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  • Oh Baby! Reiner Wein übers Mamasein

    (Werbung/Verlosung) Die Autor*innen von Mamas Unplugged sind bekannt für die ungeschönte Wahrheit über Schwangerschaft, Geburt und das Muttersein. Und das ziehen sie auch in der Blogbox #1 durch. Überzeugt euch selbst und gewinnt eine der coolen Boxen! Ich bin auch ein Buch Blogbox, hääääh? Ja, so habe ich zuerst auch reagiert. Zum Glück erklären die Macher*innen der Blogbox #1 gleich selbst, worum es geht: Die Blogbox ist eine Sammlung unterhaltsamer, humorvoller und ehrlicher Texte übers Schwangersein, Gebären und Mamasein. Man könnte es auch "Buch" nennen, aber die Blogbox kommt nicht gebunden, sondern als Postkartenset im A5-Format in einer Kartonbox daher. Entsprechend können einzelne Karten auch verschickt, an die Wand gepinnt oder eingerahmt werden. Neumami-ABC, K(rampfstillen) und Wochenbett-Party Die Texte sind so vielfältig, wie die Mamas (der Papa und die Oma) Unplugged selbst: Da gibt es hilfreiche Tipps, witzige Anekdoten, wissenswerte Facts und ehrliche Erfahrungsberichte. Egal, ob in der Schwangerschaft mit dem ersten Kind, als frischgebackene Neomutter oder wie ich als mehr oder minder erfahrene Mama in der dritten Schwangerschaft, die Blogbox hat allen etwas zu bieten: Denn gehören wir nicht alle zum #teamnosleep, werden als Neumamas (gratis und franco) mit "mindestens sechsmillionensiebenhundertdreiunddreissigtausendvierhundertsechsundfünzig gut gemeinten Hilfestellungen" eingedeckt, beschäftigen uns tagein, tagaus mit BLW, ET, KIA und SSW? Ihr versteht Bahnhof oder meint, WWW stehe für das Ding namens "Internet"? Dann solltet ihr erst recht die Blogbox lesen, das Neumami-ABC hilft euch auf die Sprünge! Die Kehrseite der Medaille Die Blogbox überzeugt nicht nur mit den ungeschönten, ehrlichen, alltagsnahen Texten von Mamas, Omas, Hebammen und Papas, die aus eigener Erfahrung schreiben, sondern auch mit den witzigen Illustrationen auf der Vorderseite der Postkarten von Claudine Etter (Atelier C), die das Geschriebene perfekt auf den Punkt bringen und gleich nochmals zum Lachen bringen. Fazit Die Blogbox #1 von Mamas Unplugged hält, was sie verspricht: Sie schenkt euch reinen Wein ein (aber bitte erst nach der Stillzeit von mindestens sechs Monaten ;-)), was das Mutterwerden und Muttersein angeht. In 16 ehrlichen, humorvollen und unterhaltsamen Texten, kombiniert mit witzigen Postkartensujets, fühlt ihr euch als Schwangere, Neumutter oder erfahrene Glucke verstanden, erfahrt auch noch Neues - und wirklich Hilfreiches - und könnt in einem glücklichen Moment der Ruhe (okay, bei einigen hält die Blogbox trotz ihrer Kürze wohl Lesestoff für ein ganzes Mamajahr bereit) einfach mal abschalten. Die Blogbox eignet sich sowohl zum Selberlesen als auch zum Verschenken. Die Fakten Blogbox #1. Über Leben mit Baby Nadine Chaignat, Rahel Iten, Evelyne Gutknecht u.a. (Texte) Claudine Etter (Illustrationen) 16 Postkarten (A5) Erschienen im Mai 2019 Einblick und Bestellung bei Mamas Unplugged PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Mamas Unplugged. Like it? Pin it! Magst du diesen Geschenktipp? Dann merke dir den Pin für dich oder deine schwangere Freundin auf Pinterest! VERLOSUNG: Eine Blogbox #1 gewinnen! Mit freundlicher Unterstützung von Mamas Unplugged darf ich eine Blogbox #1 an euch verlosen. Die Verlosung findet bei MINT & MALVE auf Facebook statt und dauert bis Montag, 15. Juli 2019 um 23:59 Uhr. Alle Teilnahmebedingungen findet ihr direkt im Facebook-Post. Viel Glück!

