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- Berg - Ein Tag mit Papa
Lust auf eine schöne Wanderung und gleichzeitig eine schöne Vater-Sohn-Geschichte? Dann ist das Silent Book "Berg - Ein Tag mit Papa" von Pete Oswald vielleicht etwas für euch. Auf Englisch (siehe Bild) heisst Pete Oswalds Bilderbuch schlicht "Hike". Ich füge euch unten aber die bibliografischen Informationen der deutschen Version ein. Da das Buch fast ohne Worte auskommt, funktioniert es aber auch in jeder anderen Sprache! ;-) Die einzigen Begriffe, die hier auftauchen, sind lautmalerische Wörter wie für das "Knock, Knock, Knock" vom Specht oder das "Click" der Fotokamera. Auf in die Wildnis Heute stehen der namenlose Junge und sein Vater früh auf und machen sich bereit für eine Wanderung. Ein kleiner Tannen-Setzling kommt auch mit. Was sie damit wohl vorhaben? Mit dem Auto geht es raus aus der Stadt und rauf in die Berge. Dann geht es zu Fuss weiter durch Wälder, über Stock und Stein. Ja, sogar ein Baumstamm über den Bach will überquert werden. Aber gemeinsam schaffen es Vater und Sohn über jedes Hindernis und werden mit der Schönheit der unberührten Natur belohnt: den erwähnten Spechten, dem Weisskopfseeadler, Hirschen, vorbeiziehenden Wildgänsen und den Spuren eines Schwarzbären! Eine Vater-Sohn-Geschichte mit nachhaltiger Wirkung Pete Oswald erzählt mit "Berg - Ein Tag mit Papa" nicht nur die Geschichte von einem Vater und einem Sohn, die zusammen einen erlebnisreichen Tag in der Natur verbringen, sondern spannt den Bogen noch weiter über Generationen. Denn die beiden machen ein Foto davon, wie sie einen Baum pflanzen, und kleben dieses Bild dann ins Familienalbum, indem wir bereits die Fotos vom Vater mit seiner Mutter und von der Grossmutter mit ihrem Vater usw. entdecken können. Und vielleicht kehrt ja einst der Sohn mit seinem Kind zurück an den Ort, wo er mit seinem Vater das Bäumlein gepflanzt hat, und kann einen stattlichen Baum bewundern. Im Anhang des Buches lässt uns Pete Oswald wissen, dass man nicht überall Bäume pflanzen darf, an manchen aber schon. Da sollte man sich vorab informieren oder auf eine Organisation zurückzugreifen, die sich um Aufforstungen kümmert. Ebenfalls ein Plus des Buches ist, dass der Junge und sein Vater People of Color sind und der Junge pink zu mögen scheint. Eine Mutter oder ein anderes Elternteil taucht nicht auf. Pete Oswald fokussiert also ganz auf das Vater-Sohn-Gespann und hat das Buch auch "Dad and Papa" gewidmet. Die Bilder hat der New Yorker Illustrator digital gezeichnet. Sie sind in gedeckten Farben (mit viel Grün und Blau) gehalten und reichen von kleinen Vignetten auf weissem Hintergrund bis zu doppelseitigen Abbildungen. "Berg - Ein Tag mit Papa" war übrigens 2022 nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Bilderbuch. Im Original wurde es in die Auswahl der Horn Book Fanfare aufgenommen, gewann den Award der Booklist Editor's Choice und der Kirkus Reviews Best Children’s Books. Fazit "Berg - Ein Tag mit Papa" von Pete Oswald schafft es ohne Worte, uns mit in die wunderbare Bergwelt zu nehmen, uns mit den Protagonisten Abenteuer erleben zu lassen und uns eine generationenverbindende Geschichte zu erzählen. Dabei versinken wir ganz automatisch in den wunderschönen, detailreichen Illustrationen und kommen ins Fabulieren über die Erlebnisse von Vater und Sohn. Eine grosse Empfehlung für alle Liebhaber*innen von Silent Books ab 4 Jahren. Die Fakten Berg - Ein Tag mit Papa Pete Oswald (Illustration) Von Hacht Verlag 48 Seiten Erschienen am 23.07.2021 Hardcover ISBN: 978-3-96826-011-2 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Pete Oswald Pete Oswald bei Instagram Weitere Kinderbücher mit Bergen Sherlock Holmes - Das letzte Problem - Hannes Binder (NordSüd 2022) Früh los - Daniel Fehr, Lotte Bräuning (Thienemann 2021) Elli, die Kleinste von allen - Lu Fraser, Kate Hindley (Thienemann 2021) Wieke und Ken - Karin Koch (Peter Hammer Verlag 2021) Mino und die Kinderräuber - Franco Supino (Baeschlin Verlag 2020) Das Ei von Aua - Rike Drust, Mareike Engelke (Kunstanstifter 2020) Hilda und der Bergkönig - Luke Pearson (Reprodukt 2019) Irgendein Berg - Fran Pintadera, Txell Darné (Peter Hammer Verlag 2018) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- The Youngest Marcher - Die Geschichte einer jungen Bürgerrechtlerin
Zum Start des Black History Month möchte ich euch das Kinderbuch "The Youngest Marcher" von Cynthia Levinson und Vanessa Brantley Newton vorstellen. Es erzählt die Geschichte der jungen Bürgerrechtsaktivistin Audrey Faye Hendricks. Immer im Februar wird in den USA der Black History Month gefeiert, ein Monat zu Ehren der Afroamerikanischen Bevölkerung und ihres Kampfes für Gleichberechtigung in den Vereinigten Staaten. Natürlich reicht ein Monat nicht aus, sondern das Erinnern an die Geschichte der Schwarzen Bevölkerung und der Aktivismus gegen Rassismus sollten das ganze Jahr hochgehalten werden. Aber dieser Monat bringt doch konzentrierte Aufmerksamkeit für dieses Thema und damit Gelegenheit, sich noch intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. Dass das dringend nötig ist, zeigen gerade die jüngsten Bestrebungen Floridas, den neuen Lehrgang "African American Studies" an seinen Colleges zu verbieten (vgl. Artikel in Time, 01.02.2023). Ins Gefängnis für die Freiheit Aber kommen wir zum Kinderbuch "The Youngest Marcher". Kinder- und Jugendbuchautorin Cynthia Levinson erzählt darin die wahre Geschichte von Audrey Faye Hendricks. Audrey wuchs in Birmingham, Alabama auf. Ihre Familie war befreundet mit Pfarrern und Bürgerrechtsaktivisten wie Martin Luther King, James Bevel oder Fred Shuttlesworth. Audrey saugte den Wunsch nach der Aufhebung der Rassentrennung beim gemeinsamen Abendessen und in den Messen auf. Klar, sie wollte im Bus auch sitzen, wo sie wollte, das Eis IN der Eisdiele geniessen und nicht nur draussen. Sie wollte nicht mehr die schmutzigen Wasserspender mit warmem Wasser nutzen und mit dem Warenlift fahren müssen, während sich die Weissen von Liftboys in weissen Handschuhen bedienen liessen. Als Martin Luther King im Frühling 1963 - also vor 60 Jahren - dazu aufrief, für die Bürgerrechte der Schwarzen auf die Strasse zu gehen und die Gefängnisse zu füllen, um die Justizpraxis der USA ad absurbum zu führen, war Audrey sofort begeistert von