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- Frida Kahlo und ihre Tiere
Mit "Frida Kahlo und ihre Tiere" eröffnen Monica Brown und John Parra schon kleinen Kindern den Zugang zur Welt der Malerei. Das Bilderbuch aus dem NordSüd Verlag ist aber nicht nur ein Buch über Kunst, sondern auch eines über starke Mädchen. "Frida Kahlo und ihre Tiere" passt deshalb bestens in meine Reihe klischeefreier Kinderbücher. Die mexikanische Malerin Frida taucht denn auf meinem Blog auch nicht zum ersten Mal auf. Schon im Blogbeitrag über "Good Night Stories for Rebel Girls" habe ich sie prominent erwähnt. Mehr Kinder- und Jugendbücher ohne Geschlechterklischees findet ihr in den ähnlichen Beiträgen unterhalb dieses Blogposts. Aber nun zum Inhalt: Autorin Monica Brown erzählt die Geschichte von einem aussergewöhnlichen Mädchen, einer aussergewöhnlichen jungen Frau, die in ihrem Leben einige Hindernisse zu überwinden, eine schwere Krankheit zu überstehen und Schmerzen zu ertragen hatte: Magdalena Carmen Frieda Kahlo y Caldéron oder kurz: Frida Kahlo. Diese Frida war trotz aller Widrigkeiten glücklich und wurde zu einer der berühmtesten Malerinnen aller Zeiten. Notabene zu einer Zeit (sie malte hauptsächlich zwischen 1926 und 1954) als Frauen in der Kunstwelt einen noch schwereren Stand hatten, als sie es heute haben. Monica Brown nähert sich Frida, ihrem Werdegang und ihren Eigenschaften über deren Haustiere. Die Hunde, der Papagei, das Rehkitz, die Affen, Katzen und Truthähne finden sich in vielen Bildern (oft Selbstportraits) Kahlos wieder. Jedes Tier verbindet Brown mit einer Eigenschaft oder einem Wesenszug von Frida: So hatte Frida "aufmerksame, schöne Augen" wie ihr Rehkitz und "war unabhängig wie eine Katze". Mit dem Zugang über die doch ziemlich speziellen Haustiere sind kleine Kinder sofort Feuer und Flamme für Fridas Geschichte. Eine kleine Kritik am ansonsten rundum gelungenen Buch habe ich aber: Viele der Sätze sind deutlich zu lang und komplex für die Zielgruppe der 4-Jährigen. Vorlesende aus der Schweiz werden die Sätze also beim "Übersetzen" gleich in appetitlichere Häppchen unterteilen und auch beim Vorlesen auf Hochdeutsch werden die meisten etwas vereinfachen müssen. Illustriert hat die Geschichte der mehrfach preisgekrönte Illustrator und Designer John Parra aus New York. Er nähert sich mit seinen Bilder dem Stil Frida Kahlos an, hält die Farben aber gedeckt. Fazit Mit "Frida Kahlo und ihre Tiere" gelingt es Monica Brown, Kindern einen einfühlsamen Einblick in Fridas Leben zu geben, ihre aussergewöhnliche Stärke zu zeigen und vielleicht sogar erstes Interesse an der Malerei oder Kunst im Allgemeinen zu wecken. Die ganz Kleinen ab 4 Jahren werden aber vor allem von den besonderen Haustieren gefesselt. Die biografischen Aspekte der Geschichte und das Plädoyer für Emanzipation, Neugierde und Mut sind da eher zweitrangig bzw. faszinieren wohl mehr die vorlesenden Väter und Mütter. Einen guten Eindruck vom Inhalt erhaltet ihr im Buchtrailer: Die Fakten Frida Kahlo und ihre Tiere Monica Brown, John Parra Übersetzung: Elisa Martins NordSüd Verlag 40 Seiten Erschienen am 04.08.2017 Ab 4 Jahren ISBN: 978-3-314-10411-4 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Monica Brown Website von John Parra PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Besprechungsexemplar. Reihe: Klischeefreie Kinderbücher Weitere Kinderbücher, die sensibel gegenüber Geschlechterrollen, Familienformen und verschiedenen Kulturen sind, präsentiere ich euch in loser Folge hier auf dem Blog.
- Blogparade: Roberts weltbester Kuchen
(Werbung/Verlosung) Kein Kuchen ist auch keine Lösung! Das ist jedenfalls meine Devise und der kleine Held aus "Roberts weltbester Kuchen" würde mir da bestimmt zustimmen. Das neue Bilderbuch von Anne-Kathrin Behl hat es mir angetan, weshalb ich das Buch nicht nur vorstelle, sondern auch zu einer Blogparade aufrufe. Und für euch gibt's natürlich was zu gewinnen! Das grosse Kuchenfest Aber kommen wir zuerst zum Buch: Robert und sein Papa haben es sich auf dem Balkon gemütlich gemacht. Hund Mopsi ist natürlich auch dabei. Da hat Robert eine tolle Idee: Er möchte den weltgrössten Kuchen backen und all seine Kuscheltiere zum Kuchenfest einladen. Gesagt, getan: Robert schreibt zuerst die Einladungskarten. Aber, oh weh! Ein Windstoss trägt sie davon. Zum Glück bleiben noch zwei Karten übrig, so dass wenigstens Papa und Mopsi zum Fest kommen können. Also macht sich Robert trotz allem ans Werk: Während Papa für den Salzteig sorgt, türmt ihn Robert zu einem grossen Haufen. Er braucht immer mehr und noch mehr Salzteig und dann muss natürlich noch Dekoration her: Spielzeugautos, Puzzleteile und andere kleine Spielsachen landen auf dem Kuchen. Kaum haben die drei sich ein Stück Kuchen genommen, klingelt es an der Tür. Zuerst steht da Roberts Freundin Lea mit einer Einladungskarte, die sie auf der Strasse gefunden hat. Die Freunde Emma und Oskar folgen auf dem Fusse. Aber auch unbekannte Gäste finden den Weg zu Roberts Haus Nr. 4: eine Polizistin, ein freundliches Monster, eine Schornsteinfegerin, ein Papa mit Kleinkind in der Trage, ein Cowboy, noch mehr Kinder, Katzen, Hühner, eine Giraffe, ein Punk und eine ältere Dame mit Rollator usw. Ob der Kuchen wohl für alle reicht? Na klar! Robert und sein Papa finden da schon eine Lösung. An Anne-Kathrin Behls Geschichte gefallen mir besonders die sympathischen Hauptdarsteller: Hier ist mal der Papa zuhause und kümmert sich um alles. Ob es auch eine Mutter gibt und falls ja, wo sie steckt, erfahren wir nicht. Heute ist jedenfalls Vater-Sohn-Tag. Der Vater scheint zudem tiefenentspannt zu sein: Er unterstützt nicht nur seinen Sohn in seinem Vorhaben und produziert Teigladung um Teigladung, sondern heisst auch ganz selbstverständlich alle Gäste in der Wohnung willkommen. Es hat für alle Platz und jede*r kriegt ein Stück vom Kuchen. Eine schöne Botschaft! Mit viel Liebe zum Detail, vielfältig und ohne Geschlechterklischees An Anne-Kathrin Behls Bilderbuch überzeugt mich nicht nur die warmherzige Geschichte, sondern auch die Botschaften, die sie mit ihren Illustrationen transportiert. Geschlechterklischees können bei ihr einpacken: Der Papa strickt, trägt Rosa und hat ein Einhorn-Tattoo. Sein "AB CD"-T-Shirt ist eine witzige Anspielung auf die berühmte Rockband mit ähnlichem Namen. Auch in Roberts Zimmer geht es vielfältig zu und her: Er hat Einhorn-Kuscheltiere und Puppen unterschiedlicher Hautfarbe, genauso wie Spielzeugautos und einen Roboter. Die Gästeschar ist an Diversität gar nicht zu übertreffen: Hier finden sich alle Altersstufen, verschiedenste ethnische Hintergründe, unterschiedliche Hautfarben, Religionszugehörigkeiten, Berufe, Musikgeschmäcker und körperliche "Makel". Als Pflanzenfreundin und stolze Pilea-Besitzerin finde ich natürlich auch den Balkondschungel und die Zimmerpflanzenoase, die Anne-Kathrin Behl zaubert, wunderschön! Fazit In ihrem Bilderbuch "Roberts weltbester Kuchen" erzählt Anne-Kathrin Behl eine ermutigende und verbindende Alltagsgeschichte mit viel Witz. In den Illustrationen spiegelt sich Toleranz und Freude an der Vielfalt. Und so wird das Kinderbuch zum Plädoyer für eine Willkommenskultur und natürlich Rosa und Kuchen für alle! Die Fakten Roberts weltbester Kuchen Anne-Kathrin Behl (Text + Illustration) NordSüd Verlag 32 Seiten Erschienen am 18.07.2020 Hardcover ISBN: 978-3-314-10534-0 Ab 4 Jahren Blogparade "Roberts weltbester Kuchen" von Anne-Kathrin