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  • Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin

    In "Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin" von Tom Gauld geht der Kinderwunsch des Königspaars in Erfüllung. Doch ganz ohne Tücken spielt sich die Geschichte nicht ab, sonst gäbe es ja nichts zu erzählen. Der König und die Königin wünschen sich nichts mehr als ein Kind. Der König wendet sich mit seinem Wunsch an eine Erfinderin, die Königin gleichzeitig an eine alte schlaue Hexe. Und beide helfen dem Königspaar. Die Erfinderin konstruiert und baut den kleinen Holzroboter, die Hexe erweckt eine Feuerholz zum Leben: die Baumstumpfprinzessin ist geboren. Und jetzt kommt die Hürde: Die kleine Baumstumpfprinzessin verwandelt sich im Schlaf nämlich immer zurück in einen Holzklotz und muss mit einem Zauberspruch wieder geweckt werden. Ihr Bruder tut das sehr gewissenhaft, bis er es einmal vergisst. Da landet der Holzklotz durch eine Verkettung unglücklicher Umstände auf einem Schiff voller Holzklötze. Das Schiff bringt seine Ladung in den eisigen Norden. Der kleine Holzroboter reist mit, um seine Schwester zu finden und vom Holzklotzdasein zu erlösen. Schon das mit dem Finden ist gar nicht so einfach, aber die Rückreise hat noch viel mehr Tücken zu bieten! Welche Abenteuer der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin da erleben, müsst ihr selber herausfinden! Märchenhaft gut und klischeefrei erzählt Der schottische Comiczeichner Tom Gauld, der in London lebt, hat mit "Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin" sein erstes Kinderbuch geschrieben und illustriert und damit so viel richtig gemacht! Er erzählt nicht nur eine märchenhafte Geschichte voller Abenteuer. Seine Königin ist eine Person of Color, die Baumstumpfprinzessin hat ebenfalls einen etwas dunkleren Hautton. Die Helferinnen des Königspaars sind weiblich und die Hexe für einmal gar nicht böse. Und der kleine Roboter ist so nett, dass er sogar einer Käferfamilie Unterschlupf bietet. Eine altruistische Geste, die sich noch auszahlen sollte! Es ist auch nicht einfach so, dass der kleine Holzroboter zur Rettung seiner Schwester aufbricht und heldenhaft zurückkehrt, sowohl die erwähnten Käfer als auch seine Schwester, die Hexe und weitere Tiere spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Hinzu kommt, dass Tom Gauld die kleinen Zuhörer*innen ohne erhobenen Zeigfinger daran erinnert, dass der Schein manchmal trügt. In einem vermeintlich ollen Holzklotz kann ganz viel stecken! Optisch kommt das Bilderbuch wie ein Comic mit verschiedenen Panels daher, es gibt aber auch mal ein Bild, das sich über eine ganze Doppelseite erstreckt. Im Gegensatz zu vielen Comics gibt es hier keine Sprechblasen. Die Dialoge finden in reinen Textpassagen statt. Tom Gauld arbeitet mit klaren Konturen und feinen Schraffierungen. Farblich dominieren wie auf dem Cover Braun, Blau und Grün. Abgerundet wird das Ganze, mit einem wunderbar griffigen Einband und wunderbar detailverliebtem Vorsatzpapier. Der Verlag empfiehlt das märchenhafte Bilderbuch mit Comiccharme ab 4 Jahren, was ich für gut und richtig erachte. Unsere Dreijährige hat aber auch schon ganz fasziniert zugehört, schaut also einfach mal, ob es vom Konzentrationsvermögen her schon geht. Fazit Tom Gauld erzählt mit "Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin" ein wunderbar modernes und klischeefreies Märchen im Comicstil. Wie es sich für ein Märchen gehört, gibt es ein Happy End und das ganz ohne, dass vorher das personifizierte Böse auf den Plan tritt. Gute Geschichten funktionieren eben auch mit guten Menschen - beziehungsweise Robotern und Holzklötzen. Mein Tipp? Kaufen, verschenken, vorlesen! Und bevor ihr den nächsten Holzklotz verfeuert, dreht ihn einmal mehr in der Hand, es könnte eine Baumstumpfprinzessin sein! Übrigens: Tom Gauld dankt im Buch seinem Kollegen Matthew Forsythe. Weshalb, weiss ich nicht, aber es ist Grund genug, euch nochmals die Besprechung von "Mina" zu empfehlen. Die Fakten Der kleine Holzroboter und die Baumstumpfprinzessin Tom Gauld (Text und Illustration) Jörg Mühle (Übersetzung aus dem Englischen) Moritz Verlag 40 Seiten Erschienen am 17.08.2022 Hardcover ISBN: 978-3-89565-430-5 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Tom Gauld auf Instagram Website von Tom Gauld PS: Herzlichen Dank an den Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar. PPS: Wer noch nicht ganz überzeugt ist, kann sich auch noch den Buchtrailer anschauen! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Zwei von jedem

    Ein Leben lang verbunden. So geht es Eli und Luli, den zwei jüdischen Kindern im bewegenden Kinderbuch "Zwei von jedem" von Rose und Rebecka Lagercrantz. Wie vermittelt man Kindern den Holocaust? Rose und Rebecka Lagercrantz gelingt das mit ihrem illustrierten Kinderbuch "Zwei von jedem" auf berührende und trotz allem Schrecken kindgerechte Weise. Zwei, die zusammengehören Eli und Luli wachsen in Siebenbürgen auf. Sie sind neun Jahre alt, als die Geschichte einsetzt. Aus der Perspektive von Eli, eigentlich Elias, erfahren wir in einfachen Worten mehr über ihr Leben in einem rumänischen Städtchen mit zwei Flüssen, zwei Hauptstrassen, zwei Friedhöfen und zwei Sprachen, oder drei, wenn man neben Ungarisch und Rumänisch auch noch Jiddisch dazuzählt. Und wir erfahren mehr über ihre innige Freundschaft. Während Eli ohne Vater aufwächst, hat Luli keine Mutter mehr. Da ihr Vater in der Not nach Amerika ausgewandert ist, lebt sie mit ihrer Schwester bei einer Tante. Der Vater will seine Töchter so schnell wie möglich nachholen. Eli fürchtet den Tag, an dem er von Luli getrennt wird. Neben den alltäglichen Herausforderungen des Familienlebens und dem jüdischen Hintergrund, verbindet die beiden ihre Liebe zum Laufen. Sie sind die schnellsten in der Klasse und verbringen ihre Freizeit praktisch nur rennend. So erinnert sich zumindest Eli: "Luli lachen zu hören, war für mich das Schönste. Sie sollte jeden Tag lachen. Lachen und mit mir um die Wette laufen." (S. 25) Von der Weltgeschichte eingeholt Eli wünscht, sein Leben würde immer so weitergehen, doch es kommt anders. Eli erkrankt schwer und ist dem Tod nahe und schliesslich kommt auch der von Luli so ersehnte Brief aus Amerika mit den Tickets für die Überfahrt. Und so gehen ihre Leben getrennt weiter. In Europa bricht der Zweite Weltkrieg aus und irgendwann erreicht er auch das rumänische Städtchen. Die Jüdinnen und Juden, darunter auch Eli und seine Familie, haben unter Antisemitismus und schrecklichen neuen Gesetzen zu leiden. Dann werden sie von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager deportiert. Auch Eli kommt nach Auschwitz, später nach Bergen-Belsen. Doch er und sein Bruder Adam überleben. Die ganze Zeit über vergisst Eli nicht seine Freundin Luli in den USA. In schweren Momenten