden. Da fallen natürlich bekannte Namen wie Robert Falcon Scott oder Ernest Shackleton und Roald Amundsen, aber auch Frauen wie Ann Bancroft und Liv Arnesen finden Erwähnung. Rund um die Nordpolexpeditionen von Robert Peary werden auch der afroamerikanische Forscher Matthew Henson sowie die Bedeutung der Unterstützung durch indigene Menschen wie die Inuit hervorgehoben. Abgesehen davon, dass die Illustrationen von Grace Helmer optisch ein Genuss sind, gefällt mir auch, dass die Kinder der Arktis nicht stereotyp dargestellt werden, sondern zum Beispiel genauso moderne Kleidung tragen wie andernorts auf der Erde und auch sie haben unterschiedliche Gesichtszüge und Hauttöne. Kritisieren möchte ich an der deutschen Übersetzung (auf English sind die Begriffe genderneutral), dass sehr oft nur das generische Maskulinum steht. Bei den Entdeckern des frühen 20. Jahrhunderts mag das noch annähernd korrekt sein, bei den aktuellen Polarforscher*innen sicher nicht mehr. Inhaltlich hätte ich es begrüsst, wenn nicht nur die bedeutende Rolle von Inuit und anderen indigenen Völkern des Nordens für Polarexpeditionen erwähnt worden wäre. Sondern zusätzlich auch die Rolle und das problematische Verhalten der weissen "Entdecker*innen" zumindest kritisch angeschnitten worden wäre. Fazit "Pinguine & Eisbären" von Grace Helmer und Alicia Klepeis wird seinem Untertitel gerecht, eine sehr coole Expedition. Und ihr müsst euch nicht mal die Zehen abfrieren dafür! Kuschelt euch einfach in eine Decke und stöbert durch die wunderschönen, informativen 56 Seiten dieses grossformatigen Kindersachbuchs. Die Fakten Pinguine & Eisbären Eine coole Expedition zum Nordpol und Südpol Grace Helmer (Illustration) Alicia Klepeis (Text) Andreas Bredenfeld (Übersetzung aus dem Englischen) Kleine Gestalten 56 Seiten Erschienen am 13.10.2020 Hardcover ISBN: 978-3-89955-850-0 Ab 7 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Kleine Gestalten und an Kirchner Kommunikation für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Vorlesen in Amerika - ein Erfahrungsbericht zum Schweizer Vorlesetag
(Werbung) Mit unserer vorübergehenden Auswanderung in die USA stellt sich natürlich auch die Frage, wie wir unseren Kindern hier vorlesen und mit ihnen neue Kinderbücher entdecken. Im Hinblick auf den diesjährigen Schweizer Vorlesetag gebe ich euch einen Einblick in unsere Erfahrungen und gebe gleich noch drei Buchtipps mit. Als Bilderbuchliebhaberin und Buchbloggerin konnte ich es natürlich nicht lassen, ganz viele unserer heissgeliebten (und teils auch noch ungelesenen) Kinderbücher mit in die USA zu nehmen. Und selbstverständlich wollen wir auch weiterhin auf Deutsch (bzw. Schweizerdeutsch) vorlesen. Denn das Vorlesen in der Muttersprache ist sehr wichtig für die Sprachentwicklung. Das sagen auch die Expert*innen vom Schweizer Vorlesetag. Der amerikanische Kinderbuchmarkt Gleichzeitig ist es auch sehr spannend, den amerikanischen Kinderbuchmarkt zu entdecken, sei es nun über die Schule, die Schulbibliothek, die Gemeindebibliothek oder die hiesigen Buchhandlungen. Wie ihr auf dem Bild oben erkennen könnt, haben es auch schon so einige Bilderbücher auf Englisch in unseren Haushalt geschafft (und es sind noch nicht mal alle drauf). Die meisten leihen sich aber die Kinder aus der Schulbibliothek bzw. wir alle aus der Gemeindebibliothek. Eine gute Auswahl gibt es auch in vielen Supermärkten - von Klassikern bis Neuerscheinungen - und in den grossen Buchhandelsketten. Eine kleine, inhabergeführte Buchhandlung habe ich in unserer Nähe leider noch nicht gefunden. Dafür gibt es hier wirklich sehr viele Bücherschränke am Strassenrand. Sie enthalten zwar meist mehr Romane für Erwachsene, aber je nach Besitzer*in ist schon auch mal ein Kinderbuch dabei. Was besonders auffällt ist, dass es sowohl in den Bibliotheken als auch in den Buchhandlungen viel mehr Bücher von Autor*innen of Color und über Rassismus bzw. Anti-Rassismus und Schwarze Held*innen gibt. In unserer Gemeindebibliothek waren zum Beispiel der Black History Month im Februar und der Women's History Month im März sehr präsent. Besprochen habe ich kürzlich "Change" von Amanda Gorman (auf Deutsch), "The Youngest Marcher" von Illustratorin Vanessa Brantley Newton und "The World Belonged To Us" von Jacqueline Woodson. Auch Bücher von indigenen Autor*innen und Illustrator*innen (insbesondere aus USA und Kanada) gibt es zu entdecken. Da möchte ich euch in Zukunft auch noch das eine oder andere zeigen. Tolle Bücher von Amerikaner*innen mit (südost-)asiatischem Hintergrund gibt es hier ebenfalls mehr