Behl Weil mir "Roberts weltbester Kuchen" so gut gefällt, rufe ich mit diesem Beitrag zur Blogparade auf. Ich freue mich, wenn ich deine Neugier geweckt habe und du das Buch nun auch lesen bzw. vorlesen möchtest. Vielleicht hast du es sogar schon? Berichte von deinen Leseeindrücken und was dir sonst noch zum Buch einfällt! So machst du mit Poste im Zeitraum vom 18. August bis 4. Oktober 2020 deinen Blogbeitrag zum Bilderbuch "Roberts weltbester Kuchen" von Anne-Kathrin Behl. Stelle das Buch vor, verrate uns dein Salzteig-Spezialrezept oder überrasche uns mit Hintergrundinfos zum Buch. Die Autorin und Illustratorin steht gerne für Interviews und ähnliches zur Verfügung! Alle Blogposts, die bis zum 4. Oktober 2020 erscheinen und diesen Beitrag erwähnen und verlinken, werde ich hier mit Link aufführen. Wenn du gerne eine der Grafiken nutzen möchtest, schreib mir einfach eine Mail. Kinderbuch-Detektive (19.08.2020): Roberts weltbester Kuchen Buchkinder (20.08.2020): Blogparade: Roberts weltbester Kuchen - Anne-Kathrin Behl Nur Lesen ist schöner (23.08.2020): Ich back mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt! Geschichtenwolke - Kinderbuchblog (26.08.2020): Blogparade: Roberts weltbester Kuchen Mutter & Söhnchen (28.08.2020): Klischeefreier Vater-Sohn-Tag: Roberts weltbester Kuchen Brigitte Wallingers Kinderbuchblog (28.08.2020): Anne-Kathrin Behl: Roberts weltbester Kuchen Kinderbuchlesen.de (09.09.2020): Roberts weltbester Kuchen kleinerleser (14.09.2020): Blogparade "Roberts weltbester Kuchen" (Instagram) Kinderchaos Familienblog (24.09.2020): Roberts weltbester Kuchen: Klischeefreier und weltoffener Lesespass! Küstenkids unterwegs (26.09.2020): Ein weltbester Kuchen (Instagram) Kinderbuchblog Familienbücherei (27.09.2020): Roberts weltbester Kuchen Désireé Bücherfee (03.10.2020): Roberts weltbester Kuchen (Instagram) Überraschung für euch! Unter allen teilnehmenden Blogs darf ich ein Familienporträt von Anne-Kathrin Behl verlosen! Die Illustratorin verwandelt ein Familienfoto der Gewinnerin oder des Gewinners in ein von ihr selbst gezeichnetes Familienporträt. Ein tolles Unikat für eure Fotowand oder fürs Album! Nächste Woche geht es hier weiter Nächsten Montag habe ich einen zweiten Beitrag zum Buch auf Lager. Ihr dürft euch auf ein Interview mit der Autorin und Illustratorin freuen und ich habe natürlich auch dann ein kleines Extra im Gepäck! Schaut also unbedingt wieder rein oder abonniert gleich meinen Newsletter, um nichts zu verpassen! VERLOSUNG AUF INSTA + FACEBOOK Natürlich sollt ihr, liebe Leser*innen, nicht zu kurz kommen! Deshalb habt ihr in meinen Social Media-Kanälen die Chance, 1 Exemplar von "Roberts weltbester Kuchen" zu gewinnen. Das Buch erreicht die Gewinnerin / den Gewinner mit Widmung und kleiner Illustration von Anne-Kathrin Behl! Facebook Instagram Die Verlosung startet mit Aufschaltung der Posts. Die Teilnahmebedingungen findet ihr beim jeweiligen Post auf Facebook und Insta. Viel Glück! Eure Eliane PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag und Anne-Kathrin Behl, die mich bei der Blogparade unterstützen, die Grafiken sowie die Rezensions- und Verlosungsexemplare zur Verfügung stellen! Like it? Pin it! Magst du diesen Bilderbuchtipp oder die Blogparade? Dann freue ich mich sehr, wenn du dir den Pin auf Pinterest merkst!
- Edison - Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes
Mein neuer Kinderbuchtipp führt uns in in die tiefsten und dunkelsten Tiefen des Meeres und doch in Richtung des Lichts. Wie das geht? Mit "Edison" von Torben Kuhlmann! Aber lest selbst! Mäuseabenteuer zum Dritten Falls ihr die Mäuseabenteuer "Lindbergh" und "Armstrong" und kennt, seid ihr bestimmt schon Fan von Torben Kuhlmanns ganz besonderen Kinderüchern und neugierig auf den dritten Streich. Wenn nicht, könnt ihr euch trotzdem problemlos mit "Edison" ins Vorleseabenteuer stürzen. Die Geschichte um den verschollenen Mauseschatz und die Erfindung des elektrischen Lichts ist eine in sich geschlossene Geschichte, die auch ohne die Vorgänger verständlich ist. Sie ist bereits preisgekrönt mit dem dritten Platz vom Lovelybooks Leserpreis in der Sparte Kinderbuch und stand im November auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Von Urururur...-Ahnen Aber beginnen wir vorne: Hinter den Regalen einer Buchhandlung befindet sich die Mäuseuniversität. Hier unterrichtet ein weissbärtiger Mäuseprofessor die wissbegierigen Mäuse in Geschichte, besser: in Mäusegeschichte. Eines Tages taucht eine junge Maus in der Vorlesung auf, die der Professor noch nie zuvor gesehen hat. Es ist Pete. Er wendet sich an den Professor, weil er dessen Hilfe braucht, um den verschollenen Mauseschatz seines Ururururur..., egal, einfach eines Vorfahren, zu finden. Klar, zuerst reagiert der Professor skeptisch. Stimmt die Geschichte? Soll er sich in seinem Alter noch auf ein solches Abenteuer einlassen? Aber seine Neugier und seine Abenteuerlust siegen und so begeben sich die beiden auf eine abenteuerliche Suche nach dem verlorenen Schatz. Mit Erfindergeist zu neuen Entdeckungen Die beiden Mäuse durchforsten die Archive nach Hinweisen zum verschollenen Mauseschatz. Dieser liegt offenbar auf dem Grund des Atlantiks. Also bauen sie Tauchglocken, begeben sich auf gewagte Tauchgänge, studieren die Schwimmfähigkeiten der Fische, um ein möglichst gutes Unterseeboot zu konstruieren. Ob es ihnen gelingen wird, den Mauseschatz zu finden und zu bergen? Und wie hängt die Reise in die Tiefen des Meeres mit der Erfindung des Lichts zusammen? Und was hat das alles mit Mäusen zu tun? Um das herauszufinden, müsst ihr euch die gut 100 Seiten Vorlesevergnügen schon selbst gönnen und am besten unten bei der Verlosung euer Glück versuchen! Das Besondere an "Edison" Was begeistert denn nun so an Torben Kuhlmanns neustem Werk? Die Bilder sind eindrücklich und sehr detailreich. Ich mag die kleinen Details, wie, dass in der Buchhandlung eine Ausgabe von "Moby Dick" aufliegt oder dass sich zwischen all die amerikanischen Zeitungen eine "Frankfurter Allgemeine" geschlichen hat. Solche witzigen Hinweise finden sich im ganzen Buch. Zudem illustrieren die Bilder nicht einfach den Text, sie ersetzen ihn stellenweise ganz und erzählen die Geschichte weiter. Schliesslich variiert Kuhlmann zwischen riesigen Bildern über eine Doppelseite und kleinen Bildausschnitten, die wie Schnappschüsse als Fotos auf den Seiten platziert sind. So entsteht eine tolle Harmonie zwischen Bild und Text, mit viel Tempo, aber auch mit vielen Gelegenheiten, sich in die fantastischen Bilder zu vertiefen. Als Liebhaberin von Abenteuern begeistert mich natürlich die wirklich spannende Geschichte. Pete und der Professor strotzen nur so vor Einfallsreichtum, haben gute Spürnasen und das nötige Quäntchen Glück. Ein kleiner Blick zurück auf Armstrong und Lindbergh darf auch nicht fehlen und ist mit viel Charme in die Geschichte eingeflochten. Auch sehr schön gemacht, ist die Verbindung des Mäuseabenteuers mit der Weltgeschichte bzw. mit der Erfindung des elektrischen Lichts und Thomas A. Edison. Am Ende des Buches erfahren besonders wissbegierige Kinder und ihre VorleserInnen noch einiges über diese wegweisende Erfindung und das Leben und Wirken von Thomas A. Edison. Fazit "Edison. Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes" von Torben Kuhlmann ist grosse Kinderbuchkunst! Neben der mitreissenden Abenteuergeschichte überzeugen auch das Zusammenspiel von Text und Bild sowie der Detailreichtum der Illustrationen. Zum Vorlesen und Mitschauen sowie für die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer ab 5 Jahren ist die schillernde Geschichte von wissbegierigen und erfinderischen Mäusen und Menschen ein grosser Genuss! Einen tollen Einblick gibt auch der Trailer zum Buch. Kleiner Tipp: Unbedingt bis ganz zum Ende schauen. ;-) Die Fakten Edison. Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes Torben Kuhlmann NordSüd Verlag 112 Seiten Erschienen am 31.08.2018 ISBN: 978-3-314-10447-3 Ab 5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Leseprobe und Bestellung bei NordSüd PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Torben Kuhlmann bei mint & malve Die graue Stadt - Torben Kuhlmann (NordSüd 2023) Einstein - Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit - Torben Kuhlmann (NordSüd 2020) Like it? Pin it! Magst du diese Buchbesprechung? Dann hilfst du meinem Blog sehr, wenn du dir diesen Pin auf Pinterest merkst. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Der Wortschatz
