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  • Die Gesetzlose - ein feministischer Western

    (Werbung) Habt ihr schon einmal einen feministischen Western gelesen? "Die Gesetzlose" von Anna North war mein erster Roman dieses Genres und gleich ein Jahreshighlight! Western sind euch aus Büchern, Filmen oder Comics bestimmt bestens bekannt. Wie viele der bekannten Western-Klassiker spielt Anna North' Roman "Die Gesetzlose" im Wilden Westen zum Ende des 19. Jahrhunderts. Es wird geraubt und scharf geschossen, Outlaws legen sich mit den Sheriffs an und weitere typische Motive des Westerns werden aufgegriffen. Im Gegensatz zu den altbekannten Geschichten, steht hier jedoch mit der 17-jährigen Ada eine Heldin im Zentrum. Ada wächst als Tochter einer alleinerziehenden Hebamme im kleinen Städtchen Fairchild auf und soll in ihre Fussstapfen treten. Mit 17 Jahren heiratet sie, was damals nichts Aussergewöhnliches war. Die Probleme beginnen, als sie nach einem Jahr Ehe immer noch nicht schwanger ist. Auch Sex mit einem anderen Mann hilft nicht. So gerät sie unter den Verdacht, unfruchtbar zu sein und das wurde oft mit einem Fluch in Verbindung gebracht, der offensichtlich auf ihr lasten musste. Frauenpflichten nicht erfüllt Irgendwann muss sie ihre Koffer packen und zurück zu ihrer Mutter ziehen. Sie darf diese aber nicht mehr wie früher zu ihrer Arbeit als Hebamme begleiten. Die Leute haben Angst, der Fluch könnte sich auf die ungeborenen Kinder übertragen. Als dann noch die Röteln um sich greifen und einige Frauen in Fairchild ihr Kind in der Schwangerschaft verlieren, wird eine Schuldige gesucht und in Ada gefunden. Adas Mutter ist bewusst, wie gefährlich die Situation für Ada und die ganze Familie ist und schickt Ada in ein Kloster, das verbannte Mädchen aufnimmt. Die Oberin erkennt, dass das Leben im Kloster nichts für Ada ist und bietet ihr an, sich der Hole-in-the-Wall-Gang anzuschliessen, einer Bande von Gesetzlosen rund um The Kid. Ada entscheidet sich für ein Leben bei der Gang, denn sie möchte sich auf die Suche nach einer Hebamme machen und das Rätsel ihrer Unfruchtbarkeit lösen. Im Kloster wäre das nicht möglich. Wie sich herausstellt, besteht die Hole-in-the-Wall-Gang aus lauter verbannten Frauen und nicht-binären Menschen, viele von ihnen ebenfalls unfruchtbar. Anna North erzählt sehr mitreissend von Adas Ausschluss aus der Gesellschaft, aus den patriarchalen, frauenfeindlichen, religiösen Strukturen, in denen junge Frauen nur eins durften bzw. mussten: Kinder kriegen. Wer das nicht konnte oder wollte, wurde als Hexe verschrien und ausgestossen. Rationales Wissen, wissenschaftliche Erkenntnisse waren hier gar nicht gefragt, werden nicht gehört. In der Hole-in-the-Wall-Gang ist das anders, hier erfährt Ada Verständnis, trifft auf Leidensgenossinnen und ihr medizinisches Wissen ist gefragt. Das Leben ausserhalb der Gesellschaft Nach und nach wird sie ins Leben einer Gangsterin eingeführt - Schiessen, Nahkampf, Reiten. Und schon bald geht es zum ersten Überfall, bei dem so einiges schief geht und der Adas Platz in der Gang in Frage stellt. The Kid schwebt eine ganz neue Gemeinschaft vor, eine Gemeinschaft der Verstossenen und um diesen Traum zu verwirklichen, heckt er/sie immer gewagtere Überfälle aus. Überfälle die nicht einfach viel Geld bringen sollen, sondern auch die gesellschaftlichen, die kapitalistischen und patriarchalen Strukturen in Frage stellen. "Eine Woche später hatte ich gelernt, wie man Augen ausdrückt und jemandem in die Eier tritt; wie man einem Mann auf den Hals schlägt und seinen Adamsapfel zertrümmert; wie man jemandem mit dem Hinterkopf die Nase bricht." (S. 107) Zum Plot möchte ich nicht mehr verraten, denn die Spannung zieht einen richtig durch die Seiten von "Die Gesetzlose". Anna North gelingt es bravourös, Adas Hadern mit dem Leben in der Gang zu schildern. Einerseits fühlt sie sich aufgehoben und kann ihr Wissen einbringen, andererseits begeht sie selbst schreckliche Taten und weiss nicht, ob der Zweck in diesem Fall die Mittel heiligt, und wie grosse Risiken sie für ihren Traum eingehen soll. "Die erste Hochzeit hatte ich für den Beginn meines Lebens gehalten. Bei der zweiten war ich mir ziemlich sicher, dass mein Leben zu Ende war." (S. 247) Neben der Thematik der Rolle der Frauen in der amerikanischen Gesellschaft, flicht Anna North auch die Themen Rassismus - sei es nun in Bezug auf Schwarze oder die indigene Bevölkerung Nordamerikas - und psychische Gesundheit bzw. Krankheit ein. Genial übersetzt hat das Werk Sonia Bonné, was wohl schon nur aufgrund von The Kids unklarer Geschlechtsidentität eine Herausforderung war. Das Ende hätte vielleicht etwas konsequenter sein können, aber dafür liess es mich irgendwie versöhnt und mit der Hoffnung auf einen zweiten Band zurück! Fazit Anna North erzählt in "Die Gesetzlosen" einen Western, wie ihn wohl die meisten noch nicht gelesen haben: Aus weiblicher Perspektive, mit gesellschaftskritischer Note, mit diversen Charakteren. Und trotzdem temporeich, voller Schiessereien, Gaunereien und Verfolgungsjagden hoch zu Ross. Ein Highlight dieses Bücherjahrs! PS: Die Hole-in-the-Wall-Gang gab es tatsächlich in Wyoming, unter den Mitgliedern auch Elzy Lay, Tall Texan und Sundance Kid, deren Namen so oder so ähnlich auch in "Die Gesetzlosen" auftauchen (vgl. Wikipedia). Die Fakten Die Gesetzlose Anna North Sonia Bonné (Übersetzung aus dem amerikanischen Englisch) Eichborn 335 Seiten Erschienen am 25.03.2022 Hardcover mit Schutzumschlag und Leinenbändchen ISBN: 978-3-8479-0101-3 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Anna North auf Instagram Herzlichen Dank an den Eichborn Verlag für das Rezensionsexemplar! Hör dich in den Wilden Westen! "Die Gesetzlose" von Anna North gibt es auch bei Storytel, der Hörbuch-Flatrate, gelesen von Giuliana Jakobeit. Besorgt euch die Hörbuch-Flatrate mit meinem Link für 45 (statt nur 30) Tage kostenlos* und ihr könnt dieses oder eins der 600'000 anderen Hörbücher für Gross und Klein gratis hören! Nach Ablauf des Probeabos kostet die Flatrate 14.90 Euro pro Monat, ist aber jederzeit kündbar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link oder die Hörbuch-Flatrate kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis bzw. am Preis fürs Abo ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Tiefes, dunkles Blau - ein Sommerkrimi