der Idee. Doch die Erwachsenen meldeten sich nur sehr zögerlich, wollten nicht ins Gefängnis. Als dann Reverend James Bevel im April vorschlug, dass Kinder auf die Strasse und damit ins Gefängnis gehen sollten, meldete sie sich sofort. Vom 2. bis 7. Mai 1963 nahmen zwischen 3'000 und 4'000 Kinder und Jugendliche am "The Children's March" in Birmingham teil und wurden verhaftet. Audrey war mit 9 Jahren die jüngste bekannte "Marcherin". Keine*r zu klein, um die Welt zu verändern! Cynthia Levinson erzählt die Geschichte so, dass Kinder und Erwachsene sofort nachvollziehen können, wie schlimm die Segregation für Kinder wie Audrey war, und sie spüren ihren unfassbaren Mut und ihren Glauben an die Freiheit für alle Menschen in den USA. Sowohl ich als auch meine Kinder hatten beim Vorlesen Tränen in den Augen und mussten schwer schlucken. Eine wirklich bewundernswerte Persönlichkeit! Vanessa Brantley Newton hat das bewegende Bilderbuch so gut illustriert, dass die Emotionen noch stärker transportiert werden, sowohl die Angst als auch den Triumph, als wenige Tage nach dem "Children's March" die Gesetze zur Rassentrennung in Birmingham ausser Kraft gesetzt wurden. Brantley Newtons Illustrationen sind durchsetzt mit Collage-Elementen. Wer mehr über Audrey Faye Hendricks und drei weitere junge Bürgerrechtsaktivist*innen erfahren möchte oder schon älter ist, kann sich auch das Jugendbuch "We've Got a Job: The 1963 Birmingham Children's March" von Cynthia Levinson vornehmen. Fazit "The Youngest Marcher" von Cynthia Levinson und Vanessa Brantley Newton erzählt aus Kinderperspektive, wie Audrey Faye Hendricks schon als junges Mädchen für die Rechte ihrer Schwarzen Mitmenschen einstand. Ein historisch spannendes und menschlich bewegendes Bilderbuch, das lange nachhallt! PS: Deutsche Versionen dieser Bücher scheint es leider nicht zu geben. Das Bilderbuch ist aber gut verständlich und in Deutschland auch als E-Book oder als Hörbuch erhältlich. Die Fakten The Youngest Marcher The Story of Audrey Faye Hendricks, a Young Civil Rights Activist Cynthia Levinson (Text) Vanessa Brantley Newton (Illustration) Atheneum Books (Simon & Schuster) 40 Seiten Erschienen am 17.01.2017 Hardcover ISBN: 978-1-4814-0070-1 Ab 5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Weitere Bücher über die Bürgerrechtsbewegung in den USA Harriet Tubman - Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara, Pili Aguado (Insel Verlag 2021) Freiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin - Fleur Daugey, Olivier (Jacoby & Stuart 2021) Harriet Tubman. Fluchthelferin bei der Underground Railroad. Aus der Sklaverei in die Freiheit - Ann Petry (Nagel & Kimche 2022) Nach der Flut das Feuer - James Baldwin (dtv 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Ein Winter hoch im Norden
Mögt ihr verschneite Landschaften? Dann ist "One Winter Up North" von John Owens wie gemacht für euch. Er nimmt uns in seinem Silent Book mit auf einen Campingausflug im Schnee in der wunderbaren Winterlandschaft von Minnesota. Packt euren Rucksack, schnallt die Schneeschuhe und setzt die Mütze auf! Mit John Owens geht es durch verschneite Birkenwälder und über gefrorene Seen. Owens ist freischaffender Illustrator und Dozent für Illustration und legt mit "One Winter Up North" einen Folgeband von "One Summer Up North" vor. Wieder besuchen wir so ohne Worte die "Boundary Waters Canoe Area Wilderness" im Norden Minnesotas, also eine Art Nationalpark, ein Schutzgebiet im Mittleren Westen der USA. Winter im Bilderbuch für alle Altersstufen Eine wirkliche Altersgrenze gibt es für dieses Buch nicht, da man sich das wortlose Buch ja selber erzählen oder es auch nur anschauen kann. Aber ich denke, etwas Geduld muss man für die eher ruhigen, aber doch wimmligen Bilder mitbringen, um sich richtig darauf einlassen und es geniessen zu können. Die Wasserfarben sind der Landschaft angepasst, entsprechend dominieren Weiss-, Grün- und Blautöne. Akzente setzen vor allem die rote Jacke und Mütze des Mädchens. Mit dem Auto fährt die dreiköpfige Familie zum Parkeingang. Von da geht es mit Schneeschuhen weiter. Das Gepäck ziehen sie auf Schlitten hinter sich her. Links und rechts des Weges entdecken wir Tiere des Waldes: ein Fuchs, Wölfe und Rehe. Dann steht die erste Übernachtung im Zelt an und das Mädchen sammelt Holz fürs Feuer. Am nächsten Tag geht es weiter durch die winterliche Landschaft. Wieder gibt es viel zu entdecken: Spuren verschiedener Tiere im Schnee, einen Schneehasen oder auch mal einen anderen Menschen mit dem Hundeschlitten. Und wieder neigt sich ein Tag dem Ende zu, illustratorisch wunderbar eingefangen von John Owens. Besonders gut kommt die Weite der Landschaft dank den doppelseitigen Bildern im Querformat zur Geltung. Fazit Im wortlosen Bilderbuch "One Winter Up North" von John Owens tauchen schon kleine Leser*innen ein in die wilde, verschneite Landschaft Minnesotas. So erleben kleine und grosse Leser*innen das Glück vom Draussensein und vom Erleben der Natur - ganz bequem vom Sofa aus! Die Fakten One Winter Up North John Owens (Illustration) University of Minnesota Press 36 Seiten Erschienen am 09.09.2022 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN 978-1-5179-1292-5 Ab 3 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Weitere Winterbilderbücher auf mint & malve Im Winterwald - Daniela Kulot (Thienemann 2021) Ein Tag im Schnee - Ezra Jack Keats (Carl-Auer Kids 2020) Unsichtbar in der grossen Stadt - Sydney Smith (Aladin 2020) Schneeglück verschenken - Heyjin Go (Atlantis 2020) Eine Sternschnuppe im Schnee - Yumi Shimokawara (Atlantis 2019) Ein Handschuh zu viel - Florence und Louis Slobodkin (Diogenes 2018) Stína - Lani Yamamoto (Helvetiq 2018) Noch mehr Silent Books bei mint & malve Le voisin - Walid Serageldine (Édition La joie de lire 2021) In unserem Garten - Irene Penazzi (Beltz & Gelberg 2021) Flucht - Issa Watanabe (Hanser Verlag 2020) Der lange Weg nach Hause - Laura Bednarski (Kunstanstifter 2020) Jim Curious - Streifzug durch den Dschungel - Matthias Picard (Reprodukt 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Akissi 4 - Die Königin der Nervensägen