hält ihn die Sehnsucht nach ihr am Leben. Ihre imaginäre Stimme gibt ihm Kraft. Und auch in Schweden, wo er sich nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager ein neues Leben aufgebaut hat, lässt ihn der Gedanke an Luli nie los. Und tatsächlich, irgendwann trifft ein langersehnter Brief aus New York ein. Wie dem Nachwort zu entnehmen ist, liegen vielen Elementen der Geschichte wahre Begebenheiten aus Rose Lagercrantz' Verwandtschaft zugrunde. Ihre Mutter Ella und ihre Tante Rosalia haben den Holocaust ebenfalls überlebt und sind danach nach Schweden emigriert, wo dann Rose und später deren Tochter Rebecka Lagercrantz geboren wurden. Letztere hat zum Buch wunderschöne Illustrationen in Aquarell beigesteuert. Sie lassen das kleine Städtchen und seine Bewohner*innen, allen voran Eli und Luli, und die jüdischen Traditionen vor unseren Augen lebendig werden. Fazit "Zwei von jedem" von Rose und Rebecka Lagercrantz ist ein bewegendes, kindgerechtes Buch über jüdisches Leben, den Holocaust und damit auch ein Kinderbuch gegen das Vergessen. Eine grosse Leseempfehlung für Kinder ab 9 Jahren. Es eignet sich auch gut zur Behandlung der Thematik in der Schule. Die Fakten Zwei von jedem Rose Lagercrantz (Text) Rebecka Lagercrantz (Illustration) Angelika Kutsch (Übersetzung aus dem Schwedischen) Moritz Verlag 120 Seiten Erschienen am 18.08.2021 Hardcover ISBN: 978-3-89565-419-0 Ab 9 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Rose Lagercrantz auf Instagram Rebecka Lagercrantz auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Moritz Verlag für das Rezensionsexemplar. Weitere Kinderbücher rund ums Judentum und den Holocaust Und doch sind alle Äpfel rund... - Christine Hubka, Agi Ofner (Tyrolia Verlag 2021) Hannah Arendt. Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara, Sophie Martineck (Insel Verlag 2020) Wem gehört der Schnee? Eine Ringparabel - Antonie Schneider, Pei-Yu Chang (NordSüd Verlag 2019) Anne Frank. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten - Isabel Thomas, Paola Escobar (Laurence King 2019) Anne Frank. Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara, Sveta Dorosheva (Insel Verlag 2019) Zusätzlich möchte ich euch die Podcastfolge von buuu.ch mit dem Titel "Der Umgang mit Antisemitismus in Schulen (und Kindergärten) und antisemitismuskritische Kinderbücher" empfehlen. Hört mal rein! Ein Abo des Podcasts lohnt sich eh. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Ringo und die Vampirkaninchen

    Lust auf ein bisschen Gruseln? Dann ist "Ringo und die Vampirkaninchen" von Katja Spitzer genau das Richtige für euch. Und das Beste? Humor gibt's obendrauf. Und pssst...! Ein neues Schimpfwort ebenso. Katja Spitzer hat bisher die Kinderbücher anderer illustriert - zum Beispiel "Hey, hey, hey, Taxi" von Saša Stanišić. Und das macht sie ganz genial. Nun ist aber mit "Ringo und die Vampirkaninchen" ihr erstes Kinderbuch erschienen, das sie nicht nur bebildert, sondern auch selber geschrieben hat. Fazit vorab: Es ist richtig gut! Ein unliebsames Geschenk Aber kommen wir zu Ringo. Ringo ist ein Whippet, ein mittelgrosser Windhund, und seines Zeichens Butler von Mr. Constantin. Zusammen leben sie in einem etwas verlotterten Schloss in den karpatischen Bergen. Genau, das ist die Gegend, in der angeblich auch der berühmte Graf Dracula lebte. Ringo und sein Herrchen haben es sehr gemütlich zusammen. Mr. Constantin züchtet Teerosen, Ringo sorgt für sein leibliches Wohl - mit Scones, Maccarons und anderen Köstlichkeiten. Doch eines Tages trifft ein sonderbares Paket bei Mr. Constantin ein. Es ist von seiner Ex-Freundin Andrea und es ist ein flauschiges Ding, das bei Ringo sofort den Jagdinstinkt auslöst: ein Kaninchen namens Moffat! Ringo hat allerdings gelernt, sich zu kontrollieren und zivilisiert zu verhalten. Und zusätzlich hat er auf seiner Fitnessuhr eine Kaninchen-Anti-Aggressions-App installiert. Er hält sich also vorerst zurück, auch wenn es ihm angesichts der Liebe, die Mr. Constantin dem neuen Mitbewohner zuteil werden lässt, äusserst schwerfällt. Er traut dem Flauschbruder - genau, das ist jetzt das Schimpfwort ;-) - einfach nicht. "Ringo spürte, wie ein grosses Gefühl in ihm überhandnahm. Er konnte es nicht mehr leugnen: Er wollte dem Flauschtier an den Kragen." (S. 13) Verdächtige Geschehnisse im Garten Und tatsächlich: Eines Morgens liegen auf dem Rasen im Garten zahlreiche Teerosen. Ringo verdächtigt sofort Moffat und versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Als er am folgenden Abend haufenweise Kaninchen mit seltsamen roten Augen und riesigen Eckzähnen auf der Wiese sieht, deren Anführer verdächtig an Moffat erinnert, bestätigt sich seine böse Vorahnung. Katja Spitzer erzählt humorvoll, mit witzigen Details und baut gekonnt Vorurteile gegenüber Moffat und damit auch Spannung auf. Als Leser*innen oder Zuhörer*innen sind wir schnell auf Ringos Seite und hoffen, dass er dem Mysterium der Vampirkaninchen auf die Schliche kommt und nicht selbst ins Visier der unheimlichen Nager gerät. Gestaltung mit der richtigen Portion Knoblauch Die Illustratorin, die unter anderem auch an der Hochschule Luzern studiert hat und in Berlin lebt und arbeitet, hat ihre Geschichte mit leuchtenden Farben illustriert. Passend zu Halloween in Orange und als Kontrastfarbe in Violett. Ein sympathisches Detail sind auch die erklärenden Randnotizen, die vielleicht unbekannte Wörter erklären. Ich liebe besonders die Doppelseite mit der Bibliothek. In den Regalen hat Katja Spitzer nicht nur zeitgenössische Autor*innen wie Saša Stanišić, Clemens J. Setz oder Rachel Cusk untergebracht, sondern auch den Dracula-Autor Stoker, Gruselking Edgar Allen Poe, Frankenstein-Erfinderin Mary Shelley und die weibliche Königin des Schauerromans Shirley Jackson, die hierzulande dank Übersetzungen wie "Krawall und Kekse"* (von Nicole Seifert, siehe mein Beitrag zu "Frauen Literatur") gerade wiederentdeckt wird! Unter den Büchern finden sich zahlreiche weitere Querverweise - viele wohl ein feministischer Fingerzeig (wie Brontë, Sappho, Tanja Tagaq oder Margaret Atwood). Schliesslich hat sie auch noch der Buchgestalterin Paulina Pysz ein Denkmal gesetzt. Letztere hat übrigens eine tolle Schrift ausgewählt, die perfekt zu einer Gruselgeschichte passt. Viele weitere Hints könnt ihr selber entdecken und interpretieren. Ihr seht, auch die Vorleser*innen kommen hier auf ihre Kosten. Und für die jungen Zuhörer*innen ab 6 Jahren sei noch verraten, dass die Geschichte nach dem ganzen Grusel und der Spannung ganz schön endet. Wie genau, müsst ihr natürlich selber herausfinden! Fazit "Ringo und die Vampirkaninchen" von Katja Spitzer ist DAS diesjährige Buch rund um Halloween. Es überzeugt mit der richtigen Mischung aus Grusel, Spannung, Humor und Freundschaft und den knalligen, ausdrucksstarken Illustrationen. Ach ja, und Knoblauch darf natürlich auch nicht fehlen! Die Fakten Ringo und die Vampirkaninchen Katja Spitzer (Text + Illustration) Paulina Pysz (Gestaltung) Mairisch Verlag 56 Seiten Erschienen am 28.09.2022 Hardcover ISBN: 978-3-948722-22-7 Ab 6 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Katja Spitzer auf Instagram Website von Katja Spitzer PS: Herzlichen Dank an den Mairisch Verlag für das gut gewürzte Rezensionsexemplar! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Hey, hey, hey, Taxi! - Das erste Kinderbuch von Saša Stanišić

