top of page

Suchergebnisse

697 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Herr Stämpfli - Am Samstag ist Zeitungsbündeltag

    Was ist typisch schweizerisch? Genau, das Altpapier fein säuberlich zu bündeln. Severin Hofer und Rafael Casaulta steigen in "Herr Stämpfli - Am Samstag ist Zeitungsbündeltag" aus der bünzligen Routine aus! Bei Herrn Stämpfli ist jeden Samstag Zeitungsbündeltag. Und Herr Stämpfli macht das ganz gewissenhaft: Er stapelt die alten Zeitungen und schnürt sie zusammen. Erst dann macht er sich ans Lesen der neuen Zeitung. Nicht ganz so wie immer Doch diesen Samstag ist alles anders: Die Bündelschnur ist zu kurz! Das lässt Herrn Stämpfli aus seiner gewohnten Routine ausbrechen und er beginnt direkt, in der neuen Zeitung zu lesen. Doch damit nicht genug: Jetzt knistert und raschelt es auch noch merkwürdig. Dann hat er plötzlich einen blauen Topf auf dem Kopf. Und so geht das weiter an diesem besonderen Samstag. Noch was Merkwürdiges und noch was Komisches geschieht. Aus den Zeitungen wachsen sogar Berge und ein Zeitungsmeer... bis: Ding, dong! Was dann geschieht, verrate ich euch nicht! Dafür müsst ihr die surreal-chaotische Geschichte über die bünzligste Samstagsbeschäftigung von Herr und Frau Schweizer selber lesen. Mit alten Gewohnheiten brechen Severin Hofer und Rafael Casaulta nehmen sich in ihrem Bilderbuch einer ganz und gar langweiligen Aufgabe an, dem Zeitungen Bündeln. Und sie bringen durch eine kleine Abweichung im üblichen Ablauf alles durcheinander. Herr Stämpfli ist zwar erstaunt, begegnet den Sonderbarkeiten aber offen und neugierig, ja er wagt was und begibt sich auf Entdeckungsreise. Auch optisch ganz im Zentrum steht die Zeitung. Sie erwacht zum Leben, nimmt unterschiedliche Formen an. Es wimmelt von Buchstaben. Die Illustrationen sind doppelseitig, abstrakt und in einer reduzierten Farbpallette zwischen Rot und Blau gehalten. Mit Zeitungen Kreatives schaffen Das Bilderbuch hat seinen Ursprung in der Zeit des ersten Corona-Lockdowns, als Kindergartenlehrer und Künstler Hofer Videos mit Zeitungen dreht und ganz in der Figur von Herrn Stämpfli aufging. Für einmal war also zuerst der Film und dann das Buch! Und noch etwas ist besonders an diesem Kinderbuch: Es wurde von A bis Z, von der Frontseite, bis zur Letzten in der Schweiz produziert. Noch mehr spannende Hintergründe zum Buch gibt es im Artikel von Falco Meyer auf ZUG KULTUR nachzulesen. Zum ersten Video aus Severin Hofers Serie geht es hier: Eine Kritik habe ich am aussergewöhnlichen und vor allem optisch überzeugenden Bilderbuch dann doch. Im späteren Verlauf taucht eine "Frau Gätzig" auf. Und klar: Nomen est omen. Das ist vielleicht humorvoll gedacht, meinen Humor trifft es nicht, ich empfinde die Namensgebung als misogyn. Eine Frau Meier, Müller oder meinetwegen auch Fischer hätte es auch getan. Fazit Eine gutschweizerische Samstagsbeschäftigung, die ausser Rand und Band gerät? Das bieten Severin Hofer und Rafael Casaulta in ihrem Bilderbuch "Herr Stämpfli - Am Samstag ist Zeitungsbündeltag". Für Kinder ab 4 Jahren mit Sinn für wilde Illustrationen und das Ausbrechen aus alten Konventionen. Eine kleine Vorwarnung sei ausgesprochen: Nach der Lektüre ist wohl kein Zeitungsbündel mehr sicher vor kreativen Kinderhänden! Die Fakten Herr Stämpfli Am Samstag ist Zeitungsbündeltag Severin Hofer (Text) Rafael Casaulta (Illustration) Baeschlin Verlag 40 Seiten Erschienen am 15.03.2022 Hardcover ISBN: 978-3-03893-047-1 Ab 4 Jahren Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Severin Hofer auf Instagram Rafael Casaulta auf Instagram PS: Herzlichen Dank an die Autoren und den Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Susanna - von Basel nach New York

    Ich bin Alex-Capus-Komplettistin. Klar, musste ich da auch sein neustes Werk "Susanna" lesen. Ob es meine Erwartungen erfüllt hat? Lest selbst. Mit "Léon und Louise" gelang Alex Capus der Durchbruch, zumindest habe ich das damals so wahrgenommen. Dank dem Tipp einer Freundin hatte ich aber schon alles gelesen, was er davor so geschrieben hatte: Geschichten, Portraits und Romane wie "Eine Frage der Zeit"* und "Reisen im Licht der Sterne"*. Und natürlich lese ich alles, was seither erscheint, wie seine "Königskinder", die ich auch auf dem Blog besprochen habe. Von Basel nach New York Marias Weg als Ehefrau und Mutter an der Seite von Lukas Faesch war eigentlich vorgezeichnet. Doch das Aufeinandertreffen mit dem deutschen Arzt Karl Valentiny, der mit Lukas Faesch in der französischen Fremdenlegion gedient hatte und ein paar Monate im Haushalt der Faeschs in Basel lebt, lässt in ihr den Entschluss reifen, ihren Mann zu verlassen. Sie kann sich einfach nicht vorstellen, ihr Leben an der Seite eines langweiligen Amtsträgers zu verbringen: "Bald würde er wieder sein wie sie [die Leute, a.d.R.] - ein lebendig mumifizierter Bürger seiner Stadt." (S. 59) Und das tut sie dann auch. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ein besonders mutiger Schritt! Mit an Bord auf dem Schiff von Basel nach New York ist ihre Tochter Susanna. Die beiden Söhne hingegen lässt sie bei ihrem Vater zurück. Karl Valentiny lebt inzwischen in New York und nimmt Mutter und Tochter auf. Zusammen bilden sie eine neue Familie, dank Valentinys Hausarztpraxis ohne finanzielle Nöte. Susanna entdeckt durch Zufall ihr Talent zur Malerei, fertigt schon als Jugendliche Porträts an und verdient sich so ihren Lebensunterhalt. Susanna ist nicht sehr ambitioniert, was ihre Lebensplanung oder Träume angeht, aber eins ist klar: Sie will keiner Norm entsprechen. "Das Problem war, dass sie keinen Lebensweg einschlagen wollte; keinen von den Trampelpfaden, die es ja nur deshalb gab, weil sie von so vielen Menschen schon begangen worden waren." (S. 127) Wie Susanna zu ihrem Sohn Christie kommt und wie es sie beide zu Sitting Bull, dem bekannten Chief der Sioux, verschlägt, verrate ich an dieser Stelle nicht. Aber ich muss sagen, der Klappentext lässt da mehr erwarten und vor allem auch früher im Roman. Fiktion und wahre Geschichte Alex Capus erzählt in seiner gewohnt melodiösen und sehr vielseitigen Sprache, schweift gerne einmal ab (manchmal auch zu lange, wie beim langfädigen Treibsandvergleich) und führt kleine Anekdoten der Geschichte und erstaunliche historische Zusammenhänge aus. Immer wieder blitzt auch sein Humor auf. Mit Maria und Susanna hat er sich einmal mehr real existierender Persönlichkeiten und ihrer Geschichte angenommen und stellt sie in den Kontext des Weltgeschehens - in diesem Fall die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts, angefeuert durch die Erfindung der Dampfmaschine. Das mag ich - wie fleissige Leser*innen wissen - in der Regel sehr und ist mancherorts auch gelungen. Der Klappentext verspricht eine Emanzipationsgeschichte - für mich unklar blieb jedoch, ob damit Maria oder die titelgebende Susanna gemeint ist oder beide. Und abgesehen von Marias Aufbruch nach Amerika und Susannas wirtschaftlicher Selbständigkeit durch die Malerei sowie ihre Rolle als alleinerziehende Mutter, bleibt mir diese Emanzipation zu schwach ausgeleuchtet (obwohl das Licht in der Geschichte durchaus eine Rolle spielt ;-)). Auf Wikipedia wird Susanna, die sich später Caroline Weldon nannte, als "schweizerisch-amerikanische Bürgerrechtlerin, Aktivistin in der National Indian Defense Association (NIDA) und Privatsekreträrin von Sitting Bull" bezeichnet. Da hätte ich mir doch etwas mehr Plot in diese Richtung gewünscht. Alex Capus ist bei seiner Recherche sicherlich auch tief in die Archive und andere Quellen eingetaucht. Auch wenn er im Interview mit dem Verlag erklärt, dass wenig Schriftliches erhalten geblieben oder überhaupt je aufgezeichnet worden sei. Leider bleibt der Roman "Susanna" für mich eher ein bruchstückhafter Einblick in ihr Leben (und das ihrer Mutter Maria sowie verschiedener Bezugspersonen) als eine stringente Erzählung einer Emanzipationsgeschichte und einer Aktivistin für die Anliegen der nordamerikanischen Ersteinwohner*innen. Reproduktion rassistischer Sprache Kritisieren möchte ich zudem die Verwendung des I-Wortes. Es wird zwar auch im Roman explizit kritisiert und darauf hingedeutet, dass man die Ersteinwohner*innen Amerikas lieber indigene Personen nennen sollte oder eben beim Namen ihres jeweiligen Stammes, als eine stereotype und rassistische Fremdbezeichnung zu verwenden. Leider geschieht dann aber genau das und zwar nicht nur, weil es im historischen Kontext vielleicht tatsächlich so war, sondern auch an unnötigen Stellen, wo die Erzählerstimme durchaus auf andere Bezeichnungen hätte zurückgreifen können. Fazit Alex Capus hat mich mit "Susanna" sprachlich einmal mehr überzeugt und scheint auch auf spannenden Stoff gestossen zu sein, den er leider diesmal etwas weniger geschickt mit fiktionalen Elementen ergänzt. So liest sich der Roman zwar durchaus gut, hat aber seine Längen und bleibt enttäuschend unrund. Ich empfehle euch nach wie vor lieber seine älteren Werke (alles vor "Das Leben ist gut"). Die Fakten Susanna Alex Capus Hanser Verlag 288 Seiten Erschienen am 25.07.2022 Hardcover ISBN: 978-3-446-27396-2 Buch kaufen bei genialokal.de* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Freiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin

    Fleur Daugey und Olivier Charpentier bringen uns in "Freiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin" das Leben von Harriet Tubman und gleichzeitig die Geschichte der Sklaverei in den USA näher. Ich habe euch hier bereits zwei Bücher über Harriet Tubman vorgestellt: Einerseits die Kinderbiografie aus der "Little People, Big Dreams"-Reihe und andererseits die Biografie von Ann Petry für Jugendliche (und durchaus auch Erwachsene). "Freiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin" von Fleur Daugey und Olivier Charpentier siedelt sich dazwischen an und ist für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren geeignet. Das Buch der Psychologin, Ethnologin und Autorin Fleur Daugey ist eine Mischung aus einem Sachbuch über die Geschichte der Sklaverei in den USA und der Biografie von Harriet Tubman, der amerikanischen Nationalheldin, die selber mithilfe der Underground Railroad in die Nordstaaten flüchtete und danach zur Fluchthelferin für viele andere Sklav*innen wurde. Amerikanische Geschichte und Einzelschicksal eng verwebt Die Sachbuchteile und die biografischen Teile wechseln sich jeweils ab. Letztere sind aus der Ich-Perspektive formuliert, so dass eine besondere Nähe zu dieser aussergewöhnlichen Frau entsteht. So erfahren wir sehr viel über die Entstehung der Sklaverei, das Leben der Sklav*innen, die unterschiedliche Situation in den Nord- und den Südstaaten der USA, über die Flucht und die Fluchthelfer*innen, insbesondere der Underground Railroad. Auch die Verfolgung der geflüchteten Schwarzen in den Nordstaaten und der Sezessionskrieg ab 1861 werden thematisiert. Hier engagierte sich Harriet Tubman als Krankenschwester, Köchin, Aufklärerin und Spionin für die Truppen der Union, also die Nordstaaten, die gegen die Sklaverei waren. Schliesslich thematisiert die Autorin auch, dass mit der Abschaffung der Sklaverei nicht auch der Rassismus endete. Nein, einige Südstaaten setzten nun die Rassentrennung in Kraft, die sich noch bis in die 1960er-Jahre hielt. Mit ihrer Abschaffung erhielten Schwarze zwar dieselben Rechte, aber die Diskriminierung hält an, wie einige Zahlen im Buch belegen. Interessant ist auch der abschliessende Exkurs über Sklaverei weltweit und bis zum heutigen Tag, von der leider auch geschätzte 10 Millionen Kinder betroffen sind. Erwähnt wird auch, dass Barack Obama als Präsident beschloss, dass Harriet Tubman auf der 20-Dollar-Note abgebildet sein sollte. Donald Trump schob diese Änderung jedoch bis 2026 hinaus. Joe Biden versucht nun wiederum, die Umsetzung zu beschleunigen (vgl. Artikel in der Washington Post). Sklav*innen im Mittelpunkt Olivier Charpentier hat das Sachbuch wunderschön bebildert und stellt Harriet und ihre Schwarzen Mitmenschen in den Mittelpunkt, indem er sie in Blau- und Rottönen abbildet. Gegenstände und andere Personen sind dagegen nur schemenhaft in Schwarz abgebildet. Die Bilder reichen von kleineren Vignetten über ganzseitige bis zu einem doppelseitigen Bild. Kritisieren muss ich an dem Buch, dass unkommentiert und unkritisiert das I*-Wort verwendet wird und dass es zwar Ansätze zu gendersensibler Sprache gibt, diese aber mehrheitlich nicht durchgezogen wurde. So ist beispielsweise oft nur von Sklaven die Rede, wo es eindeutig genauso um Sklavinnen geht. Auch, dass weiss nicht kursiv geschrieben wird, wie in der rassismuskritischen Sprache üblich, ist ein Manko. Fazit "Freiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin" von Fleur Daugey und Olivier Charpentier bietet einen guten Überblick über die Geschichte der Sklaverei in den USA und das Leben von Harriet Tubman. Für Kinder ab 10 Jahren ein guter Einstieg ins Thema und in eine Auseinandersetzung mit der Thematik von Rassismus und Antirassismus. Die Fakten Freiheit! Harriet Tubman, eine amerikanische Heldin Fleur Daugey (Text) Olivier Charpentier (Illustration) Edmund Jacoby (Übersetzung aus dem Französischen) Jacoby & Stuart 48 Seiten Erschienen am 25.01.2021 Hardcover ISBN: 978-3-96428-084-8 Ab 10 Jahren Buch kaufen bei genialokal.de* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* Noch mehr Kinderbücher, Jugendbücher und Eltern-Ratgeber für eine rassismuskritische Erziehung Vorlesen: Vielfältige Kinderbücher gegen Rassismus - mein Beitrag zum Schweizer Vorlesetag 2022 Steck mal in meiner Haut! Antirassismus, Aufklärung und Empowerment - Saskia Hödl, Pia Amofa-Antwi und Emily Claire Völker (EMF Verlag 2022) Ching Chang Stop - Dian Gohring (Carl-Auer Kids 2022) Rassismus geht uns alle an - Josephine Apraku, Jule Bönkost, Meikey To (Carlsen 2022) Gib mir mal die Hautfarbe. Mit Kindern über Rassismus sprechen - Olaolu Fajembola, Tebogo Nimindé-Dundadengar (Beltz & Gelberg 2021) Harriet Tubman. Fluchthelferin bei der Underground Railroad. Aus der Sklaverei in die Freiheit - Ann Petry (Nagel & Kimche 2022) Odo und der Beginn einer grossen Reise - Dayan Kodua, Robby Krüger (Gratitude Verlag 2021) Sulwe - Lupita Nyong'o, Vashti Harrison (Mentor Verlag 2021) Wie erkläre ich Kindern Rassismus? - Josephine Apraku und Le Hong (familiar faces 2021) Die Farbe der Haut mit allen Sinnen - Joceline Altevogt, Justine Canga, Thomas Delaroziere (Nalingi 2021) Harriet Tubman - Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara, Pili Aguado (Insel Verlag 2021) Das Buch vom Antirassismus. 20 Lektionen, um Rassismus zu verstehen und zu bekämpfen - Tiffany Jewell, Aurélia Durand (Zuckersüss Verlag 2020) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Loujains Träume von den Sonnenblumen