    Sucht ihr ein Buch, das zum heissen Sommer passt? Dann empfehle ich euch Seraina Koblers ersten Krimi "Tiefes, dunkles Blau", Abkühlung und Lokalkolorit von Zürich inklusive. Rosa Zambrano ist bei der Zürcher Seepolizei tätig und in ihren späten Dreissigern noch kinderlos. Kurz nachdem sie bei Dr. Jansen in der Kinderwunschpraxis war, um ihre Eizellen einfrieren zu lassen, wird dieser tot aufgefunden. Im Zürichsee. War es ein Unfall oder etwa doch Mord? Welche Rolle spielt in der Sache Jansens Ehefrau, von der er sich gerade scheiden lassen wollte? Und was hat Jansens zweites Standbein als erfolgreicher Biotech-Unternehmer mit dem Ganzen zu tun? Rosas Chef überträgt ihr die Ermittlungen und die Abstimmung mit der Kriminalpolizei. Dort kriegt sie es mit Martin Weiss zu tun, mit dem sie schon die Polizeischule besuchte. Die beiden sind ein gutes Team. Da könnte vielleicht sogar privat was draus werden? Oder sollte Rosa nach 17 Jahren Beziehung vielleicht doch etwas zuwarten? Ermittlungen vom Botanischen Garten bis zum Seebad Utoquai Wir begleiten Rosa Zambrano bei den Ermittlungen, die sie durch die Zürcher Quartiere und natürlich immer wieder zum See führen. Wir lernen ihren geheimen Garten im Niederdorf kennen, ihren schwulen Freund Richi, ihre Schwestern und ihre Eltern. Rosa nutzt ihr gutes Gespür für Beziehungen und ihren genauen Blick für die Ermittlungen. Diese führen sie ins Zürcher Rotlichtmilieu und bis nach Zug, die Schweizer Hochburg der Biotech-Unternehmen. "Deshalb glaube ich auch, dass die ganzen Sachbeweise, Spuren und Belege, auf die bei der Krippo alle so viel Wert legen, gar nicht so wichtig sind. Wir müssen viel eher herausfinden, wie diese abgründigen Kräfte entstanden sind." (S. 144 f.) "Tiefes, dunkles Blau" ist ein moderner Krimi, sei es in Bezug das Thema der Biotechnologie (das verstand schon Martin Suter in seinem Roman "Elefant" gut zu verarbeiten) oder die Lebensweise von Rosa und ihrem Umfeld. Schwule und lesbische Paare kommen da ebenso selbstverständlich vor wie Heteros und künstliche Befruchtungen. Es geht dabei immer wieder um die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft, um den Kinderwunsch, verschiedene Familienmodelle und auch ethische Facetten der Genforschung. "Es stimmte schon, was Richi sagte: Menschen waren gut darin, Neues zu erfinden. Aber schlecht darin, die Folgen abzuschätzen." (S. 200) In Rosa fand ich - vielleicht auch aufgrund unseres ähnlichen Alters - sofort eine sympathische Hauptprotagonistin. Rosa liebt ihren Garten und das Kochen, ihr Leben ist aber nicht frei von Brüchen und auch in ihrer Familie tun sich einige Abgründe auf. Seraina Kobler kombiniert die Ebenen des Kriminalfalls und Rosas privater Situation perfekt und baut so eine angenehme Spannung auf. Und die Stadt Zürich, insbesondere das Niederdorf und der Zürichsee kommen in diesem Sommerkrimi ebenfalls zu einem prominenten Auftritt. Fazit Seraina Kobler versteht es, mit "Tiefes, dunkles Blau" nicht nur, uns einen spannenden Krimi zu erzählen, sondern uns mit Ermittlerin Rosas kulinarischen Köstlichkeiten auch noch das Wasser im Mund zusammenlaufen zu lassen. Ein Genuss für alle Sinne, gerade richtig für flirrend heisse Sommertage, am besten mit den Füssen im kalten Nass und karamellisierten Feigen auf dem Teller. Die Fakten Tiefes, dunkles Blau Ein Zürich-Krimi Seraina Kobler Diogenes Verlag 272 Seiten Erschienen am 27.04.2022 Taschenbuch ISBN: 978-3-257-30091-8 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar. Mehr von Seraina Kobler auf mint & malve Regenschatten - Seraina Kobler (Kommode Verlag 2020) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Meine Crew - ein Buch für Lieblingsmenschen und Mutgefühle

    (Werbung/Verlosung) Sucht ihr ein klischeefreies, vielfältiges Freund*innen-Buch? Dann hat eure Suche jetzt ein Ende! "Meine Crew - ein Buch für Lieblingsmenschen und Mutgefühle" von Anne Dittmann und Anna Lisicki-Hehn erfüllt diese Kriterien mit Leichtigkeit. Mit etwas Glück könnt ihr ein Exemplar gewinnen! Ihr kennt die Situation vielleicht: Ein Elternteil steht in der Buchhandlung vor dem Regal mit den Freund*innenbüchern, zieht eins nach dem anderen raus und stellt es wieder rein: zu kitschig, zu "merchandisig", zu doofe Fragen, zu viel zum Schreiben für die Kinder, nichts Kreatives, zu heteronormativ, zu "kernfamiliär", zu binär, zu klischeebehaftet, voller Stereotype, zu weiss, zu flach... Genau so ging es Anne Dittmann, als sie ihrem Kind zur Einschulung ein solches Album für all die alten und neuen Freundschaften der Schulzeit schenken wollte. Kurzerhand hat sie sich mit Illustratorin Anna Lisicki-Hehn zusammengeschlossen. Ihr kennt sie bestimmt von "Max findet einen Freund" oder "Mimi und der Bestimmertag". Zusammen haben sie ihr ideales, vielfältiges Freund*innenbuch entworfen und eine Crowdfundingkampagne gestartet. Diese lief zum Glück äusserst gut uns so können wir uns nun alle an "Meine Crew" erfreuen. Platz für die schönsten Freundschaftsmomente Das Album bietet Platz für 30 Freund*innen und vier Gemeinschaftsseiten, wo alle Lieblingsmenschen sich eintragen können. Bebildert sind die Seiten mit Kindern und Erwachsenen in ihrer ganzen Vielfalt: mit verschiedenen Hautfarben, mit und ohne Behinderungen, binär und nicht-binär, mit unterschiedlichsten Hobbies, mit und ohne Brille, mit oder ohne Kopfbedeckung etc. Die Besonderheit von "Meine Crew" hört aber nicht bei den Illustrationen auf, sondern spiegelt sich auch in den gestellten Fragen wieder: Aus ihnen spricht echtes Interesse an den einzelnen Persönlichkeiten, die sich im Buch verewigen, sie fragen nach Gefühlen, nach Lieblingsmomenten und Wohlfühlorten. Sie thematisieren, was man der Person Gutes tun kann, wenn sie gerade Angst hat oder es ihr nicht gut geht. Sie gehen auf die gemeinsame Beziehung, Träume und Ideen ein. Zum Einstieg erfahren die Freund*innen etwas über Vielfalt und die Einzigartigkeit aller Menschen und können ein Rätsel lösen. Am Ende motiviert das Buch mit Tipps zu Veränderungen und Protest. So wirkt es insgesamt empowernd, weil sich die Kinder wahrgenommen fühlen, sich in der Beantwortung der Fragen wirklich ausdrücken können (nicht nur oberflächlich) und weil sie sich als selbstwirksam erfahren - besonders mit ihrer Crew! Fazit "Meine Crew - ein Buch für Lieblingsmenschen und Mutgefühle" von Anne Dittmann und Anna Lisicki-Hehn ist das perfekte vielfältige Geschenk zum Schulanfang. Es bildet unsere diverse Gesellschaft ab und kitzelt aus den Kindern (und älteren Freund*innen) ehrliche, persönliche und vielseitige Antworten heraus. So entsteht ein wunderschönes Andenken an die neu entstandenen und langjährigen Freundschaften. Die Fakten Meine Crew Ein Buch für Lieblingsmenschen und Mutgefühle Anne Dittmann (Text) Anna Lisicki-Hehn (Illustration) Erschienen im Mai 2022 Hardcover ISBN: 9-783000-7214-1 Ab 6 Jahren Meine Crew im Shop kaufen (DE) Meine Crew bei kleinerstern.ch kaufen (CH) Website von Anne Dittmann Anne Dittmann bei Instagram Website von Anna Lisicki-Hehn Anna Lisicki-Hehn bei Instagram PS: Herzlichen Dank an Anne und Anna für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar! Mehr von Anna Lisicki-Hehn bei mint & malve Max findet einen Freund - Anna Lisicki-Hehn (2020) Mimi und der Bestimmertag - Anna Lisicki-Hehn (2021) Noch ein klischeefreies Freund*innen-Buch Bereits vorgestellt habe ich euch das Freund*innen-Buch "Alle meine Freunde" von schönegrüsse.ch mit Platz für 24 Freund*innen. Ich finde es perfekt für die Kindergarten- und erste Grundschulzeit. VERLOSUNG: 1 EXEMPLAR VON "MEINE CREW" Willst du 1 Exemplar von "Meine Crew" gewinnen? Dann beantworte mir untenstehende Frage in den Kommentaren und nimm auch auf Facebook und Instagram teil, um weitere Lose zu holen! So geht's: Verrate mir in den Kommentaren, was du ins Freund*innenbuch schreiben würdest beim Punkt: "Das mag ich gerne (zum Beispiel ein Buch, einen Film oder eine Eissorte)": Hier gibt's weitere Lose: Facebook Instagram Die Verlosung startet mit Freischaltung der Beiträge und endet am Sonntag, 17. Juli 2022, 23:59 Uhr. Viel Glück! Eure Eliane Teilnahmebedingungen: Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in der Schweiz, Deutschland oder Österreich. Das Los entscheidet über die*den Gewinner*in. Im Falle des Gewinns wirst du hier bzw. auf Facebook oder Instagram benachrichtigt. Rechtsweg und Barauszahlung sind ausgeschlossen. Der Versand erfolgt durch das Team von "Meine Crew". Für diesen Zweck stelle ich die Adresse des Gewinners*der Gewinnerin Anna Lisicki-Hehn zu. Das Gewinnspiel hat nichts mit Facebook oder Instagram zu tun.