    "Hey, hey, hey, Taxi!", ruft Saša Stanišić und lädt uns ein zu einem wilden Ritt in die Welt von Fantasie und Wortwitz. Ob das gut ist? Auf jeden Fall blitzig. Steigt ein! In seinem ersten Kinderbuch steigt Saša Stanišić 28 Mal ins Taxi. Meist kein stinknormales Taxi, sondern Klo-Taxi, Käse-Taxi, Kutsche, Bus, Gepard oder Lieblingsliedtaxi. Unterwegs oder am Ziel erlebt der Autor Abenteuer oder auch mal nicht, dann kehrt er halt zurück. Geschichten ohne Ziel treffen genau ins Schwarze Überhaupt kehrt er immer zurück, zurück zu dir. Dem Vorwort entnehmen wir, dass die witzigen, fantasiereichen Geschichten für - und teils im Wechselspiel mit - Saša Stanišićs Sohn Nikolai entstanden sind. Der Buchpreisträger ("Herkunft"* liegt bei mir immer noch auf dem SuB) verfolgt mit seinen Taxi-Geschichten kein Ziel, ausser zu unterhalten, mal zu verwirren und zum Miterzählen anzuregen. Entsprechend spricht der Autor die kleinen Zuhörer*innen immer wieder an, stellt auch mal Fragen, so dass man die Antworten in die Geschichte einbauen kann, animiert wird, eigene Geschichten und Wörter zu erfinden, mit Sprache zu spielen. Die Geschichten sind mal kurz und "blitzig", mal lang und märchenhaft, mal witzig und mal nachdenklich, mal antiheldig und mal kämpferisch mit goldenen Zahnstochern. Auf den Taxifahrten begegnen wir wunderlichen Wesen wie dem sehr kleinen Riesen namens Riesling, einem Motormann, Odjo-Odjo, einem Königspududel oder Vegetarierdinosauriern. Wir tauchen ein in fantastische Welten voller Gemüseampeln, Zwergen, Abschleppschiffen, Roboter, taxifahrenden Lieblingsliedern und Hutschlagzeugen. Katja Spitzer hat das Ganze mit ihren wilden, knallig-bunten Illustrationen famos bebildert. Es dominieren Blau, Grün und ein grelles Gelb, Schweizer*in würde sagen: "Das isch Gäggeligäl". Rot, Rosa und ein bisschen Violett durften auch noch ins Buch. Die Bilder stehen den Texten in Sachen Fantasie in nichts nach und sind so die perfekte Ergänzung. Gestaltet hat das Buch Paulina Pysz. Mir gefallen alle Geschichten, aber eine ist doch meine Favoritin: "Die Heldin, die keine Heldin sein wollte". Deshalb gibt's daraus hier noch ein Zitat. "Gefährliche Aufträge nimmt sie ab sofort nicht mehr an. Auch montags und freitags nicht. Es wird kein doofer Prinz in Not mehr gerettet, kein Brand gelöscht und kein Monster veräppelt. (...) Sie will mal in einem Büro etwas kopieren mit einem Kopierer. Das machen Helden nie! Ist doch auch mal spannend, oder?" Fazit Eine Taxifahrt mit Saša Stanišić ist ein echtes Abenteuer, goldene Zahnbürsten und unheldige Heldinnen inklusive. Und "Hey, hey, hey, Taxi!" heisst es zum Glück gleich 28 Mal und damit ist 28-maliger Vorlesespass für alle fantasie- und wortkreationfreundlichen Kinder ab 4 Jahren (und ihre glücklichen Vorleser*innen) garantiert! Die Illustrationen von Katja Spitzer tun ihr Übriges, um das erste Kinderbuch des Autors zu einem 100-seitigen Gesamtkunstwerk zu machen. Übrigens: Das Buch ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 in der Kategorie Kinderbuch nominiert. Die Fakten Hey, hey, hey, Taxi! Saša Stanišić (Text) Katja Spitzer (Illustration) Paulina Pysz (Gestaltung) Mairisch Verlag 96 Seiten Erschienen am 03.03.2021 Hardcover ISBN: 978-3-948722-05-0 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Das Buch gibt es auch als Hörbuch*, gelesen vom Autor höchstpersönlich! Like it? Pin it! Magst du diesen fantasievollen Buchtipp für Kinder? Dann freue ich mich ungemein, wenn du dir den Pin dazu ganz blitzig auf Pinterest merkst! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Es war einmal und wird noch lange sein

    Mit "Es war einmal und wird noch lange sein" von Johanna Schaible stelle ich euch heute ein ganz besonders gestaltetes Bilderbuch vor, das zum Philosophieren über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einlädt. Was macht ein Kinderbuch preiswürdig oder zumindest preisverdächtig? Da gibt es bestimmt viele Facetten rund um Text und Illustration im Kinderbuch und jeder Preis, jede Jury, ja jedes Jurymitglied hat wieder andere Massstäbe und Perspektiven. Für mich ein grosses Plus ist, wenn Kinderbuchmacher*innen mit ihren Werken sprachlich, inhaltlich oder gestalterisch neue Wege gehen. Und das tut Johanna Schaible mit ihrem Bilderbuch "Es war einmal und wird noch lange sein" in Bezug auf die Gestaltung eindeutig. Deshalb erstaunt es auch nicht, dass die Schweizer Illustratorin aus Bern damit auf der Shortlist für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2022 gelandet ist (mehr zum Preis erfahrt ihr weiter unten). 2019 gewannt sie damit bereits das dPictus Showcase für unveröffentlichte Bilderbücher und 2022 erhielt sie bei den Bologna Ragazzi Awards eine Special Mention. Eine Reise durch die Zeit Johanna Schaible nimmt uns mit auf eine Zeitreise von der Entstehung der Erde vor Milliarden von Jahren, über die Gegenwart, bis in die Zukunft. Das Besondere daran? Die Seiten werden zur Mitte des Buches - und damit zur Gegenwart hin - immer kleiner. Damit verengt sich der Blickwinkel quasi zeitlich und räumlich gleichzeitig. Es beginnt beim Urknall oder etwas danach, jedenfalls vor Milliarden Jahren, als sich das Land formte. Dann geht es weiter über die Zeit der Dinosaurier, die ersten Menschen, den Bau der Pyramiden, die Zeit der grosser Schiffe wie der Titanic. Mit dem letzten Zug der Vögel nach Süden, der gerade vergangenen Jahreszeit und dem Lichterlöschen vor einer Minute landen wir in der Gegenwart. Die Zeitreise lädt dazu ein, mit den Kindern über ihre Vergangenheit, die ihrer Familie oder ihres Landes und die Geschichte der Menschheit insgesamt zu sprechen. Von hier geht es mit Fragen in die Zukunft: Wann stehst du morgen auf? Was bringt das Wochenende? Wo wohnst du in zehn Jahren? Woran wirst du dich erinnern, wenn du alt bist? So werden die Zuhörer*innen ab 5 Jahren direkt zum Philosophieren über ihre Zukunft und die Zukunft der Erde eingeladen. Die wieder grösser werdenden Seiten greifen Settings und Themen auf, die auch in der Vergangenheit auftauchten. Dem Lichterlöschen ist der nächste Morgen gegenübergestellt, dem kürzlich gefeierten Stadtfest ein grosser Markt, dem vergangenen Herbst der nächste Geburtstag im Frühling. Die Illustrationen sind ziemlich abstrakt gehalten und collagenartig, muten fast etwas altmodisch an. Was zur Thematik