Juhuuu, Band 4 von "Akissi" ist da! Das bedeutet, eine weitere Runde witzige, unterhaltsame und mit Klischees brechende Comic-Geschichten aus der ivorischen Grossstadt Abidjan vom bewährten Duo Marguerite Abouet und Mathieu Sapin. Wir sind ja seit Band 1 und 2 Fans von der kleinen, Schwarzen Heldin aus der westafrikanischen Grossstadt Abidjan. Band 3 habe ich euch natürlich auch vorgestellt. Und nun geht es mit "Akissi 4 - Die Königin der Nervensägen" genauso bunt und trubelig weiter wie in den Vorgängerbänden. Marguerite Abouet, die selbst bis zum Alter von 12 Jahren in Abidjan aufwuchs, erzählt Geschichten eines selbstbewussten, schlagfertigen Mädchens, das sich mit dem nervigen Bruder und autoritären Lehrern herumschlagen muss, aber zum Glück immer auf ihre Freund*innen und ihren tierischen Kameraden Bubu verlassen kann. Witzige Alltagsgeschichten von der Elfenbeinküste Im vierten Band geht es in 14 Comic-Episoden um den Schul- und Familienalltag von Akissi und ihren Freund*innen. Das zugrundeliegende Thema sind freundschaftliche und familiäre Beziehungen und wie sich Akissi in diesem Geflecht zurechtfindet und positioniert. Abouet verpackt das Ganze in humorvolle Geschichten, die auch gerne mal mit Fluchwörtern und ziemlich derben Witzen gewürzt sind. Das kommt bei den Kindern natürlich immer gut an! ;-) Als besonderes Thema taucht hier die "Bedrohung" auf, dass Akissi mit einem ausgewanderten Onkel mit nach Paris soll, um dort eine gute Schulbildung zu erhalten. Genial ist hier der klischierte Blick der Kinder auf das Leben im eisigkalten Europa, wo stark behaarte, ungepflegte Leute immer mit Baguette unter dem Arm herumlaufen. Wer will da schon hin?! Akissi sicher nicht und so hecken sie und ihre Freund*innen Pläne aus, um der Auswanderung zu entgehen. Marguerite Abouet zeigt das Leben in Abidjan mit seinen Besonderheiten und schreckt auch nicht davor zurück, die negativen Seiten abzubilden. Ein Privileg, das ihr als #ownvoice zusteht. Zu den 14 regulären Kapiteln kommt noch Bonusmaterial in Form eines ivorischen Rezepts und einem informativen Ländervergleich Elfenbeinküste vs. Frankreich. Fazit "Akissi 4 - Die Königin der Nervensägen" von Marguerite Abouet und Mathieu Sapin bietet rasanten Comicspass in 14 bunten Geschichten für Kinder ab 5 bis 6 Jahren. Akissi, die eigenwillige, aber liebenswürdige Heldin und ihre uns wohlbekannten Freund*innen haben wieder so einige Abenteuer zu bestehen und Gefahren zu überwinden. Mut und Humor verlassen sie dabei zum Glück nie - auch bei noch so bedrohlichen Szenarien wie einer Reise ins frostige Paris! Die Fakten Akissi 4 - Die Königin der Nervensägen Marguerite Abouet (Text) Mathieu Sapin (Illustration) Silv Bannenberg (Übersetzung aus dem Französischen) Reprodukt 96 Seiten Erschienen am 07.11.2022 Hardcover ISBN: 978-3-95640-351-4 Ab 5 Jahren zum Vorlesen, ab 7 Jahren zum Selberlesen Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Reprodukt für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Mein Freund, der Schneelöwe
Durch Zufall bin ich mit dem Bilderbuch "Mein Freund, der Schneelöwe" von Jim Helmore und Richard Jones auf das perfekte Buch für unsere aktuelle Situation gestossen. Wie Caro in "Mein Freund, der Schneelöwe" (auf Englisch: The Snow Lion) sind wir gerade umgezogen. Caro ist mit ihrer Mutter in ein neues Haus auf dem Hügel gezogen. Klar, hat sie zu Beginn noch keine Freunde. Doch da taucht im Haus mit den weissen Wänden, weissen Decken und weissen Türen der ebenso weisse Schneelöwe mit seiner riesigen weissen Mähne auf. Er wird zum ersten (imaginierten) Spielgefährten von Caro am neuen Ort. Zusammen spielen sie Verstecken, Caro reitet auf dem Schneelöwen und sie jagen sich durch die Zimmer des Hauses. Sie beobachten auch die anderen Kinder draussen. Doch Caro wagt es nicht, sie anzusprechen, obwohl ihr ein Junge sogar nett zuwinkt. Mit Zuversicht neue Freundschaften schliessen Der Schneelöwe macht ihr schliesslich Mut und sie traut sich, auf den Spielplatz zu gehen und sogar zu Bobby nach Hause. So findet sie sich langsam in der neuen Umgebung ein. Eines Tages lädt ihre Mutter all ihre Freund*innen ein, um die weissen Wände im Haus bunt zu streichen. Zuerst macht sich Caro Sorgen um ihren Schneelöwen. Wo geht der hin, wenn es im Haus keine weissen Flächen mehr gibt? Aber da beginnt es zu schneien, alles wird weiss und Caro wird klar, wo sie ihren Schneelöwen findet, wenn sie ihn braucht. Die beiden Briten Jim Helmore und Richard Jones zeigen uns mit ihrem Bilderbuch "Mein Freund, der Schneelöwe", wie lohnenswert es ist, auf mögliche neue Freund*innen zuzugehen. Klar, braucht das auch etwas Mut, aber wie im Fall von Caro, wird dieser meist belohnt und die Welt gleich bunter. Mit dem Verlauf der Geschichte wird auch klar, dass Caro zu Beginn noch Unterstützung braucht, einen treuen Freund im Rücken, der sie ermutigt, in die Welt hinauszugehen. Je besser sie sich in das neue soziale Gefüge eingefunden hat, desto weniger braucht sie diesen Rückhalt und kann ihn ziehen lassen. Die Illustrationen von Richard Jones sind in gedeckten Farben gehalten. Der Illustrator begeistert vor allem mit den unterschiedlichen Weissschattierungen vom Schneelöwen, der sich fast auf jeder Seite irgendwo versteckt. So ist auch mal nur sein Schwanz ganz fein zu erkennen, noch bevor Caro ihn kennengelernt hat. Ebenfalls toll finde ich die Dreiecksmuster, die immer wieder auftauchen. Der Verlag empfiehlt das Buch ab 4 Jahren. Für unsere 3-Jährige passt es auch schon wunderbar. Aber das hängt natürlich immer auch etwas vom Kind und von seinem Bezug zum Buch ab. Fazit "Mein Freund, der Schneelöwe" von Jim Helmore und Richard Jones ist das perfekte Bilderbuch, wenn ihr gerade frisch umgezogen seid oder ein Kind sonst etwas Mut brauchen kann, um auf neue Menschen zuzugehen. Zum aktuellen Winterwetter passt das Buch besonders gut. Die Fakten Mein Freund, der Schneelöwe* Jim Helmore (Text) Richard Jones (Illustration) Gundula Müller-Wallraf (Übersetzung aus dem Englischen) Knesebeck Verlag 32 Seiten Erschienen am 18.09.2019 Hardcover ISBN: 978-3-95728-182-1 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei Thalia auf Englisch (DE)* Buch kaufen bei Exlibris auf Englisch (CH) Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Das Buch ist leider vielerorts vergriffen, aber versucht es doch mal in eurer lokalen Buchhandlung oder in der Bibliothek. Auf Deutsch habe ich es noch bei Thalia in Österreich gefunden. Die ebenfalls leicht verständliche englische Version kann man auch in der Schweiz und in Deutschland bestellen. Beim grossen A habe ich aus Prinzip nicht nachgeschaut, aber auch das könnt ihr natürlich versuchen. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- The Goody - ein Bilderbuch übers Gutsein