  • So sind Familien - Lauter liebevolle Vorlesegeschichten

    "So sind Familien" sagen uns Judith Allert und Marie Braner in ihrem Vorlesebuch mit 14 Geschichten. Und mit "so" meinen sie so vielfältig - mal klein, mal gross, mal mit alleinerziehendem Elternteil, mal mit gleichgeschlechtlichen Eltern, mal mit verwaisten Kindern, mal laut, mal leise, mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, mal mit Leih-Oma, mal mit Wohnung, mal mit WG und mal mit Mehrgenerationenhaus. Sucht ihr schöne, vielfältige Vorlesegeschichten, zum Beispiel für 14 Tage Ferien? Dann passt "So sind Familien - Lauter liebevolle Vorlesegeschichten" von Judith Allert und Marie Braner perfekt. Die beiden erzählen unaufgeregte Geschichten, die das bunte Familienleben zeigen - in seiner ganzen Vielfalt und mit allen Höhen und Tiefen, mit dem Chaos, den kleinen und grossen Glücksmomenten oder Missgeschicken. Die Geschichten sind in sich geschlossen und eignen sich so auch zum Vorlesen am Abend. Bei uns blieb es natürlich trotzdem meist nicht bei einer Geschichte, zwei mussten es schon sein. ;-) So vielfältig sind Familien Die Vielfalt zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichten von Judith Allert, die Marie Braner ebenso vielfältig illustriert hat. Durch die Illustrationen treffen wir sogar auf so einige Vielfaltsdimensionen, die im Text gar nicht erwähnt werden. Aber auch in den Geschichten ist die Diversität nie aufdringlich oder künstlich, sondern total selbstverständlich. Wie eingangs angedeutet gibt es verschiedenste Familienmodelle: Da sind queere Eltern, Alleinerziehende, Patchworkfamilien, verwitwete Elternteile und geschiedene Eltern mit neuen Partner*innen. Die Familien sprechen unterschiedliche Sprachen, haben unterschiedliche Hauttöne und kulturelle Hintergründe und verschiedene Religionen. Ein Kind trägt ein Okklusionspflaster, ein anderes ein Hörgerät, ein Mädchen sitzt im Rollstuhl und auch eine blinde Person taucht mal im Bild auf. Es gibt kinderreiche Familien und solche mit Zwillingen oder Einzelkind, Onkel und Tanten, Omas und Opas und sogar eine Leih-Oma. Neben alltäglichen Geschichten übers Fahrradfahren, den ersten Schultag, das Chaos am Morgen oder die Nachteile des Zwillingseins, gibt es auch ernstere über die Oma mit Demenz oder Eltern, die in einen Unfall verwickelt wurden. Aber auch die traurigen Geschichten schliessen immer mit einer positiven Grundstimmung ab. Schön ist, dass die Geschichten zwar in sich geschlossen sind, dass die eine oder andere Person aber mal aktiv in der einen Geschichte auftaucht und in einer anderen dann zum Beispiel die beste Freundin ist oder vom Onkel zum Friseur wird. Und beim grossen Strassenfest am Ende kommen alle wieder zusammen. Was am Strassenfest sonst noch passiert, müsst ihr selber herausfinden! Neben der abgebildeten Vielfalt zeichnen sich Marie Braners Illustrationen durch gedeckte, aber warme Farben aus. Und mir scheint, ich habe da eine gewisse Vorliebe für Girlanden, Lichterketten und Lampions entdeckt. Etwas Verbesserungspotenzial gibt's noch In einer zweiten Auflage - die es hoffentlich gibt! - lassen sich noch einige Tippfehler und kleinere Fehler, wie eine falsche Personenbeschriftung verbessern. Zudem taucht ein paar Mal das generische Maskulinum auf (z. B. bei den Nachbarn) und die Papas könnten durchaus auch Helme tragen auf der Fahrradtour. Fazit "So sind Familien" ist ein wunderbar vielfältiges Vorlesebuch mit schönen Geschichten aus dem Familienalltag für Kinder ab etwa 4 Jahren. Unsere 8-Jährige hört aber auch noch gerne mit! Für das abendliche Vorlesen im nächsten Urlaub oder auch einfach zuhause kann ich dieses Kinderbuch herzlich empfehlen! Die Fakten So sind Familien Lauter liebevolle Vorlesegeschichten Judith Allert (Text) Marie Braner (Illustration Carlsen Verlag 128 Seiten Erschienen am 27.05.2022 Hardcover ISBN: 978-3-551-52183-5 Ab 4 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Judith Allert bei Instagram Marie Braner bei Instagram PS: Herzlichen Dank an den Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar. Ganz viel Vielfalt gibt's auch in diesen Kinderbüchern Kuchen zum Frühstück - Leckere Backrezepte für Kinder - Cynthia Cliff (Prestel 2021) Grüner Reis und Blaubeerbrot - Lieblingsrezepte für Kinder aus aller Welt - Felicita Sala (Prestel 2019) Komm, wir zeigen dir unseren Wald - Constanze von Kitzing (Carlsen 2022) Mimi und der Bestimmertag - Anna Lisicki-Hehn (2021) L wie Liebe - Martin Baltscheit, Sandra Brandstätter (Kindermann Verlag 2022) Ein Baby! Wie eine Familie entsteht - Rachel Greener, Clare Owen (Penguin Junior 2021) Vorlesen! Bringt Vielfalt in die Kinderbücher! Mit ganz vielen Buchtipps zum Schweizer Vorlesetag * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Manchmal male ich ein Haus für uns - Europas vergessene Kinder