zu lesen als in der Schweiz. Hier kann ich euch zum Beispiel "This Is Not My Home" von Eugenia Yoh und Vivienne Chang empfehlen, die eine besondere Migrationsgeschichte erzählen. Ebenfalls auffällig sind die vielen Bilderbücher rund um Themen wie Selbstbewusstsein, Body Positivity, die Aussergewöhnlichkeit und Kraft, die in jedem Kind steckt, und die Wertschätzung der Vielfalt. Das steht natürlich etwas im Kontrast zu den Book Bans, auf die ich unten zu sprechen komme. Ich habe aus diesem Spektrum bereits "Some Bodies" vorgestellt. Lesen und Vorlesen werden hier grossgeschrieben und sowohl die Schule (inklusive Kindergarten) als auch die örtliche Bibliothek bieten viele Aktivitäten wie den "Read Aloud Book Club" für Schüler*innen oder die "Story Time" für die Kleinsten an. Wir nutzen solche Angebote gerne, damit unsere Kinder auch Geschichten auf Englisch zu hören bekommen und zwar von Native Speakers und nicht in unserem Amateur*innen-Englisch mit Schweizer Akzent. ;-) Wenn wir zuhause englische Kinderbücher vorlesen, übersetzen wir sie laufend auf Schweizerdeutsch. Die Grosse liest mit und kann bei Wörtern, die sie nicht versteht, direkt nachfragen und oft müssen wir auch gemeinsam nachschauen, was ein Wort bedeutet. Ganz hoch im Kurs bei allen drei Kindern (zwischen 3 und 9) sind die Bücher von Mo Willems, ob nun von Gerald und Piggie, die man auf Deutsch als Elefant Gerald und Schweinchen kennt, oder mit Pigeon, von denen es bisher meines Wissens nur "Bring doch mal schnell die Taube ins Bett" in den DACH-Raum geschafft hat. Eins ist wohl klar: Wir werden mit mehr Büchern nach Hause kommen, als wir mitgenommen haben. :-) Was hat es mit den Book Bans auf sich? Leider hört und liest man in letzter Zeit immer wieder von Buchverbannungen und Zensurierung. Das Thema schwappt ja auch immer wieder bis in den deutschsprachigen Raum und ist in den amerikanischen Medien (wie New York Times, 20.04.2023 oder Washington Post, 19.09.2022) ebenfalls regelmässig Thema. Immer wieder erlassen Staaten Gesetze, die gewisse Themen und damit auch Bücher, die von diesen Themen handeln, an Schulen und in Bibliotheken untersagen. Und auch, wenn es in einem Staat keine derartigen Gesetze gibt (das ist zum Glück noch in der Mehrheit der Fall), gibt es immer wieder Initiativen von konservativen Kreisen zur Verbannung gewisser Bücher. Und diese werden teils von School Boards (den Schulbehörden) oder Bibliotheksvorständen auch gutgeheissen und umgesetzt. Betroffen sind meist Bücher von Schwarzen und queeren Autor*innen und solche die Themen wie Rassismus, Geschichte, sexuelle Orientierung und Gender thematisieren. In der ersten Hälfte des Schuljahres 2022-2023 sind die Book Bans an Schulen und Schulbibliotheken förmlich explodiert, wie PEN America, eine NPO für freie Meinungsäusserung, im aktuellsten Bericht (einer Aktualisierung des Berichts von 2022) ausführt. Bei den meisten "verbannten" Büchern handelt es sich um Young Adult- oder Adult-Bücher und nur wenige Bilderbücher. Aber auch das kommt vor, wie zum Beispiel beim Buch "Pink, Blue, and You!" von Elise Gravel über Geschlechterstereotype. Genau solche Bücher, die LGBTQIA-Themen berühren, sind bei den Bilderbüchern am häufigsten betroffen. Und das ist umso dramatischer, weil es diese Bücher noch gar nicht so lange gibt und sie damit noch nicht sehr zahlreich sind. Book Bans gibt es in 21 Staaten, wobei sich die meisten auf folgende Staaten konzentrieren: Texas, Florida, Missouri, Utah und South Carolina. In Wisconsin, wo wir leben, gab es zum Glück noch keinen Fall, zumindest nicht offiziell. Glücklicherweise gibt es auch Organisationen wie die genannte PEN America oder die American Civil Liberties Union ACLU, die sich gegen diese gefährlichen Book Bans einsetzen. Ich hoffe, ihre Stimmen werden immer zahlreicher und lauter, damit die Vielfalt an Büchern erhalten bleibt, die für Kinder kostenlos zugänglich sind (und nicht nur via Buchhandel) und im Unterricht auch diskutiert und kontextualisiert werden können. 