Ist es gut, immer gut zu sein? Diese Frage stellt sich beim Vorlesen des Bilderbuchs "The Goody" von Lauren Child. Es regt damit zum Diskutieren und Nachdenken über "gutes" und "schlechtes" Verhalten und die Motivation dahinter an. Ihr kennt Lauren Child, die Londoner Kinderbuchautorin und -illustratorin, vielleicht von "Bleibt der jetzt für immer?"* oder von ihrer "Charlie und Lola"-Reihe. In "The Goody" geht es um den Jungen Chirton Krauss, der immer "gut" ist und alles macht, was ihm gesagt wird. Oft sogar, ohne dass seine Eltern ihm tatsächlich etwas sagen müssen! Er wäscht sich immer brav die Hände, wäscht ab, geht freiwillig ins Bett, ist den Broccoli auf seinem Teller und übernimmt sogar das Ausmisten des Hasenstalls für seine Schwester Myrtle. Sie benimmt sich im Gegensatz zu ihm oft "schlecht". Ist gut immer gut? Die Eltern der beiden erwarten richtiggehend, dass sie sich so verhalten, wie sie es üblicherweise tun. Sie haben Chirton sogar einen Button angeheftet, wo "Goody" drauf steht. Doch eines Tages geht Chirton auf, dass seine Schwester mit ihren schlechten Manieren sehr oft durchkommt und so viel mehr Freiheiten geniesst als er. Er will auch Abends noch fernsehen und etwas essen! Und so entschliesst er sich, dass nun Schluss ist mit dem "Gutsein". Wie die Geschichte ausgeht und wie Myrtle reagiert, verrate ich an dieser Stelle nicht. Aber Lauren Child regt die Leser*innen und jungen Zuhörer*innen ab ca. 4 Jahren dazu an, darüber nachzudenken, weshalb sie sich "gut" verhalten sollen oder auch nicht, wie Erwartungen der anderen unser Verhalten prägen und wie wir herausfinden, wie wir wirklich sind. Myrtle und Chirton erteilen am Ende des Buches sogar ihren Eltern eine Lektion im Gutsein und vor allem im Sich-selber-Sein! So kann man das Buch auch als "Kinderbuch gegen Adultismus" betrachten. Stilistisch bleibt sich Lauren Child in "The Goody" treu und hat das Buch in ihrem typischen Collagenstil gestaltet. Dabei mischt sie bemalte Papierstückchen mit solchen, die fotografiert sind und so zum Beispiel die Strukturen und Muster von Stoffen aufgreifen. So verleiht sie ihren Bilderbüchern einen zeitlosen Retrocharme. Dass ich collagierte Bilderbücher sehr mag, könnt ihr an anderen Buchtipps sehen. Ich habe euch unten eine Auswahl zusammengestellt. Klickt euch mal durch, wenn ihr den Stil auch mögt! Neben den schwarzen Textstellen gibt es immer wieder Sätze in Rot, die eine Art Kommentar zur Handlung bilden und die Leser*innen in die Lektüre einbeziehen und sie direkt ansprechen. Fazit In ihrem Bilderbuch "The Goody" treibt Lauren Child angepasstes Verhalten auf die Spitze und hält so nicht nur Kindern, sondern auch den Erwachsenen einen Spiegel vor. Auf humorvolle Art und mit ihren typischen Illustrationen im Collagenstil lädt sie so zum Nachdenken und Mitdiskutieren ein. Die Fakten The Goody Lauren Child (Text + Illustration) Orchard Books (Scholastic) 32 Seiten Erschienen am 03.09.2020 Hardcover ISBN: 978-1-4083-4758-4 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Lauren Child auf Instagram Noch mehr Bilderbücher mit Collagen bei mint & malve Herr Stämpfli. Am Samstag ist Zeitungsbündeltag - Severin Hofer, Rafael Casaulta (Baeschlin Verlag 2022) Peter lernt pfeifen - Ezra Jack Keats (Carl-Auer Kids 2021) Es war einmal und wird noch lange sein - Johanna Schaible (Hanser 2021) Ein Tag im Schnee - Ezra Jack Keats (Carl-Auer Kids 2020) Tina hat Mut - Tatia Nadareischwili (Baobab Books 2020) Urlaub ahoi - Corinna Antelmann, Nadine Kappacher (Tyrolia Verlag 2020) Wo wir zuhause sind. Unser Leben in Baumhaus, Schloss und Iglu - Singe Torp (E.A. Seemanns Bilderbande 2020) Wem gehört der Schnee? - Antonie Schneider, Pei-Yu Chang (NordSüd 2019) Wolkenbrot - Baek Hee Na, Kim Hyang Soo (Mixtvision 2019) Irgendein Berg - Fran Pintadera, Txell Darné (Peter Hammer Verlag 2018) Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin - Pei-Yu Chang (NordSüd 2017) Ich war's nicht!, sagt Robinhund - Alice Lima de Faria (Mixtvision 2017) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Galatea - eine Neuerzählung des Pygmalion-Mythos
Heute habe ich ein kleines, aber besonders edles Büchlein für euch: In "Galatea" erzählt Madeline Miller den Mythos von Pygmalion neu bzw. weiter - diesmal aus weiblicher Perspektive. Thomke Meyer ergänzt die Erzählung um seine opulenten Illustrationen. Im Sommer habe ich Madeline Millers "Ich bin Circe" gelesen und fand es richtig gut. Da habe ich mich natürlich über die Ankündigung des Eisele Verlags gefreut, dass mit "Galatea" bald ein weiteres Werk der amerikanischen Autorin mit dem Händchen für mythologische Stoffe erscheinen wird. Das schmale Bändchen enthält eine kurze Erzählung von Madeline Miller, ein Vorwort von der Autorin und einem Nachwort von Andreas Knabl. Thomke Meyers Illustrationen, die mich an Bilder im Jugendstil wie von Alfons Mucha erinnern, machen das Buch komplett und machen ein schönes Geschenk daraus. In der englischen Ausgabe, die ich mir heute angeschaut habe, gibt es nur ein Nachwort der Autorin (entsprechend dem Vorwort auf Deutsch), das Cover fällt weniger edel aus und die Illustrationen fehlen ganz. Ein Hoch also einmal mehr auf den Eisele Verlag für die tolle Adaption des Originals! Alten Stoff neu erzählen - mit feministischer Färbung Den Pygmalion-Mythos gibt es in zahllosen Varianten, nicht nur in Buch-, sondern auch in Film- oder Musicalform. Madeline Miller bezieht sich auf Ovids Version in den "Metamorphosen". Die Geschichte handelt vom Bildhauer Pygmalion, der von den Prostituierten angewidert ist und ganz auf weibliche Gesellschaft verzichtet. Dafür schafft er sich eine Frauenstatue aus Elfenbein. Pygmalion verliebt sich in die Statue und betet zur Göttin Venus, diese zum Leben zu erwecken, was tatsächlich passiert. Er heiratet die menschgewordene Statue, bekommt ein Kind mit ihr und lebt glücklich mit ihr bis ans Lebensende. Das Ende der Geschichte hat Ovid sehr knapp geschildert, es wurde aber mit der Geburt des Kindes meist als Happy End interpretiert. Madeline Miller setzt nun am Ende von Ovids Version an und