(Werbung/Verlosung) Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger bringen uns mit "Der Wortschatz" einen Schatz im doppelten Sinne ins Wohn- oder Klassenzimmer. Denn dieses Bilderbuch ist nicht nur ein optisches Juwel, sondern auch ein sprachspielerisches Bijou. Ihr könnt hier schon vor dem Erscheinen ein Exemplar gewinnen! Dass wir mehr für die Sprachförderung unserer Kinder tun müssen, haben zuletzt die IGLU-Studie und die PISA-Erhebung gezeigt. Mit "Der Wortschatz" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger gibt es nun ein wundervolles neues Bilderbuch, um beim Vorlesen und gemeinsamen Betrachten die Freude an der Sprache zu wecken. Vielleicht kennt ihr das Illustrator*innen-Duo aus dem Berner Oberland schon von "Ida und der fliegende Wal" oder von "Der Berg"*. Mit "Der Wortschatz" legen die beiden nun ihr drittes Gemeinschaftsprojekt im NordSüd Verlag vor (erscheint am 14. Februar 2024). Optisch wieder genauso wunderschön wie die letzten beiden! Ein wertloser Schatz? Aber worum geht es? Oscar buddelt gerne im Garten und findet eine alte Holztruhe. Wow, wie spannend! Was da wohl drin ist? Oscar hat da ganz verschiedene Möglichkeiten im Kopf und arbeitet mit Feuereifer daran, die Truhe aufzukriegen und den Schatz zu befreien. Im Nu - naja, ehrlich gesagt, erst nach 2 Tagen - hat er die Schatztruhe geöffnet. Doch, oje! Da sind ja gar keine Edelsteine oder ähnlich Wertvolles drin. Nur Wörter, lauter öde Wörter. Was soll er bloss damit anfangen?! Wahllos nimmt Oscar das Wort "quietschgelb" heraus, dreht und quetscht es, zupft daran. Da scheint nichts zu passieren. Achtlos wirft er es hinter sich. Doch da! Ein quietschgelber Igel galoppiert an Oscar vorbei. Huch, vielleicht doch ganz spannend, diese Wörter! Oscar greift Wort um Wort und wirft es auf Dinge, die sich entsprechend wunderlich verwandeln. Er gerät in einen regelrechten Rausch. Doch irgendwann ist die Truhe leer. Was nun? Er fragt verschiedene Menschen in seinem Umfeld. Und nach einigen Fehlanläufen trifft er auf Louise, die ihm erklärt, wie das mit den Wörtern funktioniert. Dass man Wörter erfinden kann, ja, auch welche verschenken. Dass man damit aber auch vorsichtig sein, sie bedacht und liebevoll einsetzen sollte. » Natürlich! Wörter erfinden ist etwas Wunderbares. Dazu packe ich alle meine Sinne ein und gehe damit auf Wörtersuche. Manchmal am Tag und manchmal in der Nacht – aber immer hellwach. Denn Wörter findest du jederzeit und überall. « Und so macht sich Oscar nun selbst auf Wörter-Entdeckungsreise. Ein Feuerwerk der Sprache Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger erzählen diese Geschichte in dynamischen, detail- und sehr abwechslungsreichen Bildern. Dabei gestalten sie die Doppelseiten immer wieder anders. Mal doppelseitig bunt, mal mit mehr, mal mit weniger Weiss, mal in kleinen Bilderepisoden. Der "normale" Vorlesetext ergänzt sich mit den Wörtern im Bild und comicartigen Kommentaren aus dem Off oder aus Oscars Gedanken. Die Freude an den Wörtern spricht nicht nur aus den kreativen Fundstücken voller Neuschöpfungen - wie sahneheiter, stillverliebt, tagtraumverloren oder wolkenweich. Sie steckt auch im begleitenden Text, der Kindern einiges zutraut, wenn etwa geworfen, katapultiert, gepfeffert und geschmissen wird. Elemente wie der gelbe Igel, die immer wieder auftauchen, geben den Kindern Orientierung. Copyright: NordSüd Verlag 2024. "Der Wortschatz" begeistert Kinder ab 4 Jahren und kann sehr gut auch in der Primarschule / Grundschule eingesetzt werden. Tina Rausch, Erziehungswissenschaftlerin und Germanistin, hat dazu umfangreiches pädagogisches Begleitmaterial entwickelt, das bei NordSüd ab dem 14. Februar kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Illustrator*innen-Duo im Interview Am 30. Januar 2024, um 19:00 Uhr, darf ich mit Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger über ihr neustes Werk auf Instagram sprechen. Ich freue mich, wenn ihr vorbeischaut, live oder natürlich auch später. Ich werde das Live in meinem Feed speichern. Fazit Wenn ihr Kindern privat, im Kindergarten oder in der Schule die Freude an Wörtern und der Sprache vermitteln wollt, liegt ihr mit "Der Wortschatz" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger genau richtig. Das Bilderbuch ist eine wunderbare Hommage an den Schatz unserer Sprache und lässt garantiert Klein und Gross sprachschöpferisch kreativ werden. Die Fakten Der Wortschatz Rebecca Gugger, Simon Röthlisberger (Text + Illustration) NordSüd Verlag 48 Seiten Erschienen am 14.02.2024 Hardcover ISBN: 978-3-314-10670-5 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Rebecca Gugger bei Instagram Website von Rebecca Gugger PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensions- und Verlosungsexemplar und die Genehmigung zur Veröffentlichung vor dem Erscheinungstermin. VERLOSUNG: Gewinne 1 Exemplar von "Der Wortschatz"! Dank dem NordSüd Verlag darf ich ein Exemplar von "Der Wortschatz" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger an euch verlosen. Ihr könnt insgesamt 4 Lose holen, eins hier auf dem Blog, zwei bei Instagram und eins bei Facebook. So geht's: Verrate mir in einem Kommentar deine drei Lieblingsadjektive - sie dürfen natürlich auch selber erfunden sein! Weitere Lose: Instagram Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Montag, 5. Februar 2024, 23:59 Uhr. Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch den NordSüd Verlag. Zu diesem Zweck gebe ich die Adresse an den Verlag weiter. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun. Viel Glück! Deine Eliane * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Ida und der fliegende Wal