    (Werbung/Verlosung) Lina al-Hathloul, Uma Mishra-Newbery und Rebecca Green laden uns mit ihrem Bilderbuch "Loujains Träume von den Sonnenblumen" zum Träumen ein. Träumt mit und gewinnt zum Weltkindertag im Rahmen der Blogger*innen-Aktion #HeuteeinBuch ein Exemplar des Buchs! Zum Weltkindertag stelle ich euch wie jedes Jahr ein Kinderbuch vor, das sich mit den Bedürfnissen, Träumen und Rechten von Kindern auseinandersetzt. 2022 steht er unter dem Motto "Gemeinsam für Kinderrechte". Dazu passt mein heutiger Buchtipp perfekt: "Loujains Träume von den Sonnenblumen" von Lina al-Hathloul, Uma Mishra-Newbery und Rebecca Green ist von der wahren Geschichte von Linas Schwester Loujain al-Hathloul inspiriert. Sie ist Aktivistin der Frauenrechtsbewegung von Saudi-Arabien. Sie setzt sich dafür ein, dass Frauen in Saudi-Arabien auch Auto fahren, reisen und arbeiten dürfen - und das ohne männliche Aufpasser! 2018 wurde Loujain zum zweiten Mal festgenommen und 2020 zu fast 6 Jahren Gefängnis verurteilt. 2021 wurde sie mit strengen Auflagen und einer Ausreisesperre freigelassen und lebt mit ihrer Familie in Riad. Auf Wikipedia erfahrt ihr mehr über die eindrückliche Menschenrechtsaktivistin, die mehrere Preise erhalten hat und auch schon für den Friedensnobelpreis nominiert war. Träume das Unmögliche! Loujain träumt davon, einmal über die riesigen Sonnenblumenfelder zu fliegen. Sie möchte fliegen wie ihr Vater. Mit unendlichem Optimismus und Selbstsicherheit hält sie an diesem Traum fest. Denn wieso sollten nur Jungen und Männer fliegen dürfen und nicht auch Mädchen und Frauen? Dass solche Verbote keinen Sinn machen, finden zum Glück auch Loujains Mutter und Vater. Und so gibt ihr Vater ihr eines Tages Flügel und fliegt mit ihr durch die Wolken. Ob sie auch eines Tages über das Sonnenblumenfeld ihrer Träume fliegen wird? Das müsst ihr im Buch selber herausfinden! "Loujains Träume von den Sonnenblumen" wechselt hin und her zwischen Traum und Wirklichkeit. Es vermittelt, dass unsere Träume und Hoffnungen wahr werden können, wenn wir nur daran glauben, uns gegen Ungerechtigkeiten wehren und an unserem Weg festhalten. Schön ist im Buch auch, wie Loujain von ihren Eltern ermutigt und bestärkt wird und wie diese auch öffentlich zu ihr stehen - ganz so, wie es auch in Loujains wahrem Leben ist. Ein Bilderbuch verbreitet Hoffnung Rebecca Green, die ihr vielleicht schon aus dem Bilderbuch "Von weit her" kennt, hat "Loujains Träume von den Sonnenblumen" wunderschön illustriert. Sie hat dafür warme, gedeckte Farben verwendet, die gut zur Hoffnung passen, die das Buch verbreitet. Loujains Mutter trägt in der Öffentlichkeit ein Kopftuch, im Privaten ist sie aber ohne abgebildet. Der Verlag minedition empfiehlt das Buch bereits ab 3 Jahren. Ich würde es ab 5 Jahren empfehlen, da es mit der Traumwelt und der Wirklichkeit etwas Abstraktionsvermögen braucht, um die Message der Geschichte zu verstehen. Zudem kann man dann auch schon eher den Bezug zur wahren Geschichte Loujains herstellen, natürlich nur in Ansätzen. Fazit Das Bilderbuch "Loujains Träume von den Sonnenblumen" von Lina al-Hathloul, Uma Mishra-Newbery und Rebecca Green setzt ein Mädchen of Color in den Mittelpunkt und erst noch eins, das es tatsächlich gibt! Ein bewegendes Kinderbuch über die Frauenrechtsaktivistin Loujain al-Hathloul, das die jungen Zuhörer*innen dazu ermuntert, an ihre Träume zu glauben und das Unmögliche möglich zu machen! Die Fakten Loujains Träume von den Sonnenblumen Lina al-Hathloul, Uma Mishra-Newbery (Text) Rebecca Green (Illustration) minedition 36 Seiten Erschienen am 15.01.2022 Hardcover ISBN: 978-3-03934-012-5 Ab 5 Jahren Buch kaufen bei genialokal (DE)* Buch kaufen bei Thalia (DE)* Buch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Buch kaufen bei Buchhaus (CH)* Buch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Verlag minedition für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar. VERLOSUNG: 1 Exemplar von "Loujains Träume von den Sonnenblumen" gewinnen! Anlässlich des Weltkindertags verlose ich im Rahmen der Aktion #HeuteEinBuch 1 Exemplar von "Loujains Träume von den Sonnenblumen" an euch! Du kannst 3 Lose holen, je eines mit einem Kommentar hier auf dem Blog, auf Instagram und/oder auf Facebook! So machst du mit: Kommentiere, wovon du als Kind geträumt hast oder heute noch träumst. Es darf auch fantastisch sein! Deine Chance bei Instagram Deine Chance bei Facebook Die Verlosung startet mit Freischaltung der Posts und endet am Sonntag, 25. September 2022, 23:59 Uhr. Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Das Los entscheidet über die Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch mich. Viel Glück! Eure Eliane Schaut auch bei den anderen Blogger*innen der Aktion #HeuteeinBuch vorbei. Bei allen gibt es das jeweils vorgestellte Buch zu gewinnen! Alu – https://www.grossekoepfe.de/ Anne – https://www.xmalanderssein.de/ Brigitte – https://www.wallinger.at/ Henrike – https://www.instagram.com/frau_buecherfee Janet – https://www.kinderbuchlesen.de/ Jenny – https://www.kinderchaos-familienblog.de/ Katja – https://kuestenkidsunterwegs.blogspot.com/ Marsha – https://mutterundsoehnchen.com/ Miri – https://geschichtenwolke.de/ Sari – https://www.heldenhaushalt.de/sari02/ Susanne – https://familienbuecherei.blogspot.com/ Sylvi – https://www.wortkantine.de/ * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Das grüne Auge

    Habt ihr Lust auf ein Buch, das euch richtig fertig macht, aber trotzdem oder gerade deshalb so gut ist? Dann liegt ihr mit "Das grüne Auge" von Nathacha Appanah genau richtig. Die französische Autorin Nathacha Appanah mit indischen Wurzeln, geboren auf Mauritius, nimmt uns mit auf Mayotte. Mayotte ist eine Insel im Archipel der Komoren und als einzige der fünf Inseln französisches Überseegebiet. Die Komoren befinden sich wiederum nordwestlich von Madagaskar. Der unbedingte Kinderwunsch Hier lebte Marie, die erste Erzählstimme des Romans "Das grüne Auge", mit ihrem Mann Chamsidine, beide arbeiteten als Krankenpfleger bzw. -pflegerin. Lebte, weil wir mit der Zeit merken, dass Marie aus dem Jenseits oder einer Art Zwischenreich zu uns spricht. Die Ehe blieb kinderlos und als Marie 31 war, verliess Chamsidine die Französin für eine andere Frau. Auf Mayotte kommen täglich viele Flüchtende von den anderen Komoreninseln an und werden ins Krankenhaus gebracht. Einmal, als Marie gerade Dienst hat, ist darunter auch eine sehr junge Schwarze Frau mit ihrem Neugeborenen. Der kleine Junge hat ein braunes und ein grünes Auge, weshalb seine Mutter davon überzeugt ist, dass er von einem Dschinn besessen ist. Als Marie ein Fläschchen für das Baby holt, verschwindet die Frau. Marie ergreift die Chance und nimmt sich dem Jungen an. Sie nennt ihn Moïse und zwingt Chamsidine, die Vaterschaft für den Jungen anzuerkennen, im Tausch gegen die Scheidung. Moïse wächst als Schwarzer Junge mit Marie ein Leben als Weisser. Er spricht ein perfektes Französisch, nicht Shimaore, die indigene Sprache von Mayotte. Er ist ein behütetes, fröhliches Kind, lebt mit Marie in einem schönen Haus auf Petite-Terre (der kleineren der zwei Inseln von Mayotte). Ihm wird vorgelesen und vorgesungen. Als Jugendlicher freundet er sich mit einem Illegalen an und als Marie von einem Tag auf den anderen stirbt, ist er völlig auf sich gestellt und das Unglück nimmt seinen Lauf. Ein Leben zwischen Drogenhandel und Gewalt Ich möchte nicht zu viel spoilern, aber Moïse gerät mitten ins Gang-Leben im Slum von Mayotte, der den Übernamen "Gaza" trägt. Er legt sich mit Bruce an, ebenfalls ein Schwarzer Junge, aber mit 15 schon Banden-Chef von Gaza. Sehr früh erzählt uns Nathacha Appanah aus Sicht von Moïse, weshalb er im Gefängnis gelandet ist und von hier rekapituliert sie die Geschehnisse aus unterschiedlichsten Perspektiven. Neben Moïse selber erzählen uns Bruce, der Polizist Olivier, Marie und Stéphane, eine Jugendarbeiter einer NGO, wie es so weit kommen konnte, wo Moïse doch dank seiner weissen, gebildeten Mutter so gute Chancen gehabt hätte, ein geordnetes Leben zu führen. Sie erzählen jeweils aus der Ich-Perspektive, sehr direkt, temporeich, ungeschönt, teils brutal, mit rassistischen und sexistischen Begriffen (Triggerwarnung für BIPoC). Während Marie sich zwar sehr direkt, aber doch gewählt ausdrückt, ist Bruce' Sprache roher, folgt keinen grammatikalischen Regeln. Nathacha Appanah wirft uns mit ihrem Roman mitten hinein in die Aussichtslosigkeit eines Lebens im Elendsviertel, lässt uns in die rassistischen Abgründe zwischen Schwarz und Weiss, zwischen Franzosen und Französinnen auf der einen und Komoraner*innen und Illegalen auf der anderen Seite blicken, wirft uns in den Dreck des Slums, in den Rauch der Chemischen (mit chemischen Drogen versetzte Joints) und auf den Kampfplatz der Halbstarken. So wirft sie zahlreiche Fragen auf: Was macht die eigene Identität aus? Wie weit bestimmt die Abstammung (oder auch die Hautfarbe) unser Leben vorher? Was können Erziehung und Bildung ausrichten? Was Entwicklungshilfe? Wie geht der globale Norden mit Menschen aus dem globalen Süden um? "Ich fragte mich, ob er in Wirklichkeit nicht von vornherein geliefert gewesen war, dieser Junge, und mit ihm alle Jungen und Mädchen, die wie er am falschen Ort im falschen Moment zur Welt gekommen waren." (S. 205) Fazit Nathacha Appanah lässt einen in ihrem Roman "Das grüne Auge" verzweifeln ob dem Schicksal von Moïse und gleichzeitig ob der unfairen Welt voller Rassismus und Klassismus. Sie erzählt direkt, emotional und gewaltvoll vom Anrennen gegen etablierte Normen, rassistische Stereotype und ausbeuterische Machtverhältnisse. Dieser Roman lässt die Lesenden mit Narben zurück und das ist gut so. Die Fakten Das grüne Auge Nathacha Appanah Yla M. von Dach (Übersetzung aus dem Französischen) Lenos Basel 213 Seiten Erschienen am 09.03.2021 Hardcover ISBN: 978-3-03925-012-7 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Lenos Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Sei wie ein Baum!