der Zeitreise ja gut passt. Fazit Johanna Schaible entführt uns mit ihrem Bilderbuch "Es war einmal und wird noch lange sein" auf eine Zeitreise im Schnelldurchlauf. Mit der besonderen Gestaltung der zur Mitte hin kleiner werdenden Seiten und den Fragen im Hinblick auf die Zukunft lädt sie die Betrachter*innen zum Philosophieren ein. Das Nachdenken über die eigene Verortung in Raum und Zeit lässt dieses Kinderbuch lange nachhallen. Die Fakten Es war einmal und wird noch lange sein Johanna Schaible (Text + Illustration) Hanser Verlag 56 Seiten Erschienen am 26.07.2021 Hardcover ISBN 978-3-446-26981-1 Ab 5 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Website von Johanna Schaible Shortlist Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2022 In einer Serie stelle ich euch alle fünf Kinderbücher vor, die für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2022 nominiert sind. Er wird am 28. Mai im Rahmen der Solothurner Literaturtage verliehen. Getragen wird der Preis vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM, dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV und den bereits erwähnten Solothurner Literaturtagen. Er wird jährlich verliehen und ist mit 20'000.- dotiert. Bereits vorgestellt habe ich: Moni heisst mein Pony - Andrea Gerster, Lika Nüssli (SJW 2021) Le voisin - Walid Serageldine (Éditions La Joie de lire 2021) Habt ihr schon einen Favoriten? Oder welches der fünf nominierten Bücher macht euch neugierig? Lasst mir gerne einen Kommentar da! PS: Herzlichen Dank an das SJKM für die Rezensionsexemplare der 5 nominierten Bücher für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis. PPS: Das Buch ist auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 in der Kategorie Bilderbuch nominiert. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Unsere Grube - ein Bilderbuch zum freien Spiel

    Die Schüler*innen im Bilderbuch "Unsere Grube" von Emma Adbåge haben Glück: Sie haben eine tolle Grube zum Spielen. Doch die Grube ist den Erwachsenen ein Dorn im Auge. Habt ihr in eurer Kindheit auch am liebsten an geheimen, wilden, gefährlichen, vielleicht sogar verbotenen Orten gespielt? Ich erinnere mich an zehn, zwanzig solche Plätze, die wir als Kinder geliebt haben. Vom nahegelegenen Sumpf, über ungenutzte Schuppen und die Mülldeponie, bis zu leerstehenden Häusern. Zumindest zum Teil entsprachen diese "Spielplätze" wohl so gar nicht den Vorstellungen unserer Eltern und hätten bestimmt auch nicht die pädagogischen Anforderungen unserer Lehrer*innen erfüllt. Es braucht nicht viel zum freien Spiel! "Unsere Grube" der schwedischen Illustratorin Emma Adbåge hat mich deshalb sofort angesprochen. Die Ich-Erzählerin nimmt uns darin mit in die grosse Grube hinter der Turnhalle. Die Kinder lieben sie. Es gibt Steine, Kies, Lehm, Äste, Wurzeln, Unkraut und Baumstümpfe in der Grube und das reicht den Kindern völlig aus. Die Grube ist ihr liebster Spielplatz und die Naturmaterialien ihr liebstes Spielzeug. Damit und mit ihrer Fantasie können sie alles spielen: "Bärenmama, Hütte, Verstecken, Kiosk - alles!" Die Kinder können sich körperlich austoben, lassen ihrer Fantasie freien Lauf, entwickeln immer wieder neue Spiele, stellen sich selbst vor neue Herausforderungen, gestalten die Grube nach ihren Vorstellungen und erleben sich so selbstbestimmt und selbstwirksam. Die Erwachsenen wissen es besser Doch den Erwachsenen passt die Grube nicht. Sie halten sie für viel zu gefährlich. Die Kinder versuchen es noch mit guten Argumenten, dass zum Beispiel beim Sprung von der Sprossenwand. Und auch wenn Frau Erickson meint: "Gleich passiert etwas. Gleich hat jemand eine Platzwunde!" Bisher ist nichts dergleichen geschehen. Doch dann stolpert Vibeke - auf dem Weg in die Grube, aber nicht in der Grube! - über ihren Schnürsenkel. Für die Lehrer*innen Grund genug, die Grube zu verbieten. Ja, sie lassen sie sogar zuschütten! Weshalb sie bei der Aktion die Rechnung ohne die Kinder gemacht haben, erfahrt ihr natürlich im Bilderbuch von Emma Adbåge. Ein Bilderbuch gegen den Adultismus Ich bin begeistert vom Bilderbuch der Schwedin, das leider bisher etwas unterging in der Flut an Neuerscheinungen. Es erzählt eine einfache Geschichte aus Kinderperspektive, die sowohl Kinder als auch wir Erwachsene so gut nachvollziehen können. Wir spüren sofort, wie frei und abenteuerlich sich das Spiel in der Grube anfühlen muss und wie ohnmächtig die Kinder dem Urteil der übervorsichtigen Erwachsenen ausgesetzt sind. Beim kleinsten Anlass nutzen Letztere ihre Macht in ihrem Sinne (und ohne echten Grund) aus, setzen ihren Willen durch und beschränken die Freiheit der Kinder. Emma Adbåges Kinderbuch kann so auch als Plädoyer gegen Paternalismus und Adultismus gelesen werden. Denn eigentlich haben die Kinder recht, die Grube ist nicht gefährlicher als der Alltag eben ist. Vielleicht hätten das die Erwachsenen sogar verstanden, wenn sie den Kindern wirklich zugehört hätten. Dabei gelingt es der Autorin, nicht einfach den Mahnfinger der Kinder durchs Buch zu schwingen, sondern die vorlesenden Erwachsenen subtil und mit Humor zum Nachdenken anzuregen. Neben der Erzählung begeistern mich auch die Illustrationen von Emma Adbåge. Passend zur Grube sind sie grösstenteils in Erdfarben gehalten. Die klischeefreien Kleider der Kinder setzen farbliche Akzente. Über verschiedene Hauttöne, Frisuren und Haarfarben kommt eine gewisse Vielfalt ins Spiel. Ansonsten würde ich den Stil mit den Bleistiftkonturen als etwas anarchistisch bezeichnen. Er erinnert an einfache Kinderzeichnungen, was thematisch ebenfalls gut passt. Vor Blut schreckt die Illustratorin nicht zurück. Die arme Vibeke kämpft sich seitenweise mit blutiger Nase durchs Buch. Zumindest meine Kinder lieben den (noch kindgerechten) Touch Splatter (gibt's auch bei Pija Lindenbaum "Wir müssen zur Arbeit"). Fazit "Unsere Grube" von Emma Adbåge ist ein Bilderbuch über herrlich selbstbestimmte Kinder, die noch gerne im Dreck wühlen, Steine schichten und Hänge hinaufklettern. Die Erwachsenen tun ihr Bestes, um ihre Vorstellungen von sicherem und sinnvollem Spiel durchzusetzen. Doch da haben sie die Rechnung ohne die Kinder gemacht - zum Glück! Ein Bilderbuch für abenteuerlustige, freiheitsliebende Kinder und ihre Eltern, die sich an ihre eigene Kindheit erinnern (sollten)! Kurz: ein pädagogisch wertvolles Bilderbuch für Helikoptereltern. ;-) Übrigens: Das Bilderbuch ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 in der Kategorie Bilderbuch nominiert. Die Fakten Unsere Grube Emma Adbåge (Text + Illustration) Friederike Buchinger (Übersetzung aus dem Schwedischen) Beltz & Gelberg 34 Seiten Erschienen am 18.08.2021 Hardcover ISBN: 978-3-407-75495-0 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Beltz & Gelberg Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • 1, 2, 3... 4 Kinderbücher über Zahlen!