erzählt die Geschichte weiter, aber ganz neu. Bei ihr erhält Ovids namenlose Statue/Frau den Namen "Galatea", Pygmalion hingegen wird zum namenlosen "Gatten". Galatea findet sich in einer engen Kammer, wo sie von Schwestern und Ärzten argwöhnisch bewacht wird. Weshalb sie hier ist, wissen sie und die Leser*innen nicht, aber sie soll möglichst ruhig liegen und kriegt ab und zu Tee eingeflösst. Immer wieder kommt ihr Gatte vorbei und sie muss ihre Erweckung von der Statue zum Menschen aus Fleisch und Blut mit ihm nachspielen. Danach hat er Sex mit ihr. Galatea spielt dieses Spiel mit, in der Hoffnung, ihrer Tochter Paphos wieder zu begegnen und ihr ein besseres, freieres Leben ermöglichen zu können. Wie wir aus dem Vorwort erfahren und in der Umsetzung merken, setzt Madeline Miller mit ihrer Erzählung einen Kontrapunkt zur männlichen perspektive, die weibliche sexuelle Unberührtheit fetischisiert, den Mann in der Kontrolle über die Frau sieht und die Frau zum Objekt degradiert, dessen Daseinszweck einzig in der Zufriedenstellung des Mannes besteht. "Ich glaube, mein Gatte hatte nicht erwartet, dass ich sprechen können würde. (...) Als er wünschte, ich möge zum Leben erwachen, hatte er sich vorgestellt, dass ich genau so bleiben würde, wie ich war, nur warm, damit er mich vögeln konnte." (S. 32) Um die Spannung nicht wegzunehmen, möchte ich nicht die ganze Handlung vorwegnehmen, aber auf jeden Fall, haben wir es bei Miller mit einer Galatea zu tun, die vom Objekt zum Subjekt wird, die spricht, die ihren Willen hat, die sich um die Freiheit ihrer Tochter sorgt, die ihr Leben in die Hand nimmt und ihrem Gatten, der sie faktisch nicht nur grob behandelt und zu kontrollieren versucht, sondern auch noch vergewaltigt, die Stirn bietet. Madeline Miller erzählt wie gewohnt packend, in eleganter Sprache, direkt und drastisch, aber immer auch mit einem Quäntchen Humor. Fazit Madeline Millers Fortschreibung des Pygmalion-Mythos in "Galatea" ist ein Anschreiben gegen das Patriarchat und eine weibliche Auflehnung gegen den "male gaze" in ganz vielen Interpretationen dieses mythologischen Stoffs. Das Buch weist damit über die eigentliche Geschichte hinaus und wirft ein ganz neues Licht auf Filme wie "Pretty Woman" oder Musicals wie "My Fair Lady". Eine grosse Leseempfehlung verknüpft mit der Hoffnung auf noch mehr stereotypensprengende Lektüre von Madeline Miller! Die Fakten Galatea Madeline Miller (Text) Thomke Meyer (Illustration) Ursula C. Sturm (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch) Eisele Verlag 80 Seiten Erschienen am 19.10.2022 Hardcover ISBN: 978-3-96161-141-6 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Madeline Miller bei Instagram PS: Herzlichen Dank an den Eisele Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Der junge Mann
Habt ihr schon etwas von Nobelpreisträgerin Annie Ernaux gelesen? Ihr Text "Der junge Mann" ist frisch auf Deutsch erschienen. Zeit, sich der preisgekrönten Autorin auch hier auf dem Blog einmal anzunehmen. Ich habe von Annie Ernaux, der französischen Autorin, die 2022 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, erst "Erinnerung eines Mädchens"* gelesen. Gefallen haben mir daran die soziologische Perspektive und der feministische Impetus. Mit der Ich-Erzählerin, also der Autorin selbst, wurde ich aber nicht warm. Die Auszeichnung und die Übersetzung ihres neuesten Buchs "Der junge Mann" durch Sonja Finck ins Deutsche sind Grund genug, es nochmals mit Annie Ernaux zu versuchen. In Frankreich erschien "Le jeune homme" (Gallimard) im letzten Jahr und wurde zum Bestseller, allerdings in der Sparte "Sachbuch". Suhrkamp veröffentlicht ihre autobiografischen Texte aber unter dem Label "Belletristik". Klar ist, dass es sich auch bei "Der junge Mann" um eine Erzählung aus Annie Ernaux eigenem Leben handelt. Sie erzählt davon, wie sie mit Mitte Fünfzig eine Beziehung mit einem über 30 Jahre jüngeren Mann, einem Studenten aus der Arbeiterklasse einging. Milieustudie und Analyse der Machtstrukturen Neben der eigentlichen Beziehungsgeschichte spricht Annie Ernaux mit ihrem Text wie gewohnt verschiedene gesellschaftlich relevante Themen an. Auf der Hand liegt das Thema "ältere Frau - junger Liebhaber". Eine Verbindung die damals wie heute aufgrund der patriarchalen Strukturen viel negativere Reaktionen auslöst als ein älterer Mann mit einer jungen Geliebten. Hinzu kommt die Thematik der Klasse. Ihr Freund A. (sie nennt ihn nur so) stammt aus einer armen Familie, spricht und verhält sich entsprechend. Er gehört also zu der Klasse, der Annie Ernaux durch die Heirat mit ihrem Mann entflohen ist und die sie überwunden hat - so denkt sie zumindest. Des Weiteren geht es viel um Erinnerungen, das Aufwachsen und wie man etwas wahrnimmt, wenn man es zum ersten Mal macht oder im Gegenteil schon einmal erlebt hat. "Er war Träger der Erinnerungen an meine erste Welt. (...) Er war die verkörperte Vergangenheit. " (S. 21) Auch die Machtverhältnisse zwischen A. und ihr selbst - geprägt von der unterschiedlichen Lebenserfahrung, aber auch dem materiellen Wohlstand und der Klassenzugehörigkeit - nimmt Annie Ernaux recht selbstkritisch unter die Lupe. So gibt sie zu, dass ein Machtungleichgewicht zwischen ihnen besteht und sie das ausnützt. Als ihr die Liaison nichts mehr bringt, distanziert sie sich und trennt sich schliesslich. Auch, dass sie sich über den Sex mit A. zum Schreiben motiviert, schildert sie unumwunden. Die Trennung erfolgt dann wohl auch nicht zufällig nah an der Fertigstellung eines ihrer Bücher. Meine Erfahrung der ersten Begegnung mit Annie Ernaux wiederholt sich also auch beim zweiten Versuch: An ihren Texten gefällt mir der soziologische Blick und die transportierte gesellschaftspolitische Kritik (insbesondere am Patriarchat). Ihre Werke machen die Erzählerin und damit die Autorin nicht gerade sympathisch. Das könnte man natürlich auch wieder als Stärke interpretieren, dass sie möglichst "objektiv" auf sich und ihr Leben blickt. Fazit "Der junge Mann" von Annie Ernaux ist eine interessante, kurze Lektüre mit berechtigter Kritik am patriarchalen Blick auf Beziehungen (vor allem, was das Alter der Partner*innen angeht). Der Text ist trotz seiner Kürze erstaunlich dicht und kriegt deshalb eine Leseempfehlung von mir, auch wenn ich dadurch nicht zum grössten Ernaux-Fan geworden bin. Die Fakten Der junge Mann Annie Ernaux Sonja Finck (Übersetzung aus dem Französischen) Suhrkamp Verlag 48 Seiten Erschienen am 16.01.2023 Hardcover mit Schutzumschlag 978-3-518-43110-8 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar. Noch eine Literaturnobelpreisträgerin bei mint & malve Gesang der Fledermäuse - Olga Tokarczuk (Kampa Verlag 2019) Die verlorene Seele - Olga Tokarczuk, Joanna Concejo (Kampa Verlag 2019) Autofiktionale / Autobiografische Romane bei mint & malve Schlesenburg - Paul Bokowski (btb Verlag 2022) Frau auf blossen Füssen - Scholastique Mukasonga (Peter Hammer Verlag 2022) Die Bagage - Monika Helfer (Hanser Verlag 2020) Das Haus in der Mango Street - Sandra Cisneros (Kampa Verlag 2020) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Der Himmel vor hundert Jahren