  • Zeit statt Zeug - Minimalismus für Familien

    Minimalismus für Familien? Geht das überhaupt? Und wenn ja, wie? Und macht Minimalismus Sinn? Diesen und weiteren Fragen gehen Susanne Mierau und Milena Glimbovski in "Einfach Familie leben" nach - zusammen mit vielen Menschen, die es wissen müssen: minimalistisch lebende Teenager, nach dem Zero-Waste-Prinzip einkaufenden Familien, Produzentinnen von nachhaltigen Möbeln und vielen mehr. Minimalismus auf allen Kanälen Das Stichwort "Minimalismus" geistert derzeit durch viele Magazine, Blogs, Ratgeberliteratur, Pinterest-Accounts oder Podcasts und flimmert in Form von Marie Kondo auch über unsere Bildschirme. Zugegeben, ich habe ihre Sendung noch nie geschaut und beim Begriff der "Achtsamkeit", der beim Thema Minimalismus oft nicht fern ist, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Trotzdem klingt es verlockend, als Familie den Fokus mehr auf Zuwendung und Zeit statt auf viel Zeug zu legen. Die Idee dahinter: Entspannter durch den eh schon vollen Alltag gehen und erst noch nachhaltiger zu leben. Letzteres habe ich mir nicht erst seit der Lektüre von "Vier fürs Klima" vorgenommen. Doch mit den Schülerprotesten unter dem Motto #fridaysforfuture und den aktuellen Hitzetagen wirkt ein Umdenken und entsprechendes Handeln umso drängender. Minimalismus befreit Susanne Mierau, bekannt als Bloggerin von geborgen-wachsen.de, und Milena Glimbovski, die Gründerin des Supermarkts "Original Unverpackt", führen uns in "Einfach Familie leben" Schritt für Schritt an ein minimalistisches Leben als Familie heran. Sie machen deutlich, dass es nicht um Zwang gehen kann, dass jede Familie ihren eigenen Weg finden muss und dass nicht alles von heute auf morgen geschehen muss. Aber ebenso deutlich machen sie, dass Minimalismus und Familie keine Gegensätze sein müssen: "Minimalismus und Familie passen wunderbar zusammen, denn gerade in Familien ist es wichtig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Kinder brauchen vor allem Zeit, Zuwendung und Geborgenheit statt Zeug." (S. 7) So wird auch schon im Vorwort klar, dass es nicht einfach darum geht, wie Marie Kondo durch die Räume zu wirbeln und auszumisten. Sondern darum, seine Einstellung zu verändern und sich immer wieder zu fragen, was man wirklich braucht - und auf welches Zeug man getrost verzichten kann. Minimalismus vom Kleiderschrank, über die Küche, bis zum Reisen In acht Kapiteln nehmen sich die beiden Autorinnen den Bereichen Pädagogik, Wohnen, Kleidung, Ernährung, Pflege, Lifestyle und Mobilität an. Sie geben konkrete Tipps, befragen Spezialistinnen und Spezialisten (oft ebenfalls Blogger, Autorinnen oder Persönlichkeiten, die uns von Instagram & Co. bekannt sind) und liefern vor allem ganz viel Inspiration, wie denn so ein minimalistisches, nachhaltiges, bedürfnisorientiertes Leben mit Kindern aussehen könnte. So kann man sich auch einfach mal einen Bereich vornehmen und da seine Gewohnheiten umstellen - sei es nun das Ausmisten des Kleiderschranks, der Einkauf mit möglichst wenig Verpackung oder der umweltfreundliche Transport der Kinderschar. Neben den Interviews und Homestories mit Expert*innen und Eltern finden sich im Buch auch so einige Rezepte (z.B. für einen umweltfreundlichen Allzweckreiniger oder schadstofffreies Deo) und immer wieder kleine Merklisten oder übersichtlich zusammengefasste Tipps und Tricks. Fazit Mit "Einfach Familie leben" gelingt es Susanne Mierau und Milena Glimbovski nicht nur, uns zu zeigen, dass weniger eben oft mehr ist: Weniger Zeug, mehr Zeit. Weniger Zeug, mehr Ruhe. Weniger Zeug, mehr Orientierung. Weniger Zeug, mehr Nachhaltigkeit. Sie machen uns darüber hinaus so richtig Lust auf Minimalismus: Das Buch zeigt ganz konkrete Möglichkeiten zum nachhaltigeren Leben auf, gibt realistische Beispiele minimalistischer Gewohnheiten aus vielen, ganz unterschiedlichen Familien, liefert Rezepte für eigene Pflegeprodukte oder Putzmittel und strotzt nur so vor Inspiration - nicht zuletzt dank den wunderschönen Bildern. Die Fakten Einfach Familie leben Der Minimalismus-Guide: Wohnen, Kleidung, Lifestyle, Achtsamkeit Susanne Mierau, Milena Glimbovski (Texte) Katja Vogt (Bilder) Knesebeck Verlag 216 Seiten Erschienen am 16.04.2019 ISBN: 978-3-95728-270-5 Leseprobe und Bestellung bei Knesebeck PS: Herzlichen Dank an den Knesebeck-Verlag für das Rezensionsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst!

  • Gegen das Vergessen: Anne Frank

    Am 12. Juni 2019 wäre Anne Frank 90 Jahre alt geworden. Leider wurde ihr Leben - und das vieler Millionen - viel zu früh ausgelöscht. Und damit auch ihr Traum, Schriftstellerin zu werden. Grund genug, an ihr Leben und den Holocaust zu erinnern. Heute tue ich das mit der Biografie von Anne Frank in Form einer Graphic Novel, die in der Reihe "Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten" bei Laurence King erschienen ist, verfasst von Isabel Thomas (aus dem Englischen von Bettina Eschenhagen) und illustriert von Paola Escobar. Das jüdische Mädchen, das gerne Schriftstellerin geworden wäre, muss ich wohl den erwachsenen Leser*innen meines Blogs nicht mehr vorstellen. Die meisten von euch werden auch einmal das berühmte Tagebuch der Anne Frank gelesen haben. Das Sachbilderbuch "Anne Frank. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten" bringt Kindern ab 8 Jahren Anne und ihre Familie näher und erzählt daneben viel über die geschichtlichen Umstände - die Machtergreifung der Nazis, die Diskriminierung und Verfolgung der Juden, ihr Leben im Exil und im Krieg sowie den Holocaust. Besonders spannend finde ich die Informationen über Annes Leben im Hinterhaus, womit sie sich beschäftigte, was sie las, wie Anne in ihr Tagebuch schrieb und wie sie und die anderen Bewohnerinnen und Bewohner den Tag verbrachten. Sehr schlimm und traurig sind dann ihre Entdeckung, Verhaftung, die Einweisung ins Konzentrationslager und ihr Tod so kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Gekonnte Verschmelzung von Bild und Text Der Text ist dem Alter der Zielgruppe entsprechend einfach gehalten, beinhaltet aber trotzdem ganz viel Wissenswertes und komplexere Begriffe werden in einem Glossar genauer erklärt. Die farbigen Illustrationen ergänzen den Text und lockern ihn auf, einmal mit Sprechblasen, einmal mit einer spannenden Landkarte, einmal mit einem Aufriss des Hinterhauses, in dem sich die Familie Frank in Amsterdam versteckte und das heute als Museum zu besichtigen ist. Fazit Das Sachbuch "Anne Frank. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten" im Stile einer Graphic Novel von Isabel Thomas und Paola Escobar gibt Kindern ab 8 Jahren einen kindgerechten Einblick in Anne Franks Leben und die Geschehnisse, die ihr Leben und damit ihren Traum, Schriftstellerin zu werden, zerstört haben. Interessierte Kinder finden im Glossar und in der Zeitleiste vertiefende Informationen und erhalten auch weiterführende Lektürehinweise, unter anderem auf Anne Franks Tagebuch. Das Unerzählbare - gegen das Vergessen Dieses Sachbilderbuch über Anne Frank würde sich auch gut einreihen in das Leseprojekt "Das Unerzählbare" von Uwe Kalkowski alias Kaffeehaussitzer und die ergänzende Literaturliste "Gegen das Vergessen" für junge Leserinnen und Leser von Ute Wegmann. Schaut unbedingt mal beim Kaffeehaussitzer vorbei für weitere Bücher rund um den Holocaust! Anne Frank für noch jüngere Leser*innen habe ich in der Besprechung von "Anne Frank. Little People, Big Dreams" kürzlich vorgestellt. Eine ganz tolle Zusammenstellung von Graphic Novels über Anne Frank für Kinder ab 6 Jahren findet ihr auch bei Kinderbuch-Detektive. PS: In den Social Media findet ihr unter dem Hashtag #anne90 Beiträge rund um den 90. Geburtstag von Anne Frank. PPS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an Laurence King und Kirchner Kommunikation. Die Fakten Anne Frank. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten Isabel Thomas (Text) Paola Escobar (Illustrationen) Bettina Eschenhagen (Übersetzung) Laurence King 64 Seiten Erschienen am 15.02.2019 ISBN: 978-3-96244-060-2 Ab 8 Jahren Einblick und Bestellung bei Laurence King Like it? Pin it! Gefällt dir dieser Buchtipp zu Anne Frank? Dann merke dir den Pin dazu auf Pinterest, danke!