Was befindet sich eigentlich hinter Sonne, Mond und Sternen? In "Ida und der fliegende Wal" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger begibt sich ein kleines Mädchen auf Entdeckungsreise. Ida besteigt dafür nicht etwa eine Rakete, nein! Sie wird eines nachts - hoch in ihrem Baumhaus - von einem fliegenden Wal geweckt und auf eine Reise hinter die Sterne eingeladen. Natürlich will sich die neugierige Ida dieses Abenteuer nicht entgehen lassen und klettert auf den Rücken des friedlichen Kolosses. Eine philosophische Entdeckungsreise Die Reise führt sie in ganz unterschiedliche Welten. Welten, die wir von der Erde so nicht kennen, die aber durchaus Ähnlichkeiten aufweisen. Ihre Reise regt die beiden - und damit auch die Vorleser und Zuhörerinnen - zum Philosophieren und Diskutieren an. Was ist normal? Was ist besonders? Gibt es manchmal mehr, als wir zu sehen vermögen? Oder müssen wir nur genau hinschauen? Was heisst es, "da" zu sein? Ida ist zwar ein neugieriges, abenteuerlustiges Mädchen, trotzdem ist sie froh um ihren grossen, starken Freund. Er führt sie sicher durch den aufkommenden Sturm, erklärt ihr die Welt und regt sie zum Nachdenken und Hinterfragen an. Indem Ida mit dem weisen Wal hinter die Sterne reist, lernt sie die Welt besser zu verstehen. Bei meiner 4-jährigen Tochter hat das Buch einen Nerv getroffen. Am ersten Abend wollte sie es gleich zwei mal anschauen und dann musste ich es nochmals in eigenen Worten nacherzählen. Während sie noch mehr an den Bildern interessiert ist und gerne nach neuen Details sucht, werden ältere Kinder mehr und mehr auch die gestellten Fragen aufgreifen und für sich beantworten. Symbiose von Geschichte und Gestaltung Das Besondere am Buch sind neben der eher ruhigen, nachdenklichen Handlung die Illustrationen des Schweizer Künstlerduos Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger. Sie zeichnen eine fantastische Welt voller kleiner Details, verbildlichen Gedanken und machen mithilfe spezieller Farbe sogar das Nichts sichtbar. Auch mit der Schrift bilden sie den Inhalt der Geschichte gekonnt ab - so stehen die Buchstaben mal Kopf oder spiegelverkehrt, werden kleiner und grösser, leiser und lauter, sind nah oder fern. Fazit "Ida und der fliegende Wal" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger nimmt die kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine philosophische Entdeckungsreise. Das wunderschön gestaltete Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren ist ideal für alle, die gerne ins Gespräch über Themen wie Freundschaft, Neugier, Normalsein/Anderssein und das Leben kommen, die gerne selber nach Antworten suchen und die das Fantastische lieben. PS: Wer das Schweizer Illustratorenduo und seine Geschichte um Ida und den Wal live erleben möchte, kann dies am 27. Oktober 2018 im Rahmen von Zürich liest. Dann veranstaltet das KOSMOS in Zürich eine spielerische Lesung für Kinder mit anschliessendem Workshop. Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Ida und der fliegende Wal Rebecca Gugger & Simon Röthlisberger NordSüd Verlag 32 Seiten Erschienen am 20.07.2018 ISBN: 978-3-314-10446-6 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Rebecca Gugger auf Instagram Website von Rebecca Gugger Like it? Pin it! Wenn dir der Buchtipp gefällt, merke ihn dir einfach auf Pinterest. So kannst du auch andere inspirieren!
- Prima facie
"Prima facie" von Suzie Miller ist ein spannendes, feministisches Debüt. Die australische Autorin erzählt die Geschichte eines Gerichtsfalls, der nicht nur das Leben einer Anwältin ins Wanken bringt, sondern auch ihren Glauben an das britische Rechtssystem. Die Leser*innen können sich diesem emotionalen Sturm nicht entziehen. Suzie Miller hat "Prima facie" zuerst als Theaterstück geschrieben und die Geschichte nun in Romanform gegossen. Auf das Buch gestossen bin ich, weil ich unbedingt einmal etwas vom 2021 gegründeten Kjona Verlag (mehr über den sozial und ökologisch nachhaltigen Verlag erfahren) lesen wollte und der Blurb von Mareike Fallwickl (u.a. Autorin von "Dunkelgrün fast schwarz") auf dem Cover hat mich dann zu diesem Roman greifen lassen: "Dieser Roman ist für alle, die nicht länger nach den Gesetzen des Patriarchats leben wollen." Tessa Ensler hat es scheinbar geschafft. Die junge Ich-Erzählerin ist in der Nähe von London in der Arbeiterklasse aufgewachsen, noch dazu in einer Familie mit häuslicher Gewalt. Doch sie hat es nicht nur geschafft, in Cambridge Jura zu studieren und Anwältin (oder besser Barrister) zu werden, sie tut das auch noch richtig erfolgreich. Im Umgang mit ihren Studien- und Anwaltskolleg*innen und ihren Freund*innen aus der britischen Oberschicht wird ihr zwar immer wieder bewusst, aus welch anderen sozialen Umständen sie selber stammt, aber sie meistert den Spagat dank ihrer guten Beobachtungsgabe recht gut: "Ich studiere sie alle. Schon seit Jahren. Kopiere sie. Ich bin eine geschickte Imitatorin, bis ich irgendwann besser bin im Anwältinsein als jene, denen es angeboren ist." / S. 7 Und im Gegensatz zu vielen Kolleg*innen mit "old money" lebt sie mit Herz und Seele für das Gesetz und dessen gerechte Durchsetzung. Öfter vertritt sie auch - angebliche - Sexualstraftäter. Sehr geschickt nimmt sie die mutmasslichen Opfer ins Kreuzverhör, zeigt gnadenlos die Schwachstellen ihrer Zeuginnen-Aussagen auf und holt so - wenn auch nicht immer einen Freispruch - zumindest eine tiefere Strafe für ihre Mandanten heraus. Ob der Angeklagte schuldig ist oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Ihr Job ist es, dem Richter und der Jury ein Urteil zu ermöglichen. "Wir übernehmen keine Verantwortung. Wir sind nur gewissenhafte Sprachrohre, die ihre Mandanten beraten, wenn ihre Geschichte nicht aufgeht. Geschichtenerzähler. Nicht mehr und nicht weniger. " / S. 63 Ihr guter Ruf spricht sich herum und eines Tages wird sie von einer grossen, erfolgreichen Kanzlei angefragt, ob sie nicht die Stelle wechseln möchte. Ist das Rechtssystem tatsächlich neutral? Doch noch bevor sie sich darüber eingehend Gedanken machen kann, geschieht etwas, das sie dazu bringt, selber als Zeugin vor Gericht aufzutreten. Im Zeugenstand wird ihr klar, dass das englische Justizsystem bei weitem nicht so fair ist, wie sie selbst dachte. Weder bringt der Prozess die Wahrheit ans Licht, noch kommt beiden Parteien dieselbe Beweislast zu. Im Gegenteil, die ganze Last, eine glaubwürdige "Geschichte" zu erzählen, zu erklären, dass die Wahrheit wirklich die Wahrheit ist, liegt bei der Zeugin. Der Angeklagte muss sich im Gegensatz zu ihr nicht mal einem Kreuzverhör unterziehen. In wechselnden Erzählsträngen - immer aus der Ich-Perspektive von Tessa - erzählt Suzie Miller in den verschiedenen Zeitphasen "Damals", "Vorher", "Jetzt" und "Danach" von Tessas Leben, ihrer Karriere und diesem einen Fall, der sie in eine neue Rolle drängt und sie erkennen lässt, in welch patriarchalem System sie steckt. Der Roman streift über Tessas Aufwachsen, ihren Weg zur Anwältin und ihren Arbeitsalltag vor allem das Thema des Klassismus. Mit dem alles verändernden Fall verschränkt sich der Klassismus mit dem Sexismus. Und Tessa beschliesst, das System herauszufordern: "Ich habe einen so langen Weg hinter mir, bin so weit gekommen, war die ganze Zeit überzeugt davon, dass das System reibungslos funktioniert, dass es für Gerechtigkeit sorgen kann – jetzt soll es mir zeigen, dass das stimmt." / S. 151 Suzie Miller wirft uns sehr gekonnt in die Widersprüchlichkeit des Systems und damit die emotionale Achterbahn, die Tessa durchlebt. Durch die Wechsel der Erzählstränge vermittelt sie einerseits die notwendige Hintergrundinformation und baut andererseits die nötige Spannung auf, die sie dann fast durchgehend bis zum Ende des Prozesses zu halten vermag. Für meinen Geschmack könnten die Darlegungen des Settings und Tessas Gedanken zu ihrer beruflichen und sozialen Situation etwas knapper ausfallen. Dass sie ihre Herkunft nicht so einfach ablegen kann bzw. sie ihr von aussen immer wieder übergestülpt wird, hat man schnell verstanden. Dass die soziale Herkunft in sämtliche Beziehungen hineinspielt und ihre Weltsicht prägt auch. Das wird mir etwas zu stark