    Alea Horst hat Kinder im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos befragt. Entstanden ist mit "Manchmal male ich ein Haus für uns" ein emotionales Buch mit den Antworten der Kinder, ergänzt um die Vignetten von Mehrdad Zaeri. Auf der griechischen Insel Lesbos leben rund 7'000 Flüchtlinge - teils jahrelang. Etwa 3'000 sind Kinder. Die meisten leben auf sehr engem Raum in ungeheizten Zelten, einige in Containern. Hilfsorganisationen berichten von unerträglichen hygienischen Zuständen. Flüchtlingshelferin und Fotografin Alea Horst hat vergangenes Jahr 20 von ihnen befragt. Die Kinder erzählen von ihrer Flucht, vom Leben im Zeltlager oder im Containerlager im Dorf Kara Tepe, vom Brand im Herbst 2020 im alten Lager Moria, von ihren Wünschen für ihr aktuelles Leben und ihren Träumen für die Zukunft. Einfach ein Zuhause haben Neben den grossformatigen Bildern finden wir Zitate der Kinder und auch immer wieder kleine Abschnitte mit Hintergrundinformationen. Zu den Interview-Ausschnitten hat Mehrdad Zaeri kleine Vignetten gemalt. Wer genau hinschaut, findet in jeder Vignette mindestens ein Haus. Das titelgebende Zitat stammt von Tajala (10 Jahre) aus Afghanistan und steht exemplarisch für ganz viele Kinder, die sich vor allem eins wünschen: ein Zuhause. Einen sicheren, sauberen, warmen Ort, an dem man sich wohlfühlen kann, nicht verjagt wird, willkommen ist, in dem man vielleicht sogar ein eigenes Zimmer hat, Ruhe, einen Rückzugsort, Schränke für Kleider und Spielsachen. Alles Dinge, an denen es unseren Kindern nicht mangelt. Die Berichte der Kinder sind sehr eindrücklich, offen und nahbar. Sie zeigen, dass die Kinder in den Flüchtlingscamps ganz normale (entschuldigt das Wort) Kinder sind, die gerne zur Schule gehen würden, gerne ein richtiges Haus und ein Zimmer hätten, ein paar Dinge, die ihnen gehören. Kinder, die aber unter den Zuständen im Flüchtlingslager leiden, die nicht zur Schule gehen können, Hunger und Kälte erdulden müssen, von Kriegstraumata verfolgt werden, Angst um ihr Zelt und ihre wenigen Habseligkeiten haben und warten, warten, warten... Bis sie endlich einen positiven Asylbescheid erhalten. Und leider kommt auch der nicht immer. Manche werden wieder zurückgeschickt in die Türkei oder abgeschoben in ihr Herkunftsland. Länder wie Afghanistan, Syrien, Somalia, Iran... Die vollständigen Abschriften der Interviews sind auf der Website des Verlags verfügbar. Fazit Das Kinderbuch "Manchmal male ich ein Haus für uns" von Alea Horst bietet Kindern ab etwa 8 Jahren viele Gesprächsanlässe über Krieg, Flucht und Migration. Über die Porträts und die Erfahrungsberichte kommen uns die Kinder ganz nah und führen uns vor Augen, dass es in Europa Kinder gibt, für die die grundlegendsten Kinderrechte in weiter Ferne liegen. Aber sie hoffen weiter auf ein menschenwürdiges Leben, ein Zuhause und Bildung. Die Fakten Manchmal male ich ein Haus für uns Europas vergessene Kinder Alea Horst (Text + Fotos) Mehrdad Zaeri (Illustration) Klett Kinderbuch 80 Seiten Erschienen am 16.02.2022 Hardcover ISBN: 978-3-95470-263-3 Ab 8 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Website von Alea Horsts Verein für Hilfsprojekte, Aufklärung und Zukunftsbau Alea e.V. Alea Horst auf Instagram Mehrdad Zaeri auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Klett Kinderbuch für das Rezensionsexemplar. Weitere Kinderbücher über Flucht, Krieg und Migration Von weit her - Robert Munsch, Saoussan Askar, Rebecca Green (Orlanda 2022) Wieke und Ken - Karin Koch (Peter Hammer Verlag 2021) Flucht - Issa Watanabe (Hanser Verlag 2020) Ich und meine Angst - Francesca Sanna (NordSüd 2019) Anne Frank. Kleine Bibliothek grosser Persönlichkeiten (Laurence King 2019) Der geheimnisvolle Koffer von Herrn Benjamin - Pei-Yu Chang (NordSüd 2017) - und weitere Buchtipps für mehr Weltoffenheit Die Flucht - Francesca Sanna (NordSüd 2016) Eine Graphic Novel über die Arbeit im Kriegsgebiet und Reportage aus Moria Penelopes zwei Leben - Judith Vanistendael (Reprodukt 2021) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Der Mann im Untergrund

    Richard Wrights Roman "Der Mann im Untergrund" ist eine Wiederentdeckung aus den 1940er-Jahren. Eine düstere Geschichte über einen Schwarzen Mann, der sich in die Kanalisation flüchtet, nachdem er zu Unrecht eines Doppelmordes bezichtigt wurde. "Der Mann im Untergrund" von Richard Wright, einem der wichtigsten afroamerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts, erschien 1944 zuerst in Kurzform in einer Anthologie und erst 2021 auf Englisch auch in der vollständigen Romanform. Dank Kein & Aber und der Übersetzung von Werner Löcher-Lawrence liegt der Roman, zusammen mit dem Essay "Erinnerungen an meine Grossmutter" nun dankenswerterweise auch auf Deutsch vor. Rassismus und Polizeigewalt in den USA der 1940er-Jahre Aber zurück zur Geschichte: Fred Daniels, ein junger Schwarzer Mann, ist an einem Samstagabend auf dem Heimweg zu seiner schwangeren Frau. In der Tasche hat er den Lohn einer Woche. Da wird er aus dem Nichts von drei Polizisten angehalten. Sie nehmen ihn - vorerst ohne konkrete Anschuldigung - fest und bringen ihn aufs Revier. "Ihn einsperren zu wollen war so absurd, dass er am liebsten gelacht hätte, doch er hielt sich zurück. Er war so zuversichtlich, dass er das alles nicht ernst nehmen konnte." (18) Im Verlauf des Verhörs werfen sie ihm den Mord an Mister und Misses Peabody vor, die direkt neben Freds Arbeitgeberin Misses Wooten lebten. Fred weiss nichts von der Sache, versucht, sich zu verteidigen, verweist auf seine schwangere Frau, die bald gebären wird, auf Reverend Davis, eine angesehene Persönlichkeit in der Schwarzengemeinde, und auf Misses Wooten, die immer sehr zufrieden war mit seiner Arbeit und alles aufklären könnte. Doch nichts findet Gehör. Fred befindet sich in einem Alptraum. Die drei weissen Polizisten schreien ihn an, fragen ihn aus, schlagen ihn, ziehen ihm den Stuhl weg, so dass er zu Boden fällt. Sie foltern ihn, versuchen, ihm mit Gewalt ein Geständnis abzupressen, was ihnen irgendwann mit falschen Versprechungen auch gelingt. "Er hatte das seltsame Gefühl, dass diese Fragen die Kraft besassen, ihn auf eine merkwürdige Bahn zu katapultieren, auf der er sich irgendwie schuldig fühlte, obwohl er es doch gar nicht war." (S. 23) Später bringen die Polizisten Fred nach Hause, um seine Frau zu sehen. In dem Moment setzen bei ihr die Wehen ein und sie bringen sie ins Krankenhaus. Dort gelingt es Fred in einem unbeobachteten Moment abzuhauen. Draussen angekommen, weiss Fred keinen anderen Ausweg als den, durch einen Kanaldeckel in den Untergrund hinabzusteigen. Im Folgenden irrt er in der Kanalisation herum, beginnt, sich durch Wände zu graben. So gelangt er in verschiedene Kellerräume und durch die Keller teils auch wieder an die Oberfläche. Er hört Gottesdiensten zu, stolpert in eine Filmvorführung, in eine Leichenhalle, in die Werkstatt eines Juweliers. Die Zeit im Untergrund entfremdet ihn immer mehr vom Leben oberhalb. Gleichzeitig hat er das Gefühl, einige wichtige Erkenntnisse errungen zu haben - sei es in Bezug auf die Religion oder die Rolle von Geld. "Er befand sich zwischen der furchterregenden Welt des Lebens im Tod über ihm und der finsteren Welt des Todes im Leben hier im Untergrund." (S. 143) Immer mehr entfremdet er sich von der Welt und ihren vermeintlichen Errungenschaften. Aber auch von seinen Beziehungen - zum Beispiel zu seiner Frau oder seinem Baby, das er nie kennengelernt hat. Aus Spoilergründen möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Aber so viel sei verraten: Das Ende von "Der Mann im Untergrund" hat es nochmals in sich! Richard Wright lässt die Handlung mit dem historischen Geschehen des Zweiten Weltkriegs aufeinanderprallen. Bezüge zu Religiosität, Rassismus und psychischen Krankheiten Im anschliessenden Essay "Erinnerungen an meine Grossmutter" geht der Autor auf die Entstehungsgeschichte seines Romans ein und verdeutlicht, welche Themen ihm zugrunde liegen. Da ist die Religiosität der Grossmutter, die sie ein Leben fernab der Realität führen liess (wie Fred im Untergrund). Da ist das Leben als Teil einer unterdrückten Minderheit, die Gewalt oft schutzlos ausgesetzt ist. "... und die Schwarzen werden in Amerika angegriffen, gebrandmarkt und behandelt, als hätten sie sich irgendwie schuldig gemacht. Sie wissen nicht, was sie getan haben, um so behandelt zu werden..." (S. 216) Da sind der Zerfall der Persönlichkeit und der Verlust des Kontakts zur Wirklichkeit wie bei einer Schizophrenie-Erkrankung. Und da sind einige weitere Bezüge, die Wright in seinem Roman implizit herstellt - wie die Christuslegende oder der Kampf der Unterdrückten im Untergrund gegen Hitler. Und schliesslich ganz zentral: das Thema der falschen Beschuldigung und wie ein Mensch darauf reagiert. In seinem Nachwort stellt Wrights Enkel Malcolm Wright dann auch noch den interessanten Vergleich mit Platons Höhlengleichnis an. Eigentlich sollte man mit Essay und Nachwort im Hinterkopf den Roman direkt ein zweites Mal lesen. Man würde bestimmt ganz viele Hinweise, Symbole und Metaphern erkennen, die beim ersten Lesen unbemerkt blieben oder scheinbar unbedeutend wirkten. "Der Mann im Untergrund" wäre auch sehr spannender Schulstoff, mit dem man auf zahlreiche Themen wie Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze, Kapitalismuskritik, die (Un-)Beständigkeit von Persönlichkeit, die Rolle der Religion usw. eingehen könnte. Fazit "Der Mann im Untergrund" von Richard Wright ist eine Wiederentdeckung, deren Lektüre sich sehr lohnt. Ein gleichermassen mitreissendes wie bedrückendes Leseerlebnis. Wir blicken mit Fred aus dem Untergrund auf das Leben an der Oberfläche und sehen durch seine Perspektive - von unten, als Schwarzer Mann, jenseits von Recht und Gesetz - praktisch vielfach vergrössert die Missstände unserer Gesellschaft. Wir befinden uns im Roman zwar in einer amerikanischen Stadt in den 1940er-Jahren. Aber so einige Problematiken bestehen heute genauso oder in abgewandelter Form, so dass das Buch absolut zeitlos erscheint. Eine ganz grosse Leseempfehlung! Die Fakten Der Mann im Untergrund Richard Wright Werner Löcher-Lawrence (Übersetzung aus dem Englischen) Kein & Aber 240 Seiten Erschienen am 10.05.2022 Hardcover ISBN: 978-3-0369-5873-6 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an Kein & Aber für das Rezensionsexemplar. Weitere Bücher für Erwachsene von Schwarzen Autor*innen bei mint & malve Zusammenkunft - Natasha Brown Und jetzt du! - Tupoka Ogette Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde - Angélique Beldner, Martin R. Dean Wut und Böse - Ciani-Sophia Hoeder Das Meer der Libellen - Yvonne Adhiambo Owuor Ein anderes Brooklyn - Jacqueline Woodson Nach der Flut das Feuer - James Baldwin In der Heimat meines Vaters riecht die Erde wie der Himmel - Samira El-Maawi Exit Racism - Tupoka Ogette * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Zusammenkunft - ein wütendes Debüt!