    Ein Mensch wie ein Baum? Ja, der Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt. Das wird uns beim Betrachten des Bilderbuchs "Sei wie ein Baum!" von Maria Gianferrari und Felicita Sala schnell klar. "Sei wie ein Baum! Streck dich. Reck deine Zweige der Sonne entgegen. Lass deine Wurzeln wachsen, sich winden, festen Halt im Boden finden." So steigt Maria Gianferrari in ihr Bilderbuch "Sei wie ein Baum!" ein. Und so geht es mit kurzen, rhythmischen Sätzen (toll übersetzt von Stefanie Jacobs) weiter durch die Anatomie und das Leben der Bäume. Bildlich wird dabei von Felicita Sala jeweils die Analogie zum menschlichen Körper und Verhalten abgebildet. Von der schützenden Rinde, über die Jahrringe und das Mark, bis hoch zur Krone und wieder hinunter zu den Pilzen, die alle Bäume miteinander verbinden. Es geht um die Kraft der Bäume, die Luft zu reinigen, Schatten zu spenden, sich gegenseitig zu helfen, miteinander zu kommunizieren und einer Vielzahl an Tieren Lebensraum zu bieten. Wir lernen, dass es ein Baum alleine schwer hat, umso mehr, wenn er von weither gekommen ist. Und dass es eine Familie, eine Gemeinschaft braucht. "Also sei wie ein Baum! Denn alle zusammen sind wir ein Wald." Mehr als eine Metapher Das klingt jetzt vielleicht nach einer blossen Metapher. Doch wer das Nachwort liest, erfährt, dass Maria Gianferrari durch Peter Wohllebens Sachbuch "Das geheime Leben der Bäume"* zu ihrem Bilderbuch inspiriert wurde. Und wer wiederum dieses Buch gelesen hat, weiss, dass Bäume sich tatsächlich untereinander verständigen, sich gegenseitig helfen, gemeinsam das Mikroklima beeinflussen, sich gegenseitig und anderen Lebewesen Schutz und Nahrung bieten. Dass Bäume also tatsächlich ein Vorbild sein können für uns Menschen und unser Zusammenleben sowie den schonenden Umgang mit unserer Umwelt. Neben der Geschichte finden wir am Ende auch noch Tipps, um Bäume zu schützen und dem sozialen Umfeld zu helfen sowie eine Doppelseite über die Anatomie eines Baumes. Dass ich ein Fan von Felicita Salas Illustrationen bin, wisst ihr bestimmt aus früheren Besprechungen (siehe Tipps unten). Auch in diesem Buch arbeitet sie mit gedeckten Farben und dynamischen Formen. Die Bilder sind doppelseitig. Und in der Mitte gibt es sogar Seiten zum Ausklappen, so dass ein schönes Panoramabild entsteht. Die abgebildeten Menschen sind vielfältig, haben unterschiedliche Hautfarben, es gibt asiatisch gelesene Personen und Frauen mit Kopftüchern. Eine Person wird im Rollstuhl durch den Park geschoben. Fazit Mit "Sei ein Baum!" haben Maria Gianferrari und Felicita Sala ein wunderschönes, naturverbundenes und bestärkendes Bilderbuch geschaffen. Es regt dazu an, den Wert der Gemeinschaft zu erkennen und sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft zu pflegen und zu schützen - in ihrer wunderbaren Vielfalt. Die Fakten Sei wie ein Baum! Maria Gianferrari (Text) Felicita Sala (Illustration) Stefanie Jacobs (Übersetzung aus dem Englischen) Insel (Suhrkamp) 48 Seiten Erschienen am 16.05.2022 Hardcover ISBN: 978-3-458-17992-4 Ab 5 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Website von Maria Gianferrari Maria Gianferrari auf Instagram Website von Felicita Sala Felicita Sala auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar. Mehr von Felicita Sala entdecken Heute pflanz ich, morgen koch ich - Tipps zum Gärtnern, Ernten und Rezepte für Kinder - Felicita Sala (Prestel junior 2022) Grüner Reis und Blaubeerbrot - Felicita Sala (Prestel junior 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Checker Tobi - Der grosse Umwelt-Check: Klima, Wald, Wasser

    Kennt ihr Checker Tobi aus der KiKa-Sendung? Seit einer Weile könnt ihr die coolen Checks von Tobias Krell auch lesen oder hören. Heute stelle ich euch das Hörspiel "Der grosse Umwelt-Check: Klima, Wald, Wasser" vor. Meine Kinder sind grosse Fans von Checker Tobi. Einige Folgen seiner Sendung haben sie schon x-mal geschaut. Mit seinen Checker-Fragen geht er ganz vielen Fragen rund um Mensch, Natur, Geschichte und Technik humorvoll und informativ auf den Grund. Kindern den Klimawandel erklären und Umweltschutz näherbringen Beim Hörspiel "Der grosse Umwelt-Check: Klima, Wald, Wasser" von cbj audio ist neben Tobi wie gewohnt auch das Roboter-Mädchen Roberta am Start. Sie hat mir beim "Grossen Digital-Check" schon gut gefallen. Sie ist mittlerweile aber noch selbstbewusster geworden und glänzt mit ihrem trockenen KI-Humor, was ich ganz toll finde! Tobi erlebt - wie wir dieses Jahr - einen heissen Sommer und will unbedingt zum Strand. Die hohen Temperaturen bringen auch schon die erste Checker-Frage mit sich: Was ist der natürliche Treibhauseffekt? Die Antwort erhält Tobi bei seiner Freundin Ulrike im Gewächshaus. So lernen Kinder ab 8 Jahren auf einfache Art, weshalb sich unsere Atmosphäre aufheizt und weshalb es so wichtig ist, CO2 und andere Treibhausgase zu vermeiden. Und so geht Tobis und Robertas Suche nach Antworten rund um Klima, Wald und Wasser und der Versuch, an den Strand zu gelangen und endlich zu baden weiter. Weitere Fragen sind beispielsweise: Was ist der Klimawandel? Wieso sind Bienen so wichtig? Wieso ist Mikroplastik ein Problem für die Umwelt? Was sind erneuerbare Energien? Was ist der ökologische Fussabdruck? Angetrieben wird Tobis Reise durch seinen Versuch, endlich an den Strand zu kommen und sich ins kühle Nass zu stürzen. Die Antworten auf seine Fragen liefern ihm ganz unterschiedliche Expert*innen - von Chemikerin Midori und Paläontologe Mohammed, über die Teenager Jonas und Tina von der Fridays for Future-Bewegung, bis zu Müllmann Sascha. Weil Tobi immer wieder vom Baden abgehalten wird und Roboter-Mädchen Roberta die Situation ganz KI-mässig cool und trocken kommentiert, ist das Sachhörspiel nicht nur sehr informativ, sondern auch unterhaltsam. "Das ist kein Wunder, Tobias. Das ist Physik.", sagt Roberta einfach, als es klappt, die leere Autobatterie mit ihrer Roboter-Batterie zu überbrücken. Das Sachhörspiel ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet, jüngere Kinder fühlen sich aber auch schon gut unterhalten und Erwachsene können auch noch was dabei lernen. Oder hättet ihr gewusst, dass pro Minute etwa 1 LKW-Ladung Plastik im Meer landet? Im beiliegenden Booklet gibt es weitere spannende Infos, kleine Rätsel und Website-Tipps, wo man sich weiter zum Thema informieren kann. Fazit "Checker Tobi - Der grosse Umwelt-Check: Klima, Wald, Wasser" geht Fragen rund ums Klima, den Erhalt des Waldes und den Schutz der Meere nach. So wird Kindern ab 8 Jahren unterhaltsam und auf Augenhöhe Wissen vermittelt, sie werden für Problematiken wie die Klimaerwärmung und Mikroplastik im Wasser sensibilisiert und motiviert - gemeinsam mit Erwachsenen - anzupacken, um die Probleme zu lösen. Die Fakten Checker Tobi: Der grosse Umwelt-Check - Klima, Wald, Wasser Gregor Eisenbeiß (Text) Paulina Rümmelein, Tobias Krell (Sprecher*in) cbj audio Laufzeit: 56 Minuten Erschienen am 29.11.2021 Hörbuch (CD) ISBN: 978-3-8371-5621-8 Hörbuch kaufen bei genialokal (DE)* Hörbuch kaufen bei Thalia (DE)* Hörbuch kaufen bei Orell Füssli (CH)* Hörbuch kaufen bei Buchhaus (CH)* Hörbuch kaufen bei Thalia (AT)* PS: Herzlichen Dank an cbj audio und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Weitere Kinderbücher rund um Nachhaltigkeit und Umweltschutz Lass dieses Buch verschwinden - Verwandle jede Seite in ein umweltfreundliches Projekt - Susan Hayes, Penny Arlon, Pintachan (moses Verlag 2022) Die Papagei-Ei-Rettung - Sandra Grimm, Lisa Rammensee (mixtvision 2022) Schau dich um in der Natur - Der Wald - Moira Butterfield, Jesús Verona (Penguin Junior 2021) Pia und Poppy und das Rätsel um den Seelöwen - Katharina Reschke, Anne-Kathrin Behl (cbj Kinderbuch 2021) Mit Freddi durch die Ozeane - Catherine Barr, Brandon Kearney (Laurence King 2021) So geht Planet! Wissenswertes für junge Erdbewohner - Emmanuelle Figueras, Sarah Tavernier und Alexandre Verhille (Kleine Gestalten 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Frau auf blossen Füssen