  • Fremde, neue Welt

    In seinem preisgekrönten Roman "In der Fremde sprechen die Bäume arabisch" erzählt Usama Al Shahmani seine Geschichte zwischen alter und neuer Heimat, zwischen Heimweh und dem Willen zum Neuanfang. Äusserst eindrücklich ist neben der erzählten Geschichte, dass Usama Al Shahmani - seit 2002 in der Schweiz - dieses Buch auf Deutsch geschrieben hat. Er wendet die deutsche Sprache so gekonnt an und verleiht ihr dabei eine ganz eigene arabische Melodie und Poesie, so dass wir uns wünschen, er hätte das Buch auf Arabisch schreiben und wir es in dieser Sprache lesen können. Flucht und neues Zuhause Aber nun zum Buch: Usama al Shahmani erzählt in sieben Kapiteln, wie es ihm nach der Flucht aus dem Irak in den Schweizer Asylzentren, auf Arbeitssuche, beim Gründen einer Familie und beim Einleben in der neuen Heimat erging. Mitten in diese Zeit des Ankommens in der neuen, fremden Heimat fiel das Verschwinden seines Bruders Ali, der nicht nur im Irak zurückblieb, sondern sich auch noch weigerte, die stark umkämpfte und damit sehr gefährliche Hauptstadt Bagdad in Richtung Süden zu verlassen. Usama hatte also nicht nur mit den Herausforderungen des Asylverfahrens, seiner Arbeitssuche, mit dem Versuchs, sich in der Schweiz irgendwie zu integrieren, die Sprache zu lernen, Freunde zu finden, eine Familie zu gründen und seine Tochter aufzuziehen zu kämpfen. Sondern er bekam auch noch ständig Nachrichten aus der Heimat, sorgte sich um seinen Bruder, bekam aus der Ferne die Streitigkeiten der zurückgebliebenen Familienmitglieder mit und konnte doch nichts tun. Gerade in dieser Zeit gaben ihm die Natur im Allgemeinen und die Bäume im Speziellen Kraft, Gelegenheit und einen Ort, um sich (auf Arabisch) verstanden und verwurzelt zu fühlen. Immer wieder dachte er bei Wanderungen und ausgedehnten Spaziergängen an die Rolle von Bäumen (z.B. der Dattelpalme) und des Waldes im Irak zurück, die so anders war als hier in der Schweiz. So verbindet er die beiden Kulturen und Landschaften mittels ihrer Bäume, deren Bedeutung für und Wirkung auf die Menschen. Die sieben Kapitel heissen etwa "Der Baum der Liebe", "Der Baum der Heimat" oder "Der Baum der Geduld". "Neige dich und schwanke, sei wie die Bäume im Wind, verhalte dich wie ein Baum und lass alles fliessen, denn alles wird vergehen." (S. 80) Für sein eindrückliches Romandebüt wurde Usama al Shahmani mit dem Terra Nova Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und dem Förderpreis der Stadt Frauenfeld 2018 ausgezeichnet und landete auf der Shortlist für das Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels 2019. Fazit Mit seinem Roman "In der Fremde sprechen die Bäume arabisch" gibt uns Usama Al Shahmani einen eindrücklichen, bewegenden Einblick in das Leben eines Flüchtlings, der in einer völlig anderen Welt gelandet ist und dem es - neben der eh schon schwierigen Ablösung von der alten Heimat - das Verhalten, die Prozesse und Gesetze des Gastlandes äusserst schwer machen, eine neue Heimat und Existenz zu finden. Mit dem Motiv des Baumes gelingt es Al Shahmani, uns in oft poetischen Sprachbildern Zerrissenheit, Hoffnung, Verzweiflung, Fremdsein, Loslassen und Ankommen näher zu bringen. Die Fakten In der Fremde sprechen die Bäume arabisch Usama Al Shahmani Limmat Verlag 192 Seiten Erschienen im August 2018 ISBN: 978-3-85791-859-9 Leseprobe und Bestellung beim Limmat Verlag PS: Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Limmat Verlag. Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann merke ihn dir als Pin bei Pinterest, danke!

  • Donnerwetter, was für ein Mädchen!

    Seid ihr auf der Suche nach einem Kinderbuch, das eure Kinder auf dem Sofa hüpfen und vor Begeisterung laut quietschen lässt? Dann ist "Donner und Dory!" von Abby Hanlon genau das Richtige für euch! Geschwisterliebe? Fehlanzeige! Und nicht nur das, auch das Vorlesen macht bei diesem Buch irrsinnigen Spass. Aber zuerst zum Buch: Wie der Untertitel schon sagt, ist Dory klein (naja, wie man's nimmt, sie ist stolze 6 Jahre alt), aber oho. Sie würde zu gerne mit ihren grossen Geschwistern Luca und Charlotte spielen. Doch de interessieren sich einfach nicht für sie, finden sie im Gegenteil total kindisch. Dory nimmt immer wieder neue Anläufe, löchert die beiden mit nervigen Fragen und macht unbeliebte Spielvorschlägen. Aber Luca und Charlotte lassen sich einfach nicht erweichen und erzählen Dory sogar ein Märchen von der schauderhaften Frau Knorpel-Knacker, die bereits unterwegs zu ihnen sei, um Dory für immer mitzunehmen. Auf in den Kampf! Da bleibt Dory nichts anderes übrig, als sich in ihre Fantasiewelt zu flüchten und mit dem Monster Mary, das ihr bei kleineren und grösseren Schandtaten treu zur Seite steht, und Herrn von Morps, einer guten Fee, den gefährlichen Kampf gegen die skrupellose Frau Knorpel-Knacker aufzunehmen. Ob ihr das gelingt, müsst ihr selbst herausfinden! Ich kann euch verraten, dass der Kampf äusserst lustig ist! Dory sprüht nur so vor Fantasie und geht unerschrocken ihren Weg. Abby Hanlon erzählt mit "Donner und Dory! Klein, aber oho" die mitreissende Geschichte eines kleinen Mädchens, das dazugehören möchte, um Aufmerksamkeit kämpft und das sich dank seiner äusserst lebhaften Fantasie auch ganz erfolgreich durch die Widrigkeiten des Alltags kämpft - seien das nun desinteressierte ältere Geschwister, der Besuch des Kinderarztes oder eben die Entführungsversuche von Frau Knorpel-Knacker. Das Buch verknüpft kurze Textpassagen mit illustrierten Sequenzen im Comicstil, die das Lese- oder Vorlesevergnügen komplett machen. Durch die Zeichnungen wächst uns nicht nur Dory sofort ans Herz, sondern wir können auch immer wieder über witzige Details lachen. Das Buch ist zwar 160 Seiten stark, aber durch die kleine Menge an Text und die vielen Bilder eignet es sich sowohl zum Vorlesen ab ca. 5 Jahren als auch zum Selberlesen ab etwa 7 Jahren. Fazit "Donner und Dory! Klein, aber oho" hat meine Tochter so begeistert, dass sie tatsächlich abwechselnd auf dem Sofa herumhüpfte, laut lachte und sich dann vor Spannung wieder die Hände vor die Augen hielt. Kein Wunder, durfte ich - einmal angefangen - nicht mehr aufhören mit Vorlesen und das Buch war an einem Nachmittag ausgelesen. Rein theoretisch würden sich die Kapitel aber auch gut zum etappenweisen Vorlesen oder Selberlesen eignen. Ihr könnt es ja versuchen! ;-) PS: Ganz lieben Dank an Rike Drust (aka @kinstabuch) für diese Buchempfehlung in der Kinderbuchecke auf Facebook! Wir sind schon gespannt auf die nächsten beiden Bände, die es ja zum Glück schon gibt: Donner und Dory! Echte beste Freunde Donner und Dory! Nicht zu bremsen Die Fakten Donner und Dory! Klein, aber oho Abby Hanlon (Text + Illustration) Sophia Marzolff (Übersetzung) cbt Verlag (Verlagsgruppe Randomhouse) 160 Seiten Erschienen am 31.08.2015 ISBN: 978-3-570-16375-7 Ab 7 Jahren (oder ab 5 zum Vorlesen) Leseprobe und Bestellung beim cbt Verlag Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst.