    Zahlen, Zählen und Rechnen sind hier immer wieder aktuell- je nach Alter des jeweiligen Kindes unterschiedlich. Ich habe euch vier Kinderbücher über Zahlen für verschiedene Altersstufen herausgesucht, die ich besonders mag. Schaut rein und zählt mit! Die Dreijährige zählt fleissig mit den Fingern. Besonders interessant ist für sie das Alter der Kinder um sie herum. Die Sechsjährige zählt schon ziemlich sattelfest, lernt gerade, Zahlen zu schreiben und lernt - Pokémon-Karten sei Dank - auch grössere Zahlen kennen. Und die Neunjährige rechnet schon wie wild bis 1'000 und zählt ihr Taschengeld. Zahlen sind hier also jeden Tag ein Thema und das meist ganz spielerisch. Zeigt ein Kind Interesse für Zahlen, bieten sich natürlich auch Bilderbücher an, um der Neugier zu begegnen. Ich habe mal vier unserer Favoriten für euch zusammengestellt. Schau mal... Zahlen! Marion Deuchars lädt mit ihrem Pappbilderbuch "Schau mal, Zahlen!" schon die Kleinsten ein, spielerisch die Zahlen kennenzulernen. Da sitzt ein Vogel an der 1, zwei Vögel balancieren auf der 2, drei Vögel hüpfen auf der 3 herum und so weiter. Die lustigen Vögel bestehen aus jeweils einem bunten Fingerabdruck und wenigen Strichen. Jedes Mal kommt eine neue Farbe dazu, was die Spannung für die Kleinen steigert und auch noch zum Benennen der Farben einlädt. Am Schluss sehen wir nochmals alle Vögel und Zahlen im Überblick. Ein robustes Bilderbuch aus Pappe rund um die Zahlen von 1 bis 10 für kleine Bücherwürmer ab 2 Jahren. PS: Es gibt übrigens ein Pendant über Formen "Schau mal... Formen!"*. Ebenfalls empfehlenswert ist Marion Deuchars' "Bobs blaue Periode", das ich auch schon auf dem Blog besprochen habe. Schau mal... Zahlen! - Marion Deuchars, Anne Vogel-Ropers (Übersetzung), Laurence King 2021, 24 Seiten, Pappbilderbuch, ISBN: 978-3-96244-180-7, ab 2 Jahren > Buch kaufen bei genialokal.de* > Buch kaufen bei Thalia (DE)* > Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* > Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* > Buch kaufen bei Thalia (AT)* 1 Wolf, 2 Hunde, 3 Schlüpfer Ihr kennt bestimmt die Hundebande der französischen Comic-Zeichnerin Dorothée de Monfreid? Falls nicht, schaut mal in diesem Artikel, in diesem oder in diesem. Jedenfalls gibt es auch ein Buch der bunten Truppe übers Zählen. Alles beginnt mit 1 grossen Schachtel, aus der 2 kleine Hunde schlüpfen. Die beiden finden 3 Schlüpfer und allerlei andere Kleider und Accessoires, mit denen sie sich verkleiden. Dorothée de Monfreid hat ihre Hundehelden in gewohnt witziger und ausdrucksstarker Weise ganz vor weissem Hintergrund gezeichnet. Auch dieses Bilderbuch kommt mit stabilen Pappseiten daher und ist ab etwa 2 Jahren geeignet. 9 Hunde und 1 Schachtel voller Kleider ergibt eine geniale Verkleidungsparty! Aber huch, was macht denn da der Wolf?! 1 Wolf, 2 Hunde, 3 Schlüpfer - Dorothée de Monfreid, Ulrich Pröfrock (Übersetzung), Dirk Rehm (Handlettering), Reprodukt 2020, 24 Seiten, Pappbilderbuch, ISBN: 978-3-95640-189-3 , ab 2 Jahren > Buch kaufen bei genialokal.de* > Buch kaufen bei Thalia (DE)* > Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* > Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* > Buch kaufen bei Thalia (AT)* Wenn ich einmal gross bin. Das Zahlenbuch der grossen Träume Maria Dek erträumt in ihrem Bilderbuch die Zukunft eines Jungen in Zahlen. Wenn er erstmal 1 Riese ist, macht er, was ihm gefällt: Ein Fahrrad mit 2 Hupen fahren, beim Schuhebinden 3 Schleifen machen, 5 Kugeln Eis zum Mittagessen verspeisen, 8 Tieren tollste Kunststücke beibringen und 22 bunte Federn sammeln. Bis 25 können hier die Kinder zählen und sich dabei ausmalen, wie es ist, wenn sie erst einmal erwachsen sind. Die polnische Illustratorin hat mit ihrem Buch 25 Kindheitsträume in Aquarellzeichnungen gegossen. Das macht Spass, lädt zum Träumen und Philosophieren und erst noch zum Zählen ein! Wenn ich einmal gross bin. Das Zahlenbuch der grossen Träume - Maria Dek, Theresa Scholz (Übersetzung), Knesebeck 2019, 48 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-95728-276-7, ab 4 Jahren > Buch kaufen bei genialokal.de* > Buch kaufen bei Thalia (DE)* > Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* > Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* > Buch kaufen bei Thalia (AT)* Alle zählen Kristin Roskifte fängt ganz vorne an mit Zählen: bei 0 Menschen auf der Waldlichtung. Von Seite zu Seite kommt 1 Mensch dazu, später auch mal mehrere, bis wir am Schluss des Buches 1000 Menschen auf einer Doppelseite vereint sehen, die zum Himmel schauen. So wird es von Seite zu Seite bunter, vielfältiger und wimmliger in diesem Kinderbuch. Die norwegische Autorin und Illustratorin erzählt mit ihren Bildern zahlreiche Geschichten, einige spricht sie im Text jeweils an, andere lässt sie uns ganz alleine entdecken. Manchmal ist sofort klar, wer gemeint ist, ein andermal können wir nur rätseln, wer wohl gemeint ist oder erfahren es viele Seiten später. So lädt das Buch ein zum Philosophieren, zum Suchen und Fabulieren. An den Illustrationen fällt auf, dass die Umgebung jeweils nur mit blauen Linien dargestellt ist, die Menschen aber in Farbe. So wird der Fokus voll auf die Personen und ihre ganz eigene Geschichte gelegt. Die Menschen haben unterschiedliche Hautfarben (wenn auch selten ganz dunkle Hauttöne), es gibt welche im Rollstuhl, solche mit Brille, traurige, fröhliche, solche mit Kopftuch und mit Burka, schwangere, ganz junge und alte, sommersprossige und bärtige, mit Hut und ausgefallenen Frisuren. Kristin Roskifte lädt mit "Alle zählen" nicht nur zum Zählen ein, sondern macht passend zum doppeldeutigen Titel auch deutlich: Jeder Mensch ist wichtig, jeder Mensch ist einzigartig, jeder Mensch hat seine Geschichte und alle sind irgendwie miteinander verbunden. PS: Das Bilderbuch ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 in der Kategorie Bilderbuch nominiert. Alle zählen - Kristin Roskifte, Maike Dörries (Übersetzung), Gerstenberg 2021, 64 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-8369-6036-6, ab 5 Jahren > Buch kaufen bei genialokal.de* > Buch kaufen bei Thalia (DE)* > Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* > Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* > Buch kaufen bei Thalia (AT)* Ich hoffe, es ist was für eure zahleninteressierten Kinder dabei! Gerade "Alle zählen" macht auch älteren Kindern noch viel Spass! Welches sind eure liebsten Zahlenbücher? Lasst mir gerne einen Tipp da in den Kommentaren! Herzlichen Dank für die Rezensionsexemplare an Laurence King, Reprodukt und Knesebeck. Das Buch aus dem Gerstenberg Verlag ist selbstgekauft. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Schlesenburg - das Romandebüt von Paul Bokowski