    (Werbung) Scholastique Mukasonga zeigt uns mit "Frau auf blossen Füssen" das Leben einer Tutsi-Familie in Südruanda. Eine Hommage an ihre Mutter und ein Anschreiben gegen das Vergessen des Genozids. Literatur, Filme und Berichte aus Ruanda interessieren mich schon immer. Wahrscheinlich, weil der Genozid an den Tutsi 1994 neben dem Krieg am Balkan eins der ersten politischen Ereignissen war, die ich als Kind bewusst mitbekommen habe. Später kam dann hinzu, dass mein Mann kurz vor dem Völkermord für ein Jahr in Ruanda gelebt hat. Und so ist das Interesse geblieben. Scholastique Mukasonga hat den Genozid als einzige ihrer Familie überlegt und erzählt in ihrem autobiografischen Buch "Frau auf blossen Füssen" vom Leben ihrer Familie im Süden Ruandas. Für ihre Mutter Stefania, ihren Mann, die sechs Kinder und auch alle benachbarten Tutsi-Familien war das ein Leben Exil und das im eigenen Land! Sie stammten eigentlich aus dem hügeligen, begrünten Norden. Waren aber von den Hutu in den 1960ern in den heissen, flachen und unwirtlichen Süden vertrieben. Und hier lebten sie in ständiger Angst vor Überfällen, Plünderungen, Vergewaltigungen und Morden durch die Hutu. Ein Leben im Exil Wir erfahren ganz zu Beginn, dass Mutter Stefania leider nicht überlebte und dass ihre Töchter nicht die Gelegenheit hatten, sie nach ihrem Tod sofort mit einem Tuch zu bedecken. Darum hatte sie ihre Mutter immer und immer wieder gebeten und so lebten die Mädchen in dauernder Angst vor dem Tod - leider zu recht. "Ihre armseligen Überreste haben sich in der Pestilenz des riesigen Massengrabs im Völkermord aufgelöst..." "... und auf den Seiten meines Buchs weben meine Sätze, wieder und wieder, das Leichentuch für deinen verlorenen Körper." (S. 9) Nach diesem sehr harten Einstieg berichtet Scholastique Mukasonga in thematisch unterschiedlichen Episoden von ihrer Mutter Stefania, wie sie versuchte, ihre Familie zu beschützen, ihre traditionelle Kultur zu bewahren, den Kindern eine Zukunft zu bieten. Da geht es um vordergründig Banales wie den Aufbau des Hauses, die Hirseernte, das Brot oder die Heilkräuter, die Stefania verwendete. Doch mit diesen Themen transportiert die Autorin ganz viel rund um die Rolle der Frau in der ruandischen Gesellschaft sowie das Leben in ständiger Angst, fern der eigenen Heimat. Wir erfahren, wie sich die Tutsi zwischen Tradition und Fortschritt, zwischen Heidentum und Christentum, zwischen den eigenen Sitten und Werten und derer der Kolonialherren (zuerst der Deutschen und zur Zeit der Handlung der Belgier) bewegten. Mukasonga flicht dabei immer wieder Begriffe in Kinyarwanda, ihrer Muttersprache, ein. Die Sprache ist einfach, hat in der Übersetzung von Gudrun und Otto Honke aus dem Französischen einen schönen Rhythmus. Der Bericht der ruandischen Schriftstellerin ist relativ handlungsarm und wenn, handelt es sich eher um anekdotische Schilderungen. Sie beschreibt viele Traditionen, Bräuche, Lebensweisen und die Verrichtungen des täglichen Lebens wie die Bestellung des Gartens und der Äcker. Es wird deutlich, welch zentrale Rolle die ruandischen Frauen - auf jeden Fall Stefania - spielten, um das Überleben ihrer Familien zu sichern (bzw. es zumindest zu versuchen). Insgesamt erfährt man einiges, wie sich die Familie der Autorin entwickelte, wie die älteren Kinder aufs Gymnasium konnten oder wie eins der Geschwister heiratete (bzw. verheiratet wurde) und auszog. Trotz der an und für sich spannenden und sehr wichtigen Thematik und der relativen Kürze des Buches, fand ich einige Stellen etwas langfädig. Sie haben wohl vor allem in der Erinnerung der Autorin ihre Bedeutung und sicherlich ihre Berechtigung. Zudem fehlte mir etwas die grosse Zeitspanne zwischen den ausführlich thematisierten 60er-Jahren (und vielleicht auch 70er/80er-Jahren, es wird nicht explizit gemacht) und dem Genozid ab April 1994. So ist die Einordnung für Leser*innen mit wenig Vorwissen recht schwierig. Fazit Scholastique Mukasonga gibt mit "Frau auf blossen Füssen" einen interessanten Einblick in das Leben der Tutsi im Süden Ruandas. Für alle, die sich für wahre Geschichten von #ownvoices-Autor*innen interessieren, eine Lektüre wert. Diese ist trotz der Härte der Umstände auch von Humor und vor allem von Liebe und Wertschätzung zu einer starken Mutter geprägt. Die Fakten Frau auf blossen Füssen Scholastique Mukasonga Gudrun und Otto Honke (Übersetzung aus dem Französischen) Peter Hammer Verlag 160 Seiten Erschienen am 07.03.2022 Hardcover ISBN: 978-3-7795-0678-2 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Peter Hammer Verlag für das Rezensionsexemplar. Mehr von Scholastique Mukasonga bei Storytel! Wer mehr von Scholastique Mukasonga lesen möchte, kann ihren autobiografischen Roman "Die heilige Jungfrau vom Nil" auf Storytel als E-Book lesen, in dem sie von ihren Erlebnissen am Lycée Notre-Dame de Citeaux in Kigali erzählt. Mit meinem Link kriegt ihr ein Storytel-Probeabo für 45 Tage (statt 30) kostenlos!* Damit könnt ihr nicht nur dieses E-Book, sondern auch die über 600'000 Hörbücher und Hörspiele gratis hören. Nach Ablauf des Probeabos kostet die Hörbuch-Flatrate 14.90 Euro/Monat und ist jederzeit kündbar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link oder die Hörbuch-Flatrate kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis bzw. am Preis fürs Abo ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Von Kunstfressern, Gaudí und Tagen im Museum - Kinderbücher über Kunst