ausgewalzt. "Im Spiegel sehe ich nicht mich, eine geschrumpfte Version meiner selbst blickt mich daraus an. Gehetzt, ruhelos. Ich sehe eine Person, um die ich mich nicht mehr zu kümmern vermag." / S. 270 Überzeugt hat mich hingegen die Schilderung des Ohnmachtsgefühls, dem Tessa im Fall ausgesetzt wird. Wie krass sie dem System als Frau und Zeugin ausgeliefert ist. Und in wie viel privilegierterer Situation sich der angeklagte Mann aus gutem Hause befindet. Das lässt einen selbst ganz ohnmächtig zurück. Suzie Miller spielt da auch gekonnt mit den üblichen Mitteln des Patriarchats: Täter-Opfer-Umkehr, Gaslighting, Victim Blaming und Slut Shaming. Darüber hinaus ist das Buch ein deep dive ins britische Justizsystem. Ich habe früher offensichtlich nur amerikanische Gerichtsfilme geschaut und französische und italienische Justizthriller gelesen, von Barristern, Solicitors und Kronanwälten mit ihren Rosshaarperücken hatte ich keine Ahnung. Fazit Ihr merkt, ich schreibe etwas um den heissen Brei, weil ich nicht zu viel spoilern möchte. Schliesslich will ich es euch nicht nehmen, die Spannung selber zu erfahren, gedanklich mit Tessa in den Zeugenstand zu treten, für sie, für alle Frauen und am Ende gegen das aktuelle patriarchale System. Suzie Miller hat mit "Prima facie" einen spannenden, gesellschaftskritischen, feministischen Gerichtsroman geschrieben, dessen Botschaft definitiv von allen Gesetzgeber*innen gehört werden sollte. Die Fakten Prima facie Suzie Miller Katharina Martl (Übersetzung aus dem Englischen) Kjona Verlag 352 Seiten Erschienen am 29.01.2024 Hardcover ISBN: 978-3-910372-21-4 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Suzie Miller auf Instagram Kjona Verlag auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Kjona Verlag und Netgalley für das digitale Rezensionsexemplar. Diese Romane rund um Klassismus und Feminismus könnten dich auch interessieren Zusammenkunft - Natasha Brown (Suhrkamp 2022) Maman - Sylvie Schenk (Hanser 2023) Eine Tochter Harlems - Louise Meriwether (Rowohlt 2023) Second-Class Citizen - Buchi Emecheta (Blumenbar 2023) Ein anderes Brooklyn - Jacqueline Woodson (Piper 2019) Der Mann im Untergrund - Richard Wright (Kein & Aber 2022) Morgen, morgen und wieder morgen - Gabrielle Zevin (Eichborn 2023) Pizza Girl - Jean Kyoung Frazier (Kampa 2022) Das grüne Auge - Nathacha Appanah (Lenos 2021) 22 Bahnen - Caroline Wahl (Dumont 2023) *Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Fenster in der Nacht - Geschichten der Hoffnung
Bücher gegen das Vergessen gibt es viele. Neal Shusterman geht allerdings mit der Graphic Novel "Fenster in der Nacht" einen neuen Weg, indem er Geschichten aus dem Holocaust neu erzählt - voller Hoffnung und Zuversicht. Andrés Vera Martínez hat das Jugendbuch bildgewaltig illustriert. Neal Shusterman, US-amerikanischer Bestsellerautor jüdischer Abstammung, fasst "Fenster in der Nacht" in seinem Vorwort perfekt zusammen: "In diesem Buch geht es um unmögliche und wundersame Ereignisse, die sich nie zugetragen haben, inmitten von unmöglichen und undenkbaren Ereignissen, die allesamt wahr sind." Mit seinen "Geschichten der Hoffnung" schreibt er an gegen das Vergessen des Holocaust, pflanzt der furchtbaren Geschichte aber gleichzeitig einen Samen der Zuversicht, der Menschenliebe, des Glaubens an Freiheit ein. Und so können wir hinsehen, uns an die Shoah erinnern und den Mut fassen, es diesmal anders zu machen. Zu verhindern, dass sich dieses dunkle Kapitel der Geschichte wiederholt. Dass das nötig ist und dass wir gleichzeitig die Chance haben, es besser zu machen, zeigen die aktuellen Ereignisse in Deutschland rund um die Pläne der AfD und die Demonstrationen gegen den Faschismus und für den Erhalt der Demokratie und einer vielfältigen, freien Gesellschaft. Fantastische Wendungen trauriger Geschichten In fünf Geschichten erzählt Neal Shusterman Teile der Geschichte neu - immer mit wahren Elementen, Ereignissen, die sich so zugetragen haben oder könnten und die er dann um ein Element der Fantasie ergänzt. So öffnet sich drei jüdischen Mädchen, die von einer älteren Frau versteckt und einem Lieferjungen mit Essen versorgt werden, ein magisches Fenster in eine Art Paradies, in die Freiheit. Am Ende des Kapitels würdigt der Autor einige reale Helfer*innen, die Juden und Jüdinnen gerettet haben. In den weiteren Kapiteln wird ein KZ-Häftling zum Golem und bewahrt tausende Gefangene vor den Gaskammern. Widerständler*innen in den osteuropäischen Wäldern kommen Baba Jaga und andere Figuren der jüdischen und osteuropäischen Sagenwelt zur Hilfe. Fast 8'000 dänischen Jüdinnen und Juden hilft ein biblisches Element bei der Flucht über den Øresund nach Schweden. Und schliesslich transportiert eine kristallene Muschel die Traumata der Jüdinnen und Juden - und auch alle Stimmen der nie Geborenen - in unsere Zeit. So wird für eine Nachfahrin eines Holocaust-Opfers das Trauern möglich, aber auch der Schritt in eine Zukunft, in der sich diese Geschichte nicht wiederholen wird. Die Graphic Novel für Jugendliche ab 12 Jahren ist hochemotional - natürlich durch den Realitätsbezug, die immer wieder eingewobenen Fakten und das Aufzeigen dessen, was möglich gewesen wäre, wäre die Geschichte nur etwas anders verlaufen oder hätten die Widerständigen, die Helfenden und die Verfolgten tatsächlich magische Unterstützung erhalten. Zur Emotionalität trägt auch bei, wie der texanisch-mexikanische Comiczeichner Andrés Vera Martínez die Geschichten in Panels umgesetzt hat. Gerade die actionreichen Szenen erinnern an Marvel-Comics mit Superhelden, apokalyptischen Stimmungen und grosser Dynamik. Genauso wie der Autor in seiner Erzählung verschmilzt auch Martínez in seiner Bildwelt die harte, düstere Wirklichkeit mit Fantasy-Elementen. Viele Weitere Einblicke (in die englische Version) erhaltet ihr auf der Website von Andrés Vera Martínez. Fazit "Fenster in der Nacht" von Neal Shusterman und Andrés Vera Martínez ist für mich die Graphic Novel der Stunde. Bewegender und gleichzeitig hoffnungsvoller kann man vom Holocaust wohl kaum erzählen. Ein Buch gegen das Vergessen und für einen mutigen, menschenfreundlichen und kraftvollen Blick in eine bessere Zukunft! Die Fakten Fenster in der Nacht Geschichten der Hoffnung Neal Shusterman (Text) Andrés Vera Martínez (Illustration) Alexandra Ernst (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch) Loewe Graphix 256 Seiten Erschienen am 10.01.2024 Hardcover ISBN: 978-3-7432-1687-7 Ab 12 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Andrés Vera Martínez * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Gewässer im Ziplock
