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Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

  • vor 1 Stunde
  • 4 Min. Lesezeit

(Werbung) Alena Schröder hat mit "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" den dritten Roman ihrer Reihe rund um die Frauen der Familie Borowski veröffentlicht. Da ich die ersten zwei Bände sehr mochte, kam der dritte sofort auf meine Leseliste. Ob sich die Lektüre gelohnt hat? Lest selbst!


Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel - Alena Schröder (dtv 2026). Foto: Eliane Fischer

Alena Schröders Debüt "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid"* sowie der Nachfolgeband "Bei euch ist es immer so unheimlich still"* konnten mich in den Hörbuchversionen begeistern. Den zweiten Roman habe ich hier ausführlich besprochen. Klar, dass ich mich nun gespannt in das lose mit den zwei Vorgängern verbundene dritte Abenteuer rund um die Borowskis gestürzt habe.


"Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" dreht sich hauptsächlich um zwei Frauen, die in verschiedenen Zeiten leben und über die titelgebende Leinwand miteinander verbunden sind. Da ist einerseits Hannah Borowski, die wir in der Gegenwart begleiten. Hannah ist Mitte dreissig, lebt in Berlin in einer Wohnung, die sie ihrer Grossmutter Evelyn Borowsky zu verdanken hat (mehr zu ihr erfahren wir in den ersten beiden Romanen). Hannah fühlt sich sehr allein, seit ihre Mitbewohnerin und beste Freundin Ruby ausgezogen ist, um auf dem Land ihr Familienglück auszuleben. Ihr neuer Mitbewohner Justus macht die Sache auch nicht besser. Und als auch noch Hannahs dauerabwesender Vater Martin wie Kai aus der Kiste nach Jahren plötzlich wieder auftaucht, ist das Gefühlschaos komplett.


Und da ist die 14-jährige Marlen, die am Ende des Zweiten Weltkriegs ganz ohne Familie dasteht und nun hofft, in Güstrow bei Künstlerin Wilma Engels ein neues Zuhause zu finden. Auch Marlen und Wilma haben mit den Männern zu kämpfen und ausserdem mit dem patriarchalen System, das sich auch durch die DDR zieht. Wilma ist zum Glück sehr geschickt darin, ihre Beziehungen (oder eher gewisse Geheimnisse) geschickt einzusetzen und baut sich eine beachtliche Karriere auf. An Auftragsarbeiten mangelt es nicht, aber sie bekommt gesundheitliche Probleme, wodurch Marlen zu ihrer unverzichtbaren rechten Hand wird. Es entsteht eine gegenseitige Abhängigkeit und die Frage ist, ob Marlen sich je von ihrer Ziehmutter wird emanzipieren können.


Alena Schröder verbindet die Geschichten der beiden Frauen sowohl inhaltlich - über die Suche nach Identität, Zugehörigkeit und einer Form von Familie - als auch über fiktive Fäden, die sich über die ominöse Leinwand un den Ort Güstrow von der einen zur anderen spannen. Wie schon bei den letzten beiden Romanen gelingt es Alena Schröder in "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" ihre Figuren lebendig werden zu lassen, besonders den Hauptprotagonistinnen eine eigene Stimme zu geben und uns mit den jeweiligen Handlungssträngen in Bann zu ziehen.


Man möchte gleichzeitig bei Hannah bleiben und unbedingt wissen, wie es mit Marlen weitergeht und wie beide Leben zusammenhängen. Obwohl Alena Schröder recht viel Personal auffährt, ist es nie zu viel und wir finden uns gut in den verschiedenen Beziehungsnetzen zurecht. Insgesamt blieb Marlen als Figur etwas unnahbar für mich. Was ich darauf zurückführe, dass wir sie oft aus Wilmas Perspektive erleben, als stark fremdgesteuerte Person mit wenig eigener Agency. Das ändert sich zwar gegen Ende, aber dieser Teil wurde mir dann etwas gar rasch erzählt und wir erfahren nicht viel über Marlens Innenleben.


Trotzdem hat mich auch dieser dritte Roman von Alena Schröder sehr gefesselt. Mit 350 Seiten war er die perfekte Ferienlektüre, in die man so richtig abtauchen kann. Auch die angesprochenen Themen von Familie, Rollenbildern, Verantwortung und Selbstverwirklichung bis zu Kunst, Leben nach dem Zweiten Weltkrieg und in der DDR sind spannend und werden von der Autorin richtig gut verknüpft. Und auch eine Prise Liebe fehlt nicht. So kann ich die Lektüre von "Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel" herzlich empfehlen. Der Roman lässt sich durchaus ohne Vorkenntnisse aus den Vorgängern lesen, macht aber umso mehr Spass, wenn man gewisse Personen und Details aus den früheren Werken wiedererkennt.


Bist du jetzt neugierig auf den Roman? Dann wirfunbedingt einen Blick in die Leseprobe von Book 2 Look*.


Die Fakten

Alena Schröder

dtv Verlag

352 Seiten

Erschienen am 19.01.2026

Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen

ISBN: 978-3-423-28528-5



PS: Herzlichen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.



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