    (Werbung/Verlosung) Natasha Brown nimmt uns in ihrem Debütroman "Zusammenkunft" mit in die Londoner Finanzwelt. Hier scheint ein Aufstieg möglich, doch der Schein trügt. Ein Highlight des Bücherfrühjahrs! Sie hat einen Traum, nach oben kommen in der britischen Gesellschaft, dazugehören. Nicht mehr als Frau, als Schwarze, als Mensch einer tieferen Klasse definiert werden, sondern als Individuum angenommen sein. Damit kämpft die Ich-Erzählerin von Natasha Browns Debütroman "Zusammenkunft" den Kampf ihrer Vorfahr*innen weiter. Ein Kampf gegen Rassismus, gegen Sexismus, gegen Klassismus. Und sie tut es scheinbar erfolgreich: Sie schloss in Oxbridge (Universitäten von Oxford und Cambridge) ab, arbeitet in der Londoner Hochfinanz, steht vor einer Beförderung und hat einen weissen Freund aus der höheren britischen Gesellschaft. Doch sie bezahlt einen hohen Preis dafür und stellt selber fest: "Die Finanzindustrie war der einzig gangbare Weg nach oben. Ich tauschte mein Leben ein für ein Stückchen Mittelklassekomfort." (S. 30) Und auf diesem Weg hat sie es erst noch mit sexistischen Vorgesetzten zu tun, mit Kolleg*innen, die ihr unterstellen sich hochzuschlafen, mit Schwiegereltern in spe, die sie als (schlechte) Phase ihres Sohnes betrachten. Und so kann sie sich nie ausruhen, muss sich völlig verausgaben, lebt in dauernder Angst, denn der kleinste Fehler könnte sich rächen: "Jeder Tag ist eine Möglichkeit, es zu versauen. Jede Entscheidung, jedes Meeting, jeder Report. Es gibt keinen Erfolg, nur das vorläufige Abwenden des Versagens." (S. 37) Ein Spiegel unserer Gesellschaft Natasha Brown erzählt fragmentarisch, mit Schlaglichtern, dialogischen Episoden, kurzen Szenen. Der Roman hat zwei Erzählstränge, die fliessend ineinandergreifen: Im einen begleiten wir die Ich-Erzählerin an eine Geburtstagsfeier ihrer künftigen Schwiegermutter. Im anderen erfahren wir mehr zur unmittelbaren Vorgeschichte sowie zu ihrer Vergangenheit. "Hier geboren, Eltern hier geboren, immer hier gelebt - trotzdem, nie von hier. Ihre Kultur wird auf meinem Körper zur Parodie." (S. 61) In den Gedanken der Ich-Erzählerin werden uns die strukturellen Diskriminierungen pointiert vor Augen geführt. Es geht um die unzureichende Dekolonialisierung Grossbritanniens, um anhaltenden Alltagsrassismus, um eine verkrustete Mehrklassengesellschaft, um eine patriarchale Gesellschaft, die im Kapitalismus ihren Höhepunkt findet. "Ich bin, was wir immer für das Empire waren: purer Scheissprofit. Eine natürliche Rohstoffquelle zum Ausbeuten und Ausbeuten, Niedermachen und Ausbeuten." (S. 58) Ein einschneidendes Ereignis, das ich nicht spoilern darf, bringt die Erzählerin zu einem folgenschweren Entscheid oder zumindest an den Rand davon. Ein Entscheid, der auf absurde weise ein Akt der Selbstermächtigung ist. Das Ende bleibt offen und ist zwar für die Leser*innen hart, aber in seiner Konsequenz das einzig richtige Ende für diesen grossartigen Roman. Fazit Der Debütroman "Zusammenkunft" von Natasha Brown ist sprachlich und inhaltlich ein Highlight dieses Frühjahrs. Mit ihrer harten, schnellen, direkten Sprache schiesst die Ich-Erzählerin spitze, giftige Pfeile ins Herz einer patriarchalen, rassistischen und klassistischen Gesellschaft. Und das braucht es leider. Auch heute noch. Und nicht nur in Grossbritannien. Deshalb empfehle ich euch: Hört auf, die Buchsbäume zu schneiden und lest stattdessen dieses Buch! Die Fakten Zusammenkunft Natasha Brown Jackie Thomae (Übersetzung aus dem Englischen) Suhrkamp Verlag 113 Seiten Erschienen am 14.02.2022 Hardcover ISBN: 978-3-518-43046-0 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Natasha Brown auf Instagram PS: Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag für das Rezensions- und das Verlosungsexemplar. Noch mehr Bücher für Erwachsene von Schwarzen Autor*innen bei mint & malve Und jetzt du! - Tupoka Ogette Der Sommer, in dem ich Schwarz wurde - Angélique Beldner, Martin R. Dean Wut und Böse - Ciani-Sophia Hoeder Das Meer der Libellen - Yvonne Adhiambo Owuor Ein anderes Brooklyn - Jacqueline Woodson Nach der Flut das Feuer - James Baldwin In der Heimat meines Vaters riecht die Erde wie der Himmel - Samira El-Maawi Exit Racism - Tupoka Ogette * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Ich und die Welt