    Paul Bokowski hat mit "Schlesenburg" seinen ersten Roman geschrieben. Ein autobiografisches Werk, das mich rundum überzeugt hat! Nach den Kurzgeschichtenbänden "Alleine ist man weniger zusammen"*, "Hauptsache nichts mit Menschen"* und "Bitte nehmen Sie meine Hand da weg"* legt Paul Bokowski nun mit "Schlesenburg" seinen ersten Roman vor. Ein persönlicher Roman mit Humor Als sehr persönliches Buch "fernab aller Humorliteratur" kündigte mir Paul Bokowski sein Romandebüt an. Tja, Klamauk ist das bestimmt nicht, aber Humor steckt zum Glück dennoch ganz viel in den gut 300 Seiten. Paul Bokowskis Ich-Erzähler entführt uns in seine Kindheit in einem Sozialbaukomplex am Stadtrand irgendwo in Westdeutschland. "Schlesenburg" oder kurz "Burg" nannten sie die weisse Wohnbausiedlung mit 60 Wohneinheiten, in der fast nur schlesische Flüchtlinge lebten. Auch seine Eltern stammten aus Polen, waren in den 80er-Jahren in den Westen geflüchtet, der Sohn im Bauch der Mutter bereits mit im Zug. Paul Bokowski erzählt ausschweifend, mit feinem Humor und ganz starken Bildern vom Aufwachsen in der Burg, von der brennenden Wohnung der Galówka, von den gemeinen Baranowski-Zwillingen, vom schönen Serkan, von Darius und dem neu zugezogenen Mädchen Apolonia, von Nachmittagen im Freibad und Expeditionen zum Bach. "In unserem sonderbaren Duktus klingen wir wie geschäftige Zeitreisende, anachronistische Fremdlinge, in den schlesischen Urwäldern in flüssiges Bernstein gegossen, sauber konserviert und tausend Jahre später, hier, im rheinhessischen Oberland, herausgefräst." (S. 25) Vielfältig verwobene Erzählstränge In die Episoden der literarischen Gegenwart sind solche der Flucht seiner Eltern, der gescheiterten ersten Flucht und der geplanten zweiten Flucht von Onkel Staszek, Vaters Bruder, gewoben. Und die Anekdoten sind immer wieder durchsetzt von Betrachtungen rund um die eigene Identität als Hiergeborener mit Wurzeln im unbekannten Polen, ums Zurechtfinden verschiedener Generationen in der deutschen Gesellschaft, das Verbindunghalten in die alte Heimat und das Zusammenleben als migrierte Familie. "Mutter vermisste ihre Eltern, Vater, etwas stiller, seinen Bruder, aber die meisten Kinder aus der Burg, die Hiergeborenen, mich oder Darius, hatte man von Anfang an sauber abgekapselt von unserer Herkunft, von allen, die hinter dem Eisernen Vorhang hockten, dass jedes Vermissen nur ein Theoretikum bleiben konnte, ein Konzept." (S. 136) Für "Schlesenburg" sollte man Zeit mitbringen, langsam lesen, um richtig eintauchen zu können. Um die Wellen des Aufwachsens mit dem Ich-Erzähler zu durchkämmen, um Seite für Seite Schicht um Schicht des feinsäuberlich aufgetragenen Putzes wieder abzuschälen und hinter die Fassade zu blicken. "Dass Mutter las, war ein kleines wohlgehütetes Geheimnis. Folglich wussten es alle." (S. 28) Selbst ein Kind der 80er, habe ich viel aus meiner Kindheit wiedererkannt - Eisteegranulat! - und gedanklich in Fotoalben geblättert. Gleichzeitig habe ich mir Unbekanntes kennengelernt, neue Gedanken mitgedacht, Erlebnisse mitgefühlt. Eine Leseerfahrung, die ich nur allen ans Herz legen kann! Besonders, wenn ihr euch wundert, was die Dosen auf dem Bild zu suchen haben. ;-) "Doch alles, was aus meinem Innersten als Erinnerung aufstieg, war die Erinnerung an das Bild. Eine doppelte Belichtung, die sich langsam wie ein Pegel von unten über meine Netzhaut schob, mehr und mehr mit dem verschmolz, was darauf abgebildet war, bis sich beides restlos überlappte." (S. 70) Fazit Paul Bokowski nähert sich in seinem ersten Roman "Schlesenburg" seiner Kindheit, seiner Familie und seiner Herkunft so vielschichtig, sprachgewaltig und feinsinnig an, dass man ewig weiterlesen könnte. Definitiv ein Highlight des Bücherjahrs, das auch der Longlist des Deutschen Buchpreises gut getan hätte! Die Fakten Schlesenburg Paul Bokowski btb Verlag 320 Seiten Erschienen am 14.09.2022 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75940-8 Buch kaufen bei genialokal.de* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Paul Bokowski auf Instagram Website von Paul Bokowski PS: Herzlichen Dank an Paul Bokowski fürs Ans-Herz-Legen seines ersten Romans und die liebe Karte dazu. Und danke an den btb Verlag fürs Rezensionsexemplar! * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Yeshi Style

    Yeshi, das adoptierte Schwarze Mädchen mit den pfefferminzgrünen Turnschuhen ist wieder da! Klar, habe ich den dritten Band "Yeshi Style" der Kinderroman-Reihe von Gabriela Kasperski auch gelesen! Im ersten Band "Einfach Yeshi" lernten wir das Zürcher Mädchen mit äthiopischen Wurzeln kennen. Und ich fand sie sofort super oder wie Yeshi wohl sagen würde: "superglitzerluftig"! In Band 2 "Agentin Yeshi" ging es rasant weiter und wurde erst noch weihnachtlich. Auch im dritten Band "Yeshi Style" erlebt Yeshi so einige Abenteuer, aber vor allem eine Achterbahn der Gefühle. Wo komme ich eigentlich her und wo gehöre ich hin? Yeshi ist adoptiert und lebt mit ihrer alleinerziehenden Herzmama in Zürich. Ihre Bauch-Eltern kennt sie nicht. Ihr Herzpapa kommt endlich wieder mal aus London zu Besuch. Doch dass er seine neue Freundin samt Sohn Kamil mitbringt, stürzt Yeshi in ein ziemliches Gefühlschaos. Wo gehört sie eigentlich hin? Wo kommt sie her und wer hält wirklich zu ihr? Dass Kamil auch noch mit ihr zur Schule gehen und beim Spendenprojekt helfen soll, macht die Sache auch nicht leichter. Und dann ist da auch noch die fiese Bianca, die Yeshis Schwarm Felix für sich in Beschlag nimmt und mit gemeinen Tricks in den Gymi-Klub lockt. Yeshi, ihr Freund Liam, der queer ist und eigentlich in London eine Ballettschule besucht, ihre Fast-Schwester Doro und ihre Freundin Lumi denken sich das Spendenprojekt "Limonen für Libanon" aus. Mit dem Verkauf von Limonenlimonade wollen sie eine befreundete Familie aus Beirut unterstützen, deren Wohnung bei der Explosion 2020 zerstört wurde. Das Projekt läuft auch ziemlich gut an. Doch dann läuft es etwas aus dem Ruder und es taucht sogar die Polizei auf. Wie ihr merkt, hat Yeshi auch im dritten Band wieder einige Hürden zu meistern. Ob nun im Schulalltag, in ihrer vielfältigen Patchworkfamilie oder mit ihren Freundinnen und Freunden. Dabei hat sie immer wieder mit Alltagsrassismus zu kämpfen, verliert aber nie ihren Mut und schon gar nicht ihren Humor. Und sie kann auf die Unterstützung ihrer Liebsten zählen. Ob am Ende auch Kamil dazugehört, müsst ihr selber herausfinden! "Das, was unter den Worten lag, das, was die Leute dachten, ihre Gefühle und Ängste, ihre Ablehnung, die kannte ich leider nur allzu gut." (S. 151) Erfahrung mit Adoption und Alltagsrassismus Gabriela Kasperski konnte beim Schreiben nicht nur auf ihre eigenen Erfahrungen als Mutter einer Schwarzen Adoptivtochter zurückgreifen, sondern Samira hat auch wieder Ideen zur Geschichte beigesteuert. Das macht den Kinderroman sehr authentisch und nah am Alltag von Kindern zu Beginn der Teenagerzeit. Sprachlich ist das Kinderbuch wieder sehr verspielt und dieses Mal finde ich es auch nicht übertrieben, die Balance stimmt. Eine grosse Rolle spielen im Roman auch Handys und Social Media. Einerseits sind sie für Yeshi und ihre Freunde