Yulia Marfutova entführt uns in ihrem Debütroman "Der Himmel vor Hundert Jahren" in ein russisches Dorf um 1918. Eine sprachlich besondere Zeitreise mit ebenso besonderen Charakteren. Im kleinen, aber nicht winzigen Dorf, in dem Yulia Marfutovas Roman "Der Himmel vor hundert Jahren" spielt, leben zwei alte Männer, Ilja und Pjotr. Wer von den beiden älter ist und wie alt genau, ist unklar, aber auch nicht so wichtig. Ilja hat ein Röhrchen, mit dem er das Wetter vorhersagen kann. Pjotr traut diesem modernen Ding nicht recht, er hält sich lieber an Althergebrachtes. "Das Röhrchen. Das kann einfach nicht gutgehen auf die Dauer. Für das ganze Dorf kann es nicht gutgehen. Nicht umsonst sagt man: Wo man den Geistern die Tür weist, da gehen sie nicht mehr hinein." (S. 20) So stehen die beiden für zahlreiche Gegensätze, die die deutsche Autorin mit russischen Wurzeln über den Plot, die Charaktere und ihre Dialoge anspricht. "...hier in der Gegend hat schliesslich alles mit dem Fluss zu tun; alles hat mit allem zu tun und jeder mit jedem." (S. 14) Es geht um Fortschritt und Tradition, Zukunftsglaube und Glaube ans Althergebrachte, Krieg und Frieden, Weisheit und Dummheit, Weltoffenheit und Dorfidylle, Freiheit und Leibeigenschaft, das Patriarchat und dessen Überwindung genauso wie verschiedene politische Systeme. All das kristallisiert um einen jungen Soldaten, der die Nachricht der Revolution ins Dorf bringt. Weshalb er hier gelandet ist, was er im Schilde führt und ob er bleiben wird, wissen wir nicht. In der 3. Person erzählt Marfutova immer wieder mit wechselndem Fokus von Ilja, Pjotr, ihren Frauen, weiteren Dorfbewohner*innen, vom Mann mit den sauberen Nägeln und der jungen Annuschka, Enkelin von Ilja und seiner Frau Inna. Die Kapitel sind kurz, reissen vieles an, legen mal falsche, mal richtige Fährten. Lassen auch einige Gedanken im Sande verlaufen. "Annuschka weiss nicht viel über Ideen, aber soviel weiss sie doch: dass sie unsichtbar sind, luftige Wesen, die nicht mit den Händen zu greifen sind. Dass etwas so Luftiges so gefährlich sein kann, geht über ihren Verstand." (S. 80f) Die Sprache mäandert in kurzen, einfachen Sätzen, die auch mal jäh abbrechen. Satzzeichen für direkte Rede gibt es nicht. Zu Beginn war das interessant, hatte einen gewissen Sog. Aber mit der Zeit nahmen die Anspielungen, losen Enden und die Wiederholungen, die scheinbar nirgends hinführen, Überhand und auch die Sprache und die so hergestellte Atmosphäre tragen nicht durch die gut 180 Seiten. Auch wenn es durchaus einige sprachliche Perlen zu entdecken gibt, wie ihr an obigen Beispielen seht. Ich nehme an, dass der Roman auch wegen seiner besonderen Sprache auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2021 gelandet ist. Auch das Setting der Umbruchphase im Russland am Anfang des 20. Jahrhunderts wäre spannend gewesen und die sonderbaren Charaktere haben ihren Charme. Trotz allem konnte mich der Roman nicht ganz überzeugen, die Personen blieben mir seltsam fremd, verschwammen ineinander und es war mir am Ende zu wenig Plot. Fazit "Der Himmel vor hundert Jahren" von Yulia Marfutova ist ein vielversprechender Debütroman, der nicht ganz einhält, was der Klappentext und der Einstieg erhoffen lassen. Einen zweiten, etwas stringenteren, aber sprachlich ebenso wagemutigen Roman von der Autorin würde ich durchaus gerne wieder lesen. PS: Türen und ein Schloss spielen im Roman eine besondere Rolle. Deshalb habe ich als Hintergrund eine über hundert Jahre alte Türe im Glarnerland ausgewählt. Nur falls sich die eine oder der andere gefragt haben sollte, wie es zu dem Bild kam. ;-) Die Fakten Der Himmel vor hundert Jahren Yulia Marfutova Rowohlt 192 Seiten Erschienen am 22.03.2021 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-498-00189-6 Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Home - ein Kinderbuch über Wohnungslosigkeit
Beschäftigt es eure Kinder auch immer sehr, wenn sie obdachlose oder wohnungslose Menschen sehen? Dann ist "Home" von Tonya Lippert und Andrea Stegmaier ein passendes Bilderbuch, um sich dem Thema anzunähern. Mit unserer temporären Auswanderung in die USA ist das "Zuhause" per se ein grosses Thema für die Kinder. Wo sind wir zuhause, was braucht es, um sich wohl und geborgen zu fühlen? Verstärkt wird die Frage nach dem Zuhause, wenn wir obdach- oder wohnungslose Personen sehen, was hier häufiger vorkommt als in der Schweiz. Die eigenen vier Wände Zu Beginn der Geschichte leben die Geschwister Clare und Wes in einem kleinen, braunen Haus mit Garten. Sie fühlen sich zuhause, machen es sich gemütlich mit Zeichnungen und Blumenkränzen für die Wände. Sie wissen, wo sich im Haus die besten Verstecke befinden und wo die grössten Schätze versteckt sind. Doch eines Tages verlassen sie mit ihren Eltern und ein paar wenigen Sachen im Koffer das braune Haus. Wo sie ab jetzt schlafen, sind sie nicht richtig zuhause. Sie versuchen zwar, es sich wieder gemütlich zu machen, aber es ist einfach nicht so richtig "ihres". Es fühlt sich an wie ein "nowhere". Und sie bleiben nie lange, ziehen mal hierhin, mal dahin. Trotz der schwierigen Situation, der damit verbundenen "Heimatlosigkeit", der Unsicherheit und den belastenden Fragen ihrer Freund*innen verlieren sie nie ganz ihren Mut und ihren Optimismus. Und vor allem wird ihnen bewusst, dass sie sich auf eines immer verlassen können: auf die Liebe und ihre Familie. Tonya Lippert, Autorin und Expertin für psychische Gesundheit, greift in ihrem Bilderbuch die eigene Erfahrung der Wohnungslosigkeit