Dana Vowinckels Debütroman "Gewässer im Ziplock" gibt einen spannenden Einblick in jüdisches Leben in Deutschland und anderswo. Die 15-jährige Margarita begibt sich - eher unfreiwillig - auf die Spuren ihrer Familie in Berlin, Chicago und Jerusalem. Margarita Fuchs verbringt jeden Sommer im Süden Chicagos bei ihren Grosseltern mütterlicherseits. Nun ist sie 15 Jahre alt und hat eigentlich so gar keinen Bock auf die laut schmatzenden Grosseltern, Sonntagseinkäufe und irgendwelche Summer-School-Kurse. Viel lieber wäre sie zuhause bei ihrer besten Freundin und ihrem Schwarm. Und auch bei ihrem Vater Avi. "Die Großeltern lebten in einem Haus im Universitätsviertel auf der South Side von Chicago, das dreimal so groß war wie die Wohnung in Berlin und mindestens dreimal so still." / S. 10 Aus wechselnder Perspektive, aber immer in der dritten Person erzählt, erfahren wir von Margarita und Avi mehr über ihr aktuelles und früheres Leben. Avi ist in Jerusalem aufgewachsen, dann aber mit Margaritas Mutter Marsha nach Deutschland ausgewandert. Während es die Mutter im Land der Nazis nicht aushielt und die Familie verliess, als Margarita noch im Kindergarten war, blieb Avi als Kantor in Berlin, kümmerte sich alleine um Margarita. Und zu dieser meist abwesenden Mutter, die sich für ein Forschungsstipendium gerade in Jerusalem aufhält, soll Margarita nun von Chicago aus weiterreisen. Avi und die Grosseltern hoffen wohl auf eine Annäherung zwischen Mutter und Tochter. Margarita ist wenig begeistert davon, ergibt sich aber dem Druck und fliegt. "Und warum sollte ich plötzlich zu ihr fliegen wollen, wenn ich nicht mal weiß, wo sie wohnt. Wenn ich nicht mal weiß, auf welchem Kontinent sich meine Mutter nicht um mich kümmern kann, warum sollte ich dann dahin fliegen? Warum?" / S. 30 Schon bei der Ankunft in Jerusalem geht alles schief und eine spannungsgeladene, ja explosive Entwicklung der Mutter-Tochter-Beziehung ist vorprogrammiert. "...doch das Deutsche, das Andere, das Dazwischen quoll an allen Ecken und Enden aus ihr heraus wie Kulturbauschaum." / S. 162 Neben der eigentlichen Romanhandlung, die sich innert weniger Wochen abspielt, erzählt uns Dana Vowinckel auch viel darüber, wie es ist, als Jude oder Jüdin in Deutschland zu leben. Wie sich das in Jerusalem anfühlt und wie in den USA und wie weit das Empfinden von Person zu Person auseinandergehen kann. Wie sich Marsha überhaupt nicht vorstellen kann, ausgerechnet in Deutschland zu leben, wie es für Margarita das Selbstverständlichste ist, weil sie dort geboren und aufgewachsen ist, und wie der nicht sehr streng gläubige, aber im Glauben doch sehr verwurzelte und gleichzeitig israelkritische Avi an Berlin hängt. Diese Einblicke und Gedanken übers Jüdischsein, die Konfrontation mit Antisemitismus und einer immer rechteren israelischen Regierung machen den Roman für mich lesenswert. Nicht nur, aber erst recht vor dem Hintergrund des seit anfangs Oktober 2023 eskalierten Konflikts zwischen Israel und Gaza. Wenig nachvollziehbar fand ich hingegen die innerfamiliären Streitigkeiten und v.a. das Schweigen und die Abwesenheit der Mutter. Auch die Erzählstimme und der Coming-of-Age-Aspekt aus der Perspektive der 15-jährigen Margarita haben mich nicht ganz überzeugt. In Kombination mit der Tatsache, dass Margarita keine wirkliche Entwicklung durchmacht (angesichts der kurzen Zeitspanne der Handlung auch nicht erstaunlich) und sich das Beziehungschaos nicht zu entwirren scheint, war mir der Roman stellenweise zu langatmig. Fazit "Gewässer im Ziplock" von Dana Vowinkel ist ein nachdenklich stimmendes Debüt mit spannenden Einblicken ins jüdische Leben der Gegenwart und einigen sprachlichen Perlen. Wer mit möglicherweise unsympathischen Protagonist*innen (zumindest mir war niemand nah) umgehen kann, sollte es auf jeden Fall einmal mit dem Buch versuchen. Die Fakten Gewässer im Ziplock Dana Vowinckel Suhrkamp nova 362 Seiten Erschienen am 20.08.2023 Hardcover ISBN: 978-3-518-47360-3 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Dana Vowinckel auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Die Seitenangaben beziehen sich auf das E-Book und können entsprechend von der Printversion abweichen. *Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Monschau
(Werbung) Der letzte Pockenausbruch Deutschlands ist Thema von Steffen Kopetzkys Roman "Monschau". Das ist nicht nur spannend, sondern aufgrund der Corona-Pandemie auch aktueller denn je. Steffen Kopetzky hat sich den wahren Fall des letzten Pockenausbruchs in Deutschland im Jahr 1962 zum Vorbild für seinen Roman "Monschau" genommen. Er erzählt die historisch verbürgte Geschichte, die sich im kleinen Städtchen Monschau an der belgischen Grenze abspielte, nach. Der Pockenausbruch hat sich tatsächlich so ereignet und hat zu so manchen Massnahmen geführt, die uns von der aktuellen Pandemie nur allzu bekannt sind: Schulschliessungen, Quarantäne, Grenzschliessungen, die Absage des Karnevals. "Doch mitten in diesem Idyll lauerte das Ungeheuer, winzig, unsichtbar, aber tödlich." / S. 17 Gute Ergänzung von Fakten und Fiktion Der Fantasie des Autors entsprungen, aber von wahren Personen inspiriert, sind die Figuren des Romans. Im Zentrum stehen der junge Arzt Nikolaos Spyridakis, der aus Kreta stammt, und Vera Rither, Vollwaise und Alleinerbin der Bernhard-Rither-Werke. Diese Firma produziert Schmelzöfen - zum Beispiel für Stahlwerke oder die Papierindustrie - und steht im Mittelpunkt des Geschehens. Denn es war einer ihrer Mitarbeiter, der das Pockenvirus kurz vor Weihnachten von einer Geschäftsreise nach Indien mit in die Heimat zurück und damit in die Firma brachte. Die Kreisverwaltung reagiert sofort und lässt Professor Stüttgen, einen Dermatologen und Spezialisten für das Pockenvirus, aus Düsseldorf kommen, um der Lage möglichst schnell Herr zu werden. Nikolaos ist der einzige, der sich bereiterklärt, ihn zu begleiten, um gemeinsam vor Ort die Patient*innen zu behandeln, Quarantänen durchzusetzen und die Pocken-Impfungen anzukurbeln. Als Betriebsarzt der Rither-Werke trifft er dann auf Vera und die beiden nähern sich an. Doch ihre sich anbahnende Liebe scheint unter einem schlechten Stern zu stehen, weil immer mehr und mehr Fälle auftreten, und sie bringen sich auch noch selbst in Gefahr! "Auf diese Weise musste er die bittere Erfahrung machen, dass er für all die Menschen, die von seinen Massnahmen betroffen waren, die sie ja schützen sollten, zum Gesicht der Epidemie wurde." / S. 269 Der Autor flicht viele Geschehnisse der deutschen sowie der Weltgeschichte des Jahres 1962 in die Handlung ein. Zur Verortung der Handlung und zur Charakterisierung der damaligen Stimmung zwischen deutschem Wirtschaftswunder oder dem Wettrennen zum Mond auf der einen Seite und Bombenanschlägen in Paris oder nuklearem Wettrüsten auf der anderen Seite, finde ich das durchaus sinnvoll. Allerdings übertreibt es Steffen Kopetzky für meinen Geschmack etwas, wenn etwa auch noch die Hamburger Sturmflut oder aus Weltkriegszeiten die Geschichte der deutschen Besatzung von Kreta nacherzählt werden. Das wirkt dann schon etwas sehr konstruiert und verleiht dem Buch ein paar Längen. Trotzdem liest sich der Roman aufgrund der dramatischen Geschichte rund um den Pockenausbruch, dessen Bekämpfung, die Verstrickungen rund um die Rither-Werke und nicht zuletzt die sich anbahnende Liebesgeschichte sehr gut. Aufgrund einiger Déjà-vus können wir bestimmt alle gut mitfühlen, welche Stimmung damals in und um Monschau geherrscht haben muss. Fazit Steffen Kopetzky erzählt in "Monschau" die Geschichte des letzten Pockenausbruchs in Deutschland nach und verwebt sie mit einer packenden Liebesgeschichte. Sehr gut spiegelt sich in den Protagonist*innen und der geschilderten Handlung der Widerstreit zwischen Wirtschaft und Gesundheit, den wir aus der Corona-Pandemie so gut kennen. Ein Roman mit historischem Fundament, mitreissendem Plot und bis in die Gegenwart reichenden Themen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Die Fakten Monschau Steffen Kopetzky Rowohlt Berlin 352 Seiten Erschienen am 22.03.2021 Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen (auch als Taschenbuch und Hörbuch verfügbar, siehe unten) ISBN: 978-3-7371-0112-7 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Hörbuchtipps zu Steffen Kopetzky Die Romane von Steffen Kopetzky gibt es auch als Hörbücher bei Argon bzw. Audiobuch und ihr habt über Storytel freien Zugang dazu. "Monschau" wird gelesen von Johann von Bülow und verspricht über 10 Stunden Hörgenuss. Ausserdem findet ihr "Damenopfer", "Risiko", "Grand Tour" und "Propaganda" Mit dem Link zum kostenlosen 45-Tage-Probeabo* (statt der üblichen 30 Tage) könnt ihr unverbindlich reinhören und habt zudem Zugang zu über 600'000 weiteren Hörbüchern und E-Books für Gross und Klein! Wir können es nur empfehlen. Wir hören sehr viel, ob nun zuhause oder unterwegs. Das Abo ist jederzeit kündbar. Nach der Probephase kostet es 14.90 Euro/Monat. *Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Das Geheimnis meiner Superkraft