    Mit meinen heutigen Kinderbuchtipps entführe ich euch in die Welt der Kunst und Museen. Mit "Kunstfresser" geht es in die Museen dieser Welt. Mit "Gaudí" erfahren wir mehr über den spanischen Architekten und mit "Ein Museumstag" tauchen schon die Kleinen in die Welt der bildenden Künste ein. Kunstfresser - Aus dem Leben einer Museumsmotte Hermine und ihre Mottenkinder bekommen Besuch von Onkel Heribert. Museumsmotte Heribert ist weit gereist und weiss alles über Museen – egal, ob es um Kunst, Natur oder Technik geht. In witzigen Episoden führt er Jolinde, Jokurt, Jostos und Josina in die spannende Welt der Museen ein. Nichte Jolinde nimmt er sogar mit in die Stadt und besucht mit ihr ein Museum. So erfahren wir von Autorin Christine Ziegler in kurzen, kindgerechten Sachtexten, was ein Museum überhaupt ist, welches Museum das älteste ist, ob man Kunst essen kann, wer Picasso war, was Restaurator*innen machen, wie ein Museum organisiert ist, wer einst die Mona Lisa stahl und vieles mehr. Die informativen Sachtexte wechseln sich ab mit der Geschichte um Onkel Heribert und seine Nichte Jolinde. Auf die Frage, was Kunst überhaupt ist, meint Heribert nach einigem Überlegen: "Kunst konzentriert, bringt Gefühle und Beobachtung, einfach alles, auf den Punkt. Es ist etwas Besonderes, Schönes, das uns staunen lässt und nachdenken und manchmal sogar weinen. (...) Kunst kann man nicht erklären. Die muss man erleben." (S. 16) Auch sie enthalten spannendes Wissen, sind aber auch sehr humorvoll geschrieben und enthalten kleine Hints auf 100 Prozent biologische Mottenkost, die überregulierte Welt der Menschen (und Museen im Besonderen) und das merkwürdige Verhalten von Erwachsenen. Jolinde und Heribert werden im Museum in einen echten Kunstraub verwickelt! Für Spannung ist also ebenfalls gesorgt. Illustriert hat das Sachbilderbuch Stephanie Marian. Die Bilder sind in gedeckten Farben gehalten, mit vielen Braun- und Grauschattierungen, durchsetzt mit Sprechblasen der Motten in Mintgrün und Kopien von Kunstwerken aus allen Epochen. Die abgebildeten Menschen sind divers. Das Kindersachbuch lädt auch immer wieder zum Mitmachen ein und bietet am Ende Platz zum Eintragen der eigenen Museumsbesuche. Wem der Stil von Stephanie Marian auch so gut gefällt wie mir, wird auch im Sachbilderbuch "Wie Opa Floh den Südpol entdeckte" und im Kindersachbuch "Wie viel wärmer ist 1 Grad?" fündig. Fazit "Kunstfresser - Aus dem Leben einer Museumsmotte" von Christine Ziegler und Stephanie Marian ist eine mit Spannung und Witz gespickte Geschichte und gleichzeitig eine kindgerechte, kunstvoll illustrierte Einführung in die Welt der Kunst und Museen. Ein Buch, das definitiv nicht in die Mottenkiste gehört! Die Fakten Kunstfresser Aus dem Leben einer Museumsmotte Christine Ziegler (Text) Stephanie Marian (Illustration) Südpol Verlag 64 Seiten Erschienen am 27.08.2021 Hardcover ISBN: 978-3-96594-109-0 Ab 6 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Südpol Verlag für das Rezensionsexemplar. Gaudí - Architekt der Fantasie Ich war erst ein Mal als Kind in Barcelona. Am besten erinnere ich mich aber an all die Kunst, die es in der katalanischen Stadt zu erleben gibt: Picasso und Miró habe ich vor allem im Museum bestaunt, Gaudí lässt sich hautnah erleben - ob es nun im Park Güell, in verschiedenen von ihm gestalteten Häusern oder beim Besuch der Sagrada Familia ist. Zu diesem Jahrhundertbauwerk kann ich euch den Dokumentarfilm des Schweizer Filmemachers Stefan Haupt "Sagrada - El misteri de la creació" empfehlen. Aber kommen wir zum Buch: Autorin und Lehrerin Susan B. Katz und Illustratorin Linda Schwalbe widmen dem Ausnahmearchitekten und -künstler Antoni Gaudí ein ganzes Bilderbuch und machen so Kindern ab 5 Jahren sein Leben und Werk zugänglich. Wir erfahren, dass Antoni aufgrund einer Krankheit gekrümmte Beine hatte und die Schule nicht besuchen konnte. Stattdessen erkundete er seine Umwelt auf dem Land auf dem Rücken eines Esels. "Antoni fiel auf, dass sich alles in der Natur wellte: die Schneckenhäuser und die Berggipfel, die Brust eines Vogels und die Schatten der Äste eines Baums. (...) Antoni realisierte, dass gekrümmt nicht gleich gebrochen bedeutete." Als Jugendlicher konnte er dann trotz allem eine Universität besuchen und zog nach Barcelona. An der Universität lernte er, wie man Gebäude entwirft und baut. In seine Konstruktionen liess er seine Faszination für die gekrümmte Linie einfliessen. Im Bilderbuch thematisiert werden seine Häuser wie die Casa Batlló, die Casa Milà und die Casa Vicens, ebenso wie der Park Güell und die bis heute unvollendete Kirche "La Sagrada Familia". Alles Kunstwerke, die Gaudís unverkennbare Handschrift mit den Mosaiken aus zerbrochenen Fliesen und Flaschenböden - sogenannte Trencadís - tragen und das Gesicht Barcelonas prägen. Katz gelingt es aber auch, seine Persönlichkeit zu transportieren. Einige hielten ihn für verrückt, aber er war ein bescheidener Mensch und umgänglicher Bauleiter. In ihren Illustrationen greift Linda Schwalbe die gebogene Linie und auch die Mosaike auf. So dass ein schönes Gesamtkunstwerk aus Text und Bild entsteht. Sie verwendet dafür eine reduzierte Farbpallette aus Pastell- und und Blautönen. Die Acryl-Bilder sind meist doppel-, manchmal auch einseitig und bleiben auch bei mehrmaligem Betrachten interessant. Im Interview mit Linda Schwalbe erfahrt ihr noch mehr über ihre Arbeit an diesem Bilderbuch. Fazit Das Bilderbuch "Gaudí - Architekt der Fantasie" von Susan B. Katz und Linda Schwalbe ist gleichzeitig eine Künstlerbiografie und die Geschichte eines Jungen bzw. Mannes, der seine Leidenschaft gefunden und bis zu seinem Tod wie besessen verfolgt hat. Dieses Bilderbuch kauft ihr mit dem Risiko, dass die kleinen Zuhörer*innen danach unbedingt nach Barcelona reisen und Gaudís Werk selber erleben wollen! Die Fakten Gaudí Architekt der Fantasie Susan B. Katz (Text) Linda Schwalbe (Illustration) Elisa Martins (Übersetzung aus dem Englischen) NordSüd Verlag 40 Seiten Erschienen am 23.02.2022 Hardcover ISBN: 978-3-314-10598-2 Ab 5 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an den NordSüd Verlag für das Rezensionsexemplar. Ein Museumstag Zum Schluss möchte ich euch noch ein Bilderbuch vorstellen, das schon für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist. "Ein Museumstag" ist das dritte Buch der Reihe von Susanna Mattiangeli und Vessela Nikolova. "Ein Strandtag" habe ich euch bereits vorgestellt. "Ein Markttag"* sieht auch wunderschön aus! Erzählt wird die Geschichte von einem kleinen Mädchen mit gelber Jacke. Ihr erkennt sie bestimmt auf dem Cover! Wir begleiten sie mit ihrer Schulklasse ins Museum - angefangen bei der Kasse und der Garderobe, geht es dann in die Räume, die voller Überraschungen stecken. Aus dem Text spricht die Bewunderung des Kindes für die künstlerischen Fähigkeiten der Malerinnen und Maler. Wie können die Tiere so echt aussehen? Und wie ist es möglich, dass die Engel tatsächlich zu schweben scheinen? Mit einem Augenzwinkern geht "Ein Museumstag" auch auf die Museumsbesucher*innen ein, die teils den abgebildeten Personen auf den Gemälden gleichen, die Bilder oder sich selbst fotografieren, sich mit Museumsgymnastik geschmeidig halten müssen und froh sind, im Museumspark frische Luft schnappen zu können. Auf der Seite mit dem Museumsshop habe ich meine Kinder und mich selbst wiedererkannt. ;-) Könnt ihr auch nie ohne etwas Schönes aus dem Museum gehen? Die Illustrationen von Vessela Nikolova wirken leicht, teils nur skizzenhaft. Sie reichen von kleinen Vignetten auf weissem Hintergrund bis zu ein- und doppelseitigen Bildern. Die Bilder in "Ein Museumstag" sind sehr divers: Wir sehen Menschen ganz unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Hautfarbe, mit Krücken, im Rollstuhl, mit oder ohne Brille, einige sind eher elegant gekleidet, andere casual, wieder andere sind extravagant geschminkt und tragen Tattoos. "Ein Museumstag" ist für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022 in der Kategorie Bilderbuch nominiert. Fazit Das Bilderbuch "Ein Museumstag" von Susanna Mattiangeli und Vessela Nikolova macht Lust, all den Geheimnissen rund um die Kunst auf die Spur zu kommen. Es macht schon kleinen Kindern ab 3 Jahren Mut, sich den Werken der Künstler*innen aus ihrer ganz eigenen Perspektive anzunehmen. Und es ermuntert dazu, es mit der Kunst auch gleich selber mal auszuprobieren! Die Fakten Ein Museumstag Susanna Mattiangeli (Text) Vessela Nikolova (Illustration) Lucia Zamolo (Übersetzung aus dem Italienischen) Bohem 36 Seiten Erschienen am 04.06.2021 Hardcover ISBN: 978-3-95939-099-6 Ab 3 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Noch mehr Kinderbücher über Kunst und Kreativität entdecken! Frida Kahlo. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten - Isabel Thomas, Marianna Madriz (Laurence King Verlag 2020) Frida Kahlo. Little People, Big Dreams - María Isabel Sánchez Vegara (Insel Verlag 2019) Bobs blaue Periode - Marion Deuchars (Laurence King 2019), Ich male mir ein seltsames Tier - Sarah Neuman, Renate Habinger (NordSüd Verlag 2017), Die Königin der Farben - Jutta Bauer (Beltz & Gelberg 2019) und Lili entdeckt die Farben - Lucie Albon (Gerstenberg Verlag 2018) Frida Kahlo und ihre Tiere - Monica Brown, John Parra (NordSüd Verlag 2017) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Mina - eine Vater-Tochter-Geschichte