auf und bietet Kindern einen ersten Zugang zum Thema. Sie möchte damit sowohl Betroffenen Mut machen als auch Nicht-Betroffenen vermitteln, wie sich Wohnungslosigkeit anfühlt. Über die genaueren Umstände, die dazu führten, dass Wes und Clare wohnungslos wurden, erfahren wir nichts, aber im Zentrum des Kinderbuchs steht auch vielmehr das Gefühl, das mit dem Fehlen eines eigenen Zuhauses verbunden ist. Ebenso wichtig ist die Botschaft, dass auch Kinder und Erwachsene ohne festen Wohnsitz Menschen sind, Menschen, die Liebe, Würde und Schutz verdient haben. Im Nachwort macht die Autorin deutlich, wie wichtig es ist, offen mit Kindern über Wohnungslosigkeit und ihre Ursachen (meist eine Kombination aus Armut und Mangel an günstigem Wohnraum) zu sprechen. Emotionale Akzente im Bilderbuch Andrea Stegmaier hat "Home" mit ihren charakteristischen Illustrationen wunderschön bebildert. Indem sie farblich die Akzente bei den Kindern und ihrer Familie sowie ihren Freund*innen und ihren beiden Zuhauses - dem braunen und dem blauen Haus - gesetzt und die Umwelt grösstenteils schwarzweiss gestaltet hat, wird deutlich, wer und was auch emotional für Farbe im Alltag sorgt. Cool finde ich auch, dass drei von vier Familienmitgliedern rote Haare haben. Für Diversität sorgt die Illustratorin aus Stuttgart mit unterschiedlichen Hauttönen und einem Kind im Rollstuhl. Fazit "Home" von Tonya Lippert und Andrea Stegmaier ist eine gefühlvolle Annäherung ans Thema Wohnungslosigkeit in Kinderbuchform. Es bietet sich zum Vorlesen und Diskutieren mit allen Kindern ab 4 Jahren an, ob nun mit ihren Eltern oder Betreuungspersonen in der Kita oder im Kindergarten. Der Text ist knapp und in einfachem Englisch gehalten, so dass auch Eltern mit Grundkenntnissen das Bilderbuch gut verstehen werden. Die Fakten Home - A Story of Two Children Thrust Into Homelessness and Uncertain Housing Situations Tonya Lippert (Text) Andrea Stegmaier (Illustration) Magination Press 32 Seiten Erschienen am 08.02.2022 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-1-4338-3686-2 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Website von Tonya Lippert Tonya Lippert bei Instagram Website von Andrea Stegmaier Andrea Stegmaier bei Instagram PS: Herzlichen Dank an Andrea Stegmaier für das Rezensionsexemplar! Kinderbücher über Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und Zuhause bei mint & malve Was ist Zuhause? Vom Wohnen, Leben, Weggehen und Ankommen - Kristina Scharmacher-Schreiber, Lena Hesse (Beltz & Gelberg 2022) Manchmal male ich ein Haus für uns. Europas vergessene Kinder - Alea Horst, Mehrdad Zaeri (Klett Kinderbuch 2022) Kein Bett in der Nacht - Maria Inês Almeida, José Almeida de Oliveira, Cátia Vidinhas (Knesebeck 2021) Weihnachten mit Bernadette - Bernadette (NordSüd 2021) Wo wir zu Hause sind. Unser Leben in Baumhaus, Schloss und Iglu - Singe Torp (E.A. Seemanns Bilderbande 2020) Der kleine Trommler - Bernadette (NordSüd 2018) Der Weihnachtsbaum - Delia Huddy, Emily Sutton (Aladin 2015) Weitere Kinderbücher von Andrea Stegmaier Die gestohlene Weihnachtsgans - Johanna Lindemann, Andrea Stegmaier (Annette Betz 2021) Gebrannte Mandeln für Grisou - Nikola Huppertz, Andrea Stegmaier (Tulipan 2020) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!
- Alle meine Freunde - schön klischeefrei
Endlich ein Freundschaftsbuch ohne Feenstaub, Glitzer und Glimmer! Mit "Alle meine Freunde" können eure Kinder stilecht und erst noch klischeefrei Freunde sammeln. Habt ihr Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter? Ja? Dann sind bei euch bestimmt auch schon gefühlte 327 Freundschaftsbücher voller Prinzessinnen, Einhörner, Feen - oder noch schlimmer: Eisköniginnen! - nach Hause geflattert! Na, also. Meine ältere Tochter ist erst im ersten Kindergartenjahr, aber das Freundschaftsbuchfieber hat bereits epidemische Ausmasse angenommen (zumindest unter den Mädchen). Also musste dringend ein geeignetes Album her, das nicht die gängigen Klischees bedient. Die Suche war gar nicht so einfach. Denn wie eine kleine Umfrage in der Kinderbuchecke von MINT & MALVE auf Facebook gezeigt hat, sind genderneutrale, klischeefreie und erst noch schöne Freundschaftsbücher tatsächlich Mangelware. Da kam der Neuzugang im Shop von anyworkingmom (ja, neben dem Blog führen Andrea Jansen und ihre Kolleginnen einen genialen Shop mit superstem Zeug) wie gerufen: "Alle meine Freunde" ist das Freundschaftsbuch von schönegrüsse.ch, gestaltet von Nina Binkert. Es kommt in natürlichem Kleid daher, ist auf FSC-zertifiziertem Papier produziert, hat ein handliches Format, bietet Platz für 24 Kindergarten- oder Schulfreunde und ist sehr cool gestaltet: Jedes Kind kann sich auf einer Doppelseite austoben. Acht verschiedene Tiere führen jeweils durch die Seiten. Gesucht sind die üblichen Angaben zum Alter, die Haar- oder Augenfarbe, aber es wird auch ein Fingerabdruck verlangt und einige Fragen (z.B. nach der liebsten Blume, dem liebsten Kleidungsstück, Buch oder Getränk) variieren von Seite zu Seite. In der Umsetzung sind nicht nur die helfenden Eltern (das bleibt ja zumindest bei den Kleineren nicht aus) gefragt, sondern die Kinder selbst können zum Farbstift greifen - okay, ein bisschen Pink muss sein! ;-) - und ihre Finger aufs Stempelkissen und dann ins Buch drücken. Einziger Kritikpunkt: Der Titel des Buches ist nicht genderneutral formuliert. Hoffe, bei der nächsten Ausgabe heisst es "Alle meine Freund*innen" oder so ähnlich. Fazit Gerade jetzt, wo bald Sommerferien sind und das neue Schuljahr bevorsteht, bietet sich "Alle meine Freunde" als tolles Geschenk an. Ganz nebenbei beugt ihr mit dem klischeefreien Freundschaftsbuch von schönegrüsse.ch dem Wunsch nach kitschigeren Alternativen vor und euer Kind wird bestimmt lange nach der Kindergarten- oder Grundschulzeit noch gerne in den Erinnerungen an seine ersten Freund*innen schwelgen. Die Fakten Alle meine Freunde Das Freundschaftsbuch von schönegrüsse.ch Nina Binkert (Illustration) 24 Doppelseiten Erscheinungsjahr: 2019 Einblick und Bestellung bei anyworkingmom PS: Herzlichen Dank an anyworkingmom für das Rezensionsexemplar. PPS: Zwei schöne Beispiele von klischeefreien Freundschaftsbüchern findet ihr auch bei buuu.ch. Like it? Pin it! Mögt ihr meinen Buch- bzw. Geschenktipp? Dann freue ich mich, wenn ihr ihn euch auf Pinterest merkt.