erstrebenswert, andererseits offenbaren sich in der Geschichte auch die Gefahren moderner Kommunikationsmittel. Auch hier findet die Autorin den richtigen Weg, digitale Medien ganz natürlich einfliessen zu lassen, ohne sie zu verharmlosen. Der Verlag empfiehlt das Buch bereits ab 8 Jahren. Ich würde es aufgrund der Thematiken und der grossen Textmenge eher ab 10 Jahren empfehlen. Der dritte Band lässt sich unabhängig von den ersten beiden lesen, aber es macht natürlich Spass, die "alten" Bekannten wie Tätowierer Stefano, die Mops-Oma oder Sitina wiederzutreffen. Fazit Gabriela Kasperski lässt in ihrem Kinderroman "Yeshi Style" ein Schwarzes Mädchen die Hauptrolle spielen und konfrontiert so die Leser*innen mit der Realität eines adoptierten Mädchens, das täglich den Alltagsrassismus in unserer weiss dominierten Gesellschaft zu spüren bekommt. Die spannend und humorvoll erzählte Geschichte eines bewundernswert selbstbestimmten Mädchens mit Tanzfuss und Flatterherz macht das Buch zu guter Unterhaltung mit Tiefgang für Kinder und Early Teens. Die Fakten Yeshi Style Gabriela Kasperski Arisverlag 229 Seiten Erschienen am 20.06.2022 Hardcover ISBN: 978-3-907238-20-2 Ab 10 Jahren Buch kaufen bei genialokal.de* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Arisverlag für das Rezensionsexemplar * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Die Eroberung der Villa Herbstgold

    Die Kindergartenkinder der Igel-Gruppe brechen auf in ein neues Abenteuer! In "Die Eroberung der Villa Herbstgold" von Stefanie Höfler und Claudia Weikert machen sie das Altersheim unsicher und entdecken so einige Parallelen zu ihrem eigenen Leben. Als bei der Igel-Gruppe ein Ausflug ins Altersheim ansteht, fallen die Reaktionen ganz unterschiedlich aus: Die kleine Ich-Erzählerin (ginge auch als Junge durch) im roten Pullover freut sich. Ist aber natürlich auch etwas aufgeregt. Önder ist da schon etwas abgeklärter und findet das Altersheim "Langweilig!". Für Leslie ist die Hauptsache, dass es nicht in den Zoo geht. Ferdinand trauert der gut riechenden Alpakaspucke hinterher und Una hat Angst, dass sie dort auf die Hexe von Hänsel und Gretel treffen könnte. So vielfältig wie die Kinder Wie dem auch sei, die Kindergartengruppe von Frau Ach und Frau Oha studiert ein Theaterstück - natürlich Hänsel und Gretel - ein und macht sich dann auf den Weg, die Villa Herbstgold zu erobern. Und das tun die Kinder! Mit kindlichem Blick und ganz viel Neugier entdecken sie das Altersheim, seine Bewohner*innen und den dortigen Alltag. Da gibt es eine Fee, Zähne im Wasserglas, ein Holzbein, Menschen im Rollstuhl, eine Frau mit Hijab, Süssigkeiten im Klavier und vieles mehr. Die Kinder merken, dass die alten Menschen gar nicht so anders sind als sie: Sie trinken auch Tee, sie müssen die Zähne putzen (wenn auch teils ausserhalb des Mundes) und einige tragen Windeln. Ob die Kinder tatsächlich einer Hexe begegnen und ob ihre Theateraufführung zum Erfolg wird, müsst ihr selber herausfinden! Claudia Weikert hat "Die Eroberung der Villa Herbstgold" wunderbar illustriert. Wie zuvor schon "Waldtage"*. Die abgebildeten Menschen sind divers, die Bilder stecken voller Dynamik und amüsanter Details. Die Bilder sind meist doppelseitig, aber auch mal kleiner. Die Geschichte hat relativ viel Text und ist deshalb geeignet für Kinder ab 4 Jahren (oder jüngere Kinder mit viel Ausdauer) und natürlich auch ältere Generationen! Fazit "Die Eroberung der Villa Herbstgold" von Stefanie Höfler und Claudia Weikert ist ein generationenverbindender Bilderbuchspass! Das Duo aus Autorin und Illustratorin erzählt mit Text und Bild eine vielfältige, humorvolle Geschichte vom Aufeinandertreffen der Generationen, die mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Die Fakten Die Eroberung der Villa Herbstgold Stefanie Höfler (Text) Claudia Weikert (Illustration) Beltz & Gelberg 34 Seiten Erschienen am 09.02.2022 Hardcover ISBN: 978-3-407-75631-2 Ab 4 Jahren Buch kaufen bei genialokal.de* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an Beltz & Gelberg für das Rezensionsexemplar. Noch mehr generationenverbindende Bücher bei mint & malve Wenn ihr Kinderbücher sucht, die verschiedene Generationen zusammenbringen, werdet ihr auch hier fündig: Ein Garten für uns - Zoë Tucker, Julianna Swaney (NordSüd 2022) Früh los - Daniel Fehr, Lotte Bräuning (Atlantis 2021) Das Universum ist verdammt gross und supermystisch - Lisa Krusche (Beltz 2021) Oma Kuckuck - Frauke Angel, Stephanie Brittnacher (Edition Pastorplatz 2020) Im Garten von Oma Apo - Tang Wei (Baobab Books 2020) Nick und der Sommer mit Oma - Benji Davies (Aladin 2019) Mino und die Kinderräuber - Franco Supino, Iris Wolfermann (Baeschlin 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Und was fühlst du, Känguru? Ein Mutmachbuch für alle gefühlsstarken Kinder

    (Werbung/Verlosung) Im ersten Bilderbuch von Nora Imlau "Und was fühlst du, Känguru?" geht es um die ganz grossen Gefühle und wie Klein und Gross damit umgehen. Wenn euch der gefühlsstarke Quirin auch direkt anspricht, versucht euer Glück und hüpft in den Lostopf für eins von drei Exemplaren des Pappbilderbuchs! Nora Imlau kennt ihr bestimmt als Journalistin und Fachautorin für Familienthemen. Sei es nun aus der Zeitschrift ELTERN oder aus ihren Sachbüchern wie "So viel Freude, so viel Wut" oder "Du bist anders, du bist gut". Nun legt sie mit "Und was fühlst du, Känguru?" und "Ein total genialer Mummeltag" zwei Kinderbücher vor. Heute stelle ich euch erstmal das Pappbilderbuch über das gefühlsstarke Känguru Quirin vor. "Ich bin Quirin, das Känguru. Ich fühle viel - und was fühlst du?" Schon mit dem ersten Reim ihres Bilderbuchs spricht Nora Imlau die zuhörenden Kinder direkt an und holt sie so sofort in die Situation. Quirin ist früh wach, top fit und will, dass es jetzt schnell, schnell losgeht. Seine Eltern und die kleinen Zwillingsschwestern sehen das etwas anders. Sie würden offensichtlich gerne etwas ruhiger in den Tag starten. Quirin ist gefühlsstark, fühlt sehr intensiv und das in schnellem Wechsel von riesiger Freude zu ganz grossem Kummer. Gerade mit Übergängen und vielen Reizen hat er zu kämpfen, so dass er seine Gefühle unvermittelt rauslassen muss. Dabei will er das nicht, fühlt sich traurig und allein. Er möchte ja eigentlich kooperieren, schafft es aber gerade nicht. Seine Känguru-Eltern reagieren genau richtig: Sie schenken ihm Wärme, Nähe und Ruhe in ihrem Beutel. Und sie signalisieren ihm immer ein offenes Ohr für seine Gefühle. Aus der Geborgenheit seiner Eltern schöpft er Kraft, um wieder in die Welt hinauszuhüpfen. "Halt ich die Welt dann wieder aus, hüpf ich aus meinem Beutel raus und springe - boing! - mit Kraft und Feuer hinein ins nächste Abenteuer." Mutmachbuch für gefühlsstarke Kinder Das Tolle an Nora Imlaus Pappbilderbuch ist, dass Quirins Gefühlsstärke nicht einfach problematisiert wird, sondern auch die positive Seite der riesigen Freude, des Enthusiasmus dargestellt wird. Hinzu