70% der Eltern sind gegen Book Bans, viele Bücher werden also mehr vorsorglich, aus Angst vor Angriffen, aus Bibliotheken entfernt (vgl. Washington Post, 22.03.2022). Zudem gibt es Jugendliche, die Buchclubs gründen, um die verbannten Bücher zu lesen, oder sogar vor Gericht gehen für ihr Recht auf Lektüre! Wenn die Book Bans weiterhin zunehmen, besteht aber auch die Gefahr, dass sich nicht nur Bibliotheken und Schulen selbst zensurieren, sondern auch die Kinderbuchverlage. Das wäre ein riesiger Schaden! Weshalb Vielfalt in Kinderbüchern so wichtig ist, habe ich in meinen Beiträgen zum Schweizer Vorlesetag 2021 (Fokus Geschlechterklischees) und zum Schweizer Vorlesetag 2022 (alle Vielfaltsdimensionen) umfassend ausgeführt. Drei Kinderbuchtipps zum Vorlesen Meine Bilderbuchtipps zum Schweizer Vorlesetag sind alle bereits auf Deutsch erschienen, so dass ich euch jeweils die deutsche Ausgabe ebenfalls verlinke. Und natürlich habe ich bei allen auf die Diversität geachtet! Zwei der Bücher sind aus Grossbritannien (eins davon mit deutscher Illustratorin) und eines ist aus den USA. Starten wir doch gleich damit! Das stolzeste Blau - Eine Geschichte über Hijab und Familie "The Proudest Blue" ist ein empowerndes Bilderbuch von Fechterin und Olympia-Medaillen-Gewinnerin Ibtihaj Muhammad über das Hijab-Tragen und über den Zusammenhalt zweier Schwestern. Mitgeschrieben hat es S. K. Ali und illustriert wurde es von Hatem Aly. Alle drei sind Muslim*innen und entsprechend vertraut mit der Hijab-Tradition. "Das stolzeste Blau" erzählt die Geschichte von Faizah, die ihren ersten Schultag hat, und ihrer grossen Schwester Asiya, die heute zum ersten Mal Hijab trägt in der Schule. Sie hat sich einen wunderschönen Hijab aus blauem Stoff ausgesucht. Faizah findet ihn so schön wie das Meer und der Himmel zusammen. Doch in der Schule angekommen merkt sie, dass nicht alle so positiv auf den Hijab reagieren. Dank den bestärkenden Worten ihrer Mutter, schaffen es die beiden Schwestern aber, den Hijab weiterhin mit Stolz zu tragen bzw. zu betrachten und sich nicht durch das Mobbing einschüchtern zu lassen. Das Bilderbuch ist besonders wertvoll für muslimische Familien, die ihre Kinder (vor allem Töchter) auf das Hijab-Tragen vorbereiten möchten. Es gibt aber auch nicht-muslimischen Familien oder ganzen Kindergarten- und Schulklassen einen guten Einblick und fördert die Empathie und das Verständnis für muslimische Mitmenschen. Auf Englisch ist bereits ein Nachfolgeband "The Kindest Red - A Story of Hidjab and Friendship" vom selben Autorinnen-/Illustrator-Trio erschienen. Das stolzeste Blau - Eine Geschichte über Hijab und Familie - Ibtihaj Muhammad, S. K. Ali, Hatem Aly, Aisha Meier-Chaouki (Übersetzung), Atfaluna Verlag 2022, 40 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN: 978-3-00-071587-7, ab 4 Jahren Buch auf Deutsch kaufen: Atfaluna Verlag, Tebalou Buch auf Englisch kaufen: Orell Füssli CH*, Buchhaus CH*, Thalia DE*, Thalia AT* Einfach buddeln! "Einfach buddeln!" oder auf Englisch "Dig! Dig! Dig!" von Wenda Shurety und Andrea Stegmaier erzählt eine Geschichte mitten aus dem Kinderalltag: Ben (auf Englisch Jake) ist es langweilig und da denkt er sich, er könne doch im Garten einfach mal anfangen zu buddeln und wird dann bestimmt irgendwann auf der anderen Seite der Erde wieder herauskommen. Immer mehr und mehr Freund*innen stossen dazu und helfen ihm. Ein richtig schönes Gemeinschaftsprojekt und Alltagsabenteuer, wie es viele von uns bestimmt in der eigenen Kindheit auch erlebt haben. Nur der Ausgang der Geschichte war - zumindest in meiner Kindheit - nie so spannend wie im Bilderbuch. Das Ende zu entdecken, überlasse ich euch und euren Kindern. Vielleicht ja genau am Schweizer Vorlesetag?! Die Illustrationen von Andrea Stegmaier (vgl. weitere Besprechungen) sind wie immer vielfältig gestaltet bezüglich der Haut- und Haarfarben, Frisuren und Brillen. Und die deutsche Illustratorin hat auch hier wieder eine wunderbare Farbpalette mit gedeckten Farben und Akzenten in Gelb und Magenta gewählt. Besonders süss ist die Sidestory mit den Mäusen, die fleissig beim Buddelprojekt helfen. Einfach buddeln! - Wenda Shurety, Andrea Stegmaier, Yvonne Hergane (Übersetzung), Carlsen 2023, 40 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-551-52196-5, ab 3 Jahren Buch auf Deutsch kaufen: Orell Füssli CH*, Buchhaus CH*, Thalia DE*, Thalia AT*, genialokal.de* Buch auf Englisch kaufen: Buchhaus CH* Durch die ganze Nacht - Menschen, die arbeiten, während wir schlafen In "All Through the Night: Important Jobs That Get Done at Night" der beiden Britinnen Polly Faber und Harriet Hobday geht ein kleines Mädchen schlafen. Ihre Mutter aber geht zur Arbeit als Busfahrerin. Sie arbeitet die ganze Nacht so wie der Bäcker, die Krankenpflegerin, die Schienenarbeiterin, der Lieferant, die Polizistin, der Nachtwächter, die Journalistin oder die Hebamme. Auf wunderbar warm illustrierten Doppelseiten voller Details können wir diese Menschen bei ihrer wichtigen Arbeit in der Nacht beobachten. So wird deutlich: Diese Menschen braucht es, damit alles funktioniert, während wir schlafen! Das