- Die schönsten Vorlesegeschichten aus dem fliegenden Haus
(Werbung/Verlosung) Bist du kein Fan von traditionellen Märchen, liest aber gerne stimmungsvolle Geschichten vor? Dann sind "Die schönsten Vorlesegeschichten aus dem fliegenden Haus" vielleicht etwas für dich. Im Rahmen eines Adventskalenders darf ich das 13. Türchen öffnen und ein Exemplar verlosen! Kennt ihr den Podcast "Mira & das fliegende Haus"? Ich bin darauf gestossen, als gerade die ersten zwei, drei Folgen draussen waren. Das war vor fast 2,5 Jahren. Meine grösste Tochter (mittlerweile 9) haben die Geschichten sofort angesprochen, weil sie so voller Wärme und Freude sind und mit 100% Verständnis für die Fragen und Probleme der Kinder (und der Erwachsenen). Mittlerweile ist die Mira-Welt stark gewachsen. Neben dem Podcast gibt es auch ein Freundschaftsbuch, ein Kinderkochbuch, Kinderbücher, einen Film, Poster und Spiele. Ich möchte euch heute "Die schönsten Vorlesegeschichten aus dem fliegenden Haus" vorstellen, eine Sammlung von vier Geschichten für Kinder ab 3 Jahren, die eingerahmt sind von den Bewohner*innen vom fliegenden Haus: Das sind Mira, die rappende Maus MC Pieps und der sprechende Kater Kopernikus. Letzterer hat die Geschichten auch geschrieben und gemalt, ganz heimlich! Und nun überrascht er Mira und MC Pieps damit und liest ihnen und uns die Geschichten vor. Moa und der Wunschbaum In der ersten Geschichte geht es um Moa, der einen Wunschbaum im Garten hat, mit dem er sich alle Wünsche erfüllen kann. Und das tut er auch fleissig. Doch obwohl er eigentlich wunschlos glücklich sein sollte, ist er traurig. Durch den Postboten Herrn Ringelpeter kommt er auf die Idee, dass er die Wünsche ja eigentlich teilen könnte. "Vielleicht wächst unser Glück, indem wir es mit der Welt teilen!" (39) Wie er die Wünsche teilt und ob es ihn tatsächlich glücklicher macht, erfahrt ihr in der Geschichte. Neben der Message, dass Teilen glücklich macht, gefällt mir an der Geschichte, dass Moa eine körperliche Behinderung hat, diese aber gar nicht thematisiert wird. Auch die anderen abgebildeten Personen sind divers - in Bezug auf Hautfarbe, Alter, kulturelle Herkunft, Frisur und weitere Merkmale. Am Ende der Geschichte werden die kleinen Zuhörer*innen dazu angeregt, sich selbst Gedanken darüber zu machen, was sie sich wünschen würden, wenn sie irgendwo einen von Moas Wunschbäumen entdecken würden. Das Land der Gefühle Im Land der Gefühle leben die unterschiedlichsten Gefühle. Und weil sie so verschieden sind, kommt es auch öfter zu Streit. So gestaltet sich das Zusammenleben nicht einfach. Doch eines Tages taucht die Liebe im Land der Gefühle auf und verändert alles. Die Geschichte vermittelt schön, wie wichtig Zuhören und Verständnis sind. Gleichzeitig wird auch deutlich, dass alle Gefühle ihre Berechtigung haben und sein dürfen. Die Liebe und weitere Gefühle haben dunkle Hauttöne. Die Aufteilung der Gefühle scheint mir etwas geschlechterstereotyp, hier hätte ich mir zum Beispiel eine weiblich gelesene Wut und eine männlich gelesene Liebe oder Angst gewünscht. Denn diese Geschlechterstereotype sind gerade bei Gefühlsäusserungen immer noch stark in uns und unseren Kindern verankert. (Kleiner Buchtipp für Erwachsene am Rande: "Wut und Böse" von Ciani-Sophia Hoeder) Die Mondmaus Von der Liebe kommen wir direkt zur Selbstliebe und zum Vertrauen darin, dass niemand zu klein ist, um gross zu sein. Die Mondmaus schaut jeden Tag auf die Erde und bewundert ihre Schönheit. Doch die Menschen scheinen diese Schönheit gar nicht wahrzunehmen in ihren Häusern. Das würde die Mondmaus so gerne ändern, aber dafür müsste sie ja zur Erde fliegen. Unmöglich für eine kleine Maus? Auf keinen Fall, die Maus nimmt all ihren Mut zusammen und macht sich an den Bau einer Rakete. In der Geschichte begleiten wir die Mondmaus auf ihrer spannenden Reise zur Erde. Mit dem Blick von aussen wird uns wieder bewusst, wie wunderbar und schützenswert unsere Erde ist. Und mit der Mondmaus haben wir eine kleine, grosse Heldin, die zeigt, dass mit dem Glauben an uns selbst alles möglich ist! Die Tierolympiade In der vierten und letzten Geschichte veranstaltet das Eichhörnchen eine Weltmeisterschaft im Wetthüpfen. Frau Känguru gewinnt mit grossem Abstand und wird ordentlich gefeiert. Auch der Fisch freut sich mit ihr, doch gleichzeitig ist er ganz traurig, dass er selber keinen Zentimeter hüpfen konnte. Eigentlich ganz schön unfair, oder? Denn der Fisch hat ja durchaus auch seine Talente - Schwimmen und Tauchen zum Beispiel. Und so geht es eigentlich allen Tieren und die Eule sagt: "Wisst ihr, ich glaube, jeder und jede von uns hat eine ganz bestimmte Superkraft." (145) Und damit alle Tiere ihre Superkraft zeigen können, veranstalten die Tiere fortan eine Tierolympiade mit allen möglichen Spielen. Die Geschichte macht deutlich, wie unterschiedlich wir sein können, was Gerechtigkeit bedeutet und wie wir uns gemeinsam an den verschiedenen Superkräften freuen können. Vorlesegeschichten, die Mut machen Mira, Kopernikus und MC Pieps tauchen zwischen den Geschichten immer wieder auf, ordnen das Gelesene ein und leiten humorvoll und empathisch zur nächsten Geschichte über. So entsteht ein bestärkendes, diverses Gesamtwerk, das zahlreiche Themen rund um Selbstakzeptanz, Selbstwirksamkeit, Zusammenhalt und Empathie anspricht. Für die nächste Ausgabe wünsche ich mir anstelle des Binnen-I einen Gender-Stern oder einen Gender-Doppelpunkt. Dann wäre es perfekt und würde auch sprachlich der abgebildeten Diversität entsprechen! Das Buch kommt optisch edel daher und hat noch ein kleines Plus: Es ist mit einem Lesebändchen ausgestattet! Was gibt es Praktischeres? So macht es Freude, das Buch zum gemütlichen Vorlesen herauszunehmen und wenn dann doch die Äuglein zufallen - wie MC Pieps in der Geschichte - weiss man, wo man das nächste Mal weiterlesen kann. Fazit "Die schönsten Vorlesegeschichten aus dem fliegenden Haus" von MIRA und das fliegende Haus sind ein 160 Seiten starker Vorleseschatz. Die Geschichten bestärken die Kinder ab 3 Jahren darin, dass sie gut sind, wie sie sind - mit all ihren Gefühlen und Superkräften. Die Vorlesegeschichten könnt ihr übrigens auch einzeln kaufen, wenn euch eine besonders anspricht. Im Bild seht ihr "Das Land der Gefühle". Sie eignen sich natürlich auch als Geschenk - für Kinder und Erwachsene! Noch bis zum 14.12.2022 könnt ihr mit dem Code MIRASGESCHENK im Online-Shop versandkostenfrei bestellen, in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Fakten Die schönsten Vorlesegeschichten aus dem fliegenden Haus Mira und das fliegende Haus Mira (Text) Christine Weidemann, Ines Wildgruber (Illustration) MIRA BELLA e.K. 164 Seiten Erschienen am 28.09.2022 Hardcover mit Lesebändchen ISBN: 978-3-910287-01-3 Ab 3 Jahren Verlosung zum Kinderbuchadvent Im Rahmen der Kinderbuchblogger*innen-Aktion #Kinderbuchadvent, den wir alljährlich unter der Ägide von Kinderbuch-Detektive auf unseren Blogs und Social Media-Kanälen veranstalten, darf ich 1 Exemplar von "Die schönsten Vorlesegeschichten aus dem fliegenden Haus" an euch verlosen! So geht's: Verratet mir in den Kommentaren, welchen Wunsch ihr euch mit Moas Wunschbaum erfüllen würdet. Weitere Lose holen: Instagram Facebook Die Verlosung startet mir Freischaltung des Posts und endet am Freitag, 16.12.2022, 23:59 Uhr. Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch MIRA und das fliegende Haus. Zu diesem Zweck gebe ich deine Adresse weiter. Die Verlosung hat nichts mit Instagram oder Facebook zu tun. Viel Glück! Eure Eliane Sämtliche teilnehmenden Blogs vom Kinderbuchblogger-Adventskalender findet ihr bei Anna von Kinderbuch-Detektive. Das 14. Türchen öffnet Steffie von Kleiner Leser (auf Instagram).