    Wie lange habt ihr Sommerferien und wohin werdet ihr fahren? Vielleicht wollt ihr euch von "Ich und die Welt" von Mireia Trius und Joana Casals inspirieren lassen, wo es hingehen könnte oder einfach wissen, wie das Leben andernorts so aussieht. Ich kann euch die statistische Weltreise nur empfehlen! In "Ich und die Welt" von Autorin Mireia Trius und Illustratorin Joana Casals reisen wir mit Mia aus Deutschland um die Welt und erfahren ganz viel über die Lebensweise in anderen Ländern. Jede Doppelseite widmet sich mit Infografiken und Karten einem anderen Thema. So bringt das Sachbuch Kindern ab 7 Jahren die Zahlen und Fakten mit den bunten Illustrationen in Retrofarben auf unterhaltsame Weise näher. Die Erzählerin Mia fragt auch immer mal bei den Leser:innen nach, wie es denn bei ihnen so ist, so dass sie sich direkt abgeholt fühlen. Das Leben in Zahlen Es beginnt bei häufigen Vornamen und Familienformen, geht weiter mit beliebten Haustieren, den Bevölkerungszahlen von Kontinenten, Ländern und grossen Städten. Wir erfahren mehr über beliebte Berufe und allerlei rund um die Schule - vom Schulweg, über die Hausaufgaben, bis zu den Sommerferien. Wusstet ihr, dass die Kinder in Italien 13 Wochen Sommerferien haben? Da schneiden Deutschland mit 6 Wochen und die Schweiz mit teils sogar nur 5 Wochen (zum Beispiel bei uns) schlecht ab. Dafür haben wir unterm Jahr mehr Ferien. Und dann geht's natürlich auch ab in die Ferien. Mia und ihre Familie haben sich Paris ausgesucht - da sind sie nicht die einzigen! Jährlich besuchen nämlich fast 17 Millionen Tourist:innen die französische Hauptstadt. Und 10 Millionen von ihnen besuchen das Musée du Louvre. Die meisten wohl, um die berühmte Mona Lisa zu sehen. Mia liefert uns auch spannende Fakten über das Essen in unterschiedlichen Kulturen, über Geburtstage, Weihnachten und Religionen weltweit. Und den krönenden Abschluss macht eine Übersicht, wie sich 100 hypothetische Menschen nach Geschlecht, Alter, Kontinent, Religion, Erstsprache, Alphabetisierung und Leben auf dem Land oder in der Stadt verteilen würden. Kleinere Abstriche Leider ist die Schweiz (und auch Österreich) in einigen Vergleichen nicht aufgeführt, das wäre für uns natürlich besonders interessant gewesen. Aber da kann die Autorin nichts dafür, weil die Schweiz in vielen Quellen einfach nicht erfasst wird. Das generische Maskulinum zieht sich leider durch die Texte, von den Schülern, über die Touristen, bis zu den Einwohnern. Da würde ich von Übersetzung und Lektorat mehr Gendersensibilität erwarten. Einige Infografiken sind etwas zu einfach dargestellt, so dass gewisse Informationen (z. B. Begriffsdefinitionen oder Kategorisierungen) fehlen und die Interpretation erschweren. Fazit "Ich und die Welt" von Mireaia Trius und Joana Casals macht deutlich, wie vielfältig die Welt ist, dass jedes Land und jede Kultur ihre Besonderheiten haben und dass es spannend ist, in diese unterschiedlichen Welten einzutauchen - ob nun als Tourist:in, für einen längeren Aufenthalt oder sogar für immer. Statistik wurde noch sie so unterhaltsam vermittelt! Die Fakten Ich und die Welt Mireia Trius (Text) Joana Casals (Illustration) Christiane Manz (Übersetzung aus dem Spanischen) Kleine Gestalten 48 Seiten Erschienen am 05.04.2022 Hardcover ISBN: 978-3-96704-726-4 Ab 7 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Mireia Trius auf Instagram Joana Casals auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Kleine Gestalten und Kirchner Kommunikation für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Grüner Reis und Blaubeerbrot - Lieblingsrezepte für Kinder aus aller Welt

    Ein Kinderkochbuch, das richtig Lust macht, sich durch die Küchen dieser Welt zu kochen? Das gibt es! "Grüner Reis und Blaubeerbrot" von Felicita Sala stellt Lieblingsrezepte für Kinder aus aller Welt vor. Es wird gekocht! Es brutzelt und kocht, es wird gehackt und geschnitten, gebraten und gebacken, gerührt und gewürzt in der Gartenstrasse 10. Wir riechen es schon von aussen und werfen mit Felicita Sala einen Blick in das Haus. Da sehen wir zum Beispiel Pilar, die gerade Tomaten püriert. Was das gibt? Na, eine spanische Salmorejo-Suppe! Und wie das geht, erfahren wir auch gleich. Da sind nämlich einerseits die Zutaten abgebildet und andererseits wird in einem kurzen, einfach formulierten Abschnitt die Zubereitung erklärt. Und so reisen wir weiter durch das Haus an der Gartenstrasse 10 und blicken in alle Küchen, in denen emsiges Treiben herrscht. Das geniale daran? In diesem Haus versammeln sich Kulturen und damit Küchen aus aller Welt: Ein japanisches Reisgericht mit Hähnchen, indisches Dal, süd- und mittelamerikanische Menüs, arabischer Auberginendip und französische Quiches sind genauso zu finden, wie amerikanische und europäische Desserts. Auf die genaue Herkunft der Gerichte oder diejenige der Köchinnen und Köche geht die Autorin nicht ein, wir erfahren das ganz subtil durch kleine Hinweise wie asiatische Schriftzeichen, die Kleidung der Menschen und natürlich ihre Namen. Manches lässt sich auch nicht klar einem Land oder einer Region zuordnen, was natürlich nichts macht. Hauptsache, es schmeckt! Vielfalt am Herd und im Topf Mit dem Bilderbuch "Grüner Reis und Blaubeerbrot" bereisen wir die Küchen dieser Welt und das besonders vielfältig. Denn am Herd stehen hier alle, ältere und jüngere Männer, Kinder, junge Mütter und schon etwas betagtere Grossmütter. Sogar ein Baby in der Trage ist mit dabei! Und klar, die Kinder (und der Hund) naschen auch mal, das gehört ja beim Kochen dazu! Unter den Gerichten finden sich Klassiker wie Spaghetti Napoli, aber die Kinder werden auch an exotischere Rezepte mit Zutaten wie Ingwer, Kurkuma oder Sesampaste herangeführt. Fertig gekocht, es ist angerichtet! Und das Schönste? Am Ende treffen sich alle im Garten zu einer grossen Tavolata. Wie gerne sässen wir da auch dabei und würden uns von Vorspeisen, über Hauptgerichte, bis zum Dessert durch die verschiedenen Geschmäcker der Küchen dieser Welt essen! Auch die Illustrationen der italienischen Autorin überzeugen, sowohl mit der gedeckten Farbpalette als auch mit den witzigen Details, die es auf jeder Doppelseite zu entdecken gibt. Einzige Kritik: Für meinen Geschmack hat es etwas zu viele Fleisch- und Fischgerichte. Ein paar vegetarische oder vegane Gerichte mehr würde ich mir für Band 2 wünschen. Fazit Felicita Salas Bilderbuch "Grüner Reis und Blaubeerbrot" mit 15 Rezepten aus aller Welt lädt Kinder und ihre Eltern ein, die Vielfalt in der Küche zu entdecken und so die Kulturen dieser Welt zumindest geschmacklich ins eigene Daheim zu holen. Eine kulinarische Horizonterweiterung für Klein und Gross und damit eine herzliche Empfehlung! PS: Bereits nachgekocht haben wir das Linsen-Dal, sehr lecker! Als nächstes wollen wir die Broccoli-Bäumchen mit Sesam ausprobieren. PPS: Herzlichen Dank an Prestel junior / Randomhouse für das Rezensionsexemplar. Die Fakten Grüner Reis und Blaubeerbrot Lieblingsrezepte für Kinder aus aller Welt Felicita Sala (Text + Illustration) Ute Löwenberg (Übersetzung aus dem Französischen) Prestel junior 44 Seiten Erschienen am 16.09.2019 ISBN: 978-3-7913-7396-6 Ab 6 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Liket it? Pin it! Du magst diesen Buchtipp? Dann freue ich mich sehr, wenn du die Inspiration in den Social Media und auf Pinterest teilst. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Heute pflanz ich, morgen koch ich - Tipps zum Gärtnern, Ernten und Rezepte für Kinder