Bilderbuch deckt viele Vielfaltsdimensionen ab, indem Frauen und Männer auch vermeintlich geschlechtsuntypische Berufe besetzen, ganz unterschiedliche Namen (und damit kulturelle Hintergründe) und Hauttöne präsent sind, die Polizistin Hijab trägt usw. Am Ende kehrt die Mutter wieder zurück zu ihrer Familie, für die gerade der Tag beginnt. Ein Bilderbuch, das für Kinder ab 4 Jahren sehr spannend ist, viel zu entdecken und zu diskutieren gibt! Durch die ganze Nacht - Menschen, die arbeiten, während wir schlafen - Polly Faber, Harriet Hobday, Maren Illinger (Übersetzung), Beltz & Gelberg 2022, 32 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-407-75669-5, ab 4 Jahren Buch auf Deutsch kaufen: Orell Füssli CH*, Buchhaus CH*, Thalia DE*, Thalia AT*, genialokal.de* Buch auf Englisch kaufen: Orell Füssli CH*, Buchhaus CH*, Thalia DE*, Thalia AT*, genialokal.de* Schweizer Vorlesetag 2023 Am Schweizer Vorlesetag am 24. Mai 2023 wird wieder in der ganzen Schweiz in Schulen, Kindergärten, Kitas, Bibliotheken und zuhause vorgelesen. Als Schweizer Familienblog setze ich mich seit der ersten Durchführung für den Schweizer Vorlesetag ein. Der Vorlesetag ist eine Initiative des Schweizerischen Instituts für Kinder- und Jugendmedien SIKJM. Werdet auch Teil des Schweizer Vorlesetags – sei es bei euch zu Hause, im Kindergarten, in der Schule, im Verein oder als öffentliche Vorleseveranstaltung. Alle, die eine Vorleseaktion eintragen, haben die Chance, eines von fünf Bücherpaketen mit je drei Büchern zu gewinnen! Fragt ihr euch, wie es ums Vorlesen und Lesen im Zeitalter der Digitalisierung steht? Dann lest auch den Artikel von Die Angelones. Rita hat mit Leseförderungsexpertin Christine Tresch vom SIKJM gesprochen. Viel Spass beim Vorlesen - wo und in welcher Sprache auch immer, Hauptsache ihr tut es! Eure Eliane PS: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem SIKJM. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Natur vor der Tür - Krabbeltiere und Vögel entdecken!
(Werbung/Verlosung) Die neue Sachbilderbuch-Reihe "Natur vor der Tür" von Jess French und Duncan Beedie lädt zum Entdecken der Tiere und Pflanzen direkt vor unserer Haustür ein. Zum Welttag des Buches darf ich je 3 Exemplare von "Ida zeigt dir die Krabbeltiere" und "Noah zeigt dir die Vögel" an euch verlosen! Am 23. April ist jeweils Welttag des Buches. Diesen Tag gilt es als Bücherliebhaberin und Buchbloggerin natürlich zu feiern. Deshalb bin ich bei der Blogger*innen-Aktion "Heute ein Buch - aus Liebe zum Lesen" dabei und darf die heute vorgestellten Bücher an euch verlosen. Natur hautnah erfahren mit Erlebnis-Sachgeschichten Unter dem Motto "Natur vor der Tür" lanciert der Dorling Kindersley Verlag eine neue Kinderbuchreihe mit Erlebnis-Sachgeschichten rund um die Tier- und Pflanzenwelt. Dieses Frühjahr sind die ersten zwei Bände von Autorin, Tierärztin und Moderatorin Jess French und Illustrator Duncan Beedie erschienen: "Ida zeigt dir die Krabbeltiere" und "Noah zeigt dir die Vögel". Beide richten sich an Kinder im Kindergartenalter (ab ca. 4 Jahre) und haben spannendes Sachwissen über die heimische Tierwelt zu bieten. Dabei vermittelt das britische Duo nicht einfach trockenes Wissen, sondern bettet dieses geschickt in Geschichten rund um die neugierigen Hauptprotagonist*innen Ida und Noah ein. Man merkt gut, dass die Bücher als Reihe angelegt sind, da sie auch Querverbindungen aufweisen: Ida trifft in ihrem Buch auf Noah und umgekehrt. Und beide treffen im Verlauf der Geschichten zudem auf Ella und Leon, zu denen auf Englisch schon zwei weitere Bände erschienen sind. Auf Vielfalt wird nicht nur in Sachen Tiere geachtet, sondern optisch auch bei den Menschen. So sind drei der vier Hauptcharaktere Kinder of Color und Leon trägt ein Hörgerät. Am Rande taucht auch mal ein Kind im Rollstuhl auf und bei Noah sehen wir den carearbeitenden Vater (zumindest in einer Frühstücksszene). Werfen wir einen kurzen Blick in die beiden Bilderbücher: Ida zeigt dir die Krabbeltiere Ida ist grosser Fan von allem, was kreucht und fleucht und nimmt uns mit auf Entdeckungsreise in die Wiese und an den Teich. Begleitet wird sie dabei von der kleinen Spinne Gerda, die sich immer wieder mit witzigen Kommentaren in Sprechblasen einbringt. Ida begegnet im Verlaufe eines Tages Raupen, die sich in Schmetterlinge verwandeln, Ameisen und anderen sozialen Insekten wie Bienen. Sie trifft Käfer, Heuschrecken, Hundertfüssern, Larven, die später mal zu Köcherfliegen oder Libellen werden, und mehr. Wie ihr merkt, ist die Metamorphose von Insekten ein grosses und