  • Endlich richtig Sommer!

    Sehnt ihr euch auch nach richtig sommerlichen Temperaturen? Dann ist Petra Hartliebs neuster Roman "Sommer in Wien" genau das Richtige für euch. Es ist die Fortsetzung von "Ein Winter in Wien" und "Wenn es Frühling wird in Wien" (zu meiner Besprechung). Logisch also, dass es auch hier um Marie, das Kindermädchen des berühmten Schriftstellers Arthur Schnitzler, und Oskar, den jungen Buchhändler in der Buchhandlung "Friedrich Stock" geht. Die beiden haben sich in Wien kennengelernt und schnell verliebt. Ob ihre Beziehung eine Zukunft hat, steht allerdings in den Sternen. Auf in die Sommerfrische! Wir schreiben Juli 1912 und Marie, das Bauernmädchen vom Lande, fährt zum ersten Mal in ihrem Leben in Urlaub. Nicht irgendwo hin, sondern ans Meer, auf die mondäne Insel Brioni in der Adria. Sie wird dort als Kindermädchen von Heinrich und Lili Schnitzler gebraucht. Der Urlaub ist also auch mit etwas Arbeit verbunden, aber trotzdem, für Marie ein sehr aufregendes Erlebnis. Nur schon die Anreise mit Bahn und Schiff ist ein wahres Abenteuer. Auf der Überfahrt denkt sie nicht nur an den daheim gebliebenen Oskar, sondern auch an Fanni Gold. Die Buchhändlertochter die beinahe mit der Titanic untergegangen wäre und um einen Weg zurück ins normale Leben kämpft. Thema im Buch ist denn auch nicht nur, wie es mit der Beziehung zwischen Oskar und Marie weitergeht. Sondern auch wie Fanni mit dem Schicksalsschlag zu kämpfen hat, dass ihre heimliche Geliebte das Schiffsunglück nicht überlebt hat. Auch hier spielt Marie mit ihrer umgänglichen, bodenständigen, einfühlsamen Art eine wichtige Rolle. Das Ende der Belle Époque Und langsam rückt der Beginn des Ersten Weltkriegs näher und so spielen die politische Bedrohung und die Frage der Religion am Ende dieses Buches eine immer stärkere Rolle. Kein Wunder, wollen wir am Ende des schmalen Bändchen unbedingt wissen, wie es Marie und Oskar in den bevorstehenden stürmischen Zeiten ergehen wird. Fazit Petra Hartliebs "Sommer in Wien" ist wieder ein mitreissender Roman, der geschickt historische Hintergründe und eine fiktive Liebesgeschichte verbindet. Mit den ersten Sätzen sind wir schon mitten in der Geschichte von Marie und Oskar. Und mit den letzten Sätzen wünschen wir uns nichts mehr, als dass wir die beiden weiter auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten dürfen. Die Fakten Sommer in Wien Petra Hartlieb Dumont 176 Seiten Erschienen am 17.05.2019 ISBN: 978-3-8321-8372-1 Leseprobe und Bestellung bei Dumont Website von Petra Hartlieb Die Vorgänger-Bände: Band 1: Ein Winter in Wien, Petra Hartlieb, Verlag Kindler, 176 Seiten, 2016 Band 2: Wenn es Frühling wird in Wien, Petra Hartlieb, Dumont Verlag, 176 Seiten, 2018 Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar an den Dumont Buchverlag. Like it? Pin it! Magst du meinen Buchtipp? Dann freue ich mich, wenn du dir den Beitrag auf Pinterest merkst.