    In seinem zweiten Bilderbuch "Mina" erzählt Matthew Forsythe eine Vater-Tochter-Geschichte über Vertrauen und Sorge. Er macht das mit Humor und mit seinen ganz besonderen Illustrationen voller Wärme. Vielleicht kennt jemanden den Autor und Illustrator Matthew Forsythe schon vom Bilderbuch "Pokko und die Trommel"*? Der Stil ist unverkennbar. In "Mina" tauchen wir ein in die Welt einer kleinen Maus - namens Mina, klar. Sie lebt mit ihrem Vater in einem ausgehöhlten Baumstumpf, idyllisch gelegen neben einem Teich am Waldrand. In ihrer heilen Welt malt sie, liest viel und lässt sich von nichts und niemandem stören. Auch nicht von ihrem Vater, der dauernd irgendwelche Dinge aus der Aussenwelt anschleppt. Doch eines Tages fährt ihr Vater eine echte Überraschung auf - eine ziemlich gefährliche Überraschung! Zumindest ist das Mina sofort klar. Nur ihr Vater scheint nicht zu verstehen, wen er sich da ins traute Heim geholt hat. "Schlaf jetzt. Alles wird gut. Du wirst sehen." "Ich weiss ja nicht", sagte Mina. Mina versucht dem Vater ihre Zweifel an der Harmlosigkeit der Überraschung klar zu machen. Aber der will nicht auf sie hören. Also entscheidet sie sich, ihm zu vertrauen. Und zu Beginn läuft es gar nicht schlecht. Doch Minas Instinkt hat sie nicht getäuscht. Das Tier im Haus ist definitiv eine Bedrohung und zu allem Übel bringt der Vater auch noch zwei weitere Überraschungen nach Hause! Wie Mina die Viecher wieder los wird? Das verrate ich natürlich nicht, aber eine Stabstrecke, die einst von Mina das Lesen gelernt hat, könnte was damit zu tun haben. Wer hat hier den Durchblick? In Matthew Forsythes Geschichte scheinen die Rollen zwischen Vater und Tochter oft verdreht: Er ist der Naive, sie die Kritische. Er lebt in seinen Träumen, sie auf dem Boden der Tatsachen - und mit der Nase im Buch. Er ist ein Luftibus, sie übernimmt Verantwortung. In diesem Sinne könnte man "Mina" auch als Statement gegen Adultismus verstehen. Denn eins ist klar: Der Vater hat die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und sollte ruhig mal auf seine Tochter hören. "Mina" fokussiert ganz auf die Vater-Tochter-Beziehung. Eine Mutter taucht nicht auf und wird auch nicht erwähnt. Der kanadische Comiczeichner, Designer von Zeichentrickfilmen und Autor Matthew Forsythe hält seine Illustrationen in warmen Tönen. Minas Welt ist umgeben von Blumen und Pflanzen. Die Illustrationen sind mal ein- und mal doppelseitig. Der Text steht immer separat vor weissem Hintergrund und ist knapp gehalten, sprüht aber vor trockenem Humor und steht in einem spannenden Wechselspiel zu den Bildern. "Mina" ist übrigens vor dem Hintergrund der Pandemie entstanden! Wenn ihr mehr erfahren wollt, lest das spannende Q & A mit Matthew Forsythe im Publishers Weekly. Im Tandem lesen "Mina" ist auch mein Buchtipp fürs Buchtandem aus je einem Kinder- und Erwachsenenbuch im MOKA-Magazin 2/2022. Welchen Tipp Anne für Erwachsene auf Lager hat, verrate ich euch auf Instagram. Oder bestellt euch einfach das Büchermagazin für die Tasche! Fazit Eine emotionale Vater-Tochter-Geschichte mit Spannung, Witz und traumwandlerischen Illustrationen schenkt uns Matthew Forsythe mit seinem Bilderbuch "Mina". Ein Spass zum Vorlesen ab 4 Jahren, der kleinen Zuhörer*innen Mut macht, auf ihren Instinkt zu vertrauen. Die Fakten Mina Matthew Forsythe (Text + Illustration) Rita Fürstenau (Übersetzung aus dem Englischen) Rotopol 68 Seiten Erschienen am 01.03.2022 Hardcover ISBN: 978-3-96451-028-0 Ab 4 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Website von Matthew Forsythe Matthew Forsythe auf Instagram PS: Bei Rotopol gibt's auch süsse Gadgets rund um Mina, wie ein Postkartenset oder einen Pin. Herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar, die Karten und den Pin, den sich unsere Mittlere geschnappt hat, bevor es Nachbars Katze tut! ;-) Weitere Bücher gegen Adultismus Ich bin F*cking ICH! - Stine Stregen (Mixtvision 2022) Marie Käferchen - Kai Lüftner, Wiebke Rauers (NordSüd Verlag 2022) Mimi und der Bestimmertag - Anna Lisicki-Hehn (Eigenverlag 2021) Unsere Grube - Emma Adbåge (Beltz & Gelberg 2021) Noch mehr Katzen bei mint & malve Ein Fingerhut voll Mut - Taltal Levi (NordSüd Verlag 2019) Alle sehen eine Katze - Brendan Wenzel (NordSüd Verlag 2018) Wilmas Mäusejagd - Liliane Steiner (Kunstanstifter 2017) Nori geht schlafen - Brigitte Weninger, Yusuke Yonezu (minedition 2016) Pitschi - Hans Fischer (NordSüd Verlag, diverse Auflagen) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Die Plagegeister und der weisse Löwe