spannendes Thema. Neben den Sachinformationen gibt Ida auch Tipps, wie man sich als Naturforscher*in am besten vorgeht und wie man sich den Tieren gegenüber rücksichtsvoll verhält. Zum Abschluss erhalten die kleinen Entdecker*innen noch ein paar Tipps, wie sie die Umwelt schützen und Lebensraum für Krabbeltiere schaffen können. Noah zeigt dir die Vögel Noah ist Vogel-Fan, um nicht zu sagen, angehender Ornithologe! ;-) Immer an seiner Seite ist die Kohlmeise Kiki, die wie Spinne Gerda immer einen guten Spruch parat hat. Auch Noah dürfen wir einen Tag lang begleiten. Wie praktisch, dass heute im Kindergarten ein Waldtag ansteht, da gibt es bestimmt ganz viele Vögel zu beobachten! Schon kurz nach dem Aufstehen checkt er mit dem Tablet, wie es den Eiern vom Afrikanischen Strauss geht. Dank einer Nestkamera kann er live mitverfolgen, wie die Küken schlüpfen. Das hat er auch schon mit heimischen Blaumeisen gemacht. Noah verrät uns, wie zuvor Ida, welche Ausrüstung er braucht. Auch auf dem Weg zum Kindergarten gibt es so einiges zu bestaunen, zum Beispiel die Wasservögel auf dem Teich. So kommt Noah während des Tages auf Vogelnester, seine liebsten Vogelschnäbel oder ungewöhnliche Vogeleier zu sprechen. Er trifft Eisvögel, Amseln, Meisen und mehr und versucht sich im Nachmachen der Vogelgeräusche. Wer eine kreative Aktivität aus diesem Bilderbuch mitnehmen möchte, kann zum Beispiel eine Futterstelle aus Lego-Steinen nachbauen. Auch hier kriegen die jungen Zuhörer*innen und ihre Eltern Eine Kritik muss ich anbringen: In diesem Band taucht einmal das I-Wort auf. Ich habe auf die Schnelle nicht herausgefunden, wie das im englischen Original gelöst ist, aber es ist auf jeden Fall überflüssig und wäre leicht zu umgehen. Die Bücher sind recht vollgepackt mit Informationen, vielleicht müsst ihr also auch ab und zu eine Pause einlegen beim Vorlesen oder vertieft mit einer Kindergruppe im Kindergarten oder in der Kita eine nur eine Thematik und macht dann etwas Praktisches dazu. Neben den Informationen in den Dialogen finden wir viele kleine Informationen direkt bei den Bildern und auch immer wieder erklärende Bilder (z.B. über den Aufbau eines Insektenkörpers). Cool sind auch die Seiten, die wie Zeichnungen in einem Forscher*innen-Tagebuch gehalten sind. Dass Ida und Noah so viel wissen, ist zwar nicht wirklich glaubwürdig, aber das werden die Kinder den beiden sympathischen Erzähler*innen nicht übelnehmen. Fazit Jess French und Duncan Beedie haben mit "Ida zeigt dir die Krabbeltiere" und "Noah zeigt dir die Vögel" einen tollen Auftakt der neuen Sachbilderbuch-Reihe für junge Naturforscher*innen präsentiert. Wir freuen uns auf mehr "Natur vor der Tür" und hoffen, dass die Bücher auch etwas zur Sensibilisierung der Kinder und ihren Vorleser*innen beitragen. Die Fakten Natur vor der Tür. Ida zeigt dir die Krabbeltiere Jess French (Text) Duncan Beedie (Illustration) Eva Sixt (Übersetzung aus dem Englischen) Dorling Kindersley 48 Seiten Erschienen am 07.02.2023 Hardcover ISBN: 978-3-8310-4545-7 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Natur vor der Tür. Noah zeigt dir die Vögel Jess French (Text) Duncan Beedie (Illustration) Eva Sixt (Übersetzung aus dem Englischen) Dorling Kindersley 48 Seiten Erschienen am 07.02.2023 Hardcover ISBN: 978-3-8310-4544-0 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Jess French auf Instagram Jess French bei Twitter Website von Duncan Beedie Duncan Beedie auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Dorling Kindersley für die Rezensions- und die Verlosungsexemplare. VERLOSUNG ZU "HEUTE EIN BUCH" Wie eingangs erwähnt kann ich dank dem Dorling Kindersley Verlag zu unserer Blogger*innen-Aktion #HeuteeinBuch - aus Liebe zum Lesen je 3 Exemplare von "Ida zeigt dir die Krabbeltiere" und "Noah zeigt dir die Vögel" verlosen. Es gibt 3 Lostöpfe, die einzeln ausgelost werden: Hier auf dem Blog, auf Instagram und auf Facebook. Um mitzumachen, verrate mir einfach bis Sonntag, 30. April 2023, 23:59 Uhr, in den Kommentaren, welches Tier ihr zuletzt in eurer Umgebung beobachtet habt. Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch den DK Verlag. Zu diesem Zweck gebe ich deine Adresse an den Verlag weiter. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun. Viel Glück! Eliane Schaut auch die bei den anderen Blogger*innen vorbei. Auch bei ihnen könnt ihr jeweils das vorgestellte Buch gewinnen! Alu – https://www.grossekoepfe.de/ Anne – https://www.xmalanderssein.de/ Janet – https://www.kinderbuchlesen.de/ Jenny – https://www.kinderchaos-familienblog.de/ Lukas – https://www.instagram.com/buecherwuermchen_universum/ Miri – https://geschichtenwolke.de/ Steffi – https://www.biber-butzemann.de/blog Susanne – https://familienbuecherei.blogspot.com/ Tobias – https://www.instagram.com/papa.hirsch.liest/ * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Diverse Kinderbücher, klischeefreies Spielzeug und Accessoires aus einer Hand