    Gärtnert ihr mit euren Kindern? Dann könnt ihr vielleicht ein Kinderkochbuch brauchen, um die Ernte zu verwerten. Als Fan von Felicita Sala empfehle ich euch ihr Rezeptbilderbuch "Heute pflanz ich, morgen koch ich". Vor drei Jahren durften wir uns bereits an Felicita Salas "Grüner Reis und Blaubeerbrot" mit Lieblingsrezepten aus aller Welt erfreuen. Dieses Jahr doppelt sie mit "Heute pflanz ich, morgen koch ich" nach und schenkt uns damit Tipps zum Gärtnern, Ernten und Rezepte für Kinder. Rezepte zum Nachkochen für Kinder Die italienische Illustratorin führt mit 12 Rezepten durchs ganze Jahr. Klar verwendet sie in den Rezepten jeweils saisonale Früchte und Gemüse. Los geht es im April mit einer Spargelquiche. Im Juni gibt es Kirsch-Clafoutis, im Juli ein feines Zaziki. Im Oktober lockt ein Kürbiskuchen und im August einen Rote-Bete-Dip (bzw. Randen-Dip). Im Februar gibt's Blutorangen-Olivenöl-Kuchen. Die Rezepte lassen sich dank den Bildern mit den Zutaten und einfachen Anleitungen auch für Kinder leicht nachkochen. Für die jüngeren Kinder dürfte das schöne Handlettering noch etwas schwierig zu entziffern sein. Toll finde ich, dass viele der Rezepte vegetarisch sind. Nur zwei enthalten Fisch, der zumindest bei einem auch gut weggelassen werden kann. Vegane Rezepte sind dagegen die Ausnahme, da müsste man etwas erfinderisch werden. Vielfalt in jeglicher Hinsicht Neben Rezepten findet sich auf der linken Seite jeweils ein Einblick in verschiedene Gärten von Blumenstadt. Schön ist, dass das Buch in der Gartenstrasse 10 startet, deren Bewohner:innen wir schon aus "Grüner Reis und Blaubeerbrot" kennen. Sie haben einen wunderschönen Gemeinschaftsgarten. Das Buch führt uns in Innenhöfe mit Kirschbäumen, an den Stadtrand, auf eine Dachterrasse, einen Balkon, einen schicken Garten in der Stadtmitte und in den gut mit Kartoffeln gefüllten Keller von Fatima. So vielfältig wie die Gärten, sind auch die Gärtner:innen - sei es vom Alter, von der Haut- oder der Haarfarbe her. Die Rezepte werden ergänzt um Wissenswertes rund um die Gartenarbeit, eine Übersicht verschiedener Obst- und Gemüsesamen und nützliche Hilfsmittel fürs Gärtnern sowie eine Übersicht, in welcher Jahreszeit, welche Früchte, Gemüse und Kräuter geerntet werden können. Eine kleine Kritik habe ich am Buch: Etwas irritiert haben mich nämlich die militärischen Vergleiche von Gurken wie "wassergefüllte Torpedos" oder Spargeln, die wie Soldaten den Garten bewachen. Fazit Wer auf der Suche nach einem vielfältigen Kinderkochbuch mit süssen und salzigen Rezepten ist, wird bei "Heute pflanz ich, morgen koch ich" von Felicita Sala fündig. Mit diesem Rezeptbilderbuch können sich schon Kinder ab 6 Jahren durch das Jahr kochen und dafür vielleicht sogar den eigenen Garten plündern. Die Fakten Heute pflanz ich, morgen koch ich Tipps zum Gärtnern, Ernten und Rezepte für Kinder Felicita Sala (Text + Illustration) Ute Löwenberg (Übersetzung aus dem Französischen) Prestel junior 48 Seiten Erschienen am 21.02.2022 Hardcover ISBN: 978-3-7913-7517-5 Ab 6 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Felicita Sala auf Instagram PS: Herzlichen Dank an Prestel junior und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Noch mehr zum Kochen und Backen für Kinder auf mint & malve Kuchen zum Frühstück - Leckere Backrezepte für Kinder - Cynthia Cliff (Prestel junior 2021) Mit Alma und Nasian in 8 Tagen um die Welt - Andrea Steidl, Emanuela Sarac, Katja Seifert (mvg verlag 2022) Grüner Reis und Blaubeerbrot - Lieblingsrezepte für Kinder aus aller Welt - Felicita Sala (Prestel junior 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Die Melodie der Bienen