  • Die Angst wegspielen

    Angst empfinden wir alle mehr oder weniger oft im Leben. Was aber, wenn die Angst überhandnimmt? Francesca Sanna nimmt sich dem Gefühl in ihrem Bilderbuch "Ich und meine Angst" an. Was das Kinderbuch mit dem Projekt "Spielen ohne Grenzen" von Pro Juventute zu tun hat, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Angst gehört zum Leben, so auch für das Mädchen in Francesca Sannas Kinderbuch "Ich und meine Angst". Sie ist eigentlich immer da, mal mehr, mal weniger präsent. Und wie das Mädchen im Buch können wir sie sogar als kleine Freundin empfinden, die uns überallhin begleitet, uns beschützt und mit uns so manches Abenteuer erlebt. Wenn die Angst regiert Was aber, wenn die Angst immer grösser und grösser wird und uns durch ihr "Beschützen" immer mehr einschränkt, einengt, einsam macht? So geht es dem Mädchen im Buch, als es in ein neues Land kommt, wo alles anders ist und niemand es versteht. Und damit knüpft Francesca Sanna mit dieser Geschichte an ihren Erstling "Die Flucht" an, von dem ich auch schon begeistert berichtet habe. Es geht auch hier um Migration und um die Herausforderung der Integration in einem völlig neuen Umfeld. Die Angst des Mädchens wird also immer grösser und mächtiger, drängt es nach Hause, weg von den anderen Kindern, von der Schule, vom Spielen, hält es sogar vom Schlafen ab und macht es so immer einsamer. Spielend gegen die Angst und für die Integration Bis ein anderer Junge aus der Klasse auf das Mädchen zugeht und sie beginnen, zusammen zu zeichnen, zu malen zu spielen. Und da erkennt das Mädchen, dass der Junge ja auch eine Angst hat, ja, dass alle Kinder eine kleine Angst bei sich haben. Mit dem gemeinsamen Spielen, der Integration in die neue Klasse, dem immer besseren gegenseitigen Verstehen wird die Angst des Mädchens langsam immer kleiner und kleiner. Mit ihrem Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren nähert sich Francesca Sanna dem Gefühl der Angst in seiner ganzen Vielfältigkeit. Sie macht nicht nur mit der Handlung, sondern auch mit ihren Bildern klar, dass die Angst Teil von uns allen ist, uns alle begleitet, dass sie je nach Situation grösser oder kleiner sein kann und was gegen die Angst hilft: z.B. eine gemeinsame Sprache, gemeinsames Spielen und das Wissen um die Ängste der anderen. So wird klar: Angst ist nicht einfach schlecht, sie hat auch ihre guten Seiten, gehört zum Leben und solange sie nicht überhandnimmt, hilft sie uns auch. Fazit Mit "Ich und meine Angst" gelingt es Francesca Sanna in ihrem unverkennbaren Illustrationsstil, ein Gefühl fassbar, nahbar, sichtbar zu machen und bietet so Kindern ab 4 Jahren und ihren Bezugspersonen eine tolle Gelegenheit, um über Angst ins Gespräch zu kommen. Und mehr noch: Sie nimmt der "Angst" ihr Stigma und erzählt damit eine berührende Geschichte über Integration. Die Fakten Ich und meine Angst Francesca Sanna NordSüd Verlag 40 Seiten Erschienen am 07.02.2019 ISBN: 978-3-314-10471-8 Ab 4 Jahren PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Geflüchteten Kindern das Spielen ermöglichen - jetzt Crowdfunding unterstützen! Pro Juventute setzt sich im Rahmen seines Projekts "Spielen ohne Grenzen" dafür ein, dass Kinder in Asyl- und Durchgangszentren Raum und Zeit für unbelastetes, unbeschwertes Spielen erhalten. Denn Spielen hilft, mit traumatischen Erlebnissen (z.B. von der Flucht) umzugehen, zurück in einen fröhlichen Alltag zu finden, Kind zu sein. Unter dem Motto "Spielen hilft heilen" hat die gemeinnützige Stiftung deshalb ein Crowdfunding für einen Spielbus lanciert. Mit dem Spielbus besucht Pro Juventtute verschiedene Asyl- und Durchgangszentren in der Schweiz. Mit im Gepäck ist eine ganze Palette an Materialien, die die Kinder und Jugendlichen mit dem Team vor Ort zu Spielgeräten zusammenbauen. So entsteht ein selbstgebauter Spielplatz und eine bleibende Spielzeugsammlung. Diese kleine vertraute Insel, auf der die Kinder Kind sein können, bleibt den Asylzentren erhalten. Noch zwei Wochen habt ihr Zeit, das Crowdfunding bei Wemakeit zu unterstützen, euch eure Belohnung zu sichern und den Kindern in den Asyl- und Durchgangszentren Spiel und Freude und so ein Mittel gegen die Angst zu schenken! Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann danke ich dir, wenn du ihn dir auf Pinterest merkst!

  • Dem Paradies entrissen

    Wer war die Frau an der Seite des berühmten Malers Max Liebermann und wie kämpfte sie im Zweiten Weltkrieg ums Überleben? Sophia Mott nimmt uns in ihrem Roman "Dem Paradies so fern" mit in Martha Liebermanns Leben. "Der Schlaf, wenn er kommt, ist voller Träume, die so wirklich erscheinen, als müssten se das Leben sein. Das aber ist ein Albtraum." (S. 7) Schon mit dem ersten Satz von "Dem Paradies so fern. Martha Liebermann" sind wir mitten drin, mitten in der Hölle, könnte man fast sagen. Es ist Herbst 1941, der Zweite Weltkrieg tobt und Martha Liebermann, die über 80-jährige Witwe des Malers Max Liebermann bangt in ihrer Berliner Wohnung um ihr Leben. Als Jüdin bleibt ihr nur noch die Hoffnung, dass die erhoffte Ausreisebewilligung vor dem Befehl zur Evakuation nach Theresienstadt oder in ein anderes Lager eintrifft. Der Kampf um die Ausreise Sophia Mott erzählt sehr kraftvoll und auf Basis eingehender Recherchen, wie Martha Liebermann um ihr Leben kämpft, unterstützt von Freunden wie Baron von Uexküll oder Graf Bernstorff, die versuchen, in der Schweiz oder Schweden so viel Geld aufzutreiben, wie die deutsche Regierung für die Ausreisebewilligung von Martha Liebermann verlangt. Ein Wettlauf gegen die Zeit im doppelten und dreifachen Sinne, denn die betagte Martha kämpft nicht nur gegen die bürokratischen Windmühlen der Nazis, sondern leidet auch unter gesundheitlichen Problemen und schliesslich droht bei jedem Bombenalarm ganz reale Gefahr von oben. Das Leben der Liebermanns Wir befinden uns aber nicht nur im Zweiten Weltkrieg, sondern blicken in zahlreichen Rückblenden mit Martha zurück in die Zeit, in der sie Max kennenlernte, in die Zeit ihrer Heirat, der Geburt von Tochter Käthe, dem Bau des Hauses am Wannsee, des Ersten Weltkriegs und in die Zwischenkriegszeit bis hin zum Tod von Max Liebermann im Jahre 1935, also noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. So schildert die Autorin eindrücklich, wie die jüdische Gemeinschaft (oder zumindest der optimistische Teil davon) auch immer wieder Hoffnung schöpfte, anerkannter Teil der deutschen Bevölkerung zu werden, des Landes, in dem sie geboren worden waren, in dem sie ihr Leben verbracht, für das sie sich engagiert, ja vielleicht sogar in einem Krieg gekämpft hatten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Hoffnung auf Anerkennung abgelöst vom Unglauben, dass es tatsächlich so schlimm sein könne, wie die Gerüchte befürchten liessen. Gibt es noch einen Ausweg? Sehr eindrücklich auch, wie der jüdische Anwalt der Familie während dem Krieg mit den völlig absurden Verordnungen der Nationalsozialisten, die eigentlich nur auf die Entrechtung, ja die Entmenschlichung der Jüdinnen und Juden abzielten, versuchte, sich im Dschungel der Paragraphen zurecht zu finden und seine Klienten nach bestem Wissen und Gewissen zu beraten. Als guter Rat eigentlich schon nicht mehr teuer, sondern unbezahlbar war. Das Ende der Geschichte sei an dieser Stelle für diejenigen, die sich wie ich mit den Liebermanns nicht näher auskennen, nicht verraten. Aber das folgende Zitat macht deutlich, dass es am Ende nicht nur um den Kampf gegen die Nazis, sondern auch um einen inneren Kampf ging: "Das hat sie nie gelernt. Loslassen, verkaufen, auflösen, liquidieren, das war immer Aufgabe der Männer in der Familie gewesen, die Frauen waren fürs Bewahren zuständig. Nun ist es, als hielte sie krampfhaft den Zipfel eines Kleides, das längst ist." (S. 297) Fazit Sophia Mott hat mich mit ihrem Roman "Dem Paradies so fern" über Martha Liebermann sehr beeindruckt. Sie verknüpft gekonnt die bekannten historischen Fakten mit dem unbekannten - aber äusserst nachvollziehbar und einfühlsam geschilderten - Seelenleben von Martha und den Leerstellen, die trotz ausführlicher Recherche bestehen bleiben. Dabei überlässt uns die Autorin nicht einfach der Verzweiflung ob der scheinbar ausweglosen Situation. Sie versteht es, immer wieder auch den Humor und die Hoffnung, den Lebens- und Überlebenswillen und vor allem die Würde der Protagonistinnen und Protagonisten durchscheinen zu lassen. Nicht nur ein eindrückliches Zeitdokument, sondern auch ein starkes Plädoyer gegen das Vergessen. PS: Herzlichen Dank an Ebersbach & Simon und Kirchner Kommunikation für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Der Paradies so fern. Martha Liebermann Sophia Mott Ebersbach & Simon 336 Seiten Erschienen am 20. Februar 2019 ISBN: 978-3-86915-172-4 Informationen und Bestellung auf der Website von Ebersbach & Simon Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann merke ihn dir auf Pinterest und verbreite so die Inspiration. Danke!