kommt, dass vor allem über die Bildebene auch die Familiendynamik schön transportiert wird. Sowohl für Quirins Geschwister als auch für die Eltern sind Quirins intensive Gefühle oft auch anstrengend, was wir an ihren Gesichtern ganz gut ablesen können. "Und was fühlst du, Känguru?" vermittelt, dass Quirin (und natürlich auch die zuhörenden Kinder und die vorlesenden Erwachsenen) mit ihren Gefühlen gut sind, wie sie sind, egal wie intensiv sie sind. Das Bilderbuch stellt nicht Erwartungen an gefühlsstarke Kinder auf, wie sie mit ihren Gefühlen umzugehen haben. Aber es vermittelt Eltern (ohne erhobenen Zeigefinger), dass der beste Weg damit umzugehen über Verständnis und Kommunikation führt. In ihrem Nachwort erklärt Nora Imlau, dass es sich bei dieser liebevollen Begleitung um Co-Regulation handelt. Dass die Eltern dem Kind also helfen, wieder runterzukommen, indem sie da sind und signalisieren: du bist gut und richtig, wie du bist. Noch ein Wort zu den Illustrationen von Lisa Rammensee: Dass sie toll illustrieren kann, wisst ihr bestimmt nicht erst seit "Die Papagei-Ei-Rettung". Auch Quirin und seiner Familie hat sie ganz viele Emotionen ins Gesicht gezaubert. Toll finde ich auch, dass es um die Kängurus herum nicht clean und ordentlich ist, sondern auch mal das eine oder andere herumliegt, im Kinderzimmer ein wahres Durcheinander herrscht und der Esstisch keine 5-Sterne-Tafel ist, sondern eben ein echter Familientisch. Meiner Kleinsten besonders angetan hat es der kleine Plüschdino. Sie hat ihn auf jeder Seite gesucht und auch auf fast jeder gefunden. Fazit "Und was fühlst du, Känguru?" von Nora Imlau, mit Illustrationen von Lisa Rammensee, ist eine Umarmung für alle gefühlsstarken Kinder ab 2 Jahren, ihre Eltern, Geschwister und weitere Bezugspersonen. Und es spricht natürlich auch alle anderen Kinder an, denn auch sie kennen diese intensiven Gefühle und beobachten sie bei ihren Freund*innen. Passt also auch perfekt für die Kita oder die Spielgruppe! Die Fakten Und was fühlst du, Känguru? Ein Mutmachbuch für alle gefühlsstarken Kinder Nora Imlau (Text) Lisa Rammensee (Illustration) Carlsen Verlag 26 Seiten Erschienen am 29.06.2022 Pappbilderbuch ISBN: 978-3-551-17180-1 Ab 2 Jahren Buch kaufen bei genialokal.de* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Nora Imlau auf Instagram Nora Imlau auf Facebook PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar und die Verlosungsexemplare. VERLOSUNG: 3 Exemplare von "Und was fühlst du, Känguru?" gewinnen! Quirin ist so beliebt, dass er vielerorts schon ausverkauft war und nachgedruckt werden musste. Der Carlsen Verlag hat drei Exemplare für mich zurückgelegt, die ich an euch verlosen darf! Ihr könnt jeweils ein Exemplar hier auf dem Blog, eins bei Instagram und eins bei Facebook gewinnen. So machst du mit: Kommentiere, weshalb oder für wen du das Pappbilderbuch gerne gewinnen würdest. Deine Chance bei Instagram Deine Chance bei Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Montag, 10. Oktober 2022, 23:59 Uhr. Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*innen. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch den Verlag. Zu diesem Zweck gebe ich die Adresse der Gewinner*innen an den Verlag weiter. Viel Glück! Eure Eliane * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Herr Stämpfli - Am Samstag ist Zeitungsbündeltag

    Was ist typisch schweizerisch? Genau, das Altpapier fein säuberlich zu bündeln. Severin Hofer und Rafael Casaulta steigen in "Herr Stämpfli - Am Samstag ist Zeitungsbündeltag" aus der bünzligen Routine aus! Bei Herrn Stämpfli ist jeden Samstag Zeitungsbündeltag. Und Herr Stämpfli macht das ganz gewissenhaft: Er stapelt die alten Zeitungen und schnürt sie zusammen. Erst dann macht er sich ans Lesen der neuen Zeitung. Nicht ganz so wie immer Doch diesen Samstag ist alles anders: Die Bündelschnur ist zu kurz! Das lässt Herrn Stämpfli aus seiner gewohnten Routine ausbrechen und er beginnt direkt, in der neuen Zeitung zu lesen. Doch damit nicht genug: Jetzt knistert und raschelt es auch noch merkwürdig. Dann hat er plötzlich einen blauen Topf auf dem Kopf. Und so geht das weiter an diesem besonderen Samstag. Noch was Merkwürdiges und noch was Komisches geschieht. Aus den Zeitungen wachsen sogar Berge und ein Zeitungsmeer... bis: Ding, dong! Was dann geschieht, verrate ich euch nicht! Dafür müsst ihr die surreal-chaotische Geschichte über die bünzligste Samstagsbeschäftigung von Herr und Frau Schweizer selber lesen. Mit alten Gewohnheiten brechen Severin Hofer und Rafael Casaulta nehmen sich in ihrem Bilderbuch einer ganz und gar langweiligen Aufgabe an, dem Zeitungen Bündeln. Und sie bringen durch eine kleine Abweichung im üblichen Ablauf alles durcheinander. Herr Stämpfli ist zwar erstaunt, begegnet den Sonderbarkeiten aber offen und neugierig, ja er wagt was und begibt sich auf Entdeckungsreise. Auch optisch ganz im Zentrum steht die Zeitung. Sie erwacht zum Leben, nimmt unterschiedliche Formen an. Es wimmelt von Buchstaben. Die Illustrationen sind doppelseitig, abstrakt und in einer reduzierten Farbpallette zwischen Rot und Blau gehalten. Mit Zeitungen Kreatives schaffen Das Bilderbuch hat seinen Ursprung in der Zeit des ersten Corona-Lockdowns, als Kindergartenlehrer und Künstler Hofer Videos mit Zeitungen dreht und ganz in der Figur von Herrn Stämpfli aufging. Für einmal war also zuerst der Film und dann das Buch! Und noch etwas ist besonders an diesem Kinderbuch: Es wurde von A bis Z, von der Frontseite, bis zur Letzten in der Schweiz produziert. Noch mehr spannende Hintergründe zum Buch gibt es im Artikel von Falco Meyer auf ZUG KULTUR nachzulesen. Zum ersten Video aus Severin Hofers Serie geht es hier: Eine Kritik habe ich am aussergewöhnlichen und vor allem optisch überzeugenden Bilderbuch dann doch. Im späteren Verlauf taucht eine "Frau Gätzig" auf. Und klar: Nomen est omen. Das ist vielleicht humorvoll gedacht, meinen Humor trifft es nicht, ich empfinde die Namensgebung als misogyn. Eine Frau Meier, Müller oder meinetwegen auch Fischer hätte es auch getan. Fazit Eine gutschweizerische Samstagsbeschäftigung, die ausser Rand und Band gerät? Das bieten Severin Hofer und Rafael Casaulta in ihrem Bilderbuch "Herr Stämpfli - Am Samstag ist Zeitungsbündeltag". Für Kinder ab 4 Jahren mit Sinn für wilde Illustrationen und das Ausbrechen aus alten Konventionen. Eine kleine Vorwarnung sei ausgesprochen: Nach der Lektüre ist wohl kein Zeitungsbündel mehr sicher vor kreativen Kinderhänden! Die Fakten Herr Stämpfli Am Samstag ist Zeitungsbündeltag Severin Hofer (Text) Rafael Casaulta (Illustration) Baeschlin Verlag 40 Seiten Erschienen am 15.03.2022 Hardcover ISBN: 978-3-03893-047-1 Ab 4 Jahren Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Severin Hofer auf Instagram Rafael Casaulta auf Instagram PS: Herzlichen Dank an die Autoren und den Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

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