    Sucht ihr einen unterhaltsamen, aber nicht allzu oberflächlichen Roman, der sich in den Sommerferien gut weg lesen lässt? Dann habe ich mit "Die Melodie der Bienen" von Eileen Garvin genau das richtige Buch für euch. In Eileen Garvins Debütroman "Die Melodie der Bienen" lernen wir in drei Handlungssträngen zunächst die Hauptprotagonist:innen kennen: Alice Holtzman arbeitet beim County von Hood River und hofft auf eine Beförderung. Nebenbei ist sie Imkerin und träumt seit ihrer Kindheit von der eigenen Obstplantage. Der Verlust ihres Ehemanns Buddy macht ihr extrem zu schaffen. Jake (Jacob) Stevenson musste nicht nur seinen Traum von der Musikhochschule an den Nagel hängen, sondern sitzt seit einem Unfall vor einem Jahr im Rollstuhl. Das College hat er beendet, aber was soll er nun machen? Sein fieser Vater wäre ihn lieber heute als morgen los. Und Harry (Harold) Stokes hat das Gefängnis zwar hinter sich gelassen, doch auch er ist ziemlich orientierungslos. Vorerst kommt er bei seinem Onkel Harry im verlotterten Wohnwagen unter. Doch dann stirbt der Onkel und Harry muss dringend einen Job suchen. Von Einzelkämpfer:innen zur Schicksalsgemeinschaft Die drei Handlungsstränge steuern schnell aufeinander zu und Alice nimmt die beiden jungen Männer bei sich auf. Sie wird nicht nur zur Arbeitgeberin, sondern die drei wachsen schnell zu einer Art Familie zusammen und treiben die Imkerei vorwärts. Jake hat ein besonderes Gespür für die Bienen, geht in ihrer Pflege völlig auf und mit seinem absoluten Gehör nimmt er die Melodie der Bienenstöcke sofort wahr und kann einschätzen, wie es um die Bienen steht. Leider geht es einigen Bienenstöcken plötzlich gar nicht mehr gut, ein paar Königinnen sind auch schon gestorben. Schnell wird klar, dass es einen Zusammenhang zu den Pestiziden gibt, die auf benachbarten Obstplantagen neuerdings gespritzt werden. Alice nimmt den Kampf gegen die mächtige Pestizidindustrie, konservative Obstbauern und ein korruptes County auf. Schliesslich geht es um nichts weniger als das Überleben der Bienen, der Natur und damit auch der Menschen. Eileen Garvins Roman spielt in Oregon, wo sie auch selbst lebt, und vermittelt ihre Liebe zur Imkerei. Die Autorin hat selbst über 60'000 Bienen im Garten. Die Kapitel tragen Namen rund um die Imkerei, wie etwa "Orientierungsflug" oder "Arbeiterin" und jedem Kapitel ist ein Zitat von L. L. Langstroth mit Bienenwissen vorangestellt. Das gibt dem Buch einen schönen Rahmen und passt jeweils gut zur Handlung des betreffenden Kapitels. Die Sprache von Garvin ist nichts Besonderes, aber sie schreibt sehr bildhaft, mit vielen Metaphern. Über deren Qualität es sich streiten (etwa wenn das Gewicht des Schweigens so schwer zwischen ihnen hängt wie nasse Wäsche auf der Leine) lässt. Die Autorin macht auch einige Nebengeleise auf, die für mich nicht hätten sein müssen, die aber für die Entwicklung der Protagonist:innen eine gewisse Berechtigung haben. Alice ist eine sehr taffe Frau, aber sie war über Jahre sehr angepasst. Das wurde von einigen ihrer männlichen und weiblichen Kolleg:innen schamlos ausgenutzt. Diesbezüglich macht sie im Buch eine Emanzipation durch und überwindet ihren Wunsch, nicht aufzufallen und allen zu gefallen. "Alice hatte Jahre mit dem Versuch zugebracht, andere nicht zu verärgern." (S. 405) Im Gegensatz dazu, tauchen patriarchale Bilder doch am einen oder anderen Ort im Buch unhinterfragt auf, etwa wenn es selbstverständlich ist, dass die älteste Tochter der Familie fabelhaft kochen kann. Schön finde ich, dass in dem Roman Menschen unterschiedlicher Kulturen selbstverständlich zusammenleben. Alices Vorfahren stammen aus Deutschland. Ihr Mann Bud war mexikanischer Abstammung und ein Freund vom Umweltschutzverein hat asiatische Wurzeln. Fazit Die "Melodie der Bienen" von Eileen Garvin ist lesenswert, wenn man sich einen mitreissenden Roman mit sympathischen Protagonist:innen und eine Handlung wünscht, die durchaus einige schwergewichtige Themen anspricht. Zudem finde ich, der Autorin gelingt es gut, einen Protagonisten im Rollstuhl zu porträtieren, ohne ihn auf seine Behinderung zu reduzieren. Für den Sommerurlaub kann ich euch diesen Schmöker herzlich empfehlen! Wer gerne etwas über Bienen liest, aber mit höherem literarischem Anspruch, der/dem empfehle ich "Die Geschichte der Bienen" von Maja Lunde oder "Winterbienen" von Norbert Scheuer. Wer noch mehr im Setting von Obstplantagen lesen möchte, wird bei "Alte Sorten" von Ewald Arenz fündig. PS: Die Ironie der Geschichte? Während ich das schreibe, schmerzt mein Fuss wegen eines Bienenstichs. Der erste seit bestimmt zwanzig Jahren. Wünscht mir Glück, dass ich morgen noch in einen Schuh passe! Die Fakten Die Melodie der Bienen Eileen Garvin Anja Mehrmann (Übersetzung aus dem Englischen) Piper Verlag 464 Seiten Erschienen am 26.05.2022 Hardcover mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-492-07075-1 Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* Herzlichen Dank an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar. * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

  • Kuchen zum Frühstück - Leckere Backrezepte für Kinder

    Gibt's bei euch ab und zu "Kuchen zum Frühstück"? Bei uns ehrlich gesagt nicht, aber die Sommerferien wären eigentlich ein guter Anlass, um eine neue, süsse Tradition anzufangen. Perfekt geeignet dafür ist jedenfalls das Bilderbuch von Cynthia Cliff mit leckeren Backrezepten für Kinder. Hannah, ein Mädchen of Color, möchte am Schulfest einen Kuchenverkauf organisieren, um Geld für die Schulbibliothek zu sammeln. Kurzerhand motiviert sie all ihre Freund:innen mitzumachen. Im Bilderbuch "Kuchen zum Frühstück" sind die vielseitigen Rezepte der Kinder jeweils auf einer Doppelseite abgebildet und laden zum Nachbacken ein. Auf der linken Seite bekommen wir jeweils einen kleinen Einblick in die Familie des Kindes und ihre Küche. Hier geht es ganz schön vielfältig zu und her: Wir sehen unterschiedliche Hautfarben, Religionen, Haarfarben, Familienformen, Generationen, ein Mädchen im Rollstuhl, verschiedene Haustiere und ganz unterschiedliche Wohnungseinrichtungen. Da gibt es richtig viel zu entdecken! Torte, Muffins, Teigtaschen oder Reisbällchen gefällig? Die Rezepte auf der rechten Seite sind wie üblich gegliedert in eine Zutatenliste und eine einfache Backanleitung. Toll finde ich, dass Cynthia Cliff die Kinder jeweils darauf hinweist, wenn sie sich die Hilfe ihrer Eltern oder sonst eines Erwachsenen holen sollen. Die Rezepte sind ebenso vielfältig wie die Kinderschar, neben ganz süssen Rezepten mit viel Schokolade oder Streuseln oben drauf, gibt es auch welche mit Gemüse wie die Kürbis-Empanadas oder die Schoko-Cookies mit Zucchini. Auch ein veganes und ein glutenfreies Rezept ist dabei. Auch bezüglich Gewürzen können Kinder hier etwas Neues entdecken, etwa die Birnen-Ingwer-Muffins oder die Kardamom-Kekse. Wir haben erst die Marmeladentörtchen ausprobiert und dafür unsere Johannisbeeren aus dem Garten, Himbeeren und Kirschen vom Onkel verwendet. Sie sind wirklich ganz einfach nachzubacken. Nächstes Mal würde ich sie aber noch um eine Füllung (z. B. einen Wähenguss) ergänzen. Als Aargauerin muss ich als nächstes wohl den glutenfreien Karotten-Kuchen testen, wobei das Rezept ziemlich von der traditionellen Rüebli-Torte abweicht. Die Illustrationen von Cynthia Cliff sind wie erwähnt sehr divers. Sie sind schön bunt und voller liebevoller Details. Zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig fand ich die überdimensionierten Köpfe der Menschen. Aber das machen die sympathischen und vielfältigen Protagonist:innen und die leckeren Rezepte schnell wieder wett. Fazit Möchtet ihr mit euren Kindern öfter mal etwas backen oder sie selber backen lassen? Dann bietet "Kuchen zum Frühstück" von Cynthia Cliff eine vielseitige Rezeptsammlung mit Süssem aus aller Welt, toll eingebettet in eine schöne Geschichte rund um ein Schulfest. Macht sich auch toll als Geschenk für Kinder ab 5 Jahren, die Freude am Backen haben. Die Fakten Kuchen zum Frühstück Leckere Backrezepte für Kinder Cynthia Cliff (Text & Illustration) Ute Löwenberg (Übersetzung aus dem Englischen) Prestel Junior 40 Seiten Erschienen am 19.04.2021 Hardcover ISBN: 978-3-7913-7459-8 Ab 5 Jahren Buch bei genialokal kaufen (DE)* Buch bei Thalia kaufen (DE)* Buch bei Orell Füssli kaufen (CH)* Buch bei Buchhaus kaufen (CH)* Buch bei Thalia kaufen (AT)* PS: Herzlichen Dank an das Bloggerportal und Prestel Junior für das Rezensionsexemplar. Noch mehr Kinderbücher rund ums Kochen und Backen Mit Alma und Nasian in 8 Tagen um die Welt - Andrea Steidl, Emanuela Sarac, Katja Seifert (mvg verlag 2022) Grüner Reis und Blaubeerbrot - Felicita Sala (Prestel 2019) So schmeckt die Welt - Beth Walrond (Kleine Gestalten 2019) * Links mit * sind Affiliate-Links / Werbelinks. Wenn du das Buch über diesen Link kaufst, bekomme ich vom jeweiligen Shop eine kleine Provision. Am Buchpreis ändert sich für dich nichts. Du hilfst mir aber so, den Blog ein kleines Bisschen zu refinanzieren. Vielen Dank!

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