  • Kulinarischer Kinderbuchtipp

    (Werbung/Verlosung) In meinem neusten Gastbeitrag für Miss Broccoli geht es mit Beth Walrond und "So schmeckt die Welt" auf eine kulinarische Weltreise. Kommt mit und gewinnt sogar ein Exemplar! Beth Walrond nimmt uns in ihrem neuen Sachbuch für Kinder ab 6 Jahren mit auf kulinarische Entdeckungstour. Hier erfahrt ihr, welche Gerichte, Feste und Bräuche rund um den Globus Tradition haben. Ich stelle euch "So schmeckt die Welt" aus dem Verlag Kleine Gestalten bei Moana von Miss Broccoli im Detail vor. Hier sei nur so viel verraten: Dieses Buch ist ein Feuerwerk für eure Geschmacksknospen und für die Augen! Also schaut bei Miss Broccoli vorbei! Auf ihrer Facebook-Seite könnt ihr das Buch zudem gewinnen! Viel Glück und guten Appetit! PS: Herzlichen Dank an den Verlag Kleine Gestalten und Kirchner Kommunikation für das Rezensions- und Verlosungsexemplar. Like it? Pin it! Magst du diesen Kinderbuchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du den Pin dazu teilst!

  • Schicksalhafte Nächte in den Bergen

    In "Nachts in Vals" versammelt Tim Krohn Erzählungen, die er einst im Hotel Therme in Vals als Zimmerlesungen vorgetragen hat. Wie mir die schicksalhaften Geschichten gefallen haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag. Wenn es Nacht wird in Vals Mit seinen neun Geschichten von "Strahlende Nacht" bis "Letzte Nacht" entführt uns der deutsch-schweizerische Schriftsteller Tim Krohn ins kleine Bündner Bergdorf Vals, das für seine vom Architekten Peter Zumthor erstellte Therme berühmt ist. In jeder der acht Erzählungen spielt die Nacht eine besondere Rolle, ist sie sternenübersäte Kulisse, schützende Hülle für einsame Wanderungen, bedrohliche Dunkelheit, romantisches Bühnenbild oder heimliche Hauptakteurin. "Als er abends in die Lounge kam, spielte er keine Standards mehr. Er traf wohl noch die Noten. Doch was er spielte, waren keine Melodien oder Changes, er spielte ein gläsernes Gebäude von Cis und E und - nun, Tönen dazwischen." (S. 58, aus "Helle Nacht") Unter den Menschen, die nach Vals kommen, sind so unterschiedliche Personen wie die schwangere Schauspielerin Jlien aus Zürich, der altersschwache Jon aus Australien oder die jungen, aber schon nicht mehr so frisch verliebten Luca und Chiara aus Bergamo und der Trompeter Valentin aus dem nahen Ilanz. Die einen kommen, um sich aufzuwärmen im sprudelnd warmen Wasser des Thermalbads, andere, um widerwillig ihren Geburtstag zu begehen, und wieder andere, um dem Alltagstrott im Tal für eine Weile zu entfliehen, die Liebe wiederzubeleben, den richtigen Ton zu treffen oder einfach aus Tradition. "Sie stieg für drei Tage in einem der günstigeren Aussenhäuser ab (...) und pflegte ihre lieben Gewohnheiten, zu denen unbedingt ein Gang durchs Dorf und eine Wanderung hinauf nach Leis gehörten, mit jenem wunderbaren Blick über Vals, dessen Häuser von oben wirkten wie an den Berghang geweht." (S. 96, aus "Schwere Nacht") Tim Krohn erzählt sehr feinfühlig, mit wunderbaren Bildern, gekonnter Wortwahl und poetischem Klang von Leben, die ihren Kurs ändern, von Gefühlen, die sich verändern, von Erkenntnissen, die gewonnen, von Lieben, die verloren gehen, und von Lebensgeschichten, die weitergehen oder in Vals enden. Auf seiner Website liest euch Tim Krohn ein kleines Stück aus der ersten Geschichte vor. Fazit Ich bin selten Fan von Kurzgeschichten, aber bei Tim Krohns Erzählband "Nachts in Vals" stimmt alles: Die Geschichten haben die richtige Länge, mal einen klaren Abschluss, mal ein offenes Ende. Den Personen fühlen wir uns sofort verbunden oder fühlen uns abgestossen, die Schicksale reissen mit, die Sprache trägt uns poetisch hinfort. Kurz: Ich könnte das Buch noch und nochmals lesen und will sofort wieder nach Vals! Die Fakten Nachts in Vals Tim Krohn Galiani Berlin 160 Seiten Erschienen am 17.08.2015 ISBN: 978-3-462-31509-7 Leseprobe bei Galiani Berlin Als Taschenbuch bei Diogenes Website von Tim Krohn Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Möchtest du auch gerne mit Tim Krohn nach Vals reisen? Dann merk dir diesen Pin auf Pinterest. Danke!