Alison Bechdel geht in ihrer aktuellen Graphic Novel "Das Geheimnis meiner Superkraft" auf Sinn- und Selbstsuche und verknüpft das mit ihren wechselnden Sportleidenschaften, ihrer Kreativität und prägenden Lebensereignissen. Ein spannender, philosophischer Einblick in ihr Fühlen, Leben, Streben und Wirken in Comicform. Alison Bechdel kennt ihr vielleicht vom nach ihr benannten Bechdel-Test. Dass sie ihn nicht selber erfunden hat, sondern ihre Freundin Liz Wallace, könnt ihr in "Die Liga der Superfeminist*innen" von Mirion Malle nachlesen. Aber zum eigentlichen Thema: Alison Bechdel legt mit "Das Geheimnis meiner Superkraft" einmal mehr eine Art Memoir in Comicform vor. Nur diesmal durchschreitet sie die Jahrzehnte anhand ihrer wechselnden sportlichen Leidenschaften und verknüpft sie mit den Erfahrungen von Schriftsteller*innen anderer Epochen - etwa den Transzendentalisten der Romantik oder der Beat Generation der 1950er-Jahre, insbesondere Jack Kerouac. "Die 60er waren eine Welle der Befreiung, aber für meine Eltern kam sie zu spät, und ich war zu früh. Wir zappelten gemeinsam in ihrer Brandung." / S. 49 Wir erfahren also so einiges über ihr Leben, ihr Aufwachsen in den 60er und 70er-Jahren in Pennsylvania, ihre ersten beruflichen Erfolge, familiäre Schicksalsschläge wie den Suizid ihres Vaters sowie ihre queeren Beziehungen. Immer wieder durchzogen sind die Jahrzehnte von wechselnden Sporttrends - die sie so ziemlich alle mitmacht - und Bechdels Zusammenbrüchen und Rückschlägen - sei es nun wegen exzessivem Arbeiten, chronisch risikoreichem Substanzkonsum (Schmerzmittel und Alkohol), einer zerbrochenen Beziehung oder einer Depression aufgrund von unverarbeiteter Trauer. Sport ist da oft eine Flucht, auch sie manchmal toxisch im Ausmass, oder zumindest der Versuch, über irgendetwas die Kontrolle zu haben, stark zu sein und vielleicht irgendwie auch noch das wahre Ich zu finden. "Und wie sollen wir hoffen, die Welt zu verändern, wenn wir nicht mal unser jämmerliches Selbst ändern können?" / S. 231 Dabei erzählt sie ihre Biographie - besonders die sportlichen Exkurse - mit viel Humor, durchaus selbst- und gesellschaftskritisch. Und sie gewährt den Leser*innen - soweit man das beurteilen kann - einen unverstellten Blick auf ihre Selbstzweifel, die Herausforderung des kreativen Prozesses und ihre nicht immer gesundheitsförderlichen Copingstrategien. Das Geheimnis ihrer Superkraft oder den Weg zur Transzendenz verrät sie uns dabei nicht wirklich. Aber was wir aus der Lektüre mitnehmen können, ist sicherlich, dass Sport kein Selbstzweck sein sollte und langfristig auch keinen Ausweg aus dem vertrackten Alltag oder dysfunktionalen Beziehungen bietet. Das Wichtigste ist, im Hier und Jetzt und mit den Menschen zu sein, die man liebt. Und wenn der Ausblick von einem Gipfel euch neue Kreativität einhaucht, wenn euch nach einem neuen Paar Rennschuhe ist oder ihr Lust auf den neusten Yoga-Trend habt, go for it! Mit den philosophischen Ausflügen und den zahlreichen literarischen Referenzen ist "Das Geheimnis meiner Superkraft" nicht gerade ein easy read, aber allen, die sich für den kreativen Flow, Sport und das Leben einer Comic-Zeichnerin mit allen Höhnen und Tiefen interessieren, kann ich die Lektüre empfehlen. Besonders gefällt mir, dass mit Holly Rae Taylor Alison Bechdels Partnerin das Buch koloriert hat und das wunderschön mit den aquarellig anmutenden Farben. Die Fakten Das Geheimnis meiner Superkraft Alison Bechdel (Text + Illustration) Holly Rae Taylor (Kolorierung) Thomas Pletzinger, Tobias Schnettler (Übersetzung aus dem Englischen) Kiepenheuer & Witsch Verlag (KiWi) 240 Seiten Erschienen am 03.05.2023 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-462-00253-9 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Alison Bechdel auf Instagram Website von Alison Bechdel PS: Herzlichen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar. Weitere Graphic Novels für Erwachsene und Jugendliche Sibiro Haiku - Jurga Vilė und Lina Itagaki (Baobab Books 2020) Heartstopper - Volume 2 - Alice Oseman (Loewe Graphix 2022) Die Blüte von Paris - Gaëlle Geniller (Carlsen 2023) Simone de Beauvoir - Ich möchte vom Leben alles - Julia Korbik, Julia Bernhard (Rowohlt 2023) Ducks - Zwei Jahre in den Ölsanden - Kate Beaton (Zwerchfell & Reprodukt 2023) Quiet Girl - Debbie Tung (Loewe Graphix 2022) Radium Girls - Ihr Kampf um Gerechtigkeit - Cy (Carlsen 2021) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Lichtungen
"Lichtungen", der neue Roman von Iris Wolff ist erschienen und begeistert mit einer Liebes- und Freundschaftsgeschichte, verbunden mit der Geschichte Rumäniens, kluger Konstruktion und feiner Sprache. In ihrem neuen Roman "Lichtungen" erzählt Iris Wolff die Geschichte von Kato und Lev. Es ist die Geschichte einer Freundschaft (und Liebe) seit Kindertagen. Eine Geschichte, die in der Maramuresch im Norden Rumäniens begann, in einer Zeit, als Ceaușescu noch Diktator des kommunistischen Vielvölkerstaates war. Doch wir begegnen Kato und Lev erstmal auf einer Reise, dann in Zürich, wo Kato ihr Geld mit ihrer Kunst verdient. "Für ihn war diese Reise ein Aufbruch, für sie ein Übergang, vielleicht sogar Abschluss. Und doch hatten sie sich in diesen gegensätzlichen Bewegungen wiedergefunden." / S. 18 Denn Iris Wolff erzählt die Geschichte rückwärts. Umgekehrt chronologisch steigt sie immer tiefer ein in die Leben der beiden - vor allem in das von Lev, eigentlich Leonhard. Schicht um Schicht legt sie die Geschichten seines Aufwachsens sowie der wechselhaften, aber immer besonderen Beziehung der beiden frei. So erfahren wir, wie Lev mit seinen drei Stiefgeschwistern aufwuchs, wie der Grossvater, der deutsch sprach und sich immer als Österreicher fühlte, sich nach seinem "Heimatland" sehnte. Wie Kato, den Traum einer guten Schulbildung aufgeben musste, um den Haushalt für ihren gewalttätigen Vater zu führen und sich mit Leuten aus dem Widerstand anfreundete. Und wie sie schliesslich mit einem Deutschen auf der Durchreise Rumänien und Lev hinter sich liess, wie so viele vor ihr. "Mit ihrem Fortgehen hatte sie etwas mitgenommen, einen Sinn, eine Freude, und er konnte nicht darüber sprechen, denn für alle anderen war es unwesentlich." / S. 53 Mit Lev reisen wir zurück in die Zeit der Diktatur, in seine Zeit bei der Armee, seine Arbeit in der Forstwirtschaft, seine Schulzeit. "Sie hatten auf das Ende der Diktatur gewartet, dann warteten sie auf das Neue, ohne zu wissen, was es mit sich brachte. Nichts hatten sie sich sehnlicher gewünscht als die Öffnung der Grenzen, und als sie offen waren, wussten sie nicht, was mit dieser Offenheit zu tun war. " / S. 65 Und in die Zeit, in der er ans Bett gefesselt