(Werbung) Habt ihr euch auch schon immer einen Laden gewünscht, der nicht in die Rosa-Hellblau-Falle tappt oder Kinderbücher voller Klischees extra für Buben oder Mädchen anpreist? Theresa Loschert hat mit ihrem Ströppche Online Concept Store genau einen solchen Ort geschaffen und mir ihre fünf aktuellen Kinderbuchlieblinge verraten. Ich würde in vielen Kleiderläden und auch so einigen Buchhandlungen (natürlich nicht in allen!) am liebsten wieder rechtsumkehrt machen, wenn ich die vor Gendermarketing triefenden Auslagen sehe. Links Spiderman, Baustellenfahrzeuge und Dinogrün für die Jungs, rechts Plüsch, Tüll und Prinzessinenrosa für Mädchen. Und auch aus so manchem Online-Shop logge ich mich direkt wieder aus, wenn dasselbe Spielzeug in Pink teurer ist als dasjenige in Blau oder Kinderbücher mit "Vorlesegeschichten für Mädchen" angepriesen werden! Ein neuer Online Concept Store setzt auf vielfältige Kinderbücher und genderneutrales Spielzeug An der Auswahl von Theresa Loschert für den Ströppche Concept Store kann ich mich hingegen gar nicht sattsehen. Theresa liebte Kinderbücher schon immer, doch erst mit der Geburt ihrer Kinder fiel ihr auf, wie klischeebehaftet und wenig vielfältig viele sind: Copyright: Sebastian H. Schroeder für bildplan "Alternative Familienmodelle über „Mutter – Vater – Kind“ hinaus – etwa alleinerziehende Eltern – sucht man meist vergebens. Von Protagonist*innen verschiedener Herkunft, Hautfarbe und Religion oder Menschen mit Behinderung ganz zu schweigen. Viele Kinder fühlen sich in Geschichten daher nicht repräsentiert – sie erhalten das Gefühl, nicht dazu zu gehören oder von irgendeiner gewünschten „Norm“ abzuweichen." Genau um dieser mangelnden Vielfalt etwas entgegenzusetzen, hat sie in ihrer zweiten Elternzeit ihrem Job als Projektmanagerin im Personalbereich den Rücken gekehrt, sich selbständig gemacht und ihren eigenen Konzeptstore www.stroeppche.de aufgebaut. Seit Mitte Februar ist der Store online. Der Name „Ströppche“ ist übrigens kölsch und bezeichnet ein freches fröhliches Kleinkind, das seinen eigenen Weg geht. Die gebürtige Rheinländerin hat zwei Kinder im Alter von 2 und 5 Jahren und weiss, worum es bei der Auswahl von Kinderbüchern und Spielzeug geht: Als Diplomsoziologin hat sie sich unter anderem mit der Sozialisation von Kindern sowie mit der Bedeutung von Role-Models für ihr Selbst- und Weltbild befasst. Sie sagt: "Die Protagonist*innen in den sorgfältig ausgewählten Büchern sind so divers und vielfältig wie unsere Gesellschaft. Die Spielzeuge folgen keinen überkommenen Farbcodes, sind weder nur rosa oder hellblau. Jedes Kind soll in seiner individuellen und einzigartigen Entwicklung bestärkt werden – auch Mädchen können echte Abenteuer erleben und Jungs Gefühle zeigen!" Copyright: Sebastian H. Schroeder für bildplan Neben der Vielfalt achtet Theresa ausserdem sehr auf die Nachhaltigkeit der angebotenen Produkte sowie auf die vielfältige Einsetzbarkeit des Spielzeugs. Vielfältige Kinderbuchtipps von Theresa Weil ich von der Auswahl in ihrem Shop so begeistert bin, habe ich sie gebeten, mir und euch fünf ihrer liebsten Kinderbücher zu empfehlen. Ich weiss, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, aber hier kommen Theresas Tipps als kleiner Vorgeschmack für euch. Schaut euch unbedingt auch selber mal im Ströppche um! Wo kommen unsere Sachen her? Ich bin eine große Liebhaberin der Illustrationen und Bücher von Julia Dürr und daher auch sehr stolz darauf, dass sie das Ströppche-Logo und die Icons unserer Website designt hat. Ihr aktuellstes Sachbuch "Wo kommen unsere Sachen her?" ist allein schon aufgrund der tollen Illustrationen absolut empfehlenswert. Aber auch der Inhalt hat es in sich: Kindgerecht und ungemein anschaulich wird über Transportwege und somit auch über die Globalisierung berichtet – wirklich höchst spannend, und das nicht nur für Kinder! Ich liebe die Illustrationen und Bücher von Julia Dürr und mit diesem Buch kann man ganz toll mit Kindern über Aspekte der Globalisierung ins Gespräch kommen! Wo kommen unsere Sachen her? - Julia Dürr, Beltz & Gelberg 2023, 40 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-407-75710-4, ab 5 Jahren > Bei mint & malve findet