  • Aus der Reihe getanzt

    Heute geht es weiter mit klischeefreien Kinderbüchern und zwar gleich mit einem Dreierpack. Endlich gibt es die Reihe "Little People, Big Dreams" auch auf Deutsch. Ich habe drei der sechs ersten Bände für euch ausgewählt. Lange mussten wir auf die "Little People, Big Dreams" warten. Im Frühling 2019 sind die ersten sechs Bände der Kinderbuchreihe über herausragende Persönlichkeiten nun im Insel Verlag endlich auf Deutsch erschienen und zwar alles Bände über rebellische Frauen (auf Englisch gibt es auch Porträts von Männern wie David Bowie oder Mahatma Gandhi etc.). Mit dabei sind: Frida Kahlo Marie Curie Anne Frank Rosa Parks Amelia Earhart Coco Chanel Geschrieben hat sie alle die spanische Autorin Isabel Sánchez Vegara, illustriert wurden sie von verschiedenen Illustratorinnen und aus dem Spanischen auf Deutsch übersetzt von Svenja Becker. Eine kritische Äusserung zur Aufnahme von Coco Chanel in solche Porträt-Serien weiblicher Vorbilder könnt ihr bei buuu.ch nachlesen. Frida Kahlo, berühmte Malerin Über Frida Kahlo habe ich bereits mehrmals berichtet - sei es rund um das Bilderbuch "Frida Kahlo und ihre Tiere", die biografischen Porträts "Good Night Stories for Rebel Girls" für Jugendliche oder die "Unerschrocken"-Comics von Pénélope Bagieu. Isabel Sánchez Vegara erzählt nun die Geschichte der berühmten mexikanischen Malerin, die zeitlebens mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, sich dadurch aber überhaupt nicht einschüchtern liess, in ähnlicher Weise nach, wie dies Monica Brown in "Frida Kahlo und ihre Tiere" getan hat. Also durchaus passend für Kinder ab 4 Jahren. Ergänzt wird die kindgerecht erzählte Geschichte um eine Doppelseite mit ausführlicheren und sehr interessanten Informationen und Fotos aus ihrem Leben. Die Illustrationen von Gee Fan Eng sind in ihrem sehr kindlichen Stil weniger nach meinem Geschmack. Die Fakten Frida Kahlo. Little People, Big Dreams Isabel Sánchez Vegara (Text) Gee Fan Eng (Illustration) Svenja Becker (Übersetzung) Insel Verlag Berlin 32 Seiten Erschienen am 11.03.2019 ISBN: 978-3-458-17797-5 Marie Curie, herausragende Wissenschafterin Die französisch-polnische Wissenschafterin Marie Curie, geboren als Maria Sklodowska in Warschau, fasziniert mich, seit ich in der Schule ihre Biografie gelesen habe. Leider weiss ich nicht mehr genau, welche es war und ob es sie noch gibt, aber auf genialokal findet sich eine ganze Auswahl, falls ihr euch näher mit ihr beschäftigen wollt. Auch Maries Geschichte erzählt Isabel Sánchez Vegara in einfachen Sätzen, stark verkürzt und doch einfühlsam nach. Begleitet wird der spannende Einblick in das Leben einer aussergewöhnlichen Forscherin und der ersten weiblichen Nobelpreisträgerin von den wunderbaren Illustrationen der österreichischen Illustratorin Frau Isa. Dieses Buch würde ich eher ab 5 oder 6 Jahren empfehlen. Zumindest bei meiner Tochter im Kindergartenalter ist der Bezug zur Wissenschaft und zu beruflichen Werdegängen von Forscher*Innen noch nicht ausreichend vorhanden, so dass sie die Thematik weniger interessiert als mich. Die Fakten Marie Curie. Little People, Big Dreams Isabel Sánchez Vegara (Text) Frau Isa (Illustration) Svenja Becker (Übersetzung) Insel Verlag Berlin 32 Seiten Erschienen am 11.03.2019 ISBN: 978-3-458-17794-4 Anne Frank, begabte Schriftstellerin Die Geschichte von Anne Frank ist von diesen dreien verständlicherweise die emotionalste. Isabel Sánchez Vegara hat bei mir jedenfalls wieder einmal Tränen ausgelöst mit ihrem Buch. Ich finde es auch gestalterisch äusserst gelungen und gut durchdacht. Der bunt karierte Umschlag des Tagebuchs zieht sich vom Vorsatzpapier bis zum Schluss des Buches durch die ansonsten schwarzweissen Zeichnungen von Sveta Dorosheva. Auch dieses Buch würde ich aufgrund der Thematik des Zweiten Weltkrieges und dem traurigen Schicksal von Anne nicht schon ab 4 Jahren empfehlen, sondern eher ab Grundschulalter oder wenn Themen wie Krieg, Judenverfolgung, Konzentrationslager und Naziregime beim jeweiligen Kind sowieso schon ein Thema sind. Hier müssen die Vorleser*Innen mit besonders vielen Nachfragen rechnen. Insofern ist es wohl von diesen drei Büchern auch dasjenigen, das am längsten interessant bleibt. Die Fakten Anne Frank. Little People, Big Dreams Isabel Sánchez Vegara (Text) Sveta Dorosheva (Illustration) Svenja Becker (Übersetzung) Insel Verlag Berlin 32 Seiten Erschienen am 01.04.2019 ISBN: 978-3-458-17809-5 Fazit Mit der Reihe "Little People, Big Dreams" gelingt es Isabel Sánchez Vegara im Duo mit wechselnden Illustratorinnen, die Lebensgeschichten inspirierender Menschen - in diesem Fall Frauen - kindgerecht nachzuerzählen und mit den abschliessenden Zeittafeln spannende Hintergrundinformationen zu liefern. Ich hoffe, es wird bald weitere Porträts rebellischer Frauen auf Deutsch geben. Da warten nämlich so spannende Persönlichkeiten wie Simone de Beauvoir, Maria Montessori, Josephine Baker, Audrey Hepburn oder Maya Angelou. PS: Herzlichen Dank an den Insel Verlag Berlin für die Rezensionsexemplare! Like it? Pin it! Magst du diese Buchtipps? Dann merke dir den Pin zum Beitrag auf Pinterest. Du verhilfst damit klischeefreien Kinderbüchern und diesem Blog zu mehr Sichtbarkeit, danke!