    (Werbung/Verlosung) Habt ihr Lust auf eine vielfältige und spannende Detektivgeschichte? Dann könnte "Die Plagegeister und der weisse Löwe" von Ilka Brühl genau das Richtige für euch sein. Lest rein und versucht euer Glück für eins von zwei Exemplaren! Ben, Melanija, Kilian und Johanna besuchen dieselbe Integrierte Gesamtschule, kannten sich aber bisher nicht. Erst ein Feueralarm und der Zufall bringen die vier ungleichen Protagonist*innen zusammen. Aus unterschiedlichen Gründen sind sie die letzten, die noch im Schulhaus sind, genauer gesagt vor dem Direktorat, das ganz schön übel zugerichtet wurde. Wer war das bloss und weshalb kommt jemand überhaupt auf die Idee, ins Direktorat einzubrechen? Da gibt's doch nichts zu holen? Die vier Schüler*innen entscheiden sich, der Sache auf den Grund zu gehen, zumal Johanna auch noch einen verdächtigen Rucksack mit leeren Spiritusflaschen drin findet und darauf ihre Fingerabdrücke hinterlässt. Nicht alle sind mit gleicher Begeisterung und Optimismus dabei und die eine oder den anderen beschleichen auch mal Zweifel darüber, ob nicht besser die Polizei einzuschalten wäre. Aber schliesslich raufen sich die Plagegeister immer wieder zusammen und kommen Schritt für Schritt voran mit ihren Ermittlungen. Was es mit dem weissen Löwen auf sich hat und was ein Computerspiel mit der ganzen Sache zu tun hat, erfahrt ihr, wenn ihr "Die Plagegeister und der weisse Löwe" lest! Gemeinsam sind sie stark Alle vier tragen das Ihrige zur Lösung des Falls bei. Melanija kennt sich als YouTuberin und Gamerin im Internet bestens aus, Kilian ist total schlagfertig, Johanna eine gute Reporterin und Ben ist nicht nur sportlich, sondern hat auch eine gute Menschenkenntnis. Ilka Brühl hat ihre Protagonist*innen nicht nur vom Charakter her unterschiedlich angelegt, sie bringen auch sonst ganz schön viel Diversität ins Spiel: Ben ist schwul und seit einem halben Jahr mit Cemil zusammen. Melanijas Familie kommt aus Slowenien, mit ihrem YouTube-Kanal verdient sie schon richtig Geld. Johanna musste mit ihrer Familie aus finanziellen Gründen in die Vorstadt ziehen und Kilian sitzt im Rollstuhl. Das gesamte Buch ist zwar in der dritten Person geschrieben. Doch Ilka Brühl wechselt nach ein paar Kapiteln immer wieder die Perspektive, so dass wir die Handlung mal mit Bens Augen sehen, mal aus Sicht der anderen drei Plagegeister. So lernen wir die unterschiedlichen Protagonist*innen auch immer wieder von einer anderen Seite kennen. Die Einschätzung der jeweils anderen wirken für mich etwas künstlich und sehr plakativ. Für meinen Geschmack hätten die Charaktere mit ihren Eigenheiten und Ambivalenzen auch etwas subtiler beschrieben werden können. Dafür kommt so die Message der Autorin sicher bei allen Leser*innen an: Wir sollten andere nicht nach ihrem Äusseren und auch nicht nach dem ersten Eindruck beurteilen, sondern ohne Vorurteile auf sie zugehen oder uns beim näheren Kennenlernen zumindest eines Besseren belehren lassen. Ilka Brühl, die sich mit unterschiedlichen Projekten für Diversität und Inklusion einsetzt, hat ihren Kinderkrimi übrigens auch selber illustriert. Die Bilder sind relativ einfach und schwarzweiss gehalten, bringen die vier Hauptprotagonist*innen aber sympathisch rüber. Etwas kritisch sehen könnte man, dass Kinder und Jugendliche beim Lesen auf die Idee kommen könnten, in einem ähnlichen Fall nicht die Polizei zu holen, sondern auf eigene Faust zu ermitteln. Dass das keine gute Idee ist, zeigt sich jedoch nicht nur an der Handlung im Buch, sondern vermittelt Ilka Brühl auch nochmals ganz klar in ihrem Nachwort. Für die zweite Auflage von "Die Plagegeister und der weisse Löwe" wünsche ich mir noch ein gutes Korrektorat, dann kann ich die Detektivgeschichte nur empfehlen. Fazit Wer Lust auf eine spannende, vielfältige Detektivgeschichte hat, die auch noch etwas mit digitalen Medien zu tun hat, liegt mit "Die Plagegeister und der weisse Löwe" von Ilka Brühl genau richtig! Die Fakten Die Plagegeister und der weisse Löwe Ilka Brühl (Text + Illustration) Lago Verlag 144 Seiten Erschienen am 17.05.2022 Hardcover ISBN: 978-3-95761-212-0 Ab 10 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Ilka Brühl bei Instagram Website von Ilka Brühl PS: Herzlichen Dank an den Lago Verlag (Münchner Verlagsgruppe) für das Rezensions- und die Verlosungsexemplare. VERLOSUNG: 2 EXEMPLARE VON "DIE PLAGEGEISTER UND DER WEISSE LÖWE" Willst du 1 von 2 Exemplaren von "Die Plagegeister und der weisse Löwe" gewinnen? Dann beantworte mir untenstehende Frage in den Kommentaren und nimm auch auf Facebook und Instagram teil, um weitere Lose zu holen! So geht's: Verrate mir in den Kommentaren, ob du als Kind auch gerne Detektiv*in gespielt hast. Hier gibt's weitere Lose: Facebook Instagram Die Verlosung startet mit Freischaltung der Beiträge und endet am Sonntag, 28. August 2022, 23:59 Uhr. Viel Glück! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in der Schweiz, Deutschland oder Österreich. Das Los entscheidet über die*den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch mich. Das Gewinnspiel hat nichts mit Facebook oder Instagram zu tun. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Unser Sommer am See

    (Werbung) Kommt ihr mit in den Bayerischen Wald in ein Haus am See? "Unser Sommer am See" von Nikola Huppertz ist der perfekte Kinder- und Jugendroman für die Sommerferien oder um das Sommergefühl noch etwas zu verlängern. Agda und ihre jüngeren Geschwister Nick und Jula Emmerich verbringen den Sommer mit ihrem Vater im Bayerischen Wald. Papa Claus hat ein Haus gefunden, das einsam und allein auf einem Hügel liegt. Für die jugendliche Agda lässt das drei langweilige Wochen Ferien in der Provinz befürchten. Da würde es ja keine Leute haben, schon gar keine coolen, hübschen, grossstädtischen Mädchen. Kommt hinzu, dass ihre Mutter Saskia, die im Gegensatz zum Vater immer alles im Griff hat, derweil mit Freundin Ulrike in Florenz weilt. Die Kinder haben sich zwar sehr auf diesen Urlaub mit ihrem Papa gefreut, aber als Philosoph schwebt er manchmal etwas in anderen Sphären und ist nicht gerade praktisch veranlagt. Trotzdem findet Agda den Krähenriegel - so heisst der Hügel, auf dem das Haus steht - ganz hübsch. Und die kleine Jula findet nach ihrer Ankunft eine mumifizierte Katze, die bestimmt irgendwelche Zauberkräfte hat! Die erste Katastrophe ereignet sich schon in der ersten Nacht, als Papa im Dunkeln die Treppe hinunterstürzt und so nimmt ein aussergewöhnlicher Urlaub seinen Lauf. Während Papa im nächsten Städtchen im Spital ist, besorgen die Kinder im Dorf Lebensmittel und lernen Felix Piehl kennen. Er ist etwa im selben Alter wie Agda und sie findet ihn eigentlich ganz cool, was sie natürlich nie zugeben würde. Sie orientiert sich lieber an Bruce Lee. Den kleinen Bruder Nick nimmt Felix aber sofort für sich ein und setzt ihm den Floh vom Waldgoldschatz ins Ohr. Sommerabenteuer am See Nikola Huppertz erzählt in "Unser Sommer am See" in der dritten Person, wechselt aber die Perspektive immer wieder zwischen Agda, Nick und Jula. So bietet der Kinderroman viel Identifikationspotenzial für ein breites Altersspektrum, für Jungen genauso wie für Mädchen. Die Charaktere sind zudem vielschichtig gezeichnet, sind mal stark, mal schwach und haben alle ihre eigenen Talente und Vorzüge. Die Autorin bedient zwar einige Klischees, was Geschlechterrollen, Berufe, Stadt- versus Landleben etc. angeht. Sie bricht diese aber auch immer wieder, was den Roman sehr witzig macht. Auch wenn Claus als etwas übertrieben unbeholfener Vater dargestellt wird, fand ich es sehr erfrischend, hier mal einen Vater im Fokus einer Geschichte zu erleben und die taffe Agda, immer hart an der Grenze zum eingebildeten Stadtgirl, bildet ein gutes Gegengewicht. Wirklich schön wäre hingegen, wenn in Auflage 2 das generische Maskulinum gestrichen würde, es taucht leider immer wieder auf. Die Geschichte entwickelt sich nicht allzu schnell, Nikola Huppertz baut aber trotzdem eine gewisse Spannung auf, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das nächste Missgeschick von Vater Claus kommt bestimmt und ob Julas Katze wirklich magische Kräfte hat, ob Nicks Schatzsuche erfolgreich ist, ob sich zwischen Agda und Felix vielleicht sowas wie eine erste Liebe anbahnt und was Landstreicher Pepe mit dem Ganzen zu tun hat, musste ich unbedingt wissen! Fazit Nikola Huppertz erzählt in "Unser Sommer am See" eine abenteuerliche Geschichte mit feinem Humor. Die Protagonist*innen sind vielseitig und alle von einer gewissen Komik. Und die Autorin aus Mönchengladbach versteht es, diese besondere Sommer- und Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen. Wer einen Pageturner mit einer Mischung aus Bullerbü, Bruce Lee und Bayerischem Wald für Kinder ab 10 Jahren sucht, liegt hier genau richtig! Die Fakten Unser Sommer am See* Nikola Huppertz Thienemann 272 Seiten Erschienen am 28.04.2022 Hardcover, Halbleinen mit Lesebändchen ISBN: 978-3-522-18534-9 Ab 10 Jahren Buch bei Thienemann-Esslinger kaufen (DE)* Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Nikola Huppertz bei Instagram Elsa Klever, die Cover-Gestalterin, bei Instagram PS: Herzlichen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag für das Rezensionsexemplar. Unser Sommer am See bei Storytel hören! "Unser Sommer am See" gibt es auch als Hörbuch bei Storytel, gelesen von Christian Baumann. Das sind über 3.5 Stunden Hörgenuss! Schliesst einfach das kostenlose Storytel-Probeabo* ab und ihr könnt dieses und alle anderen Hörbücher von Storytel während 45 (statt nur 30) Tagen gratis hören. Danach kostet das Abo 14.90 Euro / Monat, ist aber jederzeit kündbar. Über den Link in meinem Instagram-Highlight kriegt ihr ebenfalls 45 Gratistage! Das könnte dir auch gefallen Das Universum ist verdammt gross und supermystisch - Lisa Krusche (Beltz & Gelberg 2021) Wieke und Ken - Karin Koch (Peter Hammer Verlag 2021) Blitzeinschlag im TerriTorium - Christine Werner (Mixtvision 2021) Unheimlich peinlich - Das Tagebuch der Ruby Black - Cally Stronk, Constanze von Kitzing (dtv Junior 2020) Agentin Yeshi - Gabriela Kasperski (Arisverlag 2020) Matti und Max - Abenteuer in Berlin - Sandra Lehmann, Manja Adamson (Biber & Butzemann 2020) Mino und die Kinderräuber - Franco Supino (Baeschlin 2020) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

bottom of page