ihr die Besprechung zum Vorgängerbuch "Wo kommt unser Essen her?" Ellas Elfentanz Ein inklusives Bilderbuch ab 4 Jahren mit einer Hauptprotagonistin im Rollstuhl. Was in der Kinderbuchliteratur leider noch eine wahre Seltenheit darstellt, wird bei „Ellas Elfentanz“ als Selbstverständlichkeit angenommen und daher auch nicht weiter thematisiert. Ich wünsche mir sehr, dass dies auch zu unserer Normalität wird. Die wunderschönen Illustrationen zeigen Kinder in vielfältigen Darstellungen und der in Reimform gehaltene Text beschreibt eine tolle Geschichte über Mut und Vertrauen. Bei „Ellas Elfentanz“ gefällt mir besonders, dass die Behinderung der Hauptprotagonistin als Selbstverständlichkeit angenommen und gar nicht weiter thematisiert wird. Ellas Elfentanz - Annika Klee, Stella Eich, Jupitermondverlag 2022, 28 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-949239-18-2, ab 4 Jahren > Besprechung bei mint & malve Steck mal in meiner Haut! Das Buch gibt wichtige Denkanstöße! (Alltags-)Rassismus ist immer noch omnipräsent, daher ist es wichtig, Kinder damit nicht alleine zu lassen, sondern darüber aufzuklären! Ich finde es wichtig, mit Kindern auch über ernstere Themen zu sprechen! Dieses tolle Sachbilderbuch klärt ungemein anschaulich und kindgerecht über Rassismus auf und gehört für mich in jede Kindergarteneinrichtung und Grundschule! Es klärt auf, ohne Kinder dabei zu überfordern und bietet somit eine gute Gelegenheit, mit Kindern zu diesem komplexen Thema ins Gespräch zu kommen und sie dafür zu sensibilisieren. Sehr hilfreich sind auch die enthaltenen Anleitungen sowie Ratschläge für Eltern und Pädagog*innen. Steck mal in meiner Haut! Antirassismus, Aufklärung und Empowerment - Mit Tipps für Eltern und Pädagog*innen - Saskia Hödl, Pia Amofa-Antwi, Emily Claire Völker, EMF Verlag 2022, 48 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-7459-0941-8, ab 5 Jahren > Besprechung bei mint & malve Guten Morgen, schöner Tag Ich bin immer auf der Suche nach klischeefreien Kinder- und Bilderbüchern! Sehr gelungen finde ich „Guten Morgen, schöner Tag“! Hier können (Klein-)Kinder die dargestellten Situationen voller Neugier und frei nach ihrer Lebensrealität interpretieren und finden sich dadurch in den Situationen wieder. Wie toll ist das bitte? Auch die Illustrationen sind sehr gelungen und zeigen diverse Personen. Wirklich toll, wie Kinder die dargestellten Situationen frei nach ihrer Lebensrealität interpretieren können und sich so in diesem klischeefreien Bilderbuch wiederfinden! Guten Morgen, schöner Tag! - Elisabeth Steinkellner, Michael Roher, Tyrolia 2022, 22 Seiten, Pappbilderbuch, ISBN: 978-3-7022-4016-5, ab 1 Jahr > Besprechung bei mint & malve Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin Eine märchenhafte Geschichte wird in "Der kleine Holzroboter und die Baumstammprinzessin" erzählt, die voller Abenteuer steckt. Ein Buch über Familie und Zusammenhalt und so viel mehr! Ich bin gar nicht so ein großer Märchenfan, aber dieses Buch hat es mir sehr angetan. Denn es ist ausnahmslos klischeefrei, spannend und außergewöhnlich illustriert. Endlich mal ein modern gehaltenes Märchen, das ich sogar „Märchen-Muffeln“ mit gutem Gewissen sehr empfehlen kann! Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin - Tom Gauld, Moritz Verlag 2022, 40 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-89565-430-5, ab 4 Jahren > Besprechung bei mint & malve Entdeckt diverse Kinderbücher, besonderes Spielzeug und mehr! Wenn ihr euch im Ströppche umseht, werdet ihr ganz viele Kinderbücher entdecken, die ich auf mint & malve auch besprochen habe. Nicht zuletzt deshalb bin ich total begeistert von der Auswahl, die Theresa und ihr Mann Samuel treffen. Sie helfen damit, die Kinderzimmer und Bücherregale von überkommenen Geschlechterrollen und anderen übertriebenen Normen freizuhalten und dafür mit wertschätzenden, diversen und nachhaltigen Spielzeugen, Accessoires und Kinderbüchern auszustatten. So dass unsere Kinder durch das Angebot nicht ein bestimmtes Weltbild oder Lebensmodell als Norm vermittelt bekommen, sondern sich ganz nach ihren Interessen und Vorstellungen frei, eigenständig und fantasievoll entwickeln können. Wäre das nicht schön? Eure Eliane PS: Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem Ströppche Concept Store. Die Links sind aber keine Affiliate-Links. Wenn ihr bei Ströppche einkauft, dann kommt das voll und ganz der tollen Idee und dem wichtigen Anliegen des Stores zu Gute und trägt hoffentlich zur Vision bei, dass unsere Kinder frech und fröhlich ihren Weg gehen!