  • Und jetzt ist sie weg

    In Doris Knechts neuem Roman "weg" ist so einiges weg. Die Liebe, die Tochter, der Zwillingsbruder, der Ehemann, das Moped, die Geborgenheit und schliesslich auch die Hauptprotagonisten Heidi und Georg. Ob das gut ist? Lest selbst! Doris Knecht, österreichische Kolumnistin und Autorin, hat mich zuletzt 2012 mit ihrem Romandebüt "Gruber geht" begeistert. Ihre weiteren Romane habe ich nicht gelesen, bin jetzt aber zum Glück mit "weg" zu ihr zurückgekehrt und möchte das unbedingt nachholen. "Wald" habe ich mir gerade in der Bibliothek besorgt. Aber kommen wir zum Buch: Heidi und Georg kannten und liebten sich nur ganz kurz, als Heidi in Wien eine Ausbildung machte und Georg noch mit seinem Moped durch die Gassen brauste. Aus dieser Kürzestbeziehung entstand Lotte, eigentlich Charlotte, auch Charlie genannt. Heidi hat sie - zurück in Deutschland, in einer Kleinstadt nahe Frankfurt - alleine aufgezogen. Oder besser: zusammen mit Martin, ihrem Ehemann, Noch-Ehemann zumindest. Zu Beginn fuhr Georg noch oft zu ihnen, um Lotte im Kinderwagen durch die Gegend zu stossen, mit ihr zu spielen. Später waren Heidi und Georg kaum mehr in Kontakt. Nur Lotte fuhr ab und zu zu ihrem Vater und dessen Frau Lea in die Ferien. Georg und Lea haben Wien nach dem Studium verlassen und führen seit einigen Jahren den Landgasthof von Georgs Eltern in Flur am Kamp, ziemlich erfolgreich, sie haben einen guten Ruf. Georgs Moped ist nicht mehr fahrtüchtig, steht in der Garage. Vom Suchen und Finden Nun ist Lotte erwachsen, dreiundzwanzig, studiert in Berlin. Aber sie ist plötzlich weg, meldet sich nicht mehr, ist nicht zu erreichen, auch ihre Freunde wissen nicht, wo sie steckt, einfach verschwunden. Heidi macht sich Sorgen, riesige Sorgen und ruft Georg an. Der macht sich in der Folge auch Sorgen. Denn Lotte hatte in ihrer Jugend grosse psychische Probleme, tiefe Depressionen, paranoide Vorstellungen, verletzte sich selbst, kurz: substanzinduzierte Psychose. Und Heidi spürt, dass sie wohl kurz vor einer erneuten Depression steht, sich in der vorangehenden manischen Phase vielleicht in Gefahr begibt, ihre Medikamente absetzt und damit ihre hart erarbeitete, so fragile Stabilität wieder verliert. "Es geht Heidi ein bisschen besser, sei sie Georg angerufen hat. Einer, der ihre Sorge teilt, und wenn's nur Georg ist. Martin ist gerade nicht da. Aber immer noch: keine Antwort von Charlotte. Es sind jetzt auch Tage, viel zu lang." (S. 46) Irgendwann erfährt Heidi, dass Lotte mit ihrem Freund Toby in Vietnam sein soll. Gemeinsam beschliessen die Eltern ihr nachzureisen. Für die meisten Menschen sagt und tut sich das vielleicht leicht. Nicht für Heidi, die sich abgesehen von ihrem Abstecher nach Wien, nie aus ihrer kleinbürgerlichen Idylle herausgewagt hat, noch nie im Leben in einem Flugzeug gesessen hat. Für sie ist die Reise mehr als eine Herausforderung. Anfangs erzählt Doris Knecht die Geschichte aus jeweils getrennten Perspektiven. Einmal betrachten wir das Ganze aus Georgs Augen, dann fühlen wir mit Heidi, dann schauen wir mit dem etwas distanzierteren, neutraleren Blick von Lea auf die Situation. Alle Perspektiven sind in der dritten Person geschrieben, so dass die allwissende Erzählerin geschickt die notwendigen Hintergrundinformationen einflechten kann. Die Autorin erzählt in hohem Tempo, kurz, knackig, einfach, verzichtet grösstenteils auf Anführungs- und Schlusszeichen. Und doch bleibt sie nicht oberflächlich, gibt interessante Einblicke, blendet zurück, transportiert eindringlich die unterschiedlichsten Gefühle, die Ängste, die Ansichten und Werte der jeweiligen Akteure. Die Handlung klingt erst mal düster, aber Doris Knecht lockert das auf, mit ihrem Blick fürs alltägliche, mit witzigen Anekdoten, mit sanfter Ironie, mit Episoden, in denen wir vielleicht uns selbst erkennen oder unsere Kinder oder unsere jugendlichen Ichs. Im Verlauf des Romans vermischen sich die Perspektiven immer mehr, parallel zu Heidi und Georg, die auf ihrer Reise, ihrer gemeinsamen Suche nach ihrer einzigen Gemeinsamkeit - ihrer Tochter - näher zusammenrücken, sich neu kennenlernen - gegenseitig, aber auch sich selbst. Sie erkennen, was ihnen im Leben wichtig ist, was sie wirklich wollen, für sich und für Lotte, wenn sie sie denn wiederfinden... Fazit Doris Knecht gelingt es mit ihrem Roman "weg", uns von der ersten Seite her mitzunehmen in die Geschichte von Georg, Heidi, Lea und Lotte, in die Verbindungen zwischen ihnen, auf die Reise weit weg und doch zurück zu sich, zum Sinn des Lebens, zur Essenz des Seins. Das Ganze kommt nicht schwülstig oder überpsychologisiert daher, sondern rasant, direkt, offen, ehrlich. Ich kann für diesen Roman nur meine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen! PS: Eine kleine Kritik kann ich mir zum Ende nicht verkneifen. Das Korrektorat dieses Buches hätte sorgfältiger sein können, ja, müssen. Es enthält so viele Fehler, dass es den Lesegenuss leider etwas schmälert. Hoffen wir auf eine baldige 2. Auflage. ;-) Die Fakten weg Doris Knecht Rowohlt Berlin 304 Seiten Erschienen am 12.03.2019 ISBN: 978-3-7371-0038-0 Leseprobe und Bestellung bei Rowohlt Like it? Pin it! Magst du diesen Buchtipp? Dann merke ihn dir auf Pinterest und streue so die Inspiration!

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