war. Wie es dazu kam, erfahren wir erst später, aber leiden natürlich mit ihm mit, wie er das Geschehen um ihn herum nur aus der Ferne betrachten, ja, meist nur gedämpft erhören konnte. "Die Zeit zuvor kam ihm wie eine Probe vor. An irgendeinem Punkt musste er herausgefallen sein aus der Ordnung, und jetzt war er ein Überzähliger, einer, der in den hinteren Räumen verwahrt wurde." / S. 135 Iris Wolff erzählt aus der Perspektive von Lev von Kindheitserinnerungen, die sich einprägen, vom Verlust des Vaters, des Grossvaters, der liebsten Schwester, eines Freundes. Mal an den Tod, mal an die Ehe, mal an ein anderes Land oder das Studium in einer anderen Stadt. Nur Lev scheint in seinem Dorf an der Iza zu verharren. Und immer wieder ist da Kato und ist da Kater Khalil, seine wohl treusten Begleiter*innen - auch wenn er sie gerade aus dem Blick verloren hat. Die Autorin aus Siebenbürgen lotet Fragen von Zugehörigkeit, Aufbruch und Zurückkehren, Zusammenhalt und Wagemut, Zukunftsträumen und Realitäten, von Freundschaft und Liebe aus, ohne zu viel oder zu wenig zu sagen. "Lichtungen" liest sich grundsätzlich leicht, wir versinken sofort in der poetischen Sprache von Iris Wolff, fühlen uns Lev und Kato unmittelbar nah und folgen der Autorin sehr gerne beim Aufdecken all der Geschichten, die Lev und Kato schliesslich in Zürich wieder zusammenführen. Aufgrund des umgekehrt chronologischen Aufbaus, braucht es etwas Konzentration und es empfiehlt sich, den Roman möglichst am Stück zu lesen. Fazit "Lichtungen" von Iris Wolff ist mit seiner bildhaften, aber doch zurückhaltenden Sprache, dem Eintauchen in ein Leben und seine ganzen Verstrickungen, in eine besondere Beziehung und mit der klugen Konstruktion ein grosser Lesegenuss und ein wunderbarer Auftakt ins neue Lesejahr! Die Fakten Lichtungen Iris Wolff Klett-Cotta 256 Seiten Erschienen am 12.01.2024 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-608-98770-6 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Iris Wolff auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Klett-Cotta Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Die Seitenangaben beziehen sich auf das E-Book und können von der Printversion abweichen. Das könnte dir auch gefallen Angelina. Verlorene Familie - David Bielmann (Zytglogge 2023) Vatermal - Necati Öziri (Claassen 2023) Maman - Sylvie Schenk (Hanser 2023) Die Möglichkeit von Glück - Anne Rabe (Klett-Cotta 2023) Birobidschan - Tomer Dotan-Dreyfus (Voland & Quist 2023) Seemann vom Siebener - Arno Frank (Tropen 2023) Herkunft - Saša Stanišić (Luchterhand 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Going Zero
Habt ihr Lust auf eine richtig spannende Lektüre, die im Spannungsfeld von Geheimdiensten und Social Media spielt? Dann kann ich euch den Roman "Going Zero" von Anthony McCarten empfehlen. Cy Baxter, Unternehmer und Milliardär aus Chicago, hat grosse Pläne: Mit seinem Projekt FUSION will er in Kooperation mit der US-Regierung und deren Sicherheitskräfte (CIA, NSA und FBI), seinem eigenen Sozialen Netzwerk WorldShare und den besten Spezialist*innen wie Hacker*innen für die totale Überwachung in den USA sorgen. "Das, was die Leute an Cy so mögen, das, weswegen sie ihn so sympathisch finden, über seine Intelligenz hinaus und trotz seines Reichtums, ist die Art, wie er allem Anschein nach tatsächlich das Beste aus dem machen will, was er ist und was er besitzt, wie er wirklich etwas Gutes tun will für die Welt, wo er doch ebenso gut surfen gehen könnte. Oder mit einer Rakete ins Weltall fliegen." / S. 15 Jetzt steht der Beta-Test von FUSION an. Dafür wurden zehn möglichst unterschiedliche Personen aus den ganzen USA ausgesucht, die sich 30 Tage vor dem System verstecken sollen. Wer es schafft, bekommt 3 Millionen Dollar. Schafft es niemand, ist FUSION ein grosser Deal mit der US-Regierung sicher. Eine der sogenannten "Zeros" ist Kaitlyn Day, eine unscheinbare, eigenwillige, aber durchaus intelligente Bibliothekarin aus Boston. Weshalb sie bei dem Test mitmacht, erfahren wir natürlich erst nach und nach. Und da gibt es so einige Überraschungen! Mit ihr und den neun anderen Zeros rasen wir durch die ganze USA und sogar bis nach Kanada. Als Leser*in fiebert man natürlich mit, ich persönlich immer auf der Seite der Zeros. Nicht nur, weil Cy nicht so sympathisch ist, wie es obiges Zitat weismachen soll. Sondern auch, weil überhaupt nicht klar ist, dass die ganze Sache zu mehr Sicherheit führt. Viel wahrscheinlicher ist doch, dass die totale Information schlicht die Auslöschung jeglicher Privatsphäre bedeutet. Viele der Teilnehmer*innen werden relativ schnell gefasst. Meist verrät sie ein benutztes Handy, ihr Gangbild oder irgendeine Kleinigkeit, die von den Algorithmen als "auffällig" aus der Flut an Daten von Überwachungskameras, Kreditkartensystemen, Kommunikationsnetzwerken, Drohnen etc. herausgefiltert wird. Der in Neuseeland geborene und in London lebende Drehbuchautor und Schriftsteller Anthony McCarten hat seinen Roman mit Thrillercharakter spannend aufgebaut. Einerseits schon nur durch den Countdown der 30 Tage und der immer weniger werdenden Zeros, die noch im Spiel sind. Andererseits durch die häufigen Perspektivwechsel. Er erzählt zwar immer in der dritten Person, aber wir sind insbesondere sehr nah an Cy Baxter und seiner Geschäftspartnerin und Ehefrau Erika Coogan sowie an den Zeros - allen voran Kaitlyn - dran. So erleben wir den Betatest von beiden Seiten, kriegen die ganzen Emotionen hautnah mit und denken gleichzeitig ständig darüber nach, was von einem solchen Projekt zu halten ist, wem zu trauen ist, wer Böses im Schilde führt und welche unerwarteten Verbindungen da vielleicht noch auftauchen könnten. "Ein Leben wird bloßgelegt, fast wie bei einem chirurgischen Eingriff am offenen Herzen, überlegt er, das Brustbein durchgesägt, die Rippen nach außen geklappt, roh und offen liegt das Leben zutage, und dann wird Inventur gemacht, analysiert, traktiert." / S. 81 Das Ende mag dem einen oder der anderen etwas too much sein. Anthony McCarten schöpft da auf jeden Fall aus dem Vollen und lässt definitiv keine*n Leser*in kalt. Der Roman ist zeitlich nicht fix verortet. Er könnte genau jetzt spielen oder in einer nahen Zukunft. Betrachten wir die Entwicklungen rund um AI der letzten Monate, wurde er vielleicht sogar schon rechts von der Realität überholt. So erschreckend die ganzen Überwachungs- und Analysemethoden im Buch sind, so realistisch erscheinen sie mir auch. Fazit Anthony McCarten liefert mit "Going Zero" einen spannenden und auch emotional mitreissenden Roman im Dunstkreis von Geheimdiensten, sozialen Netzwerken und Künstlicher Intelligenz. Über den Betatest des FUSION-Projekts geraten private und staatliche Kräfte, wertvolle Güter wie Sicherheit und Privatsphäre, Vertrauen und Kontrolle, technischer Fortschritt und digitale Zurückgezogenheit in Widerstreit. Ob die Bibliothekarin oder das System am Ende die Nase vorne hat, müsst ihr selber herausfinden! Die Fakten Going Zero Anthony McCarten Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié (Übersetzung aus dem Englischen) Diogenes Verlag 464 Seiten Erschienen am 26.04.2023 Hardcover, Leinenbindung ISBN: 978-3-257-07192-4 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für das digitale Rezensionsexemplar. Die Seitenangaben beziehen sich auf das E-Book und können von der Printversion abweichen. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!