- Ist es noch weit? Wie Tiere auf Wanderschaft gehen
Ein Vorlesebuch, das Spass macht und erst noch informativ ist? Genau das ist das Kinderbuch "Ist es noch weit? Wie Tiere auf Wanderschaft gehen" von Verena Linde und Anka Schwelgin. Kommt mit Upsi, Karetta und Co. auf die grosse Reise! In der Schweiz beobachten wir jeweils, wie sich im Herbst die Stare für ihren Flug in den Süden versammeln. Hier in den USA haben wir im Frühling die Kanadagänse beim Flug in den Norden beobachtet. Zugvögel wie die Mehlschwalbe kommen auch in Verena Lindes und Anka Schwelgins "Ist es noch weit? Wie Tiere auf Wanderschaft gehen" vor. Aber auch Erdkröten, die Karettschildkröte, das Gnu und die Wanderameise gehen auf Wanderschaft und das teilweise viele tausend Kilometer weit! Abenteuer und Sachwissen rund um Tierwanderungen Autorin Verena Linde erzählt uns in fünf Vorlesegeschichten unterhaltsam, witzig und informativ von genau diesen tierischen Wanderungen. Und zu jeder Wanderung finden sich noch zwei Seiten spannendes Extrawissen! Erdschildkröte Upsi, eigentlich heisst sie Buffalda, wandert nicht wahnsinnig weit. Für sie geht es im Frühling vom Wald zum Weiher, danach auf die Sommerwiese und dann für den Winter zurück in den Wald. Da kommen übers Jahr aber schon mal 15 Kilometer zusammen und vor allem ist Upsis Weg ziemlich actionreich! Da gibt es Kessel, die von Menschenhand platziert wurden, um Frösche und Kröten aufzufangen, Höllenmaschinen, die sie zu überrollen drohen (genau: Autos) und einen Greifvogel, dem sie in die Fänge gerät. Wanderameise Kya lebt im ostafrikanischen Urwald und schert gerne mal aus der Armee der Arbeiterinnen aus. Die Düfte, die ihre feine Nase wahrnimmt, sind einfach zu verlockend! Eines Tages landet sie deshalb sogar bei der Königin. Wusstet ihr, dass sie mit 10 Zentimeter Grösse 10 Mal grösser ist als ihre Soldatinnen? Und in der Regel heisst es nichts Gutes, wenn man bei der Königin antraben muss. Wie es Kya ergeht, müsst ihr aber selber lesen! Das kleine Gnu Zottel ist erst 3 Monate alt, als es auf Wanderschaft geht. Das Wasser in der Serengeti wird langsam knapp und so zieht die riesige Streifengnuherde zusammen mit den Zebras und Antilopen in Richtung Norden. Wenn da nur nicht der gefährliche Mara-Fluss mit der reissenden Strömung und den Krokodilen wäre! Unfassbare 1,3 Millionen Gnus legen jährlich 1'500 Kilometer zurück. Noch grössere Distanzen legt Karetta, die Unechte Karettschildkröte mit 16'000 Kilometer zurück! Sie kehrt im Laufe ihres Lebens mehrmals zum Eierlegen an den Ort zurück, an dem sie geboren wurde. Bei Karetta sind das die Strände Floridas. Von da aus schafft sie es bis an die Küsten Europas und Afrikas. Mehlschwalbe Mello nimmt im Reigen der Wandertiere eine besondere Position ein. Er fliegt mit 30'000 km pro Jahr nicht nur die grösste Strecke der portraitierten Tiere, sondern spielt auch noch eine besondere Rolle in "Ist es noch weit?" Wir haben ihn nämlich schon bei Erdkröte Upsi kennengelernt und jetzt macht er doch tatsächlich auf dem Panzer von Karetta mitten im Meer eine Zwischenlandung. Welche weiteren Verbindungen es zwischen den Geschichten gibt und welche Abenteuer die Tiere auf ihrer Reise erleben, müsst ihr selber lesen bzw. vorlesen. Kinder ab 5 Jahren können den Geschichten gut folgen und die wunderschönen, detailreichen Illustrationen von Anka Schwelgin geniessen. Auch ältere Kinder - zum Beispiel meine 9-Jährige - finden an den Geschichten noch Gefallen und können sie dank der grossen Schrift und recht kurzen Sätzen auch gut selber lesen. Fazit "Ist es noch weit? Wie Tiere auf Wanderschaft gehen" von Verena Linde und Anka Schwelgin ist ein rundum gelungenes Vorlese- und Kindersachbuch. Amüsante und gleichzeitig spannende Geschichten sind gepaart mit Sachwissen rund um die tierischen Wanderungen von so unterschiedlichen Tieren wie der Wanderameise, der Mehlschwalbe oder dem Gnu. Ein weltumspannender Genuss für kleine und grosse Tierfans! Die Fakten Ist es noch weit? Wie Tiere auf Wanderschaft gehen Verena Linde (Text) Anka Schwelgin (Illustration) Ellermann (Verlagsgruppe Oetinger) 112 Seiten Erschienen am 12.01.2023 Hardcover ISBN: 978-3-7514-0086-2 Ab 5 Jahren (zum Vorlesen), ab 8 Jahren (zum Selberlesen) Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Verena Linde bei Instagram Anka Schwelgin bei Instagram PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Verena Linde und den Ellermann Verlag. Weitere Kinderbücher, die Geschichten über Tiere und Sachwissen verbinden Die Papagei-Ei-Rettung - Sandra Grimm, Lisa Rammensee (Mixtvision 2022) Wo versteckst du dich kleiner Koala? - Franziska Jaekel, Rachael Hare (Dorling Kindersley DK 2021) Sandor. Der geheime Schwarm - Dorothea Flechsig, Katrin Inzinger (Glückschuh Verlag 2019) Am Biberteich - Eva Sixt (Atlantis 2018) Alle sehen eine Katze - Brendan Wenzel (NordSüd Verlag 2018) Das Eichhörnchenjahr - Eva Sixt (Atlantis 2017) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!













